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Angela McRobbie - Top Girls: Feminismus und der Aufstieg des neoliberalen Geschlechterregimes

    • Sachbuch

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    Top Girls: Feminismus und der Aufstieg d...

    von

    (0)

    Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 228


    ISBN: 9783531162720


    Termin: März 2010

    • Angela McRobbie - Top Girls: Feminismus und der Aufstieg des neoliberalen Geschlechterregimes

      Momentan lese ich "Top Girls. Feminismus und der Aufstieg des neoliberalen Geschlechterregimes" von Angela McRobbie.
      Das Thema des Buches scheint ziemlich interessant ! Die Autorin McRobbie geht von einer sehr strengen Trennung des Feminismus und des Postfeminismus aus, die sich beide stark widersprechen. Der Feminismus habe sehr viel für die Frauen als gesellschaftliche Gruppe getan. Doch dieser gehöre nun der Vergangenheit an. Denn viele oder sogar die meisten der westlichen Frauen verkaufen ihre WIRKLICHEN Rechte als eigene Subjekte durch andere kleinere Vorteile: Möglichkeit zum Berufserwerb, Freiheit in ihrer Sexualität und die Option zur Selbständigkeit. Doch im Gegenzug für diese Rechte müssen die westlichen Frauen Abstand vom Feminismus nehmen und ihn öffentlich lächerlich machen und ihn als Vergangenheit betrachten (dabei verweist sie beispielsweise auf Bridget Jones, Sex and the City und Allvy McBeal). Das ist der Postfeminismus.

      Die Grundgedanken finde ich ziemlich spannend, da ich selbst manchmal das Gefühl habe, dass unglaublich viele Personen (m/w) sich vom Feminismus distanzieren, als wäre er ein heißes Eisen. Sogar in Bereichen, die bis heute noch definitiv sexistisch sind und so. Frei nach dem Motto: "Ich sehe das auch so, aber um Gottes willen, ein Feminist bin ich nicht."
      Allerdings habe ich das Gefühl, dass die Autorin etwas verbittert wirkt. Man möchte fast meinen, sie halte Frauen für Verräter an der Gesellschaftsgruppe der Frauen (was auch immer das sein mag). Das scheint sie etwas verbittert zu haben. Sehr oft bindet sie auch biographische Erfahrungen ein, wie sie eine offensichtliche Benachteiligung von Frauen deswegen halb toleriert habe, weil sie sich daraus eine beidseitige Kompromisshaltung versprochen habe. Was ja ganz nett ist. Aber aus diesen Kurzexkursen quellt quasi ihre Enttäuschung hervor.
      Außerdem nennt sie immer wieder jemanden als Bösen, der mit diesen Postfeministinnen (den Top Girls) diesen Kompromiß schließt (Aufgabe feministischer Gedanken gegen Privilegien). Doch es bleibt beim "Jemand". Wer das genau sein soll, weiß ich (noch ?) nicht. Irgendeine neoliberale Schicht wird immer genannt oder irgendwelche neoliberalen Institutionen. Doch das bleibt echt schwammig.

      Hab bisher etwa ~1/4 gelesen, also 55 Seiten. Mal sehen, wohin das ganze führt. Nur mit einer Sache hab ich noch so ein Problem. Warum müssen Gesellschaftswissenschaftler immer so schreiben, als wollten sie nicht, dass IRGENDJEMAND sie versteht ? <.< Das ist echt anstrengend. Sie könnte bestimmt viel leserlicher schreiben, wenn sie es wollte. >.> Ich bin fast geneigt, das Buch deswegen abzubrechen, obwohl mich das Thema echt interessiert.
    • Hab das Buch nun fast durch und eventuell hat sich meine Meinung etwas geändert.

      McRobbies grundlegende Enttäuschung über die heutigen Frauen stört mich noch genauso hart, wie ihre "früher war alles besser"/"früher war der Feminismus besser"-Mentalität. Dass sie dauernd allen hetigen Frauen indirekt den Vorwurf macht, Verräter am wahren Feminismus zu sein, macht das ganze auch nicht unbedingt besser. Außerdem habe ich so das Gefühl, als würde sie allen Männern vorhalten, sie könnten nichts von ihren unfairen Privilegien an Frauen abgeben, und würden den Patriarchat um jeden Preis aufrecht erhalten wollen (momentan in Form des Gender Mainstreaming und der Schönheitsideale).

      OKAY, der "was mich stört"-Absatz wurde doch länger als gedacht. Tatsächlich finde ich doch ziemlich viel an dem Buch fragwürdig. ABER. Sie bringt auch ein paar gute Gedanken. Die grundsätzliche Kritik am Schönheits-Hype ist auch mir sehr wichtig ! Dass Geschlechterordnungen und -klassen durch makeover reality shows weiterhin zementiert werden, finde ich auch eine sehr bemerkenswerte Beobachtung.
      Was auch eine sehr positive Überraschung war, waren ihre persönlichen Erfahrung aus ihren eigenen feministischen Seminaren in London, in denen sich für den Master-Studiengang liberale junge Frauen aus der ganzen Welt getroffen haben.

      Also grundsätzlich ist mir das Buch zu spekulativ und manchmal zu einseitig, aber einige Grundgedanken sind durchaus klug, finde ich.
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