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Martin Schörle - Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten

»Nichtalltägliches aus dem Leben eines B...

4.3 von 5 Sternen bei 10 Bewertungen

Verlag: Engelsdorfer Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 119

ISBN: 9783960084082

Termin: Dezember 2016

  • Kurzmeinung

    SaintGermain
    2 kabarettistische Stories, die man bevorzugt sehen statt lesen sollte
  • Kurzmeinung

    wurm200
    Zwei Theaterstücke, die sich lohnen gelesen zu werden.
  • Kurzmeinung

    claudi-1963
    Unterhaltsame Theaterstücke, bei denen mich besonders das zweite Stück fasziniert hat.

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  • Titel : Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten
    Einladung zum Klassentreffen
    Autor : Martin Schörle
    Seitenzahl : 117
    Verlag : Engelsdorfer Verlag


    Klappentext :
    Der kabaretteske Monolog »Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« beschert dem geneigten Leser Einblicke in das Leben des Vollblutverwaltungsgenies Hans Fredenbek, der sich in seinem ganz eigenen Gedankengewirr aus Aktenzeichen, Dienstverordnungen, statistischen Erhebungen zusehends verheddert. Es wird deutlich, dass er sich von dem Leben jenseits seines Büros nahezu völlig verabschiedet hat. Vor allem aber wird schonungslos aufgedeckt, dass es zwischen Slapstick und Tragik eine Nahtstelle gibt. Und dass diese Nahtstelle einen Namen hat. Und dass dieser Name Hans Fredenbek ist.


    Meine Meinung:


    Das ist das erstemal das ich Theaterstücke in Buchform lesen. Und ich muss sagen beide Geschichten haben Spass gemacht.
    Der Schreibstil beider Geschichten war sehr flüssig und leicht zu lesen.
    Herr Fredenbek fand ich etwas verschroben aber auch Sympathisch. Die Gedanken die er sich in der Einsamkeit seines Büros macht fand ich sehr amüsant. Ich habe beim lesen noch nie so lange über Radiergummis nachgedacht.
    Die zweite Geschichte fand ich auch sehr unterhaltsam. Zwei Menschen telefonieren wegen eines Klassentreffens und bemerken das sie doch noch etwa füreinander empfinden. Konnte ich wirklich nachvollziehen:-) Das Ende der Geschichte fand ich sehr nett.


    Fazit:
    Ein Buch das Spass macht. Mal was anderes

  • "Das Theater ist die tätige Reflexion des Menschen über sich selbst." (Novalis)
    Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten:

    Hans Fredenbek ist ein Beamter, wie er leibt und lebt, in seinem Büro sinniert er über das Leben, die Liebe, macht sich Gedanken über Dienstverordnungen, Aktenzeichen, Statistiken und auch mal über Politik. Dabei erleben wir den Beamten mal humorvoll, besinnlich und schon auch mal aufbrausend. Das ganze Theaterstück wird hauptsächlich hier als Monolog dargestellt, dieser wird untermalt mit Musikstücken wie: Polonäse Blankenese, Spiel mir das Lied vom Tod, Je t´aime ...Ich habe mich am Anfang etwa schwergetan mit diesem Kabarett, da es mir zu trocken rüberkam. Mir fehlte da auf der langen Strecke von fast 50 Seiten so ab und zu der Humor. Natürlich blitzt er so ab und an ein wenig Slapstick durch, doch das war mir persönlich fast zu wenig. Ich denke, dass es aufgeführt mit dem ganzen Hintergrund und der Musik sicher noch um einiges besser wirkt, wie wen man es nur liest. Trotzdem hätte ich mir ein paar herzhafte Lacheinlagen mehr gewünscht.

    Einladung zum Klassentreffen:

    Marina und Carsten kennen sich schon seit ihrer Schulzeit. Als Marina im ICE sitzend auf dem Weg nach Hause ist, wird sie von Carstens Anruf überrascht. Dieser möchte Marina nach 20 Jahren zu einem Klassentreffen einladen. Dabei kommt heraus das Marina Leben nicht gerade rosig verlaufen ist. Doch auch Carstens Leben ist nicht so verlaufen, wie er erhofft hatte und so schwelgt er dabei recht schnell in alten Zeiten, als die beiden noch ineinander verliebt waren. Dabei merkt man, wie groß Carstens Gefühle nach wie vor für Marina sind. Herrlich fand ich hingegen dieses Theaterstück, bei dem ich des öfteren herzhaft lachen musste. Schon allein die Vorstellung das Marinas Gespräch von den Mitfahrern des ICEs belauscht werden und sich diese teilweise einmischten, fand ich zu köstlich. Ein Telefonat das zwischen Tragik, Komik und Liebesgeschichte alles zu bieten hat. Da wurden auch die über 50 Seiten dann nicht langweilig im Gegenteil ich hätte dem Gespräch der beiden noch eine Weile folgen können.


    Fazit:
    Martin Schörle bringt durch dieses Buch Leben auf die Bühne, mal tragisch, trocken, mal humorvoll euphorisch. Ausgezeichnet wurde er mit diversen Preisen dafür u. a. 2008 2. Platz Autorenwettbewerb "Perlen vor die Säue" und weiteren. Gefallen hat mir das zweite Stück deutlich besser als das erste, da es einfach lebensnaher und humorvoller für mich war. Dem Buch fehlte hier natürlich die Dramatik und die Darstellung, die nur eine Bühne hergeben kann von daher ist die Wirkung dort sicher noch deutlicher. Ich könnte mir jedoch bei dem Autor auch gut vorstellen, das er einmal einen humorvollen Roman schreiben könnte. Von mir bekommt dieses Buch 4 von 5 Sterne. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::thumleft::applause:

  • Titel / Cover

    Der Titel der beiden Stücke ist gut gewählt. Der Untertitel sagt, dass es um Theaterstücke geht. Das Bild, eine Zeichnung in hellen Farbtönen, zeigt Hans Fredenbek an seinem Schreibtisch. Es passt sehr gut zum Titel und stimmt mich auf den Inhalt ein.


    Klappentext

    Im Klappentext erfährt man, dass es um einen kabarettistischen Monolog des Hans Fredenbek geht, der die Nahtstelle zwischen Slapstick und Tragik verkörpert. Im zweiten Stück geht es um ein Telefonat, in dem es um eine alte Liebe zwischen Carsten und Marina geht. Mit dem Hinweis, dass das Stück den Spagat zwischen Komik und Tragik wagt.

    Die Informationen zu den Lesungen der beiden Geschichten finde ich im Klappentext zu lang. Diese Information fände ich passender in einem Vorwort oder Nachwort zu der jeweiligen Geschichte.


    Charaktere

    Hans Fredenbek ist für mich ein liebenswerter, amüsanter Zeitgenosse, der uns auch sinniges und unsinniges Wissen vermittelt. Er deckt Missstände auf, die von der Gesellschaft und der Politik vernachlässigt werden. Wie zum Beispiel die skandalösen Verhaltensregeln bei Hochwasser, die den Liliputanern nicht gerecht werden.
    Oder die verschiedengeschlechtlichkeit zwischen Theorie und Praxis.

    Carsten und Marina offenbaren in ihrem Gespräch Verschüttetes und nie Ausgesprochenes. Dabei durchleben sie emotionale Höhen und Tiefen, die wir alle kennen und nachvollziehen können.


    Schreibstil

    Sehr gut gefallen hat mir, wie es dem Autor durch einen reichen Wortschatz und großer Kreativität gelingt, Komik zu erzeugen. Gekonnt platzierte Themenwechsel und Zusammenhänge brachten mich immer wieder zum Lachen. In dem Telefonat, bzw. der Geschichte der beteiligten Personen, hat jede Person eine eigene Stimme. Auch ohne Hinweis spürt man, wer spricht.


    Es ist als Theaterstück geschrieben, aber Informationen zu Bühnenbild und Rollenverhalten lassen sich leicht überlesen. Man kann sie aber auch nutzen, um sich die Szene vorzustellen.


    Story

    Fredenbeks Monolog enthält viel nichtalltägliches, das in unserem Alltag aber durchaus hilfreich sein könnte. So erfahren wir, dass es 124 Annäherungsmöglichkeiten gibt, die Herzensdame für sich zu gewinnen. Wobei AM16, Ziffer 16 II konkret beschrieben ist. Es gibt eine Führung durch das
    Seelenleben der Frau mit dem Beweis, dass zwischen grundverschiedenen Dingen, wie Gehirn, Seele und Frau, ein Zusammenhang besteht. Sachdienliche Hinweise, wie mit Frauen beim Tanzen umzugehen ist. Wir bekommen Ergänzungen zum Bedeutungswörterbuch. Zuhälter zum Beispiel, sind Menschen, die zu Beamten halten. Dass es Gesellschaften gibt, mit beschränkter Bodenhaftung oder mit beschränkter Hoffnung. Wir lernen germanophile Italiener kennen. Wir erfahren, dass das SEK „ohne ausreichenden Antragsgrund Beamten erlegt“. Sehr interessant sind auch seine sorgfältig durchgeführten statistischen Erhebungen. Das sind nur einige Beispiele aus dem reichhaltigen Repertoire von Hans Fredenbek.


    Das Telefonat im zweiten Stück lässt uns teilhaben am Gefühls- und Liebesleben von Carsten und Marina. Hier kommt die Komik aus den Themenwechseln und den Umständen, unter denen das Telefonat geführt wird. Marina wird von einer Dame im Nebenabteil belauscht. Aber auch andere Fahrgäste nehmen regen Anteil an der Geschichte von Carsten und Marina.

    Beide Geschichten haben ein überraschendes, aber nachvollziehbares Ende.


    Fazit

    Mir bereitete besonders Hans Fredenbek höchstes Lesevergnügen. Seine Freizeitgestaltung auf dem Bahnhofsklo ist sicher nicht Jedermans Sache, aber sehr unterhaltsam. Ich hätte Hans gerne noch länger zugehört. Leider hat er sein „Vorgesehenes, endgültiges Lebensaustrittsalter“ erreicht.

    Dieses Buch ist allen zu empfehlen, die anspruchsvolles Kabarett und kreative Satire mögen.

    :applause:

  • Bereits im letzten Jahr hatte ich dieses etwas andere Buch gelesen und nun folgt auch endlich meine Rezension dazu. Warum etwas anders fragt ihr euch vielleicht. Für mich war es auf jeden Fall etwas anderes, denn das Buch ist als Theaterstück bzw. Stücke geschrieben. So etwas habe ich in dieser Form noch nicht gelesen.

    Daher war ich gespannt wie mir das Buch denn so gefallen würde.

    Mit dem ersten Theaterstück um den Herrn Fredenbek wurde ich leider nicht ganz so hundertprozentig warm. Dennoch war ich hier gut unterhalten und musste das ein oder andere Mal über sein Gesagtes schmunzeln. Auch da man hier jede Menge Sarkasmus zu lesen bekam. Vielleicht wurde ich damit aber auch nicht so warm, da ich mich in einen Beamten bzw. in Herrn Fredenbrek nicht so hineinversetzen konnte.

    Das zweite Stück hat mir persönlich etwas besser gefallen. Dieses wurde mehr in Dialogform geschrieben und ich traf hier auf mehr als eine Person. Gerade auch die Stimmen im Off waren so manches Mal doch recht amüsant. Auch ging es ein wenig ans Herz, da es hier eine kleine Liebesromanze gab

    Martin Schörle hat beide Theaterstücke verständlich geschrieben. Ich konnte sie mir auf jeden Fall gut vorstellen und hatte so manch eine Bühnenszene vor dem innerlichen Auge.

    Auch hat mir der Schreibstil gefallen. Es ließ sich recht gut lesen und ich kam nicht wirklich ins Stolpern. Auch das man sich gut das Bühnenbild vorstellen konnte, da man hierzu immer mal wieder kleine Beschreibungen zu fand, hat mir gut gefallen.

    Alles in allem hat mich das Buch mit seinen 2 Stücken sehr gut unterhalten. Daher kann ich dieses auf jeden Fall auch weiterempfehlen.

  • Martin Schörle

    »Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« und »Einladung zum Klassentreffen«: Zwei Theaterstücke

    Engelsdorfer Verlag

    Autor: Ich bin 59, habe zwei erwachsene Söhne und lebe mit meiner Frau in der schönsten Stadt der Welt (Hamburg, meine Perle!). Nach dem Abitur habe ich die Beamtenlaufbahn eingeschlagen. Schauspielerisch habe ich anfangs Kabarett gemacht und spielte von 1994 bis 2011 bei verschiedenen Amateurbühnen. Das Repertoire umfasste sowohl Komödien (z.B. "Ein seltsames Paar" von Neil Simon, verfilmt mit Walter Matthau und Jack Lemmon) als auch Dramen (z.B. "Draußen vor der Tür" von Wolfgang Borchert). Schreiberisch habe ich neben den beiden in meinem Buch enthaltenen Theaterstücken den Kurzkrimi "Schöne Bescherung" verfasst, der in der Anthologie "Gepfefferte Weihnachten" beim Leda-Verlag erschienen ist. Soweit es die Zeit erlaubt, gehe ich gern ins Theater oder zu Poetry Slams und mache Lesungen aus meinem "Beamtenmonolog"; des Weiteren betreibe ich Lauf- und Krafttraining. (Quelle: Was lese ich)

    Anmerkung: Auf eine Inhaltsangabe möchte ich bei diesem Buch verzichten, da die beiden Stücke nicht sonderlich lang sind und der Klappentext schon alle wichtigen Punkte beinhaltet.

    Das Buch von Martin Schörle besteht, wie der Titel bereits verrät, aus zwei Theaterstücken, die beide völlig verschieden aufgebaut und erzählt werden (und einen verschiedenen Inhalt aufweisen). Handelt es sich bei “Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten” um einen Monolog (ein Erzähler) so haben wir in “Einladung zum Klassentreffen” einen Dialog, zweier Freunde (wechsel von Er/Sie). Die Tatsache das es sich bei beiden Stücken um ein Theaterstück handelt, vergisst man beim Lesen jedoch recht schnell. Das einzige was einen mal herausreißen kann, sind die Regieanweisungen, die sich aber dank kursiven Druck und Klammern, gut vom Rest abheben. Allerdings sind es auch genau diese Angaben, die dem/der Leser/-in wichtige Informationen und Details verraten, die das Bild im Kopf beim Lesen, noch genauer werden lassen.

    Das erste Theaterstück “Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten”ist, wie bereits erwähnt ein Monolog, in dem der/die Leser/-in bzw.- Zuschauer/-in recht viel über den Beruf von Hans Fredenbek erfährt. Dies geschieht auf eine recht humorvolle und teilweise doppeldeutige Art, bei der der Protagonist dazu neigt, einige Dinge etwas überspitzt wiederzugeben (aber er liebt seinen Beruf eben).

    Lässt sich “Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten” noch relativ normal und wie ein Buch lesen, wird beim zweiten Stück “Einladung zum Klassentreffen” schon klarer, dass es sich um ein Theaterstück handelt. Hier unterhalten sich zwei Personen, weshalb es beim Lesen einen Wechsel zwischen Er und Sie gibt. Trotz dieser Tatsache, lässt sich auch dieses Stück recht flüssig lesen. In diesem Stück lässt sich eine Entwicklung beider Charaktere erkennen, die viele verschiedene Gefühlslagen beinhaltet, die man alle sehr gut erkennen kann. Außerdem erzählt der Autor eine Geschichte, die dem/der ein oder anderen bekannt vorkommen könnte.

    Cover: Das Cover ist in schlichtem Weiß gehalten. Auf der Vorderseite sehen wir mittig die Zeichnung eines Mannes, welche diagonal geteilt zu sein scheint. Die beiden Teile der Zeichnung spiegeln dabei Teile aus den Zwei Theaterstücken wieder (Das Büro und die Schule). Im Laufe des Buches, werden einem aber auch noch andere Kleinigkeiten auffallen, die im Buch eine mehr oder weniger große Rolle spielen.

    Über der Zeichnung steht der Titel bzw. stehen die Titel der beiden Theaterstücke, welche durch einen breiten Strich getrennt sind.

    Ein Blick auf die Rückseite wirkt anfänglich etwas überladen, allerdings wurde durch das Hervorheben der Titel, die Übersicht etwas erleichtert.

    Mir persönlich gefällt die schlichte aber dennoch passende Gestaltung des Covers, besonders der Zeichenstil. Es enthält alles, was ein Cover enthalten muss und passt gut zum Inhalt des Buches.

    Fazit: Auch wenn das Buch von Martin Schörle anfangs etwas verwundern mag, da es sich um Theaterstücke handelt, so legt sich diese Verwunderung beim Lesen recht schnell und schwingt in ein tolles Lesevergnügen um. Das Einzige das mein Lesevergnügen trüben konnte, war die Tatsache, dass das Ende des Buches doch recht schnell erreicht wurde. Ich kann jedem nur die Empfehlung aussprechen, sich auf dieses Buch einzulassen und sich die zugegeben, recht kurze Zeit zu nehmen, um in zwei wirklich unterhaltsame Theaterstücke einzutauchen.

    Für mich war dieses Buch etwas Besonderes, auf das ich mich glücklicherweise eingelassen habe. Von mir gibt es 5/5 Sterne.


    Klappentext: Der kabaretteske Monolog »Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« beschert dem geneigten Leser Einblicke in das Leben des Vollblutverwaltungsgenies Hans Fredenbek, der sich in seinem ganz eigenen Gedankengewirr aus Aktenzeichen, Dienstverordnungen, statistischen Erhebungen zusehends verheddert. Es wird deutlich, dass er sich von dem Leben jenseits seines Büros nahezu völlig verabschiedet hat. Vor allem aber wird schonungslos aufgedeckt, dass es zwischen Slapstick und Tragik eine Nahtstelle gibt. Und dass diese Nahtstelle einen Namen hat. Und dass dieser Name Hans Fredenbek ist. Mit einer Lesung aus seinem Stück war Schörle 2008 beim Autorenwettbewerb »Perlen vor die Säue« im Literaturhaus Hamburg erfolgreich (2. Platz von acht Finalteilnehmern aus insgesamt rund 100 eingereichten Beiträgen). Das Stück wurde außerdem im Rahmen der »Hamburger Theaternacht« als offizieller Beitrag des Hamburger Sprechwerks von »Caveman« Erik Schäffler auszugsweise gelesen. - »Einladung zum Klassentreffen« In ihrer Schulzeit hatten Marina und Carsten eine Liebesbeziehung. Nach 20 Jahren soll ein Klassentreffen stattfinden. So meldet sich Carsten, einer der Initiatoren, auch bei Marina, deren Leben nach Schicksalsschlägen zeitweilig aus den Fugen geraten war. Die gemeinsame innige Zeit ist für sie längst Vergangenheit, ein Früher. Aber an Carstens Gefühlen hat sich anscheinend nichts geändert. Sein Anruf weckt auch bei Marina Erinnerungen. Das unverfänglich begonnene Telefonat führt beide in ein Wechselbad der Gefühle ... Inhaltlich eine Liebesgeschichte wagt das Stück den Spagat zwischen Komik & Tragik, Lachen & Weinen. (Quelle: Engelsdorfer Verlag)

    Autor: Martin Schörle

    Titel: »Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« und »Einladung zum Klassentreffen«: Zwei Theaterstücke

    Verlag: Engelsdorfer Verlag

    Genre: Theaterstück

    Seiten: 119

    Preis: Taschenbuch:9,50 // eBook:4,99

    Erstveröffentlichung: 2016

    ISBN: 978-3960084082

  • Das Buch beinhaltet 2 humoristische Theaterstücke.

    1. Nicht alltägliches aus dem Leben eines Beamten:

    Herr Fredenbek ist Beamter und das mit Herz und Blut. Seit 25 Jahren ist er verheiratet und hat jeglichen Bezug zur Realität verloren. Sein Reich und sein Leben werden ausgefüllt von seiner Arbeit.

    2. Einladung zum Klassentreffen:

    Zwanzig Jahre nach dem Abitur nimmt Carsten den Kontakt zu den alten Mitschülern auf um ein Klassentreffen zu organisieren. Somit versucht er auch Marina zu erreichen um sie einzuladen. Marina sitzt gerade im Zug auf den Weg nach Hause. Während die beiden die letzten 20 Jahre Revue passieren lassen und sich an ihren Erinnerungen freuen (oder auch nicht), hört eine ältere Dame alles mit an.

    Das Cover des Buches passt zum ersten Stück und ist sehr gut gemacht.

    Die Beschreibung der Personen und wie die Bühne dekoriert werden soll ist ausgezeichnet beschreiben.

    Die Stories an sich sind total verschieden, mir selbst gefiel die Beamten-Geschichte um einiges besser als die 2. Geschichte.

    Ich spiele selbst Laientheater und daher hatte ich auch etwas Probleme mit den Stücken, denn ich finde beide Stücke (aber vor allem die 1.) passen besser in ein Kabarett (also zu einem Comedian) als ins Theater. Dort finde ich sie allerdings gut aufgehoben und würde sie mir auch gerne ansehen.

    Das erste Stück ist ja prinzipiell ein einziger Monolog, der perfekt für einen Künstler passen würde. Auch das 2. Stück ist etwas schwer auf eine Theaterbühne zu bringen aufgrund der Rückblicke. Auch die Dauer wäre mir für ein Theater (wahrscheinlich) zu kurz.

    Nichtsdestotrotz konnte mich das Buch im Großen und Ganzen überzeugen. Besser wirkt es sicher noch auf einer Bühne.

    Fazit:2 kabarettistische Stories, die man bevorzugt sehen statt lesen sollte. 4 von 5 Sternen

  • Das Buch hab ich auch mal zur Rezi erhalten - siehe auch http://read.tharos-web.de/2018…erle-zwei-theaterstuecke/ hier ;)


    Ich fand das zweite Stück auch besser als das erste, denn beim ersten merkt man, dass die Bühne irgendwie fehlt.

    Allerdings wird "Bühnenstück in Buchform" definitiv nicht mein Genre ;)

  • EIN SKURRILER BEAMTER UND DAS REALE LEBEN


    Ich erhielt durch den Autor Martin Schörle die Möglichkeit seine beiden Werke „Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ und "Einladung zum Klassentreffen" kennenzulernen. Vielen herzlichen Dank dafür!


    Hans Fredenbek, ein verheirateter Beamter der gehobenen Laufbahn in den Endvierzigern ist der Protagonist des ersten Theaterstücks. Hier karrikiert der Autor seinen Bürohelden ganz gewaltig. Er stellt diesen Menschen dar, wie er sich immer mehr in seiner eigenen Gedankenwelt heillos verstrickt, ja regelrecht verheddert. Es beginnt mit einem Radiergummi, der auf Fredenbeks Schreibtisch nicht mehr auf mit einem Kreuz markierten Fleck liegt. Oh Schreck, er ist überhaupt nicht mehr da! Daraus folgt ein sehr langer Monolog, der mit dem fehlenden Radiergummi beginnt über die Qualität von verschiedenen Radiergummis führt und warum es der sein muss, der nun nicht mehr auf der vorgeschriebenen Stelle liegt. Daraufhin gehen die Selbstgespräche des Herrn Fredenbek immer weiter und lassen kein Thema aus. Kreuz und quer. Hin und her. Er kommt von Höckchen auf Stöckchen. Durch die Reaktion seiner Frau am Ende des Stücks wird folgerichtig dargestellt, wie weit Fredenbek sich vom realen Leben entfernt hat und er in seiner eigenen Welt existiert.


    Man braucht viel Konzentration beim Lesen dieses Einpersonenstückes. Ich las auf ebook (was sich für mich vom Print doch sehr unterscheidet) und es war für mich strapaziös den heftigen Gedankensprüngen zu folgen. Die feinen Nuancen der Komik gehen durch die Vielzahl der wortgewaltigen Sätze fast unter. Fredenbek fand ich pingelig, pedantisch, sehr eigenbrötlerisch, aber auch witzig, skurril und die meiste Zeit nervig.


    Die „Einladung zum Klassentreffen“ gefiel mir allerdings ein Ticken besser. Carsten lädt 20 Jahre nach dem Abitur zum Klassentreffen ein. Er führt mit seiner Jugendliebe Marina ein aufregendes telefonisches Gespräch. Dabei sitzt sie in der Bahn und die Mitreisenden nehmen regen Anteil. Die Dialoge gefielen mir sehr und ich kann mir dieses Stück hervorragend auf der Bühne vorstellen.

    Allerdings könnte ich mir beide Werke besonders gut im Kabarett vorstellen, im Theater weniger. Die Stücke leben meiner Meinung nach mehr von der Mimik und Gestik und sollten unbedingt von komödiantischen Schauspielern dargestellt werden, als Lesematerial verpufft vieles.


    Martin Schörle hat sehr viele tolle Einfälle in doppelsinnigen Anspielungen ausdrucksstark verarbeitet. Sein Schreibstil ist pointiert und genau auf den Punkt, wie es für das Genre notwendig ist. Die Wortschöpfung „Jenachdemiker" im ersten Stück finde ich genial, ebenso VBB = Vollkommene Beamtenbefriedigung und vieles mehr.

    Als humoristische Sketche sind beide Werke für jede Bühne eine brillante Bereicherung.


    Ich fühlte mich gut unterhalten und bewerte mit fünf von fünf Sternen. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

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