Ar-Men: Die Hölle der Höllen

Buch von Emmanuel Lepage

Anzeige

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Ar-Men: Die Hölle der Höllen

Weit vor der bretonischen Küste auf der Île de Sein trotzt Ar Men (»der Felsen«) Sturm und Wellen, ein Leuchtturm gebaut an einem der unwirtlichsten Orte Frankreichs. Die Männer, die dort ihren einsamen Dienst tun, nennen ihn auch »die Hölle der Höllen«, denn aufgrund seiner isolierten Lage ist mitunter wochenlang kein Kontakt zum Festland möglich -- auch keine Evakuierung im Ernstfall. Dies ist die Geschichte von Germain, der in den 1960er Jahren das Leben an Land hinter sich ließ, um die Wunden, die seine Seele trug, zu überwinden. Im Ar Men hat er seinen Platz gefunden. Nach »Ein Frühling in Tschernobyl« und »Weiß wie der Mond« lässt Emmanuel Lepage uns in »Ar Men« erneut an einer seiner außergewöhnlichen Reisen teilhaben. »Ar Men« ist eine bildgewaltige Dokumentation über einen der menschenfeindlichsten Orte der Erde und über die Männer, die dort leben, damit Schiffsreisende eine sichere Fahrt haben können.
Weiterlesen

Bewertungen

Ar-Men: Die Hölle der Höllen wurde insgesamt 2 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,8 Sternen.

(2)
(0)
(0)
(0)
(0)

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Ar-Men: Die Hölle der Höllen

    Einsam steht er weit vor der bretonischen Küste im häufig stürmischen Meer, nur bei sehr gutem Wetter in Sichtweite des Festlandes, der Leuchtturm Ar-Men ("Der Felsen"), benannt nach dem kleinen Felsplateau unweit der Insel Sein, auf dem er im späten 19. Jahrhundert errichtet wurde. Germain ist einer der Leuchtturmwärter, die sich dort alle paar Wochen abwechseln, und einer der wenigen, die froh sind, sich an diesem einsamen und unwirtlichen Ort aufhalten zu können, wo es immer so viel zu tun gibt, dass er die Gedanken an die Vergangenheit zwar nicht hinter sich lassen, aber wenigstens zeitweise durch harte Arbeit übertünchen kann. Ständig muss etwas repariert, gestrichen oder gereinigt werden, es gilt regelmäßigen Funkkontakt mit der Zentrale auf dem Festland zu halten und dafür zu sorgen, dass das Leuchtfeuer zuverlässig über die fast immer rauhe See blinkt.
    In seinen stillen Stunden kommt aber doch die Erinnerung wieder, die Germain eigentlich verdrängen will, an seine Tochter und an die vielen Geschichten, die er ihr zu erzählen pflegte: die bretonischen Legenden um König Gradlon und die untergegangene Stadt Ys, die Entstehungsgeschichte des Leuchtturms an einer der gefährlichsten Stellen vor der Küste des Finistère und die legendäre Beteiligung der Bewohner von Sein am Aufruf Charles de Gaulles zum Widerstand gegen die Nazis und das Vichy-Regime.
    Thematisch rennt Lepage mit diesem großartigen Comic bei mir von A bis Z offene Türen ein. Leuchttürme und ihre Wärter faszinieren mich, und ich liebe die Bretagne mit ihrer interessanten Geschichte, reichen Legendenwelt und auf rauhe Weise wunderschönen Landschaft. Lepages Zeichenstil gefällt mir sehr, realistisch, detailreich und stimmungsvoll ohne Effekthascherei. Auch Menschen fängt er schön ein, und gänzlich hin und weg war ich von seiner Darstellung des Meeres. Die Farben schillern naturgetreu, und die Wellen scheinen schon fast aus den Seiten hervorrauschen zu wollen.
    Germains persönliche Geschichte kristallisiert sich erst nach und nach heraus, lange bleibt es bei Andeutungen, die immer wieder eingestreut werden, während wir das aktuelle Geschehen auf dem Leuchtturm erleben, der wieder einmal einen Sturm überstehen muss. Die Legenden und historischen Begebenheiten, die er dem kleinen Mädchen erzählt, sind immer wieder in die Haupthandlung eingeschoben, ohne den Lesefluss zu stören. Durch diesen Kniff entsteht, wenn man erst einmal die Zeitsprünge begriffen hat, ein rundes Ganzes, das nicht nur Germains Entwicklung zeigt, sondern auch eine liebevolle Hommage an den Ort des Geschehens ist. Sehr gelungen fand ich die optische Abgrenzung der einzelnen Komponenten, so stellt sich etwa die Gradlon-Legende stilistisch ganz anders dar als etwa die Episode aus dem Krieg.
    Bis zum berührenden Ende ein sehr schönes Comic-Kleinod, nicht nur für Liebhaber bretonischer Leuchttürme.
    Weiterlesen

Besitzer des Buches 3

  • Mitglied seit 26. Mai 2010
  • Mitglied seit 11. November 2017
  • Mitglied seit 5. Oktober 2008
Update:

Anzeige