Thomas de Padova - Das Weltgeheimnis (Start: 01.04.2017)

  • So, jetzt hab ich aufgeholt (bevor der letzte Teil "Charité beginnt :uups: )


    Teilweise muss ich hier mein Veto geben. Zumindest gibt es für mich ein Unterschied zwischen dem schulischen Wissen, welches vermittelt wird und dem Allgemeinwissen, welches man im Lauf seines Lebens sammelt.

    Und ich bin an Deiner Seite: in der Schule wird schon auch manches vermittelt, was ich nicht als Allgemeinwissen ansehe. Und selbst das, was mancher davon als Allgemeinwissen versteht, empfindet ein anderer als unnötig. Ich hab in Physik sicherlich z.B. den Unterschied zwischen Parallel- und Reihenschaltung gelernt (in der 8. Klasse), aber das fällt für mich dann trotzdem nicht unter Allgemeinwissen. Vieles, was ich als Allgemeinwissen ansehe, habe ich mir auch erst später angeeignet.

    wer schon keinen Bock auf Lernen in der Schule hat oder sich überhaupt Wissen anzueignen, bei dem ist eben auch in Sachen Allgemeinbildung nicht allzu viel zu machen. Neugier und Wissensdurst - ohne die ist in Sachen Bildung (egal ob allgemein oder speziell) einfach nichts zu machen.

    und auch hier lege ich ein Veto ein: ich kenne auch etliche Menschen, die als Schüler eine Katastrophe waren, die aber trotzdem im Leben dann jede Menge Allgemeinbildung nachgeholt haben. Die Schule kann - durch viele unterschiedliche Faktoren - Menschen auch komplett zu Schulversagern machen, was aber nichts über den erwachsenen Menschen später und seine Bildung aussagt.


    Aber so bekomme ich selber auch Ordnung in meine Gedankenwelt. Ist ja nicht wenig, was man so Kapitel für Kapitel erfährt.

    Das kann ich sehr gut verstehen, aber trotzdem sag auch ich mal wieder Danke schön für Deine schönen Zusammenfassungen :kiss: sie erleichtern uns hier auch immer die Diskussionen, da sie eine gute Grundlage bieten um schnell zu überschauen, was alles in dem Kapitel stand.


    Etwas Gemeinsames haben sie doch, der Galileo und der Johannes, beide beginnen ihre berufliche Laufbahn als Mathematiklehrer, und das in einer Zeit, in der die Griechen hochgeschätzt wurden, allen voran Archimedes. Berühmt geworden ist er durch seine Wurfmaschinen und Brennspiegel, die auch noch zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Sensation galten.

    Wobei ich irgendwie das Gefühl habe, dass der Beruf des Mathematiklehrers nur teilweise angesehen war - irgendwie sind doch beide in ihrer Funktion als Lehrer ein wenig auf dem Abstellgleis. Wären sie nicht beide so neugierig und findig gewesen, dann wären sie doch auf diesen Posten versauert…. oder kommt nur mir das so vor? :-k 

    Wollte Galilei also eine Professur an einer Universität bekommen und dereinst auch eine Anstellung bei Hof, dann musste er seine mathematischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Deshalb vertieft er sich in die Schriften des Archimedes, überprüft seine Experimente und leitet - wie im Falle der hydrostatischen Waage - sogar eine neue Messmethode ab. Die Geometrie schätzt er, weil sie für Kunst und Architektur, für das Verständnis technischer und physikalischer Phänomene Bedeutung hat.

    Wenn ich noch alles in Erinnerung habe, dann war doch Aristoteles derjenige, der alles bestimmte zur damaligen Zeit? Wobei ich ganz sicher nicht Archimedes hintenan stellen möchte, er war halt Galileis Favorit, wobei seine Experimente und physikalischen Fähigkeiten Galilei wesentlich mehr entgegenkamen.
    Ich denke Galilei musste einfach beweisen, dass er mehr drauf hatte als ein bisschen unterrichten, dass er die Menschen mit Neuigkeiten locken konnte und Wissen erweitern konnte. Wobei ich ganz stark den Eindruck habe, dass Galilei mehr Physiker und Experimentator als Mathematiker war - vielleicht ignoriert er deshalb so sehr die Mathematik, sie ist für ihn ein Hilfsmittel, aber nicht das Nonplusultra wie für Kepler. Für mein Gefühl unterscheiden sich die beiden darin sehr.

    Wieder einmal lesen wir, wie wichtig die Horoskope der Astrologen für die geistlichen und weltlichen Herrscher waren. Das war mir bisher überhaupt nicht bewusst gewesen, doch kann man diese Sehnsucht irgendwie verstehen. Die Zukunft war ungewiss, man wollte erfahren, was das Schicksal bereit hielt. Galilei tut sich bei diesen Prognosen nicht besonders hervor, erstellt für den Großherzog sogar ein völlig falsches Horoskop, sodass seine Aussichten, jemals eine Anstellung am Hof der Medici zu erhalten, stark sinken. Mathematiker, Hofastrologen und auch Musiker wie Vincenzo Galilei sind halt oft nur Spielbälle in der Gunst der Mächtigen.

    Da hat sich Galilei echt ein Eigentor geschossen. Es ist mir ja sympathisch, dass er Horoskope und Astrologie nicht so wichtig findet, aber er hätte wohl besser die Finger davon gelassen. 8-[ 

    habt Ihr schon einmal gehört, dass Galilei Dantes Hölle bis in ihre tiefsten Tiefen detailliert vermessen hat? Und seine Ergebnisse auch noch der Florentinischen Akademie präsentierte?

    Nein, hab ich nicht - eine verrückte Idee :totlach: 

    Ungewöhnlich für unser Verständnis ist ja auch, dass man ohne abgeschlossenes Hochschulstudium an einer Universität unterrichten konnte. Galileo musste das Studium ja aus finanziellen Gründen aufgeben. War das nun allgemein so üblich, habe ich mich gefragt, oder hatte er das seiner Intelligenz zu verdanken, vielleicht auch seinem Auftreten? Viel verdient hat er allerdings nicht und auch keine anspruchsvollen Aufgaben erhalten, aber er hatte einen Bereich gefunden, der ihn interessierte, die experimentelle Herangehensweise an die aristotelische Physik.

    Ich glaube, das war damals wesentlich üblicher als heute. Wenn jemand so fähig war wie Galilei, dann konnte man alles erreichen. Heute wäre das ziemlich undenkbar, heute zählen Diplome alles. Aber veröffentlichen mussten sie ja damals schon, wie wir bereits erfahren haben.

    In Florenz und Pisa hatte er allerdings noch keine so klare Ziele, zu denen er erst nach und nach fand. Und wieder typisch für seinen Charakter, dass er im hohen Alter, als er seine wissenschaftliche Hauptwerke verfasste, mit keinem Wort auf die Umwege hinweist, die er in seiner Jugend gehen musste. So war er halt, unser Galileo.
    Berühmt geworden ist er trotzdem durch seine experimentelle Forschung, aus denen er mathematische Gesetzmäßigkeiten ableitet, und ich freue mich, dass ich ihn ein Stück des Weges begleiten darf.

    Ein Ziel hatte er aber schon damals: Erfolg und Anerkennung - nur das Fachgebiet hatte sich noch nicht herauskristallisiert. Wobei für mich im Rückblick ja schon stark die experimentelle Physik für Galilei steht, nur er selbst hat das als junger Mann noch nicht klar erkannt. Aber das sieht man ja auch nur im Rückblick. :wink: Aber ich sehe das wie Hiri:

    Naja - wer weist schon gern auf seine Unzulänglichkeiten und Irrungen der Jugend hin. Und in diesen Werken ging es ja auch eigentlich um die Zusammenfassung seiner Erkenntnisse und Entdeckungen - da wäre die Erwähnung von Umwegen und Fehleinschätzungen doch eher hinderlich gewesen. Also in dem Punkt kann ich ihn ausnahmsweise mal verstehen.

    Wenn am Ende eines derart produktiven Forscherlebens ein Buch geschrieben wird, eine Zusammenfassung über ein absolut grundlegendes Fachgebiet, dann dürfen die Irrwege da durchaus fehlen. Es bildet schließlich die Grundlage für viele Forschergenerationen danach. :wink: Wobei Galileis Egozentrik sicherlich etwas anderes auch nicht zugelassen hätte, das stimmt. :loool:


    Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie Mathematik ohne Algebra funktionieren soll Denn auch die geometrischen Berechnungen benötigen doch hier und da ihre Formeln. Oder bin ich da auf dem Holzweg.

    In meinem ahnungslosen mathematischen Weltbild gehört das auch zusammen, gerade wenn es um den Sternenhimmel geht. Aber wer weiß, ob Algebra vor 400 Jahren so definiert wurde, wie ich das noch aus der Schule kenne.

    Ich glaube, wir urteilen mal wieder von heute aus und wir wurden in der Schule mit Algebra bombardiert. Damals hat man grade erst die arabischen Zahlen übernommen zur Berechnung und die Geometrie war - noch dazu für Menschen, die sich für die Physik interessierten - einfach das Mittel der Wahl. Ich denke, die Algebra bekam ihre heutige Bedeutung erst wesentlich später, auch wenn sie bereits eine sehr alte Form der Mathematik war als Galilei lebte.

    aber wie bitte schön berechne ich ein z. B. Quadrat ohne eine Formel???

    Seite plus Seite plus Seite plus Seite = Umfang, Seite mal Seite = Inhalt. Dafür braucht es keine große Algebra :loool: 

    Ähm... warum soll das Hörnchen sich da durchquälen? Hast du gesehen, wieviel Text das ist?

    Danke dir :friends: 
    Also bei aller Liebe, aber das ist schon eine ganze Menge, was da in der Vorlesung steht. 8-[ Und ich habe Dante nie gelesen, weiß also im Prinzip nicht, worauf sich Galilei jeweils bezieht. FALLS ich dazu komme, das zu lesen, und FALLS ich verstehe, wovon Galilei redet, dann werde ich mich sicher dazu äußern. :wink:

    viele Grüße vom Squirrel

     :study: Kazuo Ishiguro - Der Maler der fließenden Welt
     :study: Norman Davies - Verschwundene Reiche (Langzeit-MLR)

  • Heute fasse ich mich mal ein wenig knapp(er) - was u.a. damit zusammenhängt, dass ich von einem Großteil des Kapitels kaum ein Wort verstanden habe 8-[ .

    habt Ihr schon einmal gehört, dass Galilei Dantes Hölle bis in ihre tiefsten Tiefen detailliert vermessen hat?

    Doch, das habe ich schon mal gehört :-k 

    ...............hier entstanden bei mir im Kopf das gleiche Fragezeichen, wie bei Hiri :scratch::scratch: 

    Und bei mir auch (sind wir jetzt die drei ??? :totlach: ?).

    Nun kannte ich Orlandos große Liebe. Es war eine einfache Liebe: Wenn er die Seiten umblätterte, konnte er sich an jeden Ort der Welt versetzen lassen, weg von der harten Realität.
    Lucinda Riley, Die Schattenschwester

  • Heute fasse ich mich mal ein wenig knapp(er) - was u.a. damit zusammenhängt, dass ich von einem Großteil des Kapitels kaum ein Wort verstanden habe 8-[ .


    Und bei mir auch (sind wir jetzt die drei ??? :totlach: ?).

    Wo liegt denn die Schwierigkeit? :-k dass Geometrie für die Architektur und für die Perspektivik in der Kunst wichtig ist?

    viele Grüße vom Squirrel

     :study: Kazuo Ishiguro - Der Maler der fließenden Welt
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  • Wobei ich irgendwie das Gefühl habe, dass der Beruf des Mathematiklehrers nur teilweise angesehen war

    Ja, das kommt mir auch so vor, und ist mit dem späteren Status des Lehrers nicht zu vergleichen (der Pfarrer, der Dorfschullehrer und der Arzt waren ja früher in den kleinen Gemeinden die Hauptpersonen, vor denen man viel Respekt haben musste).

    dann war doch Aristoteles derjenige, der alles bestimmte zur damaligen Zeit?

    An der aristotelischen Lehre durfte man gar nicht rütteln und musste alles akzeptieren, was er sich so ausgedacht hatte. Dem Archimedes kam dieser Ruhm ja nicht zu, aber ein bedeutender Mathematiker war er trotzdem.

    Wobei ich ganz stark den Eindruck habe, dass Galilei mehr Physiker und Experimentator

    Der hat ja wirklich vieles ausprobiert und selbst überprüft.

    Doch, das habe ich schon mal gehört

    Na bitte, dann bist Du der Mehrheit hier ja weit voraus.

    Liebe Grüße von Sylli :montag: 
    "Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne." (Jean Paul)

  • Ja, das kommt mir auch so vor, und ist mit dem späteren Status des Lehrers nicht zu vergleichen

    Wie beruhigend, dass es Dir auch so geht. Ich hab schon ein wenig an meiner Wahrnehmung gezweifelt und überlegt, ob ich jetzt über-interpretiere :uups: 

    Dem Archimedes kam dieser Ruhm ja nicht zu, aber ein bedeutender Mathematiker war er trotzdem.

    Das wollte ich um Himmels willen auch gar nicht bestreiten und da ja auch Archimedes so praktisch orientiert war, war er natürlich das perfekte Vorbild für Galilei

    Der hat ja wirklich vieles ausprobiert und selbst überprüft.

    Im Vergleich zu Kepler kommt es mir immer mehr wie das Verhältnis Praktiker zu Theoretiker vor. Wobei Kepler in seiner Position ja auch keinen Zugang zu all den Werkstätten etc hatte. Aber er kommt mir auch viel mehr Theorie-orientiert vor.


    Ist Euch übrigens das schöne Wortspiel mit "Arsen" aufgefallen? Ich hab mich gekugelt hier auf der Couch :totlach:


    Wo ist eigentlich unsere @Farast abgeblieben? Ob sie in Neuschwanstein eingezogen und vom WWW abgeschnitten ist? :-k

    viele Grüße vom Squirrel

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  • Wo liegt denn die Schwierigkeit? dass Geometrie für die Architektur und für die Perspektivik in der Kunst wichtig ist?

    Die Schwierigkeit lag in meiner mangelnden Aufnahmefähigkeit, was Mathematik/Algebra und allem, was damit zusammenhängt, anbelangt. Das ist einfach nicht mein Ding. Dass Geometrie für die Architektur und für die Perspektivität in der Kunst wichtig ist, ist mir absolut klar :thumleft: .

    Ist Euch übrigens das schöne Wortspiel mit "Arsen" aufgefallen? Ich hab mich gekugelt hier auf der Couch

    Siehste, und das ist mir auch aufgefallen, und das fand ich auch klasse.

    Wo ist eigentlich unsere @Farast abgeblieben? Ob sie in Neuschwanstein eingezogen und vom WWW abgeschnitten ist?

    Vermutlich hat sie Neuschwanstein gesehen, festgestellt, wieviele Bücher da reinpassen, und daraufhin gleich eingezogen :mrgreen: .

    Nun kannte ich Orlandos große Liebe. Es war eine einfache Liebe: Wenn er die Seiten umblätterte, konnte er sich an jeden Ort der Welt versetzen lassen, weg von der harten Realität.
    Lucinda Riley, Die Schattenschwester

  • Vermutlich hat sie Neuschwanstein gesehen, festgestellt, wieviele Bücher da reinpassen, und daraufhin gleich eingezogen :mrgreen: .

    aber der Kasten ist so kalt und zugig 8-[ nicht, dass sie sich noch erkältet O:-)

    viele Grüße vom Squirrel

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  • aber der Kasten ist so kalt und zugig 8-[ nicht, dass sie sich noch erkältet O:-)

    Wahrscheinlich hat sie es heute festgestellt (das war aber auch kalt heute 8-[ ), und jetzt schleppt sie die Bücher wieder raus?

    Nun kannte ich Orlandos große Liebe. Es war eine einfache Liebe: Wenn er die Seiten umblätterte, konnte er sich an jeden Ort der Welt versetzen lassen, weg von der harten Realität.
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  • Wahrscheinlich hat sie es heute festgestellt (das war aber auch kalt heute 8-[ ), und jetzt schleppt sie die Bücher wieder raus?

    hoffentlich, sie fehlt hier doch 8-[ außerdem soll es noch kälter werden :pale:

    viele Grüße vom Squirrel

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  • Die Schule kann - durch viele unterschiedliche Faktoren - Menschen auch komplett zu Schulversagern machen, was aber nichts über den erwachsenen Menschen später und seine Bildung aussagt.

    Wahrscheinlich hatten erst ich und später meine Kids einfach Glück mit unseren Lehrern (zumindest den meisten). Sie haben Lust auf Wissen gemacht. Aber natürlich darf man auch das Umfeld nicht außer Acht lassen. Wenn man mit Fragen daher kommt (z.B. aus der Schule) muss jemand da sein, der sie beantwortet oder zumindest gemeinsam darüber nachdenkt. Was haben wir Stunden über Sternbilder -> griechische Mythologie -> römische Götter -> Götter? Gott? Wie war das nochmal mit Jesus? Und wer waren die Apostel? in genau dieser Gedankenkette zugebracht. Und heute führen solche Gedankenketten von "Wie war Balin mit Gimli verwandt?" zu der Feststellung: "das Simarillion ähnelt der Bibel vom Aufbau schon sehr-" (stimmt's @Failadiel ? :lol: ) Aber ich schweife ab. Ich wollte damit eigentlich nur zeigen, was ich mir darunter vorstelle, sich Allgemeinbildung anzueignen.

    Ich glaube, wir urteilen mal wieder von heute aus und wir wurden in der Schule mit Algebra bombardiert. Damals hat man grade erst die arabischen Zahlen übernommen zur Berechnung und die Geometrie war - noch dazu für Menschen, die sich für die Physik interessierten - einfach das Mittel der Wahl. Ich denke, die Algebra bekam ihre heutige Bedeutung erst wesentlich später, auch wenn sie bereits eine sehr alte Form der Mathematik war als Galilei lebte.

    Ja klar, das ist schon richtig. Nur für mich ist es heute unvorstellbar, wie man ohne Dreisatz durch das Leben die Mathematik kommen kann. Und der Dreisatz ist in meinen Augen Algebra.

    Und bei mir auch (sind wir jetzt die drei ??? ?).

    :totlach: Au ja :bounce: 

    Wo liegt denn die Schwierigkeit? dass Geometrie für die Architektur und für die Perspektivik in der Kunst wichtig ist?

    Nein, dass man ohne Algebra ernsthaft Mathematik betreiben konnte.

    Gelesen in 2018: 7 - Gehört in 2018: 6 - SUB: 352


    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • Ja klar, das ist schon richtig. Nur für mich ist es heute unvorstellbar, wie man ohne Dreisatz durch das Leben die Mathematik kommen kann. Und der Dreisatz ist in meinen Augen Algebra.

    naja, eigentlich ist es nur eine einfache Verhältnis-Relation - okay, eine Variable ist drin, aber ich denke, Algebra wird hier als Begriff schon höher angesetzt. Aber ich verstehe schon, was Du meinst. Und die Grundzüge der Algebra waren ja bekannt und ich gehe davon aus, dass sie zu Teilen auch von Galilei und Kepler genutzt wurden, nur eben nicht tiefer verfolgt. Es steht ja doch nirgends geschrieben, dass sie niemals algebraische Formeln nutzten, nur, dass sie diesem Bereich (der grade wieder im Kommen war), nicht mehr Interesse widmeten. :wink: 

    Nein, dass man ohne Algebra ernsthaft Mathematik betreiben konnte.

    vermutlich verstehen wir alle zu wenig von der damaligen Mathematik, um uns das so genau vorstellen zu können O:-)

    viele Grüße vom Squirrel

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  • Es steht ja doch nirgends geschrieben, dass sie niemals algebraische Formeln nutzten, nur, dass sie diesem Bereich (der grade wieder im Kommen war), nicht mehr Interesse widmeten.

    Da hast du auch wieder recht.

    Gelesen in 2018: 7 - Gehört in 2018: 6 - SUB: 352


    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • Verhältnis Praktiker zu Theoretiker vor

    So kommen sie mir auch vor.

    Ist Euch übrigens das schöne Wortspiel mit "Arsen" aufgefallen?

    Oje, nichts aufgefallen :-? 

    Wo ist eigentlich unsere @Farast abgeblieben?

    Vielleicht hat sie den Urlaub verlängert - oder muss zu Hause erst noch klar Schiff machen ... :-k 

    sie fehlt hier doch

    :winken: 

    Ich wollte damit eigentlich nur zeigen, was ich mir darunter vorstelle, sich Allgemeinbildung anzueignen.

    Jedenfalls eine sehr schöne Art das in einem interessierten Umfeld tun zu können.
    Ich musste da auf die Bücher ausweichen. Hat sich so richtig keiner interessiert für meine Themen.

    vermutlich verstehen wir alle zu wenig von der damaligen Mathematik, um uns das so genau vorstellen zu können

    Ich versteh nicht nur von der damaligen sondern auch noch von der heutigen viel zu wenig. 8-[

    Liebe Grüße von Sylli :montag: 
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  • Mögen die Winterstürme auch noch so toben, in unserer LR geht es fröhlich weiter.


    Was mir an diesem Buch unter anderem ganz besonders gut gefällt, ist, dass unser geschätzter Autor seine Leser zeitweise direkt mitten ins Geschehen zu versetzen versteht. So jedenfalls ist es mir in diesem Kapitel ergangen. Wie oft habe ich andernorts schon von der Gregorianischen Kalenderreform gelesen, doch richtig greifbar wird diese große Umstellung erst, wenn man sie, so wie hier, im Zusammenhang mit bekannten Personen sieht, die zu jener Zeit lebten und wirkten.
    Kepler soll ab 1594 also an der evangelischen Stiftsschule Mathematik unterrichten und astrologische Kalender erstellen. Bisher war mir gar nicht so bewusst gewesen, wie wichtig diese Kalender für große Kreise der lesenden Bevölkerung waren. Außer der Bibel gab es ja kaum andere Lektüre, da waren diese Druckwerke sicher eine willkommene Abwechslung. (Auch meine Urgroßmutter war eine eifrige Leserin astrologischer Kalender, in denen es neben kurzen Geschichten auch viele praktische Tipps gab. Vielleicht war die Idee für diese Kalender sogar noch ein Überbleibsel aus dem 17. Jahrhundert. Jedenfalls wurden sie von meiner Uroma wie ein Schatz gehütet, und niemals weggeworfen. Die haben sich über Jahre in ihrer Truhe gestapelt, und als Kind durfte ich auch nur mit gewaschenen Händen ganz vorsichtig darin blättern.)
    Dass es in Deutschland bis ins Jahr 1700 zwei verschiedene Kalender gab, habe ich ebenfalls nicht gewusst, sondern an eine radikale Einführung des Gregorianischen Kalenders gedacht. Da sieht man wieder einmal, wie viele bekannte Tatsachen es gibt, über man dann doch wieder nicht so genau Bescheid weiß.
    In Graz soll der arme Kepler jetzt auch noch gewagte Prognosen über das Weltgeschehen erstellen. Mit solcherart Prophezeiungen hätte ich den großen Mann am allerwenigsten in Verbindung gebracht. Er selber dürfte ja auch keine Freude mit dieser Arbeit gehabt haben, schimpft er doch über den Aberglauben derjenigen, die politische Entwicklungen vorhersagen wollen. Dennoch meinte er, ganz und gar Kind seiner Zeit, dass Planetenkonstellationen das menschliche Schicksal beeinflussen.
    Thomas de Padova erklärt uns auch, warum sich Kepler immer noch mit Horoskopen herumschlagen musste. Der Beginn der modernen Wissenschaft ist also nicht durch einen radikalen Bruch nach vorangegangener Erleuchtung erfolgt, sondern war ein langwieriger, keineswegs immer geradlinig verlaufender Weg.
    Am Beispiel unserer beider Protagonisten wird uns das sehr eindrucksvoll vor Augen geführt: beiden bekämpfen den Aberglauben und erstellen selbst Horoskope (auch für sich und ihre Angehörigen); sie führen heftige Auseinandersetzungen mit der aristotelischen Schulphilosophie, und halten in vielem aber doch an ihr fest. Sie streben eine Einheit von Physik und Astronomie an, und sind oft blind für wegweisenden physikalische Konzepte des anderen. In dieses Spannungsfeld gehören auch ihre Konflikte mit der Kirche und ihre gleichzeitige Treue zum christlichen Glauben.
    Kepler war der Überzeugung, dass Gott die Welt nach einem geometrischen Modell entworfen hatte, und der menschliche Verstand in der Lage war, dies zu erkennen. Die harmonische Beschreibung des Kosmos wird für ihn zum Gottesdienst.
    An der Stiftsschule in Graz wollte es ihm nicht so recht gefallen, und vielleicht war er einfach zu klug, um ein guter Lehrer zu sein. Jedenfalls soll er im Vortrag und der Art seiner Erklärung sehr ausschweifend und wenig verständlich gewesen sein. Diesen Vorwurf musste er sich auch über seine Arbeit von seinem ehemaligen Lehrer Mästlin gefallen lassen.
    Trotz allem gibt es auch Grund zur Freude. Kepler hat die verwitwete Barbara Müller kennengelernt, die er 1597 heiratet.
    War wieder einmal ein sehr interessanter und informativer Abschnitt, was man aber bisher ja über alle Kapitel sagen kann. :thumleft:

    Liebe Grüße von Sylli :montag: 
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  • Oje, nichts aufgefallen :-? 

    schau mal auf S. 154 die Absatzüberschrift "Arsen und Spitzenforschung" - es gibt einen wunderschönen alten Film namens "Arsen und Spitzenhäubchen", in dem ein junger Mann (Cary Grant? :-k ) entsetzt feststellt, dass seine heißgeliebten alten Tantchen jede Menge Männer um die Ecke brachten :totlach: 

    Vielleicht hat sie den Urlaub verlängert

    DAS würde ich ihr ja von Herzen gönnen :D


    Was mir an diesem Buch unter anderem ganz besonders gut gefällt, ist, dass unser geschätzter Autor seine Leser zeitweise direkt mitten ins Geschehen zu versetzen versteht. So jedenfalls ist es mir in diesem Kapitel ergangen. Wie oft habe ich andernorts schon von der Gregorianischen Kalenderreform gelesen, doch richtig greifbar wird diese große Umstellung erst, wenn man sie, so wie hier, im Zusammenhang mit bekannten Personen sieht, die zu jener Zeit lebten und wirkten.

    Da geht es mir genauso - ich wusste von den Problemen und auch der Gleichzeitigkeit des alten und neuen Kalenders, aber welche praktischen Auswirkungen das auf den Alltag hatte, das ist so im Rückblick doch schwer vorstellbar. Hier mit Kepler, v.a. in seiner neuen Funktion, wird das so greif- und erlebbar. :wink:


    astrologische Kalender erstellen. Bisher war mir gar nicht so bewusst gewesen, wie wichtig diese Kalender für große Kreise der lesenden Bevölkerung waren. Außer der Bibel gab es ja kaum andere Lektüre, da waren diese Druckwerke sicher eine willkommene Abwechslung.

    Diese astrologischen Kalender sind ja eine hochriskante Sache um nicht zu sagen ein Schleudersitz. Wow, eine Fehleinschätzung der politischen Lage und schon hast Du echten Ärger an der Backe :shock: Und woher sollten die armen Astronomen das Wetter für ein Jahr, Ernteprognosen et al wissen? Neeeeee, das wär kein Posten für mich gewesen. Armer Kepler, kann ich da nur sagen... 8-[ 

    Dass es in Deutschland bis ins Jahr 1700 zwei verschiedene Kalender gab, habe ich ebenfalls nicht gewusst, sondern an eine radikale Einführung des Gregorianischen Kalenders gedacht. Da sieht man wieder einmal, wie viele bekannte Tatsachen es gibt, über man dann doch wieder nicht so genau Bescheid weiß.

    Doch, das war mir schon bekannt, aber ich hab erst jetzt mal so ein Bild der Probleme bekommen. Ich hab mich zwar schon immer gefragt, wie kompliziert das bei all der Kleinstaaterei gewesen sein muss, aber allein schon die Frage, wann denn nun Ostern und abhängig davon all die Feiertage waren - das war mir so nicht bewusst. Kepler hat da ja eine mutige Entscheidung getroffen, als er sich rigoros gegen seine Konfession und ihre verbohrten Vertreter und für den papistischen, katholischen Gregorianischen Kalender entschied. :wink:


    In Graz soll der arme Kepler jetzt auch noch gewagte Prognosen über das Weltgeschehen erstellen. Mit solcherart Prophezeiungen hätte ich den großen Mann am allerwenigsten in Verbindung gebracht. Er selber dürfte ja auch keine Freude mit dieser Arbeit gehabt haben, schimpft er doch über den Aberglauben derjenigen, die politische Entwicklungen vorhersagen wollen.

    Freude hatte er ganz sicher nicht und er war sich auch bestimmt der Brisanz dieses Postens bewusst. Wenigstens hatte er wohl gute Berater und einen guten Riecher, was die politischen Entwicklungen anging. Hoffentlich blieb ihm dieses Glück hold.


    So, weiter bin ich noch nicht mit diesem Kapitel :lol:

    viele Grüße vom Squirrel

     :study: Kazuo Ishiguro - Der Maler der fließenden Welt
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  • "Arsen und Spitzenhäubchen"

    Merci, ... :kiss: 

    aber welche praktischen Auswirkungen das auf den Alltag hatte, das ist so im Rückblick doch schwer vorstellbar.

    Ja, aber mit solchen Erklärungen wie der Thomas de Padova sie liefert, gelingt das einfach toll. Ich frage mich schon andauernd, wie der das macht. Ein paar passende Wörter in einigen schlichten Sätzchen und schon ist man mitten drin im Geschehen. Mir kommt vor, da hat man gleich einen ganz anderen Zugang zu dieser Zeit. Der ist echt ein Genie in Sachen Erklärung.

    Wow, eine Fehleinschätzung der politischen Lage und schon hast Du echten Ärger an der Backe

    Ja, hatten sie auch damals schon richtigen Stress bei der Arbeit, und die war sogar hinter dem Schreibtisch nicht immer harmlos.

    Kepler hat da ja eine mutige Entscheidung getroffen, als er sich rigoros gegen seine Konfession und ihre verbohrten Vertreter und für den papistischen, katholischen Gregorianischen Kalender entschied.

    Ein richtiger Freigeist war das, leider im engen Denken seiner Zeit befangen. Doch hat er ja öfter mal bemerkenswerte Ausbrüche unternommen. :thumleft:

    Liebe Grüße von Sylli :montag: 
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  • So jetzt komme ich auch mal wieder dazu, ein kurzes Statement abzugeben.


    Das Kepler-Kapitel fand ich sehr gut gemacht. Vor allen die Lebensgeschichte seiner Familie. Hat mich mehr fasziniert als Galilei muss ich zugeben.


    Das neunte Kapitel war etwas komplex und ich musste mehrmals lesen. Ich gebe euch recht, dass nicht alles was in der Schule gelehrt wird, einem etwas bringt und auch vieles vom Lehrer abhängt. Man sollte zwar in der Schule aufs Leben vorbereitet werden, aber dem ist nicht so. Manche Sachen brauche ich heute überhaupt nicht mehr und andere habe ich mir erst viel später angeeignet.

    Liebe Grüße von der buechereule :winken:


    Im Lesesessel

    Kein Schiff trägt uns besser in ferne Länder als ein Buch!
    (Emily Dickinson)


    Mein Buchblog: Wörterkatze
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    2018: 8/2.247 SuB: 2.229 (B/E/H:1.834/370/25)

  • mit solchen Erklärungen wie der Thomas de Padova sie liefert, gelingt das einfach toll. Ich frage mich schon andauernd, wie der das macht. Ein paar passende Wörter in einigen schlichten Sätzchen und schon ist man mitten drin im Geschehen. Mir kommt vor, da hat man gleich einen ganz anderen Zugang zu dieser Zeit. Der ist echt ein Genie in Sachen Erklärung.

    Da haben wir ja schon oft feststellen dürfen, wie gut uns Padova in die Zeit entführen und sie uns bildlich vor Augen entstehen lassen kann. Wir können froh sein, dass er sich von der eigentlich Physik abgewandt und dem Schreiben zugewendet hat :dance: 

    Ein richtiger Freigeist war das, leider im engen Denken seiner Zeit befangen.

    Das Denken, die Erziehung und die gesellschaftlichen Einflüsse streift man halt nicht so leicht ab. Dafür war er schon sehr, sehr offen und und frei unterwegs. Es konnte ihm ja auch echten beruflichen Ärger einbringen, schließlich war er in einem protestantischen Konvent angestellt. :wink: 

    Hat mich mehr fasziniert als Galilei muss ich zugeben.

    schön, dass Du auch mal wieder bei uns sein kannst :friends: und mir geht es wie Dir: mich fasziniert Kepler auch mehr. Vielleicht liegt es daran, dass uns Kepler irgendwie näher ist, so im Hinblick auf Herkunft etc? :-k

    viele Grüße vom Squirrel

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  • schön, dass Du auch mal wieder bei uns sein kannst und mir geht es wie Dir: mich fasziniert Kepler auch mehr. Vielleicht liegt es daran, dass uns Kepler irgendwie näher ist, so im Hinblick auf Herkunft etc?

    Osterwochenende war Familienwochenende, das ist halt so. Dann war gestern und heute mal wieder Chaos angesagt und ich könnte schon wieder einen Schreikrampf bekommen. Da wird hier echt manchmal der Hund in der Pfanne verrückt.

    Liebe Grüße von der buechereule :winken:


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  • So immer noch hintendran, aber immerhin Kapitel 8 fertig und jetzt schnell kommentieren, was ihr so schön schon gemacht habt. :friends: 

    Und es wundert mich auch nicht mehr, warum seine Mutter so war wie sie war, bei der Geschichte und einem solchen Mann. Auch ist es für mich jetzt nachvollziehbar, warum Kepler und Galilei so unterschiedlich waren - das ist zwar nicht immer zwangsläufig, aber familiäre Hintergründe erklären doch immer eine ganze Menge.

    Da gebe ich Dir Recht. Vieles relativiert sich, wenn man einen Menschen und die familiären Hintergründe besser kennen lernt.

    Die Pest und andere Krankheiten grassierten, und es verwundert nicht, dass sich der Karfreitag gerade in dieser Zeit als Gedenktag für das Leiden Christi zu etablieren begann. Schuldige für die Gottesplagen müssen her und sind auch schnell gefunden: Ketzer, Ungläubige, Hexen und Zauberer.

    Super witzig fand ich das wir das Buch bzw. das Kapitel genau dann lesen, als es Ostern bzw. Karfreitag ist. :loool: Ketzer, Ungläubiger, Zauberer ... wäre wohl dreimal verbrannt. :shock: 

    Jedenfalls ein sehr aufschlussreiches Kapitel über die frühen Jahre des Johannes Kepler, aus dem wieder viel Neues zu erfahren war (zumindest für mich).

    Das ging mir auch so. Ist aber allgemein so, dass ich aktuell mehr wissen will über Zeiten und Menschen. Gilt zwar nicht für alle Menschen und Zeiten, aber eine gewisse Affinität zu mehr Sachbüchern ist definitiv vorhanden.

    allerdings muss man sich im Klaren darüber sein, wie lächerlich solche Fehler wirken, wenn man sich selbst und seine Entdeckungen für zu wichtig hält.

    Wahrscheinlich betrachte ich das aus heutiger Sicht ein wenig zu streng, aber wenn man Entdecker und Wissenschaftler ist, dann freut man sich über neue Entdeckungen, aber man sollte auch Beweise bzw. eine Beweisführung haben. :-k 

    Diese Information hat mich auch erstaunt. Dass man die Kirche rückhaltlos unterstützt, obwohl die Inquisition hinter einem her ist, ist schon enorm.

    Ja da waren die Zeiten definitiv anders, heute würde man die Kirche als Institution in Frage stellen und Gott trotzdem im Herzen und Kopf behalten. Das konnten die Menschen damals einfach nicht. Zu groß waren die Worte der Kirche. Die Kirche war halt im Kopf der meisten Menschen.

    Ich verbinde Hochbegabung vor allem mit der Fähigkeit, Dinge zu hinterfragen.

    Ich verbinde mit Hochbegabung Menschen, die wirklich intelligent sind und ohne viel Zeit und lernen Aufgaben lösen können. Ich verbinde mit Hochbegabung Menschen die sich auffallend schlecht in eine soziale Gruppe einfügen können. Außerdem verbinde ich mit hochbegabten Kindern und Jugendlichen, die nicht gefördert und vernachlässigt werden, eine extreme Langeweile am Unterricht, weil sie es schon können und wissen. Sie sind oft verhaltensauffällig im Unterricht und stören auch häufig den Unterricht.

    Hier muss ich mal Partei für meine - manchmal zugegeben unterbelichtete - Generation ergreifen. Die Technik bedienen zu können ist heute elementarer Bestandteil unseres Alltagslebens und dass sich die Jugend damit beschäftigt ist richtig und gut, denn im Job kommt man heute ganz ohne eben auch nicht mehr weit.

    :friends::tanzen::tanzensolo: 

    Ich habe von den "Smombies" geredet, die quasi mit ihren Smartphones verwachsen sind und mir morgens im Bahnhof immer in den Weg laufen, weil sie nicht in der Lage sind, den Blick von ihren Smartphones zu heben und zu schauen, wo sie hinlaufen.

    Ich notiere, dass @Castor den Begriff "Smombies" aus der Jugendsprache gehört hat und auch kennt. :loool: Ich benutze mein Smartphone auch häufig im Buchhandel um zu gucken, was ich kaufen und / oder bestellen kann. O:-) 

    Witzigerweise ist es bei mir im Bekanntenkreis genau andersherum. Ich bin in Mathe eine totale Niete und doch etwas musikalisch. Mein (Stief)vater hingegen ist ein absolutes Mathegenie und Ingenieur, ist aber vollkommen unmusikalisch.

    Ich bin in Mathe und Musik eine Niete. :pale: 

    Und die Jungs im Internat: da ist ein kränklicher Bursche, der sich aber als klug und fleißig erweist, also in ihren Augen ein Streber ist: was meinst du, wie dem mitgespielt wurde?

    :-# Das betrifft nicht nur kränkliche Burschen, sondern allgemein Jungs, die "anders/absonderlich" waren bzw. sind. Aussenseiter sind damals wie heute oft häufig von Mobbingattacken.

     :study: Der Insektensammler (Jeffery Deaver) 335 / 478 Seiten
     :study: Das Leben nehmen - Suizid in der Moderne (Thomas Macho) 13 / 531 Seiten

    :study: Aquila (Ursula Poznanski) 178 / 426 Seiten


    SUB: 586

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