Connie Willis - Bellwether

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  • Sandra Foster ist Trendforscherin bei HiTek, einem großen Konzern, der so ziemlich auf allen Gebieten tätig ist. Ihr Spezialgebiet ist die Untersuchung von plötzlich aufkommenden Modeerscheinungen, zur Zeit zerbricht sie sich insbesondere den Kopf darüber, was Frauen in den 20er Jahren dazu gebracht haben könnte, sich reihenweise die Haare kurz zu schneiden. Darüber hinaus ist sie genervt von der völlig unfähigen Firmenpostfrau Flip, den immer abstruser werdenden Bürokratieauswüchsen in der Firma (in Form von endlosen unverständlichen Formularen) und dem leeren Managementgeschwätz auf großen Firmenmeetings.


    Flips Schusseligkeit hat es Sandra zu verdanken, dass sie ein fehlgeleitetes Päckchen in der Biologieabteilung abliefern geht und dort auf Dr. Bennett O'Reilly trifft, der nach seinem Äußeren zu schließen in seinem ganzen Leben noch keinem Modetrend gefolgt ist, unter dessen uncooler Fassade sich aber ein interessanter Mensch verbirgt.


    Als er mit seinem aktuellen Forschungsprojekt wegen eines verschollenen Finanzierungsantrages in Schwierigkeiten gerät, ist es Sandra, die die rettende Idee hat und damit eine Ereigniskette auslöst, mit der wohl niemand gerechnet hätte.


    Auf den ersten Blick schwer zu sagen, worum es in dem schmalen Buch überhaupt geht, und wenn man es formuliert, klingt es nicht direkt nach dem Stoff, aus dem die Pageturner sind: der Alltag einer Trendforscherin, ein bisschen Bürochaos, ein bisschen Verliebtsein, Bürokratie, Chaostheorie und Management.


    Aber Connie Willis bastelt aus diesen Bausteinen eine herrliche Satire über bürokratische Katastrophen, diverse Mitarbeitertypen, moderne Unternehmensführung und insbesondere beknackte Trends, entlarvt die aufgeblasenen Reden von Managern als hohle Phrasendrescherei und (über)zeichnet die Figuren so, dass sie zwar etwas skurril angehaucht sind, aber trotzdem noch echt wirken. Sie schreibt flott, ironisch und amüsant, und die kleinen Absätze, die zu Beginn jedes Kapitels die hanebüchensten Trends der Vergangenheit schildern, tragen noch ihr Übriges dazu bei, dass man immer wieder etwas zu grinsen hat.


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