Beiträge von Rosalita

    Bekannt für die vielen Buchläden ist die Charing Cross Road, Nähe Trafalgar Square. Dort gibt es eine Vielzahl von Antiquariaten oder auch Shops für Fachliteratur. Ich hatte während meines London Besuchs leider viel zu wenig Zeit, wir bummelten nur durch die Straße, aber es reiht sich hier ein Shop an den nächsten.


    Alles andere als klein, aber durchaus sehenswert ist "Waterstone's" am Piccadilly. Es ist - glaublich - der größte Buchladen Londons (oder sogar Europas), erstreckt sich über 8 Stockwerke, ist sehr großzügig angelegt und es gibt dort wirklich alles. Man könnte einen ganzen Tag dort verbringen.


    Weiters gibt es dann noch die Oxfam-Shops, hier werden gebrauchte Bücher und auch Raritäten zu sehr günstigen Preisen angeboten.


    Naja, und dann gibts noch den berühmten Buchladen aus dem Film "Notting Hill" - Nähe Portobello Market, aber nach meinen letzten Infos gibt es diesen Buchladen nicht mehr, vielleicht weiß jemand mehr?

    Mit der "modernen Kreuzigung" kann ich nicht viell anfangen, dafür blieb mir die Figur des Daniel zu blass, zu passiv. Dem würde ich nicht so viel Bedeutung beimessen. Er ist ein Kind der Zeit, in einer Zeit, in der ein Wertewandel stattfand. Doch von diesem Gesichtspunkt aus gesehen betrachte ich das Buch als sehr zeitkritisch und Brandt hat auch diese typische 80-erSTimmung perfekt eingefangen!

    Willkommen - wiedermal - in Nick Hornbys Mikrokosmos! In diesem Sammelband von 4 Erzählungen trifft man typische Hornby-Kreaturen, bevorzugt aus der unteren gesellschaftlichen Mittelschicht, etwas naiv gestrickt, doch mit genug Hausverstand ausgestattet, um den Widrigkeiten des Lebens, die so daherkommen, entgegenzustehen und das Beste daraus zu machen.


    So erfährt die Mutter eines Halbwüchsigen ausgerechnet von der sensationslüsternen Nachbarin davon, dass ihr Sohn angeblich der Hauptdarsteller in einem Pornofilm ist und reagiert auf ihre Weise, ein 11jähriger Junge aus dem kleinsten Land der Welt lernt erste Grundzüge von solidarischem Zusammenleben, und versteht sich auch darauf, seine Talente letztendlich richtig einzusetzen, jener Schüler, der mit seinem Aufnahmegerät in Zukunft schauen kann, möchte die verbleibenden 6 Monate noch ausgiebig nützen und nicht zuletzt geht es darum, wer bestimmt, was Kunst ist.


    Neben den typischen Hornby'schen Figuren kommen auch die typischen Hornby'schen Themen nicht zu kurz: Fußball, Kunst, Jugend, Pubertät, Eltern-Kind-Beziehungen gemischt mit leichter Provozierung und gesellschaftlichen Seitenhieben, die sich wie ein roter Faden durch die Stories ziehen, ebenso wie der schriftstellerische Kniff, sich direkt mit dem Leser in Verbindung zu setzen - teils um Sachen zu erklären, teils um Mitgefühl und Verständnis zu erheischen - und man langsam aber sicher auch als Leser Teil von Hornby's small country wird.


    Für Hornby-Liebhaber ein weiteres Stück in der Sammlung (wobei anzumerken ist, dass die letzte Erzählung "Nipple-Jesus" nicht neu ist und bereits im Jahr 2001 in einem Erzählband auf deutsch erschienen ist und die englischen Fassungn der ersten beiden Erzählungen ("Not a star" und "Otherwise Pandemonium" wurden hier bereits kurz angerissen. Eingefleischte Hornby-Fans mag ich vorwarnen, dass sich dieses Buch nicht als "Mogelpackung" entpuppt, für alle, die Nick Hornby (noch) nicht kennen ist es sicherlich ein netter Einstieg, allerdings würde ich in erster Line zu seinen Romanen (Fever Pitch, A long way down, About a boy, etc.) raten.

    Die Schriftstellerin war im Jahr 2006 mit "Die Habenichtss" die Preisträgerin des Deutschen Buchpreises. Mich konnte das Buch nicht überzeugen, wenn ich auch zugestehen muss, dass Katharina Hacker durchaus über Talent verfügt. Vielleicht hat sie sich mittlerweile ein wenig "die Hörner abgestoßen" :-, und man sollte einen neuerlichen Versuch wagen?
    Die Meinungen zu "Die Habenichtse" sind hier nachzulesen. Hast Du, Winfried, evt. dieses Buch auch gelesen, sodass Du einen Vergleich anstellen kannst bezüglich der Entwicklung der der Schriftstellerin?

    Das Ende hat mich auch nicht zufriedengestellt. Ich hatte mir erhofft, dass doch die Handlungsstränge zusammenführen, entweder zum Schluss das große "Aha" kommt und plötzlich alles klar wird (und man dann das unbedingte Bedürfnis hat, das Buch nocheinmal zu lesen, um die Hinweise besser zu erkennen (à la Owen Meany), oder sonst irgend ein Knaller. Das Ende, das Jan Brandt gewählt hat, erscheint mir eher als "jeztt sind es schon über 900 Seiten, ich muss jetzt das Buch zu Ende bringen. Wie auch immer".


    Wir haben es mit einem sehr ambitionierten Schriftsteller zu tun, der sich viel überlegt hat, viel eingepackt hat aber der vielleicht mit diesem Buch ein wenig zu viel wollte? Aber auf jeden Fall verdanke ich ihm wunderbare Lesestunden, ich fühlte mich zweitweilig in die 80er versetzt, eigene Erinnerungen wurden hervorgekramt! Ich werde den Schriftsteller auf jeden Fall auch im Hinterkopf behalten!

    Ach das bleibt jetzt so? Hm, das gefällt mir gar nicht - ich fand gerade das Nicht-lineare, die Stilbrüche, Perspektivwechsel und Aufmachung so interessant. Also so linear schreibt Brandt nicht wirklich prickelnd oder spannend - da schleicht sich bei mir gähnende Langeweile ein :sleep:


    ne, ne. Brandt hat schon noch was auf Lager!
    Gelangweilt habe ich mich keine Seite, vielleicht gewöhnt man sich auch als Leser nur einfach daran! Ab Seite 800 wirds dann wieder richtig interessant, soviel sei verraten! Auch in der Aufmachung hat er sich einiges überlegt, anfangs dachte ich, es ist die schlechte Druckqualität. Ich bin noch am Überlegen, was dahinter steht, warum manche Passagen so geschrieben sind .....

    :arrow: S. 800


    Ich habe jetzt noch ca. 120 Seiten vor mir und möchte das Buch heute noch zu Ende bringen. Die letzten 300 Seiten gaben nicht allzuviel Diskussionspotential (zumindest für mich, anscheinend aber auch für Euch). Hard lernt man von einer ganz anderen Seite kennen, der ließ wohl überhaupt nichts anbrennen! Sympathischer macht ihn das auch nicht.


    Und, buchkrümel hat recht, da man weiß, dass Daniel sterben wird, stellt sich nur mehr die Frage: wie?


    Ansonsten habe ich den Eindruck, dass sich die letzten 300 Seiten linearer gelesen haben, als der Beginn. Es gibt lauter "alte Bekannte", kaum Neuzugänge. Trotzdem bleiben mir die Charaktere zu sehr an der Oberfläche, Daniel selber - obwohl eine der Hauptpersonen - kann ich überhaupt nicht einordnen ... aber das ist vielleicht so gewollt? Bei seiner Mutter tu ich mir auch schwer, ich vermute, da kommt noch einiges zum Vorschein?


    bin nun gespannt, wie sich alles auflöst und auf eure Kommentare!

    Auch wenn schon viel "Kluges" über dieses Stück geschrieben wurde ..... es sollte auf keinen Fall hier fehlen. Und auch wenn es "konservativ oder frömmelnd" daherkommt, nicht umsonst wird es jahraus jahrein bei den Salzburger Festspielen aufgeführt, die Frage, wer die Hauptrolle spielen wird, beschäftigt nicht nur Kulturinteressierte schon Monate vorher. Dass das natürlich in erster Linie ein gesellschaftliches "who is who" ist, weiß ich, und wie sehr das Drama selber bzw. der transportierte Inhalt Anlass für den Besuch der Aufführung für manche ist, sei jetzt mal dahingestellt .... Aber dass der Stoff zeitlos ist, bewies auch zuletzt der bereits erwähnte Philip Roth, der meiner Meinung nach einem seiner besten Bücher die Thematik zugrundegelegt hat.

    :arrow: S. 500


    Ja, Stefan entpuppt sich also als der Briefeschreiber (Stil und Handschrift gleichen ja den ersten Briefen, deshalb gehe ich davon aus, dass er alle Briefe geschrieben hat), und ja, er ist total durchgeknallt! Was sich da im Keller abspielt ist toll beschrieben, aber echt schräg! Ich habe es mit angehaltenem Atem gelesen.
    Zeitlich wurde nun das Jahr 1999 vorweggenommen, jetzt gehts wieder retour und wir erfahren, was mit Daniel in den Jahren geschehen ist.
    Onnos Ende ist auch tragisch-komisch, aber für mich spiegelt sein Schicksal den Puls der (Jugend-)Zeit wider, schnelllebig, unbedacht, und ein Augenblick verändert das Leben vieler ....


    Dass immer wieder ein Zug erwähnt wird, ist mir auch aufgefallen, und neben diversen Büchern werden auch viele Filme erwähnt .... ich fühle mich richtig in diese Zeit zurückkatapultiert.


    Daniels Gedankengang ist ein einziger langer Satz, nur so als Randbemerkung.


    und hat mich den einen oder anderen Nerv gekostet #-o


    aber das Buch macht mir auch großen Spaß! Wobei ich jetzt schon ein wenig stutze .... parallel geschehen die beiden Geschichten ja nicht, da sind ja ein paar ahre Unterschied, oder? Im oberen Teil sind wir ja schon in den 90er Jahren. Und Peter passt ja auch auf keine Beschreibung derjenigen, die sich vor den Zug geworfen haben? Oder liege ich da jetzt falsch.....

    -> Seite 281 (oben), S. 369 (unten)


    Die Quälerei des Peter Peters ist so typisch wie jämmerlich für so halbstarke Jungs. Da muss man nicht mehr dazu sagen. Zurückblättern musste ich allerdings am Ende des Kapitels, als sich Daniel an jene Worte erinnerte, die Peter im Gestrüpp zu ihm sagte.... ich erinnerte mich nämlich nicht mehr.


    So, angekommen bei den 2-zweigeteilten Seiten stellt sich die Frage, wie man die in Angriff nimmt? Die beiden Teile haben inhaltlich nichts miteinander zu tun, man sollte sie also separat lesen. Kapitel 3 (bis 281) habe ich zuerst den oberen Teil gelesen, da geht es mit Daniel & Co weiter, seiner efolglosen Schulkarriere und außerdem wird Peter Peters Tod erwähnt?, und dann den unteren.


    Im unteren Abschnitt beginnt eine neue Geschichte rund um einen (verbitterten) Lokführer. Diese Geschichte ist zusammenhängend, aus der Sicht des Lokführers erzählt und erstreckt sich bis Seite 369. Ich bin an dieser Geschichte gleich hängengeblieben und hab sie zu Ende gelesen. Tut irgendwie gut, nicht allzu viele handelnde Personen zu haben und nicht stetig wechselnde Schauplätze und Personen. Walter ist so eine richtig gescheiterte, gestrandete Existenz, ein trauriges Schicksal ohne viel eigenem Zutun, doch von Herzen ein guter Mensch. Schade um ihn.


    Auf Seite 268 ist mir aufgefallen, dass der letzte Satz nicht zu Ende gebracht wird. Es ergibt für mich keinen Sinn, ist das ein Druckfehler oder ist das gewollt so?

    Es werden in diesem Buch so viele Themen angesprochen, oft nur in Nebensätzen, so viele Personen erwähnt (Frau Zuhl scheint ja auch eine besondere Rolle zu spielen), es ist schwer abzuschätzen, was man alles für die nächsten Kapiteln "braucht", und ich habe echt oft Bedenken, dass ich manches überlese oder zu wenig registriere.


    Inzwischen hat Daniel wieder einen "Anfall" - der zweite nachdem er Volker niedergeschlagen hat. Wieder ist von "gleißendem Licht" die Rede und Daniel wird überaus aggressiv.


    Ja, das Ereignis X..... warum es so weite Kreise zieht und die halbe Welt in Aufregung versetzt .... haben nicht in den 80er Jahren in England solche Kornkreise ungehörige WEllen geschlagen? Unerklärlich (bis heute?) wie diese entstanden sind .... von der Beschreibung her gleichen sie den Kreisen rund um Daniel im Maisfeld.


    Was es mit dem Meister der Einsamkeit auf sich hat, kann ich schwer einschätzen ... wieder so eine Stelle, die hoffentlich nach Beendigung des Buches klarer ist.


    Ich lese das Buch auch sehr gerne, einerseits, weil es so eine Art Retrospektive auf meine Jugend ist (80er Jahre), mir viel Bekanntes wieder begegnet und ich mich in dieser Zeit einfach wohl fühle ... andererseits, weil Brandt es gut versteht, zu erzählen ... selbst Belangloses und Alltagsgequatsche wird hier richtig interessant. Ob das aber über 900 Seiten gut geht ... man darf gespannt sein!

    Überhaupt erscheint mir, dass in dieser Familie einiges falsch läuft .... Birgit will doch aus dieser Ehe ausbrechen, da kommen doch immer wieder Gedanken "was wäre wenn...." , die letztendlich darauf hinauslaufen, dass sie unglücklich ist in der Ehe. Sie hängt an ihren Kindern, sie sind ihr ein und alles, und sieht jenem Tag, an dem sie selbstständig werden, mit Angst entgegen .....

    Ja, es ist interessant, die verschiedenen Gedankenansätze zu lesen! Ich habe mir, ehrlich gesagt, gar nichts bei den leeren Seiten gedacht, wollte einfach nur zum Start... Wer der Briefeschreiber ist? Ich hätte eigentlich auch auf Daniel getippt, aber wir werden sehen.

    ERSTER TEIL Science Fiction - Schatzschneider

    Ach, ich liebe es, wenn man anhand von einzelnen Hinweisen (heißer Sommer, Dallas im TV, Schatzschneider) rätseln darf, welches Jahr man schreibt.... ich komme auf 1983. Es war ein "Jahrhundertsommer", Schatzschneider war aktiv und wechselte zum HSV, Dallas lief dienstags im TV.


    Science Fiction, (1+2):bis Seite 68
    Wir befinden uns einige Jahre später. Ich komme auf 1986 (Hinweis S. 63: Explosion der Challenger).
    Inzwischen sind die Zwillinge geboren, Birgit ist in ihrer Ehe mit Hard unglücklich, eigentlich hat sie sich ihr Leben ganz anders vorgestellt, zudem nimmt sie ihren Mann nicht ernst, und fühlt sich ihm innerlich überlegen. Ihr einziger Stolz sind die Kinder. Das Hausfrauendasein langweilt sie, in der Drogerie mag sie nicht arbeiten (sie scheut wohl die Nähe zu Hard).
    Mit Frau Zuhl, der Lehrerin lernen wir eine weitere Person kennen, die eher unzufrieden mit ihrem Leben ist ......

    Ja, der Brief .... etwas unverständlich, ich bin mir sicher, nach den 900 Seiten werden wir ihn besser verstehen!


    aufgefallen ist mir gleich das Zahlenspiel mit den Jahreszahlen: 19.9.1999. Dann soll in Jericho die "Machtübernahme" erfolgen .... es ist dabei nicht das biblische Jericho gemeint (da wäre ja Bundeskanzler Schröder nicht zuständig :-) ).


    über das biblische Jericho ist bei wikipedia nachzulesen:

    Zitat

    Jericho nennt sich zwar „älteste Stadt der Welt“, doch sind erste Stadtmauern erst etwa 2000 Jahre nach der ersten Besiedlung belegt. Die archäologischen Ergebnisse zeigen, dass Jericho mehrmals zu einer Ruinenstätte verfiel und nach langen Unterbrechungen immer wieder neu aufgebaut wurde. Die Stadt trägt den Übernamen die Palmenstadt.


    ich denke, der Name wurde nicht zufällig gewählt ....

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