Scott Thomas - Kill Creek

  • Kurzmeinung

    Kapo
    Vielleicht ein klein wenig zu vorhersehbar, ansonsten eine Blaupause für einen tollen Haunted-House-Roman
  • Kurzmeinung

    Ambermoon
    Abgefahrenes Horrorhous-Feeling, welches mich begeistern konnte.
  • Am Ende einer langen Straße mitten im ländlichen Kansas liegt einsam und verlassen das Finch House. Es ist berüchtigt, schließlich ereilte jeden seiner Bewohner einst ein grausames Schicksal. Könnte es eine bessere Kulisse geben, um die vier erfolgreichsten Horrorautoren der USA zu einem Interview zusammenzubringen und das ganze live im Internet zu streamen? Was als harmloser Publicity-Spaß beginnt, entwickelt sich schnell zum Albtraum für alle Beteiligten. Denn es kommen nicht nur die dunkelsten Geheimnisse der vier Schriftsteller ans Tageslicht, auch das Finch House selbst hütet ein dunkles Geheimnis. Aber anders als die vier Autoren möchte es dieses nicht für sich behalten. Und schon bald gibt es den ersten Todesfall ... (Klappentext)

    ✯✯✯✯✯


    "Diejenigen, die daran vorbeigingen und mit einer lebhaften Fantasie gesegnet waren, berichteten schon bald von unheimlichen Lichtern in den Fenstern, von einem Heulen in der Nacht, von umherstreifenden Gespenstern und einer Frau, deren aufgeknüpfter Leichnam an einem Ast der alten Buche baumelte ..."
    (S. 364)


    Es gibt Häuser, welche man ansieht und weiß, dass diese ein Traumhaus für einen wären, ohne sie von innen je gesehen zu haben. Häuser, die von außen schon Gemütlichkeit und eine heimelige Atmosphäre versprühen und die man vom Fleck weg kaufen würde, wenn man nur das Geld dafür hätte.

    Und dann gibt es Häuser, welche einem Gänsehaut über den Rücken laufen lassen, wenn man nur an ihnen vorbeifährt. Die drohend vor einem aufragen, eine dunkle und bösartige Aura ausstrahlen und über deren Schwelle man um alles Geld der Welt nicht treten würde.


    Das Finch House in Kansas gehörte im Jahre 1859 zu Ersterem und wurde in nur wenigen Jahren zu Letzterem, als in ihm das erste Mal Blut vergossen wurde. Seinen Namen erhielt es jedoch erst viel später in den 70ern durch die 68-jährigen Zwillingsschwestern, welche das Haus renovierten und zu ihrem Zuhause machten.

    Schon damals rankten sich düstere Gerüchte und Legenden um dieses Haus, doch die beiden Schwestern störte das nicht. Im Gegenteil - bis zu ihrem Tod verließen sie das Haus nicht, schienen mit dieser bösartigen Aura regelrecht zu verschmelzen. Die Finch-Schwestern waren die letzten Bewohner. Niemand wollte mehr die Schwelle dieses Hauses betreten, in dem das Böse zu wohnen scheint. Dieses Haus scheint SELBST das Böse zu sein und somit wurde es zum berühmtesten Spukhaus Amerikas um das sich düstere Mythen und Geheimnisse ranken, welche bis heute bestehen.


    So ein Haus eignet sich doch hervorragend für eine ganz besondere Halloween-Kampagne. Vier Horrorautoren sollen in diesem berüchtigten Spukhaus zwei Tage verbringen, um während dieses Aufenthaltes interviewt zu werden.

    Sebastian Cole ist ein wahres Urgestein unter den Horrorautoren, ebenso der tiefreligiöse David Slaughter. Sam McGarver ist Ende 30 und hat sich ebenso als Autor von Horrorromanen im klassischen Stil einen Namen gemacht, während die junge Autorin T.C. Moore erotische Horrorsplatter am laufenden Band produziert.

    Alle vier erhielten eine Einladung eines gewissen Mr. Wainwright, der dafür berühmt und berüchtigt ist abgefahrene und ebenso unberechenbare PR-Aktionen zu starten. Und somit begeben sich alle in das Finch-Haus, welches nur auf sie gewartet zu haben scheint. Das Haus und das Böse in ihm sind erwacht, es verfolgt sie bis nach Hause und es ist noch lange nicht fertig mit ihnen.


    "Als die Zeiger auf genau acht Minuten nach ein Uhr standen, erwachte das Haus. Es war zu dem plötzlichen und unumstößlichen Schluss gekommen, dass die Zeit reif war. Es hatte lange genug gewartet. Das Spiel konnte beginnen."
    (S. 243)


    Man erhält Einblick in die Perspektive fast aller Beteiligten und somit auch in ihre Vergangenheit, wobei Sam und T.C. deutlich im Vordergrund stehen. Stück für Stück werden so ihre dunkelsten und tiefsten Geheimnisse aufgedeckt und auch das Haus offenbart auf diese Weise SEINE Geheimnisse.

    Der Schreibstil ist flüssig, absolut fesselnd und es eröffnet sich einem eine Geschichte ganz im Stile der so beliebten Horrorhouse-Filme wie z.B. "Amityville" und "The Shining". Im Gegensatz zu den Filmen besitzt dieser Horrorroman jedoch etwas mehr Tiefe und es beginnt alles eher gemächlich.

    Dies gestaltet sich aber keineswegs langweilig. Man lernt die Protagonisten kennen und erhält die ersten Einblicke in deren Leben, ihre Sorgen und bruchstückhaft auch in ihre Traumata und Vergangenheiten. Auch die Geschichte des Finch-Hauses lernen wir kennen und die Bedrohung und Düsternis ist von Anfang an allgegenwärtig.

    Wie auch die Protagonisten, werden wir Leser von diesem Haus verfolgt und spüren dessen Macht auf jeder einzelnen Seite. Daher gestalten sich die anfangs eher ruhigeren zwei Drittel keineswegs langwierig oder weniger gruselig.


    Der wahre Horror beginnt jedoch erst im letzten Drittel und das auf fantastische und auch blutige Weise. Hier wird dann für Gänsehaut und Ekelszenen gesorgt, welche sich mit überraschenden Wendungen abwechseln und einen regelrecht mitreißen.

    Das Ende gestaltet sich so wie es sich für einen wahren Horrorroman gehört und so findet dieses Buch einen äußerst gelungenen Abschluß. Für mich also quasi ein Happy End, wenn auch ein böses *muahahaha*


    "Etwas quietschte hinter ihm. Der Rollstuhl rollte ein kleines Stück nach vorne. Er hörte das leise Trippeln von Schuhen auf dem Boden. Plötzlich ereilte ihn die untertrügliche Gewissheit, dass jemand hinter ihm stand, ihn beobachtete, darauf wartete, dass er sich umdrehte. Er spürte förmlich, dass Augen auf ihm ruhten, lauschte konzentriert und glaubte, leisen Atem zu hören."
    (S. 425)


    Fazit:

    Endlich wieder einmal ein Horrorroman, der selbst mich mit den Ohren schlackern ließ.

    Mit diesem Buch hält man eine abgefahrene Story in den Händen, welche ein tolles Horrorhouse-Feeling bereit hält und das obwohl es sich anfangs noch eher ruhig gestaltet. Jedoch wird bereits hier schon für den ein oder anderen Gänsehautmoment gesorgt. Im letzten Drittel holt der Autor jedoch zum gewaltigen Schlag aus und ich flog durch die Seiten, welche den wahren Horror, inklusive Ekelszenen für mich bereit hielten. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Dieses Buch ist keinesfalls etwas für sensible Mägen und schwache Nerven. Ich hingegen liebe es! Und somit ende ich mit einem Lovecraft-Zitat:


    "Die älteste und stärkste Emotion des Menschen ist Furcht, und die älteste und stärkste Form der Furcht ist die Angst vor dem Unbekannten."
    (H.P. Lovecraft)


    © Pink Anemone (inkl. Leseprobe, Autoren-Info und Reading-Soundtrack)
  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Scott Thomas - Kill Creek - Kill Creek“ zu „Scott Thomas - Kill Creek“ geändert.
  • Klappentext:

    Am Ende einer langen Straße mitten im ländlichen Kansas liegt einsam und verlassen das Finch House – das berühmteste Spukhaus der USA. Könnte es eine bessere Kulisse geben, um vier erfolgreiche Horrorautoren an Halloween zu einem Interview zusammenzubringen? Doch was als PR-Gag beginnt, entwickelt sich schnell zum Albtraum. Denn die finsteren Mächte im Finch House drängen nach draußen, und schon bald gibt es den erste Todesfall...



    Inhalt:

    Wainwright möchte zu Halloween ein Livespektakel für seine Fernsehshow WrightWire produzieren. Dafür wendet er sich an vier amerikanische Bestseller-Autoren, die alle ihren eigenen Stil haben, was das Horrorgenre angeht. Diese möchte er interviewen. Es soll aber kein normales Interview werden. Dieses soll zwei Tage dauern und in einem bekannten Spukhaus, dem „Finch House“ stattfinden, in dem sie auch übernachten werden. Die vier lassen sich darauf ein, da es in der Karriere derzeit nicht ganz rosig läuft und sie sich durch das Live-Interview mehr Publicity erhoffen. Anfangs wirkt das Haus ganz ungefährlich, doch das Böse lauert schon und wartet nur darauf zuzuschlagen. Als es dann zu einem Todesfall kommt, ist es schon zu spät und das Böse hat sich einen Weg gebahnt.



    Meine Meinung:

    Die Geschichte ist in 5 Kapitel unterteilt und wird innerhalb einer Zeitspanne von ca. 1, 5 Jahren erzählt. Der Schreibstil von Scott Thomas hat mich gleich in den Bann gezogen, er ist flüssig und fesselnd. Als ich das Buch das erste Mal in der Hand hielt, dachte ich, dass ich für dieses Werk wohl wirklich lange brauchen werden. Doch ich wurde eines Besseren belehrt, da ich nur so durch die Seiten geflogen bin.


    Die Charaktere waren sehr interessant. Wir haben Sam, der den größten Part innehat und man ihn als Hauptperson bezeichnen könnte. Er hat sich gerade erst von seiner Frau getrennt und steckt derzeit in einer Schreibblockade. Ganz im Gegenteil zu T. C. Moore, die ein Buch nach dem anderen schreibt, aber trotzdem nicht wirklich zufrieden ist. Ihre Geschichten sind meist pervers und mit vielen sexuellen Anspielungen. Ich fand sie unter den ganzen Autoren wirklich sehr erfrischen. Daniel Slaughter ist ein tiefst Gläubiger Mensch, was ja eigentlich gar nicht zu seinem Beruf als Horror-Autor passt und genau das macht ihn zu einem spannenden Charakter. Zum Schluss haben wir noch den konservativen Sebastian Cole, eine Legende unter den Autoren, den ich jedoch nie so richtig einschätzen konnte.


    Die Handlung an sich hat so eine unterschwellige Spannung und es war von Anfang an eine intensive düstere Atmosphäre. Anfangs bekommt man viele Informationen über die Autoren und ihr Leben. Aber es wurde trotzdem nie langweilig und die Geschichte hat sich an keiner Stelle in irgendeiner Weise gezogen. Der richtige Horror beginnt dann erst im letzten Drittel des Buches. Hier wird es dann blutig und grausam.



    Fazit:

    Ein toller Roman, der mich mit seiner düsteren Atmosphäre, der unterschwelligen Spannung und den speziellen Charakteren begeistern konnte. Jedoch hätte für mich persönlich das Haus an sich noch etwas mehr in den Vordergrund rücken können. Ich hätte mir hier noch mehr Informationen gewünscht. Aber ansonsten ein wirklich gelungenes Werk dem ich gerne :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: gebe und eine klare Leseempfehlung für Fans des Horrorgenres ausspreche.

    "Es gibt mehr Schätze in Büchern als Piratenbeute auf der Schatzinsel. Und das Beste ist, du kannst diesen Reichtum jeden Tag deines Lebens genießen."
    (Walt Disney)









  • "Kill Creek" war ein irgendwie ziemlich klassisch gehaltener Horrorroman über ein verfluchtes Haus und den Einfluss, den es auf verschiedene Personen hat. Dabei kommen eigentlich sämtliche Stilmittel erfolgreich zum Einsatz, an die man bei einem "Haunted House" denkt: Stimmen, Geräusche, Erscheinungen, Wahnvorstellungen, unheimliche Präsenzen, die "Übernahme" von Menschen von etwas Bösem, das Haus wird quasi als Lebewesen gesehen und es hat eine unheimliche Vergangenheit. Etwas Neues hat Scott Thomas somit nicht wirklich erschaffen, aber das was er sich überspitzt gesagt zusammengeklaut hat, hat er wirklich hervorragend eingesetzt und jagt dem Leser den ein oder anderen Schauer über den Rücken. "Kill Creek" ist in meinen Augen ein nahezu perfektes Buch für einen düsteren November. Die blutigen Szenen am Ende hätten in meinen Augen nicht einmal sein müssen und wirkten fast wie ein Fremdkörper. Die Charaktere gehen für mich als knapp über dem Durchschnitt durch. Sie waren gut ausdefiniert, aber auch nicht zu tiefgehend. Einzig Moore war mir in vielen Augenblicken zu menschenfeindlich und zickig.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Auch für mich war das ein solider Horrorroman mit einigen Gruselmomenten, ganz besonders in der ersten Hälfte des Buchs. In der zweiten Hälfte wurde der Horror dann eher durch Blut und Ekel erzeugt, was mir persönlich nicht mehr ganz so gut gefallen hat.


    Ich fand den Anfang des Buchs sehr interessant: vier bekannte Horrorautoren treffen sich zu einem Interview in einem bekannten Spukhaus. Natürlich bleibt das nicht ohne Folgen. Letztendlich kann ich aber Kapo nur zustimmen, dass der Autor uns hier mit keiner Zeile etwas Neues oder Unbekanntes vorsetzt, sodass es insgesamt recht vorhersehbar war.


    Die Charaktere waren interessant, auch wenn kaum Sympathieträger dabei waren.


    Der Epilog gefiel mir am Ende dann nochmal richtig gut.


    Wenn ich es der Danksagung richtig entnommen habe, arbeitet(e) Scott Thomas beim Fernsehen, was die Erklärung dafür sein könnte, dass ich während des Lesens permanent das Gefühl hatte, ein Drehbuch bzw. eine exakte Vorlage für einen Film zu lesen.


    Ich habe es aber gerne gelesen und vergebe daher gute :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: für ein Buch, das mir immer wieder mal einen Schauer über den Rücken gejagt hat, allerdings keine wirklich neuen oder außergewöhnlichen Ideen hat.