Régis de Sá Moreira - Das geheime Leben der Bücher

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Das geheime Leben der Bücher

3.1|34)

Verlag: Knaur TB

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 176

ISBN: 9783426635995

Termin: Dezember 2009

  • Das Cover wirkt so gemütlich - eine Buchhandlung in die ich sofort rein gehen würde! :)

    Ist das nicht "Shakespeare and Company" in Paris? :scratch: Bei Most Interesting Bookstores of the World gibt es Fotos davon (einfach runter scrollen bis zum vierten Bild).


    Tja, und nun zum Buch selbst. 8-[


    Ich kann mich nicht so ganz der Begeisterung anschließen. Es ist eine sehr unwirkliche, surrealistische Geschichte. Damit habe ich gerechnet und auch keine Probleme. Das Büchlein ist schnell gelesen, aber auf mich hatte das einfach keine "lyrischen" Auswirkungen. Mich hat es einfach kein bisschen berührt und ich habe auch nicht das Gefühl, das ich etwas verpasst hätte, wenn ich das Buch nicht gelesen hätte.
    Andererseits hat mich das Buch aber auch nicht genervt und unsymphatisch war mir der Buchhändler auch nicht.
    Was den Prolog und den Epilog angeht:

  • Ich kann mich nicht so ganz der Begeisterung anschließen.


    Schade


    Ist das nicht "Shakespeare and Company" in Paris?


     :cheers: Dann kann ich der Buchhandlung vielleicht im nächsten Monat einen Besuch abstatten, wenn ich meinen Paris-Reisegutschein in den Herbstferien einlöse. Danke, @ Hermia.

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)

  • Vor 10 Tagen war ich dort. Es war schon ein besonderes Erlebnis, diese Buchhandlung kennen zu lernen. :D


    Man öffnet die Tür, steht in einem engen Kassenraum und hat den Eindruck: Hilfe! Chaos! Bücherregale bin unter die Decke, am Boden und dazwischen Tischchen mit Büchern und Gedränge von Leuten. Ein schmaler Gang führt in ein Hinterzimmer, ein zweites, um die Ecke in ein drittes, eine schmale Stiege ins erste und zweite Obergeschoss und in jedem Winkel Bücher Bücher Bücher. Lesende Leute hocken auf Stühlen zwischen den Regalen und Schränken, auf Hockern, auf offenen Bänken, die, selbst mit Regalen unterbaut, um die hohen Regale herumführen, auch eine Liege mit Vorhang gibt es. Man steigt über Beine und Füße, quetscht sich an Leuten vorbei und taucht ein in ein Sprachgewirr aus Französisch, Englisch und Deutsch. An den Regalen kleben Schilder mit Genrebezeichnungen, am Treppenabsatz und hinter dem Bett hängen Pinnwände mit "Suche / Biete"-Zetteln. Bücher stehen, Bücher liegen, Bücher werden gelesen. 90 % der Bücher gehören zum englischsprachigen Antiquariat, dazwischen einige französische und (wenige) deutsche.


    Bewundernswert, wie ein junger Mann mit sicherem Griff einer Kundin ihr gewünschtes Buch aus irgendeinem Winkel zieht, wie die Frau an der Kasse ruhig und gelassen drei Personen gleichzeitig bedient und einer vierten erklärt, wo sie ihr gesuchtes Buch findet.
    Tritt man vor die Tür, hat man einen direkten Blick auf Notre Dame.


    Shapespeare und Company ist nicht leicht zu finden, auch wenn man einen guten Stadtplan besitzt. Wir sind die Rue de la Bûcherie zweimal abgegangen, bis wir ein Schild entdeckten, das für bestimmte Hausnummern in eine andere Richtung weist. Dann muss man aber erst auf die Idee kommen, einen mehrspurigen Boulevard zu überqueren und an einem Park vorbeizugehen, um die Buchhandlung zu finden. Gut, dass mein Mann eine Art inneren Kompass besitzt, ohne ihn würde ich bis heute bei Notre Dame herumirren.


    @ Hermia, nochmal vielen vielen Dank für Deinen Link. :kiss:

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)

  • Ja, ich weiß. :) 
    Paris ist schon seit Jahren ein Traum von mir, eine Reise dorthin hat sich bisher nur noch nie ergeben.
    Ich glaube, ich habe auch ein ziemlich verklärtes Bild von dieser Stadt ... Bedingt durch z. B. Hemingways Erzählungen, wie sie für ihn damals war.
    Aber ihre Faszination für mich bleibt dennoch. Wenn ich irgendwann dort bin, werde ich auf jeden Fall auch diese Buchhandlung aufsuchen. :drunken:

    merveille.


    It was that kind of a crazy afternoon, terrifically cold, and no sun out or anything,
    and you felt like you were disappearing every time you crossed a road.


    Catcher in the Rye. ♥

  • Ja, schön wäre es. Bei uns sind es einfach die Finanzen, die da nicht mitspielen. Nachdem wir uns unser eigenes Heim geschaffen haben, fallen solche Sachen die nächsten Jahre erst mal ins Wasser.

  • Ich weiß noch nicht so richtig, wie ich das Buch finden soll :-k


    Einerseits habe ich es sehr gerne gelesen, andererseits weiß ich nicht so recht, was mir der Autor damit sagen wollte.
    Ich werde wohl noch eine Weile darüber nachdenken müssen, bevor ich meine Sterne verteile ?(


    Prolog und Epilog:


  • Jetzt kann ich auch meinen Senf dazugeben. Ich fand das Buch ganz gut. Aber nicht, weil es so lyrisch oder ergreifend war, sondern weil ich es einfach nur urkomisch fand.
    Was ich am meisten bewundert habe sind diese, zweifellos sehr schön formulierten Beschreibungen, die aber vollkommen sinnfrei sind und wo alles Bemühen sie zu verstehen nichts hilft. Ich glaube auch, das ist der Sinn der Sache, man soll sie gar nicht verstehen. Aber schön geschrieben sind sie wirklich. Der Autor erzählt eigentlich eine ganze Menge ohne wirklich was zu sagen zu haben.
    Ich finde das grossartig. :mrgreen:


    Am besten hat mir ja die Stelle gefallen, als den Buchhändler diese tägliche, unendliche Traurigkeit überkam, die einfach so auf dem Boden dahergekrochen war. Und um ihr zu entfliehen ging er in den oberen Stock und als sie die Treppe hochkam, stellte er sich erst auf einen
    Schemel und dann auf den Tisch. Aber die Traurigkeit erwischte ihn trotzdem. Zu allererst wurden seine Füsse traurig. :totlach: 
    Als ich das gelesen hatte, sass ich gerade in einem Cafe und konnte einen herzhaften Lachanfall nicht unterdrücken, was mir sehr argwöhnische Blicke von allen Zeiten beschehrt hat. Egal. :mrgreen: Es war einfach zum Schreien komisch.


    Den Prolog und den Epilog konnte ich nicht mit dem Rest des Buches in Einklang bringen. Die hätte man am besten weggelassen.
    Alles in allem kriegt das Buch von mir :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: 
    So gut habe ich mich beim Lesen schon lange nicht mehr amüsiert. :mrgreen::mrgreen::mrgreen::mrgreen::mrgreen:


    Edit: Hat der Epilog vielleicht was mit den Eisbergen zu tun, über die man viele interessante Dinge erfahren kann? Scheint mir fast so, aber so ganz hab ich den Sinn immer noch nicht überrissen, obwohl ich mir sicher bin, es handelt sich bei den drei Frauen um seine Lieben.

  • @ Hermia, nochmal vielen vielen Dank für Deinen Link. :kiss:

    Ups, ich habe deinen Bericht ganz übersehen. Aber es klingt wundervoll - wenn ich mal nach Paris komme, dann muss ich dort auch vorbeigucken. :drunken:

    Ich fand das Buch ganz gut. Aber nicht, weil es so lyrisch oder ergreifend war, sondern weil ich es einfach nur urkomisch fand.

    Und das finde ich auch ganz faszinierend - da hat das Buch mal eine ganz andere Wirkung hinterlassen. :wink:

  • Das hier ist für mich einer der interessantesten Rezensions-Threads überhaupt im BT. Das Buch kommt auf meine Wunschliste, ohne Frage ...
    Ich hoffe, da kommen in Zukunft noch mehr kuriose Kommentare - der Thread hat meinen Tag zum Abschluss richtiggehend aufgewertet - Danke an Euch alle ... und Gute Nacht! :sleep:


    Liebe Grüße,
    Monika

    » Unexpected intrusions of beauty. This is what life is. «

     

    Saul Bellow, (1915-2005 ), U.S. author,
    in Herzog

  • Meine Theorie zu Prolog und Epilog ist folgende:



    Wie gesagt, das ist nur eine Theorie, aber was anderes fällt mir dazu echt nicht ein, so viel ich auch darüber nachhirne. Ist aber auch alles ein bisschen abgedreht in dem Buch. :mrgreen:

  • Ich habe das Buch 2006 gelesen und weiß leider gar nicht mehr, was genau mir nicht gefallen hat. Das habe ich wahrscheinlich verdrängt. :wink:
    Ich fand es aber damals so schlecht, dass ich es mit einem dicken Minus in meine gelesen-Liste eingetragen habe. Und mit einem Minus bewerte ich wirklich nur ganz selten Bücher. Ich kann auch leider nicht mehr reinblättern, weil ich es verkauft habe.

    Ich schätze mal, dir hat das ganze Buch nicht gefallen, so wie mir :lol: Tut mir leid, aber ich fand es total bescheuert :thumbdown: Nur blabla, der Buchhändler mag niemand, hat keine Freunde, geht nicht raus (ich frag mich wo er seine Tees her bekommt :-, ), hasst (warum auch immer) Paare und hängt den ganzen Tag in seinem Sessel rum.
    Marie hat in ihrem ersten Post ja eine Inhaltsangabe herunter geschrieben und das ist tatsächlich der komplette Inhalt, mehr kommt da nicht!


    Würde mich jemand fragen, was der Autor mit diesem Buch sagen wollte, dann würde mir wohl als erstes einfallen: Bücher machen sehr einsam - anders kann ich mir seinen Buchhändler nicht erklären.

    Ja, das wäre auch das einzige das mir einfallen würde. Ich hatte mich auf einen Roman gefreut, in dem die Liebe zu Büchern zum Ausdruck gebracht wird, aber das ist hier leider nicht der Fall. Stattdessen lernt man einen Übungssatz über Eisberge und wie man am besten Leute vergrault :roll:


    Weil es ja eine Sternbewertung geben muss, gibt es einen :bewertung1von5: von 5 von mir und 2 Daumen nach unten :thumbdown: :thumbdown:

  • Ich habe das Buch gerade in zwei Stunden weggelesen und fand es auch eher unterdurchschnittlich. :-?


    Ich habe eine Geschichte über die Liebe zu Büchern erwartet, aber eine völlig durchgeknallte Aneinanderreihung noch durchgeknallterer Figuren bekommen und der Hauptprotagonist war der durchgeknallteste überhaupt.


    Die Bücher und das Lesen von Büchern wirkte eher abschreckend als einladend auf mich. :-? 
    Da waren mir die Buchbeschreibungen aus Cornelia Funkes Tintentrilogie hundertmal lieber.


    Das einzig Gute an diesem Buch ist die Tatsache, das es so kurz ist. :-#

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