Beiträge von Pickwick

    Ich kann nur ein paar Brocken Spanisch, habe aber einfach mal amazon in Spanien durchsucht und dort werden von ihr fast nur englische Bücher angeboten, daher vermute ich, dass vieles gar nicht übersetzt wurde.

    Inhalt:

    Mara ist Schriftstellerin und kommt seit vielen Jahren auf die kleine kroatische Insel, um dort den Sommer zu verbringen und an ihrem nächsten Buch zu arbeiten. In diesem Jahr ist ihr Kopf allerdings völlig leer und so lässt sie sich erstmal treiben.

    Andrej reist normalerweise als Fotograf durch die Welt und ist nirgendwo richtig zu Hause, aber er fühlt sich ausgebrannt und so verschlägt es auch ihn auf die Insel.

    Begleitet vom stetig wechselnden Wind lernen Mara und Andrej sich kennen und lieben und Mara taucht mehr und mehr ein in Andrejs Familiengeschichte, die eng mit der Vergangenheit der Insel verbunden ist.


    Meine Meinung:

    Ich bin auch einige Tage nach Beenden des Buches immer noch völlig hin und weg von der Atmosphäre der Geschichte. Cerha schafft es, die Stimmung dieses Inselsommers, inklusive Geräuschen, Gerüchen und Geschmäcken, so plastisch darzustellen, dass es sich anfühlt wie Urlaub zwischen zwei Buchdeckeln. Zugegeben, das momentane Wetter trägt das übrige dazu bei, dass ich mich den Charakteren unheimlich nah gefühlt und das Lesen richtig zelibriert habe, um die Insel nur ja nicht zu schnell verlassen zu müssen. Nach dem Lesen hätte ich am liebsten die Koffer gepackt und wäre sofort auf diese Insel gedüst.


    Der Großteil der Geschichte wird aus Maras Sicht erzählt, ein paar Kapitel auch aus Andrejs Sicht, sodass man einen Einblick erhält, wie unterschiedlich es den beiden mit ihrem Aufenthalt auf der Insel geht. Die Handlung ist sehr reduziert, man kocht, schwimmt, redet, es gibt ein Fest, man erforscht die Insel... im Vordergrund steht dabei, was es in den Figuren auslöst. Die Geschichte entwickelt sich langsam und behutsam, ohne zäh zu werden und fühlt sich ein bisschen an, wie ein einziger nicht enden wollender Sommertag.


    Besonders schön fand ich die absolut unkitschige und recht ungewöhnliche Beziehung zwischen Mara und Andrej. Ebenso wie die Winde Bora und Jugo sich abwechseln und der Insel ein sehr abwechslungsreiches Wetter bescheren, wechselt auch die Beziehung der beiden zueinander, sie entfernen sich, finden wieder zusammen, rütteln einander auf, missverstehen sich und behalten dabei trotzdem die ganze Zeit eine gewisse Unabhängigkeit.


    Eine weitere spannende Ebene erhält der Roman, als Andrejs Mutter auf die Insel kommt und mit ihr die Geschichte der kroatischen Auswanderer. Ohne dass man das Gefühl hat ein Geschichtsbuch zu lesen, verbindet Cerha die historischen Fakten geschickt mit den Erlebnissen der Figuren, sodass am Ende Mara mehr über "ihre" Insel weiß, Andrej mehr über seine Herkunft und er der Leser ein klein wenig mehr über kroatische Geschichte.


    Einen einzigen Kritikpunkt habe ich am Schluss dann doch noch:wink: Die Autorin neigt gelegentlich zu ausschweifenden Beschreibungen und manchmal geht es etwas mit ihr durch, sodass so ein Satz entsteht:

    Zitat

    Während ich da saß und Milan und Ivan beim Tanzen zusah, überschwemmte mich eine Welle von Sehnsucht, eine Welle von der Größe, wie sie im Mittelmeer niemals vorkommt, nicht einmal während der schlimmsten Winterbora, eine Sehnsucht, die nicht eine Quelle, sondern ein ganzes Quellgebiet zu haben schien und einen Fluss von der Breite des Mississippi speiste, mit all dem schlammigen Grund meiner Kindheit, dem obskuren Treibgut meiner Jugend und des frühen Erwachsenenalters, das in diversen Stromschnellen zwischen Felsblöcken hängen geblieben war, und den mit brackigem Wasser gefüllten Nebenarmen meines gegenwärtigen Lebens, die nirgendwohin führten.

    :roll: Das ist für mein Gefühl des Guten zu viel, aber da es Einzelfälle bleiben, kann ich da entspannt drüber wegsehen.


    Fazit:

    Wer überwiegend rasante Handlungen mag, dem rate ich dringend ab, dieses Buch zur Hand zu nehmen, es sei denn er/sie leidet an Schlafstörungen und braucht was zur Beruhigung. Ansonsten lege ich jedem dieses Buch ans Herz, der ausspannen, sich auf eine Insel träumen und so richtig vom Wind durchpusten lassen will.

    Mein absolutes Sommerhighlight bisher, volle :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Die 42. Tage der Deutschen Literatur sind vorbei und die Preise gingen dieses Jahr an:


    Tanja Maljartschuk - Ingeborg-Bachmann-Preis

    Bov Bjerg - Deutschlandfunkpreis

    Özlem Özgül Dündar - Kelag-Preis

    Anna Stern - 3sat-Preis

    Raphaela Edelbauer - Publikumspreis


    Alle Texte zum Nachlesen gibt es hier.

    beim durchschauen, stelle ich die dann schon automatisch in ordentliche Reihe auf

    Schön zu hören. :friends:Ich dachte immer, ich wäre die einzige, die sie sorgsam in Reihen stellt. Aber nicht aus Ordnungsliebe, sondern weil es die einzige Möglichkeit ist, sicher zu sein, dass ich wirklich jedes in der Hand hatte.

    Ziemlich nutzlos, das Ganze. Beim nächsten Einkauf fliegen wieder alle kreuz und quer durch die Kiste.

    Das Phänomen scheint weiter verbreitet als ich dachte:loool: Ich hab ja mal im Buchhandel gejobt und seitdem hab ich da echt ne Macke. Überall sortiere ich Bücher, rücke Stapel gerade und packe verstellte Bücher wieder an ihren Platz :uups:. Wenn ich mit anderen Menschen unterwegs bin, verlieren die meist irgendwann die Geduld und versuchen mich wegzuzerren, während ich noch schnell mit der Fingerspitze ein Buch zurechtstupse.

    Ach ja, Ende letzter Woche habe ich noch die "Ladenhüterin" in einem Zug durchgelesen. Sie hat mir sehr gut gefallen, pralaya ! Von der Autorin möchte ich gerne noch mehr lesen, der Roman hätte für mich gut und gerne noch 400 Seiten mehr haben dürfen. Aber auf der anderen Seite hatte dieses Kurze, Episodenhafte auch etwas. :thumleft:

    Ziemlich genau das gleiche hat meine Freundin, die es mir empfohlen hat, auch gesagt, jetzt bin ich noch gespannter, es zu lesen.

    Ich freue mich auf den Herbst, ich bin einfach kein Sommermensch :-?

    Ich freu mich immer auf den Sommer und sobald es dann drei Tage heiß ist, fang ich an zu jammern#-oHier ist und bleibt es heiß, daher war ich heute noch kaum draußen und werde mich jetzt erst mit einem großen Glas Eistee in den Garten wagen und hoffentlich mein Buch beenden. In der Geschichte ist es auch sehr heiß, vielleicht sollte ich mal was "Cooleres" lesen. Letztes Jahr habe ich mir Dan Browns "Meteor" angehört, um der Hitze zu trotzen:lol:

    Hatte ich heute schon, danke :D Bin beim Wäsche aufhängen in das Loch getreten, aus dem wir letztens die Wurzel ausgegraben haben. Offenbar haben wir das nicht sorgfältig genug zugeschüttet und es hatte sich Gießwasser gesammelt *platschmatsch :lol:

    Hast du eine Matschburg gebaut? :lol:

    Ich habe es bei einer feuchtigkeitsspendenden Matschmaske für die Zehen belassen:wink:


    Auf die Bahn ist auch kein Verlass mehr. Mein Zug ist ausgefallen und als Ersatz haben sie mir eine viel schnellere Verbindung angeboten, jetzt hab ich viel weniger Lesezeit als geplant *Luxusproblem:loool:

    Wieso denn nur für die Kinder :lol: Ich will auch Matsch :lol:

    Hatte ich heute schon, danke:D Bin beim Wäsche aufhängen in das Loch getreten, aus dem wir letztens die Wurzel ausgegraben haben. Offenbar haben wir das nicht sorgfältig genug zugeschüttet und es hatte sich Gießwasser gesammelt *platschmatsch:lol:


    Ich muss heute Bewerbungen rausschicken und es kommen Freunde zum Abendessen, da wird das heute nichts mit dem Lesen, dabei würde ich doch so gerne weiter mit meinen Charakteren in Kroatien urlauben:flower: Naja, aber dafür fahre ich morgen und übermorgen Zug, da hol ich das dann alles wieder auf:loool:

    180. Ein Buch, dessen Verfilmung enttäuschend war

    Das Buch hat eine unheimlich dichte Atmosphäre. Beim Lesen hatte ich immer das Gefühl in dieser Nacht dabei zu sein, ich konnte das Fast Food Restaurant riechen, den Lärm im Club hören... obwohl ich das im Film direkt vor mir gesehen hab, hat mich das völlig kalt gelassen und ich konnte keine Beziehung zu den Charakteren aufbauen.

    Madeleine Albright - Faschismus. Eine Warnung / Fascism. A Warning

    Eine Auffrischungsimpfung, die möglichst viele lesen sollten.

    Die deutsche Übersetzung von Bernhard Jendricke und Thomas Wollermann erscheint Mitte Juli 18.

    Wie liest sich das so? Kann man es gut flüssig lesen oder ist es eher so ein komplexer, trockener Politikwissenschafts-Fachbuch-Stil wo man zu jedem Satz einen Essay schreiben könnte?

    :shock::shock::cry::cry::shock::shock: Will aber keinen Riesen-SuB haben. :pale:

    Tja, dann bleibt dir jetzt nur noch eine Möglichkeit, schalte deinen PC JETZT aus und lauf so schnell du kannst in die, der nächsten Buchhandlung entgegengesetzten Richtung davon, schau dich nicht um und bleib nicht stehen.


    Oder - viel entspannter und viel schöner - du ergibst dich gleich deinem Büchertreff-SuB-Aufbau-Schicksal und bereitest dich schonmal darauf vor deinen SuB bald in Körperlängen angeben zu können. Meiner ist zurzeit etwa 2,5 Pickwicks hoch, also 4m und ein bisschen:totlach:

    Ich habe gerade die ersten beiden Teile der WARP- Reihe von Eoin Colfer gehört und bin leider etwas enttäuscht. Die Lesung ist gekürzt und das offenbar nicht sehr geschickt oder zu stark, denn mir fehlten an einigen Stellen eindeutig Informationen. Ich konnte der Geschichte zwar weiter folgen, aber manchmal war ich verwirrt über den plötzlichen Wechsel von Ort oder Zeit. Dadurch hat mich die Handlung nicht so eingesaugt, wie ich das von Artemis Fowl Hörbüchern kenne. Schade.

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