Beiträge von frl_smilla

    Eva Rossmann - Alles rot
    der 16. Band der Mira Valensky-Reihe



    Inhaltsangabe laut Amazon:
    Die Journalistin Mira Valensky ist in Zypern, als EU-Taskforce-Leiterin Dagmar Wieser erschlagen aufgefunden wird. Ihr Freund Paulus Reisinger ist am Boden zerstört. Sie hassen uns!, Rachemord!, hetzen europäische Zeitungen. In Nicosia wird demonstriert. Doch dann tauchen heiße SMS-Botschaften der Karrierebeamtin auf. Barkeeper Pete hört in erster Linie zu. Vor dem Crash war er einer der führenden Banker. Er flüstert Mira, dass Schwarzenberger und die Gemeinde Bruckthal in Spekulationsgeschäfte verwickelt seien. Gemeinsam mit ihrer Freundin Vesna Krajner versucht sie hinter das mörderische Spiel von Sein und Schein zu kommen


    Zur Autorin:
    Eva Rossmann, 1962 geboren in Graz, lebt im Weinviertel/Österreich. Verfassungsjuristin, politische Journalistin, seit 1994 freie Autorin und Publizistin. Seit ihrem Krimi Ausgekocht auch Köchin in Manfred Buchingers Gasthaus Zur Alten Schule. Drehbuchautorin, Gastgeberin der ORF-TV-Talk-Sendung Club 2. Zahlreiche Sachbücher. Österreichischer Buchliebling in der Kategorie Krimi & Thriller.

    Meine Bemerkungen:


    Die Mira Valensky-Krimis gehören mittlerweile seit Jahren zu meinen jährlichen Pflichtlektüren. Ich bewundere die Autorin der doch nach so vielen Jahren immer wieder neue (und großteils sehr interessante) Themen einfallen, die sie mit einem Krimi kombiniert.


    In diesem Buch reist Mira nach Zypern (kurz nach der großen Finanzkrise, an die wir uns mehr oder weniger gut erinnern können), um eine Reportage zu machen. Es trifft sich gut, dass sie dort einen guten Bekannten hat, dessen Freundin die EU-Taskforce-Leiterin für Zypern ist. Als diese erschlagen aufgefunden wird, schlagen die Wellen hoch. Fremdenfeindlichkeit der neuen Art ist überall zu spüren (wir erinnern uns an Merkel-Plakate in Griechenland, in denen sie als neuer Hitler stilisiert wird). Kurz darauf kommt es zu einem weiteren Anschlag und man kann davon ausgehen, dass auch dieser Vorfall mit der EU-Wahrnehmung in Zypern zu tun hat. Oder doch nicht?


    Die große Krise ist erst 1-2 Jahre her und für uns doch schon wieder lange vorbei. Durch das Buch kam ich neuerlich ins Grübeln. Die Autorin hat wie üblich sehr gut recherchiert (einmal ist Mira auch in Brüssel zu Gast) und hat mir einige neue Aspekte der Finanzkrise, der Gewinner und Verlierer gezeigt. Die Krimihandlung ist ganz gut durchdacht gewesen, wenngleich ich schon bei den letzten Bänden das Gefühl hatte, dass die Bücher immer weniger richtige Krimis sind. Aber ich halte der Autorin die Treue - nach so vielen Jahren Mira Valensky fühle ich mich fast wie eine alte Bekannte :wink:


    Vesna ist natürlich großteils mit von der Ermittlungspartie - auch wenn diese ihre eigenen Sorgen oder eher ihre eigenen Freuden hat.


    Was ich etwas vermisse, ist ein bißchen mehr Humor oder Spitzfindigkeit, wie sie in den ersten Büchern noch viel mehr zu spüren waren. Trotzdem hab ich mich gut unterhalten gefühlt und auch wieder ein bißchen etwas gelernt. Ich vergebe :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Inhaltsangabe (von Lovelybooks, da netter als die von Amazon):


    Ella ist in der ersten Klasse und sie geht sehr gern zur Schule. Weil nirgendwo sonst so viele lustige Sachen passieren. Lustig ist es zum Beispiel im Schwimmunterricht, als der Lehrer sagt, sie dürfen alle erst ins Wasser springen, wenn er auf seiner Trillerpfeife pfeift. Wie die sich denn anhört, will Pekka wissen, und da macht es der Lehrer natürlich vor. Timo, Pekka, Tiina und Heidi können leider noch nicht schwimmen. Als der Lehrer sie aus dem Wasser gefischt hat, kann er ihnen nicht mal böse sein. Sie haben schließlich nur gemacht, was er gesagt hat.


    Über den Autor:


    Timo Parvela, 1964 geboren, war lange und gern Lehrer, bevor er Schriftsteller wurde. Er schreibt für Erwachsene und Kinder und wurde für seine Kinderbücher vielfach ausgezeichnet. Seine Ella-Bücher sind in Finnland Schullektüre und Kult zugleich. Sie wurden auf Anhieb Lieblingsbücher von Lesern (und Vorlesern!), die gern Tränen lachen.


    Meine Beurteilung:


    Aufgrund einer Empfehlung einer Freundin habe ich das Buch aus der Bücherei ausgebort und nun meiner Tochter (fast 7, im Herbst ist sie zur Schülerin geworden) vorgelesen. Was soll ich sagen: Kapitelweise konnte ich kaum lesen, weil ich Tränen lachen musste (und meine Tochter natürlich auch).


    Ella berichtet sehr frei und fröhlich von ihrem Schulalltag und ihren besten Freunden in der Klasse. Da gibt es natürlich die Ordentliche, Brave. Den Streber. Den Klassendödel. Usw usw Und natürlich den Lehrer. Und der hat mir ja manchmal wirklich leid getan.


    Das Buch umfasst 3 Geschichten, die in einzelne, kleinere Kapitel gesplittet sind.


    Alleine die oben in der Inhaltsangabe beschriebene Szene im Schwimmbecken, ich glaube ich musste sie 4x meiner Tochter vorlesen und jedesmal aufs Neue haben wir uns zerkugelt. Der Lehrer, der vermutlich erpresst wird und dann einen Koffer mit Micky-Maus-Hefte bekommt. Oder die Kinder im Theater beim nötigen "Stille-Post-spielen" - einfach zum Todlachen. Manche Scherze im Buch sind vermutlich für 7jährige nicht so verständlich, dafür hat man als Erwachsene/r endlich auch wirklich selbst was vom Vorlesen.


    Ella gehört nun fix zu unserer Gute-Nacht-Lektüre. Dieses Mädchen, ihre Freunde und den armen Lehrer MUSS man einfach lieben!


    Ich hoffe ich kann bald auch die anderen Bücher hier vorstellen :wink:

    Inhaltsangabe (laut Amazon):


    Ein Scharfschütze, ein blutiger Auftragsmord, ein übermächtiger Gegner


    In einer Hotelsuite auf den Bahamas bietet sich dem Ermittler Lincoln Rhyme ein Bild des Schreckens: Der regierungskritische US-Bürger Roberto Moreno wurde von einem Scharfschützen kaltblütig erschossen, sein Bodyguard und ein Reporter sind ebenfalls tot – und laut Informationen der zuständigen Staatsanwältin geschahen die Morde im Auftrag des amerikanischen Geheimdienstes. Die ambitionierte Nance Laurel ist fest entschlossen, die für das brutale Attentat Verantwortlichen zur Strecke zu bringen, und beauftragt Lincoln Rhyme und seine Partnerin Amelia Sachs mit den Ermittlungen. Eine Hetzjagd beginnt, die die beiden selbst ins Visier des skrupellosen Killers Jacob Swann rückt …


    Über den Autor:


    Jeffery Deaver gilt als einer der weltweit besten Autoren intelligenter psychologischer Thriller. Wie kaum ein anderer beherrscht der von seinen Fans und den Kritikern gleichermaßen geliebte Jeffery Deaver den schier unerträglichen Nervenkitzel, verführt mit falschen Fährten, überrascht mit blitzschnellen Wendungen und streut dem Leser auf seine unnachahmliche Art Sand in die Augen. Seit dem ersten großen Erfolg als Schriftsteller hat er sich aus seinem Beruf als Rechtsanwalt zurückgezogen und lebt nun abwechselnd in Virginia und Kalifornien. Seine Bücher, die in 25 Sprachen übersetzt werden und in 150 Ländern erscheinen, haben ihm bereits zahlreiche renommierte Auszeichnungen eingebracht.


    Meine Beurteilung:


    Lange habe ich auf eine Fortsetzung der Sachs/Rhyme- Reihe gewartet und endlich war es soweit. Jeffery Deaver versteht nach wie vor sein Handwerk und bei dem Ermittlerduo ist noch lange nicht die Luft aus. Im Gegenteil, privat hat sich einiges verändert, so kann Rhyme mittlerweile auch schon einen Arm bewegen. Und Rhyme geht auf Reisen (eine Buchszene, die mir besonders gefallen hat).


    Aber zum Buch selbst: Deaver hat sein übliches Strickmuster angewendet, nämlich manchmal dem Täter eine Schritt voraus sein, manchmal nicht; einige plötzliche Perspektivänderungen, andere mögliche Täter usw. Doch das stört mich nicht. Der Thriller ist ausgesprochen fesselnd und bringt auch die amerikanische Politik ins Spiel. Ich habe mich auch etwas an Deavers Buch "Schutzlos" erinnert gefühlt, denn auch in diesem Buch geht es weitläufig darum, dass eine amerikanische Organisation einzelne mögliche gefährliche Attentäter ausschaltet. Sehr gut eingeflossen ist dabei in die Geschichte die unterschiedlichen Sichtweisen. Und: was darf die Politik, was nicht und warum nicht. Wer kann dafür haftbar gemacht werden? Der einzelne Soldat der den Anweisungen folgt? Oder der Boss darüber?


    Alles in allem ein Thema das vor allem in Amerika schlagend wird und doch auch nachdenklich macht.


    Ich fand das Buch wieder wirklich gut gelungen :thumleft:

    Ich hab das Buch in erster Linie wegen der großen Aufmachung von George R.R. Martin mitgenommen, wobei hier der Schein definitiv trügt. Die Miniaturschrift "herausgegeben von" - das kann man mal wirklich "kleingedrucktes" nennen :D Nichts desto trotz hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ich hätte nicht wirklich gemerkt, dass die unterschiedlichen Kapitel von unterschiedlichen Autoren geschrieben wurden. Martins einziges Kapitel fand ich übrigens im Vergleich zu einigen anderen richtiggehend schwach.


    Es gab vor allem am Anfang einige sehr komische Szenen und Sequenzen. All die Asse mit unterschiedlichen, teils ganz interessanten, teils äußerst nervigen oder unnötigen "Begabungen" hatten schon was für sich.


    Eine Übersicht über die 28 Asse und ein paar Nebenfiguren zu behalten, ist teilweise schwierig. Zum Glück helfen die oft aussagekräftigen Namen wie "Gardener" oder "Tiffani" dabei, die Begabung zu erkennen und man hat so wieder zumindest ungefähr eine Vorstellung, wer hier gerade am Ball ist. Nicht alle 28 Asse spielen dann eine große Rolle im Buch, aber einige sind dann doch wesentlich. Hier hat mich auch der Beginn des Buches überrascht, weil es ja nicht nur um die Supershow geht, sondern die Geschichte dann eine eigene Wendung nimmt.


    Das Buch, auch wenn es reine Sience Fiction ist, hat mich dann doch auch stellenweise sehr nachdenklich gemacht, als ich Parallelen in die Gegenwart gezogen habe: unnötige Castingformate, Big Brother-Shows und zeitgleich ein beinahe unkommentiertes Sterben von "realen, echten Menschen" (O-Ton aus dem Buch), wie nun in Syrien und so vielen anderen Schauplätzen der Erde. Was ist uns wichtig? Warum ist es uns wichtig? Und was bewegt manche Menschen alles stehen und liegen zu lassen und helfen zu wollen, so gut es geht.


    Besonders witzig: Am Ende der Blogeinträge von Jonathan Hive bei "Kommentar abgeben" wollte ich schon öfter mal draufklicken (habe das Buch als E-Book gelesen) um die Kommentare zu lesen oder eines abzugeben. Man merkt einfach die Macht der Gewohnheit Generell war es spannend, wie sehr sich die Einträge und vor allem die Kommentaranzahl von mal zu mal verändert haben.


    Auch wenn ich mich hier gut unterhalten gefühlt habe, so glaube ich nicht, dass ich die Fortsetzung wirklich lesen möchte bzw. muss (ich bekenne mich als großer Serienjunkie - einmal eine Buchserie begonnen, MUSS ich einfach wissen, wie es weiter geht).

    Ich habe erst jetzt hier die ganzen Meinungen zum Buch gelesen und bin froh, dass ich doch "unbedarft" ins Lesevergnügen gegangen bin. Tatsächlich fand ich es ausgesprochen spannend und wirklich unterhaltsam. Und ich wußte auch gar nicht, wer hinter dem Autorennamen tatsächlich steht. Auch das überrascht mich.


    Allen voran finde ich Cormoran Strike (was für ein Name...) als Detektiv aber vor allem auch als Person sehr interessant: seine persönliche Vergangenheit, aber auch sein Aussehen - so ganz und gar nicht der smarte Detektiv, sondern groß, massig, etwas übergewichtig, dicht behaart und Einbeinig (und trotzdem reisst er eine Traumfrau nach der nächsten auf? Naja, darüber sehe ich jetzt mal hinweg :wink: ) Seine Sekretärin Robin mochte ich vom Charakter her sehr (ich hege ja immer sehr viel Sympathie mit Angestellten in Büchern; liegt wohl an meinem Beruf).


    Was die Geschichte selbst betrifft, so waren gewissen Beschreibungen schon fast prosaisch "Die Schneeflocken klopften wie sanfte Fingerspitzen auf die Zeltleinwand über ihr" - würde man so was in einem 08/15 Krimi erwarten? Etwas zu viel fand ich all die ganzen Nebenfiguren. Und was die Lösung des Falls betrifft:



    Nichts desto trotz: ich war gefesselt, ich war überrascht und fühlte mich sehr gut unterhalten:


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Inhaltsangabe:
    Seit sich in den Vierzigerjahren das Wild-Card-Virus ausgebreitet hat und Menschen mutieren lässt, gibt es neben den normalen Menschen auch Joker und Asse. Joker weisen lediglich körperliche Veränderungen auf, während Asse besondere Superkräfte besitzen. Da ist zum Beispiel Jonathan Hive, der sich in einen Wespenschwarm verwandeln kann, oder Lohengrin, der eine undurchdringliche Rüstung heraufbeschwört. Doch wer ist Amerikas größter Held? Diese Frage soll American Hero, die neueste Casting Show im Fernsehen, endlich klären. Für die Kandidaten geht es um Ruhm und um so viel Geld, dass sie beinahe zu spät erkennen, was wahre Helden ausmacht.


    Mein Bruder hat mir das Buch als E-Book geschenkt und nun hab ich begonnen und bin ganz hin und weg. Ich finde es bisher einerseits sehr interessant, andererseits aber auch ganz witzig. Die wechselnden Perspektiven stören überhaupt nicht und ich bin schon sehr gespannt, ob und wann Fäden zusammenlaufen und was noch passieren wird etc.

    Inhaltsangabe laut Histo-Couch:


    Passau 1096. Alice hat ihre Mutter nie kennen gelernt, aber ihr Vater hat sie liebevoll aufgezogen und ihr jede mögliche Bildung angedeihen lassen. Als Alice 15 Jahre alt ist, wie sie Ohrenzeugin eines Gespräches zwischen ihrem Vater und dessen Bruder, Abt Johannes. Der Abt spricht von Schuld und schickt ihren Vater zur Buße nach Jerusalem. Um nicht willkürlich verheiratet zu werden, geht Alice mit in die Fremde, denn auch Martin, ihr Jugendfreund, hat beschlossen, am Kreuzzug teilzunehmen. Was aber Alice und auch alle anderen Pilger und Ritter auf der langen Reise erwartet, hat sich wohl niemand auch nur annähernd ausmalen können…


    :!: (Bewusst habe ich hier Amazon nicht genommen, weil dabei mit nur 3 Zeilen die komplette Geschichte verraten wird - ich frage mich ernsthaft, wer so schwachsinnige Kurzbeschreibungen veröffentlicht).


    Über die Autorin:


    Die Autorin Maren Bohm studierte nach dem Schulabschluss Germanistik und Theologie in Heidelberg, Berlin und Bremen und war anschließend viele Jahre als Lehrerin am Gymnasium entsprechend für die Fächer Deutsch, Religion und Philosophie tätig. Ihre Lehrertätigkeit verrichtete sie in Jever, Nienburg und Bremen und liebt es, neue Städte und neue Landschaften zu entdecken. Daraus entstand auch ihr Interesse an Geschichte.


    Folgerichtig machte sie sich daran, einen historischen Roman zu schreiben, und so erschien ihr Erstlingswerk Die Pilgerin von Passau im Sommer 2013 im Gmeiner Verlag. Ein zweiter Roman ist in Arbeit.

    Meine Bemerkungen zum Buch:


    Das Buch hat mich einerseits sehr interessiert, andererseits war es aber auch teilweise langatmiger und verwirrender Lesestoff. Vom Titel ausgehend hätte man annehmen können, es handle sich um einen Krimi. Immerhin lautet die Bildunterschrift beim Buch auch "historischer Kriminalroman". Wo hier aber eine Kriminalgeschichte sein soll, frage ich mich - das ist schlichtweg irreführend.


    Außerdem habe ich erwartet, das Alice als "Pilgerin von Passau" die Hauptperson der Geschehnisse ist und bleibt. Tatsächlich ist sie aber über längere Episoden überhaupt nicht vorhanden, sondern wird die Geschichte von Martin oder Berhard erzählt. Idealer wäre daher wohl der Titel "Die Pilger von Passau" gewesen.


    Nun aber endlich zur Handlung: Ich habe mich mit dem ersten Kreuzzug noch nie beschäftigt. Tatsächlich beruht mein "Kreuzfahrerwissen" wohl nur auf den einen oder anderen Hollywood-Film. Diese Geschichte hier ist aber völlig anders. Dinge die zwar im Nachhinein logisch sind, aber an die man gar nicht denkt oder denken möchte, z B wie ist es wenn mehrere 1000 Menschen in einem großen Zug durch verschiedenste Länder ziehen, großteils ohne Geld und ohne Versorgung oder Schutz. Welche Dramen spielten sich dabei ab? Einen Einblick gibt das Buch und oft genug hat mich das Grauen gepackt. Der Dürremarsch zB in dem reihenweise Menschen verdursteten, Mütter ihre Neugeborenen still im Graben ablegten, weil sie sie nie und nimmer stillen hätten können usw. Die verschiedenen Belagerungen und Angriffe mit allen Folgen, gegenseitiges Abschlachten, mal gewinnen die einen, mal die anderen, aber eigentlich sind alle Verlierer. Viel politisches Geschehen im Hintergrund - soweit ich erkannt habe fast ausschließlich auf reale Personen beruhend - ist ebenfalls Thema im Buch, teilweise sehr erschütternd wie mit den Menschen umgegangen wurde.


    Man merkt, dass man ein wirklich gut recherchiertes Buch in Händen hält und die Autorin viel Fachwissen mitbringt. Nicht nur durch Kleinigkeiten wie "duitsche land" oder die allgegenwärtige Gottesfurcht, die die Menschen zu der Zeit wesentlich geprägt hat. Auch im Anhang merkte ich dann, dass einige kleine Episoden aus dem Buch tatsächlich historisch belegt sind.


    Die wichtigen Personen im Buch wurden immer wieder ausführlich beschrieben und waren durchwegs Sympathieträger. Lediglich welche Rolle Abt Johannes spielt, ist und bleibt großteils unklar. Es gibt zwar verschiedene Andeutungen zu seiner Vergangenheit - manche klar, andere sehr undeutlich, doch im Prinzip spielt er für die Geschehnisse kaum eine Rolle. Hätte man diese Figur ausgespart, wäre es auch kein großer Schaden gewesen. Gerade gegen Ende des Buches ist seine Rolle äußerst dubios :-k


    Die Pilgerin von Passau hebt sich sicher von vielen historischen Romanen ab. Wer eine nette historische Liebesgeschichte sucht ist hier gänzlich fehl am Platz.

    Am Krankenlager meines Sohnes habe ich das Buch in knappe 2,5 Tagen gelesen - aber nicht weil es so fesselnd war, sondern weil ich die meiste Zeit Händchen haltend neben ihm sitzen musste. Vielleicht war ich dadurch auch etwas abgelenkter, aber richtig in den Bann gezogen hat mich die Geschichte nicht.


    Die Grundzüge sowohl Gegenwart wie um 1960 fand ich ganz gut - die beiden Frauen, die doch viel gemeinsam hatten. Auch wie Ellie sich auf die Suche macht. Und wie Jennifer 1960 ihren Weg geht. Sehr verwirrend fand ich im Plot um 1960 dieses Hin-und-Her zwischen "vor dem Unfall und nach dem Unfall". Vor allem ganz zu Beginn war es sehr überraschend, dass hier plötzlich eine Rückblende drinnen ist. Die Beziehung rund um Jennifer war sehr gut gemacht, auch ihre Freundinnen (wobei mich Yvonnes Verhalten im letzten Drittel des Buches dann doch wieder sehr überrascht hat).


    Aber irgendwas hat trotzdem gefehlt... In der Gegenwart hatte ich übrigens sehr schnell den Verdacht, wer der Bibliothekar im Archiv ist. Und auch die Handlung um Jennifers "Freund" war etwas vorhersehbar.


    Alles in allem: gut geschrieben, aber kein Anschluss zu "Ein ganzes halbes Jahr"

    Ich lese ebenfalls gerade das Buch und hab nun gut die Hälfte hinter mir. Es ist teilweise sehr prosaisch (ich möchte jetzt aber nicht beschwören, dass das die richtige Bezeichnung dafür ist) - sehr blumig ge- und beschrieben. Aber Robin und "das behaarte Mammut" Strike finde ich sehr interessante Protagnoisten und auch die Ermittlungsarbeit ist gut gemacht. Ich bin richtig gesapnnt, wie es weiter geht :)

    ich bin momentan wohl auf "Jeffery Deaver"-Trip. Nach Carte blanche habe ich (ohne großes Hintergrundwissen) dieses Buch bei der Bücherei ergattert.


    Cortes Beschreibung und Tätigkeit als Schäfer (witzigerweise habe ich immer Schläfer im Buch gelesen - ich glaub ich brauche neue Brillen) war äußerst spannend. Ich mag normalerweise ICH-Erzählungen nur ungern, aber hier hat es sehr gut gepasst. Auch die ganzen Spiele und Spieltheorien im Buch, die immer wieder eingeflossen sind, waren unterhaltsam. Schere-Stein-Papier - wer kennt es nicht.
    Deaver verbringt für mich auch Meisterliches, weil er es wie kaum ein anderer schafft, eine Handlung, die im Buch nur ein paar Minuten dauert, auf mehrere Seiten fesselnd zu beschreiben, ohne dass einem auch nur mit einer Zeile lanweilig wird. Zwar ist Corte dem Leser oft einen Sprung voraus (wie es eigentlich in allen Deaver-Romanen der Fall ist), doch trotzdem konnte man noch gut mitraten und hoffen und rätseln.


    Cortes Team und seine Ausrüstung erinnerte mich stark an das eben gelesene Carte blanche - Hightec Ausrüstung bis zum Umfallen. Ob es solche Sachen wirklich gibt? ?(


    Extra erwähnenswert ist auch, dass ganz allmählich etwas von Cortes Privatleben ins Buch einfließt. Sei es nun durch eine Erzählung oder auch durch Gedanken - so taucht mittendrin nach 160 Seiten plötzlich auf "Und dass er den ersten Geburtstag meines Sohnes nicht mehr miterleben konnte..." Hoppla, dachte ich mir, er hat ja ein Privatleben. Wie funktioniert das? Und die Antwort dazu findet sich dann auch im Buch, und zwar mit überraschendem Ende (oder doch nicht so überraschend? :wink: )


    Ein Punkt, oder eigentlich zwei Punkte, halten mich aber ab, die Höchstnote zu vergeben. Zum Einen war mir nach Beendigung des Falles das ganze innerpolitische Hickhack rund um Corte und der vermeindlichen Abhöraktion nicht ganz klar. Hier erschien es mir höchst verwirrend zuzugehen. Zum Anderen - und das kommt in den Spoiler:



    Nichts desto trotz: Spannung Spannung Spannung - daher :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:


    PS: Das Nash-Bargaining-Problem bzw. die Lösung muss ich mir für den nächsten Büroengpass merken :totlach:

    Auf der Suche nach einem Jeffery Deaver-Buch, das ich noch nicht kenne, bin ich eher zufällig auf Carte Blanche gestoßen, ein "James Bond" Roman stand da nebenbei und mein Interesse war geweckt. Ist es wirklich James Bond oder geht es um einen Titelhelden mit gleichem Namen?
    Nein, es geht definitiv um James Bond und dem MI6 und M und Moneypenny :wink:


    Der Einstieg in das Buch - nach einem sehr guten Einstieg (Sonntag - Die rote Donau) war äußerst zäh. Gequält von unzähligen politischen und "innerpolitischen" Abkürzungen und einem arrogant und angeberisch gegenüber Frauen wirkenden James Bond war ich kurz davor das Buch wieder wegzulegen. Durch die letzten James Bond Verfilmungen mit Daniel Craig hatte ich nun auch (leider) im Buch Daniel Craig vor Augen, was auch nicht grad sehr einfach war, das auszublenden.


    Doch zum Glück habe ich weitergelesen, denn sobald James Bond England wieder verlässt, ist das Buch reinstes Nervenfutter! James Bond der von einem Ort zum nächsten reist, sich immer wieder behauptet oder aus Fallen herauswindet, kombiniert und ermittelt - einfach grandios geschrieben. Ähnlich wie in anderen Büchern von Jeffery Deaver ist James Bond hier dem Leser oft einen kleinen Schritt voraus, aber das bringt oft noch mehr Spannung (ahnt er die Falle? umgeht er sie? etc).


    Alles in allem vergebe ich 4,5 Sterne - grad für die gefühlten 100.000 Abkürzungen und dem politischen Bereichs-Hick-Hack am Anfang ziehe ich ein halbes Sternchen ab.


    Ich hoffe wirklich von Herzen, dass Jeffery Deaver nochmals von Ian Flemmings Erben gebeten wird, einen James Bond Thriller/Roman zu schreiben! Potential ist auf jeden Fall da - man denke nur an die im Buch einfließende Geschichte rund um "Steel Cartridges" und James' Familie :shock:

    Ach ja, im Zuge des gestrigen Lobgesangs vergessen: einen Kritikpunkt habe ich doch und der betrifft aber nicht wirklich den Autor sondern den deutschen Verlag: Ich finde die ganzen deutschen Titel schrecklich. Das Original heißt zB Flaskepost (also Flaschenpost) - das ist ein Titel, mit dem ich auch später den Buchinhalt sofort zuordnen kann. Aber diese nichtssagenden und ähnlich klingenden Titel Erlösung und Verachtung und Erbarmen - das stellt für mich keinen sonderlichen Bezug zum Buch dar.

    Nachdem ich schon seit Jahren auf eine Fortsetzung der Sachs/Rhyme - Serie warte (auf Deutsch - ich versteh nicht, warum es keine Übersetzungen gibt?) bin ich nun auf diesen Deaver gestoßen: James Bond ist wieder unterwegs. Und ja, es IST James Bond, MI Six, England, flotte Autos, schöne Frauen, smart und clever unterwegs. Nun habe ich gute 100 Seiten gelesen und ich muss fast sagen, ich bin etwas gelangweilt. Ich glaube, ohne die gefühlten 100.000 Abkürzungen diverser Agentenorganisationen/Unterorganisationen/Abteilungen/Überwachungssateliten/Rangtitel usw usw wäre das Buch sicher um 100 Seiten dünner. Die Handlung wird nun etwas Spannender - immerhin.


    Und bei James Bond tu ich mir (leider) auch schwer - irgendwie fasziniert er mich nicht wirklich sondern wirkt wie ein (Verzeihung) großkotziger Angeber. :-?


    Tja, aber ich gebe nicht auf :)



    K.G.W. Beck hat das Buch auch schon unter Rezensionen vorgestellt
    Jeffery Deaver – 007 Carte Blanche (James-Bond-Roman)

    "Erlösung" ist für mich voraussichtlich der Krimi des Jahres 2014. Ich mochte schon die anderen Geschichten des Dezernates Q - Carl und sein ungewöhnliches Team gefallen mir ausgesprochen. Und die Fälle haben es alle insich. Aber grad dieses Buch hat mir besonders gefallen. Zum einen liegt es wohl an der Handlung selbst - abwechselnd aus verschiedenen Seiten erzählt, immer wieder fiebert man mit, wie es weitergeht. Zum anderen fand ich hier die ganze Geschichte sehr ausgereift, die Protagonisten brachten wieder etwas Neues dazu, was weitere Bände schon wieder spannend macht (was hat es mit Assad auf sich? Was mit Rose und Yrsa?). Aber letztlich hängt alles vom Krimi selbst ab, und der war hier (für mich) wirklich DER HAMMER. Beim ersten Kapitel wurde mir schon anders - seit ich Kinder habe, kann ich derartiges kaum lesen, ohne in Tränen auszubrechen. Die Grundidee und die Vielschichtigkeit des Täter - hier hat nichts zu Wünschen übrig gelassen.


    Ich freu mich wirklich auf die weiteren Bände des Dezernat Q. Dem Autor ist mit dieser Serie wirklich ein guter Streich gelungen.


    Von mir gibts definitiv :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Ich habe mich leider selbst um ein sehr spannendes Buch betrogen :( . Nach dem ersten Kapitel ("Das Ende") musste ich einfach wissen, wie es ausgeht und habe das Schlusskapitel gelesen. Im Nachhinein ein großer Fehler, aber trotzdem war das Buch ausgesprochen spannend (was ja dann schon wieder ein Kompliment an das Buch ist...). Die beiden vermischten Geschichten in Gegenwart und Vergangenheit, auch die Fäden, die dann großteils rzusammenlaufen, fand ich sehr gut gemacht.


    Das Ende ist eigentlich schon abgeschlossen, aber wenn man genau überlegt oder liest, dann:


    Ich vergebe auch :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    :bewertung1von5: Ich wollte das Buch eigentlich gleich nach dem Fertiglesen rezensieren bzw. hätte das wohl tun sollen. So sind vermutlich schon wieder einige Gedanken zum Buch verloren gegangen.


    Weil ich mal abseits von den üblichen Thrillern und 08/15 Büchern etwas lesen wollte, griff ich zu "Die Stunde der Samurai" - etwas skeptisch, ob mich Japan um 1860 interessieren wird und ob mich die Samurai interessieren werden (ich hatte immer wieder Tom Cruise in Der letzte Samurai vor Augen, wobei mir der Film nicht sonderlich gefallen hat).


    Aber weit gefehlt. Dieses Buch beinhaltet viele Geschichten auf einmal, zB den jungen charismatischen Genji, seine Geisha Heiko, die eine wichtige Rolle spielt. Und die 3 Missionare aus Amerka. Zu allen erfährt man im Buch an meist passenden Stellen ihre Lebensgeschichte und die Gründe für ihr Denken und Handeln. Hier verbergen sich oft dramatische Geschichten.


    Besonders fasziniert haben mich die Einblicke in die Lebensart und Kultur Japans 1860. Der Nationalstolz der Krieger, die auch gegegen Gewehre immer noch mit Schwertern kämpften, weil das ihrem Kampfgeist und -stil entsprach. Der rituelle Selbstmord oder die Auslöschung ganzer Familien, weil ein Mann einen anderen beleidigt hat (und mit ganze Familie meine ich GANZE Familie - Mutter/Vater/Ehefrau/Kinder/Säuglinge/Tanten/Onkel etc.) und dnatürlich das große Makel ETA (Kastenlose) - das waren wieder Aspekte, bei denen ich doch ordentlich schlucken musste.


    Schwierigkeiten hatte ich etwas mit den teilweise recht ähnlich klingenden Namen (gut/böse?) und die eingeflossene Kriegsgeschichte, die (für mich) plötzlich auftauchte und Teil des Geschehens war.


    Nichts desto trotz: ein wirklich großartiger Roman!
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Ich bin nun vollends ein Fan von Jussi Adler Olsen und seinen Thrillern! Schändung ist mein 2 Buch und steht dem ersten "Erbarmen" nichts nach. Die vielseitige Geschichte war wirklich gut, wobei ich mir zwar schon immer wieder dachte, ich glaube (oder sollte ich sagen ich HOFFE...?) das es solche Mitbürger nicht wirklich gibt...


    Wie auch immer. Carl Mork ist irgendwie mein Typ. Obwohl er nicht wirklich beschrieben wird, sehe ich ihn immer als ähnliche Figur wie Karl Wallander vor mir. Das Team Carl und Assad und nunmehr ja auch Rose ist stimmig und die drei gefallen wir ausgesprochen gut.


    Vor allem bei Kimmie weiß man ja lange nicht, woran man ist. Einerseits die harte und schlaue Powerfrau von der Straße, andererseits das Cliquenmitglied. Und dann noch die Kimmie mit dem kleinen besonderen Bündel im Arm - hier musste ich dann doch ein paar mal schlucken. Enigmas Hinweis auf die "Tierszenen" finde ich etwas überzogen - vor allem wenn ich mir vor Augen halte, dass im Buch reihenweise Menschen gequält wurden, teilweise auch beschrieben ;-) Wenn das ein Punkt ist, das Buch nicht oder irgendwann zu lesen, darf man gar keine Thriller mehr lesen.


    An den Rezensionen hier im Forum nervt mich dieses blinde festklammern am vorgegebenen Rezensionsmuster.


    Reicht es nicht, wenn der Inhalt des Buches in der Erstrezension auftaucht und bei den folgenden Beiträgen nur noch die eigene Meinung dargestellt wird?
    Denn die ist ja schließlich die Hauptsache.


    Genauso mache ich es auch. Wenn es schon eine ordentliche Rezension gibt, dann schreibe ich nur mehr meine Meinung zum Buch, aber nicht die xte Inhaltsangabe. Ich denke aber auch, dass das so in Ordnung ist. Teilweise kommen volle neue Rezensionen mittendrin rein, von denen ich denke, dass sie durch einen Admin verschoben wurden, weil es das Thema schon gab. Oder irre ich mich?