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Kristen Roupenian - Cat Person: Storys / You Know You Want This

Cat Person: Storys

3.9 von 5 Sternen bei 5 Bewertungen

Verlag: blumenbar

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 288

ISBN: 9783351050573

Termin: Januar 2019

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  • Verlagstext

    Brillant, lakonisch und bitterkomisch: Das Psychogramm unserer Zeit.

    Mann und Frau. Mutter und Tochter. Freunde und Freundinnen. In zwölf Stories erkundet Kristen Roupenian das Lebensgefühl von Menschen in einer schönen neuen Welt. Fragile Hierarchien und prekäre Lebenssituationen auf der einen, das Bedürfnis nach Sicherheit und Spaß auf der anderen Seite: Alles ist möglich, aber wer sind wir, wenn wir alles sein können? Mit so viel Einsicht in die Wünsche und Ängste des Einzelnen hat man noch nicht über das Zusammenleben in dieser neuen Zeit gelesen - einer Zeit, in der alles greifbar ist, und es doch immer schwerer wird, auch nur das Geringste davon zu erreichen.

    „Einzigartig – zum ersten Mal werden die Befindlichkeiten der Millennials beschrieben.“ Washington Post


    Die Autorin

    Kristen Roupenian, Jahrgang 1982, studierte afrikanische Literatur in Harvard, hat für den Friedenscorps in Kenia und als freie Journalistin gearbeitet. Ihre Kurzgeschichte "Cat Person", im November 2017 im New Yorker veröffentlicht, wurde zur viralen Sensation und gilt als eine der meistgelesenen Stories aller Zeiten. Der Erzählungsband "Cat Person" ist ihr Debüt und erscheint zeitgleich in 23 Ländern.


    Inhalt

    In der titelgebenden Kurzgeschichte "Cat Person", die die am häufigsten gelesene Geschichte aller Zeiten sein soll, lernt die 20-jährige Margot einen sehr viel älteren Mann kennen. Mit Robert entsteht in rasantem Tempo eine zum großen Teil über Textnachrichten geführte Beziehung, in der Margot den herrschenden Code nicht verstehen kann oder will. Sie spielt nach einem Drehbuch, das sich mir als Nicht-Amerikanerin nicht erschließt, das naive Püppchen, das zu nichts eine Meinung hat. Damit scheint sie Robert zu umgarnen und findet sich nach kurzer Bekanntschaft mit ihm in seinem Haus beim Sex. Den Moment, in dem sie besser Stopp gesagt hätte, hat sie verpasst, alles andere würde jetzt blöd aussehen – findet sie. Zu behaupten, Margot hätte schlechten Sex, wie es der Spiegel in seiner Rezension tut, finde ich hier eine unzulässige Verkürzung. Margot lässt sich von einem Mann schlecht behandeln und hält das offenbar für ein wirkungsvolles Werbeverhalten. Margot hat keinen Schimmer, wer der Mann ist, wo er herkommt, was er arbeitet. Er hat behauptet, Katzen zu mögen – und deshalb kann er kein schlechter Mensch sein, hat Margot sich ihre kleine Welt zurechtfantasiert. Solange es noch Victim-Blaming gibt, finde ich die Geschichte so aktuell wie notwendig, zumal sie mit der virtuellen Welt der Scheinidentitäten verbunden ist.


    Auch in „Ein netterTyp“ tritt ein unscheinbarer Typ auf, der irgendwie fies ist, bizarre sexuelle Gewohnheiten hat. Über 20 Jahre hinweg hat Ted Beziehungen gehabt, in denen beide Partner taktieren, irreführende Signale aussenden und keine Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Frauen unterwerfen sich, lassen sich von Ted schlecht behandeln, womöglich in einem irregeleiteten Samariter-Syndrom, weil sie glauben, nur sie würden diesen speziellen, schwierigen Menschen verstehen. Hier könnte man sich fragen, ob Beziehungen bei Roupenian sich deshalb toxisch entwickeln, weil das amerikanische Datingverhalten so stark ritualisiert und in Phrasen eingemauert wird, dass niemand mehr darüber redet, was die Personen von einer Beziehung erwarten. Dramaturgisch geschickt inszeniert, blickt Ted hier auf 20 Jahre Beziehungsversuche zurück.


    Mir hat „Nachtläufer“ gut gefallen, die Erlebnisse eines naiven amerikanischen Studenten, der als Hilfslehrer mit dem Friedenscorps nach Kenia geschickt wird und dort auf eine Klasse 12-jähriger ausgesprochen biestiger frühreifer Mädchen trifft. Seine Ahnungslosigkeit über die fremde Kultur und seine Hilfslosigkeit sind die andere Seite der Medaille, die Frauen in Cat Person und in „Ein netter Typ" zeigen.


    Fazit

    Wenn ein Buch mit dem Presseecho „virale Sensation“, „Psychogramm unserer Zeit“, „das Lebensgefühl einer Generation“ vermarktet wird, kann es mit diesen Vorschusslorbeeren nur enttäuschen. Kristen Roupenian zeigt den ganz normalen täglichen Horror von Gewalt, Hass und misslungener Kommunikation. Ihre Figuren haben bizarre sexuelle Gewohnheiten, die Beziehungen wirken toxisch, fast abstoßend. Verschenken würde ich das Buch nicht, bevor ich es selbst nicht ganz gelesen hätte.


    Um die Frage zu diskutieren, wann Frauen in Beziehungen endlich die klare Ansage bringen, was sie wollen, und wann sie nicht mehr gefragt werden, warum sie einen kurzen Rock trugen oder warum sie im Dunkeln unterwegs waren, liefert Roupenian jede Menge Diskussionsstoff.

  • Jonathan Cape ist ein britischer Verlag, daher habe ich vermutet, dass deine eingetragene eine englische Ausgabe ist, aber nicht die amerikanische Originalausgabe.

  • Nun, seit 1929 hat JC auch eine Dependance in New York (tatsächlich habe ich ihn wohl deswegen auch aus meinen Studien zur amerikansichen Geschichte als einen Neew Yorker Verlag im Kopf), wenn auch der Stammsitz in London ist. Da die Autorin in New Yorker Zeitungen veröffentlicht hat, dürfte sie wohl auch bei JCNY veröffentlicht haben. 8)

  • Im deutschen Buch steht über dem Impressum:


    "Die Originalausgabe unter dem Titel

    You Know You Want This

    erschien 2019 bei Scout Press, New York."

  • Mario

    Hat den Titel des Themas von „Kristen Roupenian - Cat Person / You Know You Want This“ zu „Kristen Roupenian - Cat Person: Storys / You Know You Want This“ geändert.

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