Richard Harland: Liberator

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  • Kurzbeschreibung (Amazon)
    Die Dreckigen, die mit ihrer Arbeit die Dampfturbinen des britischen Juggernauts, des Weltschiffs Worldshaker, in Gang halten, haben in einer Revolution die Herrschaft der feinen Leute von den oberen Decks gestürzt und den Worldshaker in Liberator, also Befreier, umbenannt. Doch die alten Mächte haben noch nicht aufgegeben: Sabotageakte erschüttern das Schiff, und schnell werden sie den Bewohnern der oberen Decks in die Schuhe geschoben, auch wenn sie, wie Col Porpentine, auf der Seite der Revolution gestanden haben. Riff, die Anführerin der Revolution, der Col zur Seite gestanden hat, fühlt sich nun gezwungen, ihren Freund zu ignorieren. Als die Juggernauts der anderen Nationen auftauchen, um dem revolutionären Spuk auf dem Liberator ein Ende zu bereiten, setzen sich die radikalsten Mitglieder des Revolutionskomittees durch, allen voran die wunderschöne unerbittliche Lye, die nun diktatorisch herrscht. Lye ist Cols erbittertste Feindin, und geschickt entfernt sie Riff aus ihrer Führungsrolle. Doch auch wenn die Vornehmen von ehedem wie in einem Lager zusammengepfercht sind und stündlich um ihr Leben fürchten müssen, riskiert Col sein Leben für die Verteidigung des Liberator. Und für Riff.



    Meine Meinung
    Seit der erfolgreichen Revolution auf der Worldshaker sind drei Monate vergangen. Der Juggernaut wurde in Liberator umbenannt. Doch Friede ist nicht eingekehrt.


    Viele vom Oberdeck haben das Schiff verlassen, doch einige Familien sind an Bord geblieben. Die meisten der Dreckigen beäugen die Protzer, wie sie nun genannt werden, mit Misstrauen. Denn auf dem Liberator werden Sabotageakte verübt und der Täter muss doch aus dem Bereich der Protzer kommen. Die Stimmung gegenüber den Protzern wird immer gewalttätiger, vor allem als die schöne und rücksichtslose Lye in den Revolutionsrat gewählt wird.
    Riff und Col können sich nur noch heimlich sehen und schließlich wendet sie sich ganz von ihm ab.
    Gleichzeitig nehmen die Juggernauts der anderen Nationen Kurs auf den Liberator. Ihr Ziel: Die alte Ordnung wiederherstellen, koste es, was es wolle...


    Das Tempo ist in der Fortsetzung deutlich gesteigert und auch das Setting hat sich ein wenig verändert. Da der Liberator an der Botany Bay anlegt, um dort die Kohlevorräte aufzufüllen, spielt die Geschichte diesmal nicht nur am Schiff. Steampunkmässig ist es trotzdem, dafür sorgen schon die anderen Schiffe und die gewaltige Schlacht am Ende.


    In Liberator treten einige Figuren auf, die im ersten Band kein oder nur eine kleine Rolle gespielt haben. Da die Dreckigen mit ihren Rat an der Macht sind, sind auch ihre Figuren viel wichtiger geworden. Vor allem zeigt das Buch auch, wie schnell sich nach einer Revolution eine Diktatur bilden kann. Da die Protzer immer mehr bedroht werden, schließen sie sich immer mehr zusammen, was wiederum die Dreckigen entrüstet.
    Von den an Bord gebliebenen Protzern haben mich einige mit ihrer Entwicklung sehr überrascht - Cols Eltern vor allen Dingen.


    Teilweise ist das Buch ebenso brutal wie der Vorgänger, wenn auch auf etwas andere Weise. Waren es da noch die Bewohner des Oberdecks, die die Dreckigen misshandelten, sind es nun die Dreckigen selbst, die auf brutale Weise um die Macht kämpfen. Auf einfache Weise wird einem hier vor Augen geführt, wie schnell eine Diktatur entstehen kann und wie gefährlich Fanatismus jeder Art ist.


    Fazit: Noch einen Tick besser als der Vorgänger - und der war schon ausgezeichnet.
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