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B. E. Pfeiffer - Die Weltportale

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Die Weltportale (Band 1)

3|1)

Verlag: Sternensand Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 624

ISBN: 9783906829920

Termin: Juli 2018

  • Die Weltportale - B. E. Pfeiffer


    Sternensand Verlag

    624 Seiten

    High Fantasy

    Band 1

    27. Juli 2018


    Inhalt:


    „Du musst dich nicht vor den Schatten fürchten. Ein Schatten bedeutet nur, dass hinter dir ein Licht brennt.“


    Eleonora lebt in einer Welt, die einst durch magische Portale mit anderen Welten verbunden war. Als Tochter eines Magiers und einer Elfe vereint sie zwei unterschiedliche Kräfte, ist mächtig und gehört doch zu keinem Volk.

    Mit der Aufnahme auf die Akademie der Magie erhofft sie sich nicht nur, ihre Kräfte unter Kontrolle zu bekommen, sondern auch, endlich akzeptiert zu werden. Als sie jedoch von einem mysteriösen Schatten angegriffen wird und hinter ein lange gehütetes Familiengeheimnis kommt, ist die anfängliche Ablehnung ihrer Mitschüler ihr geringstes Problem.

    Wird es ihr gelingen, ihre Welt vor der Dunkelheit zu bewahren?


    Meinung:


    Huh. So einen dicken Schinken muss man erstmal verdauen.

    Aber nicht zu lange, sonst verändert sich der erste Eindruck häufig nochmal.

    Wenn man Sachen zu oft sagt, zu oft überdenkt, dann können zwei Dinge passieren: Erstens - man verliert das Interesse und der Inhalt/das Gesagte/Gedachte stumpft ab. Oder zweitens - die Sicht auf diese Dinge verändert sich, ob zum Guten oder zum Schlechten, das kommt immer darauf an. Aber das ist nur meine Einschätzung. Jeder geht anders damit um.

    Grundsätzlich gehe ich an Vorableseexemplare nur mit der Erwartung heran, die der Klappentext mir vermittelt.

    So auch bei „Die Weltportale“.

    Schlagworte wie: Magie, Schatten, Dunkelheit, Elfen und Akademie, ziehen mich sofort in ihren Bann.

    Dementsprechend freute ich mich auch auf die Geschichte rund um Eleonora und ihre Welt.


    Man startet als Leser mit Eleonoras Aufnahme in der magischen Akademie, in der Schüler von unterschiedlichen Altersstufen und Abstammungen, lernen sollen, ihre Kräfte zu entdecken und zu kontrollieren.

    Und es geht auch direkt einigermaßen hoch her. In verschiedenen Unterrichtsfächern wird Eleonora in allen möglichen Magiearten unterwiesen. Doch das Wasser liegt ihr am meisten. Und das setzt sie auch gekonnt ein.

    Ich hatte ehrlich gesagt nicht so früh mit dem Einsatz von Magie gerechnet, aber was die Autorin mir hier bildlich bot, gefiel mir auf Anhieb.


    Als Halbelfe, Halbmagierin hat es die sanftmütige Eleonora nicht leicht. Zu viele Abgründe hatten sich in der Vergangenheit aufgetan und sie schien nie irgendwo dazuzugehören. Allein durch ihre Abstammung waren ihr einige Charaktere von Beginn an nicht wohlgesonnen. Vor allem der gutaussehende Aestus mit seiner dunklen Aura, schien es auf sie abgesehen zu haben.


    Eleonora jedoch gibt nicht auf und findet überall einen kleinen Fetzen Gutes oder jeden noch so winzigen Hoffnungsschimmer.

    Für mich war sie fast durchweg das Positive in Person. Trotz mancher Tränenausbrüche.

    Von einem Problem zum nächstens stolpernd, bewegt sich die Protagonistin durch die magische Welt, kämpft, liebt und deckt Geheimnisse auf. Ihr größter Feind lauert darauf, alles woran ihr etwas liegt zu zerstören.

    Mit Hilfe von Lucius, Lady Graie, Valeria, Daphne und vielen anderen stellt sie sich dem gefährlichen Schatten und seinen düsteren Sklaven.


    Es ist schon einige Zeit her, dass es mir so schwer fiel eine Rezension zu schreiben. Denn es gibt so viele Punkte, die ich ansprechen möchte, um zu erklären, warum es mir nur so semigut gefallen hat, aber ich will auch nicht über die Strenge schlagen mit der Länge.


    Der Schreibstil der Autorin ist anfangs sehr leicht zu lesen, man versteht direkt, was sie sagen will und auch die Bilder wurden wunderschön in meinen Kopf projiziert. Doch je weiter ich las, desto schwieriger wurde es. Versteht mich nicht falsch, der Stil bleibt der gleiche, nur habe ich ihn anders wahr genommen. Erzählt ist die Geschichte aus der Er/Sie/Es Perspektive, was es mir bekanntermaßen immer etwas schwerer macht, mich in die Protagonisten hineinzuversetzen. Hier kam allerdings noch hinzu, dass die Autorin mal von Eleonora spricht, mal von „das Mädchen“ oder bei anderen Charakteren von „die Lady“ oder „die Frau“. Jedes Mal, wenn ich das las, distanzierte ich mich ein Stück von den Protagonisten. Es passte für mich leider nicht.


    Und auch auf emotionaler Ebene wirkte das Ganze etwas zu unausgeglichen. Die Symbolik des Lichts, das eine sehr wichtige Rolle spielt, wird immer wieder aufgebauscht, groß geschrieben und für meinen Geschmack ein wenig überspitzt. Irgendwann habe ich bei bestimmten Sätzen, die vermutlich Mut machen und Hoffnung spenden sollten, nur noch die Augen verdreht und gedacht „Ist ja gut, ich hab’s schon vor den anderen drei Malen kapiert!“

    Es tut mir leid, wenn ich das ein wenig forsch ausdrücken muss, aber ich weiß leider nicht, wie ich es sonst umschreiben soll.


    Mit Eleonora kam ich von Anfang an eigentlich ganz gut zurecht, weil ich dachte, dass da bestimmt noch etwas kommt. Charaktermäßig.

    Sie war mir sympathisch, kenne ich doch nicht viele Elfen/Magier, die ein so sanftes, gutgläubiges, helfendes Wesen haben, wie sie.

    Aber an manchen Stellen... hätte ich mir wirklich gewünscht, dass sie mal über ihren Schatten springt. Alles, was sie sagte, klang nach meinem ersten Eindruck etwas... haltlos? Es ist interessant, keine Frage, aber für meinen Geschmack auch irgendwie zu gradlinig. Es gab für mich hier keine großen Ausschläge, keine Überraschungen, nichts, was ich nicht erwartet hatte, bezüglich der charakterlichen Entwicklung.


    Ausgehend von der Geschichte allerdings hat die Autorin in „Die Weltportale“ viele Fantasyelemente genommen und gekonnt in den Verlauf eingebaut. Es gibt Drachen, magische Burgen, Flüche, die gebrochen werden müssen.

    Neben Elfen, Magiern und Menschen wurden dem Leser auch noch zwei neue Völker präsentiert, die auf den ersten Blick jedoch ähnlich begabt zu sein schienen, wenn auch mit einem jeweils anderen Fokus. Leider erfährt man im ersten Band noch nicht viel über die Auronen und Lunara, aber das ist okay.


    Während ich also von der Idee und dem Geschehen eigentlich fast begeistert war, haperte es bei mir an der charakteristischen Bandbreite der Protagonisten, sowie an der Länge des Buches. Es gibt einige Stellen, die das Ganze für mich gezogen haben.

    Mit vielleicht 100 Seiten weniger und etwas mehr Tiefe - vor allem bei Eleonora - und aus der Ich-Perspektive geschrieben, hätte mich dieses Debüt wahrscheinlich gänzlich überzeugt.


    Fazit:


    Der erste Band der Weltportale entführt den Leser in eine wunderschöne Fantasywelt, begeistert ihn mit allen möglichen Wesen und offensiv eingesetzter Magie. Atmosphärisch liegt das Buch fast durchgängig auf der hellen Seite des Lichts - es sprüht geradezu vor Hoffnung und positiven Gedanken. Ein paar dunkle, düstere Flecken gab es schon, diese wurden allerdings überlagert bzw sind teilweise nicht bei mir angekommen.


    Freunde von Dreiecksgeschichten kommen hier voll auf ihre Kosten und wenn man mit gutgläubigen, verträumten Charakteren umgehen kann, dann kann man auch nichts falsch machen. Die Weltportale ist ein Für und Wider.


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️ (3/5)

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