Samuel Benchetrit - Rimbaud und die Dinge des Herzens / Le coeur en dehors

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Rimbaud und die Dinge des Herzens

3.9|11)

Verlag: Aufbau Taschenbuch

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 256

ISBN: 9783746628288

Termin: Juni 2012

    • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
    • Verlag: Aufbau Verlag
    • erschienen im Januar 2011
    • Originaltitel: Le coeur en dehors
    • Übersetzer: Olaf Matthias Roth
    • Preis: 16,95 €


    Kurzbeschreibung
    Der »kleine Prinz« der Pariser Vorstadt »Weißt du, Charly, im Leben muss man lieben, und zwar sehr. Man darf niemals Angst haben, zu sehr zu lieben. Diejenigen, die den Schmerz fürchten, glauben nicht an das Leben ... Verstehst du, Charly: Was auch geschieht, sieh zu, dass dein Herz immer voll ist.« Ein kleiner Junge sucht in der feindlichen Umgebung der Pariser Banlieue einen Tag lang nach seiner Mutter – und nimmt uns dabei mit auf eine Reise in eine überraschende Welt voller Hoffnung und Poesie. Eine moderne Fabel, die glücklich macht. Der zehnjährige Charly ist gewohnt, dass die Polizei seine Mutter aus ihrer Wohnung in dem heruntergekommenen Hochhaus holt – immer geht es um seinen Bruder Henry und dessen Drogenprobleme. Doch heute hat sie ihn zum ersten Mal in seinem Leben nicht angelächelt: Was ist passiert? Er muss sie finden, auch wenn er dafür die Schule schwänzt. Mit klopfendem Herzen läuft er durch das Viertel, erzählt von seinen Sorgen und von den zwei Frauen, die er liebt – seine Mutter und seinen heimlichen Schwarm Melanie. Und wenn er gar keine Antworten mehr findet, sucht er Zuflucht bei den Versen seines Lieblingsdichters Rimbaud. Jeder Leser wird den lebensmutigen, weisen Charly ins Herz schließen und nicht mehr daraus entlassen.


    Über den Autor
    Samuel Benchetrit, geboren 1973 in Champigny-sur-Marne, ist Schriftsteller, Regisseur, Schauspieler, Drehbuchautor. Für „Rimbaud und die Dinge des Herzens“ erhielt er 2009 den Prix Populiste. Die französische Presse jubelte: „Humorvoll und ernsthaft zugleich – irgendwo zwischen ‚Der Fänger im Roggen’ von Salinger und bester Dickens-Tradition.“


    Meine Meinung
    Ein kleines Juwel
    Spätestens nach der Lektüre von „Le coeur en dehors“, so lautet der Originaltitel des Romans von Samuel Benchetrit, hat es die Hauptperson Charly unweigerlich geschafft, das Herz des Lesers zu erobern.
    Der zehnjährige Charly wohnt mit seiner aus Mali stammenden Mutter und seinem drogensüchtigen Bruder in der Pariser Vorstadt. Er gibt dem Leser einen Einblick in einen einzigen, jedoch bedeutenden Tag seines Leben, der mit der zunächst unerklärlichen Verhaftung seiner Mutter beginnt und sich in der Suche nach Gründen dafür und schließlich nach dem Verbleib der Mutter selbst fortsetzt.
    Die Geschichte liest sich wie ein spannender Tagebucheintrag, verfasst von einem äußerst sympathischen Jungen, den man nach und nach immer mehr kennen und mögen lernt. Charly trumpft durch seine pfiffige, witzige und kluge, manchmal altkluge Art, ist mutig und ängstlich zugleich und macht sich Gedanken über Dinge, die sein eigenes Kindsein und speziell das Dasein in einem Vorstadt-Ghetto beherrschen. Neben seiner couragierten Suche nach seiner Mutter erzählt er von ihn bewegenden Ereignissen, seinem älteren Bruder, seinen Freunden und seinen beiden großen Lieben, der zur Mutter und der zu einem gleichaltrigen Mädchen. Dabei kommt er vom Hundersten ins Tausendste und lässt seiner Fantasie, einer in seinen Augen sehr wichtigen Eigenschaft, freien Lauf.
    Hat man mit dem Lesen des Buches erst einmal angefangen, kann man sich ihm nur schwer wieder entziehen. Samuel Benchetrit ist es voll und ganz geglückt, Charly lebendig werden zu lassen. Der Autor lässt seine Figur, in der Ernst und Humor sowie Traurigkeit und Freude vereint sind, in der Ich-Form agieren und den Leser direkt ansprechen. Der prägnante Sprach- und Schreibstil fängt sowohl die beklemmende, aber nicht hoffnungslose Atmosphäre als auch die gefühlvollen und warmherzigen Momente so perfekt ein, daß man mit dem kleinen Kerl einfach mitempfinden, mitleiden und mitfiebern muss. Die Handlung ist klar strukturiert und kurzweilig. Man erfährt, warum Charly’s Mutter von der Polizei abgeholt wurde und bekommt eine Vorstellung davon, welche Konsequenzen sich daraus ergeben könnten, ein aktuelles Thema, das nachdenklich stimmt.
    Obwohl das Ende offen bleibt, was mir gefallen hat, bin ich mir sicher, daß Charly trotz aller Widrigkeiten seinen Weg gehen und seinen Platz in der Welt behaupten wird.
    „Rimbaud und die Dinge des Herzens“ ist ein rundum gelungenes Werk, an das ich mich sehr gerne erinnern werde!

  • Der Autor:
    Samuel Benchetrit, geboren 1973 in Champigny-sur-Marne, ist Schriftsteller, Regisseur, Schauspieler, Drehbuchautor. Für „Rimbaud und die Dinge des Herzens“ erhielt er 2009 den Prix Populiste.


    Klappentext:
    Der »kleine Prinz« der Pariser Vorstadt
    »Weißt du, Charly, im Leben muss man lieben, und zwar sehr. Man darf niemals Angst haben, zu sehr zu lieben. Diejenigen, die den Schmerz fürchten, glauben nicht an das Leben ... Verstehst du, Charly: Was auch geschieht, sieh zu, dass dein Herz immer voll ist.« Ein kleiner Junge sucht in der feindlichen Umgebung der Pariser Banlieue einen Tag lang nach seiner Mutter - und nimmt uns dabei mit auf eine Reise in eine überraschende Welt voller Hoffnung und Poesie. Eine moderne Fabel, die glücklich macht. Der zehnjährige Charly ist gewohnt, dass die Polizei seine Mutter ab und zu aus ihrer Wohnung in dem heruntergekommenen Hochhaus holt - immer geht es um seinen Bruder Henry und dessen Drogenprobleme. Doch heute hat sie ihn zum ersten Mal in seinem Leben nicht angelächelt: Was ist Schlimmes passiert? Er muss sie einfach finden, auch wenn er dafür die Schule schwänzen und die Hilfe all seiner Freunde beanspruchen wird. Mit klopfendem Herzen läuft er durch das Viertel, erzählt von seinen Sorgen, von seinen Träumen und von den zwei Frauen, die er liebt - seine Mutter und seinen heimlichen Schwarm Mélanie. Und wenn er gar keine Antworten mehr findet, sucht er Zuflucht bei den Versen seines Lieblingsdichters Rimbaud. Jeder Leser wird den lebensmutigen, weisen Charly in sein Herz schließen und nicht mehr daraus entlassen. Rimbaud und die Dinge des Herzens sind der seltene Glücksfall eines warmherzigen, anrührenden und menschlichen Buches, das Poesie schafft, ohne je in Kitsch abzugleiten.


    meine Meinung:
    „Wenn man traurig ist, wird man mutig, und Glück macht einen stark.“
    Charly (eigentlich Charles - aber so möchte er nicht genannt werden!) lebt mit seiner Mutter und gelegentlich auch seinem großen Bruder Henry in einem heruntergekommenen Hochhaus im einem noch heruntergekommeneren Pariser Vorort. Ursprünglich kommt die Familie aus Mali. Nur Charly ist in Frankreich geboren und hat damit eine Aufenthaltsgenehmigung. Die Papiere seiner Mutter und seines Bruders sind vor Jahren vom Vater bei dessen Weggehen einfach mitgenommen worden. So halten diese beiden sich illegal in Frankreich auf. Eines Tages beobachtet Charly frühmorgens auf dem Weg zur Schule wie seine Mutter von Polizisten mitgenommen wird. Er versteckt sich im Treppenhaus, wird aber von ihr gesehen. Dabei geschieht etwas für Charly zutiefst Beängstigendes. Seine Mutter lächelt ihm nicht zu - ihr Blick bleibt starr. Dies hat sie noch nie getan! Charly beschließt, nicht in die Schule zu gehen und stattdessen seinen Bruder zu suchen. Er nimmt uns einen Tag lang mit auf eine abenteuerliche Reise durch sein Leben und seine Stadt. Wir lernen seinen Bruder, seine Freunde, Nachbarn, Bekannte und die verschiedensten schillernden Figuren seines Viertels und vor allem natürlich seine große Liebe Mélanie kennen. Immer auf der Suche nach einer Erklärung für die Verhaftung seiner Mutter. Der Schreibstil des Autors verzaubert. Das Leben und die Nöte der Menschen werden trotzdem klar und schonungslos dargestellt. Gleichzeitig ist diese heruntergekommene und teilweise verfallene Gegend vor Paris voller Poesie und netten hilfsbereiten Menschen.
    Ich kann dieses Buch empfehlen - es ist überaus lesenswert. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Liebe Grüße von Pippilotta :-) :winken:


    Fernsehen bildet. Immer wenn der Fernseher an ist, gehe ich in ein anderes Zimmer und lese.
    Groucho Marx

    Ich :study: gerade:
    Barry Jonsberg - Das Blubbern von Glück
    Bill Bryson - Eine kurze Geschichte von fast allem

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