David Sodergren - Night Shoot

  • Kurzmeinung

    Dave2311
    Der größte Pluspunkt ist das Ende. Man kann das Buch endlich aus der Hand legen

Anzeige


  • David Sodergren - Night Shoot


    Inhalt:

    A group of desperate student filmmakers break into Crawford Manor for an unauthorised night shoot. They have no choice. Their lead actress has quit. They’re out of time. They’re out of money.


    They’re out of luck.


    For Crawford Manor has a past that won’t stay dead, and the crew are about to come face-to-face with the hideous secret that stalks the halls.


    Will anyone survive…the NIGHT SHOOT?


    A delirious homage to the slasher movies of the 1980s, Night Shoot delivers page after page of white-knuckle terror.

    (Q Amazon)


    Meinung:

    David Sodergren - Night Shoot


    Elspeth Murray ist Filmstudentin und heute ist der erste Tag des Drehs für ihren Abschlussfilm. Zusammen mit ihren Kommilitonen Robert, Aiden, Laura und Deek begibt sie sich zum Crawford Manor. Hier wollen sie zusammen mit den beiden Laienschauspielern Ted und Hannah ihren Horrorfilm 'The haunting of Lacey Carmichael' filmen.

    Das Anwesen gehört dem Onkel Roberts Ross Crawford. Durch einen glücklichen Umstand gewährt er ihnen einen Tag Dreharbeiten im Haus. Das Team muss aber um 8 Uhr Abends wieder verschwunden sein.

    Robert hat aber andere Pläne und das Filmteam schleicht sich zurück, um die fantastische Location länger zu nutzen. Was sie nicht wissen, ist dass Crawford Manor ein Geheimnis birgt. Ein altes und tödliches. Aus dem fiktiven Horrorszenario des Films wird ein absolut reales und brutales und es gibt kein Entkommen.


    Die Geschichte beginnt mit einer kleinen Rückblende ins Jahr 1976. Hier erleben wir ein Ereignis in Crawford Manor, welches dem Leser einen kleinen Ausblick auf künftige Geschehnisse gibt, ohne dabei ins Detail zu gehen. Man weiß aber jetzt, dass es mit Gewalt, Schreien und mehr zu tun hat.

    Direkt nach diesem kleinen Anheizer finden wir uns 43 Jahre später bei Elspeth wieder und begleiten sie auf ihrer Reise zum Crawford Manor.


    Das Gebäude wird eindrucksvoll in Szene gesetzt. Es steht mit einer Seite direkt an einer Klippe zur Nordsee, das Wetter ist wie man es in Schottland erwartet, das Haus ist alt und die Fenster sind alle vergittert. In der näheren Umgebung gibt es keinerlei Zivilisation.

    Das Team um Robert ist begeistert von dem Haus. Auch wenn Robert ein riesen Arsch ist, als Locationscout ist er Gold wert. Der Besitzer des Hauses, Ross Crawford, bleibt zurückgezogen. Er zeigt sich nur selten.

    Ab hier gibt es erstmal eine etwas unspektakuläre Geschichte zum Thema Horrorfilm. Die Personen werden vorgestellt und das Team dreht nach und nach ein paar Szenen ab.


    Die Darsteller in der Gruppe konnten mich nicht begeistern. Ein paar waren mir mehr als unsympathisch, was vom Autor aber klar beabsichtigt ist. Der Rest des Filmteams war aber auch ziemlich egal. Selbst mit Elspeth, der Protagonistin, bin ich im ganzen Verlauf der Geschichte nicht warm geworden. Eine Verbindung konnte ich also zu keinem Darsteller aufbauen, was etwas auf meine allgemeine Haltung gegenüber der Erzählung drückte.


    Mit der Erscheinung des Anwesens, den Studenten und dem Wissen um die Vergangenheit des Hauses, hat man als Leser schon eine schlechte Vorahnung. Spätestens wenn es an den Ungehorsam der jungen Erwachsenen geht, das Haus um Punkt Acht zu verlassen, weiß man, dass es nicht gut enden wird.

    Der Horror zeigt sich mit äußerst brutalen Szenen. Nach und nach wird das Filmteam dezimiert und erst recht spät erkennen, die wenigen Überlebenden, dass hier etwas nicht stimmt. Doch zu diesem Zeitpunkt ist die Flucht bereits praktisch unmöglich.


    Prinzipiell ist das alles guter Stoff für einen eindrucksvollen und unterhaltsamen Splatter. Wobei, gesplattert wird mehr als genug, nur leider hat es sich nicht gut für mich angefühlt. Es wurde einfach nicht unterhaltsam.

    Durch die fehlende Bindung zu einem der Darsteller konnte ich nicht in die Geschichte abtauchen. Hinzu kam die recht dürftige Erklärung der Geschichte. Die Art und Weise der Darbietung dieser hat mich gestört und auch die Erklärung selbst. Da hat doch so einiges gefehlt, als das sich das rund anfühlen konnte. Wenn schon Erklärung, dann doch bitte stimmig.


    Aber das Schlimmste kam erst noch.

    Dann kam die kleine Wendung zum Ende hin. Ich dachte wirklich die Geschichte würde sich dann langsam dem Ende neigen, aber nein es kam ja mehr oder minder ein neuer Handlungsstrang dazu. Und dann war da noch ein Monster. Ernsthaft? Warum überhaupt? …. Das hat mich schon in der Erklärung gestört. Woher kam das neue Ding? Zumal in der Erklärung erst nur von einem die Rede war, dann, direkt im nächsten Satz aber von mehreren (Druckfehler?), doch nun wurde uns wieder ein Neues vorgestellt. Hier war ich dann aber schon reichlich bedient und kämpfte mich durch den Rest der Geschichte.

    Ach und die Sache mit der Schrottflinte. Ernsthaft? (ja ich weiß, das hatte ich gerade). So dumm kann niemand sein, nicht einmal Robert.

    Aber das war dann auch nur die Spitze des Eisbergs.

    Der Autor hätte gut daran getan den gesamten zweiten Handlungsabschnitt wegzulassen und die Geschichte offen zu beenden. Weniger Seiten hätten der Geschichte keinen Abbruch getan. Ich würde sogar sagen, dass es besser gewesen wäre.

    Für mich wurde die Geschichte im letzten Abschnitt einfach nur noch lächerlich.


    Und dann kam das Ende. Tja, was soll ich sagen? Vorsicht Spoiler! Ich war froh, dass alle gestorben sind. Aber das Wie. (Ich muss mich leider wiederholen.) Ernsthaft?

    Dann war es zum Glück endlich vorbei.


    Ich denke, der Autor wollte einfach zu viel. Er wollte möglichst viele Horrorelemente in diese Erzählung quetschen. Leider hat er vergessen den Humor mit einzupacken, denn wenn sich die Story nicht immer so versucht bitterernst angefühlt hätte und weniger übertriebene Klischees vorhanden gewesen wären, hätte das durchaus unterhaltsam werden können.


    Ob ein Buch gut oder schlecht ist, liegt sicherlich immer im Auge des Betrachters, doch ist ein guter Monsterhorror mehr als ein altes Anwesen an der Küste, nackter Haut und viel Blut. Die Verpackung muss auch stimmen und vor allem die Darsteller. Hier hat nichts davon gestimmt. Spätestens mit dem Versuch im letzten Teil die Geschichte weiter aufzublasen, ging alles den Bach runter, oder eben die Steilküste.


    Fazit:

    Die Story hätte wirklich Potenzial gehabt. Es gab Sex, Monster, Blut, Körperteile, ein altes Anwesen, schlechtes Wetter, Geheimnisse und und und. Doch die Darbietung war gar nicht überzeugend. Die Charaktere waren hohl, die Erklärung sinnfrei, die Geschichte nicht unterhaltsam. Dazu kommt der Versuch hinten raus nochmal einen draufzusetzen. Was ziemlich nach hinten los ging.

    Der größte Pluspunkt ist das Ende. Man kann das Buch endlich aus der Hand legen.


    :bewertung1von5::bewertung1von5:

    Lebenskunst besteht zu neunzig Prozent aus der Fähigkeit, mit Menschen auszukommen, die man nicht leiden kann.
    Samuel Goldwyn


  • Dave2311

    Hat den Titel des Themas von „David Soderdren - Night Shoot“ zu „David Sodergren - Night Shoot“ geändert.

Anzeige