Beiträge von Lukes Meinung

    Im ersten Teil legte mir Autor Andreas Kohn ein paar wirklich nette Menschen ans Herz und entriss sie mir mit einem „So, das war´s jetzt! Abschalten, da kommt nichts mehr!“-Ende wieder aus dem selbigen. Lies sich alles letztendlich so an, als könne man die Geschichte noch weiterspinnen, so schien es doch so, als habe der Autor kein Interesse daran.

    Weit gefehlt! In Zombiecalypse 2 sind die ganzen alten Recken wieder mit von der Partie und es ist als wären sie niemals weggewesen.

    Die Geschichte spaltet sich in vier Handlungsebenen auf. Zum einen ist da der Tag Null, an dem eine sehr ausführliche Beschreibung des Beginns des Ausbruchs der Seuche, in einem britischen Labor in Indien, geschildert wird – Ebene Eins.

    Von dort gelingt dem Wissenschaftler Ward die Flucht, welche er später, circa zwei Jahre nach Ende von Buch Eins, durch die Türkei mit dem allseits bekannten Emre fortsetzt – Ebene Nummer Zwei. Die Geschichte der Amerikaner wird aufgerollt, denn die haben sich in Berlin eingefunden, bei Martin und seiner Crew in der Feste Spandau – die dritte Ebene.

    Thomas Kleins Ausflug nach Amerika ist eine eigene Ebene gewidmet, während sich die fünfte Handlungsebene mit zwei Brüdern seit dem Anfang der Apokalypse bis zum aktuellen Tag befasst.

    Die letzte fand ich persönlich am interessantesten, möchte aber nicht zu viel darüber verraten, da sie erst spät im Buch beginnt – mit dem Verweis, dass das Coverbild mit ihr zu tun hat.

    Klingt alles recht viel und verwirrend, doch versteht Kohn es geschickt alles in mundgerechten Happen zu präsentieren und so zu verzahnen, dass es weder durcheinander noch unlogisch wird. Ein „Wieso reagiert der jetzt so?“ wird spätestens nach zwei weiteren Kapiteln erklärt und kann nachvollzogen werden. Die Länge, oder besser Kürze, der Kapitel ist ebenfalls wieder angenehm und lesefreundlich, wie ich finde.

    Wie gewohnt hat Andreas Kohn wieder recherchiert bis zum dorthinaus. Unter anderem den unaussprechlichen Namen eines indischen Dämons und andere Dinge, welche das Lesen zu einer Art Enzyklopädie des Reisewissens werden lassen.

    Auch wenn die Seiten recht engmaschig bedruckt sind, so ist man schnell mit der Geschichte durch, denn Kohns flüssige und nicht zu verschachtelte Schreibweise ermöglicht einen schnellen und guten Lesefluss.

    Band 3 steht bereits in den Startlöchern und ich bin gespannt wo die Reise diesmal hingehen wird.

    Sie sind da! Die Zombies! Doch wie sind sie angekommen? Bus, Bahn, Gruppenticket oder Einzelfahrausweis – wobei der Bus eh nicht mehr kommt? Ist das wichtig und reicht nicht nur der Umstand aus, dass sich die Menschheit am Allerwertesten befindet und man sowieso nichts mehr retten kann?

    Reyk Jordens Werk „Georgetown“ (ehemals Sinnfinsternis im Eigenverlag) stellt all diese Fragen nicht!

    Stattdessen bietet der Autor eine Menge Charaktere an, wie ich sie mir lebhaft in solch einer Lage vorstellen könnte, denn der Mensch ist und bleibt das dümmste und gefährlichste Tier des Planeten. Ichbezogen und kaum mit Sinn für Gemeinschaft gesegnet versucht jeder seinen Hintern aus der Beißlinie zu ziehen, koste es was es wolle.

    Doch beginnen wir am Anfang, denn an dem ist Trend Adams zu finden. Sein Leben ist Mist, sein Job ebenfalls und auch wenn er sich irgendwie in dem ganzen Misthaufen arrangiert hat, so ist er alles andere als zufrieden, geschweige denn glücklich. Selbst als die Zombies schon die ersten Gänge der großen Weltmenüs verzehrt haben, tritt er noch letztmalig seinen Job bei einem Käseblatt an und erlebt fast live mit, wie sich sein Chef seines Lebens entledigt. Cut – nächster Protagonist, Cut – nächster Protagonist, Cut… denn in den ersten fünfzig Seiten des Romans hat man Alle und Alles recht gut kennen und lieben oder verabscheuen gelernt.

    Die Erzählweise wechselt zwischen der Ich-Form von Trent und der normalen Erzählform des allwissenden Beobachters hin und her. Trents Sichtweise trieft nur so von Sarkasmus und Spott gegen die alte Weltordnung und seine Mitbürger. Auch wenn er alles in eher unterhaltsamer Art und Weise betrachtet, so scheint Autor Reyk Jorden viel Wert darauf zu legen, Philosophie nicht außer Acht zu lassen. Man erkennt vieles in seinen Protagonisten an sich selbst wieder und kann sich so mit ihnen recht gut identifizieren.

    Doch geht es nicht nur um Gedanken und Selbstreflektion. Die Splatterelemente werden ebenfalls nicht vergessen, denn Zombies und deren Verhalten, sowie die Möglichkeiten sich ihrer zu entledigen, sind eben nicht geeignet um einen Kuschelroman zu schreiben. Die Hinweise auf der Rückseite „Nichts für schwache Nerven“ und „Parental Advisory, Explicit Content“, treffen sicherlich zu, doch sollten sie nur als Warnung für Leser gelten, die bisher nicht viel in dystopischen und apokalyptischen Wassern geschwommen sind. Alle etwas hartgesotteneren Freunde des Weltuntergangs werden hier „nur“ eine ungewöhnliche Erweiterung des Endzeitweltbildes geboten bekommen.

    Das Ende kommt nicht wirklich neu und unverhofft, doch schließt sich der Kreis logisch und befriedigend. Was will man auch erwarten, denn es gibt Zombieromane wie Sandkörnchen am Strand. Doch dieser Roman hat eine Sache die sich von den anderen abhebt – seinen Autor.

    Da dies scheinbar das Erstlingswerk Reyk Jordens ist, bin ich gespannt, was er sich als nächstes ausdenken wird. Ich hoffe er lässt Trend seinen Schlaf und wendet sich anderen Protagonisten zu, denn nichts ist schlimmer als ein Sequel das mit seinem Vorvater nicht mithalten kann. Aber da bin ich guter Hoffnung.

    Dystopien habe die unangenehme Angewohnheit, dass man sich nicht an gewisse Charaktere gewöhnen sollte, denn es ist nicht sicher, dass sie das Ende der Geschichte überleben. Der erste Band von Philipp Schmidts „Ödland-Saga“ macht da auch keine Ausnahme.

    Doch alles der Reihe nach, auch wenn ich nicht verraten werde, wer sich denn so mir nichts dir nichts durch Tod aus der Geschichte geschlichen hat.

    Hank, auch „Wanderer“ genannt, und Bohdan sind unfreiwillige Reisegefährten durch eine Welt, wie sie feindlicher nicht sein könnte. Unsere bekannte Zivilisation existiert nicht mehr und das, was aus ihr erwachsen ist, kennt man zwar schon so, aber nicht in der Mischform, wie sie der Autor schildert.

    Ein Mix aus Wild West, X-Men und Mad Max – so könnte man den ersten Band der Ödland-Saga bezeichnen. Der Wilde Westen tritt auf, als es nach „Stone Town“ geht, einer Stadt die solch eine Bezeichnung nur verdient, wenn man sie mit Dingen wie Dodge City oder ähnlichem vergleicht. Der X-Men-Vergleich lässt sich durch die genetischen Mutationen herbeiführen, hier „Mushanti“ genannt, welche über ähnliche Kräfte verfügen. Der Vergleich mit Mad Max erklärt sich durch den Titel von selbst.

    Schmidts Schreibwese ist sehr flüssig und manch geübter Autor ist weit weg von dem, was der – wie ich vermute – Neuling hier präsentiert. Seine Charaktere sind alle komplett ausgearbeitet, agieren nicht stereotyp und auch wenn sich Schmidt Mühe gibt, so gelingt es ihm nicht, auch nur eine der agierenden Personen unangenehm erscheinen zu lassen. Sicherlich geht man nicht mit den Motiven eines jeden Protagonisten konform, doch kann man sie nachvollziehen, denn in einer Welt in der das Gesetz des Stärkeren regiert, muss man ab und an auch Dinge tun, die nicht nett und kuschelweich sind.

    Keine Zombies machen hier den Spannungsbogen aus, sondern eine gut erdachte Geschichte, die mit Wendungen aufwarten kann, die zwar manchmal ein „Echt jetzt?“ erzeugen, aber nicht unlogisch erscheinen. So sollte man eigentlich damit rechnen, dass jemand der den Rat „Zeige was Du kannst, aber zeige nicht alles!“ ausgibt, sich auch nach dieser Maxime verhält und eventuell mehr Asse im Ärmel hat als man annehmen mag.

    Um es auf den Punkt zu bringen: Lebendige Charaktere, interessantes Weltbild, Story mit angenehmen Wendungen und eine flüssige Schreibe, welche Lust auf Band Zwei macht. Schade das es nur die ersten beiden Bände bisher in Printform gibt.

    Eins vorweg, dieses Buch ist nichts für schwache Nerven. Was mich begeistert an diesem Buch ist, immer wenn du denkst du weißt wie es weiter geht macht dir Moe einen Strich durch die Rechnung. Selbst mir, der auf einiges an Erfahrung oder Intuition bei solchen Büchern zurückblicken kann. Die Story finde ich noch nicht mal zu abwegig, vor allem was Anton und seine Oma angeht, auch wenn ich vermute dass Moe bei einem Altmeister sich eine Idee abgeguckt hat. Um euch die Nase etwas länger zu machen füge ich hinzu. NEIN geklaut hat sie nicht, man hätte den angesprochenen Altmeister (Namen werde ich keine nennen sonst wäre es zu offensichtlich und würde Spoilern) zu seiner Zeit der Blasphemie beschimpft und ihn exkommuniziert. Die Ideen die uns die Autorin in diesem Werk präsentiert sind abscheulich und doch nie auf die Ekelgrenze getrieben. Auch den Seitenstrang des Buches empfand ich als sehr spannend und sehr ausgeklügelt. Leicht hätte man daraus auch zwei Bücher machen können. In jedem Kapitel fragt man sich was als nächstes kommt und der Spannungsbogen ist ungewöhnlich hoch. Moe schafft es sich in die Figuren und damit meine ich jede einzelne hinein zu versetzen. Sie malt die Punkte die wichtig für die Story sind so aus, das jeder Leser sich seine Lieblingsfigur raussuchen kann und sich mit ihr identifizieren kann. Ob man mitleidet mit der kleinen Annabell oder sich lieber für den „netten „ Anton entscheidet. Meine Lieblingsfigur war jedoch keine der Hauptakteure. Für mich war Konstantin eine sehr liebenswerte Figur und ich würde mich freuen wenn man irgendwann von ihm zu lesen bekäme wie eigentlich alles begann (HALLO MOE!) Was Anton mit den Mädels macht fand ich irgendwie neu vor allem die Idee mit dem Stuhl, auch wenn Anton dabei einen kleinen Denkfehler gemacht hat.

    Also was soll ich noch über dieses Buch sagen? Mir hat es außergewöhnlich gut gefallen und ich freue mich noch mehr von Moe lesen zu dürfen. Hat es Schwachpunkte in diesem Buch gegeben? Für mich am Ende des Buches mit einem ganz klaren NEIN zu beantworten. Und doch, wer das Buch liest aufgrund dieser Zeilen wird sich irgendwann in der Mitte des Buches fragen warum ich keine Schwachpunkte entdeckt habe. Ja und ich gebe zu mir ging es ähnlich. Denn gerade als sich der Gedanke einstellte: Jetzt wird es langweilig und tümpelt vor sich hin, da zündet Frau Teratos den Nitro Booster. Sozusagen von 0 auf 1000 in 30 Worten und das unentwegt. Atemlos wird man gehetzt von Psychospielen über Morde bis hin zu menschlichem Leid. Nebenstränge vereinigen sich und entzweien sich. Ob das Gute siegt man hofft es aber die Erlösung will sich nicht einstellen. Die Spannung wird gnadenlos vorangetrieben. Langweilig wie es ausgeht weiß ich ja jetzt schon und da holt Moe wieder den Baseballschläger raus und haut ihn dir zur Strafe in den Bauch.

    Wenn ich vorhin von dem Altmeister sprach so darf sich Moe sicherlich als eine „Neumeisterin“ bezeichnen. Sie rollt dieses Genre mit diesem Buch von hinten auf und bedient erfrischender Weise sehr wenig Klischees. Wer Spannung, Blut, Horror und Thrill will kommt an diesem Buch nicht vorbei. Mir werden Anton, Oma, Konstantin und eine Taubstumme noch lange im Gedächtnis bleiben.

    Für mich ganz klar 5 von 5 Mauersteinen

    TM

    Lukes Meinung

    Als die USA im Jahr 1964 in den Vietnamkrieg eintraten, zumindest gilt der Zwischenfall mit der „USS Maddox“ als offizieller Auslöser der direkten Eimischung, wusste niemand das sich dieses Kapitel der US-Geschichte bis heute in den Köpfen der Amerikaner fest verankern sollte. Viele Legenden ranken sich um diese Zeit in der nicht mit wirklich fairen Mitteln gekämpft wurde, sondern in denen auch erstmalig extreme Biowaffen zum Einsatz kamen.

    So ranken sich viele Mythen und Legenden um diese unrühmliche Zeit der amerikanischen Kriegsgeschichte. Die meisten davon geben Starthilfe für Dystopien oder Horrorgeschichten.

    Wie beginnt man also am besten eine Story im Vietnamkrieg, ohne zu viel Federlesen darum zu machen? Die Antwort ist recht simpel, oder zumindest ist sie es hier. Man schickt einen Frischling in eine Gruppe von altgedienten Dschungelkämpfern und bekommt somit die Möglichkeit die Gruppe recht schnell intensiv kennenzulernen und sich eine Person herauszusuchen, die man am sympathischsten findet.

    Brad Harmer-Barnes, der Autor des Buches, scheint sich in der Geschichte des Vietnamkrieges gut auszukennen, oder zumindest macht es den Eindruck. Seine Protagonisten sind lebendige und atmende Wesen, die nicht in irgendwelchen Superlativen schwelgen, denn sie weisen alle menschlichen Schwächen, Nöte und Ängste auf, die ein Krieg in Menschen hervorbringen kann.

    Ab Seite 50 circa ist das Vorgeplänkel vorbei und die Geschichte des „Vietnam Black“ nimmt Fahrt auf. Der von da ab gespannte Spannungsbogen bleibt bis zur letzten Seite stramm gespannt, denn so wirklich Zeit lässt der Autor seinen Helden nicht um zur Ruhe zu kommen.

    Stereotypen sucht man hier vergebens, auch wenn ich darüber nicht wirklich urteilen kann, da ich mich nicht wirklich gut in der Romanliteratur zum Vietnamkrieg auskenne. Rambo und Co. sind nicht das, was eine gute Story in dieser Richtung ausmacht, subjektiv gesehen, sondern Soldaten die sich Gedanken über das machen, was sie da eigentlich tun und es gegebenenfalls auch infrage stellen.

    Düstere Stimmung, Spannung und ein recht ungewöhnliches Monster sind die Bausteine, welche sich durch den flüssigen Schreibstil und dessen Anpassung durch den Übersetzer zu einem stimmigen und unterhaltendem Gesamtbild zusammenfügen.

    Es gab bisher nur wenig Bücher, die ich in einem Rutsch durchgelesen habe. Vietnam Black gehört dazu.

    Man sagt, ein Autor würde an seinen Herausforderungen wachsen. Dies kann man Christoph Zachariae definitiv bescheinigen.

    Wer sich den dritten Roman der Ödland-Saga betrachtet, dem wird sofort auffallen, dass er im Umfang seine beiden Vorgänger in sich verstecken kann. Doch nicht nur optisch dreht Zachariae die Leistungsschraube gewaltig nach oben.

    Drei Handlungseben werden angeboten. Zum einen ist das die Geschichte Megas (gemeinsam mit Mark in der „Fabrik“), welche logischerweise den Löwenanteil ausmacht und irgendwie immer in allen anderen Dingen berücksichtigt wird. Dann wäre da die Geschichte von Hagen und seinen Söldnern, welche ab und an das Flair der unangenehmen Zeitgenossen verlieren und deren Herkunftsgeschichte ein wenig mehr Licht erfährt. Last but not least ist da immer noch er „Universitätskeller“ mit seinen Bewohnern, welche mir ab und an jetzt unsympathisch herüberkamen. Also, nichts bleibt wie es ist und Zachariae verlässt sich nicht auf die bisher gut funktionierenden Dinge, sondern experimentiert ein wenig mit der Gunst des Lesers zu seinen Protagonisten herum.

    Während des Lesens überkam mich mehrfach der Vergleich zu einer Mischung aus „The Road“ und „Beyond Thunderdome“, was mit der Beschreibung der Fabrik zu tun hat und den Strukturen der dort lebenden Gesellschaft.

    Wer sich über zu lange Einleitungen ärgert, wird hier gut bedient werden. Der Autor macht nicht viel Aufheben um die gewesenen Dinge, sondern treibt die Handlung sofort ab Seite Eins kontinuierlich voran.

    Neben den Hinweisen auf die alte Welt und das Leben darin, müssen sich alle Charaktere mit vielen Neurungen in ihrem jetzigen Leben anfreunden. Das „zerstörerische Erbe“ unserer momentanen Zivilisation kommt in verschiedenen Seitenhieben nicht zu kurz und auch die Bedeutung eines „alles wurde auf Null gestellt“ wird anschaulich aufgezeigt. Wer den Planeten kaputt macht, der muss eben sehen wie er hinterher zurechtkommt.

    Zachariae behält seine erstaunliche Liebe zum Detail weiter bei. Jeder Protagonist bekommt mehr und mehr Fleisch auf den gedruckten Knochen und das Bild rundet sich weiter zunehmend ab.

    Noch zwei Bände, dann ist Megas Reise abgeschlossen und man darf gespannt sein, was sich Zachariae noch so alles einfallen lässt.978

    Zuerst einmal sei angemerkt, dass ich nach ein paar Seiten sofort nachgesehen habe, wer dieses Buch lektoriert hat. Der Wechsel zu Nora-Marie Borrusch hat dem Lesefluss sehr gut getan, auch wenn sich ab und an ein paar Teufelchen eingeschlichen hatten.

    Auch der Schreibstil von M.H. Steinmetz hat sich verbessert. Es wirkt alles flüssiger und aus einem Guss. Die wenigen „hm“ und „häh“ waren nicht so auffällig, wie der bisherige Anteil in den vorherigen Büchern, denn sie hatten mich bisher an der wörtlichen Reder der Protagonisten immer ein wenig gestört.

    Susan taucht wieder auf, doch irgendwie konnte ich mir nicht erklären woher Markus wusste, dass sie von „Legion“ besessen ist. Vielleicht habe ich da etwas überlesen und es blieb mir deshalb die logische Schlussfolgerung verwehrt.

    An den Charakteren an sich hat Steinmetz ebenfalls nochmal Hand angelegt, Man kann sie jetzt in ihren Entscheidungen besser separieren und dies wirkt sich auf den guten Eindruck des Buches ebenfalls positiv aus. Ich hatte zu jeder Zeit das Gefühl, Steinmetz hat an den vorherigen Romanen viel gelernt und versteht es auch, dies hier umzusetzen. Die Beschreibungen von Land und Leuten ist ausführlicher und anschaulicher geworden, artet aber nicht zum Seitenfüller aus, denn an Story wird hier mehr als in beiden Vorgängern zusammen geboten.

    Das reine, tumbe Abschlachten von Zombies, welches vorher ab und an als Lückenbüßer diente, gerät in den Hintergrund und der Punkt des „Dämon der die Weltherrschaft übernehmen will“ bestimmt den Großteil der Geschichte. Und auch wenn sie seltener geworden ist, hat die Brutalität der Handlung dennoch ein wenig zugelegt

    Das endgültige Finale zieht sich zwar recht lange hin, ohne jedoch langweilig zu werden, kommt dann allerdings vollkommen unerwartet und für mein Empfinden recht unspektakulär daher. Steinmetz legt es nicht auf „Totes Land 4“ an und versucht einen Teil des Plots ins nächste Buch zu retten, sondern beendet alles logisch und konsequent.

    Der Abschluss der Trilogie macht viel von dem wett, was die ersten Bücher an Finesse und Gewandtheit vermissen ließen. Somit ergibt sich im Nachhinein ein rundes Bild, welches mit einem dystopischen Rollenspiel begann und mit einem lebendigen Ende unter Lokalkolorit endet.

    Der zweite Teil hat es immer schwer. Zum einen muss er an den ersten nahtlos anschließen, oder zumindest sollte er das, zum anderen sollten genug neue Elemente vorhanden sein um es interessant zu halten.

    Bei „Die Zuflucht“ gelingt dies nur teilweise…

    Viele der Protagonisten lassen eine kontinuierliche Weiterentwicklung leider vermissen, denn sie begehen dieselben Fehler immer und immer wieder. Da wäre zum Beispiel der Umstand, dass man die Zombies so nah an sich herankommen lässt das die Situation brenzlig wird, obwohl man mittlerweile wissen sollte, das dies nicht so wirklich nützlich ist.

    Auffällig ist auch die Ausdrucksweise der Protagonisten. Viel zu oft, für meinen Geschmack, werden Sätze mit dem Anhängsel „hä“ oder „hm“ beendet oder begonnen. Ebenso fielen mir die Satztechnischen Doubletten auf. Da klingt ein Satz nach, weil er „…fiel in sich zusammen, fiel…“ nicht wirklich gut lektoriert wurde.

    Damit wäre ich dann beim größten Mano des Romans: Dem Lektorat. Niels Breidenstein liefert hier etwas ab, das selbst mit beiden Augen zugekniffen diese Bezeichnung nicht verdient. Der Lesefluss wird gerade in den Actionszenen sehr behindert, wenn man diverse Sätze mehrfach lesen muss um deren Sinn zu erahnen. Buchstaben fehlen, Wörter stehe an der falschen Stelle oder fehlen sogar ganz.

    Gefehlt hat mir auch die Handlungsebene „Susan“, denn die Dame hatte im ersten Band doch eine recht tragende Rolle, welche auf mehr schließen ließ, als dann geliefert wurde.

    Schade das der zweite Band nicht mit seinem Vorgänger mithalten konnte, da ich aber den dritten Band bereits konsumiert habe während ich dies hier schreibe, weiß ich, das es besser wird… viel besser!

    Meine 2. Rezension befasst sich nochmal mit einem Buch aus dem Redrum Verlag. Zugegeben der Klappentext hörte sich für mich an wie: Pretty Woman für Hardcore Fans, deshalb musste ich es auch haben. Die Idee an sich wie Ihr aus dem Klappentext entnehmen könnt, halte ich für recht spannend. Und so war es auch zumindest am Anfang. Am Anfang steigerte sich die Spannung von Seite zu Seite und ich wunderte mich warum das Buch so dünn ist, Die Vorstellung des weiblichen Hauptcharakters, Ihren Lebensweg all das baute für mich ein dichtes und wohliges Bild auf. Dann kommt der männliche Part ins Spiel und auch dort fühlte ich mich bestens unterhalten und war gespannt. Vielleicht, das geben ich ja gern zu hat der kleine Romantiker in mir gehofft es würde eine abgefahrene Lovestory, doch weit gefehlt.

    Aber ab dem Zeitpunkt des Aufeinandertreffens der beiden Hauptdarsteller wurde das Buch für mich etwas fad. Schnelle Übergänge die man sicherlich noch interessanter und detailreicher ausstatten könnte. In unbedeutenden Szenen etwas Langatmigkeit. Zu guter Letzt das Zusteuern auf einen allzu vorhersehbaren Schluss.

    Mein Fazit: Sollte es zu einer Überarbeitung kommen dann könnte das Buch gut und gerne 100 Seiten mehr haben. Die Story ist echt klasse und lässt viele Bilder und Fantasien zu. Die weibliche Hauptfigur ist sehr präsent und plastisch. Trotz der angesprochenen Mängel, für mich sind sie das, fühlte ich mich unterhalten. Mich hat halt einfach nach mehr gedürstet und vielleicht habe ich mir etwas anderes versprochen und war deshalb etwas enttäuscht. Wer etwas sucht das makaber ist, bei dem Blut fließen soll und der es mag wenn die Geschichten eher kurz sind (hier 117 Seiten) ist mit dem Buch sicherlich gut beraten.

    Bei der Mauersteinbewertung habe ich mir schwer getan. Eigentlich wären es 3,5 von 5 Mauersteinen, aber ich möchte damit gar nicht erst anfangen sonst sind es bei der nächsten Rezension 4,75 von 5 Mauersteinen.

    Also bleiben wir bei ganzen Steinen.

    3 von 5 Mauersteinen

    Steve ist ein abgewrackter Endfünfziger der sein Leben stets ohne große Verantwortung gelebt hat, wenn man einmal von seinem Sohn Dillon absieht. Alkohol, Drogen und viele nur zu willige Frauen waren alles was bisher in seinem Alltag Bestand hatte und auch wenn er nicht immer so glücklich auf alles zurücksieht, so würde er es dennoch nicht ändern wollen.


    Doch dieses Leben ändert sich schlagartig, als Steve das Konzert einer AC/DC-Tribute-Band besucht und am Himmel ein schwarzes Objekt entdeckt. Nachdem ein paar Tumulte während des Konzerts ausbrechen, verabschiedet sich Steve ungewollt in eine Bewusstlosigkeit aus der er in einer vollkommen veränderten Welt erwacht.


    Das Leben des Hauptprotagonisten der Geschichte verändert sich von einem Moment zum anderen vollkommen. Was bisher schnell und auf der Überholspur stattgefunden hat, kriecht von nun an sehr beschaulich und ruhig vor sich hin. Trotz des Umstandes, dass sich alle Menschen außer Steve in Untote verwandelt zu haben scheinen…


    Es gelingt, und hier wiederhole ich mich, nicht vielen Autoren dem Genre des Zombieromans neue Facetten abzuringen. Das es möglich ist beweisen Autoren wie Andreas Kohn mit seiner „Zombiecalypse“, oder John Ajvide Lindquist mit seinem „So ruhet in Frieden“.


    Zu viel möchte ich hier nicht von der Idee verraten, welche Autor Michael Dissieux in diesem Buch verarbeitet, doch sind die gewohnten lebenden Leichen hier nichts was man erwartet, wenn man von Zombies spricht.


    Das Buch hat einen an sich sehr ruhigen Rhythmus und dennoch gelingt es Dissieux einen Spannungsbogen aufzubauen und durchgängig zu halten, den manche Geschichten nicht in der Lage sind herzustellen, wenn sie mit normal agierenden Zombies bestückt worden sind.


    Anfangs überkam mich der Vergleich, das alles ablaufen könnte wie es der Film „Der Komet“ (Night of the Comet), aus dem Jahr 1984 schildert, doch da lag ich definitiv falsch.


    Dissieux baut durch seine Beschreibungen der Welt und den Umständen unter denen Steve jetzt in ihr zurechtkommen muss, so viel Atmosphäre auf, dass dieses Buch mit jedem Zombiethriller problemlos mithalten kann.


    Ich muss ein wenig um den heißen Brei herumlavieren, denn ich will nicht zu viel von der Handlung verraten. Der Held der Geschichte ist keiner wirklichen Gefahr oder Bedrohung von außen ausgesetzt, sondern sieht sich stattdessen dem stärksten Gegner gegenüber, den ein Mensch sich vorstellen kann: Der Macht der eigenen Gedanken. Und so liest man auch ab und an den Satz „Zu viele Gedanken können töten!“, welchem ich vollkommen zustimmen muss und möchte.


    Eine etwas andere Dystopie, auch wenn die diversen Anleihen bei „I am Legend“ für mich nicht von der Hand zu weisen sind… nur ohne Vampire… und ohne unnötige Action… ich meine das Buch, nicht den Film…

    Der Klerus steht diesmal im Mittelpunkt des Falls, den Katie Maguire im zweiten Buch bei Festa erleben muss. Muss, weil sie sich sicher ein ruhigeres Leben wünscht und vorstellen kann, als das was sie gerade führen muss. Schon wieder muss, denn Katie wird erneut Hals über Dienstmarke in ein Geschehen hineingeworfen, das nicht von Pappe ist.


    Auch wenn ihr Ehemann mittlerweile erfreulicherweise das Zeitliche gesegnet und Katie sich neu verliebt hat, so steht auch dieser Aspekt ihres Lebens unter keinem guten Stern. Hinzu kommt noch der Mord an einem Priester, welcher mit entfernten Hoden von zwei Anglern als Beute aus dem Wasser gefischt wird.


    Besagter Priester soll sich in seiner Vergangenheit mehrfach an Schülern vergangen haben, war der örtlichen Presse bekannt und ist somit auch scheinbar ein Garant dafür, dass Katie nicht die nötige Ruhe bekommt, die sie benötigt den Fall schnell und reibungslos aufzuklären. Zu alledem ist der Klerus noch sehr daran interesseiert das die ganze Sache nicht wirklich verfolgt und in der Öffentlichkeit breitgetreten wird.


    Graham Masterton, der geistige Vater der irischen Ermittlerin, versteht es auch in diesem Fall genau den Fall so abzuwickeln, wie man es von ihm erwartet: schonungslos und ohne Schnörkel. Sicher ist Masterton als einer der „gemäßigteren“ Autoren des Festa Verlages zu bezeichnen, doch gelingt es ihm durch einen kontinuierlich aufgebauten Spannungsbogen und der damit einhergehenden düsteren Stimmung der Geschichte, Dinge wie Splatter oder zu brutale Schilderungen vorneweg lassen zu können m auch den hartgesottendsten Festa-Fan zu begeistern.


    Dem spricht auch zu, dass es nicht nur um Verstümmelungen von Priestern geht, denn der Haupttenor des Buches liegt auf dem Missbrauch den diese Geistlichen an Kindern begangen haben, ohne sich dafür verantworten zu müssen. Und auch wenn man das Vorgehen des Täters nicht unbedingt gutheißen kann, so ist es doch nicht verwunderlich sich ab und an in einer Situation während des Lesens vorzufinden in der man sich denkt, dass diese vermeintlichen Saubermänner der Kirche eigentlich nur das bekommen haben, was sie mehr als verdienten.


    Masterton beschönigt das Thema nicht und versucht auch die ganze Geschichte zeitlos wirken zu lassen, da sich diese Art von Übergriffen gegenüber Schutzbefohlenen durch die Geschichte der katholischen Kirche ziehen, wie das Amen durch die Bibel.


    Katie wächst einem hier noch mehr ans Leserherz als dies eh schon durch die „Bleiche Knochen“ und das kostenlose „Auge um Auge“ geschehen ist, welches man als ebook noch bei Festa bekommen kann – LINK.


    Sie steht mitten im Leben und die Dinge, welche sie stets zum Wanken bringen, werfen sie jedoch nach wie vor nicht um. Sie kämpft nicht nur mit den Vorurteilen ihrer männlichen Arbeitskollegen und der Welt da draußen, das eine weibliche Ermittlerin niemals in einer höheren Position des Polizeiapparates eingesetzt werden sollte, auch die Liebe stellt ihr nach wie vor das ein oder andere Stolperbein. Und selbst wenn sie sich von keinem gestellten Problem in die Knie zwingen lässt, ist Katie Maguire alles andere als ein Übermensch an dem alles spurlos vorbeizieht.


    Und wieder ist Masterton hier der Master, wenn es darum geht einen sympathischen Charakter, in den man sich recht einfach hineinversetzen kann, ins Renne zu schicken, dafür zu sorgen das man mit ihm leidet und fürchte und am Schluss auch die – wenn auch nicht wirklich rosafarbene – Beendigung der ganzen Sache genießen kann.

    Masterton schickte seine Heldin bisher in neun Büchern (die 9 erschien 2018) und zwei Kurzgeschichten (die eine ist besagtes „Auge um Auge“) ins Rennen und ich hoffe das sich Festa dazu durchringen kann, diese neun Fälle und zwei Kurzgeschichten auch dem deutschen Leser in Druckform zur Verfügung zu stellen.

    Military Horror gibt es, dachte ich, nicht wirklich viel. Doch der Festa Verlag belehrte mich eines Besseren und mit der Auswahl der Kurzgeschichten des Buches haben sie ebenfalls ins Schwarze getroffen – buchstäblich.


    SNAFU bedeutet: Situation Normal, All Fucked Up… und so wurden die Geschichten auch aufgebaut und abgewickelt.


    Doch gehen wir die Geschichten der Reihe nach an…


    In „Das Fossil“ holt der Autor extrem weit aus, um der ganzen Sache Fleisch zu geben. Beginnend in der Zeit der Neandertaler, gefolgt von der Jetztzeit und einem Ort, den man nicht wirklich genau verstehen muss. Die ganze Geschichte scheint zuerst so gar nicht in die Riege des Military Horror zu gehören, doch nach und nach festigen sich gewisse Vermutungen und das Ende der Story verwundert einen nicht wirklich. Ich gebe zu, dass ich diese Geschichte ein wenig ratlos zurückgelassen hat – denn für mich war sie eher Military-Fantasy. Die Schreibe von Greig Beck fand ich recht ermüdend und wenn die Geschichte auch nur knapp 60 Seiten anhielt, so kam sie mir zeitlich gefühlt wesentlich länger vor.


    „Back to Black“ ist ein Wiedersehen mit Jonathan Maberrys Serienhelden Joe Ledger. Die Story spielt nach dem Fall der Welt an die Zombies, also nach alledem was Maberry schon zu Leder geschrieben hat – was in deutscher Übersetzung sehr überschaubar ausfiel. Der Schreibstil der Geschichte ist flüssig und ich konnte nicht wirklich trenne, was jetzt von Maberry selbst und was von Co-Autor Bryan Thomas Schmidt verfasst wurde. Besserwisserisch möchte ich hier einwerfen, dass ich auch diese Geschichte nicht wirklich als Military Horror ansehe, sondern eher in der Dystopie ansiedeln würde.


    In „Begraben im Gewölbe“ präsentierte sich zum ersten Mal eine für mich reinrassige Military-Horror-Story. Eine Gruppe von Soldaten wir in einem Höhlensystem mit einer übernatürlichen Kraft konfrontiert, welche es in sich hat. Die üblichen Verdächtigen – der Rookie, der Altsoldat usw. – kämpfen gegen etwas, das ihren Verstand ein wenig bis an seine Grenzen bringt.


    Die „Jagd auf den Mann an der Spitze“ findet im drückenden und heißen Dschungel statt und ein Drogenbaron lässt Soldaten gegen einen alten Gott ins Gefecht ziehen.


    „Von Sturm und Feuer“ springt wieder ein wenig ins andere Genre, wie ich fand, denn der Kampf von Wikingern gegen ein Fabelwesen aus ihrer eigenen Mythologie ist für mich eher Fantasy.

    Eine „Machtdemonstration“ muss das „Chess Team“ von Autor Jeremy Robinson über sich ergehen lassen, als es mit Bio-Terroristen konfrontiert und von recht schleimigen Gesellen in seine Schranken gewiesen wird.


    Und wieder geht es in die Vergangenheit, denn die Türkenarmee der heiligen Kriege muss sich gegen „Ungeziefer“ zur Wehr setzen, in der vorletzten Geschichte der Anthologie.


    Die letzte Geschichte, „Gift“, erzählt nun wieder eine Story in der Gegenwart, welche sich erneut mit vermeintlichen Terroristen befasst.


    So bunt wie der Reigen der Autoren und deren Qualität in Schreibe und Sympathie mit ihren Protagonisten, so bunt ist auch die Spannweite der Storys an sich. Nicht wirklich jede Geschichte ließ sich für mich sofort als Military-Horror identifizieren und somit hatte ich das ein oder andere Mal den Eindruck eher Fantasy oder Dystopie zu lesen.


    Klare Leseempfehlung sind für mich „Back to Black“ (da ich Dystopien liebe), „Begraben im Gewölbe“, „Jagd auf den Mann an der Spitze“, „Machtdemonstration“ und „Gift“, da sie in der relativen Gegenwart spielen und wirkliche Military-Storys sind – zumindest für mich.

    Zombies in Deutschland sind mittlerweile gar nicht mehr so selten. Zumindest wenn man auf dem Buchmarkt ein wenig Recherche betreibt. Leider sind es immer noch die recht versteckt gehaltenen Perlen, welche im Amazonas schwimmen, die mir die größte Freude beim lesen bereiten, da sie außerhalb der reißenden Mainstream-Strömung vor sich hin paddeln.


    Eine dieser Perlen ist die „Zombiecalypse“.


    Auch wenn man der Namensschöpfung durch Autor Andreas Kohn nicht gerade ein gigantisches Ausmaß an Innovation attestieren kann, so hat das innere des Buches doch mehr zu bieten als nur Gedärme und kauende Untote.


    Zum einen ist das die Angabe des Grundes, wieso alles so gekommen ist, wie es ab Seite Eins ist. Kohn macht keinen mysteriösen Kult um den Virus, der sie alles hat wiederauferstehen lassen, sondern erklärt bis zum Schluss genau wie es kam und was man dagegen unternehmen könnte.


    Auch nimmt er kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht zu schildern, wer für alles verantwortlich zeichnet. Dumme Menschen, die mit ihrem zu großen Drang nach Macht durch Gier und Faulheit alles an den Abgrund geführt haben, nur um dann auch den letzten Tritt noch lächelnd zu verabreichen.

    Die Charaktere sind ungewohnt (jetzt nicht für den Autor, sondern für das Genre an sich) vielschichtig und sie tun etwas, das man bei Dystopien nur sehr selten erleben kann: Sie entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter.


    Wenn man ein wenig spekulativ an alles heran geht, so könnte der Weiterentwicklungsumstand genau so ein Tritt sein, wie die Seitenhiebe auf die momentan vorherrschende gesellschaftliche Struktur. Das Internet bekommt sein Fett weg, wie die Verrohung der Sitten, der Zerfall der familiären Zusammenhalte und andere Dinge, die wir tagtäglich erleben, aber mittlerweile nur noch als Randnotizen wahrnehmen.


    Kohn hat sich auch Gedanken darüber gemacht, wie man am besten die Untoten zur Strecke bringen kann, ohne dabei auf der selbigen zu bleiben. Baustellenzubehör wie Absperrleinenhalter (ich musste die Bezeichnung auch erstmal googlen) werden bei Andreas Kohn zur wirksamen Waffe gegen den gefräßigen Untotlurch – abstechen, ohne gebissen werden zu können.


    Die flüssige Schreibweise tut ihre Wirkung bereits nach den ersten Kapiteln. Alles wirkt nicht gestelzt und man hat das Gefühl, hier soll etwas abgehandelt und auch beendet werden. Der Erfolg des ersten Buches, hat aber einem Nachschießer den Weg in die Druckereien geebnet und ich muss gestehen, dass ich gespannt bin, wie es nun weiter gehen soll, denn eigentlich ist alles zwar nicht gut, aber zumindest ertragbar geworden am Ende.


    Auch wenn der Titel „Zombiecalypse“ eher Trash aus deutschen Landen befürchten lässt, so ist das Buch einen Lesemarathon Wert.

    Die ersten Seiten des Buches wiegen einen in dem Glauben, das es sich um die gewohnte Kost handelt und man sich in einer wohl organisierten und sauberen amerikanischen Zombie-Apokalypse befindet. Doch kurz darauf reißt Autor M.H. Steinmetz das Ruder herum, verlegt alles nach Deutschland und ändert den Kurs der vermuteten Geschichte.


    Die Geschichte beginnt mit dem Hauptprotagonisten, namens Markus, welcher sich gerne in seiner Freizeit als Kämpfer während einer Apokalypse mit Zombiezugabe im überleben übt. Doch so abgebrüht Markus auch denken mag das er ist, so schnell stellt er jedoch fest, dass sich die Realität, welche ihn dann recht schnell in Form einer wahrhaftigen Zombieapokalypse einholt, nicht mit dem Wochenendspiel vergleichen lässt.


    Hat er im Kampf gegen lebendige Zombies keine Probleme sie mit Platzpatronen reihenweise nieder zu mähen, so gelingt ihm dies nicht einmal mit einem untoten Vertreter dieser Gattung. Zu sehr nagt da das Gewissen an ihm, denn etwas endgültig über den Jordan zu schicken das vorher mal ein lebendes und fühlendes Wesen gewesen ist, macht ihm schwer zu schaffen.


    Autor M.H. Steinmetz schickt erfreulicherweise keinen abgeschmackten Soldaten ins Rennen um die Lesergunst, sondern lässt einen ganz normalen Nerd seinen Weg in einer Welt suchen, die nicht mehr so ist wie er sie vorher kannte. Der Weg zu seiner geliebten Annette gerät von Kilometer zu Kilometer immer mehr zu einer Tour de Force und Markus zusehends ans Ende seiner Kräfte und dem seines Verstandes.


    Die wenigsten von Steinmetz Protagonisten sind sympathisch und wären meine erste Wahl als Wegbegleiter durch ein zombieverseuchtes Deutschland. Egoismus, Unverstand und vor allem Dummheit triefen aus den Poren der meisten Handelnden und somit zeichnet er ein menschliches Sittengemälde, welches ich als realistisch betrachten würde, im Falle einer solchen Apokalypse.


    Ich konnte nicht umhin, ab und an gewisse Parallelen zu Brian Keenes „Siqqusim“ zu ziehen. Die Untoten in der Welt des toten Landes sind keineswegs so unorganisiert und nur durch ihre Fressgier getrieben unterwegs, es scheint auch eine Art Plan dahinter zu stecken. Es gibt diverse Formen der Zombies, welche sich schon fast in herrschende und ausführende Klasse aufteilen lassen.


    Markus ist erfreulicherweise auch kein Held der Geschichte, welcher dies alles unreflektiert über sich ergehen lässt und nur darauf aus ist so viele Untote wie möglich endgültig über den Jordan zu schicken. Er überlegt was die Untoten antreiben könnte – entweder die Besessenheit durch Dämonen, wobei wir wieder bei den „Siqqusim“ wären, oder vielleicht doch nur eine Art mutierter Megavirus.


    Amüsant ist auch der Running Gag mit den Schuhen. Wo Markus auch hin kommt, stets fallen im verlorene Schuhe auf und er sinniert darüber nach ob dies alles eine höhere Bedeutung haben könnte.


    Steinmetz Schreibe ist unterhaltsam kurzweilig und auch seine recht umfangreichen Beschreibungen und Land und Umfeld, stören den flüssigen Leseablauf nicht.


    Das Ende kam ein wenig unerwartet für mich und hat mich auf Teil 2 angefixt!

    Ein Jahr, nachdem eine Pandemie die Menschheit in ein recht überschaubares Prozentteil an lebenden Wesen dezimiert hat und die Zombies an der Macht sind – damit sind lebende Tote gemeint, nicht Politiker – beginnt der Erstlingsroman von Dennis Kazek, namens „Rising Death“.


    Die verfaulenden Leichen schlurfen durch die Stassen und die Überlebenden versuchen ihnen so gut wie es geht zu entkommen, da sie nicht als Nahrungsmittel zweckentfremdet werden wollen. Alles ist düster und die Aussicht auf eine Besserung der Lage vollkommen illusorisch.


    So weit, so mehrfach gelesen, gesehen, gehört und gespielt.


    Die Dystopie neu zu erfinden oder ihr gar unerwartetes Leben einzuhauchen ist schwer und irgendwie schien es mir so, dass Autor Dennis Kazek dies auch gar nicht vor hatte.

    Die Handlung der Geschichte ist bekannt und auch die Protagonisten hat man so dass ein oder andere Mal bereits kennenlernen können. Doch ist es die Zusammenstellung der Truppe von Survivor-Gestählten, welche alles lesenswert macht und mit denen man sich nicht sofort so anfreundet wie vielleicht vermutet.


    Einem Hauptakteur mit einem großen Geheimnis eine Serienkillerin an die Seite zu stellen und deren Fähigkeiten auch noch als gewinnbringend im Überlebenskampf darzustellen, ist schon recht abgefahren und birgt die ein oder andere Überraschung in Wendung und Verlauf des Ganzen.


    Kazek versucht von Anfang an, nicht zu linear in die ganze Story einzutauchen und verschafft dem Leser zuerst eine ausführliche Kenntnisnahme der agierenden Personen, bevor er sie dann irgendwie alle zusammenbringt. Die sehr detaillierten Beschreibungen seiner Protagonisten und deren Gedankenwelt ist ein klarer Vorteil, wenn man sich mit ihnen versucht zu identifizieren und den „So würde ich vielleicht auch reagieren!“-Faktor heraufzubeschwören. Manchmal gelingt dies ganz gut, manchmal versinken die Handlungspersonen in irrationalen Handlungsweisen, welche schon der gesunde Menschenverstand ad absurdum führen sollte – doch wer kann das schon vollkommen objektiv beurteilen, er noch nicht in solch einer Situation gewesen ist?


    Kazek verliert sich teilweise in sehr ausschweifenden Beschreibungen der Schauplätze, was sicherlich nicht verkehrt ist, wenn man nicht wirklich in der Lage ist sich vorzustellen wo das denn nun gerade vor sich geht, was da gerade vor sich geht. Doch leider nimmt er damit auch teilweise den Speed der momentanen Handlung ein wenig heraus und lässt den Spannungsbogen ab und an ein wenig zu stark nach.


    Während des Lesens fühlte ich mich des öfteren an „The Walking Dead“ erinnert. Doch ist es müßig dem Autor einer Dystopie. Welche mit Zombies agiert, eine Stereotypisierung seiner Darsteller zu unterstellen. Wenn man ehrlich ist, so wurde gerade das Gerne der Endzeit – besonders der mit Zombies – seit dem neuzeitlichen Aufleben der schlurfenden Untoten mit solchen Typen und Handlungen geradezu überschwemmt und Vergleiche lassen sich nicht mehr wirklich vermeiden und sind teilweise vielleicht sogar gewollt. Also gilt für mich nach wie vor die Maxime: Besser gut hommagiert (nicht geklaut) als schlecht neu erfunden.


    Kazeks Schreibstil, welchen man als Erzählung im Präsens bezeichnet (das habe ich mir von anderen Autoren erklären lassen) war für mich teilweise auch ein wenig anstrengend zu erfassen. Ich mag es eher, wenn die Geschichte schon durch ist, mir als Erzählung im Nachhinein präsentiert wird und nicht gerade während des Lesens passiert.

    Das Cover ist für mich recht gewöhnungsbedürftig, doch deckt es den Inhalt perfekt ab.


    „Rising Death“ eignet sich für Fans der Dystopie mit Zombies, also allem im klassischen Sinne, perfekt, die nie genug von neuen Menschen und Schauplätzen bekommen können und denen es nicht abgedreht in der Zusammenstellung der Überlebensgruppe sein kann. Leser die gerne innovative und neuartige Storys präsentiert bekommen möchten, die sie bisher noch nie gelesen haben, sollten besser die Finger davon lassen.

    Es geschieht selten, dass ich einem Buch das subjektive Prädikat „Pageturner“ verpasse, doch die „Sieben Pfeifer“ haben es sich redlich verdient.


    Die der Story zugrunde liegende Legende – oder besser der Aberglaube – existiert wirklich und hat selbst im Jahr 1874 ein paar Minenarbeiter noch davon abgehalten, in ihren Stollen zu fahren. Was dort damals wirklich gepfiffen hat, lasse ich einmal dahingestellt, doch die Grundidee der Höllenhunde, welche auf der Suche nach einer unfassbaren Seele für den Teufel sind, stammt nicht aus den Köpfen der beiden Co-Autoren Amber Benson und Christopher Golden, sondern ist in der englischen Folklore beheimatet.


    Die Geschichte hat nicht viel Zeit sich zu entwickeln, was bei 165 Seiten Umfang nicht verwunderlich ist, und man bekommt recht schnell die Protagonisten und die Bedrohung vorgestellt. Dies ist für den weiteren Verlauf des Ganzen nicht wirklich hinderlich, denn Golden und Benson schaffen es perfekt die notwendigsten Wissensdinge über Handlungsort und agierende Personen straff zusammenzufassen, ohne zu oberflächlich zu werden.


    Und somit ist der Pageturner eigentlich perfekt, denn Benson und Golden raffen alles in einem atemberaubenden Tempo zusammen, dem manche Autoren sicher noch hunderte von Seiten abgerungen hätten. Sie sparen nicht an gruseligen Momenten und die Beschreibung der neuenglischen Kleinstadt Kingsbury ist so genau ungenau, dass man sich schnell in ihr zurechtfindet, denn man beschränkt sich erfreulich auf wenige Schauplätze und wenige Protagonisten.


    Für diejenigen, die Amber Benson nicht kennen: Den meisten könnte sie als Schauspielerin in der Rolle der Hexe „Tara Maclay“ aus der Serie „Buffy – Im Bann der Dämonen“ bekannt sein. Sie hat noch diverse Regieführungen gemacht und scheint nun auch zu schreiben.


    Die 14,95€ sind, wie immer bei einem Golden-Buch aus dem Buchheim-Verlag, gut angelegt. Hardcover, mit geschwärzten Seitenrändern, Prägedruck auf dem Cover, Lesebändchen und einem Feeling, wie man es nur selten in der Hand halten kann.


    Ein gruseliger Zwischensnack, der es in sich hat und den man einfach in einem Rutsch durchlesen muss – was auch problemlos machbar ist.

    Ohne langes Zögern oder gar eine langwierige Vorrede, steigt Andreas Kohn sofort ins Geschehen ein. Die Zombies sind da. Punkt. Das lässt sich bereits aus den ersten Zeilen von Seite Eins herauslesen und so bleibt es auch.

    Die Geschichte an sich ist nicht wirklich neu, denn Horrorwestern sind eine zwar vernachlässigte, aber immerhin vorhandene Nische des Genres. Und somit erkennt man diverse Versatzstücke aus Trash-Movies, in denen Zombies im Wilden Westen angesiedelt worden sind um dem geneigten Zuschauer mal etwas anderes zu bieten.

    Doch mit Trash hat Andreas Kohns Erstling in dieser Richtung nur wenig gemein. Auch wenn ich nicht wirklich ein Fachmann für den Zeitraum der USA zwischen circa 1800er und 1870er Jahre bin, so scheint der Autor doch seine Recherche ernst genommen zu haben. Nichts wirkt deplatziert und die Erklärungen von Land, Leuten und Gegenständen erschien mir zu jeder Zeit logisch und nachvollziehbar.

    Zombies, eine unbekannte Fremde – die, sobald man weiß mit wem man es zu tun hat gar nicht mehr so fremd ist – und die eingeschränkten Möglichkeiten der damaligen Zeit, schaffen ein Flair, dem man nicht nur als Westernfan schnell erliegt.

    Die Charaktere der Geschichte sind nicht zu überzeichnet, die Beschreibungen der jeweiligen Handlungen in Punkto Brutalität nicht zu ausschweifend ins Eklige gezogen und das Tempo der ganzen Story ist weder zu träge noch zu schnell.

    Beim lesen der Geschichte kam mir stets in den Sinn das dieses Buch nicht aus monetären Gründen verfasst wurde, sondern scheinbar aus dem Umstand, dass sich der Autor mal an eine etwas andere Ecke des Horrors wagen wollte als die, welche man üblicherweise präsentiert bekommt.

    Karten, ein Glossar und ein Personenverzeichnis runden das Westernabenteuer der besonderen Art ab.

    Tote Autoren leben länger, oder zumindest ihr literarisches Legat.


    Als der „Der Krieg der Welten“ im Jahr 1898 unter dem Titel „The War of the Worlds – in Deutschland im Jahr 1901 – erschien, hätte sich sicher keiner der am Buch beteiligten Hersteller träumen lassen, dass auch heutzutage noch diverse Hähne nach der Geschichte krähen würden.


    Nun weilt H.G. Wells seit 1946 nicht mehr unter den Lebenden und somit sind seine Werke im Jahr 2016 rechtefrei geworden – auch wenn sich mir diese Regelung niemals wirklich erschließen wird. Dieses „Jubiläum“ brachte einige Neuausgaben und auch anderweitige Umsetzungen zutage – deutsche und englischsprachige Hörspiele, sowie eine Fortsetzung der Geschichte, welche von Stephen Baxter als offizielle Fortsetzung der Story des Altmeisters auf den Markt geworfen wurde.


    Baxter setzt vierzehn Jahre nach dem Ende er Invasion durch die Marswesen an und beschreibt den zweiten Kampf der Menschheit gegen die Invasoren aus dem eigenen Sonnensystem.


    Nun hat man es als zeitgenössischer Autor sicher schwer, sich gegen solch eine Überlichtgestalt wie H.G. Wells literarisch zu behaupten, doch versucht Baxter erst gar nicht dem Altmeister den Sand unter den Füssen weg zu graben, sondern bedient sich ausgiebig an dessen Stilmitteln und den bekannten Protagonisten des ersten Teils, welche das erste Massaker an der Bevölkerung Terras überlebt habe.


    Viele Namen kommen einem bekannt vor und wenn man sich dann des googlens bedient – da meine Lektüre des Originalromans irgendwann in den Neunzigerjahren des vergangenen Jahrtausends gelegen hat – um seine Erinnerung aufzufrischen, ist recht schnell klar, wieso Baxter den Weg des „die kennt man schon, also arbeite ich erneut mit ihnen“ gewählt hat.


    Doch nicht nur mit den Beteiligten scheint sich Baxter vorher wirklich ausführlich angefreundet zu haben. Seine Fortführung ist genau das – eine logische und in sich schlüssige Geschichte des „Wie könnte es weitergehen, wenn die Marsianer nicht klein beigeben würden?“. Ich konnte keine Anachronismen oder ähnliche Faux Pas entdecken und auch wenn ich auf solche insgeheim gehofft hatte, sie traten nicht auf.


    Klar, das ist Science-Fiction und in dieser Gattung der Unterhaltungsliteratur kann man sich alles so zurechtbiegen, wie es einem passt damit es eben passt. Doch Baxter verzichtet auf zu viel eigene Ideen und verlässt sich auch in der Wortwahl auf die bekannten Strukturen, welche Wells im Original vorgegeben hat. Man sollte sich jedoch damit abfinden, dass die Geschichte zu einer Zeit spielt, in der die heutige Sprache noch fast Einhundert Jahre weit entfernt ist und eben genau die Formulierungen und den Satzbau der 1920er als gegeben hinnehmen – so er denn damals so gewesen ist.


    Sicherlich kann sich heutzutage nicht jeder für diese Art von SF begeistern, denn was Baxter hier zu Papier gebracht hat entbehrt jeder Form von Hochglanzaliens, politischer Korrektheit in vielen Aussagen, jugendfreundlicher Schreibweise, untoter Bedrohungen oder anderen Dingen, welche der in den letzten Jahren boomenden Untergattung der Dystopie so viel Farbe und Leben verliehen haben.


    „Das Ende der Menschheit“ ist ein klassischer Roman im klassischen Stil nach dem Vorbild des nonplusultra Klassikers der dystopischen Literatur. So machen Fehler - den Baxter sich ab und an leistet, diversen Längen in der Erzählung - denn die Story ist alles andere als atemlos in der Spannung und dem nicht wirklich großen eigenem Einfallsreichtum des Autors, kann vergeben werden, denn das Feeling des Romans ist stimmig, wenn man in der Lage ist auch mal Fünfe gerade sein zu lassen.


    Wem ist das Buch also zu empfehlen?


    Jedem, der mal eine Pause von neuzeitlich dystopischer Literatur braucht und sich gerne auf fast altertümlich anmutende Dinge, Sprachweisen und Situationen einlassen kann. Den selbst wenn die Menschheit eine Menge aus der ersten Invasion gelernt hat, ist sie dennoch weit weg von einer Rasse von Raumfahrern, die bereit sind das Universum zu erobern.

    „Das erste Opfer eines Krieges, ist die Unschuld!“… oder so ähnlich.
    In Christoph Zachariaes Endzeitwelt des Ödlands herrscht Krieg und somit musste die ganze Geschichte über kurz oder lang auch vollkommen die Unschuld verlieren. Hagen und seine Truppen haben dies bereits vor dem ersten Kennenlernen getan und Mega absolvierte ihren Verlust in einer Nacht auf einer Brücke, indem sie einen Menschen tötete ohne angegriffen worden zu sein und ohne das wirklich Not bestand. Nicht nur Mega wunderte sich darüber, wieso sie dies mit solcher Präzision und ohne jede Art von Reue oder Gewissensbissen erledigen konnte, auch ich war ein wenig verwirrt, denn selbst am Ende von „Der Keller“ ist Megas Origin immer noch weit in den Schatten gelegen, statt vollkommen aufgeklärt worden zu sein.
    Kannibalismus, Gewalt, Brutalität und das reine Überleben des Stärkeren bestimmten zum Ende des ersten Bandes hin die Erzählung Zachariaes über das Schicksal der Enklave, in der Mega scheinbar erneut auf Hagen traf, und Megas Weg in die Welt des Ödlandes hinaus um für die Welt des „Kellers“ Utensilien zu besorgen, welche für deren Leben unabdingbar wichtig und notwendig waren.
    Doch belegt die Geschichte von Hagen und der Enklave, dass sich Megas Weg nicht mehr wirklich zurück zur Existenz im „Keller“ entwickeln sollte.
    Zachariae lässt im zweiten Band der fünfteiligen Serie alle Hunde von der Kette und lebt sich in ungeschönten Details aus, welche für solch eine Welt nur normal und vollkommen nachvollziehbar sind. So wirkt auch die Selbstbefriedigungsszene eines Soldaten, als er sich an der urinierenden Meg ergötzt und aufheizt, nicht verstörend, sondern passt ins Bild des Ödlandes, welches sich nach und nach immer unangenehmer ausbreitet.
    Da nun mittlerweile bekannt ist, dass sich die Saga um Meg auf fünf Bände erstrecken wird, ist klar, dass sich nicht viele Antworten im zweiten Teil der Geschichte einfinden. Da ich jedoch vermute, dass Zachariae noch eine Menge Asse im Ärmel hat, was die Weiterentwicklung von Land und Leuten angeht, gehe ich davon aus, dass er auch in den kommenden drei Teilen die Handlung so schnell vorantreiben wird, wie bisher gewohnt.
    Der zweite Teil schleißt qualitativ nahtlos an den Ersten an und somit wird weder der Spannung noch der Kontinuität ein Abbruch spendiert. Atemlose Endzeitaction für Leser, die sich mal von Zombies erholen und von Jugenddystopien distanzieren möchte.