Wolf Lotter, Zivilkapitalismus. Wir können auch anders

  • Der Autor des vorliegenden Buches, der Publizist und Essayist des Wirtschaftsmagazins „brand eins“, Wolf Lotter, will gegen alle Widerstände seine Leser davon überzeugen, dass es sich lohnt, über Wirtschaft, über Ökonomie, über den Kapitalismus zu sprechen, Denn die allfällige Missachtung bis hin zur offenen Ablehnung vieler Bürger nimmt ihnen die Chance, als mündige und aktive Teilnehmer und Beteiligte einer Zivilgesellschaft Einfluss zu nehmen, sich zu engagieren und so beizutragen zu einer besseren Gesellschaft für alle, die er, basierend auf der sozialen Marktwirtschaft, Zivilkapitalismus nennt.
    Eine „Zivilgesellschaft bedeutet eine radikale Abkehr vom Prinzip der Bevormundung und Fürsorge. Zivilgesellschaft ist Selbstbewusstsein, und das ist ohne die Fähigkeit, sich selbst zu bestimmen, nicht machbar.“ Dazu braucht man aber Informationen, Informationen, die Lotter in seinem Buch in großer Fülle liefert und diskutiert, denn „eine Gesinnung ist eine Meinung, der die Informationen fehlen, um zu einer Haltung zu werden.“ Weil wir wenig Lust und Motivation haben, uns mit ökonomischen Fragen zu beschäftigen, brechen Krisen wie Schicksalsschläge über uns herein und lassen uns nach der ordnenden Hand der Politik rufen.
    Lotter vertraut nicht darauf, dass die Politik es schon richten wird. Sondern er setzt auf zivilgesellschaftliches bürgerliches Engagement, dessen Essenzen er in zehn Bezeichnungen beschreibt:
    1. Wir sind erwachsen
    2. Wir sind selbstbestimmt
    3. Wir ermöglichen Zugänge
    4. Zivilkapitalisten gehören sich selbst
    5. Zivilkapitalismus ist eine Graswurzelbewegung
    6. Zivilkapitalismus ist Realwirtschaft
    7. Zivilkapitalismus ist Interesse am Anderen
    8. Zivilkapitalismus stärkt die Übersichtlichkeit
    9. Zivilkapitalisten sind fortschrittlich
    Zusammenfassend zitiert er als Aufgabe Leo Tolstoi: „Damit die Lage der Menschen besser wird, müssen die Menschen selbst besser werden.“


    Es ist gut und wohltuend, dass endlich wieder jemand diese Forderung erhebt und Menschen ermutigt, selbst für ihre „Besserung“ zu sorgen, anstatt nur nach der Wohlfahrt zu rufen.

  • Wieso ist das Buch hier gelandet? Wurde das Buch nicht als Sachbuch vorgestellt?


    Das Thema des Buches ist nicht neu und in Prinzip geht es um Zivilcourage. Ich finde, dass der Titel schlecht gewählt ist. Er schreckt mehr ab als das er zu Lektüre animiert. Auch das Buch-Cover ist schrecklich, sehr propagandistisch, aufreißerisch und wenig einladend.


    Wie lautet eigentlich die zehnte Bezeichnung? Die fehlt hier. Wie wäre es mit zivilrechtlicher Courage?