Constanze Wilken - Das Erbe von Carreg Cottage

Das Erbe von Carreg Cottage

4.3 von 5 Sternen bei 11 Bewertungen

Verlag: Goldmann

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 480

ISBN: 9783442484768

Termin: Februar 2017

Klappentext / Inhaltsangabe: Die 35-jährige Lili Gray steht vor dem Nichts, als sie ihr Café in einem kleinen schottischen Küstenort schließen muss. Doch dann vermacht ihr ein Unbekannter ein altes Haus auf der Halbinsel Llyn in Nordwales. Die leicht verfallene Pilgerraststätte und der Garten an den Klippen ziehen Lili sofort in ihren Bann. Von dort blickt sie auf die Insel Bardsey, die eine unerklärliche Faszination auf sie ausübt. Aber Lilis Anwesenheit scheint jemanden zu stören, und die junge Frau ahnt nicht, wie sehr die Geschichte des Pilgerortes mit ihrer eigenen – und der des unbekannten Gönners verbunden ist ...
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  • Die Autorin (Quelle: Amazon)


    Nach dem Studium der Kunstgeschichte in Kiel ging Constanze Wilken nach Wales, wo sie mehrere Jahre lebte und an ihrer Promotion arbeitete. In Wales entstand die Idee zu ihrem ersten Roman. Neben dem Schreiben bestimmt die Liebe zu Kunst und Antiquitäten das Schaffen der Autorin, deren Recherchereisen sie quer durch Europa führen. Die Autorin lebt und arbeitet mit ihrer Familie, ihren Hunden und Katzen, in der Zurückgezogenheit ihrer nordfriesischen Heimat.
    Wales ist die zweite Heimat der Autorin und Schauplatz der aktuellen Romanreihe:
    Der Duft der Wildrose
    Ein Sommer in Wales
    Sturm über dem Meer


    Produktinformationen (Quelle: Amazon)


    • Taschenbuch: 480 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (13. Februar 2017)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3442484766
    • ISBN-13: 978-3442484768



    Eine unerwartete Erbschaft


    Eine Nonne hält eine junge schwangere Frau vom Selbstmord ab. Doch sie weiß trotzdem nicht, wie es weitergehen soll….


    614 n. Chr. Lileas, Tochter eines Druiden, fragt den Raben nach der Zukunft. Und er verkündet ihr Unheil….


    Als sie nicht viel später ihren Vater von seiner Arbeit abhalten will, wehrt er sie ab….


    Lileas ist nun ganz allein auf der Welt, die Mörder ihrer Eltern werden nach ihr suchen….


    Gegenwart. Lilian Gray hatte alles verloren. Sie besaß nur noch ihr Auto und das was sie darin mitgenommen hatte. Ein Anwalt hatte ihr geschrieben, und nun war sie auf dem Weg zu ihm….


    Lilian hatte ein Cottage in Wales geerbt. Doch diese Erbschaft war auch mit Bedingungen verknüpft…


    614 n.Chr. Dann ist da noch Cadeyrn, ein junger Mönch, der eigentlich gar nicht zum Mönch taugt. Und ein Angriff auf sein Kloster….


    Was wird die junge Frau tun? Wird sie ihr Kind zur Welt bringen? Aber was dann? Wie verkündet der Rabe der Druidentochter Unheil? Warum hört ihr Vater nicht auf sie, als sie ihn warnen will? Wurden Lileas Eltern ermordet? Von wem? Kann sie fliehen? Findet sie irgendwo ein Plätzchen, wo sie in Sicherheit ist? Was wollte der Anwalt von Lilian? Hatte sie etwa etwas geerbt? Aber von wem? Welche Bedingungen waren an die Erbschaft genknüpft? Was war mit Cadeyrn? Wer war er? Warum war er bei den Mönchen? Wieso wurde sein Kloster angegriffen und von wem? Alle diese Fragen – und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.




    Meine Meinung


    Im Großen und Ganzen ließ sich das Buch leicht und flüssig lesen. Allerdings machten mir zu Anfang noch die walisischen Namen etwas zu schaffen, aber sobald man sich daran gewöhnt hat, flutscht es. Es wird ab dem Jahr 614 nach Christus und hier von Cadeyrn und der Druidentochter Lileas erzählt. Was die beiden alles erdulden mussten. In der Gegenwart lesen wir von Lilian Gray, die ein Cottage in Wales geerbt hat. Sie kann sich nicht vorstellen, von wem. Aber sie will es wissen, erfährt es jedoch erst ein Jahr nachdem sie die Erbschaft angenommen hat. Doch was in diesem Jahr alles passiert, und es passiert einiges, ist äußerst interessant. Wobei man zwischendurch immer wieder von Cadeyrn und Lileas liest. Und ich fragte mich, wo der Zusammenhang zwischen den beiden Zeiten ist. Dieses Buch hat mich sehr gut unterhalten und mir auch super gefallen, wie alle Bücher die ich von Constanze Wilken bisher gelesen habe. Es war spannend vom Anfang bis zum Ende, ob nun Lilian oder Cadeyrn/Lileas am Zug waren. Es hat mich überzeugt und ich habe es sehr gerne gelesen. Von mir bekommt es eine Lese-/Kaufempfehlung und natürlich volle Bewertungszahl.

    Liebe Grüße
    Lerchie



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    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • 7. Jh. Lileas ist die Tochter eines berühmten Druiden und hat selbst die Gabe, in die Zukunft zu sehen. Als sie beunruhigende Zeichen sieht und ihren Vater warnt, hört er ihr leider nicht zu und wird kurze Zeit später getötet. Auch ihre Mutter und ihre Geschwister kommen bei einem feigen Anschlag ums Leben. Nun muss Lileas sich allein in der Welt durchschlagen, doch da sie um die Heilkunst der Pflanzen weiß, kann sie sich mit ihrem Wissen ein Leben aufbauen. Durch Zufall lernt sie den jungen Mönch Cadeyrn kennen, der aber so gar nicht wie ein Mönch wirkt. Er wurde auf der Flucht verletzt und Lileas pflegt ihn wieder gesund, bevor er ins Kloster zurückkehrt. Doch zwischen den beiden ist ein Band entstanden. Auch Cadeyrn ist auf der Flucht vor einem Mörder ebenso wie Lileas. Werden beide ihren Jägern auf Dauer entkommen?


    21. Jh. Lilian Gray ist Mitte Dreißig und besitzt nichts mehr außer ihrem Auto und ihrem Hund Fizz. Sie musste ihr Café in Schottland schließen und weiß nicht so recht, wie es weiter gehen soll. Da erreicht sie ein Brief von einer Anwaltskanzlei, in dem ihr mitgeteilt wird, dass sie die Erbin eines alten Cottages in Wales ist, das ihr von einem anonymen Gönner vermacht wurde. Da sie nichts mehr zu verlieren hat und die Neugier siegt, macht sich Lili mit ihren wenigen Besitztümern auf den Weg, um das Erbe anzutreten. Beim ersten Blick schon verliebt sich Lilian in das alte Haus auf den Klippen mit dem großen Garten und der Aussicht auf die Klosterinsel Bardsey, das immer schon als Pilgerrasthaus für Besucher offen stand. Um das Cottage wieder zu öffnen, muss es erst einmal renoviert werden und Lilian unternimmt alles, damit das Haus wieder in altem Glanz erstrahlt. Doch jemand ist davon gar nicht begeistert und versucht, Lilian Angst einzujagen und ihre Renovierungsarbeiten zu torpedieren. Wer will Lilian aus dem Weg haben?


    Constanze Wilken hat mit ihrem Buch „Das Erbe von Carreg Cottage“ einen zauberhaften und spannenden Roman um alte Familiengeheimnisse und die Glaubensunterschiede des Landes vorgelegt, der über zwei Handlungsstränge und vor der rauhen, wunderschönen Kulisse von Wales die Vergangenheit mit der Gegenwart auf wunderbare Art miteinander verbindet. Der Schreibstil ist flüssig und sehr bildhaft; schon mit den ersten Zeilen taucht der Leser in die Handlung ein und lässt sich als unsichtbarer Schatten durch die Geschichte treiben, mal an der Seite von Lileas in längst vergangener Zeit, mal neben Lilian im Hier und Jetzt, um sie bei ihren Erlebnissen, Gedanken und Tun zu beobachten. Der Spannungsbogen wird bereits im Prolog aufgebaut, dessen Rätsel einen durch die gesamte Geschichte hindurch ständig begleitet, und steigert sich im Verlauf der Handlung immer weiter bis zum großen Finale. Erst ganz am Schluss fallen alle Puzzleteile an ihren Platz und bescheren dem Leser ein befriedigendes Gefühl, eine tolle Geschichte begleitet zu haben. Die Landschaftsbeschreibungen sind so lebhaft und bildgewaltig, es ist nicht zu übersehen, dass die Autorin ihr Herz an die wunderschöne Küste von Wales verloren und sich von deren mystischer Atmosphäre hat einfangen lassen. Beim Lesen hat man regelrecht die Insel Bardsey, die tosenden Wellen des Meeres und die dortige Natur vor Augen, die mal einladend und mal beängstigend wirkt.
    Die Charaktere wurden sehr liebevoll ausgestaltet und wirken authentisch und sehr lebendig. Die Autorin beweist hier besonderes Geschick, denn bei einigen der Protagonisten ist man sich nicht sicher, ob er der Fraktion Gut oder Böse angehört, dies kristallisiert sich erst immer recht spät heraus, was die Spannung und die Spekulationen um die Geheimnisse noch mehr anheizt. Lileas/Meara ist eine sehr sympathische und hilfsbereite Frau, die schon in jungen Jahren viel einstecken musste. Sie gehört noch dem alten Glauben an und kennt sich gut in der Heilkunst aus, mit der sie ihren Lebensunterhalt bestreiten kann. Aber ihr schlägt auch viel Misstrauen und Argwohn entgegen. Doch sie ist selbstsicher und mutig, stellt sich den Dingen und ihren Mitmenschen und kämpft für ihre Überzeugungen. Cadeyrn ist ein junger Mann, der zu seinem Schutz von seinem Vater in ein Kloster gesteckt wurde, dessen Glauben aber nicht nur Gott gehört und der mit seinen Ansichten immer wieder aneckt und sich nur schwer unterordnen kann. Lilian ist eine unsichere Frau, immer auf der Flucht, mit ihren eigenen Vorhaben immer wieder gescheitert. Sie hat außer ihren Großeltern keine Familie mehr, allerdings ist das Verhältnis angespannt, zu viele Dinge liegen im Argen. Lilian ist forsch, durchaus sympathisch, aber mit ihrem Misstrauen steht sie sich oft selbst im Weg. Marcus ist ein sehr netter Mann und talentierter Handwerker. Er ist offen, ehrlich und hilfsbereit, dabei hat auch er seine Päckchen zu tragen. Die Entwicklung der einzelnen Charaktere ist während der Geschichte wunderschön zu beobachten. Auch die vielen anderen sehr eindrucksvollen Protagonisten tragen ihren Teil zur Handlung bei, um dauerhaft die Spannung zu halten und den Leser mehr als einmal mit ihrem Tun zu verwirren.


    „Das Erbe von Carreg Cottage“ ist ein wunderschöner und fesselnder Romanmix aus historischer Zeitreise mit parallel laufendem gegenwärtigem Handlungsstrang über ein Familiengeheimnis. Auch die Liebe kommt hier nicht zu kurz. Liebhaber dieses Genres werden schon in den ersten Seiten gebannt schmökern und sich von dieser tollen Geschichte einfangen lassen. Absolute Leseempfehlung für einen Pageturner der Extraklasse!


    Zauberhafte :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: !!!

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    SUB: ca. 1.800 / gelesen 2019: 367/ 143788 Seiten

  • Inhalt:


    Lilian Gray kann es kaum glauben. Ausgerechnet ihr vermacht jemand ein kleines Pilgercottage auf der nordwalisischen Halbinsel Llyn. Das ziemlich vernachlässigte Cottage dient Pilgern zum Aufenthalt, auf ihrem Weg zur Insel Bardsey. Nicht immer ist ein Übersetzen über die tückischen Ströme möglich und manche Pilger müssen mehrere Tage ausharren, bis sie weiter reisen können.
    Lilian ist eine gottesfürchtige Frau und fragt sich schon, warum sie Erbin des Cottages ist und vor allem - wer es ihr vermacht hat. Der etwas steife aber durchaus freundliche Notar Stanley Edwards hat den Auftrag Lilian bei der Abwicklung zu helfen und auch die nötigen Gelder fließen zu lassen um das denkmalgeschützte Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen. Den großzügigen Geber darf er allerdings nicht verraten und das wurmt Lilian.
    Nach ihrem bislang rastlosen Leben an unzähligen Orten scheint es so, als wenn sie an diesem Ende der Welt zur Ruhe kommen könnte. Das Meer hat sie seit jeher gerufen und obwohl sie hier noch nie war, fühlt sie sich seltsam heimisch.


    Viele der Dorfbewohner sind ihr gegenüber offen und freundlich - allen voran Collen Thomas, ein im Ort lebender Historiker. Seine ruhige und doch charmante Art machen es Lilian beinahe leicht sich bei ihm wohl zu fühlen.
    Für die Arbeiten am Cottage braucht Lilian einen erfahrenen Handwerke und obwohl ihr beinahe jeder zum größten ortsansässigen Unternehmen rät, entscheidet sie sich für eine Empfehlung von Collen - Marcus Tegg. Der gutaussehende Tischler lässt Lilians Herz höher schlagen und macht aus dem Cottage nach und nach eine bewohnbare Behausung.


    Doch nicht alle Menschen mögen die etwas ruppige Fremde in ihrer Mitte. Wie lässt es sich sonst erklären, dass in das Cottage jahrelang niemand einen Fuß setzt und als Lilian dort einzieht unerlaubt darin herumschnüffelt? Auch wird die tote Dohle nicht so ohne weiteres auf ihrer Türschwelle gelandet sein. Je mehr sich Lilian mit der Geschichte des Cottage befasst, desto mehr lernt sie über die teils dunkle Vergangenheit und auch über ihre eigene Herkunft.
    Zusammen mit Collen, Marcus und ihrem Vierbeiner Fizz versucht sie Licht ins Dunkel zu bringen und begibt sich dabei auf gefährliches Terrain.
    Wird sie das Rätsel um das Cottage lüften? Und kann sie ihren neuen Freunden überhaupt trauen?


    Meinung:


    Nach Ein Sommer in Wales und Sturm über dem Meer geht es mit Das Erbe von Carreg Cottage wieder an die raue Küste Wales. Lilian Gray ist kein spontaner Sympathieträger. Sie hat einen Dickschädel, ist sehr eigenbrötlerisch und vertraut in erster Linie sich selbst. Was ja an sich nicht schlecht ist. Ihre Kindheit war nicht einfach und ihre Eltern sehr streng. Schon früh hat sie sich von daheim losgesagt und ist in der Weltgeschichte herumgereist. Nie lange an einem Ort, um bloß nicht zu viel Bindung auf zu bauen. So macht sie es den neuen Menschen in ihrem Leben nicht gerade leicht an sich heran zu kommen.
    Aber solch eine Figur ist auch mal erfrischend anders und irgendwie mochte ich Lilian dann doch ganz gern. Ihren kleinen Wadenbeißer Fizz übrigens ebenfalls.


    Die Geschichte spielt zunächst in zwei Zeitzonen, aber in drei Perspektiven. Das ist am Anfang sehr verwirrend und hat mich so manches Mal in die Verzweiflung getrieben. Nach einer Weile verbinden sich zwei Stränge der Geschichte, so dass es nur noch das Heute und das Damals gibt.
    Mir persönlich spielte dieses Buch zu Beginn zu viel in der Vergangenheit, ich wollte mich erst einmal mit der Gegenwart und Lilian anfreunden, bevor ich dann in der Vergangenheit einen im Glauben zweifelnden Mönch und eine einsame Kräuterkundige kennenlerne. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran dann aber doch.


    Zu Beginn des Buches befindet sich ein Namensregister, was ich unsagbar praktisch finde, da Namen bei mir Schall und Rauch sind. So konnte ich immer mal wieder nach vorne blättern und schauen wer denn da jetzt mit wem eigentlich zu Gange ist.
    Eine Karte der Gegend wäre zudem noch schön gewesen und irgendwie war ich da von den vorherigen Büchern verwöhnt ;o)


    Dieses Buch verbindet stark den Glauben der Christen und den Glauben an die Muttergöttin. Wer sich mit beidem also nicht wenigstens ein bisschen anfreunden kann, könnte hier so seine Probleme haben. Mir selbst war es teilweise einfach zu viel 'Esoterik'. Aber das ist Geschmacksache und kam bei wiederum anderen Leser/innen sehr gut an.
    Alles in allem war die Geschichte spannend erzählt und lässt am Ende ein paar Punkte offen. Hier wird es aber ein weiteres Buch geben, in dem diese Fragen dann sicherlich beantwortet werden. Da müssen wir uns aber noch etwas gedulden.


    Fazit: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: