Ruanda im Jahre 2000:
In Kigali treffen Menschen aus allen möglichen Kulturen aufeinander. Die UNO verteilt viel Geld für den Wiederaufbau Ruandas nach dem Völkermord und jeder möchte etwas von den Dollars abhaben.
Auch Angel und ihr Mann sind aus diesem Grund aus Tansania nach Ruanda gegangen. Eigentlich hatten die beiden sich auf ein ruhiges Leben im Alter eingestellt. Aber ihre Kinder sind beide gestorben und so stehen die beiden vor der großen Aufgabe, ihre fünf Enkel aufzuziehen. Und das kostet nun mal Geld.
Angel versucht das Gehalt ihres Mannes mit ihren Kuchen aufzubessern. Sie bäckt für die unterschiedlichsten Anlässe Kuchen, am liebsten schöne bunte.
In dem Roman werden alle möglichen Probleme angeschnitten: HIV ist ein sehr großes Thema, aber auch Ehe, Familie, Beziehungen. Bildung - in Afrika für Mädchen nicht immer selbstverständlich. Der Völkermord, mitanzusehen, wie die eigene Familie abgeschlachtet wurde und trotzdem weiterzuleben. Kindersoldaten, die Erwachsen sind und irgendwie überleben müssen. Beschneidung von Mädchen. Straßenkinder.
Leider werden viele Dinge nur kurz angesprochen und die Personen tauchen dann im weiteren Roman nicht mehr auf. Das fand ich schade. Aber es regt auf jeden Fall zum Nachdenken an.
Trotzdem ist ein schönes, eher leicht zu lesendes und vor allem sehr warmherziges Buch.