Beiträge von Lukes Meinung

    Manchmal machen Romane, respektive deren Autoren, es einem ein wenig schwer. Bei „777“ war dies wieder einmal der Fall…


    Zuerst einmal wollte sich die Geschichte nicht in eine Schublade ablegen lassen. Was wie Horror beginnt, mutiert zur Dystopie und zwischendrin wieder zurück zum Horror. Nach beenden des Buches, möchte ich es dennoch unter dem Überbegriff Dystopie einordnen.


    Dann ist der Untertitel „Die Endzeit im Zeichen Gottes“ ein wenig irreführend. Ich hatte einen Roman mit biblischem Charakter erwartet, was er aber nicht ist. Zwar wird ab und an darauf zurückgegriffen, doch wer hier eine religiöse Verklärung des Themas „Zombie“ erwartet, der wird enttäuscht werden oder erleichtert sein, das dem nicht so ist.


    Nächster Punkt in der „Mensch, konzentrier dich!“-Kategorie sind die Kapitel des Buches, welche eigentlich nicht als solche bezeichnet werden können. Der Autor springt fröhlich zwischen den Handlungszeiten hin und her und manchmal fehlt ein wenig die strukturierte Aufteilung des Ganzen. Dies bescherte mir den einen oder anderen „War der nicht eben noch da?“-Moment, welcher sich aber schnell wieder legte, da es nicht zu kompliziert ist der Story zu folgen.


    Ein positiver Aspekt ist der Hauptcharakter an sich. Er wird recht vage, teilweise sogar farblos, gehalten und man hat so die Möglichkeit sich mit ihm etwas schneller als normal üblich zu identifizieren. Er hat keine Ecken und Kanten, die man in einer Anpassung an eigene (fiktive) Handlungsmuster abschleifen müsste.


    Ansonsten bleibt alles in den gewohnten Mustern einer Zombiedystopie. Sie sind da, man muss sich vor ihnen in Acht nehmen um nicht auch als verrottender Knochensack durch die Gegend zu rennen und Mensch ist sich selbst sein schlimmster Feind.


    Viele Neues wird einem also hier nicht geboten und der Schreibstil von Markus Wächtler lies bei mir den Eindruck zurück, dass es sich bei dem Roman um ein Erstlingswerk handeln könnte. Ich mag Schreiben, die nicht zu geschliffen sind, doch ab und an kam mir alles ein wenig zu steif und ungewollt eingezwängt vor.


    „777“ ist kein Roman für zwischendurch, was schon die Zeitsprünge und deren Verteilung innerhalb des Buches verhindern. Wer sich also gerne in Gefilde begibt die man zwar schon kennt, aber von denen man nicht genug bekommen kann, der ist hier genau richtig.

    Astra hat eine Menge hinter sich bringen müssen. Zum einen nagt der Tod ihres Lehrers, Atlas, noch an und zum anderen ist die sie umgebenden Welt nicht so begeistert von ihr, wie sie es gerne hätte. Trotzdem versucht sie das Beste aus allem zu machen und ihren Job als Superheldin ernst zu nehmen. Doch kann sie nicht verhindern, dass sie ihr Schicksal immer wieder einholt und alles in die Bahnen lenkt, die für sie scheinbar vorher bereits festgelegt worden sind.


    Autor Marion G. Harmon verfährt hier nach dem Marvel-Prinzip, welches von Stan Lee, Jack Kirby und anderen Größen der amerikanischen Comicszene bereits in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrtausends festgelegt wurde. „Superhelden sind auch nur Menschen!“. Und wie sich SPIDER-MAN durch eine Grippe aus der Kampfbahn werfen lassen muss, oder IRON MAN durch Alkoholismus auf seinem Weg mächtig verirrte, so hat auch Hope „Astra“ Corrigan mit den Dingen des ganz normalen Lebens zu kämpfen. Das lässt die ganze Geschichte nicht zu abgehoben und „unrealistisch“ daherkommen, denn in viele Dinge der jungen Dame mag sich der geneigte Leser hineinzuversetzen.


    So schlittert Hope dann auch von Erfolg zu Misserfolg, lebt alle emotionalen Höhen und Tiefen des Superheldenlebens aus um am Schluss an allem irgendwie zu wachsen.


    Wer sich in der Comicszene ein wenig auskennt, erkennt viele Dinge wieder, denn was gäbe es auf diesem Gebiet noch Neues zu erfinden? John Byrne erwiderte einmal auf den Vorwurf, dass er sich wiederholen würde, recht gelassen, dass alles bereits erzählt wäre und es nur noch Variationen eines Themas gäbe. So ist „Wearing the Cape“ denn auch „nur“ eine Variation, die aber viel Spaß macht und selbst eine Comicaltfan, der seit Beginn der Siebzigerjahre in der Comicszene unterwegs ist, begeistern kann.


    Auch wenn ich nicht wirklich zu anvisierten Zielgruppe dieser Buchserie gehöre, so muss ich mich dennoch als Fan zu erkennen geben, denn „Astras Bewährungsprobe“ steht noch aus…

    Ein Sieg wurde errungen. Alice hatte es geschafft die Menschen und die Biter zu einer Streitmacht zu vereinen um die Rote Armee aus dem Wunderland zu verjagen. Die Verluste waren bei beiden beteiligten Parteien sehr hoch, Menschen wie Bitern.


    Mittlerweile hat sich Delhi zu einer Zone gemausert, in der so etwas wie Zivilisation wieder Fuß zu fassen scheint. Die Biter leben in einem für sie eingerichteten Reservat und lassen die Menschen in Ruhe – ebenso wie die Menschen die Biter nicht länger jagen.


    Doch ist der kurze Frieden trügerisch, denn nicht nur aus den Reihen der Menschen droht ihm Gefahr und Alice sieht sich erneut gezwungen einzugreifen um beiden Spezies ein friedliches Miteinander zu ermöglichen. Das Massaker an Menschenkindern, welches durch eine Gruppe von Bitern angerichtet wurde, ist der Tropfen, welcher das Fass erneut zum Überlaufen in Richtung Krieg bringen könnte. Auch die amerikanischen Widerstandskämpfer melden sich bei Alice, da sie sich von ihr Hilfe erwarten.


    Mainak Dhar gönnt seiner ja nun mittlerweile untoten Heldin keine wirklich lange Verschnaufpause, sondern steigt nach kurzen Erläuterungen der Ereignisse der Monate nach dem Ende von Buch Eins, direkt wieder in die Vollen ein.


    Alice ist emotional zerrissen, soweit das als Biter/Mensch-Hybride möglich ist, und versucht auch weiterhin alles um den Pakt zwischen Menschen und Bitern aufrecht zu erhalten. Trotzdem drängen sich immer mehr die Verhaltensmuster der alten Welt vor dem Ausbruch in die Reihen der Menschen und das Gerangel um Macht und Besitz beginnt von neuem.


    Mainak Dhar setzt den guten Eindruck und die gewohnt straffe Erzählweise auch im Nachfolgeband weiterhin fort. Es passiert wenig, was nicht unbedingt Auswirkungen auf die Haupthandlung an sich hat und es gibt keine Abschweifungen, welche nicht später wieder aufgegriffen werden.


    Es ist ein wenig ungewohnt das der Held der Geschichte sich zumindest halbseitig auf der Seite des normalerweise als Feind angesehenen Zombies befindet, doch gibt es kaum Momente in denen man Alice nicht mag – auch wenn die Beschreibungen von ihr sehr unangenehm sind, denn sie befindet sich logischerweise auch im Stadium des Verfalls, da sie ja theoretisch tot ist.


    Die Geschichte von Alice, dem menschgewordenen Biter, ist hier noch lange nicht zu Ende, denn die Buchreihe umfasst im Original noch ein paar mehr Bände.

    Oha, er liest Urban Fantasy!


    Ja und Nein!


    Auch wenn sich der Klappentext vom ersten Band der Fiona-Reihe wie Urban Fantasy liest, so hebt sich die Geschichte von Autor Zsolt Majsai aus dem Gros der Romane in dieser Richtung ab.


    Fiona ist nicht auf der Suche nach einem Lover und muss auch nicht die Damsel in Distress geben, damit sie von einem dunklen Helden gerettet werden kann.


    Fiona ist die scheinbar verzogene Tochter eines reichen Ehepaares und lebt ihr Leben in allen nur erdenklichen Zügen exzessiv aus. Als ihr kleiner Bruder jedoch ermordet wird, wandelt sich ihr Leben innerhalb von Sekunden.


    In dem Moment, in dem ich Fiona kennenlernte, war ich mir nicht sicher, ob ich sie mögen würde, oder nicht. Sie verkörpert von Anfang an die Antiheldin, denn sie ist weder höflich, noch nett oder gar sofort sympathisch. Man könnte sie eher als zynisch, launisch und arrogant bezeichnen. Dennoch gelingt es Zsolt Majsai seiner Heldin auch gute Seiten und Eigenschaften mitzugeben, welche im Laufe des Romans immer mehr die Oberhand gewinnen. Lady Saubermann wird Fiona dadurch dennoch nicht.


    Ebenfalls fiel mir der Umstand positiv auf, dass sich die Story schnell und rasant entwickelt, sobald erstmal alles wichtige erklärt wurde. Es geschossen, geprügelt und auch ansonsten hat Fiona kaum Zeit zur Ruhe zu kommen, welches dem Leser eine schnelle Fahrt durch 270 Seiten ermöglicht.


    Der Fantasyanteil ist nicht wirklich hoch und ich würde das Buch eher in die Schublade – wenn es die denn braucht – Horror stecken, im weitesten Sinne. So sehe ich auch als Zielgruppe ein eher älteres Publikum als die normale Urban Fantasy Fangruppe.


    Wenig erwartete Fantasy, dafür jedoch viel Action.

    Sechs Monate sind seit dem Ende des Vorgängerbandes in der Welt der Zombiecalypse vergangen, ungefähr so viel Zeit wie in meinem Real Life verstrichen ist, seid ich den Band gelesen hatte. Normalerweis brauche ich dann immer eine kleine Auffrischung des „was bisher geschah“ um ich wieder zwischen Land und Leuten zurechtzufinden, doch hier erledigte Autor Andraes Kohn diese Aufgabe mit schnellen Neueiführungen der handelnden Charaktere.


    Einiges ist geschehen, seitdem man die neue Art der Zombies entdeckt hat und es gibt immer noch keine wirklich effektive Waffe gegen sie, oder besser: etwas das sie, wie die anderen Zombies auch, relativ ungefährlich werden lässt.


    Somit ist man fast wieder bei Punkt Null angekommen und die bisherige Sicherheit ist wie eine trügerische Seifenblase geplatzt. Zwar spielt der Winter den Überlebenden die besseren Karten zu, doch wird er nicht ewig anhalten, wessen sich alle auch bewusst sind.


    Andreas Kohn beendet mit dem dritten Band seinen Ausflug in die Zombie-Dystopie und man merkt auch diesem Roman wieder an, dass er scheinbar großen Spaß hatte sich die Geschichte auszudenken und auszuschmücken. Wenn man bedenkt, dass „Zombiecalypse“ als One-Shot geplant gewesen ist und nur durch den Erfolg des ersten Bandes zwei weitere Ausflüge in die Welt um Martin, Dalina, Emre und Co. nach sich zog, ist es nach wie vor erstaunlich, dass man dem Ganzen nicht anmerkt, das es niemals so angedacht gewesen ist.


    Kohn schafft auch hier wieder gekonnt den literarischen Spagat zwischen Humor, Härte, Ausweglosigkeit, Hoffnung und Überlebenswillen. Seien Helden bleiben realistisch, ihre Ziele nachvollziehbar und die Wandlungen einiger Charaktere sind ebenfalls nicht an den Haaren herbeigezogen.


    Das Bild, welches Band Eins und Zwei erschaffen haben, wird mit dem dritten und scheinbar auch letzten Band des Saga abgerundet und man hat nicht das Gefühl etwas verpasst zu haben, oder es noch rote Fäden geben würde, die man noch aufgreifen könnte.


    Eine in sich runde und stimmige Angelegenheit der Zombies in Deutschland (und Übersee), welche wieder einmal zeigt das es auch deutschsprachige Dystopien gibt, die eine Lesereise Wert sind und mit den englischen Vorbildern problemlos mithalten können. Nach wie vor frage ich mich, wieso diese Serie immer noch im Selbstverlag erscheint und nicht bei einem der großen Buchverteiler untergekommen ist.


    PS.: Der Zombie auf dem Cover hat für mich immer noch eine frappierende Ähnlichkeit mit Donald Trump!

    „Der Junge wusste es, aber er wusste nicht warum er es wusste, denn er erinnerte sich an nichts!“


    So, oder so ähnlich, beginnt das erste Kapitel der Geschichte um zwei Alienrassen, die sich auf der Erde gegenseitig bekriegen und durch ihren Krieg die menschliche Zivilisation an den Rand der Auslöschung gebracht haben.


    Doch begegnet man diesem Satz im ersten Kapitel gefühlte tausend Mal, und Robert McCammon machte es mir damit sehr schwer, nicht sofort meine „Begeistere mich nach 10 Seiten, oder ich lege Dich zur Seite!“-Regel greifen zu lassen.


    Allerdings löste sich diese Wiederholungsklammer nach circa fünfzig Seiten auf und Ethan – wie der Junge sich selbst nett – wird zum Dreh- und Angelpunkt der ganzen Geschichte. Im Kampf gegen den dritten Gegner der Menschheit, den sogenannten Grauen, welche mutierte Menschen sind – eine Art von Zombie auf Speed, ist er der Festung Panther Ridge eine große Hilfe, und da scheint noch mehr an dem kleinen Kerl zu sein, als es den Anschein hat.


    Im weitesten Sinne betrachtet, erinnerte mich die Geschichte zuerst ein wenig an „Falling Skies“, doch so ganz will sich der Roman nicht mit bekannten Dingen fassen lassen. Jeder Idee, in welche Richtung es jetzt gehen könnte da etwas scheinbar vertraut vorkommt, widersetzte sich der Roman vehement.


    Was Robert McCammon hier zusammengefügt hat, sind Versatzstücke der dystopischen Literatur wie man sie schon kennt, doch ist es gerade die Melange des Ganzen, welche „Die Grenze“ aus dem Wust der anderen Romane heraushebt.


    Auch wenn McCammon sich ab und zu in etwas ausschweifenden Beschreibungen oder Wiederholungen ergeht – wie das oben bereits angerissene „Der Junge kann sich nicht erinnern“ – so führt dies trotzdem nicht dazu, die Geschichte zu bremsen oder gar in stolpern zu bringen.


    Leser die es gerne extrem linear haben, werden an diesem Roman keine Freude finden, denn dazu ist er viel zu komplex strukturiert und die vorhandene Erzählweise zu wechselhaft, ja teilweise ein wenig unübersichtlich. Dies ist jedoch kein Manko, denn was ist langweiliger als die schwarz/weiß Sicht eines einzelnen Charakters?


    Ich habe schon eine Menge Dystopien unterschiedlichster Couleur gelesen und dachte, dass ich alles kennen würde. Klar, man erkennt einiges wieder, doch wie bereits erwähnt ist dir Zusammensetzung der Teilstücke nicht wie gewohnt oder erwartet.


    Nach beenden des Hardcover-Wälzers, war ich froh meine Regel einmal außer Acht gelassen zu haben und am Ball geblieben zu sein, denn es hat sich gelohnt.

    „Manchmal kommen sie wieder!“, um es einmal mit Stephen King zu formulieren…


    …die Dinge, welche man im bisherigen Leseleben irgendwie verpasst hat.

    „Kinder der Hölle“ aus dem Apex Verlag ist in Deutschland keine neue Geschichte, denn es gab bereits eine Auflage des Buches im Jahr 1984, welche der Heyne Verlag herausgebracht hat. Doch irgendwie ist das Buch seinerzeit an mir vorbeigegangen, im Wust des damaligen Revivals des Horrorgenres an sich.


    So ist es umso erfreulicher, dass der Münchner Verlag dem Ganzen eine Neuauflage bescherte, welche sich nicht nur auf das von mir so wenig geschätzte eBook beschränkt, sondern von dem es auch eine greifbare Taschenbuchausgabe gibt.


    Auch nutzt man hier die Möglichkeit, das Buch mit interessanten Zusatzinformationen zu bestücken, um dem Leser das Erlebnis noch mehr abzurunden. Neben einer Vita des Autors enthält der Band auch eine Anmerkung desselbigen, ein Vorwort von Edward Lee und mehrere Illustrationen, welche sicher nicht in der Heyne-Ausgabe zu finden waren, da sie von Verlagschef Christian Dörge selbst stammen.


    Die Story als solche, hat es in sich. Wenn man bedenkt, dass der Roman heute bereits seine siebenunddreißig Lenze auf dem Buckel hat, so kann er dennoch problemlos mit zeitgenössischen Publikationen mithalten. John Shirley hat alles so „schwammig“ gehalten, dass man auch nicht wirklich den Finger auf den genauen Zeitpunkt legen kann, zu dem die Story denn spielt – diverse Kleinigkeiten außer Acht gelassen.


    Ebenfalls bringt einem das Buch erneut plakativ in Erinnerung, das brutale Gewalt und rasendes Tempo in einem Roman keine Erfindung der Neuzeit sind, sondern sich dies bereits in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrtausends problemlos finden lässt.

    Somit bekommt man also einen zeitlosen Klassiker in neuem Gewande, an dem scheinbar nicht zu viel herumgedoktort wurde um ihn auf den neusten Stand zu bringen und dem man das Flair der damaligen Renaissance gelassen hat.


    Die Charaktere haben genug Tiefe um glaubhaft zu sein, die Story genug Tempo und einen recht straffen Spannungsbogen um unterhaltend zu sein, doch manchmal wird der Lesefluss durch etwa behindert, welches ein Problem der Neuzeit ist – dem mangelhaften Lektorat. Leider kam bei mir auch in diesem Buch der Fehlerteufel zu oft vor und brachte mich das ein oder andere Mal in den fraglichen Genuss mir überlegen zu müssen was ich denn da nun gerade gelesen hatte, da ich den Sinn nicht verstand.


    Trotzdem sind die „Kinder der Hölle“ eine Lesereise Wert, denn sie bieten unkomplizierte Unterhaltung ohne zu viel Geschnörkel und Umstand.

    Es tut sich viel in Dystopien, dem Land in dem alles möglich und auch alles kaputt ist.


    Das neuste Steckenpferd der dystopischen Schreiberlinge scheint die Auslöschung der gewohnten Zivilisation durch einen gesteuerten EMP. EMP = Elektro Magnetischer Impuls, in englisch Electromagnetic Pulse, also EMP. So ein Impuls kann, wenn er gezielt durch die Explosion einer Bombe in diversen Schichten der Atmosphäre ausgelöst wird, den kompletten Zusammenbruch der Stromversorgung und die Zerstörung sämtlicher Elektronik in seinem Wirkungskreis zur Folge haben.


    Dies ist Science und keine Fiction, also eine sehr reale Bedrohung, welche im ersten Band der neuen „Trackers“-Serie den USA durch Nordkorea verabreicht wird. Auch wenn das ein wenig zu stereotyp daherkommen mag, ist auch dies nicht so weit von der Hand zu weisen.


    Der Autor der „Trackers“-Serie ist niemand anderes als Nicholas Sansbury Smith, der mit seinem „Extinction Cycle“ ebenfalls dystopisch im Festa Verlag vertreten ist. Sind es im Cycle mutierte Monster, welche der Menschheit gerne die Ausrottung bescheren möchte, so ist es bei den Trackers die blutrünstigste Bestie, welche der Planet Erde jemals hervorgebracht hat, die den Gegenpart zum Heldenpool des Ganzen darstellt: Der Mensch selbst!


    Sansbury Smith verlässt sich im Auftaktband der Serie nicht darauf einfach nur zu zeigen, wie sich die Gesellschaft selbst vor die Hunde bringt, wenn sie keinen Akkustrom für ihre Smartphones mehr hat, nein, es muss auch noch ein bestialischer Mörder an Werk gehen, dem es gilt das Handwerk zu legen.


    Und der gerät hier auch ein wenig zu sehr in den Vordergrund für meinen subjektiven Geschmack. So würde ich „Buch 1“ mehr in Richtung Thriller einstufen, denn ihm das Prädikat einer reinrassigen Dystopie zu verleihen. Doch das kann sich ändern, denn die Serie besteht in den USA bereits aus vier Bänden.


    Wie gewohnt geht es bei Festa recht ruppig zur Sache und auch die Trackers machen da keine Ausnahme. Kein Kuschelkurs wird von Sansbury Smith gefahren, wenn es um die Ausschmückung diverser Unappetitlichkeiten geht.


    Wie aus dem Cycle gewohnt, sind die handelnden Personen dicht und glaubhaft angelegt, sodass man sich in diverse Handlungen und Ansichten gut hineinversetzen kann.


    Wer Thriller mag, wird hier genauso bedient, wie die Dystopen, denen es gar nicht schnell genug mit dem Zerfall der sozialen Strukturen gehen kann.

    Um es direkt vorweg zu nehmen: „Carnivora“ ist ein Wälzer.


    Dennoch nimmt sich Autor Ben Weber nicht viel Zeit um das Spielfeld vorzubereiten. Auf den ersten wenigen Seiten wird sofort die komplette Welt erklärt und dann geht es auch schon mitten ins Getümmel.

    Erwähnte Seiten beinhalten nicht nur den Umstand, dass die Welt von „Carnivora“ ohnehin schon apokalyptische Ausmaße angenommen hat – wofür ein gigantisches Erbeben verantwortlich zeichnet – auch die Umstände, wie es denn zur Zombifizierung gekommen ist, werden dem Leser kurz und knapp um die Ohren geschlagen. Das ich mit selbigen nur geschlackert habe, kann man vielleicht nachvollziehen, denn so einfach und simpel habe ich es bisher in keiner Zombie-Dystopie erlebt.


    Und nicht nur das ist erfrischend anders. Man muss dem Buch auch zugutehalten, das es bereits 2015 erschienen ist und ich mir nicht sicher bin, ob es zu dem Zeitpunkt bereits Zombieapokalypsen gegeben hat, die nicht in den USA spielen, sondern auf dem europäischen Kontinent.


    Seine Charaktere fleischt Weber allerdings mehr aus, als das Setting, was mir ebenfalls sehr gut gefiel. Ich muss nicht unbedingt genaustens in Pseudo-Sciencebabble erklärt bekommen, warum und wieso sich die Leichen nun bewegen und Menschen verzehren, es reicht mir meistens ein „Is halt so!“ aus, wenn der Rest unterhaltsam genug ist. Und das ist er hier.


    Gemetzel gibt es zur Genüge und auch mit dem Sex wird nicht gespart. Hier ist es Weber gelungen, den nicht zu peinlich und körperflüssigkeitstriefend rüberkommen zu lassen.


    Damit wäre eigentlich alles zu „Carnivora“ gesagt. Es ist, auch wenn man den Umfang des Buches berechnet, eine schnell und unterhaltsame Fahrt durch ein halb zerstörtes Europa mit einer Menge Stinkern, welche sich nicht nur auch bezeichnend auf die Zombies beziehen.

    Es ist ein Fakt, dass wir weniger über die Tiefen der Meere unseres Planeten wissen, als über den schier unendlichen Weltraum. Diesen Umstand macht sich Buchautor Vincent Voss hier zunutze.


    Aller Anfang ist manchmal schwer und „Infiltriert“ macht da keine Ausnahme. Normalerweise gehe ich nach meiner Maxime „Begeistere mich auf den ersten zehn Seiten oder das wird nichts mit uns!“ vor, doch hier brauchte es ein paar Seiten mehr, bis das es mich packte.


    Ich hatte stets das Gefühl des Erkennens in welche Richtung sich jetzt alles bewegen würde, lag aber auch stets falsch damit, denn Vincent Voss überraschte mich immer wieder, weil es eben nicht in Richtung „Faculty“ oder „Invasion of the Body Snatchers“ ging.


    Das Setting wie auch die Charaktere sind glaubhaft – insofern man beim dystopischen Roman davon sprechen kann - und man kann sich gut in die Charaktere hineinversetzen. Jeder hat irgendwo eine Leiche im Keller, die der Andere vor der fast lautlosen Apokalypse noch nicht kannte, sei es auch nur emotional.


    Auch sind die Veränderungen im Verhalten der Protagonisten nachvollziehbar, denn ich würde mich kaum anders als „Florian“ in solch einer Situation verhalten. Der Kader der agierenden Personen ist gut überschaubar und abwechslungsreich genug um genügend Spannungsmomente zwischen ihnen zu erlauben, ohne krampfhaft konstruiert zu wirken.


    „Infiltriert“ setzt eher auf die leisen Töne einer Dystopie und spart die Superlativen recht geschickt zum größten Teil aus. Auch wenn alles irgendwie vor die Hunde geht, so ist doch alles gleichgeblieben. Verwirrend? Nicht wenn man sich erst einmal in die Geschichte eingefuchst hat und mit jedem Kapitel sich das Ausmaß der Katastrophe stückchenweise nacheinander offenbart.


    Wer eine Dystopie abseits der gewohnten Pfade sucht – also ohne Zombies oder Aliens und trotzdem mit einer Menge übernatürlichem Touch – der wird mit „Infiltriert“ seine wahre Lesefreude haben.

    Viele Menschen verstehen unter dem Begriff „Dystopie“ zumeist die Geschichten, welche sich mit Zombies und anderen übernatürlichen Dingen befassen, oder aber komplett weltumspannende Katastrophen, welche die Menschheit an den Rand der Auslöschung führen, sei es nun durch Krankheiten oder Kriege. Doch geht es auch kleiner und viel einfacher…


    …denn was wäre, wenn man uns den Strom wegnehmen würde?


    Die komplette Zivilisation wie wir sie kennen, ist von den elektrischen Ladungen abhängig, die wir beliebig aus den Steckdosen ziehen können um unser Leben zu erleichtern und unseren Lebensstandard zu erhalten. Fiel nur diese eine Sache weg, bräche das planetare Chaos über uns herein und wir wären recht schnell zurück auf dem Weg ins Mittelalter.


    Und genau diese Idee liegt William R. Forstchens Roman „One Second After“ zugrunden.

    Die USA werden durch die Explosionen mehrerer Atombomben in der oberen Schicht der Stratosphäre mit einem EMP überflutet und von einer auf die andere Sekunde versagen sämtliche elektrischen Geräte. Kommunikation ist unmöglich und auch die Versorgung der Bevölkerung mit den existentiellsten Dingen wie Wasser oder Nahrung bricht vollkommen zusammen.


    Nach wenigen Tagen bereits herrscht das Gesetz des Stärkeren und die moralischen Werte der Zivilisation bröckeln auf erschreckende Art und Weise von der Fassade der Menschlichkeit ab.

    Kein großes Abschlachten von wandelnden Toten oder brutale Revierkämpfe bestimmen die Handlung des Romans. Forstchen verlässt sich komplett auf die Emotionswelt seiner Protagonisten und deren Entsetzen über die Dinge, welche sie tun müssen und das Erkennen dazu überhaupt fähig zu sein.


    Und wer sich nun denken mag, das dies ein Festa-Buch sein könnte in dem nichts unappetitliches passiert, der wird sich spätestens dann eines Besseren belehrt sehen, sobald es daran geht das die Protagonisten ein paar wenige Tage nach dem Stromsaufall ein Altenpflegeheim besuchen und die dort geschilderten Zustände recht ausführlich beschrieben werden.


    Die Tage in der Apokalypse sind lang und anstrengend. Und genauso empfand ich die Kapitellängen des Buches. Nicht dass es nicht spannend wäre und man sich während der Lektüre langweilen würde, aber es gibt kaum Absätze innerhalb der umfangreichen Kapitel und man ist gezwungen mitten im Fluss eine Pause einzulegen, so man denn muss. Das ist jetzt jammern auf hohem Niveau, aber es fiel mir doch „negativ“ auf.


    Eine Dystopie, die jederzeit problemlos Wirklichkeit werde kann. Schon das Vorwort von Newt Gingrich treibt einem Schauer über den Rücken. Auch wenn er betont, dass dieser Roman keine reine Fiktion ist, so wünscht man sich es trotzdem.9783865527196

    Nicholas Sansbury Smith ist mir bisher nur durch die wirklich hervorragende Extinction Cycle-Reihe bekannt. So freute es mich umso mehr eine weitere Dystopie aus seiner Feder im deutschsprachigen Raum zu entdecken.


    Im Gegensatz zum Extinction Cycle ist der Gegner der Menschheit, dem sie sich in „Orbs“ stellen muss nicht untot oder mutiert. Doch genau wie im Cycle, geht Sansbury Smith direkt ans Eingemachte und spart sich die Erklärungen des wie, wann und warum überhaupt, für den späteren Verlauf der Story auf um immer wieder kleine Happen an Informationen einzustreuen. Auch hier werden wieder viele Wissenschaftliche (Pseudo)Fakten geboten, die alles glaubwürdiger machen als ein „Ist eben so!“, das mache Autoren des dystopischen Genres gerne bevorzugen.


    Mir fiel auf, das Sansbury Smith hier ein wenig zu lieblos mit seinen Protagonisten umgeht. Die Tiefe und Sympathie der Kampfrecken des Cycle werden hier von keiner der handelnden Figuren erreicht. Das mag auch dem Fakt geschuldet sein, das es sich – wie ich recherchieren konnte – um den Auftaktband einer Serie handelt, welche bereits auf vier Exemplare in ihrer Muttersprache angewachsen ist. So bleibt dann abzuwarten ob Heyne gewillt ist alles auch dem deutschen Leser zugänglich zu machen, oder ob es ein Standalone und Sinn und Wirkung bleiben wird.


    Die Geschichte ist nicht neu oder gar innovativ, doch kann Sansbury Smith wie gewohnt mit der Schnelligkeit seiner Erzählung punkten. Es wird nicht langweilig, wenn auch ab und an oberflächlich, denn so wirklich Zeit zum Nachdenken und überdenken bleibt einem kaum.


    Leser, welche durch den Cycle bisher verwöhnt wurden, werden hier sicher ein wenig enttäuscht zurückgelassen. Jedes Spielfeld will vorbereite sein und man merkt dem ersten Band der Reihe an. Das er für dies gedacht wurde.

    Die Ereignisse in Prak City haben Bohdan nicht wirklich kalt und gestärkt zurückgelassen. Zwar ist er mental und in Richtung Zauberkraft stärker geworden, doch hat ihn der Kampf in Prak viel Kraft gekostet.


    Mit Nummer Acht ist er nun auf dem Weg durch die Ödland um irgendwie seinen Lebensunterhalt zu verdienen und seine Bestimmung zu erfahren.


    Da Nummer Acht – und dies ist bekanntlich nur einer ihren vielen Namen – in den Ödlanden bekannt ist, wie ein bunter Hund, bleibt es nicht aus, dass sich schnell eine Menge gefährliche Aufträge für die beiden Abenteurer ergeben. Und nicht nur die Gefahren teilen Boh und Minx – Nummer Acht – sondern auch das Bett.


    Langsam näherst sich die Saga um „Boh, der Diplomat“ dem Ende entgegen und wenn auch viele Dinge noch im Dunkeln verborgen liegen, so wird nach und nach ein wenig Licht auf die Mushanti, die Shedai-Nai und die Lebensumstände im Ödland um Prak City herum beleuchtet.


    Philipp Schmidt lässt den gewohnten Spannungsbogen recht straff, doch gönnt er seinen Protagonisten ab und an eine Ruhepause – auch wenn sich die meisten zwischen den Kapiteln abspielt.


    Der dritte Teil der vierteiligen Serie ist kurz und knapp gehalten, da er eigentlich nur das Spielfeld für die große Abschlussszene vorbereitet. Man ist schnell durch die Seiten und ich bin sehr gespannt, wie sich dies nun alles auflösen wird.

    In einer schmutzigen Wohnung in Cork wird eine männliche Leiche gefunden. Das Gesicht ist von Schüssen vollständig zerfetzt. Doch Ermittlerin Katie Maguire findet bald heraus, um wen es sich handelt: Der Tote war ein somalischer Zuhälter.

    Kurz darauf wird einer seiner Komplizen ermordet. Katie muss den Mörder finden. Aber die Toten waren erbarmungslose Männer, die blutjunge Mädchen nach Irland holten, um sie dort für Sex zu verkaufen. Und jetzt, da sie tot sind, ist die Stadt ein viel sicherer Ort geworden …


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    Irland hat einen neuen Vigilanten und der hat es in sich.


    Oder besser „sie“ hat es in sich, denn der titelgebende Racheengel ist eine junge Frau, die es sich zur Aufgabe gemacht hat im Menschenhandel-Bereich der Stadt Cork aufzuräumen und zu säubern.


    Dabei geht sie nicht gerade zimperlich vor, denn immerhin handelt es sich hier um einen Roman aus der Feder des Altmeisters Graham Masterton, sondern lässt die Täter nicht mit einer anstehenden Haftstrafe davonkommen. Statt die Menschenhändler dingfest zu machen und gegebenenfalls der Polizei auszuliefern, lässt sie diese zuerst sich selbst verstümmeln um danach nochmals eigenhändig ein wenig Körperverschönerung zu betreiben.


    Katie Maguire ist diesmal in einem ziemlichen Zwiespalt der Gefühle gefangen. Zum einen hat sie die Aufgabe den tötenden Racheengel seiner gesetzmäßig vorgeschriebenen Bestrafung zuzuführen, zum anderen ist sie sich nicht wirklich sicher, ob das überhaupt sinnvoll wäre. Kann der Racheengel doch all dies tun, was die Polizei nicht tun darf – nämlich hart durchgreifen, bei Menschen die sich sonst irgendwie wieder durch Schlupflöcher in der Justiz der Verurteilung entziehen können.


    Ich konnte mich während des Lesens dem Vergleich mit Jim Valentinos Comichelden „Shadow Hawk“ nicht entziehen. Zwar bricht der den bösen Burschen das Rückgrat, aber trotzdem ist der Vergleich mit einem „Du hast unmenschliche Dinge getan, also zahlst Du jetzt dafür!“ nicht von der Hand zu weisen.


    Masterton gelingt wieder der Spagat zwischen Brutalität und menschlichen Emotionen in Perfektion. Die Gedanken von Katie Maguire unterschieden sich meistens nicht von den meinen, denn heutzutage ist es ja teilweise Gang und Gebe das sich viele Kriminelle zu schnell aus der Verantwortung ziehen können und so weitermachen wie bisher.


    Spannung garantiert, nicht für zu zart besaitete und wieder einmal der Beweis, und da wiederhole ich mich, das Masterton der Master bleibt.

    Eine Frau sieht rot! In „Requiem für eine Liebe“ rechnet Sandra mit ihrem Ex und dessen neuer Flamme ab. Ein blutiger Rachefeldzug, der seinesgleichen sucht. Psychopathisch, spannend und kompromisslos. Die neueste Rachegeschichte aus der Feder von Stefanie Maucher, der Rächerin aller Betrogenen. Genial verstörend und mit tiefschwarzem Humor erzählt!


    Okay also eins weiß ich sicher, meine Frau bekommt dieses Buch nicht zu lesen! Ich meine vielleicht reagiert sie ja auch schon bei kleineren Dingen etwas extremer und dieses Buch gibt ihr Anreize dazu.


    Aber auch für mich ist es ein wertvolles Buch. Stefanie schreibt in Ihrer Widmung:


    Sandra bringt dir bei was zu tun ist wenn die Liebe endet.


    Schwarzer Humor packend erzählt. Keine Sekunde langweilig und immer der Blick auf meine Frau….mittlerweile ist das Buch in meinem Tresor gelandet, man soll schlafende Hunde bekanntlich nicht wecken. Wer die Autorin schon mal gesehen hat glaubt gar nicht, dass sie solche Gedanken entwickeln kann. Ihr traut man eher Barbie und Ken zu (Sorry Stefanie das musste sein).


    135 Seiten pure Orgie, 135 Seiten Rachegedanken auf Papier ausgelebt. Ganz ehrlich den einen oder anderen Gedanken hatte ich auch schon. Aber wer jetzt reinen Splatter erwartet der liegt falsch. Stefanie taucht intensiv in die Gefühlswelt der betrogenen Frau ein und fasst verstörend und schockierend dies im Buch zusammen.


    Fazit: Kein typisches Redrum Buch, was in diesem Falle aber auch sehr cool ist. Gerne würde ich solche Dinge auch mehr lesen. Die Handelnden Personen wurden soweit ausgearbeitet wie es nötig war und lassen eine düstere Stimmung aufkommen. Unterhaltung ist auf jeden Fall gegeben. Tipp von mir am besten nach einem Streit mit dem Partner lesen…… HAHAHA


    5 von 5 Mauersteinen

    Eins

    Nach einem dramatischen Flugzeugabsturz in der Wildnis von Maine denken die Überlebenden des Augusta Airline Fluges 303, sie hätten das Schlimmste überstanden. Captain Raymond Thompson organisiert die Gruppe und bemüht sich um Hilfe, doch es wird schnell klar, dass es die Welt wie wir sie kennen nicht mehr gibt. Alles scheint aus den Fugen zu geraten und niemand weiß, wo die Katastrophe ihren Ursprung hat. Nur eine elementare Wahrheit wird der Gruppe schnell klar: Machst du einen Fehler, bezahlst du mit dem Leben und wirst wie „Sie“…


    - - - -


    Der Beginn des Buches gestaltet sich ein wenig anstrengend. Werden doch, für meinen persönlichen Geschmack, zu viele Leute auf einmal in zu vielen kurzen Kapiteln vorgestellt. Hat man sich gerade mit einer Person „angefreundet“ wechselt alles sehr schnell zum nächsten Protagonisten. Ich verstehe schon, wenn man das Spielfeld und die Spielfiguren schnell aufgebaut haben möchte, doch muss man schon recht genau aufpassen um die Handlungszeiten nicht durcheinander zu bringen.


    Die Geschichte an sich ist nicht wirklich neu, denn wer sich in den dystopischen Gefilden, welche mit Untoten angefüllt sind, ein wenig ausführlicher bewegt, der wird viele Doubletten innerhalb der Erzählungen finden können. Auch sind die agierenden Charaktere nicht wirklich neu, denn den aggressiven Gegenspieler des vermeintlichen Hauptakteurs und die anderen Protagonisten hat man schon irgendwann, irgendwo getroffen.


    Auch ist David Bournes Schreibstil ein wenig holprig geraten. Die Sätze wirken teilweise zu kurz und abgehackt, wo ein wenig mehr vonnöten gewesen wäre und zu lang wo man sie hätte kürzen gestalten können.


    Das Buch ist kurz und knapp, in Großschrift auf unter 200 Seiten Paperback. Ich gehe davon aus das es wirklich nur zur Vorbereitung der Serie dient, denn im Moment gibt es sechs Bände, mit denen die Serie auch abgeschlossen zu sein scheint. Ein Prequel gibt es ebenfalls, allerdings nur als eBook – das aber kostenlos.


    Man merkt dem Buch an, das ein Erstlingswerk ist. Doch sind die Ideen dahinter und die nicht ganz so stereoptypen Charaktere ein Grund sich den zweiten Band der Serie vorzunehmen.

    Unsere Zivilisation endete vor mehr als fünfzehn Jahren. Zurück blieb eine karge, öde Welt, die man fortan das Totenland nannte, und eine neue Bedrohung: Horden unzähliger Untoter – die Biter.

    Die fünfzehnjährige Alice ist in dieser Welt aufgewachsen. Die Biter sind als Gefahr allgegenwärtig, und deshalb besteht ihre Ausbildung auch zu großen Teilen aus dem Umgang mit Schusswaffen und Messern. Eines Tages beobachtet Alice, wie einer der Biter in einem Loch in der Erde verschwindet. Alice folgt ihm, denn schon lange hält sich das Gerücht, dass die Biter über geheime unterirdische Höhlengänge verfügen. So stößt sie auf ein Geheimnis, das sie in ein actionreiches Abenteuer katapultiert und ihr Leben und das der anderen Überlebenden des Totenlandes für immer verändert.

    Gibt es eine weltweite Verschwörung, die das Ende der Menschheit zur Folge hatte? Was ist der Ursprung der untoten Biter? Und was hat es mit der mysteriösen Königin und ihrer rätselhaften Prophezeiung aus einem der letzten Bücher im Totenland auf sich – einem Buch namens »Alice im Wunderland«?


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    Wenn ich etwas besonders mag, sind es wenige Geburtswehen bei einer Story. Mainak Dhar – der Autor des Buches - wirft den Leser sofort in mitten die Geschichte, zieht die Vorstellung von Alice und ihrem Umfeld in einem extremen Tempo durch um dann sofort das (Zombie)Kaninchen auf Alice loszulassen und die ganze Story gehörig ins Rollen zu bringen.


    Auch wenn es danach aussieht, die Geschichte um Alice im Wunderland wird nur als stützendes Gerüst benutzt. Es gibt zwar viele Anleihen an die Geschichte, aber sie überwiegen nicht. Zum Beispiel wird einer der Zombies (hier „Biter“ genannt) als „Hasenohr“ bezeichnet, während ein anderer Biter den Namen „Hutmacher“ bekommt – je nach Aussehen ihrer Bekleidung zum Todes- und Infektionszeitpunkt.


    Wenn dieser Roman etwas aufweisen kann, dann ist es recht zügiges Tempo. Es vergehen nur wenige Seiten in denen mal nicht gekämpft oder geflohen wird, und selbst dann geschehen Dinge, welche wichtig für das große Ganze sind und auch nicht einfach quergelesen werden können.


    Mainak Dhar benutzt hier die die Zombies in vollkommen ungewohnter Art und Weise. Sie sind nicht wirklich die Bösen und man bekommt trotzdem auch keine „Warm Bodies“ geboten. Biter ist und bleibt Biter, nur mit einem recht interessanten Twist, der diesmal die sonst Guten als zwielichtige Böse erscheinen lässt. Die Zombies sind hier eher etwas wie Tiere und die Gefahren aus der „guten alten Welt“ beherrschen weiterhin das Leben im Totenland.


    Leider erlaubt sich der Autor ab und an auch einen Kontinuitäts Faux Pas. Zum Beispiel hat Alice bei ihrer ersten näheren Bekanntschaft mit den Bitern der Königin scheinbar langes, blondes und lockiges Haar, in das die Zombies greifen können. Ein paar Kapitel später trägt sie ihr Haar „kurz geschoren“, ohne dass ein Besuch beim Barbier erwähnt wurde und kurz darauf „wuschelt“ ihre Schwester durch die Mähne der titelgebenden Darstellerin.


    Trotzdem konnte ich das Buch nicht wirklich aus der Hand legen. Auch wenn die Geschichte an sich abgeschlossen scheint, so ist bereits der zweite band beim Luzifer erschienen und es gibt noch weitere Erzählungen zu Alice.

    Tief im Dschungel von Indochina lauert etwas Uraltes. Etwas Böses.


    Ein riesiges, blutrünstiges Monster. Perfekt auf die extrem heiße und feuchte Umgebung des urzeitlichen Dschungels angepasst, schlägt es immer wieder unverhofft zu. Seine Opfer: Menschen.


    Michael Spiels, ein Marine-Scharfschütze, ist der einzige Überlebende eines früheren Aufeinandertreffens mit dieser Kreatur. Nun ist er ihr erneut auf den Fersen. Wider besseren Wissens hat er sich einer Marine-Force-Recon-Einheit angeschlossen, um das Monster zu jagen und zur Strecke zu bringen.


    Doch es dauert nicht lange, bis die Jäger zu Gejagten werden …


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    Vietnam – teilweise unendlicher Dschungel in dem sich so manches verbergen und bewegen kann, was sich nur in den kühnsten Albträumen eines Horrorautoren abspielen kann.


    Tim Curran ist für mich einer der führenden Autoren, wenn es darum geht dem Horror neue Blickwinkel zu eröffnen und auch nicht gerade mit Samthandschuhen verbal zu Werke zu gehen. Nur wenige Verlage haben in Deutschland den „Mut“ seine Romane zu verlegen, weshalb ich froh darüber bin, dass es mehr als ein Buch von ihm beim Luzifer in der Bücherhölle gibt.


    Curran ist gut darin, wenn es notwendig ist, viel zu erzählen ohne wirklich etwas zu verraten, denn wer will schon das Monster of the Book sofort auf den ersten Seiten mit Stumpf und Stil vorgeführt und erklärt bekommen?


    Somit muss man sich also erstmal damit zufriedengeben, sich die blumige Sprache zweier Marines anzuhören, welche versuchen in den Wirren des Vietnamkrieges einen verwundeten Vietcong Offizier aufzuspüren und zur Strecke zu bringen. Doch, und das ist nicht verwunderlich, ist da noch etwas anderen im Dschungel, das ebenfalls auf der Jagd ist.


    Leider gibt es ein paar Punkte, die mir den Spass an der ganzen Sache ein wenig getrübt haben. Zu einen ist das die Übersetzung, welche zum Beispiel „Rounds“ mit „Runden übersetzt, statt mit „Salven“ oder „Patronen/Kugeln“ – und diverse andere Dinge, die mir auffielen.


    An der Geschichte fehlte mir auch ein stimmiges Ende, denn irgendwie hatte ich das Gefühl, Curran würde sich immer mehr verrennen um dann zum Abschluss ein „Ende des geringsten Widerstandes“ zu wählen. Auch sind die Anleihen bei „Killer Clowns“ nicht abzustreiten.


    Kurz und knackig, wenn man über die Schwächen hinweg sehen kann, ist es dennoch eine kurzweilige Unterhaltung, da das Buch nicht wirklich umfangreich in der Seitenanzahl ist.