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Mira Valentin - Der Mitreiser und die Überfliegerin

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    Der Mitreiser und die Überfliegerin

    von

    4.5|1)

    Bindung: E-Book Download

    Seitenzahl: 246


    ASIN: B072QSY7PW


    Termin: August 2017

    • Mira Valentin - Der Mitreiser und die Überfliegerin

      Der Mitreiser und die Überfliegerin - Mira Valentin

      Independently published
      288 Seiten
      Gewinner des Kindle Storyteller 2017

      Inhalt:
      Ist es Magie? Oder einfach nur das Leben?
      Die Welt des 18-jährigen Milan gerät aus den Fugen, als seine Sandkastenfreundin Jo bei einem Kletterunfall ums Leben kommt.
      Doch dann fliegt ihm plötzlich ein weißer Wellensittich zu, der ihn ganz bewusst zum Zirkus Salto lockt. Dort lernt Milan die schöne, aber womöglich verrückte Trapezkünstlerin Julie kennen.
      Angezogen von ihrer sonderbaren Theorie über magische Menschen und Seelentiere reist Milan mit dem Zirkus und lernt:
      Es erfordert eine Menge Mut, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen. Oder Magie – ganz wie man es nimmt.
      ~~~~~~~~~~~~~

      Meinung:

      Dieses farbenfrohe Buch lastet schwer auf der Seele.
      Denn es erzählt vom Leben.
      Vom echten Leben.
      Vom überkandidelten Deutschland.
      Von Behörden und Vertretern.
      Von Depressionen und Suizidgedanken.
      Vom Weg aus der Dunkelheit. Hin zum Licht.
      Es erzählt von Individualität und wie die Gesellschaft versucht uns in Form zu bringen.
      Mit Regeln und Messlatten.
      Mit Maßen und Normen.
      Mit Bürokratie.

      Alleine der Prolog hat mich schon umgehauen.
      Die Geschichte selbst liest sich mit jeder Seite leichter, wenn man sich einmal auf Milans Gedankenwelt eingelassen hat.
      Er hat gerade seine Freundin verloren, die Farbe in seinem Meer aus Grau und Grau und weiß nicht mehr wohin.
      Kann weder vor, noch zurück.
      Und dann kam Julie.
      Die Überfliegerin.

      Mein zweites Buch von Mira Valentin ist einfach schön.
      Sie erzählt die Geschichte eines Jungen, der seinen Lebensmut verloren hat und ihn im Zirkus wiederfindet.
      Zwischen Tieren und Artisten.
      Zusammen mit Julie, der Trapezkünstlerin und den anderen Zirkusleuten zieht er durchs Land und versucht sich selbst zu finden.

      Was soll ich sagen?
      Die Autorin hat es geschafft eine bunte Welt mit schwarz zu vereinen.
      Alleine der Schreibstil ist schon so poetisch, tiefsinnig und mitreißend, dass sich jedes Wort - wenn auch erst im Nachhinein - wie eine Klammer um dein Herz legt. Man erkennt, dass hinter jeder kleinen Behauptung ein Fünkchen Wahrheit steckt.

      Zirkus Salto ist magisch und so hat jeder hier sein Seelentier, das einen auf dem Weg begleitet und unterstützt. Milan hat einen weißen Wellensittich, Julie eine Ratte. Wie ein Haustier, nur besser.
      Aber all die Magie ist bedroht.
      Von der Außenwelt. Von den so genannten Vertretern, die die Magie durch Absicherungen beeinflussen und durch Angstschürung versiegen lassen.
      Im Zirkus schaut man Spirit, spielt Bonnie & Clyde und macht Ronja Räubertochters Frühlingsschreie nach.
      Und hinter dem Zirkuszaun lauern die Grauen Herren aus Momo.
      Die, die einem jeden Spaß nehmen und das innere Kind einsperren wollen.

      Die Story selbst ist seicht.
      Macht nicht sehr viele Schlenker und hat auch nicht viel Spannung zu bieten - zumindest keine im Sinne von: Oh mein Gott, das reißt mich aus dem Hocker und macht mich zappelig.
      Sie ist so echt wie das Leben selbst.

      Auch die Charaktere sind so aufgebaut.
      Mit Höhen und Tiefen, Ecken und Kanten, aber keiner, außer Milan, aus dessen Sicht alles erzählt wird, ging mir wirklich nahe.
      Das fand ich etwas schade, denn ich hätte gern mehr von Damian, dem Tigerdompteur und Madame Veritas, der Wahrsagerin erfahren.

      So gut, wie die Autorin schreibt, gab es zwar jede Menge Emotionen, die einen berührten, aber die Wichtigste, die Liebe zwischen Milan und Julie, die Liebe zwischen Milan und den Pferden, die kam nicht zu 100% bei mir an.
      Aber das ist okay, denn für mich ist die Botschaft dahinter extrem wichtig:

      Lass niemals zu, dass man dein inneres Kind in Ketten legt.
      Sei frei, frech, wild und wunderbar.

      Fazit:

      Diese Geschichte muss man mit dem Herzen sehen, denn, wie heißt es so schön? Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.

      Es ist die Geschichte vom Mitreiser, der an verschiedenen Orten und auf verschiedene Weise Puzzlestück für Puzzlestück sich selbst findet.
      Die Geschichte von der Überfliegerin, die in Milan ihr Rettungsseil bekommt, mit Hilfe dessen sie sich in schwinderlerregende Höhen schwingt.
      Es ist die Geschichte über das Leben im Zirkus.
      Über das Leben mit Vorurteilen.

      Aber vor allem ist es eine Geschichte, die mal wieder zeigt, dass man nur mit Liebe man selbst sein kann.

      Ich vergebe 4,5 von 5 :bewertung1von5: Sterne.
      Gelesen 2017: 122
      Seiten: 42130

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