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Ruben Philipp Wickenhäuser

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Juli 2010

Leser über die Bücher von Ruben Philipp Wickenhäuser

Rezensionen, Meinungen und Kommentare

  1. Meine Meinung Peter Stubbe, Protestant, übernimmt den Hof seines…

    Beitrag von Henriette66 zu "Die Seele des Wolfes: Der zweifelhafte R..."
    Meine Meinung Peter Stubbe, Protestant, übernimmt den Hof seines verstorbenen Bruders. Ludwig Stubbe und Frau haben den Hof übergangsweise geführt, mehr schlecht als recht. Mit der Zeit wird Peter Stubbe geachtet und akzeptiert. Im Laufe der Zeit geschehen Morde, die einem Werwolf unterstellt werden, denn die Menschen in der Umgebung hören immer wieder Wolfsgeheul. Die Bevölkerung ängstigt sich immer mehr, sodass die Gerüchte immer weiter ausgeschmückt werden. Um dem allem ein Ende zu setzen…
  2. Die Seele des Wolfes hat mich, als ich das Cover sah, sofort…

    Beitrag von FallenAngel zu "Die Seele des Wolfes: Der zweifelhafte R..."
    Die Seele des Wolfes hat mich, als ich das Cover sah, sofort angesprochen (der Titel ist einfach ein super "Aufreißer" wie es so schön heißt). Der Klappentext verriet dann einen wunderbar spannenden Roman über die Geschichte einer realen Person, was mein Interesse endgültig weckte. Inhaltsangabe (laut Verlags-Webseite): Eine Serie grausamer Morde erschüttert in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts die Umgebung von Köln. Als ein Opfer mit herausgerissener Kehle gefunden wird und wenig später…

Beantwortete Fragen

  1. Sie sind einer der Mitbegründer des Autorenkreis Historischer Roman Quo Vadis, einem Zusammenschluss vieler professioneller Schriftsteller zum Erfahrungsaustausch untereinander. Was war Ihre Motivation hinter diesem Projekt?

    Ruben Philipp Wickenhäuser 28.05.2010

    Als ich 2002 gemeinsam mit Titus Müller von einem Stammtischtreffen des Verbands Deutscher Schriftsteller zur U-Bahn gegangen bin, ist uns aufgefallen, daß es zwar mit dem SYNDIKAT eine Vereinigung von Krimiautoren gibt, daß wir aber in "unserem" Genre - dem Historischen Roman - derlei noch nicht kannten. Also haben wir kurzerhand beschlossen, einen solchen Kreis aus der Taufe zu heben: Es gibt ja viele Themen, die speziell den Historischen Roman betreffen. Von Fragen der Verlagszusammenarbeit über Recherchearbeit bis hin zu spannenden Stilfragen. Beispielsweise, ob und in wieweit eine historisierende Sprache legitim und zweckmäßig ist.
  2. Wie können wir uns denn den Austausch zwischen den Autoren vorstellen? Wie läuft ein Treffen ab?

    Ruben Philipp Wickenhäuser 28.05.2010

    Zum einen dient ein solcher Kreis natürlich erst einmal dazu, überhaupt andre Autorinnen und Autoren kennenzulernen, die im gleichen Metier arbeiten. Dementsprechend gibt es dann regionale Treffen, mal lose, mal in Stammtischform, wo man sich dann über seine Arbeit austauscht, neue Ideen zum Beispiel zu gemeinsamen Veranstaltungen bekommt und sich einfach so besser kennenlernt. Aus den Bekanntschaften werden hier und da Freundschaften und gelegentlich auch gemeinsame Buchprojekte. Die Historicae, die Jahrestreffen von Quo Vadis, haben wir von vorneherein als Kombination aus interner Besprechung und öffentlicher Lesung angelegt. Schon 2002 haben wir das mit den sieben Gründungsmitgliedern so gemacht. Dies hat sich ausgezeichnet bewährt - inzwischen reicht ein Wochenende kaum aus, um die lange Lesenacht, die Literaturpreisverleihung, Podiumsdiskussionen und Vorträge und nicht zuletzt die Vollversammlung zu schaffen. Das ist schon eine tolle Sache: Wir treffen uns zum Beispiel auf einem Schloß - wie 2009 in Bergedorf -, nehmen an hochinteressanten Veranstaltungen Teil, können uns auch noch über ein dankbares Publikum freuen und haben ein Wochenende, wie wir es jeder für uns so kaum erleben würden. Da wir oft in Städten zu Gast sind, die die Historica in ihr Jubiläum einbetten, gibt es extra Führungen durch Museumsleute und die Geschichte der jeweiligen Stadt. Und nebenbei wird dabei die Zukunft des Autorenkreises weitergeplant und neue Projektideen schlagen Wurzeln. Da ich die ersten Jahrestreffen selber mitorganisiert habe, weiß ich zwar nur zu gut, daß einige dabei sehr viel Arbeit haben, aber die Hauptorganisatoren wechseln ja jedes Jahr mit dem Veranstaltungsort.
  3. Gibt es eine Art Kodex, wie z.B. die Erwähnung des Ideengebers?

    Ruben Philipp Wickenhäuser 28.05.2010

    Wie ist die Frage zu verstehen? Ein solcher Kodex ist mir nicht bekannt, aber wenn damit Romane gemeint sind, dann ist es natürlich eine gute Sache, den Ideengeber zu erwähnen. Wenn es denn einen gibt. Allerdings können überschwängliche oder zu detaillierte Danksagungen schnell etwas peinlich wirken.
  4. Ja, wir meinten in der Tat die Romane, daher war Ihre Antwort goldrichtig. Schwenken wir nun weiter zu Ihrem Buch: Es geht um den im 16. Jahrhundert als Werwolf verurteilten Peter Stubbe, der mehrere Menschen brutal ermordert haben soll. Wie sind Sie darauf gekommen, gerade diese Thematik in Ihrem Roman abzuhandeln?

    Ruben Philipp Wickenhäuser 28.05.2010

    Ein guter Freund und Arbeitskollege ist Kriminologe und Experte für Serienmord. Das brachte die Idee, ein Buch über einen Serienmörder zu schreiben. Und da ich Historische Romane schreibe, war die Kombination aus seiner psychologisch-kriminologischen Expertise über das "Innenleben" eines Serienmörders und dem wohl ersten neuzeitlichen deutschen Serienmordfall, der international sozusagen durch die Regenbogenpresse ihrer Zeit ging, natürlich sehr reizvoll.
  5. Sind Sie beim Schreiben chronologisch vorgegangen, oder starteten Sie "in medias res" und schrieben dann "häppchenweise"?

    Ruben Philipp Wickenhäuser 28.05.2010

    Üblicherweise chronologisch. Es gibt jedoch Szenen, die plötzlich so lebendig im Kopf sind, daß sie einfach rauswollen - die sollen dann auch nicht gezäumt werden. Das sind dann Inseln, zu denen im laufe der chronologischen Schreibarbeit aufgeschlossen wird.
  6. Gab es eine Stelle in Ihrem Buch, an der Sie nicht weiterschreiben konnten oder wollten, weil es gerade so ergreifend/schrecklich war? Inwieweit fiebern Sie persönlich beim Schreiben da überhaupt mit?

    Ruben Philipp Wickenhäuser 28.05.2010

    Nun ja. Das Schreiben ist, wenn es gut läuft, wie eine Art Rausch. Da die Handlung selber aber durchaus nüchtern geplant wird - bei Stubbe handelt es sich ja um einen Fall, bei dem zahlreiche historische Eckdaten zu berücksichtigen sind - kann bei einem solchen Thema schon einmal ein mulmiges Gefühl aufkommen. Angesichts des Eintauchens in die fiktive Psyche eines so bizarren Täters kann einem schon manchmal ziemlich mulmig werden. Da hat mich die Arbeit an einem Fach/Sachbuch über School Shootings, Amokläufe von Jugendlichen an Schulen, allerdings sicher abgehärtet. Die Realität ist ungleich bedrückender als die reine Vorstellung.
  7. Denken Sie beim Schreiben oft daran, wie das Buch bei den Lesern ankommen wird oder sind Sie so von der Geschichte vereinnahmt, dass das während dem Entstehen des Buches eher eine untergeordnete Rolle spielt?

    Ruben Philipp Wickenhäuser 28.05.2010

    Über Geschmack kann man ja ohnehin nicht streiten. Mir ist es wichtig, eine möglichst gute literarische Qualität zu bieten und einen Denkprozeß beim Leser anzustoßen. Sowohl Bildung, als auch das Eröffnen neuer Perspektiven und Sichtweisen ist ja ein ganz wesentlicher Bestandteil der Literatur.
  8. Wie wichtig war es Ihnen, eine "deutsche Geschichte" zu schreiben? Wollen Sie in der Zukunft lieber weiterhin über historische Ereignisse in/aus Deutschland schreiben oder auch mal das Land wechseln?

    Ruben Philipp Wickenhäuser 28.05.2010

    Als Deutscher habe ich zu dieser Kultur und ihrer Entwicklungsgeschichte natürlich einen besonders engen Bezug. Auch regional ist das von Bedeutung, und damit auch, was das Einfühlen in die Handlungsumgebung betrifft. Andererseits arbeite ich gerade an einem Buch über die Wikinger, das zunächst in Norwegen spielt, um den König Olaf Tryggvason; aber auch da fühlte ich mich noch wohler, als mein Held in Haithabyr anlandete - das freilich damals dänisch gewesen ist - und sich im Augenblick dort herumtreibt. Schon früher hatte ich Jugendbücher zu Indianern geschrieben, aber das war eine andere Atmosphäre als bei den Büchern, die auf deutschem Gebiet spielen.
  9. Inwieweit haben Sie und der Roman denn selbst aus dem Autorenkreis profitiert? Möchten Sie jemandem speziell danken?

    Ruben Philipp Wickenhäuser 28.05.2010

    Direkt fürs Buch profitiert kann man wohl nicht sagen. Die ganze Arbeit profitiert vom gemeinsamen Austausch. Zu danken habe ich vor allem meinem besagten Kollegen, Dr. Robertz vom Institut für Gewaltprävention und angewandte Kriminologie, aber der hat nichts mit Quo vadis zu tun. Und Herrn Peter Kremer, der den Werwolf von Bedburg in der erzählerisch-sachlichen Fallsammlung "Wo das Grauen lauert" liebevoll umsorgt hat. Und nicht zuletzt dem guten Freund Kosta Fritsch.
  10. Können Sie sich auch vorstellen mal ein Buch in einem komplett anderen Genre anzusiedeln oder ist nur dieses Genre "Ihr Ding"? Verpflichtet der Autorenkreis vielleicht sogar?

    Ruben Philipp Wickenhäuser 28.05.2010

    Nein, der Autorenkreis verpflichtet gewiss nicht! Ich schmiede mir doch nicht meine eigenen Fesseln. Ein genuines Merkmal der Schriftstellerei ist ihre Freiheit und ihre Wirksamkeit in gesellschaftlicher Hinsicht. Gerade schreibe ich mit dem Kriminologen an einer Kombination aus Erzählung und Sachbuch über Jugendgewalt für den Herbig-Verlag. Ich habe viele Ideen, auch für politischere Bücher, für Jugendbücher und vieles andere. Aber alles zu seiner Zeit. Und was davon etwas wird ... die Zeit wird es zeigen.
  11. Was gefiel Ihnen bisher besser: Gemeinschaftsromane oder allein geschriebene Bücher herauszubringen und warum?

    Ruben Philipp Wickenhäuser 28.05.2010

    Natürlich "eigene" Bücher zu schreiben. Gemeinschaftsromane sind eine schöne Abwechslung und ein hervorragendes Training in Sachen Projektplanung und Moderation. Sie schärfen den Sinn für Schreibstil und Handlung. Aber sie sind doch stets nur ein Nebenschauplatz. Ich denke, das Kapitel kann ich getrost als abgeschlossen bezeichnen.
  12. In Ihrem Profil der Verlagsseite steht, dass Sie eine Jugger-Mannschaft anführen. Was genau ist Jugger?

    Ruben Philipp Wickenhäuser 28.05.2010

    Ein völlig neuer Sport, der Mannschaftssport wie Football und Individualsport wie Fechten in sich vereint. Für Passanten ist der Anblick recht ungewöhnlich, weil der Eindruck entsteht, zwei Fünfermannschaften würden sich mit übergroßen Stangen und einer Dreimeterkette beharken. Es geht darum, daß vier Spieler ihren einen Läufer schützen, der die Nachbildung eines Hundeschädel ins Tor trägt, und dazu müssen sie ihre Gegner leicht abschlagen. Das klingt gewaltig, ist aber wohl harmloser als Fußball und erfordert Flinkheit und Fairness, nicht Kraft. Die Idee stammt aus einem Endzeit-Film - daher auch der Hundeschädel anstelle eines Balles! Wir erwarten im Herbst zur Deutschen Meisterschaft in Berlin 40 Teams, inklusive Australien, Spanien und Irland. Jugger ist das perfekte Gegengewicht zur Schreibtischarbeit, ein disziplinierter Sport und dennoch voller Kreativität. Ich empfehle ganz uneigennützig einen Blick auf http://jugger.uhusnest.de.
  13. Ihr Wunsch für die Zukunft?

    Ruben Philipp Wickenhäuser 28.05.2010

    Daß mein Sohn zu einem glücklichen Menschen heranwächst. Und vielleicht auch mal ein Romanvertrag, der sich nicht so liest wie der Ausverkauf des Autors - aber ich will nicht träumen! Nein, einfach meinem Beruf gut, und möglichst besser, weiter nachzugehen, der Schriftstellerei. Wer neugierig ist, kann sich einen Einblick über meine Arbeit, die Romane und Sachbücher, Hörproben und Hörgeschichten unter uhusnest.de verschaffen.

Bücher von Ruben Philipp Wickenhäuser

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