Gina Jacobsen - Tödlich ist die Versuchung

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Tödlich ist die Versuchung

1.8|2)

Verlag: FeuerWerke Verlag

Bindung: Broschiert

Seitenzahl: 300

ISBN: 9783945362488

Termin: Dezember 2018

  • Inhalt (Quelle amazon):


    Emanuela Wolf versucht mit Hilfe des Beziehungscoachs Bernhard Rett ein schweres Trauma aufzuarbeiten, das durch den Tod ihres Bruders und den plötzlichen Verlust ihrer Jugendliebe ausgelöst wurde. Damit sie lernt, wie Männer eigentlich ticken, gibt ihr der Coach Hausaufgaben: sie soll unter seiner Regie verschiedene Männertypen verführen. Doch plötzlich stirbt eine Affäre nach der anderen. Emanuela weiß nicht, wem sie noch trauen kann. Ist Bernhard Rett, in den sie sich inzwischen verliebt hat, der Täter? Oder das nächste Opfer?



    Ein Stalker macht noch lange keinen Thriller! ...eigentlich bereitet es mir fast körperliche Schmerzen, die Rezension für dieses Buch im Genre "Thriller" abzulegen. Erotik wäre passender gewesen....


    Emanuela Wolf arbeitet als Dozentin für Psychologie. Zufällig sieht sie den Beziehungscoach Bernhard Rett im Fernsehen und vereinbart eine Sitzung mit ihm. Rett soll sie von dem Trauma, das der Tod ihres Bruders vor 18 Jahren ausgelöst hat, heilen. Seine Methoden sind unkonventionell, denn er stellt Emanuela Aufgaben,die sie lösen muss. Beobachtet wird sie dabei von einem Stalker.


    Ihr habt es wohl an meiner Zusammenfassung bemerkt …. der Plot zu dieser Geschichte empfand ich als hanebüchen. Welcher Beziehungscoach verordnet Aufgaben wie " Verführe einen fremden Mann in der Oper " ? Diese Aufgabe soll zeigen, ob Emanuela bindungsfähig ist und einen Mann halten kann? Aehm … was hat denn das eine mit dem anderen zu tun? Doch anscheinend ist dieser Bernhard Rett eine Koryphäe auf seinem Gebiet. Da er als Beziehungscoach " gute Rezensionen bei Google" hat (O-Ton Emanuela). Welche nur halbwegs vernünftige Frau lässt sich denn auf so was ein? Ebenfalls gestolpert bin ich über: warum leidet Emanuela nach 18 Jahren noch immer an dem Trauma, den Bruder verloren zu haben? Wohlverstanden, dieser wurde weder brutal ermordet, noch verschleppt … er litt anscheinend an einer Grippe und ist im Krankenhaus friedlich eingeschlafen. Ganz genau weiss man das als Leser nicht, denn die Autorin bleibt ziemlich vage.

    Im Hinblick darauf, dass die Autorin als Psychologin und Beziehungscoach arbeitet, hätte ich mir besser ausgearbeitete Details in der Beziehung erwartet. Denn so wirkt das Ganze sehr konstruiert und an den Haaren herbei gezogen.

    Okay, Emanuela wird von einem Stalker verfolgt. Eigentlich als Leser ein Grund Spannung zu fühlen. Gänsehaut, mitzittern …. mitgezittert, habe ich genau einmal, als sie verfolgt wird. 10 Sätze in einem Thriller, ist ja leider herzlich weniger. Darum : Ein Stalker macht leider noch keinen Thriller aus. Genreeinteilung leider misslungen!

    Der Schreibstil ist eher sachlich gehalten und Sätze wie "Ihre Leiber verschmolzen wie Geige und Bogen" haben mich schmunzeln lassen. Altbackener geht's wohl nicht mehr! Die Handlung empfand ich als holperig und immer wieder werden Handlungsansätze eingefügt, die ich nicht nachvollziehen konnten. So denkt Emanuela aus heiterem Himmel an Rasmus, einen alten Freund aus der Jugendzeit … plötzlich nach 18 Jahren vermisst sie ihn, und ...Achtung...hier lauert Trauma Nummer 2 auf die Gute. Sie taucht ab in die Erinnerung an eine Geburtagsparty. Diese Passage hat weder Sinn noch ein Ziel. Und solche Sprünge gibt es zuhauf. Tragisch ist, dass Emanuela einen Beziehungscoach benötigt, um auf die Idee zu kommen, mit Rasmus Kontakt aufzunehmen. Wohlverstanden, wir sprechen von einer Frau, die voll im Berufsleben steht und Google benutzen kann und auch fähig ist, Mails zu schreiben.

    Die Charakterisierung von Emanuela gab mir grosse Rätsel auf. Wenn sie einen Mann kennen lernt oder trifft, und das kann auch ein Handwerker in der Firma sein, denkt sie sofort an eine Farbe. "Dieser Typ ist Türkisgrün". Damit nehme ich an, dass Emanuela eine Synästhetikerin ist? Doch genau diese Begabung, wird ansonsten nicht erwähnt oder wurde ausgearbeitet. Und so sind die ewigen Erwähnungen der Farben einfach nur nervig. Auch Blackouts, die Emanuela haben soll, werden spontan irgendwo erwähnt … dies aus dem Zusammenhang gerissen.

    Enttäuschend als Thriller, enttäuschend beim Plot, der Umsetzung und der Charakterisierung der Figuren.


    :bewertung1von5::bewertungHalb:

  • Zwiegespalten



    Tödlich ist die Versuchung, Thriller von Gina Jacobsen, E-book, 300 Seiten, erschienen im FeuerWerke-Verlag.


    In diesem Erotik-Thriller zieht sich das Thema „Wie Männer ticken“ durch die Handlung.


    Emanuela hat seit dem Tod ihres Bruders und dem Verschwinden ihrer Jugendliebe Rasmus ein Trauma. Dies will sie nun mit dem bekannten Beziehungstherapeuten Bernhard Rett aufarbeiten. Doch der Beziehungscoach schickt sie in gewagte sexuelle Abenteuer mit verschiedenen Männern. Als plötzlich einer nach dem anderen an einer mysteriösen Grippe stirbt, gerät auch Emanuela in Gefahr. Ist Rett, in den sie sich verliebt hat gefährlich, oder wird er sie retten?


    Dieses Werk lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Zuerst einmal finde ich die Bezeichnung Thriller, auf dem Cover verwirrend. Es handelt sich hier eindeutig um einen Erotik-Thriller. Der Crime Anteil im Buch ist der Autorin gut gelungen. Spannender Plot, Cliffhanger und unvorhergesehene Wendungen besonders am Ende, haben mich gut unterhalten. Der Fall wurde plausibel und vollständig aufgelöst. Der auktoriale Erzählstil, besonders die Szenen aus der Sicht eines Stalkers erzeugten Spannung.
    Dazwischen und besonders zum Anfang dachte ich schon, ich müsste das Buch abbrechen. Zu abrupte Szenenwechsel, der Leser erfährt stets nur Bruchstücke, zu viele für die Handlung unwichtige Charaktere, ließ mich nur schlecht in Lesefluss kommen. Der Plot enthält für mich weder schöne, noch romantische Sexszenen, zum Teil sogar gewalttätige. Ich kann einfach nicht akzeptieren, dass eine Frau bei einer "Vergewaltigung" und das war es für mich, plötzlich Spaß oder Erregung verspürt. Ich lese davon, bin entsetzt - und dann steht geschrieben „Emanuela begann langsam daran Gefallen zu finden“ das geht für mich gar nicht. Ganz schlimm finde ich auch, dass die Protagonistin bei ihren promiskuitiven Vergnügungstouren nie ein Kondom benutzt. Selten konnte ich das Verhalten der Protagonistin nachvollziehen, eine selbstbewusste Frau und Wissenschaftlerin, die sich von einem „Beziehungscoach“ peinliche Sex-Hausaufgaben geben lässt, und dann auch noch ihre Studenten mit Aufgaben dieser Art betraut, ist für mich nicht plausibel. Wirklich sympathisch fand ich keinen der handelnden Personen.


    Ich fürchte die Autorin hat in ihrem Werk einfach zu viel gewollt, Erotik, Thrill, interessante Charaktere, psychologische Ansätze, es war einfach zu viel des Guten. Letztendlich ist sie keinem Teil befriedigend gerecht geworden. Von mir, auch wegen des wunderschönen Covers, 2 gutgemeinte Sterne von 5 möglichen. :bewertung1von5::bewertung1von5:

    :study::musik::montag:


    Und wenn mir alle Königskronen für meine Bücher und meine Freude am Lesen angeboten wären: Ich würde sie ausschlagen.
    François Fénelon

  • Nichts Halbes und nichts Ganzes


    Schon nach der Lektüre der Leseprobe war mein Eindruck ein geteilter gewesen. Es war mir einfach nicht klar, was das hier werden sollte. Es hatte Elemente von einem Psychothriller, aufgrund von Erinnerungslücken und Ungereimtheiten im Privatleben der Heldin. Zweitens hätte es aber auch ein typischer „Frauenroman“ werden können, da drei beste Freundinnen sich ständig trafen und Unmengen Sekt in sich hineinschütteten – und dabei über Männer redeten. Drittens war da noch der Erotik-Aspekt. Schon in der relativ kurzen Leseprobe hatten wir zwei recht derbe Sex-Szenen, die auch noch relativ unmotiviert daherkamen...was nichts Gutes verhieß…


    Die Grundidee hörte sich dabei noch recht nett an. Emanuela Wolf, angesehene Psychologin aus Wien, hat ein unstetes (erotisches) Privatleben. Halb aus Jux lässt sie sich auf den Coach Bernhard Rett ein, der gerade angesagt ist. Er gibt ihr „erotische Hausaufgaben“, die nach einer Weile mächtig schief zu laufen beginnen...


    Nachdem ich nun das ganze Buch gelesen habe, bin ich mir immer noch nicht sicher. Es ist nichts von alledem, was ich zuerst dachte, wirklich. Es ist definitiv kein (!!) Psychothriller. Auch beim wohlwollendsten Lesen nicht. Dafür passiert einfach zu wenig. Das erste Todesopfer taucht erst recht spät auf, und auch die Lösung des „Falles“ geht eher halbherzig vor sich. Es gibt nicht mal einen richtigen Ermittler! Und auch die Erinnerungslücken erweisen sich letzten Endes als völlig belanglos – das kann ich, denke ich, ohne Spoilergefahr hier sagen, da fast alles an diesem Buch halbgar und unwichtig ist.


    Ein Erotikroman…? Ähm, eher nicht, nein. Eher eine bessere „Nummernrevue“, im unrühmlichsten Sinne des Wortes. Mir kommt das Buch vor, als sei eine Handlung halbherzig hinzu erfunden worden, nur um die Sexszenen miteinander verbinden zu können. Und die waren leider nicht auf gutem Niveau geschrieben. „Sein Dolch“, „ihre Höhle“, (besonders schlimm) „ihre köstliche Frucht“, „wilder Orkan“… also ehrlich, ich habe mich oft „fremdgeschämt“…! Ausserdem habe ich mich über das Frauenbild aufgeregt, das hier vermittelt wird. Jede Frau will im Grunde halb vergewaltigt werden… und findet das dann toll?? Also wirklich!!


    Am ehesten hätte das Buch noch das Zeug dazu gehabt, zum Frauenroman zu werden. Die Treffen der drei besten Freundinnen sind – abgesehen vom wirklich horrenden Alkoholkonsum – recht spaßig beschrieben. Allerdings habe ich das Gefühl, die Autorin hat sich in die Figur der „Alexa“ ein wenig selbst hinein geschrieben – die verfasst nämlich gerade einen Erotikthriller, und lässt sich dafür von Emanuela Notizen über ihre Abenteuer zukommen… man könnte ja nun meinen, genau so sei dieses Buch entstanden…


    Mich haben ausserdem verschiedene Dinge an diesem Buch gestört. Erstens, die nicht zu Ende gedachte Charakterisierung der Figuren. Emanuela Wolf soll angesehene Psychologin sein…? Mit 20 Jahren Berufserfahrung? Und soll dann nicht von selbst darauf kommen, dass sie ihren verstorbenen Bruder „gehen lassen muss“?? Oder dass sie versuchen sollte, ihre verschollene Jugendliebe wiederzufinden?? Unglaubwürdig! Ausserdem verhält sie sich sehr oft wie ein wild gewordener Teenager, und nicht wie eine Frau von Mitte 30.


    Zweitens, da sind so viele Nebenhandlungen, die stiefmütterlich behandelt werden, die einfach im Sande verlaufen. Emanuela wollte doch eigentlich die fragwürdigen Behandlungsmethoden des Coaches Bernhard Rett entlarven. Doch davon später kein einziges Wort mehr. Oder die merkwürdige Sekretärin Gwendolyn, die Emanuela nacheifert. Wird nicht weiter verfolgt. Oder das seltsame „Farben sehen“ von Emanuela. Sie ordnet jedem Menschen beim ersten Ansehen spontan eine Farbe zu. Interessante Idee. Ist aber für die Handlung von keinerlei weiterer Bedeutung. Und deswegen nervt es nach einer Weile. Oder der geheimnisvolle Ehemann von Alexa. War er nun wirklich in dem Restaurant mit seinen Kumpels? Das wird nie geklärt. Und das hat mich geärgert! Es gibt noch mehr, doch lassen wir das.


    Drittens, das hier behandelte Niveau von Psychologie ist oft doch sehr fragwürdig. Emanuela Wolf macht dem Coach Bernhard Rett anfangs einige Vorwürfe. Er sei unprofessionell, und habe sich seine Methoden aus seiner Zeit als Kellner zusammengeklaubt. Tja, da kann ich nur sagen, wer im Glashaus sitzt…! Ich kenne mich selbst ein wenig aus; im Rahmen meiner Berufsausbildung hatte ich mit Psychologie durchaus zu tun. Und ich verfolge das Thema auch weiterhin privat. Und da kann ich nur sagen, was dem Leser hier als Psychologie verkauft wird, stammt aus der untersten Küchenschublade…! Du Tarzan, ich Jane. Ja nee, ist klar!


    Viertens, und da bin ich mir nicht ganz sicher – ich habe an mehreren Stellen Grammatikfehler zu entdecken geglaubt, die sich meistens mit der Zeitenfolge und dem Präteritum herumschlugen. Hat das nun damit zu tun, dass das Buch in Österreich verlegt wurde…? Mir ist es jedenfalls öfters sauer aufgestoßen. Meiner Ansicht nach heißt es „ich bin gewesen“ und nicht „ich war gewesen“. Um nur ein Beispiel zu nennen.


    Ich hätte das Buch gerne besser bewertet. Doch so wird das mit uns beiden definitiv nichts. Es hatte ein paar recht nette Ansätze. Wie gesagt, das Verhältnis der drei Frauen. Einen gewissen Sinn für Stil, für Farben und Mode hat Emanuela Wolf auch. Und es war recht flüssig zu lesen, das ja. Aber alles andere konnte mich leider nicht überzeugen.

    "Ein Mensch, der Ideale hat/
    Der hüte sich, sie zu erreichen!/
    Sonst wird er eines Tags anstatt/
    Sich selber andern Menschen gleichen."
    (Erich Kästner) :):)

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