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Heidi Cullinan ~ A Private Gentleman

A Private Gentleman

4 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Verlag: Samhain Publishing

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 284

ISBN: 9781609288983

Termin: Februar 2013

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  • Kurzbeschreibung Amazon (ohne den Spoiler am Ende): To seal their bond, they must break the ties that bind. Painfully introverted and rendered nearly mute by a heavy stammer, Lord George Albert Westin rarely ventures any farther than the club or his beloved gardens. When he hears rumors of an exotic new orchid sighted at a local hobbyist's house, though, he girds himself with opiates and determination to attend a house party, hoping to sneak a peek. He finds the orchid, yes...but he finds something else even more rare and exquisite: Michael Vallant. Professional sodomite. Michael climbed out of an adolescent hell as a courtesan's bastard to become successful and independent-minded, seeing men on his own terms, protected by a powerful friend. He is master of his own world-until Wes. Not only because, for once, the sex is for pleasure and not for profit. They are joined by tendrils of a shameful, unspoken history. The closer his shy, poppy-addicted lover lures him to the light of love, the harder his past works to drag him back into the dark. There's only one way out of this tangle. Help Wes face the fears that cripple him-right after Michael finds the courage to reveal the devastating truth that binds them.


    Handlung: Lord George Albert Westin trägt ein schweres Familienerbe: er gehört der Daventry-Dynastie an und muss somit in der Upper Class, in denen sich seinesgleichen bewegt, funktionieren. Doch er ist nicht nur introvertiert, schüchtern und orchideenvernarrt und daher wenig smalltalk-tauglich: er stottert auch noch und nimmt Drogen, um den Ansprüchen seiner Familie zu entfliehen und zu vergessen, was für ein Versager er ist! Sein despotischer Vater und auch der ältere Bruder schämen sich für ihn und verspotten sein Handicap. Einer allerdings versteht ihn. Der professionelle "Callboy" Michael Vallant, der Albert durch eine Verwechslung kennen lernt, ist ebenso ein Ausgestoßener der Gesellschaft und verliebt sich heftig in Albert. Die Zuneigung ist gegenseitig, und bald treffen sich Albert und Michael täglich, um durch London zu streifen, Alberts Orchideensammlung zu bewundern oder in Oxford die Bibliothek aufzusuchen - Michael ist trotz seiner extremen Kurzsichtigkeit ein leidenschaftlicher Bücherwurm. Ihre Liebe wird auf eine harte Probe gestellt, als Michael erfährt, wer Albert wirklich ist und daran zweifelt, ob er Albert je das tun lassen kann, was eigentlich zu seinem Beruf gehört...


    Meinung: "A Private Gentleman" ist ein typischer Roman dieses Genres von der eher soften Sorte. Gefühlvolle, blendend aussehende Männer, die sich ihrer Tränen nicht schämen, Mädchenfantasien (in manchen Passagen haben nur noch die Pferde und das rosa Barbieschloss gefehlt), ein arglistiger Vater, eine kluge toughe Frau, die zu Hilfe eilt, wenn es hart auf hart kommt und ein Ende mit Zuckerwatte. Trotzdem hat er mich gut unterhalten. Mir gefiel die Idee, dass beide Protagonisten psychisch und auch physisch nicht makellos sind und an ihren jeweiligen Traumata zu zerbrechen drohen. Michaels Gespenst wird erst durch die Begegnung mit Wes wieder lebendig, während der Grund für dessen Stottern von Mrs. Brannigan, einer zugereisten Amerikanerin, entdeckt wird, die sich darauf spezialisiert hat, Menschen in Not zu helfen und ein ähnliches Schicksal wie Wes durchmachen musste. In dieser Hinsicht fand ich die Geschichte erstaunlich psychologisch und gut durchdacht. Einige Stellen waren zwar fast zu viel des Guten und besonders das Ende sehr melodramatisch, doch ist irgendwie logisch und auch wohltuend in diesem Setting, von großen Emotionen zu lesen. In einer Szene bringt Michael Wes dem gesellschaftlich ungeschickten Wes das Tanzen bei, und obwohl das kitschig sein könnte, bringt die Autorin die metaphorische Bedeutung gut zum Ausdruck. Wes war mir - genau wie Michael - nicht immer sympathisch, aber ich habe mich gefreut, als er nicht mehr so privat sein musste, wie ihm seine Familie vordiktiert hat. [


    Fazit: Sicherlich ein guter Einstieg in dieses Genre. Die Sex-Szenen sind detailreich, aber nicht zu viel, da Michael bis zuletzt "Ladehemmung" hat (was manchen Hard Core-Leser evtl. ungeduldiger werden lässt als Wes). Die Geschichte baut sich mehr auf die Figuren und die Handlung auf als auf Sex, wobei die nicht gerade vor Action strotzt. Die Autorin ergeht sich viel in Beschreibungen, doch meiner Ansicht nach passt das zur Geschichte und macht sie lebendiger.


    Bewertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

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