Sophie Passmann - Komplett Gänsehaut

  • Buchdetails

    Titel: Komplett Gänsehaut


    Verlag: Kiepenheuer&Witsch

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 192

    ISBN: 9783462053616

    Termin: Neuerscheinung März 2021

  • Bewertung

    2.7 von 5 Sternen bei 6 Bewertungen

    53,3% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Komplett Gänsehaut"

    »Sophie Passmann ist das Schweizer Taschenmesser des Feuilletons.« Barbara Schöneberger. Nach ihrem vieldiskutierten Bestseller »Alte, weiße Männer« entlarvt Sophie Passmann in ihrem neuen Werk den unerträglichen Habitus einer Bürgerlichkeit, durch die sie selbst geprägt wurde. Eine Passmannsche Suada at it’s best. Bloß nicht so werden, wie alle anderen um sich herum. Bloß nicht so werden, wie man schon längst ist. Bloß schnell erwachsen werden, um in die transzendentale Form des Verklärens eintauchen zu dürfen, die Jugend als »die beste Zeit des Lebens« zu feiern. Sophie Passmann teilt aus gegen alle, am verheerendsten aber gegen sich selbst und ihresgleichen. Zornig und böse, sanft und lustig zugleich zieht sie uns mit rein ins tiefe Tal der bürgerlichen Langeweile im westdeutschen Mittelstand. Sie geht vehement vor gegen die hedonistische Haltung einer wohlgemerkt nicht homogenen Generation, die ihr selbst nur allzu bekannt ist. Dies ist kein Memoir, kein Roman, keine Biographie, es ist: literarischer Selbsthass. Das finden Sie anmaßend? Genau das ist es und genau das will Sophie Passmann: sich anmaßen, das zu tun, was sie tun möchte. Komplett Gänsehaut einfach.
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    drawe
    Abbruch. Identifikationsprobleme zwischen Adoleszenz und Erwachsenenalter - darüber bin ich raus. Aber schön scharfzüngi
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    Marie
    Sprachlich originell, aber inhaltlich für mich uninteressant

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  • Es gibt diese Bücher, da weiß man nach dem Lesen sofort, was man in die zugehörige Rezension schreiben wird. Was man gut fand, was weniger gut und wie man es formulieren wird. Und dann gibt es „Komplett Gänsehaut“ von Sophie Passmann. Gekauft habe ich ihr Buch, weil ich die Autorin einfach mag. Ihre Art, Dinge auszusprechen, ihren Ton, ihr ganzes Auftreten, ihr Engagement – und ehrlich gesagt hat der gelbe Buchschnitt der Erstausgabe auch eine Rolle gespielt. Wie Sophie Passmann das wohl fände? Ziemlich bürgerlich wohl, aber vielleicht auch ein wenig verständlich.

    Ihr neues Buch ist ein 173 Seiten langer „Rant“, wie man so schön sagt, eine Schimpftirade also und worüber? Über sich selbst und das Leben, das sie führt. Ein Leben, so langweilig und bürgerlich, voller pseudo-intellektueller Diskussionen in schäbigen Küchen bei einem Gläschen Grauburgunder. Mit einem Freundeskreis, den man irgendwie verabscheut, aber auch liebt, denn eigentlich ist man sich doch ziemlich ähnlich. Als Leser*in findet man das zwar amüsant, aber auf eine Art auch ganz schön undankbar.

    „Darf die das?“, fragt man sich. Mit 27 Jahren so schreiben, als hätte sie allein die Wahrheit des Lebens begriffen und die Gesellschaft in all ihren Facetten durchschaut. So privilegiert sein, sich dessen bewusst sein und das gleichzeitig so herabwürdigen. Natürlich darf sie das! Und manchmal ist das unheimlich komisch und so auf den Punkt, dass man sich nach dem ersten Schmunzeln ein wenig ertappt fühlt. Manches ist aber auch so bemüht, so künstlich überhöht – als wüsste Sophie Passmann ganz genau, was man von ihr hören will. (Und vermutlich weiß sie das auch.)

    „Komplett Gänsehaut“ ist kein Roman und keine Biografie, sondern ein einziger langer innerer Monolog, ein „stream of consciousness“, wie man es früher im Deutschunterricht nannte. Jeder Satz fühlt sich so an, als sei er für Social Media geschrieben: provokant, gut zitierbar, aber leider eben auch wahr. Und man fragt sich unweigerlich: Ist das ehrlich gemeint oder einfach nur gute Selbstinszenierung? Ich habe keine Antwort darauf, aber dennoch mochte ich das Buch irgendwie – und irgendwie auch nicht. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

  • Das Buch lag in der Bücherei aus, und ich habe mich dunkel an die Rezension hier erinnert und nahm es aus Neugier mit.

    Gekommen bin ich bis Seite 60 und das auch nur, weil ich letzte Nacht zum Aufstehen zu faul war, um mir ein neues Buch zu suchen. :sleep:

    Mit 27 Jahren so schreiben, als hätte sie allein die Wahrheit des Lebens begriffen und die Gesellschaft in all ihren Facetten durchschaut.

    Tatsache ist: Ich bin zu alt, um der Autorin folgen zu können. Aber ich wäre auch schon mit 27 zu alt gewesen. Das Lebensgefühl entspricht meiner Erfahrung nach dem einer 19-, 20-jährigen, denn sprudelnde Gedanken, die vor allem um sich selbst kreisen, sind eher die Sache von jungen Erwachsenen, die eben der Pubertät entschlüpfen. :tanzensolo:


    Vielleicht kenne ich aber auch nur die falschen 27-jährigen? :-k Also diejenigen, die 8 Stunden arbeiten und / oder Kinder versorgen (müssen).


    Ja, ganz sicher, es sind die falschen 27-jährigen, von denen ich umgeben bin. Schließlich sind sie es selbst schuld, wenn sie nicht, wie die Autorin, künstlerisch - freiheitlich - ungebunden (von Beziehungen und Geld) - großstädtisch leben, sondern ------ naja, anders halt.


    Sprachlich gefallen mir Passmanns Ergüsse. Aber die Sprache allein lockt mich nicht, weitere 110 Seiten bis zum Ende zu lesen.

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • Naraya Deine Rezension finde ich großartig. Hat mich sehr neugierig gemacht!

    "Komplett Gänsehaut" liegt seeeehr weit hinten auf meinem Want-to-read (weil mich "Alte weiße Männer" nicht so überzeugt hat), dank Dir ist es ein bisschen weiter nach vorne gerutscht :wink:

    „Für die Leute, die einen zum ersten Mal besuchen, eine imposante Bibliothek entdecken und nichts Besseres zu sagen wissen als: "Haben Sie das alles gelesen?“, kenne ich mehrere Antworten. [...] Die erste ist: "Nein. Das sind nur die Bücher, die ich nächste Woche lesen muss. Die, die ich schon gelesen habe, sind in der Universität." Die zweite Antwort lautet: "Ich hab keins dieser Bücher gelesen. Warum würde ich sie sonst hier aufbewahren?“

    — Umberto Eco

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