Was ist Social Reading?

Definition und Geschichte

Social Reading verbindet Leser und Autoren über geografische Distanzen hinweg.

Social Reading beschreibt den Austausch über Bücher im Internet, der zu einem gemeinsamen Leseerlebnis führt. Es handelt sich bei Social Reading um ein junges Phänomen mit alten Wurzeln. Das organisierte gemeinschaftliche Lesen wurde erstmals im frühen 18. Jahrhundert in Lesegesellschaften praktiziert. Es trafen sich hauptsächlich bürgerliche, aber auch adlige Leser in Gemeinschaften zum Gedankenaustausch über Gelesenes. Während in den USA book clubs bis zum heutigen Tage populär sind, entwickelte sich Lesen im 20. Jahrhundert hierzulande mehr und mehr zu einem individuellen Zeitvertreib.

Social Reading heute

Mit den fortschreitenden Möglichkeiten der digitalen Welt entstanden schließlich Social-Reading-Portale wie BücherTreff.de. Sie ermöglichen es Lesern auch ohne lokale Treffen und sogar unabhängig von geografischen Distanzen über Bücher und Autoren zu sprechen. Diese Communitys können inzwischen über Smartphones und Tablets jederzeit, auch zwischendurch und von unterwegs genutzt werden. Sie vereinen Menschen verschiedenen Alters und unterschiedlichen Lesegeschmacks, wobei meist die Unterhaltungsliteratur im Fokus des Interesses liegt. Zudem stehen buchspezifische Funktionen, wie virtuelle Bücherregale, Wunschlisten und Lesestatistiken zur Verfügung, die nicht nur der Dokumentation des eigenen Leseverhaltens dienen, sondern auch mit anderen Lesern geteilt werden können. Darüber hinaus können, wie im Falle von BücherTreff.de "Buchnachbarn", also Leser mit ähnlichen Leseinteressen, gefunden werden, um sich so sehr zielgenau zu vernetzen.

Ein Konzept für Leser, Autoren und Verlage

Die Literaturcommunitys werden jedoch nicht nur von Lesern besucht, sondern auch von Autoren. Diese können Hintergrundinformationen zur Entstehung ihres Buches, wie Ideen und Intentionen beisteuern, Fragen der Leser beantworten, aber auch selbst die Einschätzungen zu bestimmten Textstellen oder Wahrnehmungen einzelner Charaktere erfragen. So entsteht ein spannender Austausch über die Leser-Leser-Grenze hinweg. Auch Verlage unterstützen das Social Reading. Sie geben kostenlos Bücher für Aktionen, wie zum Beispiel Leserunden, heraus und stellen ihre Titel so gezielt zur Diskussion.

Möglichkeiten im Bildungsbereich

Neben dieser Form des Social Readings als Revolution der Lesegesellschaften gibt es noch eine zweite Form, bei der sich mittels Kommentaren direkt am Text ausgetauscht wird. Diese Variante beschränkt sich folglich auf E-Books bzw. digitale Texte und deren Käufer - sofern die Inhalte nicht kostenlos zur Verfügung stehen. Dieses Konzept ist bisher weniger verbreitet, großes Potential liegt jedoch im Bildungsbereich, da sehr genau einzelne Textstellen markiert und diskutiert werden können.

Social Reading beweist, dass das Buch kein totes Medium ist und auch im 21. Jahrhundert eine lebendige Lesekultur besteht.

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