Beiträge von Caracolita

    Zwei Zitate, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, sind mir bei der Lektüre dieses Buches besonders ins Auge gestochen:

    Zitat

    Man braucht ganz schön dicke Eier, um genau so zu sein , wie man ist, besonders wenn es allen gesellschaftlichen Normen widerspricht.

    und

    Zitat

    Wenn jemand stirbt, den du liebst, dann kannst du nur versuchen, seinen Geist zu ehren, solange du selbst lebst. Die Liebe verpflichtet dich dazu, all die Lektionen zu lernen, die dieser Mensch oder dieses Tier dich lehren wollte, und sie in deinem ganzen Leben zu beherzigen. Denn es hat dich zum guten verändert, dass sie Teil deines Lebens waren, und durch diese Verpflichtung lässt sich der Schmerz über ihren Verlust ein bisschen lindern. Außerdem ist dies eine positive Art, ihren Geist in der Welt lebendig zu halten, indem du ih in dir selbst lebendig hälst.

    Danke, @ElkeK, dass du den Rezi-Thread hier nochmal hochgeholt hast - sonst wäre ich vermutlich erst einmal nicht auf das Buch gestoßen. Eigentlich lese ich kaum Biografien, aber diese hier hat mich neugierig gemacht. Nicht nur wegen der Beiträge hier, sondern auch, weil ich Patrick Swayze schon in Interviews immer als beeindruckende Persönlichkeit wahrgenommen hatte.
    Und dieser Eindruck hat sich bei der Lektüre seiner Autobiografie bestätigt. Ich hatte überhaupt keine Ahnung, was für ein bewegtes Leben er hatte, in wie vielen Filmen er mitgespielt hat und wie hart Lisa und er für den Erfolg geschuftet haben.


    Ein bisschen ertappt fühlte ich mich, als er in dem Kapitel über Dirty Dancing schreibt, dass er

    Leider kannte ich ihn eigentlich auch nur aus diesem Film und das tut mir tatsächlich etwas Leid :lol: Daher werde ich mich demnächst mal "Fackeln im Sturm" widmen - das klang in dem Buch nach einer höchst sehenswerten Serie. Generell fand ich es sehr interessant, dass er zu jedem Film immer auch einen kurzen Abriss über die Handlung gegeben hat und erklärt, warum er sich damit und mit seiner Rolle identifizierte. Die Schauspielerei war neben seiner Frau und seiner Leidenschaft für die Natur und Pferde wirklich sein Leben.


    Ein sehr spannender Werdegang, den ich gerne aus seiner Sicht gelesen habe. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Wie dem Großteil hier hat dieses Buch auch mich sehr bedrückt und ein wenig überfordert zurückgelassen. Überfordert, weil ich mich ständig frage, wie Menschen unvorstellbares Grauen ertragen können, während mir allein das Lesen darüber schon so extrem zusetzt.


    Zum Inhalt wurde eigentlich bereits alles gesagt, daher nur schnell meine Eindrücke zur Umsetzung.
    Auch ich kannte den Autor nur von seiner humoristischen Seite und war sehr gespannt darauf, wie er eine solch bedrückende Thematik wohl verarbeiten würde. Allein schon das Vorwort hatte mich im Prinzip bereits überzeugt. Dort schildert er, dass er die Geschichte sowohl für seine während des Holocausts verstorbenen Großeltern als auch für die heute Lebenden geschrieben hat. Um das Andenken derer zu wahren, die so schrecklich und unnötig ihr Leben lasse mussten, und um den Leser der Geschichte zum Nachdenken zu bewegen. Welche Art von Mensch möchte er sein und könnte er im Angesichts von Qual und Tod immernoch an diesem Menschen festhalten?


    Diese Frage stellt sich auch Mira während der gesamten Geschichte immer wieder und findet erst nach einer langen, schmerzhaften und verlustreichen Entwicklung die Antwort darauf. Diese Entwicklung wird meiner Meinung nach extrem gut dargestellt - weder wird Mira romantisiert und als moralische Heldin gezeichnet, noch folgt sie einem geradlinigen, vorhersehbaren Muster. Sie versucht zwar die meiste Zeit an ihren Prinzipien festzuhalten, wird aber durch die sich immer weiter zuspitzende Lage im Warschauer Ghetto dazu gezwungen, gegen ihre Überzeugungen zu handeln und ist entsprechend traumatisiert. Alle sind sie traumatisiert, die wir da treffen - manche brechen einfach zusammen, manche steigern sich in einen blinden Optimismus, aber allen gemein ist die Verzweiflung und die Angst um ihr Leben.
    Diese Atmosphäre des absoluten Grauens war nur deshalb für mich zu ertragen, weil es zwischendurch immer mal wieder einige kleine Passagen des Glücks gab - ein Scherz, eine selbstlose Geste, all das, was zwischen dem Chaos der Zerstörung ein wenig Licht hat leuchten lassen.
    Daher ging es mir wie Irongetta, wenn sie schreibt:

    Emotional ist die Geschichte eine echte Achterbahnfahrt.


    Mich hat die Geschichte emotional wirklich extrem abgeholt. So sehr, dass ich an mehreren Stellen eine kurze Lesepause einlegen musste, um mich wieder etwas zu sammeln. Eben weil sie nicht rein fiktional ist, sondern so und/oder so ähnlich tatsächlich stattgefunden hat. Dazu fand ich auch das Nachwort in Interview-Form mit David Safier sehr interessant, weil er natürlich betont, dass seine Charaktere (bis auf ein paar Ausnahmen) frei erfunden sind, der Aufstand und was dazu geführt hat, aber nicht (was man natürlich weiß und was alles noch schlimmer macht. Man weiß ja in etwa, was da alles noch kommt). Nach eigener Aussage wollte Safier sich nicht zu sehr auf die historischen Details festsetzen und hat das eine oder andere Ereignis mit ein wenig dichterischer Freiheit modifiziert, damit es zu seiner Handlung passte. Safier wollte die Emotionen beschreiben, die vorherrschten. Und das hat er absolut geschafft. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: von mir.

    Oooh hurraa! :cheers: Vielen Dank, dass Du den Thread erstellt hast, @Paddi
    Ich freue mich schon sehr auf das Lesen - der 4.2. passt mir auch gut :) Ich habe das Buch gerade mal durchgeblättert und mein erster Eindruck war, dass 15 Kapitel pro Woche doch auch ganz nett wären - das sind rund 80 Seiten in recht großer Schrift und eigentlich gut zu machen, schätze ich. Kann aber auch sein, dass ich ein bisschen übermotiviert bin, wir können es auch gerne gemütlicher angehen :lol:


    Alternativ, und wenn wir uns eh so um die 10 Kapitel bewegen, könnten wir für den ersten Zeitraum auch nur die Vorgeschichte lesen und uns erst einmal darüber austauschen. Das Buch startet ja mit "Damals, als alles begann", dann "Vor einem Jahr" und ab Kapitel 10 sind wir dann mit "Heute" in der Gegenwart der Geschichte. Von daher wären die beiden Vergangenheitsabschnitte (also die ersten 8 Kapitel) vielleicht auch erst einmal interessant zu besprechen, bevor wir mit der "richtigen" Story loslegen. Was meint ihr?

    Mal ein bisschen was anderes findet sich in diesem Buch: unter anderem ein Harfenstück aus dem 17. Jahrhundert - Planxty Drew von Turlough O' Carolan.
    Ein bisschen lustig ist, dass bei einem anderen Youtubvideo (mit für meine Ohren nicht ganz so schönem Harfe-Spiel) viele Kommentatoren drunter geschrieben haben, dass sie nur wegen des Buches auf das Lied gestoßen sind. So ging es mir auch :D

    Dieses Buch ist ja fast schon ein Klassiker, sodass ich die Gelegenheit auf dem Bücherflohmarkt ergriff und es gleich freudig bei mir einziehen lies. Zwar habe ich den Film (für den ich damals eventuell auch zu jung war) als relativ melodramatisch in Erinnerung, aber ich war dennoch sehr neugierig auf das Buch. Und diese Neugierde wurde belohnt - mit einer tollen Geschichte, bewundernswerten Charakteren und einem sehr fesselnden Schreibstil.


    Um die groben Züge der Handlung kurz zusammenzufassen sei gesagt, dass es um den langen Genesungsweg der 13-jährige Grace und ihr Pferd Pilgrim geht. Die beiden erleben bei einem Ausritt einen tragischen Unfall, bei dem Grace ein Bein verliert und der Pilgrim so sehr traumatisiert, dass er niemanden mehr auch nur in seine Nähe lassen will und zu einem wahren Teufel wird, sollte das jemand versuchen. Grace' Mutter sieht die wachsende Verzweiflung ihrer Tochter - wegen ihrem Bein, ihrem Pferd und ihrem vermeintlich zerstörten Leben - und setzt alle Hebel in Bewegung, damit es ihr wieder besser geht. Bei ihrer Suche stößt sie auf die so genannten Pferdeflüsterer; Menschen, die in der Lage sind, mit jedem noch so problematische Pferd zu arbeiten und es quasi zu therapieren. Sie scheut keine Hindernisse und sorgt dafür, dass sich der beste um Pilgrim und damit auch um Grace kümmert: Tom Brooker, der Grace, ihre Mutter und Pilgrim mehr oder weniger gezwungenermaßen auf seiner Ranch in Montana unterbringt und mit seiner ruhigen Art nicht nur Balsam für die geschundene Pferdeseele ist.


    Allein schon der Aufbau der Geschichte hat mich konstant bei der Stange gehalten und zum Weiterlesen animiert. Es werden in jedem Kapitel abwechselnd kurze Passagen aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, was vor allem am Anfang für einen sehr schnell ansteigenden Spannungsbogen sorgt. Da werden nach und nach einzelne Puzzelteile serviert und eine drohende Stimmung baut sich immer weiter auf, bis sie sich schließlich in dem schrecklichen Unfall entlädt.
    Ab diesem Zeitpunkt wechselt auch der Fokus von Grace hin zu ihrer Mutter Annie. Die Geschichte ist also nicht aus Teenie-, sondern aus Erwachsenensicht geschrieben, was bedeutet, dass andere Problemstellungen im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen: die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, denn Annie ist eine wahre Karrierefrau, die Ehe zwischen Annie und Grace' Vater Robert, das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter aus Muttersicht, etc. Aber diese Sicht war durchaus sehr angemessen und spannend, ist Annie doch die Aktive, die die Handlung vorantreibt. Auch die Liebesgeschichte empfand ich als nicht zu aufdringlich und nur ein klitzekleines bisschen zu kitschig.


    Das Leben auf der Ranch wird im krassen Gegensatz zu dem hektischen Großstadtleben in New York dargestellt und dabei nicht in geringem Maße romantisiert. Ich muss aber sagen, dass ich sehr offen bin für diese Art einseitiger Darstellung, auch wenn ich mir der Härte und Ungnädigkeit des Landlebens durchaus bewusst bin. Wie auch immer - Grace und Annie finden durch die Auszeit in Montana wieder zu sich und zueinander. Vor allem Annie und Tom sind als Figuren am besten ausgearbeitet, folgen gewissermaßen den Stereotypen der toughen Geschäftsfrau bzw des sensiblen und coolen Cowboys, brechen aber auch hin uns wieder aus diesen Rahmen aus.


    Aber ja. Das Ende. Es ist hier schon sehr oft erwähnt worden und auch ich muss mich der Kritik anschließen. Es ist sehr konstruiert, fast schon lieblos und einfach der ganzen Geschichte überhaupt nicht würdig.


    Tatsächlich habe ich ein bisschen geschmollt, als ich das Buch beendet habe. Allerdings habe ich mich dazu entschlossen, mir davon nicht die gesamte Geschichte verleiden zu lassen und vergebe trotzdem :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: Sterne dafür.