Tanja Steinlechner - Die Tänzerin vom Moulin Rouge

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  • Inhalt: Zitat amazon.de:

    "Paris 1880. Louise Weber wächst als Tochter einer Wäscherin in bitterer Armut auf. Doch sie brennt für den Tanz. Immer wieder schleicht sie sich heimlich fort, in die Bars und Cafés am Montmartre, und steigt, gefördert von Künstlern wie August Renoir oder Toulouse Lautrec, zum Star des Moulin Rouge, zur international gefeierten Königin des Cancan auf. Doch die Angst, wieder in die Armut abzugleiten, quält sie. Und so setzt sie alles aufs Spiel: Wohlstand, Glück - und die Liebe ihres Lebens ..."







    Das Cover hat mich gleich auf Anhieb "gehabt". Deutet es doch durch die passende Farbgebung, den Hintergrund und die Darstellung auf die damalige Zeit hin. Die Details stimmen gelungen ins Geschehen ein.

    Der Schreibstil konnte mich ebenfalls von der ersten Seite bis zur letzten packen. Anfangs wirkt alles noch eher wie eine leichtere Erzählung. Nach und nach baut sich jedoch der Tiefsinn auf. Dadurch wird das Leben der Protagonistin hervorragend in Szene gesetzt und ich konnte aufschlussreich nachvollziehen, wie das Eine zum Anderen geführt hat.

    Die Charaktere werden sehr drastisch und eindrücklich dargestellt und dadurch kann man auch hier die Reaktionen und Gedankengänge wunderbar begreifen.

    Das Lokalkolorit setzt das gewisse Etwas noch obendrauf.


    Mein Fazit: sehr eindrückliche Bilder, die zeigen, wie das Leben so spielen kann

  • "Der Tanz ist ein Gedicht, von dem jede Bewegung ein Wort ist." (Mata Hari)

    1882 Paris. Nach dem Tod des Vaters lebt die 16-jährige Louise Weber mit ihrer Mutter in ganz ärmlichen Verhältnissen. Louises ältere Schwester Vic hat der Familie den Rücken gekehrt, um ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen. Mit der harten Arbeit in der Wäscherei trägt Louise zum gemeinsamen Lebensunterhalt mehr schlecht als recht bei, während sie von einer Karriere als Tänzerin auf den Bühnen von Paris träumt. Die Chance, das armselige Leben zu verlassen, ergibt sich bald und Louise taucht in die bunte und schillernde Welt des Montmartre ein und wird dort als Cancan-Tänzerin zu „La Goulue“, der das weltberühmte Moulin Rouge und das illustre feierwütige Volk von Paris zu Füßen liegt. Doch ihre Herkunft kann Louise nicht wie ein Hemd abstreifen, zu sehr zehren die Jahre der Armut an ihr, so dass sie alles tut, um dies nie wieder erleben zu müssen…


    Tanja Steinlechner hat mit „Die Tänzerin vom Moulin Rouge“ einen ganz unterhaltsamen historischen Roman mit biografischen Zügen vorgelegt, der sich mit dem Leben von Louise Weber alias „La Goulue“ beschäftigt, einer bekannten Cancan-Tänzerin. Der flüssige, bildhafte und der Zeit angemessen nachgebildete Erzählstil lädt den Leser ein, sich Ende des 19. Jahrhunderts in Paris umzusehen und dem Moulin Rouge einen Besuch abzustatten, um dort Louisse als Tänzerin mitzuerleben. Doch bevor es soweit ist, taucht er erst einmal in das ärmliche Leben der jungen Frau, die mit ihrer Mutter Tag für Tag ums Überleben kämpft und sich nichts mehr wünscht als das sich ihr Traum von einer Bühnenkarriere erfüllt. Der Zufall kommt ihr zu Hilfe, denn durch Unterstützung von Toulouse-Lautrec oder Auguste Renoir wird ihr Traum bald zur Wirklichkeit. Die Autorin zeichnet das Bild einer ehrgeizigen jungen Frau, die, anfangs noch eine Sympathieträgerin, sich rasch durch ihren Erfolg verändert und sich selbst ein Gefängnis schafft, aus dem sie kaum zu entkommen vermag. Das Leben in Armut sowie die Heiratspläne ihrer Mutter für sie haben sie so geprägt, dass sie kaum jemanden näher an sich heranlässt und in ihrem ganzen erreichten Ruhm doch allein ist. Das Bühnenleben wird farbenfroh und lebendig dargestellt, ebenso die diversen bekannten Persönlichkeiten, die das Etablissement besuchen, dabei sind der Autorin keine Grenzen gesetzt, Fiktion und Realität verschmilzen zu einem homogenen Ganzen. Trotzdem fehlt es an der gewissen Tiefgründigkeit, die den Funken überspringen lässt. Viele langatmige Passagen und ein fehlender Spannungsbogen lassen schnell Langeweile beim Leser aufkommen. Einzig die Schilderungen des alten Paris können vollends überzeugen.


    Die Charaktere sind lebhaft ins Bild gesetzt und weisen glaubwürdige menschliche Eigenschaften auf. Es gelingt ihnen jedoch nicht, den Leser für sich einzunehmen, der die Szenerie nur als unbeteiligter Beobachter betrachtet, wobei Mitgefühl und Mitfiebern auf der Strecke bleiben. Als junge Frau ist Louise sympathisch, selbstbewusst, ehrgeizig und noch mit Träumen gesegnet. Doch je mehr sie erreicht, umso mehr wird sie zu einer oberflächlichen Egomanin, die manipulativ und oftmals verletzend mit ihren Mitmenschen umspringt. Sie hält sich für den Nabel der Welt, was bestimmt auch in ihren Unsicherheiten und Ängsten begründet liegt, den hart erarbeiteten Erfolg wieder zu verlieren. Dass sie dadurch ihre Einsamkeit selbst verschuldet, ist ihr eher nicht bewusst.


    Mit „Die Tänzerin vom Moulin Rouge“ lässt die Autorin die eher unbekannte Louise Weber lebendig werden. Der historische Hintergrund ist gut recherchiert, ebenso sind die Beschreibungen vom alten Paris und die nächtlichen Streifzüge sehr gelungen. Leider fehlt dem Buch jegliche Spannung, es gibt zu viele Längen und auch die Protagonistin ist wenig sympathisch. Empfehlenswert für jene, die sich für historische Persönlichkeiten interessieren.


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    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    gelesene Bücher 2020: 432 / 169960 Seiten

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