Wahl der besten Bücher im BücherTreff

Beiträge von Jisbon(:

    Da mir schon "Bühlerhöhe" gut gefallen hatte, war ich sehr gespannt auf "Rheinblick" und vor allem darauf, wie Glaser die politische Situation im Bonn des Jahres 1972 schildern würde. Die Koalitionsverhandlungen spielen für die Geschichte eine entscheidende Rolle und die Autorin stellt das Ringen um Macht, das Potential für Intrigen und die Frage, wem ein Politiker vertrauen kann, facettenreich und sehr lebendig dar, sodass es leicht ist, trotz der großen Anzahl an erwähnten Personen den Überblick zu behalten - zumindest, nachdem man sich eingelesen hat. Zu Beginn hat es eine Weile gedauert, bevor die Erzählung mich richtig fesseln konnte; die Autorin stellt zunächst die wichtigsten Personen vor und dadurch bekommt man erst einmal kurze Einblicke in deren Leben. Dies war einerseits interessant, weil so schnell klar war, um wen und was es in dem Buch gehen würde, andererseits musste ich erst ein Gespür dafür bekommen, wer die Charaktere eigentlich sind.


    Die Handlung selbst hat mir gefallen. Die einzelnen Handlungsstränge wurden gut verknüpft und reale Vorkommnisse wurden sehr geschickt mit Fiktion verbunden. So ist beispielsweise der Rheinblick, ein Dreh- und Angelpunkt des Romans, nur erfunden, doch er fügt sich problemlos in die politische Szene Bonns ein, sodass man glauben kann, dass sich dort viele wichtige Politiker versammeln und miteinander austauschen. Die Wirtin, Hilde Kessel, war eine vielschichtige Figur mit Ecken und Kanten und ich fand gut, wie sie mit der komplizierten Situation umgeht, in der sie sich plötzlich wiederfindet. Auch die anderen Charaktere waren gut ausgearbeitet, allerdings muss ich sagen, dass ich nicht mit allen etwas anfangen konnte und ich einige sympathischer fand als andere, weshalb ich ihre Kapitel besonders gerne gelesen habe. Durch die häufigen Perspektivenwechsel war es aber möglich, ein komplexes, umfassendes Bild der Situation und der damaligen Zeit zu schaffen.


    Das Buch spielt in etwas mehr als zwei Wochen und in diesem Zeitraum passiert sehr viel, fast schon zu viel. Wie bereits erwähnt gibt es mehrere Handlungsstränge, die alle irgendwie in Verbindung stehen, doch neben der eigentlichen Geschichte gibt es noch unterschiedliche Nebenhandlungen, die alle mit einer gewissen Ausführlichkeit thematisiert werden. Dadurch wirkte "Rheinblick" teilweise ein wenig überladen, auch wenn ich die Schilderung immer gelungen und oftmals interessant, wenn nicht sogar spannend fand. Gerade das letzte Drittel war sehr fesselnd, da sich die Situation für einige Charaktere zugespitzt hat und die Protagonisten schwere Entscheidungen treffen mussten.


    Insgesamt würde ich das Buch mit :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: bewerten. Die Erzählung hat meiner Meinung nach ein paar Schwachstellen, doch alles in allem fand ich die Schilderung der komplexen politischen Situation sehr spannend und durch die sehr unterschiedlichen Figuren bekommt man als Leser vielfältige Einblicke, was mir gut gefallen hat.

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    Herzlichen Dank an den Verlag und Vorablesen für den Gewinn.

    In "Dark Hope: Gebieter der Nacht" gibt es zwei verschiedene Handlungsstränge, die unlösbar miteinander verknüpft sind. Die Liebesgeschichte von Hailey, einer Empathin, und Kyriakos, dem Oberhaupt der örtlichen Vampire, spielt eine entscheidende Rolle, doch zugleich ist der Fall, mit dem die Protagonistin bei ihrer Arbeit betraut wird, von großer Bedeutung. Es geht darum, dass eine Wölfin getötet wurde und ein potentieller Krieg zwischen ihrem Rudel und den Vampiren droht, da ihr Körper auf deren Territorium gefunden wurde. Eine Eskalation der unterschwelligen Spannung zwischen diesen Gruppen könnte gravierende Folgen für die ganze Stadt und alle Bewohner haben, sodass die Vermittlungstätigkeiten von der Organisation The Last Hope sehr wichtig sind. Dadurch ist es natürlich ganz besonders brisant, dass Hailey sich zu dem Anführer einer der beiden Gegenseiten hingezogen fühlt.


    An dem Buch besonders gut gefallen hat mir das World Building. Die Welt, die Sangue geschaffen hat, ähnelt der unseren in vielerlei Hinsicht, aber es gibt auch gravierende Unterschiede, vor allem die Tatsache, dass magische Wesen unter den Menschen leben und es entsprechende Regeln gibt, die dieses Miteinander regeln sollen. Ich fand es faszinierend, mehr über die geschichtlichen Hintergründe und die Entwicklung der Situation zu erfahren, sodass die Geschichte mich schon alleine aus diesem Grund gefesselt hat. Zudem war der Fall, um den es geht, sehr spannend und die Autorin hat ihn gut konstruiert. Die Ermittlungen wurden interessant geschildert und ich mochte, inwieweit die besonderen Kräfte und Begabungen der Charaktere dabei eingesetzt wurden. Außerdem hat Sangue sich nicht gescheut zu zeigen, dass derjenige, der die Tat begangen hat, eine ernstzunehmende Bedrohung ist und gerade gegen Ende gab es ein paar Szenen, in denen dies mehr als deutlich wurde. Dadurch ist die Erzählung etwas düsterer, aber dies hat sehr gut zu der Welt, den Figuren und der Handlung an sich gepasst.


    Die Protagonisten selbst fand ich sympathisch. Hailey mochte ich von Anfang an, aber auch Kyriakos war ein sehr interessanter Charakter und da er zunächst undurchschaubar und geheimnisvoll wirkte, war es schön, nach und nach hinter seine Fassade zu blicken. Die Entwicklung der Beziehung der beiden konnte mich ebenfalls überzeugen; zwar geht alles schnell, doch es kam mir dennoch glaubwürdig vor und sowohl die starke Chemie als auch die großen Gefühle wurden gut dargestellt. Ich mochte, dass die beiden sich ergänzt und wie sie sich nach und nach immer mehr aufeinander eingelassen haben. Es wäre schön gewesen, wenn der oben erwähnte Interessenkonflikt noch eine etwas größere Rolle gespielt hätte, aber da er keineswegs ignoriert wurde, ist das nur ein kleiner Kritikpunkt.


    Auch die Nebencharaktere waren gut ausgearbeitet und bei einigen von ihnen bin ich neugierig darauf, wie es mit ihnen weiter gehen wird, sodass ich mir auf jeden Fall den nächsten Band besorgen werde. Dieses Buch bekommt von mir :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:.

    Die letzten Wochen hatte ich leider viel Stress, aber jetzt bin ich endlich dazu gekommen, den Film anzuschauen :D Es ist auf jeden Fall... interessant, wie die Geschichte interpretiert wurde. Die Handlung ist teilweise ganz anders als im Buch, aber ich kann nicht unbedingt sagen, dass mich das gestört hat.


    Der Anfang ist noch mehr oder weniger gleich. Auch hier trifft Peter ziemlich früh auf das Pferd (was nur "Pferd" genannt wird, obwohl im Film von der Legende um Athansor berichtet wird... mich hat allerdings eher irritiert, dass die Rede von "dem Pferd" und nicht "dem Hengst" war) . Als der Hengst dann direkt auf die Bösen zugelaufen ist, fand ich es sehr unterhaltsam, als Peter "andere Richtung!" gerufen hat :loool: Er wusste eben nicht, dass das Pferd fliegen kann...


    Das erste Anzeichen dafür, dass die Geschichte sich ganz anders als im Buch entwickeln würde, war, als Pearly und seine Männer davon angefangen haben, dass überall Angst herrsche und die Wunder zurückgehen. :-s Und später erfährt man, dass Pearly ein Dämon ist, der direkt mit Luzifer kooperiert, und es Schutzengel gibt. Das Pferd (das Pearly als "weißer Hund" anspricht :scratch:) gehört wohl dazu. Es sorgt unter anderem dafür, dass Peter und Beverly aufeinander treffen; da gerade gegen Ende noch einmal betont wird, dass nichts ohne Grund geschieht, gehörte das wohl zum Teil des großen, allumfassenden Plans. Besonders lustig fand ich, dass sie Peter bei ihrem ersten Treffen Tee angeboten hat, weil er gesagt hat, dass er nicht mehr plant, sie auszurauben und es somit nur höflich sei :mrgreen:


    Leider wird Pearly schnell auf Beverly aufmerksam und da er irgendwie erkennen kann, dass sie Peters Schicksal sein soll, will er sie auslöschen. Er sucht sie auf und die Interaktion der beiden war beunruhigend. Er spricht ihr gegenüber davon, dass Peter für ihn wie ein Sohn war (wobei mir das wie Manipulation vorkam) und er die Schlüssel zum "Himmelsreich" haben sollte :!:, Peter aber eigene Ideen entwickelt habe. Diese ach so schrecklichen eigenen Ideen beinhalteten, Menschen nicht zu verstümmeln und zu töten, wenn man sie ausraubt. Böser Peter [-( Dann hält er eine Ansprache darüber, wie sehr er es liebe, Blut im Schnee zu vergießen. Bevor er Beverly töten kann, taucht aber Peter auf und die beiden fliehen auf dem Pferd. Interessant hierbei ist, dass Pearly den beiden wohl über eine gewisse Grenze hinaus nicht folgen kann, weil vor ein paar Jahrhunderten eine entsprechende Vereinbarung getroffen wurde. Hier hätte ich ja gerne gewusst, mit wem das festgelegt wurde, aber leider liefert der Film uns hier keine weiteren Details. Schade. Auf jeden Fall reiten die drei zu dem See, an dem die Familie immer Zeit verbringt. Beverly erzählt Peter, dass dort nichts passiere, was nicht auch passieren soll.


    Da jetzt schon fast der halbe Film vorbei war, habe ich mich wirklich gefragt, wie die restliche Handlung noch untergebracht werden soll :lol: Und ich hatte irgendwie auch gehofft, dass die Geschichte vielleicht komplett anders verlaufen und Beverly überleben würde, aber das war natürlich nicht der Fall. Ich fand es traurig, als Peter gefragt hat, ob er als Dieb kein Leben für sie stehlen kann :cry: Denn natürlich kann er das nicht. Pearly glaubt, es sei Peters Wunder (scheinbar bekommt jeder Mensch ein Wunder, aber die Dämonen können es stehlen? Habe ich das richtig verstanden?), Beverly zu retten und das will er verhindern. Also sorgt er dafür, dass sie vergiftet wird und sie stirbt, nachdem sie und Peter zum ersten Mal miteinander geschlafen haben. Peter versucht verzweifelt, sie zu retten, scheitert aber und seine Trauer war wirklich herzzerreißend. Nach der Beerdigung kommt es zu einer Konfrontation mit Pearly. Peter wird in den Fluss gestoßen :shock: Er stirbt jedoch nicht, sondern hat eine Amnesie und irrt nun für knapp 100 Jahre durch die Stadt. Im Jahr 2014 malt er dann das Bild einer rothaarigen Frau auf die Straße, aber er kann sich nach wie vor nicht erinnern und sucht weiter nach seiner Bestimmung.


    Als er auf den Namen Isaac Penn und das von ihm gestiftete Theater der Coheeries stößt, hat er das Gefühl, recherchieren zu müssen. Dabei trifft er auf Virginia, die ihm dabei hilft, alte Bilder herauszusuchen. Diese regen seine Erinnerungen an und als er Beverlys Bild erblickt, ist seine Trauer wieder da. Dann kommt ein Bild von den beiden und Virginia ist fassungslos. Ich glaube, ich würde an meinem Verstand zweifeln, wenn ich einen Menschen vor mir hätte, der in knapp 100 Jahren nicht gealtert zu sein scheint. Natürlich könnte auf dem Bild ein Vorfahre zu sehen sein, aber bei einem exakten Ebenbild wäre das doch sehr unwahrscheinlich.

    Peter ist traurig, weil er glaubt, dass alle, die er kannte, verstorben sind. Ich will mir das gar nicht vorstellen... es muss furchtbar sein zu wissen, dass man alle geliebten Menschen verloren hat :-? Aber tatsächlich lebt noch jemand, nämlich Willa, und ihr Wiedersehen war zwar kurz, aber emotional. Wobei ich mich wirklich frage, wie es sein kann, dass sie noch arbeitet - müsste sie nicht schon über 100 Jahre alt sein? Wie dem auch sei, sie besuchen das alte Haus und Willa erzählt ihm, dass Beverly ihr immer gesagt hat, man steige zu den Sternen auf, wenn man sein Werk im Leben vollendet habe. Kurz danach verabschieden sie sich und beide haben das Gefühl, dass sie sich nicht wiedersehen werden.


    Pearly hat währenddessen herausgefunden, dass Peter noch lebt und er ist fest entschlossen, ihn endgültig zu töten. Er stellt bei Luzifer den Antrag, gegen ihn kämpfen zu dürfen und ist bereit, dafür sterblich zu werden und den "wahren Tod" zu riskieren. Luzifer warnt ihn dann vor dem Sternenlicht... bezieht sich das auf Beverly, die ja Willa zufolge mittlerweile ein Stern ist?


    Abby geht es mittlerweile schlechter, sie hat einen Anfall. Als sie hingelegt wird, entdeckt Peter, dass sie auch rote Haare hat und er begreift nun, dass er die ganze Zeit Abbys Leben retten sollte, nicht Beverlys. Die Erkenntnis kam für mich irgendwie aus dem Nichts, vor allem, da es bestimmt noch viele andere Mädchen/Frauen mit roten Haaren gibt... aber natürlich ist es kein Zufall, dass er auf Virginia getroffen ist und gerade ihre Tochter rothaarig ist. Er sagt der Mutter des Kindes, sie müssten gehen, weil draußen die Bösen auftauchen :-? Und er versichert ihr, Abby vor dem Krebs retten zu können. Er bittet sie, ihm zu vertrauen. Ich weiß ganz ehrlich nicht, ob ich das in ihrer Lage getan hätte - die beiden kannten sich doch noch nicht lange und das ganze klang ja wirklich sehr verrückt - , aber sie tut es und gemeinsam mit dem Pferd fliehen sie, während sie unter Beschuss stehen.


    Sie fliegen zum Coheerie-See und Peter glaubt, dass die Männer ihnen nicht folgen können, da er ja nichts von dem Deal weiß, den Pearly abgeschlossen hat. Dann tauchen die Männer auf... und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mich gefragt habe, wieso die beiden einfach nur da rumstehen und er nicht zumindest Virginia mit ihrer Tochter vorschickt, um sie aus der Schusslinie zu bringen :roll: Pearly droht locker damit, das kleine Mädchen zu töten, um seinen 'Fehler' auszubügeln, doch das Pferd lässt das Eis einbrechen (in dieser Szene sah es sehr magisch und machtvoll aus) und dabei versinken alle Männer, von Pearly abgesehen, der einfach ungerührt dabei zuschaut. Er kämpft dann mit Peter, verliert und stirbt. Interessant, dass der "wahre Tod" wohl beinhaltet, in Eis verwandelt zu werden :lol:

    In der Zwischenzeit ist aber Abby verstorben :( Peter legt sie auf das Bett, das Willa damals für Beverly gebaut hat, und er sagt ihr, sie sei immer diejenige gewesen, die er retten sollte. Er gibt ihr einen Kuss auf die Stirn und ich muss sagen, dass ich mich gefragt habe, wie das ganze auf Virginia wirken muss... vor allem, als es dann nicht zu funktionieren schien. Im ersten Moment war ich fassungslos und dachte, dass der Film unmöglich mit dem Tod des Kindes enden kann, aber zum Glück ist Abby dann ja aufgewacht :D Das Voiceover wirft die Frage auf, wieso so viel zusammen kam, um das Leben eines kleinen Mädchens zu retten... und das hat mir nicht so richtig gefallen, da ich mich dadurch gefragt habe, wie bestimmt wird, wer ein solches Wunder verdient. Es wird zwar gesagt, dass das Universum jeden Menschen liebt und nur nicht alle das Glück hätten, dies zu erkennen, doch das war mir irgendwie zu wenig.


    Der Film endet damit, dass Peter an Beverlys Grab steht und einen klar leuchtenden Stern sieht. Er und das Pferd reiten los... sie steigen in den Himmel auf und scheinen zu einem Stern zu werden. Dann sieht man Willa, die in den Himmel blickt und das somit wohl gesehen hat. Für mich war das ein schönes Ende.


    Alles in allem hat der Film mir gefallen. Die Liebesgeschichte hat sich am Anfang etwas zu schnell entwickelt und sie war durchaus kitschig, aber ich fand sie überzeugend und ich mochte die Charaktere gerne. Der Hengst hätte ruhig eine größere Rolle spielen können, aber im Buch war es auch nicht wirklich anders...

    Man muss den Film auf jeden Fall separat betrachten, da die Handlung ganz anders als im Buch ist, gerade nach dem Tod von Beverly, doch ich mochte die Geschichte und muss sagen, dass ich die ganzen anderen Charaktere nicht wirklich vermisst habe. Das Konzept mit Engeln/Dämonen hätte noch besser erklärt werden können und ich weiß nicht so genau, was ich davon halten soll, dass Peter mehr als 100 Jahre leben konnte, um Abby zu retten, aber ich fand die Idee mit den 'Wundern' schön und natürlich war es toll, dass das Mädchen nicht gestorben ist. Vor allem fand ich aber das Ende in mancher Hinsicht besser als im Buch, hauptsächlich, weil Pearly nicht einfach überlebt hat, während Peters Schicksal ungewiss war.

    Alles in allem würde ich den Film spontan mit 3,5 Sternen bewerten. Wie fandest du ihn beim zweiten Anschauen, pralaya ? :)

    67. Ein Buch, was aus deinen Lesegewohnheiten fiel, aber Du trotzdem mochtest

    Ich lese nur selten Bücher, die als 'Psychothriller' bezeichnet werden können, da ich recht schwache Nerven habe. Dementsprechend fand ich "Die Therapie" zwar durchaus fesselnd und gut, aber ich habe auch gemerkt, dass diese Art von Erzählung nichts für mich ist.