D. M. Pulley - Der tote Schlüssel / The Dead Key

  • Kurzmeinung

    -the-black-one-
    Spannung setzt erst spät ein, aber beide Zeitebenen ergänzen sich gut.

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  • Über den Autor:

    D.M. Pulley ist Bauingenieurin in Cleveland, Ohio, und wurde durch ihre Arbeit zu ihrem Roman inspiriert. Die verlassene Bank aus dem Roman gibt es zwar so nicht, aber bei der Untersuchung eines verlassenen Gebäudes hat sie tatsächlich einmal einen Tresorraum voller ungeöffneter Schließfächer entdeckt.

    Wenn sie nicht schreibt, arbeitet Pulley weiterhin als Beraterin und forensische Ingenieurin, untersucht Bauprobleme und plant Renovierungen. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern im Nordosten von Ohio. »Der tote Schlüssel« ist D.M. Pulleys erster Roman und gewann 2014 den »Amazon Breakthrough Novel Award«.


    Inhaltsangabe laut Amazon:

    Nach der spektakulären Pleite der First Cleveland Bank müssen die Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz sofort verlassen und das prächtige Gebäude wird verschlossen. Erst zwanzig Jahre später interessieren sich Investoren für das Objekt und beauftragen die junge Architektin Iris, die alten Gemäuer zu untersuchen. Was für die wenig motivierte Iris zunächst wie ein langweiliger Routinejob aussieht, wird nach und nach zu einer spannenden Detektivarbeit: Iris beginnt Nachforschungen anzustellen über die verschwundenen Schlüssel zum Tresorraum, die Menschen, die in der Bank arbeiteten, ihre Geheimnisse und Schicksale. Zu spät stellt sie fest, dass es gefährlich sein kann, die Geister der Vergangenheit zu stören …


    Aufbau:

    Das Buch beginnt mit einem Prolog, der eine Szene in der Bank darstellt; das Datum oder die handelnden Personen werden darin nicht genannt. Im Anschluss daran, wird abwechselnd in zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt. Ein Mal aus der Sicht von Beatrice im Jahre 1978 und dann wiederum aus der Sicht von Iris im Jahre 1998. Es handelt sich hierbei um einen Einzelband bestehend aus 544 Seiten.



    Meine Meinung:

    Das Cover ist ja relativ schlicht gehalten und passt soweit ganz gut. Den Titel finde ich auch ansprechend und gut gewählt.

    Normalerweise bin ich kein großer Freund davon, Bücher zu lesen, die in verschiedenen Zeitabschnitten spielen. Hier wiederum hat mir genau das gut gefallen, auch wenn die Handlungen in einer Zeitebene nicht direkt auf die der anderen aufgebaut hat. Der Zusammenhang war aber immer ersichtlich und somit haben sich die beiden Teile auch immer gut unterstützt.

    Man lernt zuerst Iris kennen, die gerade erst ihre Stelle als Ingenieurin angetreten ist, aber dennoch lieber das Leben genießt und damit auch mal in Kauf nimmt, verspätet und verkatert am Arbeitsplatz zu erscheinen. Man merkt trotzdem relativ schnell, dass sie in ihren Grundzügen ein sehr neugieriger Mensch ist, der die Dinge nicht auf sich beruhen lassen kann, bis sie nicht geklärt sind. Beatrice hingegegen ist zwar auch gewillt den Dingen auf den Grund zu gehen, in ihren Grundzügen aber eher sehr zurückhaltend. Sie floh zu ihrer Tante, ist gerade mal 16 Jahre alt und hat die Stelle in der Bank nur mit gefälschten Papieren bekommen. Sie möchte also unauffällig bleiben, was ihr auch gelingt, bis ihre Kollegin Max sich mit ihr anfreundet, die sehr offenherzig ist und gerne Spaß am Leben hat.

    Insgesamt waren die Hauptcharaktere in der Vergangenheit sehr gut ausgeleuchtet und auch sehr authentisch. Allerdings gab es in dieser Zeitebene so viele Namen, die ich irgendwann nicht mehr zuordnen konnte, weil ich mir bis zum nächsten Sprung in die Zeit nicht habe merken können, wer davon jetzt wer ist. 1998 war mir leider nur Iris selbst gut genug dargestellt. Die übrigen Charaktere waren sehr blass und konnten kaum einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

    Mir hat auch gerade zu Beginn ein wenig die Spannung gefehlt. Diese muss sich natürlich erst mal aufbauen, aber wenn ich in den ersten 100 Seiten kaum Lust zum Weiterlesen habe, stimmt etwas nicht so ganz. Glücklicherweise kam dann langsam die Spannung auf, sodass ich im Nachhinein immer sehr neugierig darauf war, wie es weitergeht.

    Etwas schade finde ich, dass im Laufe des Buches absolut nicht mehr auf den Prolog eingegangen wird. Irgendwann kann man sich denken, welche Personen darin eine Rolle spielen, aber mir fehlt insgesamt für das ganze Buch ein wenig die Auflösung. Das Ende lässt einen ein bisschen in der Schwebe zurück, was ich etwas schade finde. Da das Buch so umfangreich ist, hätten 5-10 Seiten mehr dann auch nichts mehr ausgemacht.


    Ab einer gewissen Seitenzahl habe ich die Entwicklung des Buches neugierig verfolgt und habe dann auch sehr gerne weitergelesen. Leider ist für mich nicht alles so stimmig gewesen, wie ich es mir erhofft habe. Die Nebencharaktere blieben einfach zu blass. Lieber hätte ich ein paar davon gestrichen und die restlichen dann so gut aufgenommen, dass man sie am Ende noch alle zuordnen kann.

    Von mir gibt es: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:.

    So many things become beautiful when you really look.


    Lauren Oliver

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