Bücherwichteln im BücherTreff

Beiträge von Bettina Belitz

    Liebe Bettina, ich weiß gar nicht, ob ich mich schon bei Dir für die Leserunde bedankt habe Deine Beteiligung ist wirklich riesig und ich finde es schön, dass man auch mal anders denken kann Es gibt genügend Autoren, die lediglich ihre Meinung akzeptieren, das ist bei Dir nicht der Fall Auch wenn mir persönlich dieses Buch nicht so sehr gefallen hat wie die Splitterherzen, so bin ich doch nicht abgeneigt, mir die Diamantkriegsaga zuzulegen!
    Auch ich wünsche Dir nur das Beste und verbleibe mit lieben Grüßen,
    Christina

    Wie schön, deinen Namen zu erfahren. :) Der hat mir irgendwie die ganze Zeit gefehlt. Auch Dir nur das Beste und bewahre dir die eigene Meinung und Wahrnehmung, das ist so wichtig!

    Ja, genau ... es ist dieses "Sich-Fallenlassen", das Nina weder aus ihrem sonstigen Leben noch aus ihrem Eislauf kennt, wo sie nicht fallen darf (Lionel hingegen übt es ... :wink: ).
    Das "Sich-Fallenlassen" ist eine Eigenschaft, die in unserer Gesellschaft mehr und mehr verkümmert. Wir müssen immer stramm stehen, wach bleiben, kämpfen, agieren, aufmerksam sein usw. usf. Das Verträumte, Träumerische hat beinahe schon einen Makel, wird als "Traumtänzerei" und "Realitätsferne" abgetan.
    Katzen sind Meister der Entspannung. Wenn ich meiner Katze dabei zusehe, wie sie mitten am Tag genüsslich zusammengerollt oder langestreckt - je nach Stimmung - , döst und den lieben Gott einen guten Mann sein lässt, fühle ich nicht selten die Sehnsucht, es ihr gleichzutun. Von Katzen können wir lernen, was Hingabe an den Moment und Entspannung ohne jedes schlechte Gewissen bedeutet.
    Großkatzen haben diese Eigenschaft auch ... Sie implizieren beides - die ungebremste, aktive Yang-Kraft, wenn sie auf der Jagd sind, und die hingebungsvolle Yin-Energie, wenn sie sich ausruhen.
    Ja - der Panther ermöglicht es ihr, sich fallenzulassen und sich dem Augenblick hinzugeben.

    Bei der Diamantkrieger-Saga bin ich mir anhand des Klappentextes noch nicht so sicher, ob dieses Buch etwas für mich ist. Vielleicht warte ich dort erst einmal die ein oder andere Rezension ab. Mit welchem deiner Bücher würdest du die Saga vergleichen oder welchen deiner Bücher ähnelt sie?

    Sie steht für mich in der Splitterherz-Tradition, aber natürlich bin ich in der Zwischenzeit gereift und es ist auch eine ganz eigene Geschichte. Trotzdem würde ich sie am ehesten im Regal neben die Splitterherz-Trilogie stellen. Zum einen ist es Fantasy, zum anderen haben wir es mit "über-menschlichen" Fähigkeiten zu tun, auch geht es um den Kontrast von Licht und Dunkel ... und Damir ... :wink::love: dann ist es eine Trilogie ...
    Du kannst mal auf diesen Link gehen, dort kannst du zum einen den ersten Band signiert gewinnen und zum anderen eine Leseprobe lesen:


    Diamantkrieger-Saga Gewinnspiel


    Vielen lieben Dank für deine Zeilen. Nein, verletzen tun mich die Äußerungen nicht und jedem ist seine Meinung gestattet. Klar habe ich manchmal einen gewissen Schutz-Instinkt meinen Helden gegenüber, da ich vermutlich besser als jeder andere weiß, wie sie ticken und warum sie wann wie handeln, aber die können das ab. Es sind ja starke Persönlichkeiten.
    Was mich manchmal irritiert, ist die Strenge, mit der inzwischen viele Leser die Protagonisten von Romanen beurteilen (nicht nur in meinen Büchern, sondern generell). Dabei wird vor allem mit den weiblichen Heldinnen oft hart ins Gericht gegangen, während die männlichen eine Art Dauer-Welpenschutz haben. Mir macht das deshalb Sorgen, weil ich weiß, dass man vor allem dann sehr streng mit anderen ist, wenn man es auch mit sich selbst ist (wenn auch nur im stillen Kämmerlein ...). Ich wünsche mir da mehr Weichheit, Verzeihen und Vergeben sich selbst gegenüber, mehr Mitmenschlichkeit, mehr Selbstliebe und Verständnis für die eigenen Macken und die anderer. Wir sind doch alle nicht perfekt.
    Ich habe für mich festgestellt, dass das MIteinander mit anderen Menschen immer harmonischer wurde, je mehr ich mit mir selbst ins Reine kam und mir meine "Schrullen" gestattete, kurz: mir liebevoll begegnete, und ich anderen ihre Fehler seitdem weitaus leichter nachsehen kann. In den allerseltesten Fällen geschehen diese aus bösen Absichten oder Egoismus. Wir tragen alle unser Päckchen und es gibt da dieses tolle Lied von Depeche Mode - Try walking in my shoes.
    Es ist so leicht, über andere zu urteilen, aber lauft einen Tag lang in ihren Schuhen ... Vor allem aber sollten die Menschen nicht so hart mit sich selbst sein. Wenn ich das wittere oder mitkriege, tut mir das regelrecht weh und hinterlässt ein schales Gefühl.
    Und gerade eine 14-Jährige MUSS Fehler machen, um sich zu entwickeln - wie soll man denn sonst lernen und wachsen und wie soll ich sonst eine spannende Geschichte erzählen? Gute Geschichten beruhen auf Entwicklungen und perfekte Helden können sich nicht entwickeln. Das ist ein Gesetz. :wink:

    Nachtrag zum Thema "letzte Leserunde" und warum ich mir so schwer mit ihr tue:


    ... ich hab nochmal darüber nachgedacht, nachdem einige von euch ja ausdrücklich gesagt haben, dass sie diese "Horizonterweiterung" auf sinnlich-spiritueller Ebene begrüßen und nicht missen wollen. Ja, das verstehe ich und es tut mir auch leid, dass ich das dann nicht mehr tun kann (Ausnahme: meine FB-Seite, da kriegt man mich ja "ungefiltert" mit, wenn die Gespräche über Bücher auch nicht diese Tiefe und Intensität haben wie hier).
    Ich hab reflektiert, wie das in meinem Freundeskreis eigentlich ist, und ich glaube, das ist ein ganz gutes Beispiel für das, was ich meine. Mit meinem bewussten Lebensweg, der die spirituelle Ebene impliziert und von dieser durchwebt ist, gehe ich inzwischen sehr offen um, ohne ihn jedoch an die große Glocke zu hängen. Ich leugne also nichts.
    Meine Freunde wissen, dass ich meditiere, denn ich bin ja zwei Mal im Monat diesbezüglich unterwegs und in meiner Wohnung stehen Klangschalen und Buddhas rum (dezent, aber sie sind da) usw. usf. Es ist also sichtbar. Ich bin die einzige in meinem Freundes- und engeren Bekanntenkreis (abgesehen von den Mitmeditationsschülern, die ich ja aber nur selten sehe), die regelmäßig meditiert und spiritiulle Seminare besucht. Mein Freundeskreis ist also nicht aus dieser "Szene"; ich bin sowieso kein Szenegänger, zumal ich finde, dass Spiritualität jedem Menschen zugänglich sein sollte und sowieso jeder seinen spirituelle Weg geht. Nur der Bewusstseinsgrad ist unterschiedlich. Denn wir alle müssen sterben und loslassen und im Grunde ist das der "große Moment", auf den wir uns alle mehr oder weniger bewusst zubewegen.
    Aber zurück zum Thema: Meine Freunde sind also diesbezüglich anders unterwegs als ich. Für mich ist das weder besser noch schlechter, nur anders. Wenn wir uns treffen, reden wir über ganz normale Dinge oder unternehmen ganz normale Dinge. Es gibt einige unter ihnen, die mich gerne zur Spiritualität befragen oder mich gezielt um Rat in Lebensthemen bitten oder mir gerne zuhören, wenn ich über diese Dinge sprechen (es fallen die entsprechenden Stichworte ihrerseits und ich weiß, dass ich jetzt etwas dazu sagen kann/soll). Dann verschließe ich mich natürlich nicht, denn auf der anderen Seite sitzt jemand, der mehr über meinen Weg erfahren möchte. Diese Menschen gehen danach in ihren normalen Alltag zurück, sagen mir aber manchmal, sie hätten das Gefühl, was gelernt zu haben oder dass sie es spannend finden, mir zuzuhören.
    Andere wiederum schauen sich gerne in meiner Wohnung um. Ich hab eine Freundin, die jedes Mal, wenn sie bei mir ist, guckt, welche Bücher auf meinem Wohnzimmertisch liegen, und es sind immer Sachbücher spiritueller Natur dabei. Sie schaut da gerne rein und holt sich Lese-Inspirationen. Sie macht aber auch seit Jahren Yoga und ist diesen Themenbereichen gegenüber offener als andere.
    Und dann sind da die - das sind die meisten - , bei denen ich weiß, dass ich mit dem Thema Meditation gar nicht erst um die Ecke kommen muss und dann tu ich es auch nicht. Ich möchte niemanden belehren oder bekehren oder ihm Dinge erzählen, die ihn nicht interessieren. Wenn vom Gegenüber nicht die Aufforderung kommt, über diese Themen zu sprechen, tu ich es nicht.
    Wenn ich aber eine Leserunde über eines meiner Bücher anbiete, die diese Themen streifen, und wir fangen an, darüber zu diskutieren, muss ich diese spirituellen Ebenen mit einbeziehen. Denn sie waren teilweise das "Futter" für diese Passagen. Das führt dazu, dass ich mit Menschen darüber sprechen muss, die damit eigentlich nichts zu tun haben wollen. Das ist mir dann unangenehm.
    Vor allem aber nimmt es diesen Menschen die Möglichkeit, das Buch einfach nur als Geschichte zu lesen und zu erleben, so wie es ja bei jedem meiner Bücher nach wie vor möglich ist. Stattdessen haben sie immer Themenbereiche im Hinterkopf, die ihnen gar nicht zusagen oder mit denen sie in Reibung gehen. Splitterherz lässt sich ohne die psychologische und mythologische Ebene lesen (und wird von den meisten Mädels einfach als Romantasy-Geschichte gelesen!), "Vor uns die Nacht" ohne die spirituelle Seelen-Ebene, "Linna singt" ohne die Märchen-Ebene, "Die Diamantkrieger-Saga" ohne die metaphysische Ebene ... und auch die Panthersommernächte können Mädchen im passenden Lesealter 12+ genießen, ohne sich um die mystische Ebene zu kümmern. Sie nehmen das wahrscheinlich einfach genussvoll mit, ohne in die Tiefe zu schürfen. In diesem Alter wird noch nicht alles hinterfragt; das ist die große Gnade der jungen Leser.
    Genau das ist es, was ich möchte. Ich möchte unterhalten, berühren, entführen, verzaubern; nicht aber belehren, dozieren und meine Leser mit Themen konfrontieren, mit denen sie im Alltag nichts anfangen können.
    Die "höheren Ebenen" meiner Bücher sind ein Angebot an jene Leser, die "mehr" wollen und die sowieso schon mit Neugierde und Interesse an diese Themenbereiche herangehen.
    Natürlich gibt es Leser, die durch meine Bücher zum ersten Mal Kontakt mit diesen Ebenen bekommen und anschließend offener dafür sind oder sogar etwas daraus lernen.
    Doch ich finde es heikel, all diese Varianten in einer Leserunde zu verbinden. Auch bin ich es ein bisschen müde geworden, Dinge zu erklären, die man eigentlich gar nicht erklären kann, sondern die nur übers Fühlen erfahrbar sind. Möglicherweise wären sie das auch gewesen, wenn wir hier nicht so viel drüber schwätzen würden. :-)
    Es kann sein, dass dieses viele Reden und Diskutieren den eigentlichen Klang meiner Bücher trübt und der unverfälschte, ganz persönliche Lesegenuss dabei verloren geht.
    Deshalb ziehe ich jetzt erst einmal einen Schlussstrich. Nach der Diamantkrieger-Saga taste ich mich dann nochmal an das Thema Leserunden heran und dann sehen wir weiter ...

    ei der Szene als Lionel zum ersten Mal mit dem Panther konfrontiert wird, fällt einem einfach direkt sein früheres Erlebnis mit dem Bullen ein. Es ist einfach extrem leichtsinnig von Nina, ihn mit so einem Raubtierchen zusammenzubringen. Ich musste unweigerlich an eine Situation eines guten Freundes denken, der als Kind von einem Schwan attackiert wurde. Bis heute hat er große Angst vor Schwänen und anderen großen Vögeln... Bei Lionel wäre es eben auch sehr wahrscheinlich, dass er panisch reagiert...

    Das verstehe ich alles - aber sie ist 14! Und steht außerdem extrem unter Druck ... Mit 14 ist man noch mehr Kind als erwachsen.
    Vor allem aber muss auch Lionel seine Angst vor "wilden Tieren" abbauen können (daher diese Szene) und er fasst ja auch schnell Vertrauen zu Spirit. Das kann ihm über sein Trauma hinweghelfen. Aud diesem Grund macht Nina das zwar nicht, sie handelt eher aus Verzweiflung, aber es ist ein wunderbarer Nebeneffekt. Er stellt sich seiner Angst. Das ist manchmal das einzige, was hilft ...
    Wenn man ein Kind, das von einem Schwan angegriffen wurde, immer von großen Vögeln fernhält, wird es seine Angst niemals heilen können.

    ... kommt der leicht ironische Humor in diesen Szenen nicht zu euch durch? Ich würde generell empfehlen, nicht alles ganz so bierernst zu nehmen.
    Klar hat Lionel Angst, ist doch logisch, hätte jeder von uns in seiner Situation, und klar hat Nina durch ihre Erlebnisse mit dem Panther eine völlig andere Sicht der Dinge. Kurz darauf ist Lionel aber auch restlos fasziniert von Spirit und es gibt viele leise Töne in dieser Szene, in der sich Nina und Lionel ganz nahe kommen.
    Das mit dem blauen Band zum Beispiel hat etwas Intimes, Poetisches.
    Ich finde es schade, wenn durch zu viel Kopfbeobachten und Kritisieren der Heldin diese Welt zwischen den Zeilen - der Humor, die Poesie, die Wechsel in der Stimmung - in den Hintergrund tritt oder sogar verloren geht ...

    ich finde Deinen Standpunkt zum Thema (in) Leserunden sehr interessant! Ich glaube, die meisten finden Deine Denkanstöße und Sichtweisen auch sehr hilfreich und spannend. Klar, es ist nicht jedermanns Sache und das kann und sollte ja auch gar nicht sein. Du hast Deinen Weg der inneren Zufriedenheit gefunden und das liest man sehr gern. Vielleicht kannst Du tatsächlich dem ein oder anderen seinen Weg zeigen. Ich hätte mir das als Jugendliche sehr gewünscht, denn mir fehlte lange Zeit jemand, der mir den Weg zeigt. Nun habe ich für mich einen gänzlich anderen Weg gefunden und kann mit dem beschriebenen wenig anfangen. Für mich eine Konsequenz, dass ich in dieser Hinsicht an einer LR zumindest aktiv nicht teilnehme.
    Ich schätze allerdings Deine Beiträge und kann mir vorstellen, dass einige sich sehr über zukünftige Leserunden mit Dir freuen würden

    Danke dir. Ich hab mir diese Gedanken schon bei den vergangenen beiden Leserunden gemacht und vor allem war da bereits dieses Bauchgefühl, dass ich vielleicht mal eine Pause einlegen sollte. Manchmal tut das gut. Und da höre ich im Zweifelsfall auf mein Bauchgefühl. So eine Pause kann segensreich für alle Beteiligten sein und wer weiß, vielleicht bietet sich in ein paar Jahren wieder die Gelegenheit dazu und mein Bauchgefühl sagt: Ja! :)
    Es ist auch nicht so, dass ich keine Freude daran habe, es ist für mich eine lieb gewonnene Tradition geworden. Ich spüre nur, dass ein Luftholen gut tut und finde auch die Erfahrung spannend, mit den Diamantkriegern zum ersten Mal einen Roman zu haben, dem sich keine Leserunde anschließt (ich hatte ja auch schon anderswo begleitete Leserunden ...).

    Schön! Ich finde es wichtig, dass Autoren ihre eigenen Bücher lieben. Du schreibst ein bisschen darüber, als wäre deine Bücher deine Kinder!

    Ja, ein wenig ist das auch so. ;-) Nicht zu vergleichen mit dem eigenen Kind, aber das Schreiben ist wie eine "kreative Geburt" und ich habe eine innige Beziehung zu ihnen. Herzblut eben. :wink::love:
    Das finde ich auch in Ordnung, solange man als Autor nicht die Erwartung hegt, dass alle anderen diese Babys ebenfalls lieben werden. Das ist wie bei allem eine höchst individuelle Angelegenheit.

    Ja, stimmt, Jenny ist sowas wie die Stimme des Gewissens.


    Meine Figuren möchte ich nicht im Detail verteidigen. Sie sind Menschen und damit machen sie Fehler. Sie fühlen und damit handeln sie manchmal irrational und sehen nicht das Ganze. Sie sind mal egoistisch und mal parteiisch und mal bauen sie absoluten Käse. Mal sind sie über die Maßen emotional und mal agieren sie scheinbar gefühlskalt. Sie sind alles andere als perfekt. Genau das will ich zeigen.
    Denn sie sind Menschen wie wir. Wir machen auch alle solche Sachen. Wir alle handeln mal irrational, sehen mal nicht das Ganze, sind mal egoistisch, parteiisch, bauen Käse, sind zu emotional oder gefühlskalt. Wir sind nicht perfekt.
    Derjenige werfe den ersten Stein, der ... :wink:


    Wenn ihr perfekte oder nahezu perfekte Helden wollt, dann lest lieber andere Bücher. Ich weiß, dass sich viele Leser die Helden als Vorbilder wünschen, und kann diesen Wunsch nachvollziehen. Für solche Leser bin ich nicht die passende Autorin. Dafür gibt es dann ja andere ... und das ist gut so. :)

    ... ach, da war noch ebbes ... ;-), was mir aber wichtig ist: Figurenzeichnung & Co.


    ... zu den Charakteren: Es ist jetzt etwas heikel, was ich dazu schreibe, aber ich hoffe, dass sich danach keine Erdspalte auftut und ich von ihr verschlungen werde. Ich formuliere es bewusst vorsichtig: Das Buch hatte in meiner Rohfassung bezüglich der Zeichnung einzelner Figuren eine andere "Färbung" als jetzt.
    Es sind auch einige Passagen rausgefallen, die ich gerne drin behalten hätte. Dazu gehört ein Kapitel, in dem wir die Hintergründe zu dem Wandel von Ninas Mutter erfahren hätten, und an dem ich sehr hing, weil es unter anderem auch darauf hindeutet, warum sie und ihre Tochter eine solch besondere, intensive Verbindung zu Tieren haben.
    Es gab sicherlich Gründe dafür, dieses Kapitel und andere Passagen zu streichen, denen ich mich dann auch fügen musste und ich habe mich bewusst und in Frieden gefügt. Man muss als Autorin auch die Sichtweise des Verlages berücksichtigen und hinnehmen können. Diese Sichtweise des Verlages zielte außerdem ganz klar auf das Lesealter 12+ (!!!) ab.
    Ja, dieses Buch ist Lesealter 12+. Davon sind wir alle inzwischen weit weg ... Trotzdem war meine "Wunschfassung" eine andere. Keine Ahnung, ob die euch besser gefallen hätte. Das weiß ich nicht. Vielleicht auch nicht ... Das Buch ist jetzt so, wie es ist, und es hat seinen Sinn gehabt, dass es zu dem wurde, was es jetzt ist, und alle Seiten haben daraus gelernt. Deshalb bin ich im Reinen damit und ich liebe dieses Buch wie meine anderen auch.


    Mehr möchte ich zu diesem Thema aus Verbundenheit zum Verlag, der in den vergangenen Jahren viel für mich getan hat, nicht sagen. Es gab auch weder Streit darüber noch Unfrieden. Manchmal gibt es verschiedene Sichtweisen und man muss sich in der Mitte treffen, der berühmte Kompromiss. Ich bin froh, diese Erfahrung gemacht zu haben, und bin mit dem Buch immer noch sehr glücklich. Es ist immer noch "mein Buch". :wink:
    Und die gestrichenen Passagen sind nach wie vor in meinem Herzen.

    @Bücherhuhn Klar, es ist deine Entscheidung, ob du es zu Ende liest oder nicht. Aber quäl dich bitte nicht mir zuliebe, allenfalls dir zuliebe ... :wink:
    Ich würde wahrscheinlich aussteigen, weil ich irgendwann beschlossen habe, mich in meiner Freizeit nicht mehr mit Dingen zu belasten, die mir nicht gut tun oder mir keine Freude bereiten. Das muss man in anderen Bereichen des Lebens oft genug tun ...

    Leserunden im Allgemeinen und Speziellen - und warum diese wahrscheinlich vorerst meine letzte hier ist


    Ihr Lieben, es hat mir wieder viel Freude gemacht, mit euch zusammen ein Buch zu lesen, aber ich habe schon bei den vergangenen beiden Romanen gespürt, dass mein Schreiben sich in eine Richtung entwickelt, die nicht mehr all zu gut dazu taugt, meine Romane gemeinsam in Leserunden zu verfolgen und zu diskutieren. Deshalb bin ich im Moment ganz dankbar, dass es zu den Diamantkriegern keine Leserunde gibt. Ich würde aus dem Posten wahrscheinlich gar nicht mehr rauskommen.
    Wenn es um Mystik, Spirituelles, um Bewusstsein geht, ist es oft besser, wenn nicht zu viel darüber geredet und geschrieben wird. Zum einen will es vor allem gespürt werden; zum anderen schafft es unweigerlich Konflikte zwischen Kopf und Bauch oder eben Konflikte mit den Menschen, die sich - und das ist für mich total in Ordnung - diesen Bereichen nicht öffnen wollen. Es ist mir auch unangenehm, zu viel über diese Dinge zu schreiben, wenn ich weiß, dass Menschen mitlesen, die damit nichts zu tun haben wollen, denn diese Ansichten sollte man niemals anderen aufdrängen oder gar "verkaufen". Das war nie meine Absicht und ich hoffe, dass dies hier auch so ankam.
    Da ich das alles aber mit ganzem Herzen lebe, wird es unweigerlich auch weiterhin in meine Bücher fließen; ich kann gar nicht anders schreiben. Ich werde dafür sicherlich in Rezensionen & Co. auch mehr Haue bekommen als früher. :wink: Das ist okay. Mir ist es lieber, ich stoße Menschen vor den Kopf als dass ich beim Schreiben einen für mich so wichtigen Teil meiner selbst und meiner inneren Wahrheit verleugne.
    Nur stelle ich fest, dass die Leserunden seit "Vor uns die Nacht" an ihre Grenzen stoßen, weil man nur schlecht über Bücher diskutieren kann, die vor allem danach verlangen, gefühlt zu werden - und beim Fühlen gibt es eben nix zu diskutieren, denn das ist was ganz Individuelles und kann meiner Meinung nach nicht debattiert werden. Der eine fühlt so, der andere so. Da ist für mich alles willkommen: Manche können sich hineinfallen lassen und sind begeistert, andere fühlen sich genau von den mystischen Elementen abgeholt, andere wiederum quälen sich mit dem Buch oder regen sich auf oder finden es schlichtweg doof, dass diese Elemente mitspielen.
    Ich habe es mir womöglich nicht leichter gemacht, indem ich die Bücher auf einer anderen Ebene schreibe, aber ich kann und will mich selbst nicht verleugnen. Das wäre für mich die falsche Botschaft an meine Leser, denn ich wünsche ihnen, dass auch sie ihre innere Wahrheit leben und dazu stehen, egal, welcher Natur sie ist.


    Also, es ist gut möglich, dass diese die letzte Leserunde im Büchertreff war.
    Wir hatten wunderbare Zeiten zusammen und ich danke euch von Herzen, dass ihr mich bei meinen Büchern so treu und liebevoll begleitet habt. Ich danke euch für eure Offenheit, eure Meinungen, eure Kritik und eure Zustimmung. Ihr wart ein wichtiger Teil meine Autorenlaufbahn, vor allem in den ersten Jahren, als ich noch ein Newbie war. :wink:
    Wer zu meinen Büchern konkrete Fragen hat, kann sie mir zukünftig auf meiner Facebook-Seite stellen. Ich werde versuche, sie alle zeitnah zu beantworten. Dort kann man auch immer direkten Kontakt mit mir halten. Ich pflege dort eine maximale Offenheit und würde mich freuen, euch in diesem Account begrüßen zu können. Natürlich behalte ich auch meinen Account hier und werde dem Büchertreff treu bleiben; es ist ein tolles Forum, Hut ab!


    Ich wünsche euch viel Freude bei eurem liebsten Hobby, den Buchstaben, und unzählige weitere vergnügliche Lesestunden und -runden! :love:

    @Bücherhuhn
    Dann leg es doch einfach zur Seite und lies etwas anderes. Das mache ich auch mit Büchern, die mir nicht gefallen oder mit denen ich mir (zu) schwer tue. Eine Quälerei sollte es niemals sein, dazu ist die Zeit zu schade. Ich habe jedenfalls kein Interesse daran, dass sich jemand durch meine Bücher quält ... Sich mit einem Buch zu quälen, ergibt in meiner Wahrnehmung keinen Sinn.

    Wie wahr! Das Leben der Tiere ist in vieler Hinsicht einfacher und schöner als das der Menschen. Wie ja auch im Buch steht (176): "Für ihn gab es keine Zukunft, keine Befürchtungen oder Sorgen. Nur Menschen konnten in die Zukunft und in die Vergangenheit denken und machten sich damit das Leben schwer. Aus seiner Warte war die Welt in diesem Moment vollkommen in Ordnung."
    Nur leider ist es für den Menschen nicht immer klug nur im Hier und Jetzt zu leben...

    Ich sag es mal so: Wir leben in einer Welt, in der es unabdingbar ist, zu planen und zu organisieren und hin und wieder Verfangenes zu reflektieren. Andernfalls geht man unter und hinterlässt hinter sich nur Chaos.
    Aber ich habe es mir angewöhnt, mich immer wieder bewusst auf das Jetzt und Hier auszurichten und innezuhalten, um mir bewusst zu machen, dass die Gegenwart das einzige ist, was ich wahrhaftig habe und die mir viel mehr bietet, als ich oft wahrnehme, und mich Grübeleien über die Zukunft oder die Vergangenheit vom Zauber der Gegenwart wegholen.
    Aber ohne Planungen könnte ich keine guten Lesungen abliefern und auch nicht vernünftig mit Verlagen zusammenarbeiten, ganz zu schweigen von der Kindererziehung etc. pp. Es ist notwendig und es kann Spaß machen, zu planen und heilsam sein, Vergangenes zu reflektieren und in Heilung zu bringen. Schwierig wird es meiner Meinung nach dann, wenn wir uns permanent mit Vergangenem und Zukunftssorgen beschäftigen und nicht mehr sehen, was im Jetzt und Hier ist. Wir sind dann eigentlich gar nicht richtig da und entspannen können wir uns auch nicht. Auch in diesem Bereich ist eine ausgewogene Balance Gold wert.

    Ach, ich fand schon diese Eiswasser-Challenge, die vor wenigen Jahren durchs Internet geisterte, ziemlich doof und daneben. Spätestens als eine junge Frau gemeint hat, sie müsste das AUF ihrem Pferd machen, das natürlich dann bockend und geschockt davon geschossen ist. Hallo? Pferde mögen kein Wasser, schon gar kein kaltes, auf ihren empfindlichen Rücken. Das sollte eigentlich zum 1mal 1 gehören ...

    Das erinnert mich an diesen zweifelhaften YT-Trend, hinter die eigenen Katzen eine Salatgurke zu legen, während sie fressen, und dann zu filmen, wie sie sich anschließend erschrecken. Anscheinend halten sie die Salatgurke für eine Schlange oder für ein anderes bedrohliches Tier und springen teilweise wie von der Tarantel gestochen in die Höhe. Man kann ein sensibles Tier mit solchen Aktionen traumatisieren und vor allem sollte man niemals Tiere beim Fressen irritieren. Da steht halt die Lust an "Berühmtheit" im Internet und viele Klicks an erster Stelle und nicht die Liebe zum Tier.
    Ich krieg schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich den Staubsauger aus seiner Ecke holen muss und meine Katze das Weite sucht, als hätte ich Godzilla zum Kaffee eingeladen ... aber ich muss halt saugen 8-[

    Jetzt weiß ich wieder was ich noch schreiben wollte, das war mir entfallen.
    Ich finde den Gedanken, Fleisch von Tieren zu essen die so gehalten werden und dass sich das irgendwie auf uns auswirkt echt interessant. Könnt ihr euch das vorstellen? Ich irgendwie schon....
    Also wenn man mal von der ganzen Chemie ab sieht die in die Tiere rein gepumpt wird und die wird dann zwangsweise ja auch essen...

    Ich finde einfach die Vorstellung nicht schön, wie diese Tiere gehalten werden, und wenn ich billiges Fleisch aus dem Supermarkt kaufe, kann ich nicht diese Vorstellung nicht ignorieren (das ist auch der Hauptgrund, weshalb ich das nicht mehr tue). Das überträgt sich automatisch auf mein Gefühl bei der Zubereitung, dem Essen ... und schlägt sich meiner Meinung nach dadurch auch unweigerlich auf die Verdauung nieder.
    Dass dieses Fleisch mit Medikamenten, vor allem Antibiotika, verseucht ist, ist inzwischen ja allgemein bekannt, aber für mich zählt mehr als nur das. Man unterstützt mit dem Verzehr dieses Fleisches eine Art der Tierhaltung, an der ich nichts Gutes erkennen kann. Manchmal ist es nur schwer zu vermeiden, davon zu essen ... wenn man irgendwo eingeladen ist zum Beispiel und es gibt keine Alternative und man hat riesigen Hunger ... Aber ich versuche es so gering wie möglich zu halten. Es gibt ja auch die Theorie, dass die Stresshormone, die diese Tiere in der Massenhaltung im Übermaß ausschütten, das Fleisch minderwertig werden lassen.
    Jedenfalls bleibt das übermäßige Konsumieren von Fleisch aus koventioneller Massentierhaltung sicher nicht ohne Folgen ...

    Ändert Schröter plötzlich seinen Charakter? (Für alle, die das Buch beendet haben)


    Nein. Schröter hat etwas Großkotziges an sich, er denkt groß, handelt groß, macht sich gerne wichtig, kann diese Position aber auch füllen. Das heißt: Er verfügt über eine gewaltige Energie, möchte das jedoch auch gerne allen zeigen. Positiv formuliert macht jemand wie Schröter keine halben Sachen. Wenn er seinen Sohn beschützt, geschieht das nicht halbherzig, sondern dann kriegt der sogar sein liebstes Hobby verboten (das Argument, das würden nur Mädchen machen, ist ja vorgeschoben ... In Wahrheit hat Schröter eine Heidenangst um ihn). Wenn er Schweine züchtet und schlachtet, dann in ganz großem Stil. Wenn er auf die Jagd geht, dürfen es nicht nur ein paar Wildschweine und Rehe sein, sondern mindestens eine Antilope in Afrika, und wenn er Bornhausen eine Eishalle stiftet, muss die auch im Sommer nutzbar sein, obwohl es Geld ohne Ende verschlingt. Er engagiert sich nicht nur in einem Verein, sondern in vielen, und mischt mit, wo er kann. Kurz: Er macht sich überall breit.
    Deshalb ist es nur konsequent, dass er auch bei einer Kehrtwende ordentlich auf die Kacke haut. Man kann das durchaus auch als seine besondere Qualität betrachten! Er ist ein Macher, und wenn er sich anders entscheidet, dann zu 150 Prozent. Das mag kitschig und übertrieben anmuten, aber genau das steckt in Schröter. Er übertreibt.
    Aus der Massentierhaltung wird dann ein Biohof - ja, so kann es gehen, wenn ein Mensch die Energie von Schröter hat. Etwas davon steckt ja auch in Lionel - denkt daran, welche Wendungen der gemacht hat und die nicht nur auf dem Eis. Wenn solch gewaltige Energien, wie sie ein Mensch wie Schröter hat, sinnvoll genutzt werden, können Welten verändert werden.
    Es ist nur die Frage, wie und wo man sie einsetzt. Bisher hat Schröter sie eingesetzt, um andere zu dominieren und einen auf dicke Hose zu machen. Jetzt marschiert er in die andere Richtung - aber das ist eben Schröter. Irgendwie mag ich ihn; er hat einen gewaltigen Schutzinstinkt (der ist echt, auch Nina gegenüber - Schröter will wirklich seine Mitmenschen schützen!), er liebt seinen Lio über alles und seine Motivation für seinen Betrieb rührt aus einem traumatischen Familienerlebnis (Hungertod). Er ist kein schlechter Mensch, er hat nur aus den Augen verloren, was er da eigentlich tut und wozu es gut ist. Auch er kann sich durch den Panther besinnen und umdenken - nur: wenn er es tut, dann eben so, dass es auch alle sehen und ihm dafür Beifall spenden können. Er ist und bleibt Schröter. :)

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