Jean-Claude Carrière - Die Ferien des Monsieur Hulot / Les vacances de Monsieur Hulot

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  • Der Autor (Quelle: Wikipedia): Jean-Claude Carrière (* 19. September 1931 in Colombières-sur-Orb, Département Hérault; † 8. Februar 2021 in Paris) war ein französischer Drehbuchautor und Schriftsteller. 2015 erhielt er für sein Lebenswerk einen Ehrenoscar. [...]Erste Kontakte zum Film ergaben sich im Laufe der 1950er-Jahre, als der Regisseur Jacques Tati ihn damit beauftragte, für zwei seiner Filme Romanfassungen zu erstellen. 1957 lernte Carrière den Regisseur Pierre Étaix kennen, der ihn 1961 zum Film holte. Zwei Jahre darauf begann eine regelmäßige Zusammenarbeit mit dem nach Frankreich zurückgekehrten Luis Buñuel, die bis zu dessen letztem Film anhielt. Mit dem spanischen Exilregisseur entstanden Carrières vielschichtigste Manuskripte. Er bediente fast alle Filmgenres und verfasste die Drehbücher zu Werken unterschiedlichster Regisseure wie Miloš Forman, Louis Malle, Jacques Deray, Carlos Saura, Volker Schlöndorff, Andrzej Wajda, Marco Ferreri, Philippe de Broca, Peter Brook und Jean-Luc Godard. Jean-Claude Carrière starb am 8. Februar 2021 im Alter von 89 Jahren in seinem Haus in Paris eines natürlichen Todes.


    Klappentext (Q: Alexander-Verlag): »Ich hatte einen Film gedreht. Man machte daraus einen Roman: Aus meinen Bildern sollten Worte werden, aus meinen Sequenzen Sätze. War das überhaupt möglich? Ich fürchtete das Schlimmste. Nun bin ich beruhigt. Und ich kann behaupten, daß ich, wenn ich je aus "Die Ferien des Monsieur Hulot" ein Buch hätte machen wollen, mir gewünscht hätte, es ähnelte diesem hier.« (Jacques Tati)
    Jacques Tati beauftragte Jean-Claude Carrière, Romanfassungen zu zwei seiner Filme zu schreiben. Carrière schrieb daraufhin die Romane zu Die Ferien des Monsieur Hulot und zu Mon Oncle.
    Das Buch handelt von den Ferien des Monsieur Hulot in einem Badeort. Die Hotelgäste sind fest entschlossen, in den wenigen Wochen mit einer ähnlichen Verbissenheit Urlaub zu machen, wie sie sonst ihr Alltagsleben bestimmt. Ein lautes, knallendes Automobil führt Hulot in die Szenerie ein. Seine unbeschreibliche Art verunsichert die Gäste und mit seinem komischen Auftreten - dem zu kurzen Trenchcoat, Sporthütchen, der Pfeife, den zu kurzen Hosen und Ringelsocken und seiner federnden, nach vorn geneigten Art zu laufen - stürzt er das kleine Hotel ins Chaos.
    Monsieur Hulot ist - wie Chaplins Tramp - Tatis Erfindung einer Kultfigur: ein träumerischen Trottel mit Regenmantel, Pfeife und viel zu kurzer Hose. Er ist kein Grimassenschneider, keiner, der sich bemüht, ständig lustig zu ein: Hulot ist das Opfer des Alltäglichen. Er eckt an, weil er nicht maßstabgerecht in seine Umwelt paßt, weil seine Maße nicht ganz stimmen, seine Bewegungen asynchron laufen. Mit Monsieur Hulot führte Tati eine stille, leise Komik ein, die die Menschen und ihre Eigenheiten zwar entlarvte, aber niemals bloßstellte.


    Französische, deutsche und spanische Ausgaben:

    Der Roman erschien zuerst im französischen Original als „Les vacances de Monsieur Hulot“ mit Illustrationen von Pierre Étaix im Jahr 1958 bei Robert Laffont in Paris, Umfang: 221 Seiten. 2005 gab es ebendort eine Neuauflage des Romans.


    Es handelt sich um die Romanfassung der Kinokomödie "Les Vacances de M. Hulot / Die Ferien des Monsieur Hulot" von und mit Jacques Tati aus dem Jahr 1953.


    Die deutsche Übersetzung erschien als „Die Ferien des Monsieur Hulot“ 1963 im Rainer Wunderlich Verlag, Stuttgart. Sie wurde auch 1965, übersetzt von Wolfgang Mertz, und mit den Zeichnungen von Pierre Étaix als Heyne-Buch Nr. 364 im Wilhelm Heyne Verlag in München herausgebracht.

    1984 wurde diese Übersetzung auch zusammen mit fünf weiteren Filmromanen als Heyne-Jubiläumsband „Die großen Filmromane. 6 ungekürzte Romane in einem Band“ als Heyne-Buch Nr. 50/3 im Wilhelm Heyne Verlag München neuaufgelegt. (Die anderen Filmromane waren – eine interessante Mischung: „Rosemaries Baby“, „Ein Mann und eine Frau“, „Der Gefangene von Alcatraz“, „Ein Pyjama für zwei“ und „Außer Atem“).

    Der alte Mertz-Übersetzung von Carrieres Roman erschien zuletzt als „Die Ferien des Monsieur Hulot“ als fadengehftetes Hardcover im Jahr 2003 im Berliner Alexander-Verlag. Mit den Zeichnungen von Pierre Etaix. Umfang: 180 Seiten.


    Eine spanische Übersetzung besorgte Josep Faulí. Sie erschien unter dem Titel "Las vacaciones de M. Hulot" als "novela basada en el film de Jacques Tati" im Jahr 1958 beim Verlag Ediciones G. P. in Barcelona.


    Meine Einschätzung:

    Wie soll man diesen sehr körperbetonten, sprachlosen Slapstick des französischen Komikers Jacques Tati in eine Filmerzählung packen? Seine Figur Hulot, der Tolpatsch, der zu allen freundlich sein will, der überall aneckt, und nicht merkt, wie er den Leuten auf die Nerven geht. Und seien es auch fürchterlich missgünstige, engstirnige Leute, mit denen man eigentlich gar nichts zu tun haben will. Hulot, im Grunde der größtmögliche, selbstgenügsame Einzelgänger in einer Gruppe von faden Herdentieren, der mit einem Schulterzucken, ahnungslos, das größtmögliche Chaos innerhalb einer spießigen Urlaubsgesellschaft anrichtet. Dem Autor dieser Romanfassung gelingt es ziemlich gut, eigene Akzente zu setzen. Interessante, humorvolle Beschreibungen, die eine klare Ergänzung zum Film darstellen, und die das Absurde der Filmvorlage gut in Lektüre übertragen – wenn sie den Film in seiner direkten Wirkung auch niemals ersetzen können. Ein bisschen wie ein nacherzählter Bildwitz. Aber erstaunlich gelungen, wirklich! :thumleft:

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  • Das französische Original in der Neuauflage von 2005, immer noch im Verlag Robert Laffont. Mit den Illustrationen von Pierre Étaix.

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  • Der alte deutsche Mertz-Übersetzung von Carrieres Roman erschien zuletzt als „Die Ferien des Monsieur Hulot“ als fadengehftetes Hardcover im Jahr 2003 im Berliner Alexander-Verlag. Mit den Zeichnungen von Pierre Etaix. Umfang: 180 Seiten.

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  • Die spanische Übersetzung von Josep Faulí, als "Las vacaciones de M. Hulot" 1958 beim Verlag Ediciones G. P. in Barcelona erschienen.

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