Der Richter und das Mädchen

Buch von Peter Zihlmann

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Der Richter und das Mädchen wurde bisher einmal bewertet.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Der Richter und das Mädchen

    Autor: Peter Zihlmann
    Titel: Der Richter und das Mädchen, erschien erstmals 2011
    Seiten: 112 Seiten in zwei Teilen
    Verlag: Stämpfli
    ISBN: 9783727211690
    Der Autor: (Informationen dem Klappentext und Wikipedia entnommen)
    Peter Zihlmann, 1938 in Basel geboren, ist ein Schweizer Jurist und Publizist. Nach Studium und Tätigkeit für einen Chemiekonzern war er selbständiger Rechtsanwalt, Notar und nebenamtlicher Richter. Zwanzig Jahre war er Mietgerichtspräsident, zudem Strafverteidiger und setzte sich unter anderem dafür ein, dass Geldbußen, die nicht bezahlt werden konnten, nicht in Freiheitsstrafen umgewandelt wurden. Für eine gemeinnützige Stiftung beriet er Menschen in Not, später moderierte er kurzzeitig die Schweizer TV-Sendung „Recht und Unrecht“. Mittlerweile ist er Autor von Büchern, die das Recht hinterfragen und den Umgang unserer Gesellschaft mit dem Bösen und Fremden offenlegen.
    Inhalt: (Klappentext)
    Richter Mannhart steht unmittelbar vor seiner Wahl ins höchste Gericht. Durch einen Medienbericht fühlt er sich angegriffen und verletzt und wird ausfällig. Er beleidigt den Berichterstatter schwer. Die Existenz des Richters gerät dadurch auf einen Schlag ins Wanken. Doch das kleine Mädchen von nebenan, mit dem er sich angefreundet hat, wird ihm zur Seelenführerin.
    Meinung:
    Ein Richter macht Karriere. Das Gespräch mit einem Journalisten - wobei die Fragen oder kurzen Einwürfe des Journalisten nicht mit aufgeführt sind – zeigt einem selbstbewussten, karriereorientierten Menschen, der als sturer Hardliner wohl gerne auch mal das Strafmaß voll ausschöpft. Eisenhart wird das Gesetz angewandt, die Öffentlichkeit verlangt nach vollkommener Sicherheit. Überzeugt lässt er uns seine Gedanken zu Recht und Gerechtigkeit, die Rolle des Richters und der Notwendigkeit einer gerechten Strafe teilhaben. Zum Ende dieses ersten Teils verabschiedet sich der Richter, in der festen Überzeugung, beim nächsten Treffen bereits als Bundesrichter im Amt zu sein.
    Doch es kommt anders: auch der zweite Teil des Buches besteht ausschließlich aus dem Gespräch des Richters mit dem Journalisten. Ein paar Wochen sind vergangen, und es ist klar, dass die erhoffte Karriere aus ist. Ein Journalist hat negativ über das Gehabe des Richters in dessen aktuellem Fall berichtet (übrigens mit verdächtigen Parallelen zum damals aktuellen Kachelmann-Prozess). Daraufhin bespuckt der Richter den Reporter bei nächster Gelegenheit. Solches Verhalten ist natürlich inakzeptabel und die Medien berichten dem entsprechend. Die Gedanken des Richters, sein Verhältnis zur Notwendigkeit der Strafe, dem Finden des richtigen Strafmasses, usw – das alles wandelt sich allmählich. Ihm ist nun bewusst, dass er auch vorher nicht unfehlbar war. Der komplette Justizapparat wird kritisiert, das Medieninteresse birgt die Gefahr der Vorverurteilung, Strafen müssen die Erwartungshaltung des Volkes bedienen und der Mensch sollte nicht als Sache, sondern wieder verstärkt als Hilfsbedürftiger angesehen werden.
    Die Idee der Geschichte fand ich interessant, umso mehr als hier mit dem Kachelmann-Prozess und der Spuckaffäre des Schweizer Bundesrichters Martin Schubarth zwei Fälle aufgegriffen wurden, auch wenn beide nicht namentlich genannt werden, aber als Leser erkennt man die Parallelen.
    Die ganze Kritik am Justizsystem ist hingegen teilweise etwas schwerfällig zu lesen und zudem schnell durchschaubar. Dass es dazu noch eines Nachbarskindes bedarf, die mit dem Richter einen Hochzeitstanz im Garten aufführt, ist bereits ziemlich kitschig.
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