Yelena Black - Tanz der Dämonen / Dance of Shadows

  • Kurzmeinung

    Divina
    Es kann zwar auch einzeln gelesen werden, aber der zweite Band wurde nicht mehr übersetzt.

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  • Originaltitel: Dance of Shadows


    Das Cover zeigt eine tanzende Frau mit einem ziemlich entrückten Gesichtsausdruck, deren Kleid aus Rosenblüten sich während des Tanzes auflöst. Ich finde die Darstellung merkwürdig und nicht sehr ansprechend – auch wenn ich im Nachhinein zugeben muss, dass das Cover ziemlich passend gewählt wurde.


    Vanessa ist unter den wenigen Mädchen, die es geschafft haben, an der Juilliard School angenommen zu werden. Im Gegensatz zu den meisten anderen Mädchen ist es allerdings weder der Wunsch nach Ruhm, noch das Tanzen, die sie zu Juilliard School gebracht haben. Sie will nur eines wissen: Warum hat ihre Schwester die Ausbildung abgebrochen – und wohin ist sie anschließend verschwunden.


    Schon der düstere Prolog vermittelt dem Leser eine Ahnung von dem, was Vanessas Schwester passiert sein könnte. Eines ist auf jeden Fall sicher: An der Juilliard geht etwas Finsteres vor. Und diesen Eindruck hält Yelena Black dem Leser stets präsent: Durch kleine Andeutungen, belauschte Gespräche und der dunklen Unwissenheit.


    Nach dem Prolog flacht die Geschichte allerdings ab. Und auch wenn die Idee von “Dance of Shadows” wirklich faszinierend ist und man Yelena Black zu Gute halten muss, dass sie es schafft, den Leser wirklich lange im Dunkeln zu halten, hat mich die Geschichte nicht überzeugen können. Vielleicht liegt es daran, dass ich zu wenig Ballettliebhaberin bin, um die Geschichte wirklich genießen zu können; aber auch die Engstirnigkeit der Hauptperson hat mir etwas von der Lesefreude genommen. Meiner Meinung nach hätte sie den Andeutungen und Vorwürfen des Tanzschülers Justin viel eher nachgehen sollen (selbst, wenn sie dahinter nur Eifersüchteleien vermutet) – für mich hat sie den Grund für ihre Anwesenheit an der Juillard viel zu schnell vergessen, nachdem sie die Hauptrolle der diesjährigen Ballettaufführung angeboten bekommen und ihr Tanzpartner Zeppelin sein Interesse an ihr bekundet hat. Sicher sind das wirklich einschneidende Erlebnisse, aber ob man darüber das mysteriöse Verschwinden seiner Schwester vergessen kann? Immerhin ist diese weder die einzige Verschwundene noch die Letzte. Vanessas Tanzstunden und ihre Ausflüge mit Zeppelin haben mich dann manchmal wirklich zur Verzweiflung getrieben: Ich wollte wissen, was in den finsteren Ecken der Schule vorgeht – und diese Informationen habe ich nur sehr spärlich geliefert bekommen, die wenigsten durch Vanessa selbst.


    Auch mit der Auflösung am Ende des Buches bin ich nicht ganz zufrieden: Sie ist zwar passend – und man kann sie auch mit dem Prädikat “glückliches Ende” versehen – mir persönlich war das Ende jedoch viel zu offen. Ich hätte gerne mehr über die Hintergründe erfahren, zumindest eine Andeutung über die langfristigen Ziele der Nekrotänzer erwartet und mir auch mehr Einsatz seitens der Lyrische Elite – der einzigen Hoffnung für die jungen Tänzerinnen – erhofft.


    Damit hat mir das Buch trotz der tollen Ideen leider nicht überzeugen können. Mir persönlich hat es fast durchgängig an Tiefe gefehlt, sowohl was die Figuren, als auch was die Handlung angeht. Einzig mit der atmosphärischen Beschreibung, die einem die in der Ecke lauernde Finsternis stets bewusst gehalten hat, konnte Yelena Black bei mir punkten. Ich kann das Buch daher nur sehr bedingt empfehlen – vielleicht ist es eine gute Lektüre für fantasybegeisterte Ballettliebhaber.

    Fairy tales are more than true: not because they tell us that dragons exist, but because they tell us that dragons can be beaten


    G.K. Chesterton

  • Ich habe das Buch von Vorablesen bekommen und soeben auch rezensiert:



    Pas de deux von Licht und Schatten


    Die 15jährige Vanessa Adler ist ganz frisch an der New Yorker Ballettakademie angenommen worden. Nervös bringt sie dort ihren ersten Tag hinter sich, schließt dabei aber schon bald Freundschaften mit einigen anderen Neulingen. Aber Vanessa ist nicht nur des Tanzens wegens an die Akademie gekommen: Ihr dringlichster Wunsch ist es vielmehr, endlich das Rätsel um ihre ältere Schwester Margaret lösen zu können. Auch Margaret war hier auf die Ballettschule gegangen und dort sogar schnell zum heimlichen Star avanciert - bis zu ihrem spurlosen Verschwinden kurz vor einer großen Aufführung. Und Vanessas Schwester ist längst nicht die erste oder letzte Tänzerin der Akademie, die von einem Tag auf den nächsten wie vom Erdboden verschwunden ist...


    Die Idee von "Dance of Shadows" ist gut, sogar sehr gut und birgt jede Menge Potential für eine atemberaubende Geschichte. Dazu besticht das Buch mit einem absolut gelungenen Cover - ein Eyecatcher, der es mit Sicherheit in den Buchhandlungen aus den Reihen der Jugendbücher herausstechen lassen wird. Doch kann Yelena Blacks Debütroman halten, was er verspricht?


    Nach dem Umblättern der letzten Seite bin ich relativ zwiegespalten. Was mir auf jeden Fall gut gefallen hat, war die neuartige Szenerie: Mystery/Fantasy in der Welt des Balletts. Die Tanzszenen, besonders auch der Prolog, empfand ich als sehr atmosphärisch beschrieben. Die Charaktere wirkten sympathisch, allerdings auch teilweise etwas flach. Vanessas neue Clique sorgte oft für humorige Szenen, gleichzeitig hatte ich aber immer das Gefühl, keiner der Personen dabei richtig "nahe" zu kommen. Sie wirkten einfach etwas zu schablonenhaft - Steffie, die Verständnisvolle und engste Vertraute von Vanessa, TJ. die extrovertierte, verlässliche Zimmergefährtin und Blaine, der einzige Junge - natürlich (Achtung Klischee) schwul und dementsprechend stets mit seinem Aussehen und irgendwelchen Flirts beschäftigt. Ähnliche Probleme hatte ich mit Vanessa. Sie ist leider keine Protagonistin, mit der man sich so richtig identifizieren kann. Dazu trägt auch nicht gerade ihre Liebesgeschichte mit

    bei, die mir einfach nur auf die Nerven ging. Nein, da flogen leider so gar keine Funken. Und egal, wie attraktiv ein Junge sein mag - wenn ich diesen kaum zu Gesicht bekomme und so gut wie nichts über ihn weiß, kann man das doch nicht ernsthaft als "Beziehung" bezeichnen... Etwas interessanter gezeichnet ist da schon

    , doch auch hier wäre sicher noch mehr drin gewesen. Ebenfalls nicht ganz leicht zu ignorieren sind einige Logiklücken: Vanessas Eltern lassen es ernsthaft zu, dass ihre noch minderjährige Tochter auf die selbe Ballettakademie geht, von der ihre ältere Schwester - aus welchen Gründen auch immer - spurlos verschwunden ist? Dutzende Mädchen verschwinden über die Jahre hinweg von der Schule und die Mitschüler, Angehörigen oder gar die Polizei finden das nicht weiter merkwürdig? Alle weggelaufen, na klar. Auch hätte ich von Vanessas Clique

    deutlich mehr Einsatz erwartet. Das Ende des Romans kam dann ziemlich schnell, wobei doch vieles offen blieb - Fortsetzung folgt! Hier hätte ich mich ehrlich gesagt gefreut, endlich mal wieder einen in sich abgeschlossenen Einteiler vor mir zu haben. Meiner Meinung nach wird der Markt inzwischen zu sehr von Trilogien überschwemmt, manchmal möchte man doch einfach auch gerne mal wieder EIN Buch mit einem richtigen Ende. Das kann man dem Roman aber natürlich nicht wirklich zur Last legen.


    FAZIT
    Jetzt habe ich ziemlich viele Kritikpunkte vorgebracht, ganz so negativ wie das klingen mag, habe ich das Buch aber nicht empfunden. Es weiß durchaus gut zu unterhalten, nur fand ich es streckenweise einfach schade um das nicht ausgeschöpfte Potential. Der Schreibstil an sich ist sehr angenehm und leicht lesbar. Doch die Liebesgeschichte...hätte man glatt weglassen können, denn sie wirkte wirklich wie aus der Kategorie "auf Biegen und Brechen". Ansonsten: viele tolle, innovative Ideen, aber etwas tiefgründiger hätte es gerne sein dürfen.

  • Klappentext:
    “Tanze dein Leben” lautet das Motto an der New Yorker Ballettakademie. Doch wie soll Vanessa sich ausgerechnet an dem Ort auf ihre Karriere als Primaballerina konzentrieren, an dem ihre Schwester vor drei Jahren spurlos verschwand? Gemeinsam mit ihren Freunden Steffie, Blaine und TJ versucht Vanessa, dem Rätsel auf die Spur zu kommen, und gerät dabei in immer größere Gefahr. Denn beim Tanzen mit ihrem geheimnisvollen Partner ergreift etwas Dämonisches von ihr Besitz. Vanessa muss um ihr Leben tanzen…


    Dance Of Shadows bietet auf dem Jugendromansektor etwas Neues, zwar ist das Thema Ballett bzw. Tanz nicht revolutionär, jedoch in Verbindung mit magischen Wesen wie auch immer geartet, ist es zumindest mir noch nicht untergekommen. So macht es auch Spaß die Hauptfigur Vanessa durch die berühmte Kunstakademie zu folgen und mir ihr das glaubhaft hart dargestellte Tanztraining zu durchleben. Es sind tatsächlich sehr viele Szenen eingebaut, in denen das Tanzen eine sehr große Rolle spielt, so dass an diesem Sport Interessierte voll auf ihre Kosten kommen.
    Zudem gelingt es der Autorin bis zum Ende hin eine durchgehende Spannung zu erhalten. Der Leser erfährt nicht zu früh, welche Geheimnisse hinter den Mauern des Tanzinternats auf Vanessa und ihre Freunde warten. Während zu Beginn alles seinen gewohnten Gang zu gehen scheint, wird im Laufe der Geschichte immer mehr der Fantasyanteil erhöht, auch wer von den Figuren tatsächlich mit seine Finger im Spiel hat, bleibt ungewiss und wird nicht allzu früh verraten.


    Allerdings macht es sich die Autorin an einigen Stellen etwas zu einfach. Vanessas Hauptgrund an die gleiche Tanzakademie zu gehen wie ihre Schwester, ist um ihre Schwester wieder zu finden bzw. ihr Verschwinden zumindest ein wenig aufzuklären. Das jedoch passiert so gut wie nie. Auch das ihre Eltern so gar nichts dagegen haben, ihre erst 15-jährige Tochter genau dorthin gehen zu lassen, wo die Erstgeborenen nur kurz vorher auf Nimmerwiedersehen verschwand, erscheint wenig glaubhaft. Auch das in regelmäßigen Abständen weitere Mädchen spurlos verschwinden, ohne dass Mitschüler, Eltern oder Lehrkräfte darauf aufmerksam werden, ist nicht plausibel erklärt worden.


    Vanessa ist als Hauptfigur im Großen und Ganzen sehr sympathisch, manchmal vielleicht zu naiv und leichtgläubig, aber für einen Teenager glaubhaft dargestellt. Ihre Freunde sind auch allesamt ganz lustige und angenehme Zeitgenossen, als Leser wünscht man sich zwar hin und wieder etwas mehr über sie zu erfahren, was etwas über die üblichen Klischees (natürlich ist der einzige Junge in der Clique homosexuell) hinausgeht, aber dieses Manko ist zu verkraften. Interessanter sind da schon die beiden Tänzer Zep und Justin. Bei beiden weiß man nie so ganz, woran man ist.


    Was mir allerdings gar nicht gefallen hat, war die Auflösung der Geschehnisse. Zum einen ist das Ende für meinen Geschmack etwas zu offen und es wurde im Grunde eigentlich gar nichts aufgelöst bzw. ist Vanessa genauso schlau wie vorher und zum anderen hat die Erwähnung einer

    eher für Erheiterung gesorgt. Wo war die denn vorher die ganze Zeit?


    Fazit: Ein paar gute Ideen und faszinierende Tanzszenen, aber dennoch kein überzeugender Jugendroman.

  • „Dance of Shadows“ ist der Auftakt zu einer Trilogie von Yelena Black. Der erste Teil ist im Februar 2013 im Bloomoon Verlag erschienen. Dieser gehört zu arsEdition und richtet sich an Preteens und Jugendliche.


    Inhalt


    Vanessa Adler wurde an der New York Ballettakademie angenommen und beginnt dort ihr erstes Semester. Sie tanzt perfekt und bekommt auch noch die Hauptrolle in dem Stück „Der Feuervogel“. Zudem steht sie auf den tollsten Jungen an der Schule, Zep, und auch er scheint sie zu mögen. Vanessa ist aber eigentlich nicht wegen des Tanzens nach New York gekommen, sondern um ihre verschwundene Schwester Margaret zu finden, die auch an der Akademie getanzt hatte. Genau wie Vanessa hatte auch ihre Schwester die Hauptrolle in demselben Stück. Nach und nach findet Vanessa neue Informationen rund um das Verschwinden heraus und gerät dabei selbst in Gefahr. Ob sie ihre Schwester noch finden kann und ob Vanessa dasselbe Schicksal ereilt?


    Meinung


    Das Cover ist ein richtiger Eyecatcher. Im Zentrum steht das tanzende Mädchen in einem Kleid aus roten Rosen und feuerroten Haar. Es passt meiner Meinung nach sehr gut zur Handlung im Buch und zieht alle Blicke auf sich. Ich hätte das Buch unbedingt kaufen müssen, hätte ich dieses Cover im Buchladen gesehen.


    Ich bin keine eingefleischte Ballettkennerin und habe eigentlich fast keine Ahnung davon. Leider war das für mich beim Lesen sehr zum Nachteil. Im Buch werden die Tanzszenen einzig mit den Fachbegriffen beschrieben und das macht es den Lesern schwer, sich die Handlung vorstellen zu können, wenn man die Fachbegriffe nicht kennt. Ich kannte nur einige wenige und hatte dadurch auch meine Probleme damit, zu verstehen, was die Tänzer dort eigentlich machen. Vielleicht hätte man einige weitere Beschreibungen einfügen können oder vielleicht sogar eine Erklärung der Begriffe.


    Die Geschichte selbst fand ich sehr spannend und fesselnd. Ich wusste ziemlich lange nicht, wie es enden könnte und war selbst am Ende noch ziemlich überrascht. Die Informationen werden immer in kleinen Stückchen entdeckt und setzen sich nach und nach zu einem Puzzle zusammen. Meiner Meinung nach wurde nie zu viel verraten und die Spannung sehr gut gehalten.


    Vanessa ist ein typisches Mädchen in ihrem Alter, aber auch sehr zielstrebig und ein wenig naiv. Trotzdem kann ich ihre Gefühle und Gedanken sehr gut nachvollziehen und denke, dass viele ähnlich gehandelt und empfunden hätten. Zep dagegen, der ihr Tanzpartner im Stück ist, wird von Anfang an mit Geheimnissen umstrickt und man weiß nie so richtig, was man von ihm halten soll und irgendwann hatte ich dann auch gemerkt, dass da mehr dahinter stecken muss und es Gründe hat, warum er so handelt und sich von Vanessa zurückzieht.


    Der Hintergrund der Geschichte ist sehr mystisch und für mich neu. Ich möchte an dieser Stelle natürlich nicht zu viel verraten, aber es macht die Geschichte einzigartig und grenzt sie von einer reinen Balletthandlung sehr ab. Das Ende ist demnach natürlich auch so gestrickt, dass man als Leser sofort merkt, dass es eine Fortsetzung geben wird, auch wenn die Handlung aus dem ersten Teil trotzdem abgerundet ist.


    Fazit


    Alles in allem ist die Geschichte sehr fesselnd und mystisch. Die Fachbegriffe sind leider etwas störend, um sich die Tänze vorstellen zu können, aber trotzdem ist die Geschichte noch verständlich genug. Ich werde die Fortsetzungsbände auf jeden Fall lesen, denn ich möchte unbedingt wissen, wie die Handlung fortgeführt wird.



    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Durchwachsen, widersprüchlich, doch am Ende packend


    Gern greife ich für meine unverzichtbaren Lesestunden auch in die Fantasyecke der Jugendbuchabteilung. Bei diesem Buch reizte mich die in der Kurzbeschreibung erwähnte Kombination vom Tanz und einer dämonischen Welt. Auch die Aufmachung der gebundenen Ausgabe mit Schutzumschlag gefiel mir sehr. Vermisst habe ich bei dieser einzig ein Lesebändchen. Auf jeden Fall war ich sehr glücklich, dass ich mir bei Amazon Vine ein Rezensionsexemplar von „Dance of Shadows“ bestellen konnte. Bei diesem Buch handelt es sich um den Auftakt einer Trilogie. Über die mir bislang unbekannte Autorin Yelena Black konnte ich im Netz lediglich herausfinden, dass sie in New York als freie Schriftstellerin lebt und das Tanzen sowie die dunklen Seiten des Lebens liebt. (Verlagsinfo)


    Dance of Shadows. Tanz der Dämonen


    Vanessa kommt an die New Yorker Ballettakademie. Allerdings war ihre Hauptmotivation dorthin zu gelangen nicht so sehr das Tanzen und die Hoffnung auf eine spätere Karriere als Ballerina. Vanessa hegt die Hoffnung, etwas über den Verbleib ihrer Schwester Margaret herauszufinden. Margaret kam vor 3 Jahren an diese renommierte Ballettschule und verschwand noch vor Ende ihres ersten Jahres dort spurlos.


    Vanessa versucht der Sache vor Ort auf den Grund zu gehen. Gemeinsam mit Freunden aus ihrem Jahrgang entdeckt sie einige Merkwürdigkeiten. Dann wird ausgerechnet sie für eine Solorolle ausgewählt, die bereits ihre Schwester tanzen sollte…


    Nicht ganz stimmig, aber mit Potential


    Leicht und flüssig ließ sich dieser in der Erzählperspektive verfasste Jugendroman eigentlich die ganze Zeit lesen. Allerdings passierte nach dem eindrucksvollen und sehr mysteriösen Prolog lange Zeit nicht wirklich viel. Natürlich mussten die Protagonisten eingeführt werden und das schaffte die Autorin bei mir zumindest so, dass ich Sympathien und Antipathien entwickeln konnte. Da sie sich für ihren Plot allerdings gerade das klassische Ballett ausgesucht hatte, wirkten in dieser Phase viele Dinge auf mich sehr unrealistisch.


    Ich kenne persönlich einige – mittlerweile ehemalige - klassische Tänzer und weiß, dass diese auch vor ihrem eigentlichen Studium nie eine normale Kindheit hatten und ihr Leben von klein auf von täglich hartem Training in renommierten Ballettschulen und vom Leben im Internat geprägt war. In diesem Roman kam es für mich als Leserin in der doch sehr langen Einführungsphase dann eher so rüber, als hätten die Absolventen bis zum Beginn ihres Ballettstudiums ein relativ entspanntes Leben zu Hause geführt. Auch das Training in der Ballettakademie wurde zwar mehrfach kurz als hart erwähnt, im Allgemeinen kam das Leben der Absolventen aber eher wie das von ganz normalen Internatsschülern rüber.


    Andererseits ist das hier natürlich „nur“ ein Roman und damit sowieso Fiktion. Für die Identifizierung der Leserinnen – der Roman spricht schon von der Thematik her hauptsächlich junge Mädchen an – mit den Protagonisten ist es bestimmt einfacher, wenn diese so rüber kommen, als könnten sie das auch erreichen. Wer allerdings in das Metier schon mal reingerochen hat, wird an den unrealistischen Empfindungen im ersten Drittel des Buches nicht vorbei kommen.


    Später bei Vanessas Proben für ihr Solo waren die Härten des Balletttrainings dann realistischer. Allerdings entdeckte ich dort bei den leicht mysteriösen Nebenhandlungen andere Widersprüche. So machen sich in einem Kapitel noch Vanessas Freunde Gedanken über das spurlose Verschwinden von diversen Tänzerinnen und Vanessa tut das Ganze als relativ harmlos ab. Im nächsten Kapitel ist es dann plötzlich Vanessa, die sich sorgt und die Freunde wiegeln ab. Das hatte zwar auf den Fortgang der Geschichte keinen bedeutenden Einfluss, nervte mich aber. Auch Vanessas andauernde (zeitlich gesehen) Verliebtheit in einem Jungen den sie kaum zu Gesicht bekam, ging mir auf den Keks.


    Zum Ende hin wurde die Geschichte jedoch zunehmend spannend. Hier gelang es der Autorin dann auch hin und wieder, die Magie des klassischen Tanzes überzeugend darzustellen und fantastische Elemente einzubinden. Am Ende blieben dann noch so viele Fragen offen, dass auch ich neugierig auf die Fortsetzung wurde.


    Im Endeffekt muss ich sagen, dass ich eine leicht lesbare Geschichte mit einer sehr guten Grundidee gelesen habe, bei der meiner Meinung nach aber viel zu viel Potential durch unrealistische Darstellungen und Widersprüche verschenkt wurde. Da mich die Geschichte am Ende jedoch trotzdem packte und meine Neugier auf mehr weckte, kann ich das Buch aber auch nicht komplett verdammen.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    :study: Fünf Kopeken - Sarah Stricker


    Ein Tag ohne Lesen ist für mich ein Tag ohne Entspannung!

  • Zum Inhalt:


    Die 15jährige Vanessa hat ihr Ziel erreicht: sie wird an der New Yorker Ballettakademie angenommen. Doch gleich zu Anfang wird klar, dass es ihr gar nicht so sehr ums Tanzen geht. Sie sucht vielmehr nach ihrer älteren Schwester Margaret, die ebenfalls an der Akademie studiert hat, jedoch vor 3 Jahren spurlos verschwunden ist. Angeblich sei sie einfach davongelaufen. Das kann und will Vanessa nicht glauben. Und so macht sie sich daran, neben ihrem normalen Tagesablauf, der von harten Tanzproben und Schulunterricht geprägt ist, das Rätsel um Margaret zu lösen. Unterstützt wird sie dabei von ihren Freunden Steffie, Blaine, TJ und Elly. Doch sie ahnen nicht, in welch tödliche Gefahr sie sich dabei begeben. Als Vanessa dann auch noch die Hauptrolle in demselben Stück bekommt, für die auch einst ihre Schwester vorgesehen war, eskalieren die Ereignisse. Immer, wenn sie ihre Rolle probt, versucht eine geheimnisvolle Macht, Besitz von ihr zu ergreifen. Und wie es aussieht, sind alle ehemaligen Hauptdarstellerinnen der letzten Jahre dieser Macht bereits zum Opfer gefallen.


    Meine Meinung:


    Dieses Buch vereint auf eine ganz neue Weise das klassische Tanzen mit Fantasyelementen. Das ist der Autorin in meinen Augen auch sehr gut gelungen.Sie nimmt das "sich im Tanzen verlieren" wörtlich und zieht auch so den Leser in den Sog dieses Buch mit hinein. Der Schreibstil ist sehr angenehm, und man spürt die Begeisterung der Autorin für das Ballett in jeder Szene. Die Tanzsequenzen werden so anschaulich beschrieben, dass die Bilder dazu quasi direkt vor den Augen des Lesers entstehen. Die Protagonistin kommt sehr sympathisch herüber, wenn auch manchmal ein bißchen naiv und blauäugig, was allerdings angesichts ihres Alters auch nicht sehr verwundert. Dasselbe gilt auch für ihre Freunde. Die Spannungskurve der Geschichte geht bis zum Ende steil bergauf. Aber dann endet das Buch mit einem ganz fiesen Cliffhanger. Und es ist klar, dass es noch mindestens eine Fortsetzung geben muss.


    Aber es gibt auch Kritikpunkte. Die Autorin benutzt sehr oft Fachbegriffe des Balletts, ohne diese näher zu erkären. Für "Laien", ist es schwierig, insbesodere die Bewegungen der Tänzer(innen) nachzuvollziehen. Ein kleiner Anhang, in dem diese Begriffe erläutert werden, wäre hier schon angebracht gewesen, um mühsames Recherchieren, z.B. im Internet zu ersparen.


    Ausserdem stellt sich unweigerlich die Frage, warum niemandem vorher aufgefallen ist, dass immer wieder Tänzerinnen an der Akademie verschwinden, die dazu noch über viele Gemeinsamkeiten verfügen. Aber sei es drum.


    Sehr gelungen hingegen finde ich das Cover. Es ist einfach wunderschön. Die Tänzerin auf Spitze, mit wallendem roten Haar und einem Kleid aus roten Blüten, die sich langsam von ihr lösen. Aber im Hintergrund diese bedrohlichen Schatten. Dieses Bild gibt die ganze Atmosphäre dieses Buches perfekt wieder. Und die Schatten und die Blütenblätter findet man auch unter dem Schutzumschlag auf den Buchdeckeln wieder. Einfach genial.


    Fazit:


    Ein absolut empfehlenswertes Buch für jemanden, der sich auf die Symbiose von Tanz, Magie und Fantasie einlassen kann und möchte. Wer jedoch nichts für's Ballett übrig hat und sich seinem Zauber entzieht, der sollte die Finger von diesem Buch lassen. Ich jedoch freue mich schon sehr auf eine Fortsetzung, denn ich möchte unbedingt wissen, ob es Vanessa gelingt, ihre Schwester und die anderen verschwundenen Tänzerinnen wieder zum Leben zu erwecken.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

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