Beiträge von Farast

    Zweites Buch - Zehntes bis zwölftes Kapitel


    Da hat sich ja recht viel in Bewegung gesetzt. Nach der Ankündigung Darnays empfand ich besonders interessant die Reaktionen des Doktors. Ich hoffe, dass uns Dickens nicht zu lange in Stich lassen wird und wir bald mehr Informationen über den Doktor bekommen.


    Das elfte Kapitel ist passenderweise (jedenfalls mal in der deutschen Ausgabe) mit "Ein Gegenstück" überschrieben. Auch unser Stryver interessiert sich für das Fräuleinchen. Aus Neigung, wie er so hübsch sagt :roll: Und wenn er schon dabei ist, dann sollte sich auch Carton gefälligst in nächster Zeit verheiraten. Und das Ganze auf eine Art und Weise, das ich ihm recht gerne den Punsch übergeschüttet hätte, den Carton da gerade zubereitet hatte. Brrr, Stryver ist sowas von selbstgefällig.


    Das zwölfte Kapitel (Der Mann aus Zartgefühl) hatte mich köstlichst amüsiert. Herrlich! Das hätte ich Mr. Lorry so nicht zugetraut.



    Ich würde es nur vielleicht, eventuell mal schön finden, wenn sich so langsam etwas ähnliches wie eine Handlung herausschälen würde. Ich kann mir zwar vorstellen, in welche Richtung es geht, bis jetzt erscheint mir das alles aber noch etwas unzusammenhängend.

    Ich weiß ja, dass Dickens irgendwann alle Fäden in die Hand nehmen und die ersten verknüpfen wird, aber ich gestehe, ich werde auch so langsam ungeduldig.


    Ich lese/höre parallel gerade "Norden und Süden" von Elizabeth Gaskell, und das ist für mich eine spannende Parallel-Lektüre.

    Da geht es mir wie Squirrel , das Buch liegt auch auf meiner gedanklichen Leseliste.


    Mir ist mal wieder das Leben dazwischen gekommen, meine Kinder haben Scharlach, den Großen hat es ganz schön erwischt

    Oh je :friends: Und dann gleich mal alle zusammen :-? Gute Besserung für deine Kinder!




    Morgen habe ich einen Ärztetag. Morgens habe ich das Vergnügen einer Wurzelbehandlung bei meiner Zahnärztin und nachmittags geht es zur Routineuntersuchung (hoffentlich kann ich bis dorthin wieder sprechen :loool:) zu einem anderen Arzt. Kann sein, dass ich die nächsten Tage etwas stiller bin. :wink:

    44. Das Buch, das in Deinem echten Bücherregal ganz oben links steht


    Welches Regal nehme ich denn? :lol: Ich habe mich aus Faulheitsgründen für das (eigentlich die) am nächsten gelegene im Wohnzimmer entschieden. Meine ungelesenen Bücher sind nach Sachbücher und Belletristik sortiert und dann nach Farbe. Dazu kommen noch Bücher, die ich immer gerne in meiner Nähe habe, wie Gedichtbände, Lieblingsbücher usw. Und nicht zu vergessen mein Science-Fiction/Fantasy-Türmchen, das sich auf einem Lautsprecher stapelt.


    Den Ministapel meines Mannes (oben links auf dem Regal) ignoriere ich mal und nehme das nächste Buch von mir und das wurde dann die Kassette mit "Deutsche Erzähler" in denen ich hin und wieder mal schmökere.


    Schöne Frage heute, war witzig :lol:

    Du schreibst:"Beharrlichkeit einer Norne"


    Steht das tatsächlich so bei Dir? Bei mir heißt es "Beharrlichkeit einer Nonne", und das

    ist ja was anderes.

    Das Bild einer Norne gefällt mir hier wesentlich besser, und dazu passt auch beklemmend gut, dass

    die Nornen ja auch mit Fäden arbeiten, mit Lebensfäden...

    taliesin hat dir ja inzwischen weiterhelfen können. Ein tolles Bild, das Dickens da wieder bringt mit der Norne. Nonne passt doch in diesem Zusammenhang wie die Faust aufs Auge und macht keinen Sinn :shock:



    "A Tale" erschien ja parallel in einem Weekly (All the Year Round) und in einem Monthly und der Herausgeber meiner Ausgabe weist darauf hin, dass es kleine Unterschiede zwischen diversen Ausgaben gibt.

    Wirklich interessant das es auch noch in den Original-Ausgaben Unterschiede gibt. Mit den von euch genannten Übersetzungsmöglichkeiten fühle ich mich wohler. Das andere hatte ja wie gesagt einfach keinen Sinn für mich gegeben.



    Gut, dass es jetzt nur noch einen von ihnen gibt. Das beruhigt mich............ :wink:

    Der war gut! :lol:




    Zweites Buch / Neuntes Kapitel


    Interessante verwandtschaftliche Beziehungen tun sich da auf :lechz: Das Gespräch, diese unterschwelligen Spitzen und als Sahnehäubchen die Beschreibung der Nacht, die Squirrel schon genannt hatte, war einfach genial! Wobei ich es auch ganz schön gewagt von dem Neffen fand, nach einem derartigen Prozess, wieder zurück in seine Heimat zu reisen.

    Da wurde so viel in dem Gespräch angedeutet. Mit am interessantesten fand ich die Bemerkung über den Doktor und seine Tochter. Welche Verknüpfungen werden sich da wieder auftun?

    43. Ein Buch, das Dir gefällt, bei dem Du aber mehrere Anläufe gebraucht hast


    Ich habe zwei oder drei Anläufe für das Buch gebraucht. Mir ging die Protagonistin so auf die Nerven und ich hatte Null Verständnis für sie. Außerdem schrieb der Autor so zäh und so langweilig für mein Gefühl. Das änderte sich allerdings im fortgeschrittenen Lebens- und Lesealter sehr. Und jetzt gehört es zu einen meiner Lieblingsbücher und Fontane zu einem tollen Autor.

    Das von dir verlinkte Buch ist aber nicht der erste Band der Reihe, sondern der ersten Teil des zweiten Bandes. Aber ich vermute, dass du das wahrscheinlich auch gemeint hast, oder? :wink:

    Ups :uups: Ähm, ja, natürlich! Ja, ja, ich meinte den ersten Teil des zweiten Bandes oder so. Genau den wollte ich natürlich verlinken, wäre ja unsinnig den ersten Band zu verlinken :-,O:-) (Ich geh mal meine Brille putzen :pale:)

    Oh, ich hätte jetzt vermutet, dass es sich um Gaspard, den Vater des Kindes, handelt. Und dass er spontan das "Bündel" versteckt hat (wissend, dass die Frauen sich notfalls kümmern), um eben unter der Kutsche mitfahren zu können. Was er genau tun könnte, hat er vielleicht nicht gewusst, nur, dass er den Marquis mit diesem Totschlag nicht einfach davon kommen lassen will.

    Fast hätte ich ja gesagt und dann ist mir eingefallen das Monsieur Defarge ja verschwunden war, während der Vater des Kindes noch länger beschrieben wurde. Jedenfalls soweit ich es mitbekommen hatte.

    Das Kind ist tot, aber das hieß damals leider nicht, dass nicht der Vater dafür verantwortlich gemacht würde. Insofern wäre ich an seiner Stelle auch mit dem toten Kind verschwunden....

    Aber wieso versteckt er es dann? Wie gesagt, ich hätte mein Kind begraben wollen. Das verwirrt mich wirklich etwas. Das er sich ziemlich schnell aus der Sichtweite des Marquis verschwinden mochte, das kann ich nachvollziehen. Wäre unter Umstände nicht so glimpflich für ihn verlaufen in dieser Zeit, wenn er ihn noch länger aufgehalten hätte.


    Ich gehe fest davon aus, dass Defarge die Münze zurückwarf und er auch derjenige unter der Kutsche war.

    Dann bleibt es also wie immer spannend warum er das tat. Dickens schreibt nicht nur unglaublich gut, sondern auch noch sehr spannend! Er versteht einfach sein Handwerk :drunken:

    Ich glaube auch, dass die Geschichte im Tower, die Mr. Darnay erzählt mit Dr. Manette im Zusammenhang steht. Und wieder graben ... ausgraben.

    Danke ans Erinnern! Das hätte ich fast wieder vergessen. Es ist wirklich so wie es hier immer wieder anklingt, man braucht seine ganze Konzentration auf das Buch. Wobei ich mir von Herzen eine bessere Übersetzung wünschen würde.


    Das wird später noch erklärt, irgendwann diese Woche 8)

    Da bin ich gespannt :shock:



    Aber regelmäßig teilnehmen schaffe ich nicht, seid mir nicht böse. :(

    Warum sollte man dir da böse sein? Vielleicht magst du ja doch noch die eine oder andere Anmerkung dazu schreiben :winken:



    Zweites Buch - Siebtes bis Achtes Kapitel


    Da ging es mir wie Squirrel . Mich in Frankreich wiederzufinden hatte mich total überrascht. Wobei man ja als Leser wirklich damit rechnen musste. Mir ging es beim lesen wie euch allen. Was für ein fulminantes Kapitel! Was für eine Sprachkunst! Bitterböse, ironisch. Einfach klasse. Und gleichzeitig erschreckend was man alles gelesen hatte. Wie rücksichtslos mit der Bevölkerung umgegangen war. Dieser entsetzliche Hunger. Dieses Leiden.


    Über zwei Dinge bin ich gestolpert. Es kann auch an der Übersetzung liegen.


    Im siebten Kapitel stand gegen Schluss folgendes:


    Zitat von Seite 159

    Der Vater hatte längst sein Bündel aufgenommen und ein Versteck dafür gesucht, während die Weiber, die das Bündel behütet hatten, als es auf den Brunnenfliesen lag, noch dasaßen und dem Rinnen des Wassers und dem Rollen des Kostümballs zusahen; auch jene einzelne Frau, die mit ihrem Strickzeug dagestanden hatte, strickte fort mit der Beharrlichkeit einer Norne.

    Warum ich da stutzte. Bei dem Bündel dachte ich erst an das arme tote Kind, aber warum sollte es der Vater dann verstecken? Ich würde mein Kind begraben wollen.


    Dann erinnerte ich mich noch an die Trostworte unseres Monsieurs Defarge:

    Zitat von Seite 157

    Sei ein Mann, Gaspard! Für die arme kleine Puppe da ist es besser, so zu sterben, als zu leben.

    Puppe? Wieso Puppe? Anfänglich dachte ich beim ersten Mal, es wäre eine Umschreibung für das arme Kleine.


    Mindestens so interessant ist es ja, dass Madame Defarge alleine zurückblieb und ihr Mann verschwand. Ich dachte ja erst daran, dass er das Goldstück wieder zurückgeworfen hatte und deshalb verschwand. Aber später im Achten Kapitel erfahren wir ja über einen Mitreisenden unter der Kutsche von Monsieur le Marquise. Wer war das? Und was bezweckt er damit?


    Mir kam es in den Sinn, dass der Zwischenfall - der schreckliche Unfall - am Brunnen auch inszeniert sein könnte. So ein kleines Ablenkungsmanöver, damit sich irgendwer unter der Kutsche verstecken könnte, aus welchen Gründen auch immer.


    Vielleicht interpretiere ich da auch zu viel rein. :-k

    42. Ein Buch, das Du mit Deinem letzten Nachbarn gemeinsam hast


    Das müsste ILBBluelady sein. Ich habe mich für die Königsmörder Chronik entschieden und verlinke stellvertretend den ersten Band.


    Was mich dummerweise wieder daran erinnert zu hoffen, dass Herr Rothfuss doch bitte weiterschreiben möge. Ich platz vor Neugier, mein Herr, wie es weitergeht :huhu:

    Ich habe unseren ersten angeplanten Abschnitt komplett gelesen. Erstes Buch bis Zweites Buch / Kapitel 6

    Gestern im Bett , dabei habe ich es mir doch vorgenommen unseren Dickens nicht im Bett zu lesen, weil ich a) keinen Stift und Zettel in der Nähe habe um mir Notizen zu machen und b) mir bestimmt das eine oder andere dann doch wieder entgeht - aber mei, es war doch sooo spannend und ich so neugierig :uups:



    Die Szene mit den nassen Tüchern zeigt nur wieder einmal Dickens Fähigkeit zu Slapstick und Humor. Carton ist ja ziemlich betrunken als er schließlich bei Stryver auftaucht. Er braucht die nassen Tücher schlicht, um einigermaßen nüchtern zu werden und vielleicht etwaige Kopfschmerzen zu dämpfen. Gleichzeitig beschreibt es Dickens so herrlich, dass sein Kopf "dampfte" am Ende der nächtlichen Arbeitssitzung - also sein Kopf rauchte so richtig :totlach:

    Eine tolle Szene!


    Schade, dass das in der Übersetzung so verloren geht. :-?

    Das ist es wirklich :( Um so dankbarer bin ich für eure aufmerksamen Einwürfe hier im Thread! Wobei ich jetzt irgendwie erst mal den Überblick verloren habe, wer die Geschichte eigentlich erzählt. :uups:


    Carton spukt noch massiv in meinem Kopf herum.

    Mir auch und noch Mr. Darnay dazu. Was steckt wohl alles dahinter, dass Dr. Manette ihn immer wieder so anschaut, als wenn er eine unangenehme Erinnerung auslösen würde.


    Und beide Herren scheinen sich wohl für unser zartes Pflänzchen zu interessieren, warum sonst sollten sie dort immer gerne zu Besuch sein. Oder stecken andere Absichten dahinter, die mir entgangen sind? Bei meiner Lektüre gestern abend bin ich mir ja noch nicht einmal sicher für wen sich Mr. Lorry tatsächlich interessiert, für die resolute Mrs. Proß oder etwa doch Mrs. Manette? Welche Absichten hegt er? Fühlt er sich immer noch verantwortlich für Mrs. Manette und den Doktor?


    Sehr gut gefallen hat mir, wie Dickens das Ende des 6. Kapitels gestaltet hat, eine recht düstere Andeutung.

    Zitat von Seite 147

    "Gute Nacht, Mr. Carton!" sagte der Geschäftsmann. "Gute Nacht, Mr. Darnay! Werden wir wohl je wieder miteinander eine solche Nacht erleben?"

    Vielleicht. Vielleicht auch eine große Menschenmenge, die stürmend und tobend auf sie eindringt.



    Kiya Schade, aber vielleicht beim nächsten Mal wieder :)