Marie Lu - Die Gemeinschaft der Dolche / The Young Elites

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Young Elites - Die Gemeinschaft der Dolc...

3.9|10)

Verlag: Loewe

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 416

ISBN: 9783785583531

Termin: Januar 2017

  • Als Kind wurde Adelina vom Blutfieber heimgesucht. Seitdem trägt sie ein Mal, das sie für jeden sichtbar als Malfetto kennzeichnet. In der Gesellschaft gilt sie somit als verabscheuungswürdig. Einige dieser Malfettos haben durch die Krankheit jedoch auch eine übernatürliche Gabe erhalten. Sie haben sich als Elite zusammengeschlossen und bilden die Gemeinschaft der Dolche. Langzeit glaubt Adelina, dass sie keine besondere Gabe hat. Doch plötzlich spürt sie eine dunkle Energie aufflammen, die sie kaum kontrollieren kann.


    Von Marie Lu kenne ich bereits die Legend-Trilogie, mit der sie mich begeistern und fesseln konnte. Gerne bin ich ihr daher nach Kenettra ins Jahr 1361 gefolgt, denn das ist das Setting für den Auftaktband ihrer neuen historischen Fantasy-Trilogie um die Protagonistin Adelina Amouteru und die Young-Elites.


    Der Großteil des Romans wird aus Sicht der Ich-Erzählerin Adelina präsentiert. Ab und an fließen Kapitel eines auktorialen Erzählers ein, die die Erlebnisse anderer Figuren schildern. Hauptsächlich verfolgt man jedoch die 16-Jährige, deren Leben sich auf den knapp 400 Seiten mächtig verändert. Obwohl man als Leser durch die Ich-Erzählerperspektive einen direkten Draht zur Protagonistin hat, ist es mir nicht gelungen eine Bindung zu ihr aufzubauen. Sie ist definitiv interessant, denn sie besitzt nicht nur eine besondere Gabe, die sie selbst erst entdecken und zu kontrollieren lernen muss, sondern sie schwankt stets zwischen Liebe und rachgieriger Dunkelheit und bis zum Ende weiß man kaum, was sich bei ihr durchsetzen wird. Trotzdem habe ich keinen wirklichen Zugang zu ihr gefunden.


    Die Handlung fängt spannend an, erlebt dann eine kleine Durststrecke, bis die Spannung wieder anzieht und in einem fulminanten Abschluss mit unerwarteten Wendungen endet. Marie Lu ist es gelungen die Atmosphäre in ihrer erdachten Welt gut zu beschreiben. Beim Lesen nimmt man die Abneigung vieler Menschen gegen die Malfettos wahr und man spürt es unter der Oberfläche brodeln und wartet nur darauf, dass sich die Bevölkerung endgültig von ihnen befreien will oder aber, dass die Elite endlich etwas gegen die Unterdrückung tut. Gegen Ende hat die Autorin eine Entwicklung eingebaut, die vielleicht unpopulär sein wird, aber mir hat gefallen, dass sie den Mut dazu hatte, denn es ist einfach stimmig.


    Dieser Roman macht mir das Rezensieren tatsächlich etwas schwer. Es ist kein Buch, dem ich sofort den Stempel "Ich liebe es." oder "Es hat mir nicht gefallen." aufdrücken kann. Es hat durchaus seinen Reiz, was sicherlich an der interessanten Protagonistin liegt, aber dann wiederum fehlte mir der Zugang und etwas Tiefe. Die Handlung ist auch nicht schlecht, hat zwischendrin aber ein paar Längen, wo sich weder Story noch Protagonistin besonders weiterentwickeln. Ich bin wirklich etwas hin- und hergerissen. Direkt nach dem Lesen war ich sogar nicht einmal sicher, ob ich den Folgeband auf meine Wunschliste legen sollte oder nicht. Ich bin aber gespannt, wie sich die Protagonistin, die ihre Kraft aus der Dunkelheit und der Angst anderer schöpft, weiterentwickeln wird, deshalb werde ich mich letztlich wohl doch für die Fortsetzung entscheiden, sobald diese erschienen ist.


    Fazit: Ich habe erwartet, dass mich der Auftaktband der Young-Elites-Trilogie genauso fesseln würde, wie vor einigen Jahren "Legend". Doch dem war leider nicht so. Gute Ansätze in der Handlung und eine interessante Protagonistin, aber leider auch in beiden Bereichen Schwächen haben dafür gesorgt, dass ich nicht komplett begeistert bin. Ich habe irgendwie mehr erwartet und bin noch nicht abschließend sicher, ob mir Band zwei dieses geben können wird. Ich vergebe daher 3,5 Sterne.



    • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
    • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
    • Originaltitel: The Young Elites
    • Homepage: www.young-elites.com
    •  :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: 
  • Zum Inhalt


    Kenettra, eine abgelegene Insel der Sonnenlande, hatte jahrzehntelang mit dem Blutfieber zu kämpfen. Ein Drittel der Bevölkerung hat es nicht überlebt und andere, die sich durch die Krankheit gekämpft haben, sind für immer gezeichnet. Malfettos werden sie genannt und bemitleidet, denn das Blutfieber hat ihnen einen Makel hinterlassen: bei manchen ist es nur eine unnatürliche Augen- oder Haarfarbe - andere tragen seither ein Feuermal oder auch körperliche Missbildungen.


    Adeline ist eine davon. Während ihre Mutter starb und ihre kleine Schwester das Fieber unbeschadet überstanden hat, ist sie für immer entstellt. Und das Mitleid, das die Bevölkerung anfangs diesen gezeichneten Kindern entgegen gebracht hat, ist gewichen. Denn einige der Malfettos haben besondere Begabungen, die sogar die Inquisition auf den Plan rufen.
    Adeline hat sehr unter ihrem gewalttätigen Vater zu leiden. Schon immer hat er die kleine Schwester Violetta bevorzugt und als er sie schließlich an einen reichen Kaufmann als Mätresse verscherbeln will, bricht sich ihre außergewöhliche Fähigkeit Bahn und treibt sie direkt in die Arme der Gemeinschaft der Dolche - und damit zu einer Entscheidung, die ihr ganzes Leben verändern wird ...


    Meine Meinung


    Ein für mich wirklich großartiger Auftakt und setzt sogar der Legend Trilogie der Autorin noch einen drauf! Ich war ja alleine schon von dem Cover fasziniert, obwohl ich Gesichter ja nicht so gerne mag, aber das hier mit den Farben sieht schon sehr edel aus!


    Der Schreibstil ist ebenso faszinierend, denn ich war von der ersten Seite an sofort mit der intensiven Stimmung und der düsteren Atmosphäre vertraut, die in Kenettra herrscht. Ein unzufriedenes Volk, ein unfähiger König und die Inquisition, die bei jedem Verdacht eines Begabten kurzen Prozess macht. Und mittendrin Adeline, die gerade erst entdeckt hat, dass auch sie über besondere Fähigkeiten verfügt.


    Adeline ist kein typischer Heldencharakter, wahrlich nicht, und ich fand sie extrem interessant! Sie hat jahrelang unter der Quälerei ihres Vaters leiden müssen, der sie entweder mit Nichtachtung gestraft oder ihr körperliche Schmerzen zugefügt hat. Sie hat gelernt, dass sie nichts wert ist, keinem Zweck dient und vor allem, dass ihre kleine Schwester immer besser, schöner und der Sonnenschein aller ist. Das hat natürlich seine Spuren hinterlassen und so brodelt unter der Oberfläche eine kalte Wut, eine bodenlose Dunkelheit, die sie nach der Flucht immer öfter an Rache denken lässt. Während sie manchmal noch wie das Mädchen wirkt, zudem sie erzogen wurde, steigt dieser Hass immer mehr an die Oberfläche und das Gefühl, endlich auch Macht über andere ausüben zu können, nachdem sie selbst so lange darunter gelitten hat, hilflos zu sein. Genauso wie der Neid auf diejenigen, die akzeptiert und geliebt werden so, wie sie sind.


    Gerade dieser Anti-Helden Charakter hat es mir sehr angetan und Marie Lu hat hier sehr schön angedeutet, wie sehr die Vergangenheit prägend sein kann und dass nicht jeder Mensch immer die Stärke und den Mut besitzt, und die Hoffnung, aus diesem Kokon von negativen Einflüssen auszubrechen.


    Aber auch die anderen aus der Gemeinschaft der Dolche wie Raffael, die Spinne oder die Windfängerin sind außergewöhnlich und haben mich fasziniert. Vor allem aber der Schnitter, der eine ganz besondere Rolle spielt und der ebenso gefangen ist in seiner Gnadenlosigkeit, die ihm die Erfahrungen aufgezwungen haben. Er trägt diesen Panzer der Kaltblütigkeit, um seine Ziele zu verfolgen - das genaue Gegenteil von Adeline, deren Dunkelheit und Härte sich nach und nach von innen heraus Bahn brechen.


    Die Idee der Magie gefällt mir sehr gut, denn trotz dem Status der Besonderheit kam es mir total natürlich vor; genauso wie auch die Fähigkeiten, mit denen die Begabten die Elemente oder die Sinne beeinflussen können. Dafür müssen sie auf ihre eigene, innere Energie zugreifen, die durch bestimmte Gefühle verstärkt werden können.
    Mehr möchte ich dazu nicht verraten: Lest es selbst! Es ist alles super beschrieben - dabei geht die Autorin nicht viel auf das drumherum ein, obwohl ich mir auch mit wenigen Details das Land und die Menschen darin gut vorstellen konnte. Die Charaktere stehen hier im Vordergrund und die Fähigkeiten, und vor allem das, was sie fordern. Was Adelina und die anderen in sich entfesseln müssen, um auf diese Macht zuzugreifen und wie sie das schließlich verändert.
    Die Handlung wirkt zwar manchmal etwas zu offensichtlich in eine bestimmte Richtung gedrängt, aber am Ende hat mich das ganze doch immer wieder überrascht und super unterhalten und vor allem: ich konnte es kaum aus der Hand legen!


    Fazit: 5 Sterne!


    © Aleshanee
    Weltenwanderer


    Young Elites


    1 - Die Gemeinschaft der Dolche
    2 - Das Bündnis der Rosen (ET Herbst 2017)
    3 - ???

  • Ich habe damals die „Legend“-Reihe von Marie Lu sehr gerne gelesen. Daher hatte ich mich auch schon sehr auf die neue Trilogie von ihr gefreut. Und jetzt nach dem Lesen des ersten Bandes „Young Elites - Die Geheimschaft der Dolche“ überwiegt ein Gefühl ganz eindeutig - Ratlosigkeit. Ich habe soeben die letzte Seite gelesen und das dringende Bedürfnis über das Gelesene was zu Papier zu bringen, weil in meinem Kopf ein großes Durcheinander herrscht.


    Die Welt, die Marie Lu hier erschaffen hat, ist historisch gemischt mit Fantasy. Ein historischer Fantasy-Roman ist an sich eine feine Sache, allerdings hatte ich eher das Gefühl, dass die Welt noch nicht vollständig ausgereift war. Ich konnte kein völlig klares Bild davon sehen, sondern immer nur Bruchstücke. Meiner Meinung nach hätte einiges noch mehr Tiefe verdient gehabt, das Potential dazu war jedenfalls vorhanden. Allerdings hätte das die Geschichte eher Richtung High Fantasy anstatt Jugendbuch gelenkt. Es ist natürlich Geschmacksache und nicht jedem ist eine ausgeprägte Weltgestaltung wichtig.


    Mir war zu Beginn nicht wirklich klar, was mich bei „Young Elites“ erwarten würde. Ich wusste nur ein neues Buch von Frau Lu, wird schon gut werden. Und die Kurzbeschreibung hat auch nicht so recht preisgegeben, was am Ende drin sein würde. Ich habe nichts gegen Dark Fantasy und Antihelden, im Gegenteil. Wenn ich es im Vorfeld allerdings gewusst hätte, hätte ich mich mental darauf vorbereiten können. Und zudem muss der Antiheld trotzdem etwas bei mir hervor kitzeln, wenigstens ein klein wenig Sympathie und Verständnis.


    Adelina. Tja, irgendwie fehlen mir die Worte zu ihr. Ich kann die Absicht hinter diesem Charakter von Frau Lu verstehen. Sie wollte einen Antihelden, laut ihren Worte in der Danksagung einen Schurken, und das ist ihr durchaus gelungen. Aber für mich ist Adeline nicht einfach nur eine Antiheldin gewesen. Anfangs hatte ich noch Mitleid und Mitgefühl mit ihr und ihrem Schicksal gehabt, aber im weiteren Verlauf schwand meine Sympathie immer mehr und mehr. Auch wenn es vielleicht von der Autorin so gewollt war. Zum Schluss hin konnte ich fast überhaupt kein Mitgefühl mehr aufbringen, sie hat mich im Gegenteil immer nur mehr und mehr verwirrt und stellenweise sogar genervt. Für mich definiert sich ein Antiheld so, dass er zwar schlimme oder sogar unrechte Dinge tut, aber man doch irgendwie auf seiner Seite steht und ihm Verständnis entgegen bringt. Das ist hier bei Adelina und mir nicht der Fall.


    Tja, und die anderen Figuren. Sehr interessant, sehr vielseitig, manche kamen vielleicht zu kurz und konnten nicht ihr vollständiges Potential entfalten und blieben somit eher blass. Andere haben mich überrascht besonders zum Ende hin. Andere wiederum haben mich sofort angesprochen und waren sozusagen mein Lichtblick in diesem Buch. Da dachte sich Frau Lu wahrscheinlich - machen wir doch kurzen Prozess mit denen. Und ich blieb mit offenem Mund und von neuem völlig ratlos zurück.


    Nachdem die letzte Seite gelesen war, war ich mir unsicher, ob ich die Reihe überhaupt weiterverfolgen möchte. Die Grundidee bei „Young Elites“ von Marie Lu ist an sich wirklich interessant. Und natürlich würde ich gerne erfahren, wie es weitergeht und ob es für meine persönlichen Lieblingsfiguren vielleicht noch Rettung gibt. Doch nach kurzer Recherche habe ich mich dagegen entschieden weiterzulesen. Die Richtung, die die Trilogie nehmen wird, entspricht einfach nicht meinem Geschmack, da es in diesem Stil noch weiter und ausgeprägter wird. Daher habe ich mich auch schwer getan „Young Elites“ zu bewerten. Ich tendiere eigentlich eher zu 2 von 5 Punkten, allerdings ist es wirklich nur der persönliche Geschmack und bezieht sich mehr auf den weiteren Verlauf. Da die Grundidee aber doch das gewisse Etwas hat, gebe ich doch 2,5 von 5 Punkten.


    Fazit
    Ich weiß nicht, was ich bei „Young Elites - Die Geheimschaft der Dolche“ von Marie Lu erwartet hatte, aber manchmal soll ich es einfach nicht sein. Die Grundidee fand ich toll, die Umsetzung hat bei mir leider nicht gänzlich funktioniert.


    2,5/5

  • Inhalt:
    Nur Kinder überlebten das weltweit grassierende Blutfieber. Sie waren danach mit körperlichen Auffälligkeiten gezeichnet und einige hatten danach übernatürliche Kräfte. Alle werden gefürchtet und verfolgt. Eine Gruppe findet sich zusammen und versucht sich zu wehren.
    Meinung:
    Dies ist der 1. Teil einer Mittelalterfantasygeschichte für Jugendliche. Der Schreibstil ist flüssig und spannend, meist in Ich-Perspektive aus Sicht der Protagonist in geschrieben.
    Adelinaleidet unter ihrer speziellen Gabe.Ihr Dilemma ist gut herausgearbeitet und nachvollziehbar. Durch die einfließenden Details aus ihrem jungen Leben, versteht man ihre zwiespältige Art.
    Von den "Dolchen" gerettet, ist sie hin - und hergerissenwie weit sie wirklich zu der Gruppe gehört. Sie will ihnen unbedingt helfen, weiß dabei aber nicht, wie weit ihr das wirklich möglich ist. Noch muß sie viel lernen, was ihre Gabe betrifft. Zudem scheinen ihr nicht alle wohlgesinnt.
    Leider Is Adelina die einzige Person, die man richtig kennen lernt. Erst gegen Ende zu, erfährt man noch etwas mehr über ihre Schwester.
    Alle anderen Personen werden nur oberflächlich bis gar nicht vorgestellt. Bei ihnen erfährt man fast nur etwas über das jetzt und heute.
    Natürlich ist der Schluß offen, schließlich ist es ein Mehrteiler. Nach den letzten Ereignissen in der Geschichte war er ungefähr so zu erwarten. Wobei diese Geschichte ansonsten nicht vorhersehbar war.
    Fazit:
    Dies ist ein Jugendbuch, das man auch lesen kann, wenn man nicht mehr zur jugendlichen Leserschaft gehört. Ich habe es in kurzer Zeit durchgelesen. Man möchte schon wissen wie es weitergeht und was noch kommt. Anspruchsvolle Lektüre (auch für Jugendliche) ist es jedoch nicht. Inhaltlich, hier besonders die Protagonisten betreffend, hat es noch Potential nach oben.
    Von mir gibt es 3,5 Sterne dafür.


    Es ist ein ewiger Zwiespalt: arbeitet man am Abbau des SuB oder am Abbau der WL?




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