Beiträge von puppetgirl

    „Irgendland“ - viele Farben in verwaschener Form auf einem Kolibri. Das ist der Blickfang des Covers.

    Und neben dem Titel machte eben auch dieses Cover neugierig. Dann geht es im Klappentext auch noch sehr märchenhaft zu und schon hat man mich. Und so habe ich mich auf die Reise begeben. Auf die Reise durch 94 Bilder, die märchenhaft, farbenfroh und sehr deutungsreich geschrieben wurden. Ich glaube jeder Leser kann etwas Anderes aus den einzelnen Bildern schließen und sich so ein Bild vom Irgendland machen.

    Wir lernen im ersten Abschnitt die wichtigsten Personen kennen, die selbst noch gar nicht wissen, dass sie sich miteinander und mit dem Leser auf eine Reise begeben. So haben wir ein Mädchen, einen Philosophen, einen sehr traurigen kleinen Mann und einen Specht, die wir auf ihrer Reise und zudem ihrer Entwicklung begleiten. Anfangs ist alles noch sehr allgemein, denn jeder könnte sich in einem der Charaktere wiederfinden oder vielleicht jemanden kennen, der solch ein Verhalten an den Tag legt. Und dann wird es genauer, denn wir blicken genauer hin, denn das Mädchen hat ein Ziel. Sie möchte ihre Mutter aus dem Schlaf zurückholen und das Mittel dafür findet sie wohl nur im Irgendland. So entsteht eine fantastische Welt, die alle vor schwierige Aufgaben stellt. Hin und wieder musste ich ein bisschen an „Alice im Wunderland“ denken und doch ist dieses Buch etwas ganz eigenes und Besonderes. Es gibt Bilder, die einen zum Nachdenken anregen. Dann wieder Bilder, die einem zum Schmunzeln bringen. Aber auch Bilder, die mich träumen ließen. Auch wurden Gefühle bei mir ausgelöst und ich habe mit den Figuren mitgefiebert. Manchmal habe ich die Bilder aber auch nicht verstanden und habe sie dann zum Glück einfach auf mich wirken lassen, denn so war es eine viel buntere Geschichte. Man sollte sie nicht zerlesen.

    Zudem gab es etwas sehr Tolles für mich. Als Opernfan fand ich die Einschübe und kleinen Andeutungen von Arien oder Liedern aus Musical und Oper sehr amüsant und meist auch passend, so dass ich einen kleinen Soundtrack im Ohr hatte. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen.

    Auch war der Schreibstil etwas Besonderes. Eine sehr bildliche Sprache mit neuen Wörtern, die die märchenhafte und auch so irgendwie seltsame Situation nur noch deutlicher machte. Manchmal war die Autorin aber auch sehr grausam zu ihren Charakteren, denn sie hatten es wirklich nicht leicht mit dem Lernen und wurden oft an ihre Grenzen gebracht. Wie konnte sie nur?

    Dennoch war ich sehr traurig, als die 94 Bilder ein Ende hatten und die Geschichte wirkte noch etwas in meinem Kopf nach, denn ich wollte sie einfach zerdenken. Doch kann man das? Etwas aus dem Irgendland ganz genau verstehen?

    „So bitter die Rache“ von Eric Berg war die erste Geschichte, die ich von ihm gehört habe. Auch mit Vera Teltz, als Sprecherin, habe ich nun das erste Mal Kontakt gehabt und ich mochte es. Ja, nur mochte, denn es gibt Dinge die im Kopf bleiben und es mir nun doch etwas schwermachen.

    Wir befinden uns in Heiligendamm. Da ich erste vor etwa zwei Jahren selbst dort war, konnte ich mir vieles gut vorstellen und wusste, um welche Orte es ging. Die Wohnsiedlung Vineta wir hier in zwei Zeitstreifen beleuchtet. Zum einen im Jahr 2010 und dann 6 Jahre später. Ellen ist mit ihrem Sohn zurück nach Deutschland gekehrt und zieht in ein Haus, in welchem vor sechs Jahren ein schrecklicher Mord passiert ist und zwar an drei Personen. Die Leute sind etwas seltsam und so ist sie ganz froh, dass sich ihr Sohn mit dem behinderten jungen Mann Ruben, ganz gut versteht. Doch wird es mit der Zeit immer seltsamer und auch die Frage nach den Vorkommnissen in ihrem Haus, die nun sechs Jahre zurückliegen, interessieren sie.

    Und so erfahren wir, wer 2010 noch in Vineta gelebt hat, wie die Leute zueinanderstanden und wie Vineta noch im Glanz erstrahlte.

    Mir hat die Geschichte echt gut gefallen, auch Vera Teltz fand ich als Sprecherin zum einen ansprechend und zum anderen wirklich passend. Aber ich mache mir doch so meine Gedanken. Eigentlich bin ich ein Mensch, der voll dafür ist, dass wir Menschen mit Behinderung ganz normal behandeln sollten, aber irgendwie hatte ich mit dem Hörbuch dann doch an manchen Ecken und Enden so meine Bauchschmerzen, weil ich eben nicht weiß, wie andere darauf reagieren. Denn Ruben sagt zwar immer, dass er ein „lieber Junge“ ist, doch hat er schon so manche Idee, die vielleicht nicht jeder gut findet. Auch Ausländer werden thematisiert, aber definitiv nicht auf negative Art und Weise, aber dennoch hat Eric Berg hier wirklich eine Gradwanderung hingelegt. Was darf man, was darf man nicht?

    Die Charaktere haben eine wirklich gute Ausarbeitung. Jeder hat seine eigenen Macken und eben eine vollständige Persönlichkeit. Sie treffen hart aufeinander und so rutscht das Gefüge in Vineta immer wieder hin und her. Das hat mir sehr gut gefallen. Auch von der Art Dinge zu beschreiben, Leute handeln zu lassen und mit kleinen versteckten Hinweisen zu arbeiten, konnte Berg bei mir voll und ganz landen, denn ich wollte wissen, wer denn da damals was gemacht hatte und warum denn alles so undurchsichtig scheint. Vera Teltz hat das ganze sprachlich und stimmlich wirklich gut abgerundet, indem sie den Leuten eine eigene Weise zu reden gegeben hat. Gerade Ruben hat sie gut getroffen, hat mir hin und wieder einen tiefen Stich versetzt und noch heute habe ich im Alltag „lustig… das ist lustig“ von ihr im Kopf, was mir manchmal noch ein sehr ungutes Gefühl über den Rücken schickt.

    Stellt euch vor, ihr seid Fernsehjournalist oder –journalistin und normalerweise versucht ihr ungelöste Fälle aufzuklären und in eurer Sendung zu beleuchten. Und dann steht vor euch eine Frau, die nun nach 15 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wurde und sie behauptet auch noch nach diesen 15 Jahren Haft, dass sie unschuldig ist. Aber die Beweislast war doch so erdrückend, dass sie verurteilt wurde, was soll man mit diesem Fall noch anstellen?

    So geht es Laurie Moran, als Casey Carter bei ihr auftaucht und sie um Hilfe bittet, denn Casey behauptet felsenfest, dass sie unschuldig ist, dass sie diese 15 Jahre abgesessen hat, obwohl sie den Mord an ihrem damaligen Verlobten gar nicht begangen hat. Doch niemand glaubt ihr und die Presse, gerade Onlinereporter machen sich wieder über sie her, so wie zu Zeiten der Gerichtsverhandlungen. Laurie sieht die Verzweiflung dieser Frau und ist so berührt, dass sie sich auf diesen Fall einlässt, denn was wäre es denn für eine Story, wenn Casey wirklich unschuldig wäre und in der Show nun aufgeklärt werden würde, welche Unrecht die Justiz begangen hat? Aber es soll nicht einfach sein für Casey und für Laurie, denn es spricht auch heute noch alles gegen Casey und da selbst ihre eigene Mutter nicht an die Unschuld ihrer Tochter glaubt und einfach nur will, dass die ganze Sache nun endlich ruhen soll, steht Casey allein auf weiter Flur. Nur wie will sie etwas beweisen, wenn sie doch angeblich zum Tatzeitpunkt unter Drogen stand und geschlafen hat? Es beginnen Befragungen und immer wieder wird klar, warum das Urteil gegen Casey gefallen ist, denn die Indizien sind klar. Es kann nur Casey gewesen sein oder vielleicht doch nicht?

    Mary Higgins Clark ist für mich eine der ganz großen Autorinnen. Ich mag ihre Romane sehr und habe mich wirklich gefreut, als ich dieses Hörbuch zur Rezension bekommen habe. Mit Michou Friesz musste ich mich erst etwas einfinden, aber das geht mir in Hörbüchern oft so, dass ich eine Weile brauche, bis ich mit der Erzählweise klarkomme und der Handlung aufmerksam folgen kann. Nachdem dies passiert ist, war ich sehr zufrieden mit der Auswahl der Sprecherin und hörte ihr gern dabei zu, wie sie mir die Untersuchungsfortschritte von Laurie erzählte. Ich muss gestehen, Casey kann einem leidtun, denn sie ist voll und ganz von ihrer Unschuld überzeugt und kann dennoch nichts vorweisen, was ihr helfen würde. Auch Laurie bekommt immer mehr Druck von ihrem Boss, denn die Presse schlachtet Caseys Leben immer mehr aus, stellt Kleinigkeiten ihres Tuns immer wieder in Frage und rückt sie deshalb in ein gesellschaftlich noch schlechteres Licht. Wie soll man aus der Nummer nur wieder rauskommen? Kann Laurie ihre Show mit einem Erfolg abschließen? Ist das die erste Sendung, die keine neuen Fakten ans Licht bringt, sondern einfach nur die alten Fakten wieder aufrollt und sie in Szene setzt? Es wird definitiv nicht langweilig, denn alle haben es auf Casey abgesehen und je verzweifelter sie wird, umso mehr ist man sogar noch davon überzeugt, dass sie ihren Verlobten wirklich umgebracht hat. Es gibt einfach nichts, was das Blatt wenden kann. Oder hört ihr vielleicht bei dieser Geschichte etwas heraus, was für ihre Unschuld sprechen könnte? Begebt euch mit Laurie auf die Suche nach Fakten!

    Neun Kurzgeschichten zum Nachdenken mit fantastischen und märchenhaften Elementen

    Können uns Regenlichter bei der Suche helfen?

    „Regenlichter“ ist eine Kurzgeschichtensammlung von C. Green. Von ihr habe ich in diesem Jahr bereits „Nebelfäden“ gelesen, auch dies war eine Kurzgeschichtensammlung. Bei „Nebelfäden“ handelte es sich noch um ein sehr weißes Cover, doch „Regenlichter“ ist eher in schwarz getaucht. Man sieht aber wunderschön die Regentropfen, so als hätte man im Nieselregen mit Blitz in den Himmel fotografiert. Ich mag solche Bilder ja. Und es passt halt einfach zum Titel.

    Die enthaltenen Kurzgeschichten sind sehr unterschiedlich und lassen einen doch immer etwas nachdenklich zurück. Manche Geschichte hat etwas Märchenhaftes, Fantastisches. Eine andere Geschichte enthält ScyFi-Elemente, führt uns in die Zukunft und alle halten uns etwas vor Augen. Sei es, dass das Leben endlich ist oder das man manchmal erst sieht, was man hat, wenn man es aufgibt. Immer wieder entwirft C. Green Geschichten, die einen nachdenklich stimmen sollen, so finde ich es gut, dass man nach jeder Geschichte Pause machen kann.

    Ich finde die Beschreibung auf dem Klappentext so passend:

    „Für morgens. Für abends. Für zwischendurch.“

    Denn man kann das Büchlein auch einfach in einem Rutsch lesen oder man teilt es sich ein, liest die Geschichte nochmal und legt diesmal vielleicht auf einen anderen Aspekt mehr Wert. Aber immer geht es irgendwie um die Suche nach etwas – nach sich selbst, nach Ruhe, nach Anerkennung – nur findet man diese auch, wenn man sich im Dunklen verläuft? Helfen einem da vielleicht die Regenlichter weiter? Findet es selbst heraus.

    Seit zwei Jahren schlägst du dich allein durch. Ein Virus hält alle in Aufruhr und da du eine Krankheit hast, kannst du nicht in die schützenden Bunker. So geht es vielen Menschen in dem Roman „Cat & Cole: Die letzte Generation“ von Emily Suvada.

    Die Technik ist in den Menschen verschmolzen. Ein Panel verändert sie, kann Schönheitsmakel beheben, kann Krankheiten heilen, aber was, wenn man sich nur billige und nicht standardisierte Software leisten kann, die einem am Leben erhält und man diese nun aufgeben soll?

    Catarina Agatta, kurz genannt Cat, ist die Tochter eines großen Programmierers und Forschers. Sie hat von ihm gelernt und soll sich versteckt halten, denn sollte sie in einen der Bunker gehen, der ihr Sicherheit vor dem Virus geben würde, dann müsste sie die für sie geschriebenen Apps aufgeben und könnte somit ums Leben kommen. Somit bleibt sich an der Oberfläche und schlägt sich allein durch. Die Seuche verändert die Menschen, nicht nur die infizierten und nimmt teilweise jedem die Menschlichkeit. Eines Tages muss Cat flüchten und sich verstecken, denn jemand sucht sie. So trifft sie auf Cole. Der junge Mann ist gefühlt eine Kampfmaschine, denn sein Körper ist gentechnisch so verändert, dass er dazu gedrungen ist Cat zu beschützen, egal was es für ihn bedeutet. Denn Cat ist scheinbar die einzige Person, die das Virus aufhalten kann. Sie soll den Impfstoff entschlüsseln und somit Milliarden von Menschen retten, doch was kostet dieser Akt sie selbst?

    Diese Geschichte ist für mich unglaublich gelungen. Die Seiten flogen nur so dahin. Man konnte gar nicht aufhören zu lesen, denn man wollte wissen, wie es weitergeht. Auch die technische Seite, die häufiger im Buch vorkommt, sollte nicht abschrecken, denn es wird so erklärt, dass es auch Leihen verstehen können. Ich bin fasziniert von der Idee der Autorin und zugleich auch von ihrem Können, denn ich war sehr in die Geschichte vertieft, habe mich teilweise in dieser grausamen Welt verloren und habe gehofft und gebangt, dass es ein gutes Ende nimmt. Immer wieder änderte sich die Handlung, so dass es keinen Moment langweilig wurde, denn immer wieder gab es neue Probleme zu beseitigen und neue Infos zu entschlüsseln. Die Geschichte ist grausam und zieht einen deshalb in den Bann.

    Auch die Buchgestaltung ist eine Einheit. Wer das Buch liest, versteht das Cover sehr gut. Deshalb war ich noch mehr begeistert. Wenn man über den Deckel des Buches streicht, hat man Erhöhungen und dann dieses Farbenspiel. Für mich ein wirklich gelungenes Buch mit allem Drum und Dran. Ich hoffe auf eine baldige Fortsetzung, denn die Geschichte hat mich so sehr in ihren Bann gezogen, dass ich es am Ende gar nicht zu Ende lesen wollte, da ich nicht wollte, dass es ein Ende gibt.

    Berührungen sind verboten. Auf den Gehwegen gibt es drei Spuren, wie auf einer Autobahn, damit die schnelleren Läufer überholen können, ohne dass man sich vielleicht berührt. Auch privat ist nicht viel mit Berührung, wenn man sich fortpflanzt, dann ist auch nur ein geringes Maß an Berührung erwünscht. Aber was macht man, wenn man Berührungen braucht? Wenn man anders ist, als die meisten Menschen und Berührungen braucht, damit man sich wohl fühlt, damit dieses Drängen in einem aufhört?

    Mit der Frage beschäftigt sich die Reihe von C. E. Bernard. In „Palace of Glass“ lernen wir Rea kennen. Sie ist etwas Besonderes und ist deshalb mit ihrem Bruder Liam aus Amerika geflüchtet und lebt nun seit einer Weile in London. Doch auch hier sind die Regelungen schwierig für sie, denn Berührungen sind verboten, denn die Leute haben Angst. Es gibt eine spezielle Gruppe von Menschen, die sogenannten Magdalenen. Sie können die Gedanken von Menschen über die Berührung wahrnehmen, manche können diese dann auch beeinflussen. Somit geht eine allgemeine Panik vor den Magdalenen um sich und deshalb darf man nur noch sehr verhüllt auf die Straßen gehen. Das Gesicht wird durch einen Marienkragen abgeschirmt, so dass man sich nicht zufällig berühren kann. Die Hände sind immer in Handschuhen versteckt und auch sonst ist lange Kleidung ein Muss. Man darf keine Haut zeigen und wenn man über die Straßen läuft, werden die Hände in einem Kummerbund auf den Rücken geschnallt.

    Dieses Leben stelle ich mir schrecklich vor und deshalb war ich sehr interessiert, wie die Autorin ihre Idee auslebt. Ich muss zugeben, ich war sehr angetan. Es gibt Bücher, die werden gehypt und irgendwie stellt sich dann alles bei mir dagegen, dieses Buch zu lesen, aber hier hat die Thematik halt doch mein Interesse geweckt und so gab ich dem Buch eine Chance. Und ja, nun besitze ich auch schon Teil zwei und bald kommt dann der dritte Teil, denn ich will unbedingt wissen, wie es weitergeht. Der Schreibstil entführt einen, er holt einen ab und nimmt einen mit. Ich war teilweise nicht mehr vom Buch wegzubekommen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht. Es gab Stellen im Text, die für mich so schrecklich waren, dass ich einfach gar nicht so genau lesen wollte, denn es ist wirklich nicht einfach in so einer Welt. Und dann gab es schöne Momente, die einen wieder eingefangen haben, die einen hoffen lassen haben. Auch hat mich dieses Buch immer wieder überrascht, denn man macht sich ja so sein Bild von Charakteren, stellt seine Theorien auf und irgendwie lag ich halt voll daneben, da hat mich die Autorin also voll erwischt. Und genau deshalb war es so unglaublich spannend, dieser Geschichte zu folgen, man wurde abgeschreckt, wieder angezogen und wurde aufs Glatteis geführt. Es hat richtig Spaß gemacht der ganzen Geschichte zu folgen und hat Emotionen in mir ausgelöst. Es gab Momente, wo ich einfach nur ins Buch springen wollte und helfen wollte, wo ich einfach nur mal jemanden schütteln wollte oder wo ich jemanden einfach nur in den Arm nehmen wollte und sagen wollte: alles wird gut.

    Ich liebe solche Geschichten, die mich abholen und mir Emotionen entlocken, denn so bin ich voll und ganz im Buch und kann den Alltag um mich herum vergessen.

    Ich für meinen Teil bin sehr gespannt, wie es weitergeht und wer möchte denn nicht drei Bände in seinem Regal haben, die durch ein rotes Stück Siede verbunden sind?

    Dieser Roman ist schon ein historischer Roman, doch schwängter immer wieder von der heutigen Zeit in einen Zeitstrahl der 1930er.

    Ich musste den Satz jetzt eben dreimal lesen um zu verstehen was Du meintest.:shock: "...schwenkte er ..." Oder ? :wink:

    Ja, du hast Recht. Das tut mir leid. Keine Ahnung, wie ich das übersehen konnte. Ich würde das gern ändern. Hab nur keine Ahnung, ob das noch geht.

    Normalerweise lese ich ja keine seichten Romane mit Liebesgeschichte, weil ich einfach Angst habe, dass ich das Buch vielleicht abbrechen könnte, weil mir das Interesse flöten geht, aber ich muss zugeben, dass mich dieses Cover angesprochen hat und als Hörbuch für das Auto, war es einen Versuch wert und ich habe es in keiner Weise bereut.

    „Azurblau für zwei“ lässt einen schon mit dem Cover in den Urlaub reisen. Weiß-blauer Hintergrund mit knallgelben Zitronen und der Zeichnung einer Vesper. Da kommen doch schon Ideen auf? Strand, Sonne und ein romantischer Urlaubsflirt. Doch alles fängt anders an, denn Isa hat ihren geliebten Job in der Buchhandlung verloren, weil der Laden zugemacht hat – der Liebe wegen. Nun arbeitet sie im Zeitungsladen und ihr alter Kundenstamm fehlt ihr. Sie war mit Herzblut dabei und dann gab es ja noch den Rückschlag mit ihrem Freund. Sie will einfach nur weg, aber wohin? Über eine sehr skurrile Stellenausschreibung, die auch ein Scherz sein könnte, könnte sie nach Capri für den Sommer. Sie könnte für eine Autorin arbeiten und ihr helfen, ihre Lebensgeschichte in eine Buchform zu bringen. Da überlegt Isa nur kurz, ob sie nicht einfach wirklich einen Sommer flüchten soll. So arbeitet sie vormittags mit der rüstigen Mitzi Hauptmann, eine Autorin mit berliner Schnauze und kann am Nachmittag die Insel unsicher machen. Wenn da nur nicht die negativen Gedanken an ihre Vergangenheit wären. Doch Mitzis Leben ist nicht langweilig und da es sogar zu einer unerfüllten Liebe in dem Leben der alten Dame gekommen ist, die kein schönes Ende genommen hat, muss doch etwas getan werden. Und Isa ist genau die richtige dafür.

    Der Roman ist frisch und frei von der Leber weg. Ein wirklich entspanntes und beflügelndes Hörerlebnis. Man kann das Meer fast hören und riechen, wenn man sich die Geschichten anhört. Am liebsten würde man sich mit auf die Terrasse setzen oder in der Küche ein Gläschen mit den beiden Frauen nehmen. Wer eine seichte Unterhaltung sucht, die aber auch immer wieder an Tiefgang gewinnt, da eben nicht alles rosig ist in einem normalen Leben, der findet hier seine Unterhaltung. An manchen Stellen, lief es mir etwas zu glatt, aber es ist gut möglich und was will man anderes, wenn man sich auf eine kleine Urlaubshörreise in so ein Hörbuch flüchtet, um vielleicht dem Arbeitsalltag zu entfliehen? Ich habe der Sprecherin Vanida Karun sehr gern zugehört. Sie hat der ganzen Geschichte eine Leichtigkeit und Frische verliehen, die einen sangt in den Wellen der Buchten hat eintauchen lassen. Ich bin jeden Morgen gern ins Auto gestiegen und haben Mitzi und Isa weiter auf ihrem Weg durch den Sommer begleitet. Für mich als brandenburger Mädel, welches in der Nähe von Berlin aufgewachsen ist, war es sehr erfrischend immer mal wieder die berliner Schnauze ein wenig zu hören, denn Mitzi ist mit ihren über achtzig Jahren, noch immer sehr schlagfertig und weiß, was sie will. Schon mal über eine Autorin mit Legasthenie nachgedacht? – Nicht? – dann ran an das Buch oder das Hörbuch.

    Ich weiß gar nicht so richtig, wie ich anfangen soll, denn diese Geschichte ist so bewegend und es ist mir eigentlich auch sehr unangenehm, dass ich vorher von der Thematik gar nichts gewusst habe.

    Dieser Roman ist schon ein historischer Roman, doch schwenkt er immer wieder von der heutigen Zeit in einen Zeitstrahl der 1930er. Wir erfahren die Geschichte von Rill und ihrer Familie, also ihren Geschwistern und ihren Eltern. Rill ist die Älteste und fühlt sich für ihre Geschwister verantwortlich, doch sie kann mit ihrem kindlichen Wesen doch noch nicht so viel Verantwortung auf sich laden, nur weil Erwachsene meinen, dass sie ein sehr schlechtes Spiel mit ihr und ihrer Familie spielen müssen. Sie kommt mit ihren Geschwistern in ein Waisenhaus und so versucht sie das Versprechen, welches sie ihren Eltern gegeben hat, zu erfüllen. Sie will ihre Geschwister beschützen. Doch wie soll man das machen, wenn man keinen Einfluss hat, wenn man doch nur ein Kind ist, was hin- und her geschubst wird?

    Und dann gibt es in der aktuellen Zeit Avery. Sie ist die Tochter eines Politikers, ist gerade in ihren Dreißigern und lernt die 90-jährige May kennen. Diese kommt mit dem Armband von Avery´s Großmutter in Berührung und denkt, dass es ihr eigenes Armband sei. Aber das ergibt für Avery keinen Sinn. Warum sollte ihre Großmutter das Armband einer fremden Frau haben, die definitiv nicht zur Familie gehört? Avery möchte mehr erfahren, kann aber ihre Großmutter Judy nicht mehr fragen, denn diese leidet an Demenz und somit ist es schwierig klare Antworten aus ihr herauszubekommen. Doch da hilft Avery´s Beruf ihr etwas weiter. Sie ist Anwältin und kann sich somit sehr gut in Recherchen festbeißen. Nur will sie das Geheimnis wirklich lüften? Würde es der politischen Karriere ihrer Familie schaden?

    Lisa Wingate hat mich weinen lassen, hat mich fluchen lassen und hat mich das Buch weglegen lassen, da mir das Herz so wehtat. Ich konnte mir bis dahin nicht vorstellen, was Menschen anderen antun um reich zu werden. Und dass sie es an Kindern auslassen. So verbindet die Autorin Wahrheit und Fiktion so miteinander, dass man glaubt, man könnte sich wirklich mit May unterhalten, alles aus ihrem Leben erfahren, denn irgendwie ist es doch alles wahr. Die Geschichte wurde für mich nie langweilig, sondern hat mich jedes Mal aufs Neue in eine Geschichte gezogen, von der ich wissen wollte, wie sie weiterging, wie sie endete, ob es ein Happy End gibt oder nicht? Ich habe so sehr mitgefiebert, auch wenn es eben nicht immer freudige Gefühle waren, die dort bei mir auftauchten, aber dies ist wirklich ein Roman, den ich nur empfehlen kann. Er berührt einen und lässt einen nachdenken, vielleicht lässt er auch andere Leser nicht mit trockenen Augen zurück. Es war wirklich ein berührender und bedeutender Lesegenuss für mich.

    Ein Cover, wie die Spielkarte der Herzkönigin und doch in Schwarz-Rot, aber warum? Normalerweise fange ich nicht mit dem Cover an, aber hier passt es sehr gut.

    Wir sehen eine neugestaltete Spielkarte der Herzkönigin, doch wir sehen eine junge Frau mit langem Haar, nicht so herausgeputzt, wie sonst auf den Spielkarten, sondern ganz natürlich. Auch gibt es die Unterscheidung zwischen Rot und Schwarz und genau das bringt uns zur Handlung.

    Denn alle 50 Jahre werden die männlichen Erstgeborenen der mächtigsten Fürstenhäuser in einen Kampf geschickt. In einen Kampf um den Thron und in einen Kampf, aus dem nur einer der vier wieder entkommen kann. Doch eigentlich ist ja alles ein Spiel und wenn man sich an die Regeln hält und die Gegner nicht umbringt, so kann man aus diesem Spiel wieder entkommen, doch die Frage ist - wie? Kjell soll für sein Fürstentum antreten und seine Schwester Feye begleitet ihn bis in die Nähe des Spieles. Doch tritt nicht Kjell das Spiel an, sondern Feye nimmt seinen Platz ein. Sie muss sich als ihr Bruder ausgeben, da dieser sich das Leben genommen hat. Sie soll seinen Platz einnehmen und in diesem Spiel gewinnen. Noch nie hat daran eine Frau teilgenommen. Was, wenn es auffällt? Aber Feye gelangt in das Spiel und versucht sich durch die Aufgaben zuschlagen und dabei nicht ihre Identität preiszugeben. Doch gibt es den Magier Ares und er erfährt sehr schnell, dass sie nicht ihr Bruder ist. Was macht er mit der Information? Wie soll sie sich ihm gegenüber verhalten? Das Spiel verlangt so schon sehr viel von den Spielern ab und nun heißt es auch noch den anderen Kandidaten verstehen und sich bloß nicht zu sehr auf ihn einzulassen, denn am Ende kann nur einer gewinnen. So trifft Feye auf grausame Wesen, die ich nicht mal bei Tageslicht treffen möchte und muss versuchen bei Verstand zu bleiben, denn in diesem Spiel ist nichts wie es scheint und wenn man aus diesem Spiel herauskommt, dann ist man nicht mehr der Mensch, der man einmal war.

    Karolyn Ciseau erzählt diese Geschicht auf sehr spannende und teilweise auch sehr irreführende Art und Weise, denn wir erfahren nicht mehr, als auch Feye erfährt. Diese gefiel mir richtig gut, denn so unterliegt man immer wieder diesem: nichts ist, wie es denn scheint Phänomen. Oder ist dann vielleicht doch alles genauso, wie man es sich denkt? Am Anfang dachte ich: ohje, da wird sich eine große Liebe zwischen Feye und Ares anbahnen, schade, doch nicht viel mit Fantasy und Spannung, aber: die Liebe ist hier nicht das Hauptthema, sondern das Spiel und der Weg durch ein verwirrendes Labyrinth aus Sein und Schein. Und keine Angst, ein Hauch Liebe gibt es doch, für alle die nicht ohne Liebe lesen können. Die Charaktere entwickeln sich im Laufe der Zeit und ihre Geschichten verweben sich immer mehr ineinander ohne sich in dem Strang des anderen zu verlieren. Man gelangt in eine fantastische Welt mit ebenso fantastischen, wie auch schaurigen Wesen, die dem ganzen Spiel eine Würze geben und dabei die Seiten dahinfliegen lassen. Am Ende des Buches steht man dann da und denkt sich nur: es gibt einen zweiten Teil? Was? Warum hört das denn jetzt hier auf? Und wie geht es weiter? Das hat die Autorin hier sehr gut gemacht und wird uns hoffentlich vor dem Ende des Jahres noch erlösen, indem wir weiterlesen dürfen.

    Dieses Hörbuch habe ich in meiner ersten Hörrunde auf Lesejury bekommen und bin wirklich begeistert. Aber erstmal zum Inhalt.

    Bei „Schwarzes Requiem“ von Jean-Christophe Grangé handelt es sich um einen Thriller. Viele Stränge laufen zusammen, denn wir begleiten Grégoire Morvan und seine Familie auf den Spuren des „Nagelmannes“. In den Siebzigerjahren hat Morvan den „Nagelmann“ geschnappt, doch nun scheint es einen Nachfolger oder eben einen Killer zu geben, der die Art und Weise der Morde nachahmt. Nun ist es aber nicht Grégoire der sich auf die Spurensuche begibt, sondern sein Sohn. Und dies führ ihn in den Kongo. Keine einfache Sache, denn dort herrscht Krieg. Neben den beiden Herren gibt es noch einen weiteren Bruder und eine Schwester, diese vier Handlungsstränge laufen immer wieder nebeneinander her und finden sich doch immer wieder an einem Knotenpunkt zusammen. Was Erwan im Kongo in Erfahrung bringt, betrifft nämlich jedes Mitglied seiner Familie und damit tritt er etwas los, was wohl nicht mehr zu stoppen ist.

    Die Geschichte ist unglaublich toll geschrieben. Grangé legt hier einen wirklich guten Stoff an den Tag. Nicht nur die Handlungsstränge, die er miteinander verwoben hat, sondern auch die zeitlichen Sprünge in die Vergangenheit Morvans und dann dazu die Beschreibung der Lage im Kongo, hat er auf eine sehr interessante und spannende Art und Weise verknüpft. Man lernt die Familienmitglieder kennen, wird immer wieder überrascht und muss wirklich dranbleiben, denn dieses Werk ist etwas, darin muss man versinken, denn sonst verliert man schnell den Überblick.

    Deshalb war für mich das Hörbuch auch etwas schwierig. Zum einen ist dieses gekürzte Version scheinbar sehr stark gekürzt worden und zum anderen ist es gar nicht so einfach bei den vielen französischen Namen immer genau zu wissen, wo man gerade ist. Auch wäre die optische Variante, durch die man ja sieht, wann ein neues Kapitel beginnt einfacher, denn so könnte man sich besser darauf einstellen, dass nun etwas Anderes kommt.

    Neben dieser toll ausgearbeiteten Geschichte, gibt es da noch diesen grandiosen Sprecher. Dietmar Wunder hat da wirklich eine Begabung. Wie er Charakteren durch seine unterschiedlichen Stimmlagen eine eigene Persönlichkeit einhaucht, fand ich unglaublich faszinierend. Man war vollkommen im Geschehen drin und konnte sehr gut in Dialogen unterscheiden, wer nun spricht. Von diesem Mann war ich wirklich begeistert, weiter so.

    Somit würde ich diesem Hörbuch vier Sterne geben. Warum nicht fünf, wenn doch der Sprecher so grandios war und der Autor auch ein Kunststück hingelegt hat? Weil ich glaube, dass die Kürzung etwas zu stark war und man somit noch viel mehr hätte erfahren können und weil mir eine Lösung für den Übergang in einen neuen Handlungsstrang etwas fehlt.

    Stellt euch vor, ihr studiert Jura und seid kurz vor dem Abschluss. Das letzte Semester steht an und ihr habt durch dieses Studium einen riesigen Berg an Schulden. Als ihr euch beworben habt für die Universität, haben sie euch mit Kusshand genommen, aber eben nur da und nicht etwa an den anderen Unis, denn euer Test war nicht wirklich gut. Nun gibt euch das Ganze zu denken, denn ihr bekommt keine Stelle, obwohl doch eigentlich am Anfang noch geworben wurde, dass der Markt so viele freie Stellen hätte und man seinen Kredit dann sehr schnell abarbeiten könnte. Nur ist dem alles nicht so, denn ihr seid da wohl einem Betrug auf den Leim gegangen, den man aber gar nicht so einfach durchschauen kann.

    So geht es Mark, Todd und Zola. Durch einen Freund, der sich am Anfang der Geschichte das Leben nimmt, erfahren die drei Studenten erst von den ganzen Gegebenheiten denen sie da auf den Leim gegangen sind. Aber was macht man, wenn man auf einem Berg Schulden sitzt, seinen Abschluss wahrscheinlich eh nicht schafft, weil nur ein geringer Teil der Studenten ihrer Uni das Examen schafft und dann ja eh keine Stelle in Aussicht ist. So beschließen Mark und Todd, dass man doch einfach ohne einen Abschluss als Anwälte tätig werden könnte, denn wer fragt einen schon danach, ob man wirklich einen Abschluss gemacht hat? Die Richter nicht und die Mandanten doch erstrecht nicht. So begeben sie sich auf glattes Eis und überreden Zola auch einzusteigen. Unter falschem Namen wird das Ganze zu einem Katz-und-Maus-Spiel, denn es kommt eben doch raus, wenn man nicht so viel Erfahrung hat und Anfängerfehler macht. Wie sich die drei nun Ex-Studenten schlagen und was sie alles erleben und sich ausdenken, dass durfte ich auf sehr angenehme Art und Weise von Charles Bauer erzählt bekommen.

    Der Schreibstil von John Grisham macht es auch in einer Hörbuchfassung sehr gut, dem Geschehen zu folgen ohne sich zu verzetteln. Dabei bringt es ein Thema auf den Tisch, worüber ich so noch gar nicht nachgedacht habe. Da es hier ja mehr um die wirtschaftliche und rechtliche Seite geht, ist es mein erstes Hörbuch in diese Richtung und es hat mir richtig gut gefallen. Ich habe mit den Studenten mitgefiebert, wollte immer wissen, was denn nun als nächstes passiert und habe mich teilweise so sehr aufgeregt, weil ich es eine Unverschämtheit finde, wie manche Menschen handeln, nur damit sie reich werden.

    Charles Bauer hat dann noch sein Übriges getan. Er liest auf eine so entspannte Art und Weise, dass man sich beim Hören entspannt und dem Geschehen somit sehr gut folgen kann. Man lässt sich richtig in die Geschichte fallen. Er ist genau der richtige Erzähler für diese Geschichte und ich glaube ich werde jetzt öfter Hörbücher mit ihm hören, wenn ich denn die Chance dazu habe.

    Auch den dritten Teil der „Nachtkämpfer“- Reihe von Linda Winter, habe ich jetzt beendet. Wer die ersten beiden Teile noch nicht gelesen hat, sollte vielleicht lieber erstmal die Rezension zum ersten Teil lesen und sich dann entscheiden, ob es ihm gefällt, denn sonst wird er jetzt bestimmt gespoilert.

    Es gibt die drei Gruppen, die Menschen, die Nachtkämpfer und die Kinder der Nacht. Die Nachtkämpfer beschützen die Menschen vor den Kindern der Nacht, zu denen die Werwölfe, Vampire und Dämonen gehören. In diesem Teil geht es sehr deutlich um Cleo und ihre Geschichte, um ihre Familie und ihre Kräfte. Ich finde es immer wieder schön an Reihen, wie man selbst merkt, wie der Autor an der Reihe wächst, wie sich der Schreibstil verändert und wie die Charaktere sich entwickeln, wie sie an Form gewinnen. Im ersten Teil waren noch viele kurze Kapitel da, nun sind es längere und spielen sehr kompakt nur an einem Platz. Wir lernen mehr über die Beziehungen, den Rat der Nachtkämpfer und auch ihre Vergangenheit. Denn schon im zweiten Teil erfahren wir, dass mit der Vizepräsidentin etwas nicht stimmt und dass sie einen Plan verfolgt. Wie dieser aussieht, erfahren wir nun genauer. Alles hängt irgendwie mit Cleo zusammen, die entführt wurde und so erfahren wir mehr über ihre Vergangenheit. Auch muss sie Entscheidungen treffen, die sie bestimmt nicht treffen möchte. Nachdem sie scheinbar entführt wurde, muss auch ihr Team etwas tun, schließlich sind sie eine Einheit und gerade Jim, ihr bester Freund, würde sie niemals einfach so verschwinden lassen ohne dem auf den Grund zu gehen. Nur sind die Anschuldigungen gegen Cleo groß. Sie soll eine Nachtflüsterin sein, also eine Nachtkämpferin, die mit den Kindern der Nacht kommunizieren kann und deshalb auch diese Angriffe provoziert haben. Doch hat sie das gar nicht, schließlich wissen wir, dass Mia und Vera etwas mit der Sache zu tun haben, doch keiner traut sich etwas zu sagen, was sagt dies über die Freundschaft und den Zusammenhalt im Team aus? Kann Cleo gerettet werden aus ihrer misslichen Lage und was bedeutet das alles für das Teamgefüge? Wacht Vera nochmal auf oder hat der Werwolf ihr den Rest gegeben? Lest es selbst und seid mit mir gemeinsam gespannt auf den vierten Teil dieser Reihe. Ich bin gespannt, was sich Linda Winter noch so ausgedacht hat für die Nachtkämpfer. Auch würde ich gern noch mehr erfahren über die Geschichte, die Entstehung des Rates und auch die einzelnen Charaktere, den bisher lag der große Fokus doch auf ausgewählten Personen der Gruppe. Mal sehen, ob sich das noch ändert.

    Beim Cover haben wir diesmal einen Wald mit einer Person, die in Schwarz gekleidet ist, eine Kapuze trägt und den Mund und die Nase verdeckt hat. Auch ein Wolf ist zu sehen. Dieses Cover passt gut zu den Handlungen in dem dritten Teil, also wenn euch das Cover neugierig macht, dann seid ihr im dritten Teil genau richtig. In nächster Zeit soll nun der vierte Teil rauskommen und ich bin schon sehr gespannt.

    Denkt dran, dass es die Bücher nur bei Amazon als Ebook gibt. Dafür bekommt ihr einen Band dort schon für unter einen Euro.

    Der Thriller „Neuntöter“ von Ule Hansen wurde mir vom Heyne Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Wir werden mit Emma Carrow auf die Ermittlungen zu einer Mordserie geschickt und zwar in Berlin. Ich fand es echt toll, deshalb habe ich das Buch auch angefragt, denn ich habe in der Nähe von Berlin gewohnt und habe dann erstmal ein bisschen mit Google Streetview, mir die ganzen Orte angeguckt und habe dann ein bisschen spekuliert, wie das alles funktioniert hat. Natürlich war ich auf dem falschen Weg, denn für so etwas habe ich gar kein Talent, so habe ich die Ermittlungen doch lieber Frau Carrow überlassen. Die ersten Leichen die gefunden werden, sind in Panzertape eingewickelt, wie in einen Kokon und hängen in einem Gerüst, welches von außen mit Planen bespannt ist und so den Eindruck eines Hauses vermitteln soll. Die Opfer sind auf grausame Weise ums Leben gekommen. Wer macht so etwas und was hat es mit dieser seltsamen Form des Mordens auf sich? Wir haben nicht nur den Fall, den wir verfolgen, sondern wir verfolgen auch Emma in ihrem Leben und ihrem Leiden, denn ihr ist in der späten Jugend ein Leid zugefügt worden, was sie noch heute verfolgt. Nun kommt es auch viel intensiver zur Sprache und könnte sogar ihren Job beeinflussen, was sie ja aber gar nicht will, doch Traumata lassen sich nicht einfach ein- und wieder ausschalten.

    Ich fand die Geschichte wirklich spannend gemacht, gerade das letzte Drittel des Buches zieht einen in den Bann und will einen das Buch nicht mehr weglegen lassen. Auch erfährt man sehr viel über die Ermittlerin und ihre Gedankengänge, wie sie an den Fall herangeht. Sie ist speziell, das ist vielleicht schon klar, aber sie wird auch nicht richtig verstanden. Die Autoren schreiben in unterschiedlichen Satzformen. Es gibt Teile, da werden kurze Sätze verwendet. Informationen kommen einfach so „zack, zack, zack“, das fand ich richtig gut, denn es war wirklich so ein: hier sind die Infos und nun arbeite damit. Und dann gab es eben die restliche Erzählung, die in Schachtelsätzen alles ausgeschmückt hat, sodass man die Charaktere besser verstehen kann, sich vorstellen kann, wo man nun ist und auch sich die Umstände der Morde vorstellen kann. Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen und der zweite Teil lässt auch nicht lange auf sich warten, denn dieser ist im vergangenen Monat erschienen unter dem Titel: „Blutbuche“.

    Die Cover sind aufeinander abgestimmt, deshalb wohl auch die Neuauflage der ersten Teiles um die Fallanalystin Carrow, denn „Neuntöter“ gab es schon mal in einer anderen Aufmachung.

    Nun sehen wir zwei schwarze Vögel, die sich auf einem weißen, teilweise leicht gräulichen Hintergrund, scheinbar angreifen. Sonst ist nur die Schrift, mit Titel, Verlag und Autoren in Schwarz und Rot zu sehen, die noch mit Kleinigkeiten wie Fingerabdrücken und Kratzern oder Flecken verbunden und umgeben sind. Mir gefällt das Cover richtig gut und so ähnlich ist eben auch das Cover des zweiten Teiles angelegt, was ich bei Reihen sehr mag.

    Ihr wollt etwas über die Geschichte des Voodoo lernen und dann auch noch über Haiti? Dann seid ihr im Buch „LOA – die weiße Mambo“ genau richtig. Der Roman verknüpft zwei Zeitstränge miteinander, die uns zum einen einen Blick auf das Sklavenleben und den Sklavenaufstand werfen lassen und der andere Zeitstrang zeigt uns die heutige Lage in Haiti auf. Ein wenig Fantasie ist dabei, könnte man sagen, wenn man vielleicht nicht an die Religion glaubt, die da hinter dem Voodoo zu finden ist. Ich muss zugeben, dass ich sonst unter Voodoo nur diese kleinen Puppen kannte, in die irgendwelche Nadeln gesteckt werden und habe es doch als sehr negative oder eher schwarze Magie bezeichnet. Doch durch dieses Buch wurde ich viel tiefer in die Religion geführt und habe gelernt, dass es ganz anders aussieht. Auch habe ich nicht viel von Haiti und der aktuellen politischen Lage gewusst.

    Nun aber zum genauen Inhalt.

    Zum einen gibt es Zoe, sie ist adoptiert worden und kommt aus Haiti. Ihre Adoptiveltern leben nicht mehr und so wohnt sie bei ihrer Adoptivtante Meg. Sie will ihre Vergangenheit ergründen, da sie einen Anstoß von außen bekommen hat und so kann sie ihre Tante überreden in ihre Heimat zu reisen. Dort passieren aber sehr seltsame Dinge, bis ihre Tante von schwarzen Männern eingekreist wird und Zoe nur noch die Flucht bleibt. Irgendetwas stimmt da vorn und hinten nicht, doch was nur? Als Meg wieder auftaucht, ist Zoe verschwunden, doch die beiden finden wieder zueinander und haben ein paar nette Gesellen kennengelernt, die auf ihrer Suche nach Antworten helfen wollen. Nur ist das alles gar nicht so einfach und irgendwie werden sie wohl doch noch verfolgt.

    Dann gibt es da Mokabi. Er wurde aus Afrika nach Haiti verschleppt und ist dort als Sklave verkauft worden. Wir erfahren viel über ihn, seinen Glauben und die anderen Sklaven, die auf der Farm angestellt sind. Auch erfahren wir viel über den Sklavenaufstand. Und irgendwie hängt eben dieser Zeitabschnitt mit Zoe in der Gegenwart zusammen.

    Petra Renee Meinike entführt uns in ihrem ersten Teil dieser Reihe auf eine sehr interessante Erkundungstour der Geschichte Haitis und gibt dem ganzen einen fantastischen Tick, doch das ist meist gar nicht so fantastisch, denn vieles ist Wirklichkeit. Auch zeigt sie die Armut der Einwohner auf und wie dagegen die Welt der Touristen aussieht. Das Thema Piraterie kommt auf. Eine wirklich interessante Geschichte, die das doch sehr arme Leben verdeutlicht, einen aber nicht erschlägt. Man liest ein sehr spannendes Buch und lernt noch etwas dabei. Das fand ich besonders schön. Der Schreibstil hat mir auch sehr gut gefallen. Es ist alles sehr flüssig gewesen und ich wollte das Buch meist gar nicht weglegen. Da ich bei einer Leserunde auf Lovelybooks zu diesem Buch gekommen bin, musste ich dann doch an einigen Stellen haltmachen und durfte das nächste Kapitel noch nicht anfangen, weil ich einen Eindruck zum jeweiligen Abschnitt verfassen musste. Das war manchmal echt hart.

    Was auch noch erwähnt werden sollte ist dieses grandiose Cover. Es ist einfach so faszinierend. Die Farbgestaltung lässt mein Herz höherschlagen. Auf der oberen Hälfte sieht man nur den unteren Teil eines Kopfes, es könnte auch ein verzierter Totenschädel sein, aber es sind so schöne Verzierungen darauf, die dann auch auf dem Buch weitergehen. Die Schrift ist darin eingebettet. Es ist definitiv ein Augenfang und in jeder Buchhandlung bestimmt deutlich unter den anderen Büchern erkennbar.

    Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ich warte gespannt, wie es weitergeht.

    „Secret Elements“ ist eine Reihe von Johanna Danninger die schon vor zwei Jahren als Ebook-Variante erschienen ist. Nun erscheint der erste Teil neuaufgelegt im Carlson Verlag als Taschen. Man kann sie jetzt schon vorbestellen. Ich habe den ersten Teil nun als Ebook gelesen und ich fand ihn richtig gut.

    Zum Inhalt. Wir begleiten Jay. Sie gilt als sehr aufmüpfig, ist in der Schule doch eher nicht ansprechbar, dabei ist sie definitiv nicht dumm. Sie ist sehr interessiert sogar, doch das Leben ist nicht ganz so gelaufen, wie es für dieses Mädchen vielleicht gut gewesen wäre. Sie möchte Physik studieren und das zeigt eigentlich, dass sie definitiv ein helles Köpfchen ist, denn sie versteht viel und liest schwere Sachliteratur, doch das muss halt nicht jeder wissen. In dem Heim in dem sie lebt, teilt sie sich ihr Zimmer mit einer, naja Freundin ist sie nicht, sagen wir Mitbewohnerin. Also hat sie auch da sehr wenig Privatsphäre. Um sich nach ihrem 18. Geburtstag ein ordentliches Leben leisten zu können, hat sie angefangen sich Geld anzusparen. Deshalb arbeitet sie auch heimlich als Barkeeperin.

    Um ihre Ruhe vor den anderen zu haben, geht sie in einen Park und bekommt von einer alten, sehr netten Dame ein Amulett geschenkt. Sie will es erst gar nicht annehmen, doch ist die Frau sehr bestimmend und so behält Jay es und versteckt es in ihrem Versteck. Was hat es nur mit dem Amulett auf sich? Als sie es nur zum Angucken mal um den Hals legt, bekommt sie es nicht mehr ab. Und es geht wirklich nicht mehr ab. So versucht sie es unter ihren schwarzen Sachen zu verstecken, denn eigentlich mag sie überhaupt keinen Schmuck in dieser Art. Dumm nur, dass es da Kerle gibt, die dieses Amulett haben wollen. Aber warum? Und schon landet Jay in einer ihr völlig unbekannten Welt. Wie ist das alles möglich und was hat es mit diesem Amulett auf sich, dass so ein Wind darum gemacht wird? Soll sie damit etwa die Welt retten? Also bitte…

    Ich finde die Idee der Geschichte echt toll und habe den ersten Teil mit Genuss gelesen und konnte ihn eigentlich nicht mehr weglegen. „Im Dunkel der See“ ist der erste Teil und er führt uns in die Geschichte ein, die sich um das Amulett rankt, wir lernen Jay kennen und ein Team 8. Was es damit auf sich hat, dass solltet ihr vielleicht selbst lesen. So wie Jay denkt, so spricht sie auch und das macht sie für mich sehr sympathisch. Es macht mir Freude ihr bei der Entwicklung zu folgen und mit ihr die Geheimnisse des Amulettes zu erforschen. Das dieses Buch erneut als Taschenbuch veröffentlicht wird ist wohl ein Muss, denn wenn man sich das Cover ansieht, dann weiß man, dass viele Buchliebhaber sich die Reihe gern in den Schrank stellen wollen.

    Das komplette Cover ist bis auf die weiße Schrift „Secret Elements“ komplett in Blau- und Grüntöne gehalten. Es lässt das Meer schon erahnen. Auch die Wellenbewegung im unteren Bereich. Dann sehen wir das Amulett, was das Hauptaugenmerk dieses Covers ist und auch in den folgenden Büchern auf die gleiche Weise das Cover schmückt. Auf jeden Fall ist dieses Cover ein Hingucker in den Buchläden und wird bestimmt nicht übersehen.

    Mit ein wenig mehr Ausschmückung an einigen Ecken und
    Enden, hätte man sich vielleicht die ganze Umgebung etwas besser vorstellen
    können, aber vielleicht kommt das ja im zweiten Teil. Oft wird der erste Teil
    einer Reihe genutzt um erstmal in das ganze Geschehen hineinzukommen, die
    Charaktere kennenzulernen und sich erstmal mit der Idee anzufreunden, die sich
    um die ganze Sache rankt. Deshalb bin ich definitiv davon überzeugt, dass ich
    die Reihe weiterverfolgen werde und sehr gespannt bin, wie Jay sich mit ihrer
    Aufgabe und ihrem neuen Leben anfreundet wird

    Wenn wir mal sterben, dann ist nicht einfach Schluss, dann kommen wir in unser Zweitleben und das ist dann erstmal das interessante.

    So oder so ähnlich könnte wohl der Werbeslogan für Troika oder Myriad klingen. Dies sind die Reiche, für die man sich in seinem Erstleben verpflichtet. Wenn man das nicht macht, denn endet man in viele Enden und wie es da so zugeht, weiß keiner so richtig, aber es soll wirklich schrecklich sein.

    Das klingt echt interessant, aber irgendwie auch sehr unangenehm, oder was meint ihr? Ich wüsste nicht, wie ich mich entscheiden soll, wenn dann meine Entscheidung mein ganzes Zweitleben bestimmt, was mehrere hundert Jahre gehen kann. Und deshalb versuchen Myriad und Troika die Menschen zu werben, die eine Seite steht für Licht, die andere für Dunkelheit und irgendwie haben die beiden Reiche wohl noch nicht so richtig gelernt, dass es keine Dunkelheit ohne Licht geben kann, oder?

    Achso ja, ich versuche euch hier gerade ein Buch vorzustellen, was ich echt cool finde. Nicht nur die Idee, sondern auch die Charaktere und vor allem die sehr lockere Ausdrucksweise, die die Autorin hier genutzt hat.

    „Immerwelt- der Anfang“ von Gena Showalter ist das erste Buch, was ich von ihr gelesen habe. Dabei habe ich schon eine ganze Weile die Bücher zu der Alice im Zombieland Reihe hier rumstehen. (Warum habe ich die noch nicht gelesen?) Ich habe das Buch bei Lovelybooks gewonnen für eine Leserunde und war echt begeistert, als ich angefangen habe zu lesen. Wir begleiten Tenley auf ihrem Weg. Sie hat sich nicht entschieden, wo die denn mal hinmöchte, aber ihre Eltern wissen ganz genau, wo ihr Kind mal hinsoll. Und um das zu bekommen, haben sie sie in eine Anstalt für Schwererziehbare gesteckt. Dort befinden wir uns am Anfang auch und die Methoden dort sind schrecklich. Viele entscheiden sich einfach, damit sie die Qualen nicht weiter ertragen müssen für eine Seite. Tenley versucht aber alles zu ertragen, damit sie sich durch einen freien Willen entscheiden kann, schließlich wird sie im jeweiligen Reich eine sehr lange Zeit verbringen. Und nur damit ihre Eltern in Luxus leben können, will sie sich nicht für die eine Seite entscheiden, die ihre Eltern für sie ausgesucht haben. Doch wird sie noch mehr unter Druck gesetzt, denn es gibt TAs und MAs. Das sind Agenten der jeweiligen Reiche, die versuchen die Menschen für sich zu werben, denn irgendwie ist die Erde scheinbar ihr Ort für die „Ernte“ neuer Seelen in ihrem Reich. Und Tenley hat da eben auch zwei von, die sie auf teilweise sehr erdrückende Art und Weise von ihrem Reich überzeugen wollen. Doch Ten bleibt sich ihrer Sache sehr treu und versucht mit allen Mitteln der Entscheidung aus dem Weg zu gehen. Das ihr Leben deshalb aber immer schwerer wird und der Druck immer größer wird, dass könnt ihr euch vielleicht vorstellen.

    Dieser Teil heißt so schön „Der Anfang“ und das ist er auch. Wir werden in die Geschichte hineingeführt, erfahren im Verlauf immer mehr über die Reihe, ihre Rolle und was sie für Geheimnisse haben. Aber wir erfahren auch viel mehr über Tenley und wir sehen sie wachsen. Tenley ist für mich ein sehr liebenswürdiger und verständlicher Charakter. Ich mag sie. Sie ist zu anderen liebevoll und für ihre Freunde steht sie ein. Sie kann sich auch aufopfern, aber eigentlich möchte sie niemandem mehr trauen, schließlich kann man nur sich selbst helfen. Ich finde das diese Zerrissenheit und ihre Entscheidungen deutlich rübergebracht werden und man auch versteht, warum was passiert ist. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie es weitergeht, schließlich gab es im ersten Teil sehr viel Zündstoff der schon den Weg in den zweiten Teil gelegt hat, aber da müssen wir noch etwas warten.

    Auf Instagram habe ich mich als Testleserin gemeldet, denn es klang einfach so verlockend. So hatte ich kurze Zeit später das Ebook von „Rache um jeden Preis“ auf dem Reader. Nika S. Daverson entführt uns auf einen Rachefeldzug durch amerikanische Städte bis nach Mexiko. Wir begleiten Leo. Er ist Vater von eigentlich drei Kindern, doch seine älteste Tochter wurde vor zwei Jahren auf brutale Art und Weise umgebracht und er will sich rächen. Seine Frau ist mit den beiden anderen Kindern ausgezogen, da es für ihn teilweise nur noch einen Gedanken gibt und das ist Serena, seine verstorbene Tochter. Er hat einen Plan. Er hat sich einen Killer gesucht, der für ihn die Kerle finden soll, die an ihrem Tot schuld sind und zudem soll er aus ihnen alles herausbekommen, was wichtig ist, wie warum es passiert ist, wer noch beteiligt war und so weiter. Und Leo ist dabei, er hört sich alles an. Ich will mich gar nicht direkt in ihn hineinversetzen, denn ich möchte nicht fühlen müssen, wie viel Schmerz und Hass durch einen strömt, wenn man einen der Mörder seiner Tochter über sie reden hört. Der Killer heißt Hale und bringt noch eine Frau ins Spiel. Sie nennt sich selbst nur Ghost. Ist in der Gotik-Szene unterwegs und soll Hale Informationen liefern, da sie wohl in jeder Bar der Stadt zu Hause ist und sich auskennt. So begleiten wir die drei doch sehr verschiedenen Charaktere auf eine wilde Reise, denn wenn man anfängt Leute umzubringen, wird man ja nicht einfach so in Ruhe weitermachen können.

    Nika S. Daverson hat hier eine sehr spannende Geschichte gesponnen, die immer wieder in eine andere Richtung geht, die Fragen aufwirft, die Leute ins Bild rückt, die man vorher so nicht für voll genommen hat und bis zum letzten Moment lässt sie offen, wer denn hier nun die Führung über das ganze Spiel hat. Ich fand es wirklich sehr spannend, die Seiten flogen dahin, man konnte mit Leo mitfühlen, denn er leidet wie ein Hund. Seine Tochter wurde umgebracht und er als ehemaliger Cop, der dadurch ja eher dazu gedrängt worden ist, seinen Job an den Nagel zu hängen, hatte nun noch mehr Zeit sich damit zu befassen, denn die Gerichtverhandlung hat kein positives Ende für ihn genommen, keine wirkliche Rache für seine kleine Tochter, die doch eigentlich noch so viel vor sich hatte. Sie sollte doch noch ihre Jugend genießen und die haben sie ihr genommen, wie den Rest ihres Lebens. Manchmal hatte ich die Frage, ob es überhaupt möglich ist, was dort beschrieben wird, ob das wirklich real sein kann, deshalb gibt es von mir eben nur vier und nicht fünf Sterne. Der Schreibstil ist echt toll, die Seiten flogen dahin und ich konnte teilweise nicht aufhören zu lesen, weil ich wissen wollte, wie es nun weitergeht, doch dann war eben immer wieder dieser Beigeschmack, kann das denn wirklich so laufen? Müsste das nicht anders ablaufen?

    Und noch etwas ist erwähnenswert, das Cover. Es ist ein Augenschmaus. Ich habe das Cover beim Release gesehen und war sofort verliebt. Dieser verschwommene Blick auf die beleuchtete Stadt bei Nacht, dann diese Punkte, die durch weiße Linien verbunden sind. Ich dachte erst, es könnten Sternenbilder sein, die verbunden sind, aber ist es vielleicht das Netz, was sich gesponnen hat? Die Orte, an die sie reisen um Rache zu nehmen? Und dann diese weiße Pistole, die wie ein Geist daherkommt. In ihr sieht man die bunten Farbpunkte der städtischen Beleuchtung. Bisher gibt es das Buch leider nur als EBook, aber im Juni erscheint wohl das Taschenbuch, also ist es nicht mehr lange, bis ihr einen echt tollaussehenden Thriller in der Hand halten könnt, der sich lohnt. Ich fand es krass mitzuerleben, was ein Vater alles macht um seine Tochter zu rächen.

    Die Sammlung von neun Kurzgeschichten von Carolina Greene mit dem Titel „Nebelfäden“ entführt und auf ganz verschiedene Arten zu der Frage „wie finde ich mich selbst? / habe ich mich verloren?“. Ich fand die Thematik sehr interessant, denn in der heutigen Zeit ist es doch sehr oft so, dass man sich anpasst, dass man sich selbst verliert. Heute gehen viele auf die sogenannte Findungsreise, begeben sich in andere Länder, um sich selbst zu finden. Oft kommt so etwas auch durch ein einschneidendes Ereignis, dass man sich selbst fragt, wer man denn eigentlich ist und wo man hinwill. Doch werden wir von der Gesellschaft nicht so geformt, dass wir uns anpassen sollen, dass wir funktionieren müssen? Schließlich muss man doch in ein gewisses Schema passen, damit man den Job bekommt, damit man einen Partner bekommt, damit man von anderen angesehen wird. Wir müssen uns in sozialen Netzwerken profilieren, doch verliert man sich dabei nicht selbst? Was sind wir bereit aufzugeben um etwas Anderes dafür zu haben?


    Ich fand es sehr aufregend die Geschichten zu lesen. Es gibt Titel wie: „Seidenfein“, „Temporale Versetzung“, „Last Eve“ und „Zahlen, Daten, Fakten“. Alle Titel sind gut gewählt und laden nach dem Lesen der Kurzgeschichte ein, doch nochmal auch über den Titel nachzudenken. Es sind oft sehr überspitzte Szenen, die wir dort erleben, meist auch mit einem dystopischen Hintergrund, aber was ist, wenn es irgendwann wirklich so sein könnte und ist es in abgespeckter Variante nicht heute schon so? Bin ich so, wie die Protagonisten in der Handlung?

    Am meisten hat mich die Geschichte mit dem Titel „Last Eve“ bewegt. Es geht um einen Mann, dessen depressive Frau seit einem Jahr vermisst wird, er fährt in die Gegend, wo ihr Auto gefunden wurde und sucht nach einem Schuldigen, der sie hat oder vielleicht auch umgebracht hat, doch er findet etwas anders. Ob er am Ende mit dem Verschwinden seiner Frau abschließen kann, dass solltet ihr selbst lesen. Mich hat die Geschichte wirklich berührt, da sie sehr viel Wahrheit in der Interpretation wiederspiegelte.


    Die Gestaltung des Buches ist sehr interessant gemacht. Auf dem Cover sehen wir nur den weißen Hintergrund, der mit Text und dem Bild in einer Art graugrüner Farbe gestaltet ist. Nur die Überschrift, dass es sich um eine Sammlung von neun Kurzgeschichten handelt und der Name der Autorin. Die Schrift scheint immer undeutlicher zu werden, so wie das Bild dahinter. Es ist wie ein Vorhang aus Fäden, durch die zwei Hände versuchen wohl aus diesem Nebel zu kommen. Wenn man die Bedeutung versteht, dann finde ich das Cover unglaublich passend, doch im ersten Moment war zum Beispiel mein Partner leicht verwirrt, was das denn sein soll, haben die da das Negativ genommen? Ich finde man braucht für dieses doch kurze Buch so seine Zeit, denn einfach mal nur so über die Geschichten lesen und weg, passt hier einfach nicht. Die Geschichten laden zum Denken, aber vielleicht auch zum Handeln ein.

    Wir steigen sofort in die Handlung ein und befinden uns in einem Schweber. Ein Flugobjekt. Uns wird die Geschichte aus der Perspektive von Adara erzählt. Erst betrachten wir noch durch die Fenster die verdorbene Landschaft, nichts ist lebensfähig und im nächsten Moment erleben wir einen Absturz, der zwei der drei Passagiere das Leben kostet. Adara überlebt, mit ihrem ungeborenen Baby im Bauch. Sie ist etwas Besonderes, denn nicht viele haben die Möglichkeit ein Kind zu bekommen. Nun ist sie da, in dieser Welt, wo es nichts Lebendiges gibt und muss sich verstecken, vor Drohnen, die scheinbar auf der Suche nach ihr sind, denn ihre Freundin hat im Sterben gesagt, sie solle flüchten und der Firma Genteck nicht trauen. Sie hört darauf, denn sie hat irgendwie Angst um das Kind in ihrem Bauch. Warum weiß sie aber nicht, denn sie hat nur noch Erinnerungen an die letzten paar Monate, alles was vorher war, wird ihr genommen. Sie sucht Hilfe, doch wo soll sie hin, wen soll sie finden und wer kann sie aufnehmen. Nachdem der Pilot von einer Drohne erschossen wird, weiß Adara, dass sie wegmuss. Sie muss sich verstecken. So begleiten wir sie auf der Flucht durch die Stollen, die sich unter der unbenutzbaren Erde befinden. Doch auch dort wird sie von Drohnen gefunden, dann gibt es sogar Kopfgeldjäger und Piraten, wie soll sie das schaffen?

    Soviel erstmal zum Inhalt. Nun zur Grafik, denn das Cover finde ich richtig, richtig gut. Wir sehen Dornenranken in der Form einer DANN-Helix. Das hat mich schon sehr neugierig gemacht, da musst ich einfach wissen, worum es in dem Buch ging. Überall die spitzen Dornen an den Ranken, dann schlagen von unten die Flammen eines Feuers auf und im Hintergrund sieht man nur noch dichten Rauch. Ich finde es einfach klasse. Auch im Buch werden Grafiken benutzt, denn die unterschiedlichen Kapitel haben auf den Seiten die DNA-Basen. Das passt einfach super zu der Thematik der veränderten Gene und dem, was Genteck dort wohl macht. Im Ebook ist dies leider nicht zu sehen.

    Nun zum Stil. Der erste Teil einer Reihe gibt oft noch nicht so viele Infos über die Personen, sondern bringt uns erstmal in die Handlung herein. So ist es auch in diesem Buch. Die Idee für die Reihe finde ich super, schließlich bin ich auch Fan von Dystopien und mir gefällt die Thematik sehr gut. Adara ist aus meiner Sicht eine überlegte Person, Laura Kier hat sich überlegt, wer uns hier die Geschichte erzählt, denn Adara erzählt eben aus ihrer Perspektive und weiß eben nicht mehr viel. Sie weiß nur von den letzten drei Monaten in der Einrichtung, da kann sie nicht viel wissen. So lernen wir wie sie, langsam alles kennen. Doch sie darf eben noch nicht alles wissen. So stehen gerade am Ende dieses Bandes noch viele Fragen offen, aber das ist für eine Reihe genau richtig. Die Welt die Erschaffen wurde, finde ich sehr interessant und gut ausgedacht. Wir haben es mit Strahlung und unterschiedlichen Schichten im Gensystem zu tun. Spannung baut sich auch auf. Deshalb empfehle ich dieses Buch gern weiter. Dennoch sind es nur vier Sterne, da eben ein bisschen mehr Leben in den einzelnen Personen schön wäre, was ja aber in Teil zwei dann vielleicht kommen wird.

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