Sophie Cronberg - Das Leuchten über den Klippen

  • Buchdetails

    Titel: Das Leuchten über den Klippen


    Verlag: FISCHER Taschenbuch

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 368

    ISBN: 9783596036882

    Termin: November 2017

  • Bewertung

    2.8 von 5 Sternen bei 3 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Das Leuchten über den Klippen"

    Der neue Roman von Sophia Cronberg Eine sturmumtoste Insel vor der Küste Irlands ist Schauplatz einer tragischen Liebe über die Zeiten hinweg Nach einer zerbrochenen Beziehung flüchtet Rebecca Hals über Kopf auf eine Insel vor der irischen Küste. Fasziniert durchstreift sie dort eine verfallene Klosterruine. Im Mittelalter, so heißt es, hat sich die junge Aislin in einen Mönch des Klosters verliebt. Sie stürzte von den Klippen in den Tod, aber ihr Geist soll das Kloster bis heute heimsuchen. Rebecca will mit Hilfe von Ian, der die Insel wie kein Zweiter kennt, herausfinden, was einst geschah. Doch da gerät auch sie in Gefahr. Wird sich die Vergangenheit wiederholen?
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  • Seitenzahl

    367 (warum oben 448 angegeben wird, weiß ich leider nicht)


    Über die Autorin

    Zitat

    Sophia Cronberg wurde 1975 in Linz geboren. Seit einigen Jahren ist sie hauptberuflich Schriftstellerin. Sie spielt gern Klavier und liebt das Reisen. Sophia Cronberg ist Mutter einer kleinen Tochter und lebt abwechselnd in Frankfurt am Main und in Österreich.

    Quelle: Klappentext


    Inhalt

    Rebecca hat von ihrem Leben in Deutschland die Nase voll. Vor allem ihr Familienleben setzt ihr zu: Die Tochter ist im Internat, ihr Mann erteilt ihr nur noch Aufträge, schätzt sie jedoch schon lange nicht mehr. Um Abstand von allem zu gewinnen, macht sie sich nach Irland auf, wo sie zufällig auf die Liebesgeschichte eines ungleichen Paares stößt, die von Anfang an unter keinem guten Stern stand. Schauplatz war damals ein Kloster, dessen Ruine auf einer Insel steht und von Besuchern besichtigt werden kann. Hier trifft Rebecca auf den grimmigen Leuchtturmwärter Iain, der, so scheint es, viel mehr über die alte Legende weiß, als er offenbaren will ...


    Aufbau

    "Das Leuchten über den Klippen" besteht aus drei Teilen, die sich zusätzlich in einen Prolog, 30 Kapitel und einen Epilog untergliedern. Die Erzählung springt dabei zwischen mehreren Zeitebenen hin- und her und beleuchtet damit die Leben verschiedener Charaktere im 12. und 19. Jahrhundert sowie in der Gegenwart.


    Eigene Meinung

    Wenn der Name einer Hauptfigur auf dem Einband anders geschrieben wird als später in der eigentlichen Geschichte, ist das selten ein gutes Omen. Bevor ich auf den eigentlichen Inhalt des Buches eingehe, muss ich direkt sagen, dass ich es erschreckend finde, wie fehlerhaft manche Bücher auf den Markt kommen. Es kann mal ein Buchstabe oder von mir aus auch ein Wort fehlen, aber nicht dauernd. Sogar Satzzeichen sind hin und wieder unterwegs verlorengegangen. Da macht das Lesen manchmal keinen großen Spaß mehr.


    Auch der Schreibstil der Autorin änderte nichts daran, dass es mir schwerfiel, in die Geschehnisse einzutauchen, was vor allem daran lag, dass bestimmte Eigenarten bezüglich der Satzformulierung sich laufend wiederholten. Beispiel:


    Zitat
    Das einzige Fahrzeug, das ihr schließlich entgegenkam, war ein Motorrad mit italienischem Kennzeichen, und dieses fuhr sehr langsam, drehte die Beifahrerin doch mit ihrer Handykamera gerade einen Film.


    Was ich fett markiert habe, hat sich wie ein roter Faden durch das Buch gezogen. Immer und immer wieder tauchten Sätze dieser Art auf. Das kann man mal so machen, aber auf Dauer las sich das einfach nicht mehr angenehm. Auch der häufige Beginn eines Satzes mit "Nun" oder "Nun ja" - sowohl bei wörtlicher Rede als auch beim erzählerischen Text - hat mir nicht gefallen. Ebenfalls rissen mich ab und zu Wörter, die falsch benutzt wurden, aus dem Lesefluss. Selbst Redewendungen wurden nicht korrekt widergegeben. An einer Stelle sollten so zum Beispiel "Eisen aus dem Feuer" geholt werden. Entweder hole ich die Kohlen/Kastanien für jemanden aus dem Feuer, indem ich ihm helfe oder ich habe mehrere Eisen im Feuer, wenn ich mich nicht auf einen einzigen Partner festlegen will. Generell hatte ich oft den Eindruck, dass das Buch unzureichend lektoriert bzw. korrigiert wurde.


    Aber nicht nur mit dem Schreibstil hatte ich meine Probleme. Bei den Charakteren war nicht einer dabei, der mir wirklich sympathisch war, sodass die Emotionen meinerseits sich nicht einstellen wollten. Anfangs glaubte ich, dass es am Alter Rebeccas liegen könnte, denn die Protagonistin ist bereits über 40 Jahre alt. Doch bald stellte ich fest, dass mich keine Figur dazu bewegte, mit ihr zu fühlen. Hauptgrund dürfte zum einen sein, dass ich selten wirklich die Handlungen und/oder Denkweisen nachvollziehen konnte, zum anderen aber sicherlich auch die Tatsache, dass irgendwie kein Charakter so richtig ... menschlich war. Oder waren sie es am Ende zu sehr? Vor allem Egoismus war eine Eigenschaft, die mir immer und überall viel zu präsent war. Ob bei der Hauptfigur, die an wirklich jedem etwas auszusetzen hatte (was unschön werden kann, wenn sie über andere gedanklich herzieht), ohne ein Wort von zu Hause abhaut (egal, ob die Tochter fast erwachsen und im Internat ist oder nicht ... und auch der Partner kann doof sein, aber das macht man einfach nicht) und schließlich im Laufe der Geschichte sogar


    ... lässt oder bei einer Person, die ihr eigenes Glück über das anderer stellt und diese in tödliche Gefahr bringt - ich habe so oft den Kopf geschüttelt. Selbst


    schien für die Autorin völlig in Ordnung zu sein, weil es zu einer Zeit geschah, in der das nahezu zum Alltag gehörte. Etwas, was ich als sehr fragwürdig empfinde. Nein, hier fehlt mir das Verständnis.


    Die Handlung selbst zeigte, dass Cronberg viele gute Ideen hatte. Diese jedoch wurden in meinen Augen unzureichend umgesetzt. Ich habe keine Verbindung zur Geschichte aufbauen können, was mir nur selten passiert. Allein die Geschehnisse der Vergangenheit konnten mich hin und wieder für sich gewinnen.

    Am Rande sei noch angemerkt, dass ich es mag, wenn das Ende einen Bogen zum Beginn der Geschichte schlägt. Wenn der Prolog jedoch im Epilog fast identisch übernommen und dem lediglich noch ein paar Absätze hinzugefügt werden, wirkt das eher auf mich, als hätte man hier versucht, noch ein paar zusätzliche Seiten herauszuschlagen - und den Eindruck hatte ich leider auch an anderen Stellen.


    Am Ende kann ich nur sagen, dass man das Buch lesen kann, aber nicht muss. Das Thema hätte viel hergeben können, doch die Chance wurde für meinen Geschmack leider nicht genutzt. Ich vergebe :bewertung1von5::bewertung1von5:. Mehr geht dieses Mal leider nicht.


    ~ Was mich im Alltag auffängt, ist die Möglichkeit, mich einfach mal fallen lassen zu können. ~

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