Beiträge von SillyT

    Netter Roman für zwischendurch

    1949: nach dem die beiden Schwestern Helga und Margarete ihre Eltern verloren haben, wagen es die beiden jungen Frauen und gehen kurzentschlossen als Hilfsarbeiterinnen nach Island. Beide sind fasziniert von der rauen Landschaft Islands und auch von deren Bewohner. Schnell fühlen sie sich wohl hier und es scheint, als würden sie für immer bleiben wollen.

    2017: Gemeinsam mit ihrer Tochter Leonie und ihrer Oma Margarete macht sich Pia auf den Weg nach Island. Hier wollen sie den neunzigsten Geburtstag von Margaretes Schwester Helga feiern. Viele Jahrzehnte ist es her, dass sich die beiden Frauen voneinander entfernt haben. Doch was ist damals in Island geschehen, dass die Schwestern, die immer zusammenhalten wollten, sich so entzweit hatten?

    Meine Meinung

    Ich mag Familiengeschichten, die auf zwei Zeitebenen spielen und diese hier klang noch etwas anders, da die beiden Protagonistinnen der Vergangenheit noch leben und sich ihren Geheimnissen stellen können.

    Der Einstieg in den Roman fällt sehr leicht, denn Karin Baldvinsson erzählt flüssig und klar. Dabei zaubert sie auch ein ganz besonders Bild der Landschaft Islands und man möchte selbst einmal die Fjorde und die Islandpferde erleben. Mir hat der Ausflug in den Norden auf jeden Fall gut gefallen.

    Auch sonst bietet diese Geschichte leichte und durchweg gute Unterhaltung. Allerdings war es mir auch ein wenig zu vorhersehbar. Viele der verschiedenen Wendungen habe ich schon weit im voraus gesehen und konnte somit leider nicht mehr überrascht werden. Trotzdem mochte ich den Roman, der sich an einem Nachmittag auf dem Sofa weglesen ließ. Wie gesagt, ist dies vor allem der wirklich schöne Schreibstil der Autorin, der es leicht macht, durch die Seiten zu fliegen.

    Erzählt wird die Geschichte abwechselnd auf zwei verschiedenen Zeitebenen, einmal ab dem Jahr 1949, in dem die Schwestern Helga und Margarete nach Island kehren und einmal im Jahr 2017, in dem Margarete nach vielen Jahren gemeinsam mit Enkelin und Urenkelin nach Island zurückkehrt. Während der Zeitstrang der Vergangenheit ausschließlich aus Margaretes Perspektive geschildert wird, steht in der Gegenwart ihre Enkelin Pia im Vordergrund. Diese lernt auf Island Ragnar kennen, dessen Sicht wir auch miterleben dürfen. Schnell wird hier klar, dass die beiden sich voneinander angezogen fühlen, doch beide sind auch gebrannte Kinder, die bereits gescheiterte Beziehungen hinter sich haben.

    Die Zeichnung der Charaktere hat mir ganz gut gefallen, bleibt aber alles in allem noch ein wenig oberflächlich. Gerne hätten die Gedanken der unterschiedlichen Protagonistinnen noch deutlicher hervorgehoben werden können. So blieben sie mir eher etwas fern und ich blieb mehr der Beobachter des Geschehens. Trotzdem waren sie mir sehr sympathisch und konnte vor allem viele Gedankengänge Pias nachvollziehen.

    Margarete erschien mir in den Rückblicken eine sehr sympathische und vor allem zu allem entschlossene junge Frau zu sein. Die Jahre, die sie im Streit mit ihrer Schwester von dieser getrennt verbracht hat, schien sie mürrisch zu machen. Doch auch da gibt es eine Entwicklung, die zwar vorhersehbar, aber glaubwürdig ist.

    Mein Fazit

    Alles in allem ein netter Roman für ein paar gemütliche Lesestunden. Zwar bleibt die Handlung über weite Teile vorhersehbar, liest sich aber trotzdem gut und unterhaltsam. Es ist zwar keine Geschichte, die noch lange in mir nachhallen wird, doch für entspannende Unterhaltung durchaus ein zu empfehlendes Buch. Wer Familiengeschichten auf zwei Zeitebenen mag, wird sich auch mit Karin Baldvinssons Roman sehr wohl fühlen.


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    Eigentlich war Helsingborg immer ein sehr idyllischer Ort, doch diese Zeiten scheinen vorbei, denn eine Serie grausiger Morde erschüttert die Stadt. Dabei ist Ermittler Fabian Risk eigentlich gerade mitten in einer absolut verdienten Auszeit, in der er sich um seine Familie, insbesondere seine Kinder, kümmern wollte. Doch Fabian ist mit Leib und Seele Polizist und so widmet er sich nicht nur in seiner Freizeit dem rätselhaften Freitod seines Kollegen, sondern beginnt auch in der Mordserie zu ermitteln.

    Meine Meinung

    Mit 10 Stunden tot erschien der bereits vierte Thriller aus Stefan Ahnhems Feder und auch hier steht Ermittler Fabian Risk wieder im Mittelpunkt. Gleich vorweg möchte ich allerdings betonen, dass dieser Thriller ohne Kenntnisse der Vorgänger sehr schwer zu lesen sein wird, denn gerade der Fall, den Risk in seiner Freizeit verfolgt, benötigt zum Verständnis einige Vorkenntnisse. Hat man allerdings diese, erhält man mit 10 Stunden tot einen sehr spannenden Pageturner, der an die Seiten fesselt.

    Stefan Ahnhem hat einen sehr direkt und klaren Schreibstil, der es leicht macht, sich das Geschehen bildlich vorzustellen. Das allerdings ist nicht immer etwas für schwache Nerven, denn so manch eine Vorstellung war äußerst grausam.

    Was den Thriller etwas anspruchsvoller gestaltet, sind viele verschiedene Erzählstränge, die ein wenig Aufmerksamkeit des Lesers fordern und die teilweise auch vergangene Ereignisse aufgreifen. Ahnhem lässt hier nicht nur verschiedene Ermittler, wie z. B. Fabian Risk in den Mittelpunkt rücken, sondern gibt auch den Opfern und Tätern eine Stimme. Zugegeben, die Gedankengänge des Täters zu folgen, war nicht leicht, aber genau so sollte dieses wohl auch dargestellt werden, um ein wenig das kranke Hirn herauszukristallisieren.

    Die Fälle waren thematisch aktuell gestaltet und die spannenden Ermittlungen hielten von Anfang an das Tempo hoch. Die Atmosphäre ist recht düster, teils bedrohlich und da hier nach wie vor nicht alle lose Fäden ein passendes Ende erhalten, bin ich bereits jetzt gespannt auf die Fortsetzung der Reihe. Die Handlung bleibt unvorhersehbar und immer wieder verblüfft der Autor mit seinen Wendungen.

    Die Charaktere sind zu einem Teil aus den vorherigen Bänden bekannt. Ja, zugegeben, Fabian Risk ist auf seine Art ein wenig stereotypisch, wobei er tatsächlich vom ersten Buch bis jetzt eine sehr glaubhafte Entwicklung zeigt. Was seine Arbeit bei der Mordkommission angeht, ist Risk nach wie vor mit vollem Einsatz dabei, doch im privaten Bereich türmen sich die Probleme und Sorgen. Auch bei den anderen Ermittlern gibt es Einblicke in die privaten Entwicklungen und alles in allem zeichnet der Autor seine Figuren deutlich und glaubhaft. Auch hier bin ich sehr auf weitere Entwicklungen gespannt.

    Mein Fazit

    Für Fans der Reihe ist auch 10 Stunden tot ein absolut spannender und lesenswerter Pageturner. Wer aufmerksam bleibt und auch weiß, worauf der Autor hier aufbaut, wird nicht enttäuscht sein. Von Beginn an fand ich die Handlung sehr spannend und fesselnd. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und man hat, gerade bei den bereits bekannten Personen, hier eine gelungene und glaubwürdige Entwicklung. Spannender und aktueller vierter Band einer Reihe, den ich gerne empfehle.


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    Nachdem Faye ihrem Leben in Fjällbacka entkommen ist, sucht sie in der Stadt ihr Glück. Hier trifft sie auf den jungen und erfolgreichen Jack Adelheim und verliebt sich unsterblich in ihn. Sie heiraten und bekommen eine Tochter, das Geschäft könnte nicht besser laufen und sie schwimmen regelrecht im Geld. Doch Faye ist nichts mehr weiter als Jack hörig, versucht ihm jeden Wunsch von den Lippen abzulesen und kann es ihm letzten Endes doch nie recht machen. Statt Liebe erntet sie Verachtung, statt Geborgenheit nur Kälte und auf einmal ändert sich alles in Fayes Leben.

    Meine Meinung

    Normalerweise greife ich bei Büchern der Autorin Camilla Läckberg blind zu, denn bisher sind ihre Geschichten doch so gut wie immer ein Garant für Spannung. Doch dieses Buch ist einmal kein Thriller, sondern eher ein Roman rund um das Thema Betrug, Verrat und Rache. Wer also mit der Erwartung an diese Geschichte geht, einen der typischen Läckberg Thriller zu erhalten, könnte enttäuscht werden.

    Das Buch beginnt gleich recht spannend und macht neugierig, was da geschehen sein könnte. Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt sehr flüssig und einnehmend. Eins muss man Camilla Läckberg einfach lassen, sie kann mit Worten umgehen.

    Die Geschichte wird in drei Teilen erzählt, dabei springt man innerhalb der drei Teile zwischen Vergangenheit und Gegenwart und bekommt zu Beginn der einzelnen Teile auch kurze Einblicke in die Zukunft. Allerdings bietet die Geschichte nicht unbedingt die großen Überraschungen, zumindest nicht, was die Vergangenheit der Protagonistin Faye angeht. Hier war so manches vorhersehbar, aber es gab auch den ein oder anderen Moment, der mich überraschte. Doch auch hier gibt es ein “Aber”, denn gerade was Fayes Rachepläne angeht, läuft mir das alles zu glatt. Ich bin jedoch auch hier hin- und hergerissen, denn im Grunde hat mich die Geschichte trotz meiner Kritik auch gut unterhalten.

    Protagonistin Faye, aus deren Sicht wir hier das Geschehen durch einen dritte Person Erzähler verfolgen, war mir mal sympathisch, mal nicht. Genauso, wie es mir mit der Handlung ging, ging es mir auch mit ihr. Sie hat sich auf jeden Fall immer wieder und wieder gewandelt, was mir dann doch wieder gut gefallen hat. Ich konnte mir auf jeden Fall vorstellen, warum sie wie handelt, zumindest ab dem zweiten Teil. Denn ihr Mann Jack ist ein furchtbarer Mistkerl, bei dem ich wirklich immer wieder dachte: tu dir das nicht an, dieser Kerl ist es einfach nicht wert. Mir fällt es einfach immer sehr schwer, nachvollziehen zu können, warum manche Frau einfach sich selbst aufgibt, um ihren Mann zu gefallen. Diesen Aspekt hat Läckberg wiederum gut ausgearbeitet.

    Mein persönlicher Lieblingscharakter ist Nebenfigur Chris, Fayes beste Freundin. Sie hält zu Faye in jeder Situation und ist lebenslustig und sympathisch.

    Alles in allem gab es nur eine recht geringe Anzahl an Figuren, die auf das Geschehen einwirkten. Doch letzten Endes blieben diese eher vorhersehbar und blass. Gerade in diesem Bereich hätte es noch ganz viel Potential und Möglichkeiten gegeben, um noch mehr Spannung zu erzeugen.

    Mein Fazit

    Ich bin doch ziemlich zwiegespalten, was meine Meinung zu Golden Cage betrifft. Zwar hat mich das Buch recht gut unterhalten, blieb aber hinter meinen Erwartungen. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass man bei dem Namen Camilla Läckberg gleich an Thriller denkt und das ist dieses Buch einfach nicht, soll es aber auch nicht sein und gibt dies auch nicht vor. Alles in allem blieb es mir ein wenig zu geradlinig und flach und gerade im Bereich Charaktere hätte man noch deutlich mehr herausholen können. Trotzdem nette Unterhaltung für zwischendurch und definitiv mal etwas anderes von Camilla Läckberg.


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    New York in einer fernen Zukunft wird gespalten in eine Teil aus Licht und einen Teil aus Dunkelheit. Die Magier des Lichts halten den Bereich der Dunkelheit in Unterdrückung. Lucie, eine Lichtmagierin aus Manhattan, kennt auch die Seite der Dunkelheit, denn dort wuchs sie auf. Als sie gemeinsam mit ihrem Freund Ethan von einer Wochenendreise auf Marthas Vineyard zurück nach New York kehrt, wird der Zug angehalten und Ethan von den Wächtern bedroht, da er angeblich Verrat begangen hat. Verrat bedeutet Tod, doch als Ethans Doppelgänger Carwyn auftaucht, entkommt Ethan noch einmal. Doch von jetzt an ändert sich für Lucie und Ethan alles, denn plötzlich befinden sie sich mitten in einer Revolution.

    Meine Meinung

    Das Cover ist ein absoluter Hingucker und macht schon beim Betrachten neugierig. Zwar fand ich den Klappentext noch recht undurchschaubar, doch genau das steigerte auch die Neugier.

    Das Buch beginnt recht spannend und spektakulär mitten in der Handlung mit der Festnahme Ethans. Doch danach fand ich es erstmal sehr verwirrend. Was mich hier gestört hat, war die recht umfangreiche Erklärung, wie es um New York und dessen derzeitige politische Situation steht, wer wohin gehört und warum. Kennt ihr das Show, don’t tell? Hier war es einfach viel zu viel Erzähltes, was ich nur mühsam nachvollziehen konnte. Woher kommt die Magie? War sie schon immer da? Wieso herrscht dieser Zwist? All das blieb mir noch fern, auch wenn ich vieles an Hintergrundwissen erhalten habe.

    Der Schreibstil liest sich recht einfach, doch auch hier hatte ich manchmal das Gefühl, den roten Faden zu verlieren. Die Handlung plätschert vor sich hin und plötzlich passiert wieder etwas unvorhergesehenes, aber die großen Zusammenhänge, ein Komplettbild, hat sich mir leider nicht erschlossen.

    Ebenso hatte ich Schwierigkeiten, mir den Weltenaufbau vorzustellen. Zum einen wirkt die Welt wie eine Zukunftsvision, doch warum gibt es plötzlich Magie? Es fühlte sich ein wenig so an, als hätte ich einen ersten Band mit dem gesamten Hintergrund verpasst.

    Protagonistin Lucie, aus deren Perspektive man die Geschichte in der Ich-Form erlebt, blieb mir leider auch sehr fern. Gerade diese Erzählform bringt mir die Protagonisten eigentich sehr nahe, doch bei Lucie konnte ich so manch eine Handlung nicht richtig nachvollziehen. Sie ist nicht die typische Heldin einer Geschichte und ich hatte eher den Eindruck, dass sie hier ein politischer Spielball blieb. Sie ist blass und leider konnte ich mich weder mit ihr identifizieren noch mitfiebern oder mitfühlen.

    Leider ging es mir mit den weiteren Charakteren sehr ähnlich. Sowohl Ethan als auch sein Doppelgänger Carwyn blieben mir zu unausgegoren. Ihre Entwicklungen kamen mir zu plötzlich und ihre Handlungen haben mch manchmal verwirrt. Schade, denn gerade diese Idee des Doppelgängers und deren Gegenteiligkeit hätte viele spannende Ideen bringen können.

    Mein Fazit

    Alles in allem hat mir die Grundidee richtig gut gefallen, doch die Umsetzung war leider nicht meine. Mir fehlte oft der rote Faden, die Vorstellungskraft, Erklärungen zu bestimmten Handlungen und eine facettenreiche Protagonistin. All das blieb nur in den Ansätzen und hätte doch eigentlich ganz viel Potential geboten. Doch so richtig mitfiebern konnte ich nicht und beim Beenden hatte ich immer noch das Gefühl, tausend Fragen im Kopf zu haben. Schade, aber für mich war diese Geschichte leider nichts.


    :bewertung1von5::bewertung1von5:

    Walpurgisnacht in Uppsala, auch in den Studentenwohnheimen wird tüchtig gefeiert. Doch als der Hausmeister am nächsten Tag den Hörsaal der Universität betritt, bietet sich ihm ein grausiges Bild. Eine junge Studentin wurde vergewaltigt und getötet und bereits zuvor wurden mehrere junge Frauen vergewaltigt und gewürgt. Ein Serientäter dessen Vorgehensweise brutaler wird und der sich als Trophäe immer den linken Schuh des Opfers mitnimmt. Profilerin und Psychiaterin Nathalie Svensson wird zur Hilfe gerufen und muss dabei feststellen, dass die junge Frau die Tochter einer Freundin war.

    Meine Meinung

    Mit Mitternachtsmädchen erschien der bereits dritte Fall der Expertin für Täterprofile Nathalie Svensson. Aber auch wenn man hier mit den Ereignissen aus dem Privatleben der Ermittler konfrontiert wird, kann man die Geschichte auch ohne die beiden Vorgänger gelesen zu haben, ohne Verständnisprobleme nachvollziehen. Als kleiner Bonus dient dazu auch das kurze Personenglossar zu Beginn des Buches, der einen Überblick über die wichtigsten Figuren und deren Leben gibt.

    Der Schreibstil des Autors liest sich leicht und gut verständlich, allerdings auch recht detailreich und etwas ausschweifend, was mich hin und wieder, vor allem aber zu Beginn, ein wenig Aufmerksamkeit kostete. Ansonsten ist der Krimi auch wunderbar für Leser mit etwas schwächeren Nerven geeignet, da Jonas Moström doch auf blutige Details verzichtet.

    Der Fall selber war spannend, allein dadurch, dass man als Leser unterschiedliche Perspektiven mitverfolgen konnte. Verschiedene Tatverdächtige und auch Blicke auf die Opfer lassen den Leser mitfiebern, aber auch miträtseln. Durch die recht kurz gehaltenen Kapitel wird man auch weiterhin dazu animiert, immer noch ein Kapitel mehr lesen zu wollen und damit der Lösung des Falls näher zu kommen. Je mehr Informationen die Ermittler erhalten, desto deutlicher wird, dass die Zeit drängt, denn der Täter liegt bereits wieder auf der Lauer. Diese Anspannung überträgt sich dann immer mehr auf den Leser und fesselt, nach dem etwas schleppenden Beginn immer mehr.

    Die Charaktere waren glaubhaft und authentisch gezeichnet. Nathalie Svensson hat derzeit auch im privaten Leben sehr viel Stress, vor allem, weil es auch um den Sorgerechtsstreit zwischen ihr und ihrem Exmann geht. Als dann auch noch die Tochter ihrer Freundin ermordet aufgefunden wird, erhöht sich der Druck auf die Psychiaterin enorm. Das alles lässt die Profilerin greifbarer und realer wirken. Aber auch die weiteren Charaktere werden recht detailliert dargestellt und wurden vorstellbar. Was mir persönlich bei Krimis immer sehr gut gefällt, sind die Blicke auf den Täter, die uns der Autor hier ebenfalls gönnt.

    Mein Fazit

    Ein solider Krimi, der für mich hin und wieder etwas zu ausschweifend wurde, der aber nach und nach mehr Tempo bekam und mich gut unterhalten konnte. Ohne blutige Details bleibt die Handlung spannend und nachvollziehbar und als Leser kann man hier gut miträtseln, was wirklich geschehen sein könnte. Krimifans werden hier gut unterhalten und auch als Quereinsteiger in diese Reihe kann man sehr gut den Überblick behalten.


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    In einer Böschung am Elster-Saale-Kanal wird der Audi A6 des Rechtsanwalts Malinowski gefunden und auf dem Beifahrersitz die Leiche ebendiesen. Als die beiden Ermittler Milo Novic und Hanna Seiler mit ihren Ermittlungen beginnen, sieht alles zunächst noch nach einem Routinefall aus. Doch schnell müssen sie feststellen, dass hinter dem Mord noch weitaus mehr steckt. Denn nicht nur, dass ausgerechnet einer der größten Mafiosi der Leipziger Russenmafia Malinowskis einziger Klient gewesen zu sein scheint, nein, sie finden auch noch Fotos von minderjährigen Mädchen bei dem Opfer. Bei ihren Ermittlungen geraten sie in immer tiefere Verstrickungen und müssen feststellen, dass der Fall noch viel weiter reicht.

    Meine Meinung

    Ein düsteres Cover, welches gleich bei mir Aufmerksamkeit erregte und ein spannender Klappentext machen neugierig auf den Krimi.

    Schnell gelingt der Einstieg in den Krimi, da es vom ersten Augenblick an spannend losgeht. Alex Pohl schreibt klar und direkt und durch die gewählte Zeitform, die Gegenwart, fühlt man sich regelrecht in die Handlung gezogen. Mit kurzen Kapiteln und immer wieder wechselnden Perspektiven bekommt der Leser hier sehr viel mit, doch wie schockierend und erschreckend sich das Ganze entwickelt, lässt sich nicht vorhersehen. Alex Pohl versteht es ganz hervorragend, den Leser in verschiedene Richtungen zu lenken und diesen zum Mitdenken anzuregen. Hier und da gibt es noch kleinere Momente bei den Ermittlungen, die noch ein wenig zu konstruiert wirken, bzw. deren Lösungen zu einfach herbeikommen, doch im großen und ganzen ist die Handlung in sich stimmig und logisch. Die unterschiedlichen Blickwinkel, aber auch die kurzen Zeitsprünge, in denen der Autor Rückblicke auf unterschiedliche Figuren gibt, halten ebenfalls die Spannung aufrecht und man möchte wissen, wohin dies alles führen wird.

    Mit seinen Ermittlern hat der Autor zwei sehr interessante Figuren geschaffen. Man erfährt von beiden etwas aus ihrer Vergangenheit und doch bleiben beide noch mit einigen Geheimnissen. Da es sich hier allerdings auch um den ersten Band einer neuen Krimireihe handelt, wird man wohl noch einiges erwarten dürfen. Hanna Seiler ist alleinerziehende Mutter eines achtjährigen Jungen, doch so richtig viel erfährt man von ihr noch nicht. Man weiß, dass sie sich durchaus in der Unterwelt ihrer Stadt Leipzig auskennt, da sie eine Verbindung zu Mafiaboss Iwanow hat, doch woher, wieso, warum bleibt noch recht vage. Milo Novic hat als Kind den Balkankrieg miterlebt, scheint dadurch auch traumatisiert und auch wenn man dieses weiß, bleibt er doch noch undurchschaubar. Ich bin hier sehr gespannt, wie sich diese beiden Charaktere weiterentwickeln werden.

    Die Figuren des aktuellen Falls wirken durchdacht und auch mit ihnen weiß der Autor immer wieder zu überraschen.

    Mein Fazit

    Mit Eisige Tage erschien der erste Band einer neuen Krimireihe aus der Feder von Alex Pohl, der wohl einigen Leser als L. C. Frey bekannt sein dürfte. Eine spannende und durchaus auch komplexe Handlung und zwei Ermittler, von denen noch lange nicht alles preisgegeben wurde, lassen den Krimi zu einem Pageturner werden. Das Thema des Buches ist schockierend und beängstigend und lässt den Leser mitfiebern. Ich bin gespannt auf weitere Fälle für Novic und Seiler, deren Potential noch lange nicht ausgeschöpft zu sein scheint.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Spannende Unterhaltung

    Zehn Jahre ist es her, dass der Student Will als Kanalkiller verhaftet wurde. Fünf junge Frauen hat er auf seinem Gewissen, die er alle durch einen Schlag auf den Kopf tötete und anschließend in den Dubliner Kanal warf. Doch jetzt werden wieder junge Frauen mit dem gleichen Modus Operandi getötet und die Polizei kommt in Bedrängnis und wollen Kontakt zu Will aufnehmen. Dieser weiß bereits aus dem Radio von den erneuten Vorkommnissen, doch er weigert sich, mit der Polizei zu reden. Stattdessen möchte er, dass seine damalige Freundin Alison zu ihm kommt, denn nur ihr vertraut ihr. Alison hingegen fühlt sich zwiegespalten, liebte sie einst Will von ganzem Herzen, weiß sie nun nicht mehr, was sie glauben. Letzten Endes gibt sie nach und befindet sich schneller mitten im Geschehen, als sie erwartet hätte und die Vergangenheit droht, sie einzuholen.

    Meine Meinung

    Düsteres Cover mit auffälliger Schrift und spannendem Klappentext verleiteten mich schnell dazu, einen zweiten Blick auf diesen Psychothriller zu werfen.

    Mit Ich bringe dir die Nacht erscheint bereits der zweite Thriller aus der Feder der Autorin Catherine Ryan Howard und mit diesem gelang es der Autorin recht schnell, mich zu fesseln. Der Schreibstil liest sich angenehm modern und flüssig und auch wenn der Beginn noch recht ruhig bleibt, nahm die Handlung mich schnell gefangen, denn ich wollte durchaus wissen, was damals in Dublin vorgefallen ist.

    Auf zwei Zeitebenen, zum einen zur Studentenzeit Wills und Alisons, zum anderen zu den laufenden aktuellen Ermittlungen, baut Ryan Howard ihre Geschichte langsam, aber geschickt auf. Mit immer wieder vorkommenden, kleineren Wendungen weiß die Autorin zu überraschen und gibt dem Leser Raum, eigene Vermutungen anzustellen. Je mehr Protagonistin Alison über die Vergangenheit grübelt, desto mehr baut sich die Spannung auf. Zwar würde ich die Geschichte eher in Richtung Spannungsroman einordnen, denn als Thriller, trotzdem konnte ich das Buch erst nach Beenden zur Seite legen. Wer blutige Thriller mag, könnte enttäuscht werden, wer allerdings gut und logisch aufgebaute Geschichten mag, ist hier genau richtig aufgehoben.

    Die Perspektiven wechseln zwischen Alison, Will und einer dritten, dem Leser unbekannten Person, wobei der Fokus deutlich auf Alison gerichtet ist.

    Protagonistin Alison hat mir recht gut gefallen, als naive neunzehnjährige Studentin, aber auch als Erwachsene, die immer noch mit vielen Zweifeln zu kämpfen hat, fand ich sie äußerst glaubhaft und authentisch. Auch die weiteren Charaktere sind greifbar und gut dargestellt und ließen keine Zweifel bei ihren Handlungen aufkommen. Gerade diese facettenreichen Charaktere machten dieses Buch zu einem spannenden Leseerlebnis.

    Mein Fazit

    Der Thriller, den ich vielleicht auch in Richtung Spannungsroman einordnen würde, wobei der Genrebegriff Thriller ja auch dehnbar ist, hat mir spannende und gute Unterhaltung geboten. Leicht und fesselnd zu lesen, dabei mit interessanten Charakteren und einer durchdachten Handlung, konnte mich Catherine Ryan Howard mit ihrem Roman überzeugen. Ich bin sehr gespannt auf weitere Ideen aus ihrer Feder.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Kommt leider nicht an den Vorgänger heran

    Achtung, Fortsetzung zu Der Patient, inhaltliche Spoiler vorhanden.

    Eigentlich dachte Frederick Starks, dass er nach fünf Jahren seit seiner Begegnung mit “Rumpelstilzchen” nichts mehr zu befürchten hat, zumal er annahm, dass dieser bei der Schießerei ums Leben kam. Denn in diesen fünf Jahren hat er seinen Wohnort häufig gewechselt, immer an Orte, an denen tragische Ereignisse stattfanden und an denen seiner Meinung nach Psychiater dringend gebraucht wurden. Doch eines Tages taucht eben dieser Mann mit dem Spitznamen Rumpelstilzchen wieder in Starks Praxis auf. Er erzählt Starks, dass Sein Bruder, der Anwalt und er selbst verfolgt und bedroht werde und sollte Starks ihm nicht helfen, den Verfolger aufzuspüren, müsse er mit seinem eigenen Leben bezahlen. Um sein eigenes Leben zu schützen, bleibt Starks nichts anderes übrig, als sich dem Willen seines Bedrohers zu beugen. Dabei gerät er auf mysteriöse Spuren, bei denen nichts so ist, wie es zu sein scheint.

    Meine Meinung

    Das Cover reiht sich nahtlos in die Optik der weiteren Thriller aus der Feder John Katzenbachs ein und man erkennt schon gleich, wer hier der Autor ist. Ich mag solche Cover, bei denen der Wiedererkennungswert hoch ist, denn das erregt gerade bei Lieblingsautoren gleich meine Aufmerksamkeit.

    John Katzenbach gehört definitiv zu meinen Lieblingsautoren im Thrillergenre und als ich hörte, das “Der Patient” eine Fortsetzung erhält, war ich gleich Feuer und Flamme, wollte ich doch unbedingt wissen, wie es mit diesem weitergeht.

    Der Einstieg ist recht ruhig, als Leser erfahren wir, wie Psychiater Starks seine letzten fünf Jahre verbracht hat und kann auch langsam zu diesem wieder eine Beziehung herstellen. Ich muss an diesem Punkt allerdings gestehen, dass ich etwas Zeit benötigte, um mich an die vorangegangenen Ereignisse zu erinnern, da es eine Zeit her ist, dass ich Der Patient gelesen habe. Das Lesen dieses Buches halte ich durchaus auch von Vorteil, da Der Verfolger schon den ein oder anderen Bezug zu dem Vorgänger nimmt.

    Ohne Frage muss man den Schreibstil des Autors mögen, der gerne in schachteligen Sätzen ausholt, was ich bei Katzenbach aber eigentlich mag. Seine Stärke sind die anschaulichen Beschreibungen der Szenen, die den Leser direkt in die Geschichte versetzen. Hier allerdings hatte ich das Gefühl, dass die Handlung nicht so richtig in die Gänge kommen wollte. Denn auch wenn es in dieser zu Action kommt, bleibt das Erzähltempo irgendwo auf einem ruhigen Level, so dass die Spannung etwas auf der Strecke blieb.

    Erzählt wird der Thriller in drei Teilen, wobei mir der erste Teil noch ganz gut gefiel. Jeder weitere Teil wartet durchaus mit überraschenden Wendungen auf, aber irgendwie kam mir die Szenen der Flucht durchaus bekannt vor.

    Auch in Der Verfolger erlebt der Leser die Story aus der Sicht des Psychiaters Stark durch einen Erzähler in dritter Person. Ich blieb hier mehr der aussen stehende Beobachter, da ich mich nicht richtig in Starks einfühlen konnte.

    So bleibt auch Stark als Charakter mir eher fern, richtig mit ihm mitgezittert habe ich nur selten. Ich wollte zwar durchaus wissen, ob es ihm gelingen wird, seine Verfolger aus der Vergangenheit ein zweites Mal abzuschütteln, aber so richtig mitgenommen hat er mich nicht. Trotzdem ist Stark eine interessante und hoch intelligente Persönlichkeit, was dem Autor auch gut gelingt, in Szene zu setzen. Die Nebencharaktere hingegen blieben blass neben dem Psychiater.

    Mein Fazit

    Ich war sehr gespannt auf die Fortsetzung des Thrillers, auch wenn es mich sehr überraschte, diese nach so vielen Jahren in den Händen zu halten. Doch ohne Kenntnisse aus dem ersten Teil, der Patient, fällt es schwer, hier in die Handlung hineinzufinden und auch wenn ich das erste Buch durchaus kenne, ist es doch eine zeitlang her, dass ich es gelesen habe. Den Schreibstil Katzenbachs mag ich, gelingt es ihm doch, klare Bilder zu zeichnen, doch in diesem Band blieb für mich die Handlung zu konstruiert, plätscherte zu oft vor sich hin und wollte nicht so recht in Schwung kommen. Wer Katzenbach mag, sollte hier durchaus einmal hineinlesen, für mich persönlich kommt es allerdings nicht ganz an die bisher bekannten Bücher heran.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Konnte mich nicht komplett berühren

    Endlich ist es für die Studentin Ella Durran soweit, dank eines Stipendiums tritt sie ihr Studienjahr an der englischen Eliteuni Oxford an. Als sie dann noch kurz vorm Verlassen des Flughafens einen Anruf aus Ohio erhält und man ihr einen Platz als Assistentin der Senatorin anbietet, scheint es, als würde es Ellas Jahr werden. Doch dann stösst sie an ihrem ersten Abend ausgerechnet mit Jamie Davenport zusammen, der so arrogant wirkt, dass Ella ihn nicht ausstehen kann. Die größte Überraschung bekommt Ella dann aber am nächsten Tag während der Vorlesung, denn ausgerechnet Jamie Davenport leitet ihren Literaturkurs. Allerdings muss Ella ihre Meinung zu Jamie revidieren, als sie ihn näher kennenlernt. Sie einigen sich auf eine unverbindliche Beziehung, was für beide auf den ersten Blick perfekt zu sein scheint. Aber es scheint, als hätte Jamie ein Geheimnis.

    Meine Meinung

    Das Cover finde ich wirklich wunderhübsch und gelungen und sprach mich gleich auf den ersten Blick an.

    Die Autorin beginnt ihre Geschichte gleich mit Ellas Ankunft in England. Somit fiel auch der Einstieg in den Roman sehr leicht. Der Schreibstil der Autorin Julia Wheelan lässt sich ebenfalls gut verständlich und einfach lesen. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass man ihr durchaus die Drehbuchautorin anmerkt. Vor allem zu Beginn der Geschichte und in den Dialogen klang es auch ein wenig nach einem Drehbuch, das hier auch die Grundlage für den Roman war.

    Die Geschichte selber ist sehr unterhaltsam und keineswegs eine der typischen Collegeromane. Sie klingt durchaus erwachsener und auch die Figuren klangen nicht mehr nach Teenagern. Das fand ich absolut erfrischend und gefiel mir sehr gut. Trotzdem hatte ich das Gefühl, das Grundgerüst der Geschichte zu kennen und somit konnte mich hier nicht mehr allzu viel überraschen. Auch die Emotionen kamen zu Beginn nicht so gut rüber und ich habe eine ganze Weile benötigt, um mich mit den Charakteren anzufreunden und mit ihnen mitfühlen zu können.

    Die Geschichte wird in erster Linie aus der Ich-Perspektive aus der Sicht der Protagonistin Ella wiedergegeben. Dabei erlebt man ihre erste Zeit am Oxford College live mit und es gab Momente, die mich durchaus auch mal schmunzeln ließen. Dann gab es ein Kapitel, das direkten Kontakt zum Leser aufnahm und ab diesem Moment gab es für mich eine große Wendung in der Geschichte. Woran es genau lag, kann ich noch nicht einmal herausfiltern, aber auf einmal kam ich doch noch in Ellas Geschichte an, zwar war ich nicht völlig von Gefühlen überwältigt, aber ab hier fesselte mich das Gelesene deutlicher.

    Ella, die Protagonistin der Geschichte, ist lange Zeit eine Person, zu der ich Abstand halten konnte. Allerdings glaube ich, dass dies hier gewollt war, denn zu Beginn ist Ella verschlossen, lässt nur wenig an sich heran und lebt für ihre Zukunft, für die sie eine große Karriere geplant hat. Doch so nach und nach konnte ich mich mehr in sie hineinfühlen und ihre Handlungen verstehen. Bei Jamie dachte ich zunächst noch an den klischeehaften, reichen Mann, der alles nimmt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Doch auch Jamie ist viel emotionaler und verbirgt sich, genau wie Ella, hinter einer Maske. Insgesamt hat mir Zeichnung der Charaktere gut gefallen und sie wirkten vorstellbar und lebendig.

    Mein Fazit

    Alles in allem war es eine unterhaltsame Liebesgeschichte für zwischendurch. Zwar war der Schreibstil leicht zu lesen, aber man merkte dem Debüt der Autorin Julia Wheelan noch ein wenig an, dass sie eigentlich Drehbuchautorin ist. Es hat ein wenig gedauert, bis ich in der Geschichte um Jamie und Ella ankam, aber letzten Endes hatte ich ein paar gemütliche Lesestunden, auch wenn mir die gewünschten, großen Emotionen eher fern blieben.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Gutes Debüt mit Potential für mehr

    Als Kommissarin Karen Eiken Hornby nach dem großen Austernfest in einem fremden Hotelzimmer aufwacht, braucht sie einen Moment, um zu realisieren, wer da neben ihr liegt. Als sie zu ihrer Schande feststellt, dass es sich bei dem Mann um ihren Chef. Heimlich stiehlt sie sich aus dem Hotel und flüchtet. Doch schon kurz darauf wird sie zu einem neuen Fall gerufen, eine Frau wurde erschlagen in ihrem Haus aufgefunden und bei der Frau handelt es sich ausgerechnet um die Exfrau ihres Chefs. Nun gilt es für Karen, nicht nur die gemeinsame Nacht mit diesem aus den Ermittlungen fern zu halten, sondern auch, die Unschuld ihres Chefs zu beweisen. Denn Jounas Smeed gilt nun als Verdächtiger und Karen soll die Ermittlungen leiten. Kann es sein, dass der Mann, mit dem sie die Nacht verbrachte, kurz nachdem sie ihn verließ, tatsächlich seine Frau getötet hat? Oder steckt vielleicht etwas ganz anderes dahinter?

    Meine Meinung

    Das düstere Cover machte mich neugierig und als ich dann erfuhr, worum es hier ging, war mir klar, dass ich den Krimi lesen wollte.

    Gerade auch die Tatsache, dass die Autorin Maria Adolfsson als Handlungsort Doggerland wählte, machte mich neugierig auf das Buch. Denn bei Doggerland handelt es sich um eine Insel, die in der Nordsee versank und somit so etwas wie das Atlantis des Nordens bildet. Die Autorin beschreibt diese Insel auch intensiv und man hatte hier durchaus das Gefühl, dass man eine fremde Welt mit bekannten Zügen vor sich sieht.

    Dabei ist der Schreibstil absolut klar und versetzt den Leser auch direkt nach Doggerland, was wohl auch mit an der gewählten Zeit, der Gegenwart, liegt. Ansonsten aber wirkt es sprachlich fast schon stoisch, denn Maria Adolfsson beschreibt klar und direkt, mit kurzen Sätzen und schnörkellos.

    Erzählt wird der Krimi hauptsächlich in der Gegenwart, wobei die Autorin zwischendurch immer mal wieder in das Jahr 1970 zurückschwänkt. Hier erzählt sie von einer Kommune, die einst auf Doggerland ansässig war und auch wenn man gerade zu Beginn nicht wusste, welche Verbindungen es hier geben könnte, war es durchaus klar, dass in der Vergangenheit ein Geheimnis liegen muss. Diese Verbindungen und Verknüpfungen haben mir soweit gut gefallen und es kommt auch zu diversen Wendungen, doch trotzdem hatte ich das Gefühl, dass die Spannung nicht konstant oben blieb. Es gab, trotz der knappen Worte, weite Ausschweifungen und Beschreibungen, die mir immer wieder das Tempo zu sehr ausbremsten. So gab es zwischen den spannenden Momenten zu viele Längen, um mich wirklich endgültig zu fesseln.

    Mit Karen Eiken Hornby hat die Autorin eine sehr interessante Figur geschaffen. Auch wenn diese auf Doggerland geboren wurde, zog sie einst nach London. Doch nach einem schweren, perönlichen Verlust, kehrt sie nach Doggerland zurück. Ein wenig unglaubwürdig fand ich, dass ihr Schicksal auf Doggerland unbekannt scheint. Bisher hatte ich jedoch das Gefühl, Karen noch nicht richtig kennengelernt zu haben, wobei das ja durchaus auch in den nächsten Bänden noch intensiviert werden kann.

    Neben Karen gab es noch weitere Charaktere, die ich mir zwar vorstellen konnte, die mir aber etwas fern blieben. Gerade unter Karens Kollegen waren mir nicht alle sympathisch. Im großen und ganzen jedoch waren die Charaktere für einen Krimi mit den nötigen Eigenschaften gezeichnet, um nicht stoisch zu wirken.

    Mein Fazit

    Doggerland Fehltritt ist das Krimidebüt der Autorin Maria Adolfsson und vor allem die Idee, ihre Handlung auf einer versunkenen Insel stattfinden zu lassen, fand ich sehr spannend. Die Handlung hatte für mich leider zu viele Längen, so dass die Spannung immer wieder ausgebremst wurde. Somit fand ich, dass es sich bei Doggerland um ein solides Debut handelt, dass durchaus noch ausbaufähig bleibt.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Genau so hatte Phoebe sich ihre erste Woche auf dem College vorgestellt: endlich Freiheit, endlich Party und nette Leute. Doch ausgerechnet ihr großer Schwarm seit der siebten Klasse an der Highschool, Luke, ist am gleichen College und Phoebe verfällt ihm gleich beim ersten Blick wieder. Dabei hat Luke schon seit Jahren eine feste Freundin und Phoebe ist ihm bisher nie aufgefallen – bisher…

    Luke hingegen ist sich noch gar nicht so sicher, ob das College so wie es ist, seinen Vorstellungen entsprach. Auch sonst ist er in allem ein wenig hin- und hergerissen, vor allem was seine Beziehung zu Abbey angeht, denn ob es wirklich klappt, ihre Beziehung über diese Entfernung aufrecht zu halten. Denn am College gibt es eine Menge heißer Mädchen und da wäre auch noch Phoebe, die ihm zu Hause nie aufgefallen ist, die aber doch eigentlich sehr hübsch und nett ist.

    Meine Meinung

    Auch wenn das Cover recht einfach gestaltet ist, ist es durch die aufgesetzte Schrift doch wieder ein echter Hingucker und Collegestorys für zwischendurch gehen eigentlich immer.

    Der Roman fängt gleich mittendrin an und wir begleiten Phoebe auf ihre erste Collegeparty, bei der wir schon ein wenig von ihr erfahren dürfen. Auch auf ihren langjährigen Schwarm Luke trifft sie gleich zu Beginn, so dass man schon einen ersten Blick darauf erhaschen kann, wie es weitergehen wird.

    Der Schreibstil der beiden Autoren liest sich leicht, jugendlich und modern. Schnell ist man in der Geschichte drin und fühlt sich auch dank der unterschiedlichen Charaktere ein wenig an die eigene Schulzeit zurückerinnert. Allerdings muss ich hier etwas erwähnen, dass mir beim Lesen etwas auf die Nerven ging: nämlich die Übersetzung des kleinen Wörtchens ja, das hier gerne in die Länge gezogen wird zu einem jaah und das gefühlt auf jeder Seite. Das liegt zwar hier mit Sicherheit an der Übersetzung, brachte mich aber jedes Mal dazu, die Augen zu verdrehen.

    Ansonsten fand ich die Geschichte sehr nett, zwar gab es keine riesengroßen Überraschungen, aber dafür klang der Inhalt recht glaubwürdig. Gefallen hat mir, dass es sich hier weder bei Phoebe noch bei Luke um die typischen Charaktere dieses Genres hielt, sondern beide einfach natürlich waren. Auch sonst kann ich mir gut vorstellen, dass man die meisten der Erfahrungen, die in dem Buch geschildert werden, auch selbst erleben könnte. Das Ende bleibt insofern offen, dass ich mir hier durchaus eine Fortsetzung vorstellen könnte.

    Aus wechselnden Perspektiven zwischen Phoebe und Luke verfolgen wir das Geschehen. Dabei lernen wir beide Charaktere und deren Wünsche und Gefühle gut kennen und kann ihre Handlungen doch recht gut nachvollziehen.

    Phoebe war mir auf den ersten Blick sehr sympathisch und erinnerte mich hier und da ein wenig an mich selber. Eine Mischung aus zurückhaltend und lebensfroh und einfach ein richtig nettes Mädel zum Pferde stehlen. Genauso ist auch Luke, ein netter Kerl von nebenan, der noch nicht so ganz weiß, wie es für ihn weitergehen soll, vor allem, was sein Liebesleben angeht. Ich fand beide Protagonisten glaubwürdig und authentisch und würde gerne von beiden erfahren, wie es ihnen am College weiter ergehen wird.

    Doch nicht nur die Protagonisten waren lebendig, sondern auch die Nebencharaktere haben mir gut gefallen. Ob es die beiden Mädels, mit denen sich Phoebe anfreundet, waren, oder Arthur und Co im Jungenwohnheim. Sie machten die Geschichte rund und lebendig.

    Mein Fazit

    Eine sehr nette Geschichte, die sich anfühlte wie eine Zeitreise in die eigene Schulzeit. Lebendige und authentische Charaktere machten die Geschichte zu einer netten Unterhaltung, allerdings auch alles in allem sehr geradlinig und ohne riesige Überraschungen. Eine nette Geschichte für zwischendurch, bei der ich durchaus erfahren möchte, wie es Phoebe und Luke weiter ergehen wird, da sie einfach sehr sympathische Charaktere sind.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Im Augenblick ist es sehr ruhig im Frankfurter K11, Pia Sander ist gerade mit ihrem Mann aus ihrem Hof in ein kleines Häuschen gezogen, Bodenstein hat Urlaub und auch sonst ist nur eine Notbesetzung vor Ort. Doch dann wird Pia zu einem Einsatz in einem Wohnhaus, das zu einer ehemaligen Fabrik gehört, die Leiche des über achtzigjährigen Theo Reifenrath gefunden. Sein Hund Becks scheint verschwunden, wird dann aber in seinem Hundezwinger halb verhungert und verdurstet aufgefunden und neben Becks liegen Knochen, menschliche Knochen. Als die Spurensicherung das ganze genauer unter die Lupe nimmt, tauchen weitere Leichen auf. Was hat Theo Reifenrath mit den Leichen zu tun? Warum verschwand Reifenraths Frau vor zwanzig Jahren spurlos? Einst war das Paar bekannt als Pflegeeltern für Problemkinder, kann es hier Zusammenhänge geben?

    Meine Meinung

    Optisch passt Muttertag hervorragend zu den vorherigen Büchern der Reihe, von denen bereits acht Bände zuvor erschienen sind.

    Schon lange bin ich ein Fan dieser Reihe und habe alle Teile der Taunus-Krimi-Reihe förmlich verschwunden. Auch der neunte Band steht seinen Vorgängern in nichts nach. Nele Neuhaus versteht es perfekt, den Leser schnell in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen, dabei schreibt sie absolut klar, flüssig und verständlich. Ein Schreibstil, mit dem sie mich schon lange zu fesseln weiß und der wirklich spannend zu lesen ist.

    Auch die Geschichte wird wieder sehr schnell spannend, man begleitet die Ermittler wieder bei ihren Nachforschungen, kann natürlich ordentlich miträtseln und mitüberlegen, wer denn der Täter ist und welches sein Motiv. Auch die vielen kleine Puzzleteile und Details ergeben nach und nach ein klares Gesamtbild, wobei hier vielleicht der ein oder andere Zufall ein wenig zu viel des Guten zu sein scheint. Trotzdem drückt dies keineswegs auf die Spannung, sondern lässt den Leser nur noch mehr mitfiebern. Die Spannung steigert sich nach und nach und es wird auch wieder persönlich für einen der Ermittler. Wie so oft gelingt es Frau Neuhaus aber sehr geschickt, mich immer wieder aufs Neue in die Irre zu führen und die Auflösung weiß zu überraschen. Genauso gibt es auch innerhalb der Geschichte immer wieder Wendungen und Überraschungen, so dass hier keinerlei Langeweile aufkommt.

    Aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt Neuhaus den Krimi. Wir verfolgen die Ermittler, gehen mit diesen den Spuren nach und dürfen auch das ein oder andere Detail aus der Forensik bei den Obduktionen miterleben. Neuhaus verschönert hier nichts und beschreibt auch durchaus wieder detaillierter, was vielleicht für die ganz zart besaiteten Leser nicht so sehr geeignet ist, doch diese Momente halten sich noch in Grenzen. Neben den Ermittlungen erfährt man wieder von dem Täter in der Ich-Form und von einer weiteren jungen Frau. Wer diese ist, ergibt sich allerdings erst im Laufe des Krimis.

    Zu den Charakteren brauche ich wohl für die Fans der Reihe nicht mehr allzu viel sagen. Sowohl Pia Sander als auch Oliver von Bodenstein sind wie gute alte Bekannte und ich freue mich immer wieder, von ihnen zu hören. Mittlerweile merkt man beiden sehr gut an, dass sie im Laufe der Reihe älter geworden sind, doch im Kern sind sie sich und ihrer Linie absolut treu geblieben. In diesem Band stehen die persönlichen Belange der Protagonisten aber deutlich im Hintergrund. Auch sonst trifft man hier wieder viele bekannte Ermittler aus vorherigen Teilen und man fühlt sich wohl in diesem Team.

    Mein Fazit

    Wer Fan der Reihe ist, wird auch an dem neunten Band wieder seine wahre Lesefreude finden. Es ist leicht und flüssig erzählt, dabei spannend mit überraschenden Wendungen. Die glaubwürdig dargestellten Ermittlungen lassen mitfiebern und miträtseln und sorgen für Spannung, denn Neuhaus versteht es ausgezeichnet, den Leser in die Irre zu führen. Für mich war es wieder ein Lesehighlight, welches mich unglaublich gut unterhalten hat.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Harry Crane ist glücklich, denn an seiner Seite ist seine große Liebe Beth und genau sie ist es, die ihn rundum zufrieden sein lässt. Doch als eines Tages ein furchtbares Unglück passiert und Beth tödlich verunglückt, bricht für Harry eine Welt zusammen. Ein Jahr vergeht und doch ist es für Harry kein bisschen besser geworden, deshalb beschließt er, sich in seine geliebten Wälder zurückzuziehen und dort für immer zu verschwinden. Aber da hat er nicht mit der zehnjährigen Oriana gerechnet, die ihm mitten im Wald begegnet. Diese hat einen ähnlichen Schicksalsschlag wie Harry erlitten, denn es ist ebenfalls genau ein Jahr her, dass ihr Vater plötzlich verstarb. Oriana liebt Märchen und glaubt ganz fest daran, dass ihr Vater nicht tot, sondern nur verwunschen ist. Und Harry? Dieser soll Oriana dabei helfen, ihren Vater wieder zurückzuverwandeln.

    Meine Meinung

    Das Cover ist schlicht und doch erweckt es durch seinen besonderen Glanz Aufmerksamkeit und ich war neugierig auf die Geschichte hinter dem Cover.

    Die Geschichte beginnt auch gleich mitten im Geschehen und zieht einen auch förmlich hinein, denn man erlebt gleich gemeinsam mit Protagonisten Harry den furchtbaren Unfall.

    Der Schreibstil des Autors Jon Cohen ist sehr intensiv und gefühlvoll, seine Sprache hat etwas poetisches, märchenhaftes und passt dadurch auch sehr gut zu der Geschichte. Mit Worten beschreibt er Charaktere und Umgebungen, wobei es mir an manch einer Stelle doch zu weit ausschweifte.

    Genau dieses weite Ausschweifen machte es mir auch zwischendrin immer ein wenig schwerer, den Lesefluss aufrecht zu erhalten. Das lag noch nicht einmal so sehr an dem Inhalt, denn es ist eine leise und emotionale Geschichte, zu der ein großes Tempo nicht gepasst hätte. Für mich selber aber war es in dem Moment des Lesens leider zu langatmig, gerade der Mittelteil mit all seinen Bäumen und deren Beschreibungen machten es mir schwer, am Ball zu bleiben.

    Zu Beginn gibt es noch zwei unterschiedliche Perspektiven, die der Autor recht schnell miteinander verknüpft. Der Leser lernt hier sowohl Harry als auch das Mädchen Oriana und deren Mutter Amanda kennen und erlebt sowohl den Verlust der geliebten Menschen als auch den Umgang mit der Trauer der Hinterbliebenen. Das hat Jon Cohen wirklich einzigartig und mit sehr viel Gefühl dargestellt, gerade diese unterschiedlichen Arten mit Verlusten umzugehen, waren sehr glaubhaft.

    Nachdem dann die beiden Protagonisten Harry und Oriana aufeinander treffen, wird es auch Momente geben, die den Leser lächeln lassen, Humor findet man hier genauso, wie auch tiefe Gefühle und Trauer. Trotzdem verliert die Geschichte nie dieses märchenhafte und besondere.

    Erzählt wird die Geschichte durch einen auktorialen Erzähler, der dem Leser nicht nur am Geschehen teilhaben lässt, sondern auch an den Gefühlen der Protagonisten. Wobei ich hier doch das ein oder andere Verhalten Harrys nicht immer nachvollziehen konnte.

    Protagonist Harry ist ein sehr eigenartiger Charakter, der durchaus liebenswert ist, mir aber an manch einer Stelle etwas, sagen wir naiv, vorkam. Amanda, Orianas Mutter, nimmt hier ebenfalls eine Protagonistenrolle ein. Diese war mir zunächst nur bedingt sympathisch, wobei mir ihre Reaktion auf den Verlust eines geliebten Menschen noch recht nahe kam. Je mehr ich sie kennenlernte, desto besser konnte ich sie verstehen. Zu guter Letzt ist da noch Oriana, die mich zwar auch schmunzeln ließ, die mir aber auch hin und wieder mit ihrer Art etwas zu viel wurde.

    Was mich ein wenig störte, waren der große Raum, dem die Nebenfiguren bekamen. Zwar waren z. B. Deans ehemaliger Kollege oder die Bibliothekarin sehr wichtig, aber ausschweifend über ihre Vergangenheiten zu erfahren, ließen für mich jedes Mal die Spannung abflachen.

    Mein Fazit

    Eine sehr gefühlvolle und märchenhafte Geschichte über Verlust und Umgang mit der Trauer, aber auch mit Momenten zum Lächeln und Lachen. Leider waren, vor allem im Mittelteil, viele Momente, die sich zu sehr in die Länge zogen und für mich persönliche in diesem Moment zu langatmig wirkten. Manchmal braucht man aber auch für solch eine Geschichte die richtige Zeit, damit diese so wirkt, wie gedacht. Die Beziehung zwischen den Charakteren kam sehr gut zur Geltung und es sind diese leisen Momente, die durchaus berühren können.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Eigentlich dachte Ted Conkaffey, dass er in Crimson Lake endlich zur Ruhe kommen könnte. Denn der Ex-Cop, der wegen der Entführung, Vergewaltung und versuchten Mordes an einer Dreizehnjährigen, verhaftet wurde, ist unschuldig. Doch auch in Crimson Lake, wo er an der Seite der exzentrischen Amanda Pharrell als Detektiv arbeitet, holt ihn die Vergangenheit ein. Als Dale Bingley, der Vater des Mädchens, bei Ted zu Hause auftaucht und ihn in die Mangel nimmt, beschließt Ted nun doch dem wahren Täter auf die Spur zu kommen. Während Ted versucht, seine Unschuld zu beweisen, ermittelt Amanda an einem Doppelmord in einer Bar vor Ort. Gemeinsam mit der Polizistin Pep Sweeney beginnt sie zu ermitteln. Bald schon befinden sich sowohl Ted als auch Amanda in Gefahr.

    Meine Meinung

    Schon der erste Band der Thriller Trilogie rund um den unschuldig verhafteten Ted Conkaffey hat mir sehr spannende Lesestunden bereitet. Dementsprechend neugierig war ich auf die Fortsetzung und gleich vorab, enttäuscht wurde ich nicht.

    Dank kurzer Einblendungen auf die Vergangenheit in Form von Conkaffeys Gedanken findet man sich schnell wieder zurecht. Auch Leser, die den ersten Band nicht kennen, dürfte es recht leicht fallen, in die Geschichte einzusteigen. Trotzdem macht es gerade bei einer Trilogie Sinn, die Reihenfolge einzuhalten, denn die persönlichen Entwicklungen der Charaktere sind durchaus gut ausgearbeitet.

    Der Schreibstil der Autorin Candice Fox ist leicht, flüssig und mitreißend, so dass man schnell von den Ereignissen gefesselt wird und wissen möchte, wie es weitergeht. Ganz besonders gut gelingt es ihr die Umgebung rund um Conkaffeys neuer Heimat, Crimson Lake, darzustellen und sowohl Charaktere als auch Örtlichkeiten werden klar und lebendig.

    Spannend ist die Geschichte rund um Conkaffey so oder so, denn man wird hier nicht nur mit spannenden Fällen konfrontiert, sondern auch mit der persönlichen Geschichte des Ermittlers. Es gibt hier einige Wendungen und die ein oder andere Überraschung, die die Spannung und den Lesefluss aufrecht halten. Zwar ist auch der aktuelle Fall, der in erster Linie von Amanda und Polizistin Sweeney bearbeitet wird, interessant und spannend, doch mich hat hier vor allem Teds Geschichte wieder mitten ins Geschehen gezogen.

    Durch unterschiedliche Perspektiven ist der Leser hier nah an der Story. Aus der Ich-Perspektive erfährt man von Ted, wodurch man sich auch mit ihm verbunden fühlt. Amanda, Sweeney und eine dritte Perspektive in Form von Tagebucheinträgen sorgen für Abwechslung. Wobei mir persönlich Amanda dieses Mal ein wenig zu sehr auf die Nerven ging mit ihrer gewöhnungsbedürftigen Art.

    Gerade mit Ted habe ich sehr mitgelitten, denn er wird auf Schritt und Tritt vorverurteilt und durch ein Interview, mit dem er eigentlich seine Unschuld klar stellen wollte, verstrickt er sich nur noch mehr. So manches Mal wird hier deutlich, wie ungerecht es zugeht und dadurch, dass man so nah an Ted ist, spürt man dieses absolut nach. Man wünscht sich förmlich, ihn mit verteidigen zu können und fiebert der Aufklärung des Falls regelrecht entgegen. Mir war Ted zuvor schon sympathisch und auch hier ist er derjenige, dessen Geschichte mich berühren konnte. Amanda hat mich dieses Mal doch häufiger dazu gebracht, die Augen zu verdrehen, gerade wenn sie in Reimen spricht, wurde es mir doch zu viel des Guten. Allerdings wird natürlich ihre exzentrische Ader dadurch noch einmal mehr deutlich und man muss sie einfach nehmen, wie sie ist. Auch Pip Sweeney fand ich eine interessante Person und genau wie Ted und auch Amanda hat auch diese eine Vergangenheit, die sie verarbeiten muss. Hier treffen also durchaus sehr auf individuelle Art kaputte Charaktere aufeinander.

    Mein Fazit

    Wer schon den ersten Band mochte, wird mit Sicherheit gespannt darauf sein, wie es mit Ted und Amanda weitergehen wird. Mir brachte das Buch spannende Lesestunden, ohne großartige Längen. Hin und wieder hatte ich mit Amanda so meine Schwierigkeiten, denn sie ist schon sehr ungewöhnlich in ihrer Art, doch Ted macht das dann doch wieder wett. Ein gelungener Mittelteil, der unterhalten kann und der mich gespannt auf Teil 3 zurücklässt.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Magisches Abenteuer nicht nur für Kinder

    Schon als Arlo Finch gemeinsam mit seiner Familie bei seinem Onkel Wade in Pine Mountain ankommt spürt er, dass hier irgendetwas seltsam ist. Nicht nur dass das Haus in dem seine Mutter aufgewachsen ist und in dem immer noch sein Onkel lebt, sehr merkwürdig aussieht, auch in dem Tal scheint irgendetwas ungewöhnlich zu sein. Tiere, die ungewöhnlich aussehen, ein Mädchen, das nur er sehen kann oder der Geisterhund, der wohl einst seiner Mutter und seinem Onkel gehörte. All das findet Arlo hier vor, aber nicht nur das, sondern auch ein paar wirklich gute Freunde. Indra und Henry Wu, die er in seiner neuen Klasse kennenlernt, nehmen ihn mit zu den Rangern, so etwas wie Pfadfinder, des Ortes und dort lernt er, was in Pine Mountain wirklich vor sich geht, denn Pine Mountain ist kein gewöhnlicher Ort.

    Mein Meinung

    Dieses Cover sieht einfach absolut abenteuerlich und ansprechend aus und macht unheimlich neugierig auf die Geschichte darin. Dieses Bild auf dem Cover findet man auch in den tollen Illustrationen im inneren des Buches wieder und sind wirklich toll.

    Auch der Einstieg in diese Abenteuergeschichte gelingt sehr schnell. Gerade für kleine Lesemuffel, wie z. B. meine Tochter, müssen die Geschichten gleich von Beginn an spannend sein, damit man auch ja weiterliest und genau das gelingt bei Arlo Finch sofort.

    Der Schreibstil ist leicht und verständlich und sehr schnell ist man mitten in Pine Mountain und es wird ein wenig mysteriös und gruselig. Dabei kommen noch sehr viel Wortwitz und Situationen bzw. Dialoge, die mich zum Schmunzeln brachten hinzu, so dass dieses Buch allein schon vom reinen Stil her absolut mitreißt. Absolut perfekt für junge Leser, aber auch für alle, die gerne Abenteuergeschichten mögen.

    Ganz schnell beginnt dann auch das Abenteuer, als Arlo von seinen neuen Freunden Indra und Henry Wu zu den Rangern, so etwas wie die Pfadfinder, eingeladen wird. Hier erfährt Arlo nämlich viel mehr über die Long Woods, nämlich dass diese Wälder Geheimnisse bergen, die einfach magisch sind. Dieses Setting der Long Woods wird so lebendig dargestellt, dass man lebhaft diese Wälder vor sich sieht und nicht nur diese, sondern auch alle unheimlichen Begebenheiten darin. Was mir aber noch mehr gefallen hat, ist, dass Arlo, der oft umziehen musste, nun Freunde findet, die zu ihm halten und auch endlich ein Gefühl entwickelt, was Heimat heißt.

    Ein dritte Person Erzähler schreibt und beschreibt aus der Perspektive Arlos. Arlo ist zwölf und durch all seine Umzüge, die er hinter sich hat, eher gewohnt, allein zu sein. Doch in Pine Mountain trifft er auf Freunde und lernt, was Zusammenhalt und Freundschaft heißt. Er ist ein wirklich toller Protagonist, der mich überzeugen und begeistern konnte und mit dem man sich sehr gut identifizieren kann. Aber auch seine Freunde und seine Familie sind gut gezeichnet und lebendig und ich fühlte mich sehr wohl mit Arlo in seiner neuen Heimat.

    Mein Fazit

    Eine wundervolle, abenteuerliche, magische Geschichte, die mich sehr schnell für sich einnehmen konnte. In Arlo trifft man einen sympathischen Jungen, mit dem es leicht fällt, sich zu identifizieren. Die Mischung aus Magie, Mystery, Abenteuer und Humor halten die Unterhaltung hoch und lassen die Geschichte spannend werden. Nicht nur für junge Leser, sondern auch für ältere Leser, die Abenteuergeschichten mögen, eine spannende und unterhaltsame Lektüre. Ich bin gespannt, wie es mit Arlo weitergehen wird.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Wieder gute Unterhaltung

    Achtung, da Band 7 können Spoiler zur persönlichen Entwicklung der Ermittler vorhanden sein.


    Nach langem Zweifel und Überlegen hat Gemma Adderly etwas beschlossen, sie wird ihren Mann gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter Carly verlassen, denn ihr Mann ist ein brutaler Schläger. Jedes Mal, wenn er glaubt, dass sie einen Fehler gemacht hat, schlägt er sie, doch jetzt ist das Maß voll. An einem vorher verabredeten Punkt wird sie von einem Fahrer eines Frauenhauses abgeholt, aber kurz darauf wird ihre kleine Tochter allein in einer verlassenen Gegend aufgefunden. Da die Kleine nicht spricht, wird Marina Esposito hinzugezogen, doch Gemma bleibt verschwunden. Als Wochen später eine grausam entstellte Frauenleiche aufgefunden wird, wird DI Phil Brennan zu den Ermittlungen hinzugezogen, denn bei der Leiche handelt es sich um Gemma. Doch wer hat Gemma getötet? Ihr Mann gerät unter Verdacht.

    Meine Meinung

    Schon gleich beim ersten Blick auf das Cover wusste ich, dass es sich um einen neuen Band der Brennan/Esposito handelt, denn es passt einfach zu den bisherigen Cover sehr gut.

    Nachdem der letzte Band der Reihe sehr persönlich für die beiden Ermittler war und doch ein paar Längen aufwies, war ich gespannt, wie es nun weitergehen wird. Doch hier war schon der Einstieg sehr spannend und in kürzester Zeit war ich mitten in einem neuen Fall für die DI Brennan und Profilerin Esposito.

    Wie auch sonst schreibt Tania Carver sehr flüssig und direkt, so dass man schnell in den Thriller hineingezogen wird. Dabei kommen die blutigeren Details zwar durchaus zur Sprache, werden aber nicht zu weit vertieft, so dass es auch von Thriller-/Krimilesern, die es nicht so gern blutig mögen, ohne Probleme gelesen werden kann.

    Der Spannungsbogen bleibt ein recht typischer für einen Thriller, zwischen Ermittungen, Verfolgungen und Taten kommen auch hier wieder die persönlichen Ereignisse der Ermittler zur Sprache. Doch diese bleiben in diesem Thriller wieder eher im Hintergrund, auch wenn man durchaus beobachten kann, wie es Phil und Marina nach den Ereignissen im Vorgänger ergeht. Der Fall selber ist zwar sehr interessant und es werden auch falsche Spuren ausgelegt, die mich immer mal wieder an meiner eigenen Theorie über den Täter zweifeln ließen, doch im großen und ganzen hatte ich hier doch so einiges vorhergesehen. Trotzdem nahm mir das nicht die Spannung, sondern ließ mich wissen wollen, ob ich richtig lag mit meinen Vermutungen.

    Wie auch sonst wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven wiedergegeben. Abwechselnd erfährt man von Phil Brennan und Marina Esposito, erhält aber auch Eindrücke von den Opfern, Einblendungen vom Täter und der ein oder anderen Nebenfigur. Was verworren klingt, ist aber beim Lesen klar und ohne Schwierigkeiten nachzuvollziehen. Durch den dritte Person Erzähler bekommt der Leser einen guten Überblick und kann dabei mitfiebern und miträtseln.

    Nach bereits einigen gemeinsam gelösten Fällen mit Brennan und Esposito ist es immer wieder wie ein Treffen mit guten Bekannten, wenn man ein neues Buch von Tania Carver in den Händen hält. Phil Brennan ist immer wieder für sein unkonventionelles Ermitteln bekannt, doch dieses Mal übertrifft er sich selber, was wohl auch mit seinen privaten Problemen zusammenhängt. Auch Marina Esposito hat an ihrer privaten Situation zu knabbern und scheint noch nicht zu hundert Prozent sie selbst zu sein. Doch die gesamte Entwicklung hat mir gut gefallen und hat mich zufrieden zurückgelassen. Neben diesen beiden trifft man auf einige bereits bekannte Ermittler der Vorgänger, von denen mich gerade Phils Partner positiv überrascht hat.

    Mein Fazit

    Wer die Bücher von Tania Carver mag, wird es sich mit Sicherheit nicht nehmen lassen, weiterzulesen. Aber auch Quereinsteiger dürften inhaltlich keine allzu großen Verständnisprobleme haben, denn dank kleinerer Einstreuungen und Erwähnungen auf vorangegange Ereignisse erhält man einen guten Überblick. Alle anderen können sich dadurch noch einmal ins Gedächtnis rufen, was passiert ist. Mir hat dieser Band wieder wesentlich besser gefallen als noch sein Vorgänger und auch wenn ich schnell eine Ahnung hatte, blieb es doch spannend mitzuverfolgen, ob ich richtig lag, denn es gibt durchaus auch den Versuch, den Leser in die Irre zu führen.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Wunderschön geschrieben

    Nora ist fast vierzig und derzeit alles andere als glücklich in ihrem Leben. Vor einer Weile hat sie sich von ihrem Partner Simon getrennt und weiß seitdem nur sehr wenig mit sich selber und mit ihrem Leben anzufangen. Als sie vom Strand in Tenby träumt, kündigt sie kurzerhand ihren Job und reist in den kleinen Ort in Wales. Hier erhofft sie sich, mehr über ihre Familie zu erfahren, deren Vergangenheit stets ein Geheimnis war.

    Im Jahre 1956 lebt die zwölfjährige Chloe, die jeden Sommer bei ihrer Tante und ihrem Onkel die Sommerferien in Tenby verbringt. Hier lernt sie den zwei Jahre jüngeren Llew kennen, der in Tenby lebt. Obwohl er jünger ist als Chloe, wird er doch ihr allerbester Freund, denn Llew ist etwas besonderes mit seiner ruhigen und nach-denklichen Art. Doch dramatische Ereignisse bringen die beiden Freunde auseinander.

    Meine Meinung

    Das sehr harmonische Cover gefiel mir auf den ersten Blick und wirkt ansprechend und neugierig machend.

    Die Geschichte selber beginnt eher ruhig, denn Tracy Rees lässt sich Zeit, ihre Hauptcharaktere erst einmal vorzustellen. Doch auch wenn der Beginn ein sehr ruhiges Tempo hat, lässt sich das Buch sehr gut lesen, denn der Schreibstil der Autorin ist wirklich wunderschön. Es klingt sehr harmonisch und gefühlvoll und dank detailreichen Beschreibungen, sowohl von Gefühlen als auch von den Umgebungen, befindet man sich sehr schnell gemeinsam mit den Protagonistinnen in den kleinen, walisischen Ort Tenby versetzt.

    Die Geschichte spielt auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen, wobei wir uns zum einen gemeinsam mit Nora in der Gegenwart um 2014 herum und zum anderen gemeinsam mit Chloe in den Jahren 1956 und weitere befinden. Die Erzählung beginnt ruhig, doch so nach und nach spürt man, dass hinter der zunächst noch alltäglichen Geschichten vielmehr verbirgt. Man beginnt mitzurätseln, was hier vorgefallen ist und nachdem man von Nora erfährt, wer Chloe wirklich ist, beginnt man auch damit, in Gedanken Theorien zum Geschehen aufzubauen. Alles in allem gefiel mir hier das Zusammenspiel zwischen den authentisch wirkenden Charakteren und der malerisch beschriebenen Umgebung sehr gut und auch wenn ich zumindest eine Ahnung hatte, was geschehen ist, blieb es doch interessant und fesselnd. Also wer beim Einstieg noch seine Schwierigkeiten haben sollte, dem sei gesagt, dass es sich absolut lohnt, hier am Ball zu bleiben, denn die Entwicklung der Geschichte ist absolut gut umgesetzt.

    Ein personeller Erzähler in dritter Person führt den Leser durch die Geschichte und lässt den Leser langsam eine Beziehung zu den beiden im Mittelpunkt der Geschichte stehenden Frauen aufbauen. Man bleibt hier allerdings mehr der Beobachter des Geschehens, auch wenn man durchaus den Gefühlen, Gedanken und Wünschen der Protagonistinnen folgen konnte.

    Diese beiden Protagonistinnen waren es auch, die mich hier durchaus berühren konnten, auch wenn ich zu Beginn ein wenig Schwierigkeiten hatte, mich in Nora und deren zwiegespaltenen Gefühlen hineinzuversetzen. Eigentlich ist sie eine bodenständige Frau und das sie sich zunächst so von ihren plötzlichen Emotionen leiten ließ, klang nicht gleich schlüssig. Doch je besser ich Nora kennenlernte, desto eher wurde mir bewusst, wonach sie wirklich suchte. Genau wie Chloe ist sie eine authentische und glaubwürdige Protagonistin der Geschichte. Chloe hat mir von Anfang an sehr gut gefallen, sie ist ein sehr lebhaftes und aufgeschlossenes Mädchen, mit Träumen und Wünschen. Die Schicksale der beiden Frauen sind eng miteinander verknüpft und auch wenn man den wirklichen Zusammenhang zwischen den beiden recht schnell erhält, wird lange Zeit nicht klar, was einst wirklich geschehen ist.

    Neben den beiden Frauen gibt es noch eine gewisse Anzahl Nebencharaktere, bei denen in der Vergangenheit mir Llew sehr gut gefallen hat und der mich, genau wie Chloe, mit seiner ruhigen Art beeindruckt hat. In der Gegenwart sind es zunächst die jüngere Frau Kaitlin, die es schafft, Nora ein wenig aus ihrem Scheckenhaus zu holen und später der Mann, den Nora kennenlernt. Alles in allem sind die Nebencharaktere ausreichend gezeichnet und wirken dementsprechend mit auf die Handlung ein.

    Mein Fazit

    Ein schöner Roman über zwei starke Frauen und deren Träume und auch deren Liebe. Vor allem mit dem wunderschönen, harmonischen und atmosphärisch wirkenden Schreibstil konnte mich Tracy Rees in ihre Geschichte ziehen. Auch wenn der Beginn ein wenig zäh wirkte, so gelang es mir dank der emotionalen Sprache hier recht leicht, bei der Geschichte zu bleiben. Wer Geschichten auf zwei Zeitebenen mag, der sollte einmal in dieses Buch hineinlesen.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Absolute Überraschung

    Lilly kommt aus gutem Hause und wird seit mehreren Jahren an renommierten Schauspielschulen unterrichtet, in denen sie als großes Talent gilt. Doch Lilly hat es gar nicht so leicht, denn ihr Vater ist Konsul und so heißt es für die Familie immer wieder umziehen. Dabei wurde beim letzten Umzug ihr Herz gebrochen, als sich von ihrer ersten großen Liebe Erik trennen musste. Jetzt wurde Lilly ausgewählt, für einen amerikanischen Blogbuster der Heldin ihre Stimme zu verleihen. Während der Synchronisation des Filmes lernt sie Ben kennen, der die männliche Hauptrolle spricht. Dieser ist nur wenig älter als Lilly, doch er kommt aus einer zerrütteten Familie und lebt allein in einer kleinen heruntergekommenen Wohnung. Aber auch Ben hat Sorgen und das nicht zu knapp und das verbirgt er hinter einen großen Portion Sarkasmus. Während der Aufnahmen versuchen Ben und Lilly sich mehr oder weniger aus dem Weg zu gehen, doch bei gemeinsam eingesprochenen Liebesszenen ist dies gar nicht so einfach.

    Meine Meinung

    Das auf den ersten Blick schlichte Cover verfehlt seine Wirkung nicht, denn es spricht trotzdem gleich an und macht neugierig und wenn man den Inhalt der Geschichte kennt, passt dieses Cover einfach großartig.

    Auch die Geschichte rund um Lilly und Ben ist gleich von Beginn an fesselnd, denn man spürt schon auf den ersten Seiten, dass hinter Lilly eine ganze Menge mehr steckt, als das reiche Mädchen. Die beiden Autorinnen, die sich hinter dem Pseudonym Cleo Luchtenberg haben einen sehr flüssigen und gut zu lesenden Schreibstil, der auch für die Zielgruppe spannend zu lesen ist. Gerade ihre besondere Art, in der sie ihren beiden Protagonisten ihre Stimmen verleihen, lassen dieses Buch authentisch wirken. Mich konnte diese Geschichte auf jeden Fall mehr als positiv überraschen, denn erwartet hatte ich eine leichte Jugendliebesgeschichte mit Filmklischees und erhalten habe ich eine tiefgehende Geschichte, die nachdenken lässt.

    Neben den beiden wechselnden Perspektiven zwischen Lilly und Ben erleben wir hier in diesem Buch auch noch etwas besonderes, nämlich den Blick hinter die Kulissen eines Films. Wir dürfen gemeinsam mit Lilly ein wenig des Drehbuches lesen und erleben neben der Hauptgeschichte auch noch ein wenig vom Blockbuster des Filmes. Das ganze hat auch etwas besonderes, denn man spürt, wie gerade Lilly auf der Suche nach sich selbst, immer mehr in ihrer Rolle der Payton aufgeht.

    In Ich-Form erzählen die beiden Hauptcharaktere ihre Geschichte, zuerst geben sie einen Eindruck über ihr Leben, aber so nach und nach lassen sie den Leser auch ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben. Das lässt die Nähe zu den Charakteren wachsen und man konnte sich durchaus in beide Perspektiven hineinversetzen.

    Die Charaktere sind es auch, die für mich dieser Geschichte ihren ganz besonderen Reiz ausmachten. Sie lassen eine Teenieliebesgeschichte zu etwas besonderem werden, in dem sie einfach sie selbst bleiben.

    Lilly kommt aus reichem Hause, ihr Vater ist Konsul und das zwingt sie immer wieder dazu, mit ihrer Familie umzuziehen. Freundschaften aufzubauen und vor allem bestehen zu lassen, fällt ihr sehr schwer. Von Beginn an hat sie eine Zerbrechlichkeit und EInsamkeit an sich, bei der man sie gerne beschützen würde. Das spiegelt sich auch in Bens Gedanken, als er Lilly das erste Mal begegnet. Aber so nach und nach bekommt Lilly mehr selbstvertrauen und zeigt, wer hinter ihrer Fassade steckt.

    Ben ist da ähnlich, zwar tritt er ganz anders auf als Lilly, doch auch er hat eine Hintergrundgeschichte. Seine Mutter leidet unter Depressionen und war immer wieder in Anstalten, den Kontakt zu ihr hat er abgebrochen. Sein Vater lebt mit neuer Frau und kleinem Bruder in einer kleinen Wohnung und ausser Phrasen hat er nur wenig für seinen Sohn zu geben. Das lässt Ben auf den ersten Blick nur so vor Sarkasmus strotzen und doch steckt auch hinter ihm viel mehr. Gemeinsam mit Lilly entdeckt auch er sich selber und die Entwicklung zwischen den beiden und jeder für sich, las sich absolut authentisch und überzeugend.

    Mein Fazit

    Ein wirklich tolles Jugendbuch, das mich völlig überraschen konnte, mit seiner tiefsinnigen und gefühlvollen Geschichte. Toll erzählt und auch jung und modern, so dass es hier auch absolut ansprechend auf die Zielgruppe wirken dürfte, fliegen die Seiten dieses Romans nur so dahin beim Lesen. Vor allem aber die beiden Protagonisten der Geschichte haben es mir angetan, denn sie waren einfach zwei wunderbare, authentische Charaktere. Lesetipp für Jugendliche und alle die, die gerne Jugendbücher lesen.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Konnte mich nicht überzeugen

    Eine Seite im Internet, auf der man sein Haus für eine kurze Zeit mit einem anderen tauschen kann?! Das klingt im ersten Moment perfekt, denn Caroline und Francis möchten sich eine kurze Auszeit nehmen. Als ihnen dann ein Haus in der Nähe von London zum Tausch angeboten wird, greifen sie zu. Doch in dem Haus, das auf dem ersten Blick schon fast steril und unbewohnt wirkt, passieren so nach und nach immer mehr Dinge, die Caroline an jemanden erinnern, den sie schon lange versucht zu vergessen. Caroline wird misstrauisch, ist sie hier in eine Falle getappt? Und wenn ja, wem hat sie dann ihre eigene Wohnung in Leeds anvertraut?

    Meine Meinung

    Das Cover wirkt noch recht unscheinbar, doch der Klappentext des Psychothrillers klang so viel versprechend, dass ich neugierig wurde.

    Durch einen sehr leichten und angenehmen Schreibstil gelingt es auch sehr gut, in das Buch zu finden, doch leider bleibt es lange Zeit sehr flach. Wirkliche Spannung kommt nicht auf, da die Autorin sich zu sehr daran aufhält, alltägliche Begebenheiten aus Carolines und Francis Leben zu beschreiben. Dadurch verlor die Geschichte auch immer mehr meine Aufmerksamkeit und es fiel mir schwer, am Ball zu bleiben. Es folgen zwar noch der ein oder andere Plotttwist, doch teilweise so spät, dass es mich einfach gar nicht mehr so überraschen konnte. Sehr schade, denn die Autorin weiß durchaus, womit sie diesen Überraschungsmoment bringen konnte, doch bis dahin fehlten mir völlig der Thrill, vor allem der Psychothrill. Gerade bei einem Psychothriller erwarte ich subtile Spannung, es muss mich fesseln, entsetzen, die Person der Handlung muss mein Mitgefühl erhalten, all das kam hier einfach für mein Empfinden nicht zu Stande.

    Es gibt hier diverse Erzählebenen, mal in der Gegenwart, mal in der Vergangenheit. Dabei bekommt der Leser seinen Eindruck darüber, was vorgefallen ist und warum Caroline auf manche Momente reagiert. Doch nicht nur die Zeit macht Sprünge, auch die Perspektiven wechseln, zwischen Caroline und ihrem Mann Francis und einem unbekannten Dritten, von dem ich schnell eine Ahnung hatte, um wen es sich handelte. Diese gesamte Mischung ließen den Psychothriller wie ein vorhersehbares Ehedrama wirken.

    Vielleicht ist hier auch einfach das Genre falsch gewählt, denn wie ich bereits erwähnte, fehlte mir die Spannung, die mich dazu bringt, Nägel zu kauen und den Adrenalinspiegel zu steigern. Endlos lange Beschreibungen von Erinnerungen und Kleinigkeiten machten es mir sehr schwer, einen Bezug zu den Charakteren zu finden.

    Die Charaktere waren mir ebenfalls zu vorhersehbar in ihren Handlungen, schon allein Caroline, die hier doch wohl die Person sein sollte, mit der man mitfühlt und in die man sich hineinversetzen sollte, blieb mir fremd. Zwar hatte ich zu Beginn des Buches durchaus noch Verständnis für sie und ihre Handlungen, doch je gewlangweilter ich von der Geschichte wurde, desto gelangweitler war ich auch von Caroline. Als Protagonistin, die sogar in der Ich-Form erzählt, hätte ich mir erwartet, dass sie mich auf irgendeine Weise berühren würde, aber ich blieb hier der teilnahmslose Beobachter. Francis hatte ich zu Beginn noch völlig falsch eingeschätzt, aber nicht, was seinen Charakter betraf, sondern eher seinen Beruf. Letzten Endes konnten mich dann auch die Charaktere nicht begeistern.

    Mein Fazit

    Ein Psychothriller der meiner Meinung nach gar keiner war und mich eher ernüchtert zurücklässt. Viele Momente blieben vorhersehbar und Überraschungsmomente kamen zu spät, um noch wirklich mitzureißen. Sprachlich lässt sich das Buch leicht lesen, aber auch da wurden mir die endlosen Beschreibungen einfach zu viel des Guten. Vielleicht würde es dem Buch gut tun, wenn es als Ehedrama bezeichnet würde und nicht als Psychothriller und auch den Klappentext fand ich hier sehr irreführend, klang dieser doch für mich nach einer Geschichte mit ganz viel subtiler Spannung.


    Evelyne, Evie, hat es geschafft und darf endlich wieder normal zur Schule gehen, denn was für andere selbstverständlich ist, war für sie für lange Zeit eine furchtbare Qual. Evie leidet unter Zwangsstörungen und Angstzuständen. Doch nun lernt sie Ethan kennen und nimmt ihn mit zur Fete ihrer Freundin Jane, die seitdem sie mit dem Metalfan Joel zusammen ist, nur noch an diesem klebt. Doch während Evie bei der Fete ihre schon zuvor sternhagelvolle Begleitung verliert, trifft sie auf eine ehemalige Klassenkameradin Lottie und deren Freundin Amber. Die Mädchen freunden sich an und schon bald werden sie zu den Spinster Girls, die sich so schnell nicht vorschreiben lassen, wie sie so sein sollen.

    Meine Meinung

    Das Cover des Buches wirkt geheimnisvoll und macht neugierig, das Buch zumindest einmal in die Hand zu nehmen, um auf den Klappentext zu schauen.

    Auch der Einstieg gelingt rasch, denn man merkt, dass Evie etwas verbirgt, allein schon auf Grund der Einblendung ihrer derzeitigen Medikation, doch es wird nicht sofort klar, was hinter ihrem Verhalten steckt. Man kann es natürlich schnell erahnen, aber direkt aussprechen fällt Evie sehr schwer und genau dieses Gefühl transportiert die Autorin sehr gut mit ihrer Sprache. Denn sprachlich ist es schon recht jung und modern gehalten und gleichzeitig spürt man, dass Evie längere Zeit abgeschottet war. Der Schreibstil der Autorin hat mir auf jeden Fall sehr gut gefallen und sie lässt die Seiten der Geschichte durch ihre angenehme Sprache verfliegen. Allein vom Sprachlichen finde ich diese Geschichte auch sehr passen und emotional genug für junge Leserinnen und Leser erzählt.

    Inhaltlich geht es zum einen um typische Mädchenthemen, wie schaffe ich es, das sich ein Junge für mich interessiert etc. Aber es geht hier noch deutlich in die Tiefe, gerade wenn es um Evie und ihre Psyche geht. Diesen Zwiespalt der jungen Evie hat die Autorin sehr gut dargestellt. Man spürt, dass sie sich für ihre Krankheit schämt, auch wenn sie weiß, dass sie nichts dafür kann. So ist es eine Geschichte, die mich nachdenklich werden ließ, aber tatsächlich auch immer wieder zum Schmunzeln brachte. Was auch oft an den Dialogen liegt und an Evies teils sehr ironischen und auch selbstironischen Gedanken. Dadurch schafft es aber auch die Autorin, dieses doch intensive und ernste Thema so locker zu spiegeln, dass es nicht langweilig wird. Gerade jüngere Leser bekommen hier sehr deutlich vermittelt, dass psychische Krankheiten durchaus nichts sind, für das man sich schämen müsste.

    Erzählt wird aus der Ich-Perspektive durch Evie. Dadurch lernt man sie sehr gut und intensiv kennen. Sie ist auf der einen Seite sehr vorbelastet durch ihre psychische Krankheit, möchte aber unbedingt auch dazu gehören. Manches Mal handelt sie selbst rücksichtslos, auch wenn sie es besser wissen sollte. Doch sie wirkte immer glaubhaft und authentisch und letzten Endes wie ein typischer Teenager. Ich mochte sie und habe gerne von ihrer Geschichte erfahren.

    Es gibt auch einige Nebencharaktere, die hier Einfluss auf die Handlung nehmen. Allen voran natürlich die Freundinnen Amber und Lottie, ein wenig noch Jane, die aber auf ihren rosaroten Wolken schwebt. Gerade die Mädels mochte ich aber sehr und ich bin schon gespannt darauf, mehr über sie zu lesen.

    Mein Fazit

    Eine Geschichte, die mit Gefühl, aber dabei ohne bierernst zu wirken, von Evie und deren psychische Erkrankung erzählt. Interessante Charaktere, ein flotter und fesselnder Schreibstil und eine, gut teilweise klischeehafte, zum großen Teil aber unterhaltsame Handlung, ließen die Seiten beim Lesen verfliegen. Spinster Girls, Was ist schon normal? ist der erste Teil einer Reihe, die gerade für Tennies, vor allem für Mädchen, gute Unterhaltung bringt. Es geht um Freundschaft, sowohl zu Jungs, als auch zu Freundinnen, um Zusammenhalt, aber auch um Schwierigkeiten eines jungen Menschen. Toll, locker, aber auch einfühlsam, Leseempfehlung vor allem für Jüngere!


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