Die Ergebnisse der Leserlieblinge-Wahl im BücherTreff

Beiträge von Naraya

    Kennt jemand "Laid Back Camp" (in Japan "Yuru Camp")? Über die Nihonbox bin ich auf die Reihe gestoßen, weil in der letzten eine Figur davon enthalten war und ich dann recherchiert habe. Ein total netter Slice of Life-Manga über Freundschaft und Camping mit Infos und tollen Zeichnungen von Japan. Momentan gibt es 8 englische Bände, der Manga wird jetzt aber auch von Manga Cult auf Deutsch herausgebracht. Nebenbei schauen wir noch die zugehörige Serie, die ist auch sehr nett und eng an den Mangas.

    Schon seit seiner Geburt ist der junge Hiram Walker Sklave auf der Plantage Lockless. Als unehelicher Sohn des weißen Plantagenbesitzers erfährt er jedoch eine etwas bessere Behandlung als seine Leidensgenossen und zieht schließlich sogar in das Herrenhaus ein, um seinem Halbruder als Diener zur Seite zu stehen. Dort bemerkt man seine Intelligenz und seinen besonderen, wachen Verstand und so wird er in Zukunft auch vom Hauslehrer Mr. Fields unterrichtet. Hiram ist zwiegespalten: außer Vater und Halbbruder besitzt er keine leibliche Familie mehr. Von seiner Mutter, die bereits vor Jahren verkauft wurde, ist ihm nur eine besondere, übernatürliche Fähigkeit geblieben, die in Zukunft noch mehrmals sein eigenes Leben und das anderer Menschen retten soll. Als ihn dann eines Tages die Sklavin Sophia, in die er heimlich verliebt ist, zur Flucht anstiftet, stürzt dies Hiram in einen Konflikt: Kann er einfach seine Ziehmutter Thena zurücklassen, um sich selbst ein besseres Leben zu verschaffen? Und was bedeutet es eigentlich, wirklich frei zu sein?


    Der Grundtenor von Ta-Nehisi Coates' neuestem Roman ist sicherlich interessant. In "Der Wassertänzer" verbindet er eine klassische Geschichte aus dem Zeitalter der Sklaverei in den USA mit einem fantastischen Element. Dieses mag zwar in dem Glauben der so genannten "Verpflichteten" verankert sein, wirkt aber etwas fehl am Platze. Möglicherweise hätte der Autor sich hier besser auf einen Aspekt der Handlung beschränkt, den historischen oder den übersinnlichen - so bleibt diese über lange Strecken verwirrend, an anderer Stelle hingegen wiederholen sich immer gleiche Elemente. Der Protagonist Hiram soll sich durch seine Art zu denken plakativ von den anderen Sklaven unterscheiden, seine Handlungen jedoch sprechen eine andere Sprache. Er bleibt hinter den Erwartungen des Lesers zurück, lässt sich zu viel von anderen um ihn herum beeinflussen und redet oft altklug daher. Zu einigen Menschen ist er bedingungslos (und unverdient?) loyal, andere lässt er immer wieder im Stich. Das mag natürlich auch seinem jugendlichen Alter geschuldet sein, dennoch wirkt er inkonsequent gestaltet.


    Überhaupt erscheint in diesem Roman viel Potenzial verschenkt. Interessant ist einzig Hirams Flucht von der Plantage und seine anschließende Zeit im "Untergrund" - zumindest so lange, bis auch hier sich immer gleiche Szenen und Gespräche wiederholen. Es stellen sich zudem die verschiedensten Fragen: Ist Hiram in seinem neuen Leben wirklich so viel freier als zuvor? Ist es in Ordnung, im Zuge seiner Freiheit, auch Mitgefühl für andere und ein Stück weit auch seine Moral hinter sich zu lassen? Eine befriedigende Antwort gibt Ta-Nehisi Coates hier nicht, sondern ergeht sich vor allem gegen Ende in rührseligen spirituellen Szenen, in der unser Protagonist endlich zu seiner vererbten Superkraft findet. Mehr Historie, weniger Fantastik - das hätte diesem Roman gutgetan.


    Fazit: Ein Buch mit großem Potenzial, das am Ende zu viel auf einmal will :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Als die Autorin Summer Rayne Oakes in die Großstadt New York zog, fehlte ihr zunehmend die Natur. Also begann sie, sich Zimmerpflanzen für ihr Apartement anzuschaffen und diese eigenhändig zu vermehren. Heute besitzt sie einen YouTube-Kanal mit knapp 200.000 Abonennten, veranstaltet Kurse für Pflanzenliebhaber und hat in ihrer Wohnung einen mehr als 1000 Pflanzen umfassenden Dschungel herangezogen. In "Pflanzenliebe" nähert sie sich nun der Frage, welchen Mehrwert Pflanzen für unser Leben haben und was wir tun können, damit diese sich bei uns wohlfühlen.


    Eins vorneweg: Das Buch ist kein handelsüblicher Ratgeber zum richtigen Umgang mit Zimmerpflanzen. Zwar gibt die Autorin zum Ende des Buches hin auch Tipps, wie man die Pflege der eigenen Pflanzen verbessern kann und welche Arten den ein oder anderen Fehler verzeihen, dennoch geht es eher um biologische und vor allem psychologische Aspekte der Pflanzenhaltung. In acht Kapiteln, deren Anfänge stets kleine Pflanzenillustrationen beinhalten, teilt Summer Rayne Oakes ihre Geschichte mit uns. Sie berichtet von dem Beginn ihrer Leidenschaft, von einem Nachbarschaftsgarten, den sie in New York betreut und streut Anekdoten aus ihren Seminaren ein. Wir erfahren jedoch auch, dass Pflanzen Musik lieben, besonders Mozart, dass sie Partnerschaften untereinander eingehen und depressiven Menschen bei einer Therapie helfen können. Am Ende jedes Kapitels folgen schließlich "Wachstumsübungen", in welchen der Leser sich mit dem Thema Pflanzen eingehender beschäftigen soll.


    "Pflanzenliebe" leistet durchaus einiges. Das Buch macht deutlich, dass Pflanzen Lebewesen sind, die wir nur ins Haus holen sollten, wenn wir ihnen gerecht werden können. Ebenso positiv ist anzumerken, dass die Autorin stets die botanischen Namen nutzt - ein echter Pflanzenfreund wird mit den reinen Verkaufsnamen auf Dauer nicht viel anfangen können. Und gerade da liegt auch der Schwachpunkt des Buches: Anfänger können hier kaum brauchbare Tipps zur Pflanzenpflege finden - es scheint daher eher für Menschen geeignet zu sein, die bereits Vorkenntnisse haben und ist hier auch durchaus als nettes Geschenk geeignet. Ich persönlich hätte mir zudem noch einige Fotoseiten gewünscht, denn wer im Internet die Pflanzensammlung der Autorin entdeckt, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Schade, dass diese nicht in "Pflanzenliebe" gezeigt wird; so bleibt das Geschriebene zuweilen etwas trocken und abstrakt.


    Fazit: Ein schönes Geschenk für Pflanzenfans, für Anfänger eher uninteressant :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    "Karibische Affäre" fand ich gestern sehr gut umgesetzt. Ich liebe Miss Marple und Mr. Rafiel zusammen! :loool:


    Nur die Ian Fleming-/James Bond-Nummer fand ich ein wenig albern.

    Neben dem Schuber mit 6 Bänden fernöstlicher Klassiker haben es noch sehr viele andere Bücher vom Anaconda Verlag auf meine WuLi geschafft

    Ich habe ein einzelnes Buch aus dem Schuber und finde es sehr schön aufgemacht - ein wenig reizen würde mich der Kauf also auch. Nur habe ich noch drei der Werke in einer anderen Ausgabe, also brauche ich ihn wirklich nicht. Aber was heißt schon "brauchen"? :-,

    Aus dem Königreich Phantopien ist die Kunst und damit auch die Magie weitestgehend verschwunden. Nur in Fernab ist noch ein Rest davon aus früheren Zeiten erhalten, was die Hauptstadt des Landes zu einem Anziehungspunkt für viele Menschen macht. Darunter ist auch die Dichterin Minna Fabelreich, die mit ihrem dicken Buch voller Geschichten durch Phantopien zieht, um sich irgendwie über Wasser zu halten. Als sie jedoch den Schatzsucher Finn Minengräber beim Diebstahl ihres teuren Buches erwischt, zwingt sie diesen, sich mit ihr auf den Weg nach Fernab zu machen, wo beide ihr Glück versuchen wollen. Ein großes Abenteuer beginnt, das beiden einiges abverlangen und ihre Welt auf den Kopf stellen soll.


    Katharina Seck schafft bereits mit ihren ersten Sätzen eine spannende, fantasievolle Sprachwelt. Ihre Landschaftsbeschreibungen, die einzelnen Handlungselemente und vor allem die sprechenden Namen der Personen gebem dem Buch von Beginn an eine märchenhafte Atmosphäre. Erzählt wird aus den verschiedensten Perspektiven, was den Blickwinkel des Lesers stark erweitert und es ihm erlaubt, auch in den Kopf undurchsichtiger Figuren zu schauen. Ergänzt werden Minnas und Finns Sicht der Dinge noch durch diejenige der hartherzigen Königin Phantopiens, Malwine Wüstenherz, und ihres "Gabensuchers", Valerian Ohneruh, der seine Herrscherin zutiefst verachtet und den Grund dafür lange vor dem Leser verbirgt. Neben den sympathischen, aber recht klaren und eindeutigen Charakteren von Minna und Finn, sind diese letzten beiden deutlich komplexer gestrickt und scheinen eine leidvolle und komplizierte Vergangenheit miteinander zu teilen.


    Das Magiesystem in "Die letzte Dichterin" ist ebenso einfach wie schön: Magie wird durch die Künste in die Welt der Menschen gebracht, durch Poesie, Musik, Malerei - und auf diese Weise will die Königin selbst ihren Untertanen das Verlorene wieder zurückgeben. Ein toller Gedanke, dass Magie erst durch den Menschen selbst und seine Kreativität entsteht und er macht das Leben in einer Stadt wie Fernab, in der jeder sich selbst zu verwirklichen scheint, unheimlich attraktiv. Dass der Plan der Königin jedoch nicht ohne Weiteres gelingen und von einigen Charakteren große Opfer fordern wird, gibt der Handlung die nötige Spannung und treibt sie voran.


    Wenn es an diesem Roman etwas zu bemängeln gibt, dann ist es dies: er ist zu kurz. Die Geschichte ist zwar am Ende auserzählt, in sich rund und verständlich, dennoch wünscht man sich als Leser an manchen Stellen einfach mehr von dem, was Katharina Seck wirklich beherrscht: mit ihrer Sprache die Magie eines Ortes oder eines Charakters einzufangen. Ich hätte noch viel länger mit Minna und Finn nach Fernab reisen können oder noch mehr Zeit mit der Königin und ihrem Gabensucher verbringen können - einige Szenen wirken so, als würde in einem Film an einer fesselnden Stelle einfach ausgeblendet. Dem Sog der Geschichte kann man sich dennoch nicht entziehen, was den Wunsch weckt, die Autorin möge noch einmal mit uns nach Phantopien zurückkehren. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Welche Challenge ist das bei dir?

    Auf Instagram gibt es die "Maidens of Murder", die jeden Monat einen Agatha Christie-Roman zusammen lesen. Wenn man möchte, kann man seine Eindrücke in einem Sammelpost am Ende des Monats verewigen, muss man aber nicht. Ich sehe es einfach als Inspiration, monatlich einmal Agatha Christie zu lesen.

    Die "Schnallenschuhe" sind nur antiquarisch erhältlich und ich finde im Moment leider nur komplett überteuerte Angebote oder diese hässliche Ausgabe, die ich mir definitiv nicht ins Regal stellen möchte...

    Ach herrje, eine Rarität. Ich habe die unten angehängte formschöne Ausgabe. :loool:

    - Kurz vor Mitternacht

    - Der blaue Express

    - Die Kleptomanin

    - Nikotin

    Die habe ich alle nicht in der letzten Zeit gelesen, höchstens die Verfilmungen gesehen und da vergesse ich oft schon nach einigen Woche die Handlung.

    Im März werde ich bestimmt keine Leserunde mehr schaffen. Vielleicht im April. Und "Das Geheimnis der Schnallenschuhe" würde ich auch mitlesen.

    Ich vermutlich auch nicht, aber ich dachte, ich werf es mal ein. :) Wir können ja im Laufe des März mal schauen, ob es mit den "Schnallenschuhen" klappen würde - vielleicht interessiert sich ja noch jemand dafür?

    Ich habe gerade eins meiner Bücher beendet und mich dann gefragt warum das Buch so heißt. Es kommt keine Renovierung vor, Morde allerdings ja. Und ehrlich gesagt passt der Originaltitel auch besser, warum wird der dann nicht einfach übersetzt?

    Das habe ich bei dem Buch auch nicht verstanden. (Wobei ich mir am Ende auch nicht sicher war, ob ich das Buch an sich überhaupt verstanden habe. :pale:)

    Ich bin je nach Zeit und Buch auch gerne wieder bei einer Leserunde dabei.


    Was ich wegen meiner Challenge sowieso lese, ist im März "Towards zero" (Kurz vor Mitternacht) und im April "One, two, buckle my shoe" (Das Geheimnis der Schnallenschuhe).

    Die Verfilmung von Mord im Spiegel mit Angela Lansbury und Elizabeth Taylor finde ich dann doch besser.

    Ja, die gefällt mir auch besser. (Wenn man ehrlich ist, war die Rolle Elizabeth Taylor auf den Leib geschneidert.^^) Dennoch fand ich sie gestern gut umgesetzt.

    Seit seine Adoptivtochter Shiloh nach einer Trennung wieder zu ihm und seiner Frau Peg zurückgezogen ist, verbringt Lyle Hovde am liebsten Zeit mit seinem Enkelsohn Isaac. Gemeinsam besuchen die beiden seinen besten Freund Hoot oder den Apfelhain, in dem Lyle arbeitet. Dann jedoch lernt Shiloh den charismatischen Steve kennen, der Prediger in der Glaubensgemeinschaft des Bundes der Flusstäler ist. Nach und nach zieht dieser Lyles und Pegs Tochter immer mehr in seinen Bann und bringt damit auch den kleinen Isaac in Gefahr: der Junge, so Steve, sei ein Glaubensheiler und müsse diese Fähigkeit in den Dienst der Gemeinde stellen.


    In "Ein wenig Glaube" widmet sich Nickolas Butler behutsam einem schwierigen, sensiblen Thema. Der Glaube eines Menschen ist etwas sehr Persönliches und die Handlung kreist stets um die Frage, wie weit man als Elternteil gehen darf oder sogar muss, wenn das eigene Kind und Enkelkind in die Fänge einer Sekte geraten. Vieles, was im Roman zu lesen ist, erschüttert zutiefst und macht ebenso wütend - dieser Eindruck verstärkt sich noch, wenn man das Nachwort des Autors liest. Denn tatsächlich hat dieses Werk der Fiktion eines sehr realen, tragischen Hintergrund. Noch immer sterben jährlich in den USA Menschen, weil ihre Angehörigen ihre Hoffnung lieber in den Glauben als in die Medizin setzen.


    Der Roman lebt sehr von seinen Charakteren, vor allem dem gutmütigen, warmherzigen Lyle. Als guter Ehemann, liebevoller Opa und treuer Freund hat auch er mit Zweifeln zu kämpfen. Der Verlust seines leiblichen Sohnes kurz nach der Geburt hat ihn zu seinem Glauben entfremdet. Er stellt sich oft die Frage nach der Gerechtigkeit und zeigt große Unsicherheit, ob da überhaupt noch jemand ist, der seine Gebete hört. Als dann auch noch Hoot an Krebs erkrankt, verstärkt sich seine Verzweiflung. Diese allzu menschlische Reaktion nach solchen Schicksalsschlägen entfremdet ihn jedoch zusehends von Shiloh, die ihren Vater irgendwann als "Ungläubigen" und noch schlimmeres bezeichnen wird.


    Passagen aus den schwierigen familiären Verhältnissen wechseln sich ab mit idyllischen Szenen aus dem ländlichen Wisconsin. Stille Momente im Apfelhain oder fröhliches Zusammensein mit dem Enkel werden sprachlich gekonnt umgesetzt, so dass man sich beinahe mittendrin fühlt. Dem Leser bleibt so die Möglichkeit, zwischen der intensiven Auseinandersetzung mit falschem Glauben gemeinsam mit den Figuren auch einmal durchzuatmen. Das Ende des Romanes lässt (zu?) vieles offen, gibt so aber auch die Möglichkeit, die eigene Phantasie spielen zu lassen.


    Fazit: Ein lesenswerter Roman zu einem schwierigen Thema :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Von NetGalley Deutschland hatte ich noch keine Ablehnung, aber beim englischen NetGalley steht in den Ablehnungsmails, dass es daran liegen kann, dass man eine zu niedrige Feedback-Rate hat oder dass man in einem Land wohnt, das bei der Vergabe von Rezensionsexemplaren nicht bedacht werden kann. Da ich für jedes Rezensionsexemplar ein Feedback gebe, kann es bei mir nur am "falschen Land" liegen.

    Ja, so sind die deutschen E-Mails auch. Vielleicht habe ich mir den einleitenden Satz eingebildet, aber die Ablehnungsmail gibt es schon mal. Puh, habe kurz an mir gezweifelt.^^

    Da stellst Du dann Deine Rezis aber in englischer Sprache rein?

    Nein, wie Buchdoktor schon erklärt hat - ich stelle meine Rezension bei der deutschen Ausgabe des Buches und dann in deutscher Sprache ein.