Beiträge von Caracolita

    Weil ich das Erstlingswerk von Gavin Extence - "Das unerhörte Leben des Alex Woods" - so grandios und wundervoll fand, war es klar, dass ich irgendwann auch sein zweites Buch lesen musste. Dieser Moment ist nun endlich gekommen und auch jetzt bin ich wieder sehr überzeugt und beeindruckt.


    Anfangs wusste ich noch nicht so richtig, wohin die Reise der Geschichte geht. Mit dem Thema "Bipolarität" habe ich mich noch nie wirklich beschäftigt - zumindest nicht so, dass ich versucht habe, nachzuvollziehen, wie es im Inneren einer Person mit dieser Krankheit aussieht. Und ich finde, die Geschichte lässt einem solchen unbedarften Leser auch genug Zeit, sich an das Thema und an die Gefühlswelt einer dieser Personen (wenn auch fiktiv) anzunähern.


    Ganz am Anfang ist die Protagonistin Abby so eine Art klassischer Identifikationsfigur - jung, lebt in einer der coolsten Städte der Welt, hat einen flexiblen, dem Zeitgeist entsprechenden Beruf und eine glückliche Beziehung. Dass sie sich manchmal etwas anders verhält, als man es selbst vielleicht tun würde, hat mich da noch nicht groß aufhorchen lassen. Aber dieses Verhalten steigert sich langsam und Schritt für Schritt. Durch die Innensicht, die der Leser einnimmt, stellen sich alle Handlungen Abbys nämlich erst einmal als völlig logisch da, denn sie folgen ja auch einer gewissen Logik, die die wortgewandte Abby natürlich auch zu beschreiben weiß. Am Anfang musste ich schon zweimal überlegen, bis ich zu dem Schluss gekommen bin, dass es vermutlich kein gesundes Verhalten ist, das Abby an den Tag legt. Aber irgendwann ist dann der Punkt erreicht, an dem sich Abby so sehr in der Manie verloren hat, dass sofort klar ist: Hier stimmt etwas nicht.


    Dieser Aufbau verdeutlicht den schrittweisen Verlauf eines manischen Schubes vermutlich sehr gut. Aber auch auf inhaltlicher Ebene kann man unheimlich gut nachvollziehen, wie sehr Abby dieser Krankheit unterworfen ist - etwas, was zumindest mir im realen Umgang mit einer bipolaren Person sicher sehr schwer fallen würde. Aber in Form von den Beziehungen, die sie zu verschiedenen Menschen in ihrem Leben hat - ihren Eltern, ihrer Schwester, ihrem Freund oder ihrer Therapeutin - werden so viele verschiedene Ebenen und Aspekte der Krankheit thematisiert, dass zumindest ein gewisses Bewusstsein geschaffen wird, was es bedeutet, an dieser Krankheit zu leiden.


    Den Schreibstil würde ich mit den Worten sehr einfühlsam und kurzweilig beschreiben - die Thematik hört sich nach sehr schwerer Kost an, aber durch diesen typischen trockenen britischen Humor, der vor allem auch in Abbys Gedankengängen sehr präsent ist, entsteht nicht der Eindruck einer bemitleidenswerten oder hart vom Schicksal getroffenen Person - es ist eher eine humorvolle aber gleichzeitig wenig geschönte und nichts verschleiernde Geschichte über eine Krankheit, die gar nicht so wenige Menschen haben.


    Da der Fokus natürlich auf Abby lag, kamen die restlichen Figuren ein wenig kurz und sind - mit Ausnahme vielleicht von Abbys Schwester - für mich ein wenig eindimensional geblieben. Daher gibt es einen halben Stern Abzug, aber immernoch eine klare Leseempfehlung und sehr gute :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Vor ein paar Jahren hatte mich McEwan mal so richtig gepackt und ich habe verschiedene Bücher von ihm verschlungen. Dann war ich nach "Am Strand" doch nachhaltig verstört und für einige Zeit abgeschreckt. Mit "Nussschale" bin ich nun aber wieder eingestiegen und meine frühere Begeisterung ist mit einer großen Fanfare zurück gekommen!


    Dass die Handlung eine Adaption des "Hamlet"-Stoffes ist, habe auch ich erst recht spät wirklich verstanden, obwohl diese Tatsache rückblickend absolut auf der Hand liegt. Zunächst war ich einfach total fasziniert von der absurden Erzählperspektive des Embryos im Mutterleib, der aus seiner begrenzten Wahrnehmung heraus nicht nur seine unmittelbare Umgebung zu deuten und vermeintlich zu analysieren vermag - in a nutshell eben - sondern auch immer wieder das aktuelle Weltgeschehen kommentiert und in einen Zusammenhang mit seiner Existenz bringt. Selbige ist auch immer wieder Thema, aber selbst bei der "sein oder nicht sein"-Anspielung ist bei mir der Groschen noch nicht gefallen. Tatsächlich erleuchtet war ich erst bei der geisterhaften Begegnung mit dem Vater und ich freue mich jetzt schon darauf, das Buch ein zweites Mal zu lesen, um alle verpassten Bezüge aufzuspüren und mich der Virtuosität des Textes zu erfreuen.


    Die Übertragung des Stoffes in die Gegenwart ist McEwan absolut grandios gelungen. Anstatt eines reinen Umschreibens in die heutige Zeit hat McEwan durch neue Aspekte der Geschichte eine eigene Note und auch eine aktuelle Relevanz verliehen. Und um ein wenig weg von der Meta-Ebene zu kommen, habe ich auch wirklich sehr gespannt auf den Fortgang der Geschichte gewartet und war gleichzeitig immer auf den Moment gespannt, in dem Das Baby sich dazu entschließt, seine dunkle Höhle zu verlassen und das Licht der Welt zu erblicken.

    Und nicht nur als Adaption hat mir das Buch ausnehmend gut gefallen; die Sprache, der sich McEwan bedient, ist facettenreich und von nüchtern über melodisch-künstlerisch bis hin zu lächerlich pathetisch ist alles dabei. An dieser Stelle sei auch die meiner Meinung nach sehr gut gelungene Übersetzung ins Deutsche hervorgehoben.


    Mich hat das Buch also sehr überzeugt. Ich werde es sicher noch mehrmals lesen und mich langsam auch wieder an andere Texte des Autors wagen.

    Da ich gestern nur mit dem Handy online war, konnte ich mich bis jetzt gar nicht so richtig mit dem Update auseinander setzen was mir schwer gefallen ist - aber nun konnte ich endlich auch vom Laptop aus alles durchforsten und ich bin auch richtig begeistert!:)


    Erstens finde ich die mobile Ansicht nun viel aufgeräumter und besser zu handhaben und zweitens habe ich mich scheinbar alleine durch mein mobiles Surfen schon an das neue Farbkonzept gewöhnt. Grundsätzlich find ich es so auf jeden Fall ansprechender, auch wenn ich das Problem mit der Helligkeit bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen kann. Ich bin da aber einfach nicht empfindlich und mag es ganz gerne so.


    Und richtig genial finde ich die Serien-Funktion! Nicht nur, dass man sieht, wie viele Teile noch fehlen, es wird auch gleich mit angezeigt, welche Teile schon auf der WuLi sind, welcher Kategorie sie angehören und man kann alles instant umortieren und/oder ins Bücherregal verschieben. Bisher ist das definitiv mein Highlight!:tanzen:


    Also auch von mir vielen Dank Mario ; richtig toll, wie viel Arbeit, Gedanken und Mühe du dir immer machst!

    Da ich mehrere eingefleischte Terry-Pratchett-Fans in meinem nahen Umfeld habe, ist es eigentlich ganz schön verwunderlich, dass ich selbst noch nie den Drang verspürt habe, selbst einmal eines seiner Bücher in die Hand zu nehmen. Vielleicht, weil Phantastik grundsätzlich nicht soooo sehr mein Genre ist. Aber wie auch immer; dieses Buch wurde mir als Startband wärmstes empfohlen und ich habe mich tatsächlich daran gewagt - und wurde nicht enttäuscht!


    Herrlich skurril und mit bissigem Sarkasmus hatte ich eine sehr amüsante Lesezeit. Die Handlung selbst konnte mich zwar nicht vollständig fesseln, aber der grandiose Schreibstil und der feinsinnige Humor haben die für mich fehlende Spannung definitiv wieder wett gemacht. Das geht bei dem zwei Meter großen Zwerg Karotte los und endet noch lange nicht bei der klugen Architektur des patrizianischen Kerkers. Aber eigentlich war ich schon bei der Widmung vollkommen überzeugt, denn das Buch ist für all diese Charaktere, die bei dem "Wachen! Wachen!"-Ausruf herbei eilen, um sich dann nacheinander vom jeweiligen Helden niedermetzeln zu lassen. Und dieses wundervolle Spiel mit Klischees zieht sich durch die gesamte Geschichte was ich als absolut genial empfunden habe.


    Damit bin ich wohl offensichtlich angefixt und habe auch gleich den nächsten Pratchhett begonnen. Dieser hier bekommt tolle :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: von mir.

    So, ich bin nun endlich auch mit dem Buch fertig geworden und ich schließe mich die vollkommen an, @Lavendel. Es ist total unrealistisch, wie die vier die Küstenwache einfach abwimmeln konnten - Kindern in einem Jugend-Detektiv-Roman verzeiht man das ja noch, aber doch keinen 30-jährigen. Auch hatte weder die Geschichte noch die Charaktere genug Tiefe für mich. Die Auflösung mit Lilo und Axel am Ende ist ein gutes Beispiel dafür.


    Und beim großen Showdown habe ich mich tatsächlich dazu hinreißen lassen, laut "Warum seid ihr so dumm?" zu rufen :lol: Sie glauben auch alles, was man ihnen erzählt und lernen nicht aus ihren Fehlern. Aber richtig gestört hat mich eigentlich, dass mir die Geschichte durch dieses "Experiment" (welches ziemlich viele Logiklücken aufweist) nachträglich die alten Abenteuer ein bisschen verleidet hat. Plötzlich sollen die alle inszeniert oder zumindest arrangiert worden sein? :cry: Nein nein, das mag ich nicht.



    Mal sehen, ob ich Band 2 lesen werde, sollte es ihn denn geben.

    Also, ich werde das wohl nicht tun - mein anfänglicher Optimismus ist doch sehr erschüttert. Also, schlecht würde ich das Buch jetzt auch nicht nennen, aber es ist eben nicht "mitgewachsen", sondern nach wie vor eher eine Lektüre für Kinder geblieben - auch wenn die Protagonisten mittlerweile erwachsen sind. Daher vergebe ich ebenfalls knappe 3 Sterne.



    Viel Kraft für den Umzug, sowas ist ja immer total stressig!

    Danke dir! :) Ich bin auch sehr froh, wenn der März vorbei und das gröbste erledigt ist :pale:



    EDIT: Habe mich gerade doch nur für 2,5 Sterne entschieden. Mehr konnte ich gerade nicht über mich bringen :D

    Zum Glück ist es bei uns ja gemütlich :lol: Ich stand heute mit dem Bus im Stau und konnte daher das aktuelle Pensum anfangen und gleich fertig lesen - Glück im Unglück.


    Mir ist dabei aufgefallen, dass eine Sache total oft passiert, die mich ziemlich nervt. Und zwar findet irgendeiner der vier etwas heraus, aber er sagt es den anderen noch nicht, weil erst nochmal geschaut/nachgedacht/abgewartet/etc. werden muss. Und der Leser erfährt es dann auch noch nicht, sondern erst so 10 Seiten später. So en masse eingesetzt empfinde ich dieses Mittel nicht als Spannungsaufbau, sondern eher den Erzählfluss hemmend und etwas anstrengend.


    Zur Story: ich finde, endlich nimmt sie ein bisschen Fahrt auf und nach und nach werden einige Fragen geklärt (und auch neue aufgeworfen, aber das ist ja ok). Lilo glaubt endlich, dass Axel damals wirklich ein Eismonster gesehen hat, weil mittlerweile jeder der vier Knickerbocker merkwürdige Halluzinationen hatte. Das lässt doch hoffen. Und außerdem verdächtige ich sie sehr, damals für Axel geschwärmt zu haben, weshalb sie dieses Eismonster und den Unfall ihres Vaters noch mehr als Verrat empfunden hat. Das ist aber ja noch nicht eindeutig geklärt, also mal abwarten.
    Ansonsten sind unsere Auftragskiller ja nicht wirklich kompetent und ließen sich scheinbar relativ leicht überrumpeln. Dieser Abschnitt endet ja mit dem mega Cliffhanger - ich bin gespannt, ob wir im nächsten Kapitel nun endlich das große Geheimnis erfahren werden. Außerdem würde mich wirklich mal interessieren, was bei den vieren die Halluzinationen ausgelöst hat. Auf diese Auflösung bin ich wirklich gespannt :-k

    Vielleicht hat der Autor das auch mit Absicht gemacht, weil er ein etwas poetisches Werk über die Zeit schaffen wollte, in der seine Großeltern gelebt haben. Eine Sprache, die auch die heutigen Generationen verstehen

    Poetisch ist jetzt auch nicht das Wort, was mir als erstes eingefallen wäre. Dazu ist die Sprache generell zu schmucklos und zu unkomplex. Aber das macht ja nichts; ich finde schon, dass die drastische, klare Art die Geschichte gut transportiert. Es geht ja bei der Kritik auch nicht nur um die Wortwahl, sondern auch um das teilweise gestellt wirkende Verhalten. Manchmal fehlt Mira ja wirklich nur noch ein Smartphone und sie würde perfekt in die Gegenwart passen. Aber da unterstelle ich auch eine Absicht - zumindest zu einem gewissen Teil - weil Mira so grade für junge Leser besser zu einer Identifikationsfigur wird.
    Dass das Buch stilistisch kein literarisches Meisterwerk ist, muss vermutlich nicht diskutiert werden. Aber wenn eine Geschichte so viele Leute emotional da abholt, wo sie stehen, ist schon einiges richtig gelaufen, denke ich. Und ich habe die Lektüre - bei all der berechtigten Kritik - auf jeden Fall genossen (wenn man das in diesem Fall so sagen kann :cry: ).

    Sie denkt und redet wie ein Teenager heute aber nicht wie einer, der in den 30er Jahren herangewachsen

    Trotz meiner Lobeshymne auf das Buch kann ich diese Sichtweise sehr gut nachvollziehen. Ich erinnere mich auch daran, dass mir diese Tatsache ganz am Anfang des Buches negativ aufgefallen ist. Aber ich wurde dann total bei den Emotionen gepackt und da blieb dann die rationale Kritik ein wenig auf der Strecke :D Rückblickend und mit ein wenig Abstand empfinde ich die unauthentische Sprache doch als Manko. Dennoch halte ich das Buch sehr geeignet dafür, ein Bewusstsein und eine gewisse Sensibilität mit dem Thema zu bewirken - vor allem eben bei Jugendlichen, die abseits von dem trockenen Unterricht etwas lernen möchten.

    ich muss sagen, dass mich die Handlungssprünge etwas stören

    Gerade das fand ich ja ein wenig spannend - es macht für mich alles ein bisschen weniger langweilig :D
    Ansonsten bin ich aber deiner Meinung: die vier verhalten sich weder so, wie man es von Erwachsenen erwarten würde und gleichzeitig so viel anders als man es von der früheren Bande kennt. Und auch ich empfinde dieses ganze Drumherum mit dem Experiment recht weit hergeholt. Naja. Ich schaffe es erst morgen, den aktuellen Teil zu lesen. Bin weiterhin gespannt.


    @Paddi klinkst du dich eigentlich noch ein oder hat dich die Motivation verlassen? :pale::lol:

    Habt ihr beiden auch schon ein bisschen weiter gelesen? :winken:
    Ich hab mich gestern endlich hinsetzen und das aktuelle Pensum lesen können und habe dabei meine generelle Einstellung ein wenig modifiziert. Ich erwarte jetzt gar nicht mehr so viel von dem Buch und sehe durchaus, dass das Niveau einfach ein wenig näher an den Kinder-/Jugendbüchern von früher ist und daher nicht so komplex angelegt. Das ging dann auch ganz gut und ich bin gespannt, wie es weiter geht.


    Zum Inhalt: die vier sind ja jetzt erwachsen und alle durch Tricks zu dieser Insel gelockt worden. Ich find es schon spannend, was aus ihnen allen geworden ist - vor allem von Lilo und Axel weiß man ja jetzt noch nicht so viel. Aber Dominik ging mir richtig auf den Geist mir seinem aufgeplusterten Ego :lol: Naja, ich fand die Geschichte von Poppys angeblicher Krankheit eigentlich nicht glaubwürdig und sehe darin, dass die drei anderen das einfach geschluckt haben, einen relativ großen Logikbruch. Dass die sanftmütige Poppy dagegen Dominiks vermeintliches Friedensangebot bereitwillig akzeptieren wollte, erscheint mir da schon nachvollziehbarer.
    Unsere Passage endete ja mit einem recht garstigen Cliffhanger - mal schauen, was da noch so kommt.

    Soooo, ich mache einfach mal den Anfang mit meinem Eindruck zu den ersten Kapiteln :)


    Da ich das Lesen ja sowieso voller Vorfreude auf nostalgische Schwärmerei gestartet habe, war ich natürlich für das erste Kapitel und den Rückgriff auf das Kennenlernen der Knickerbocker-Bande bei dem Wettbewerb der Lederhosenfirma und die Erinnerung an ihren ersten Fall direkt freudig dabei. Generell werden ja ein paar der alten Fälle angesprochen und ich habe mich über jeden einzelnen gefreut. Ebenso wie über die kleinen Angewohnheiten der Figuren, die ich schon fast wieder vergessen hatte. Zum Beispiel Lilos Nasekneten oder Poppis Tierschutz-Ambitionen.
    Gleichzeitig fand ich es recht gruselig, dass es ein unbekannter Jemand scheinbar bereits seit den ganz anfänglichen Anfängen auf die vier abgesehen hat - warum und in welchem Rahmen auch immer.


    Dann geht es weiter mit dem "großen Streit", der die vier dann für die nächsten Jahre getrennt hat und hier bin ich ein bisschen verwirrt. Irgendwie war mir das zumindest vom jetzigen Stand der Dinge zu unausgegoren; gut, es scheint generell zu kriseln. Aber warum? Leben sie sich wegen der Pubertät auseinander? Gab es vorher schon Streit? Ich konnte die angespannte Stimmung nicht gut nachvollziehen, was vielleicht auch der Grund ist, warum ich so ziemlich alle Reaktionen ein wenig übertrieben fand. Vor allem Axel fühlt sich ja extrem auf den Schlips getreten, als die anderen ihn wegen seiner augenscheinlichen Halluzination nicht ernst nehmen. Wobei ich mich frage, warum nicht wenigstens Dominik in dem Zug von seiner eigenen Erscheinung berichtet hat. Warum ist die Kommunikation da so eingebrochen? Das finde ich bisher nicht ganz nachvollziehbar aufgebaut; mal sehen, ob sich das als erzähltechnischen Kniff oder doch als Mangel herausstellt.


    Und dann kam natürlich der schreckliche Unfall von Lilos Vater. Aber auch hier: wieso zerbricht damit die Bande? Eigentlich sind solche guten Freunde in dieser Situation doch dafür da, einem Halt zu geben, sodass ich eigentlich erwarten würde, dass die Freunde enger zusammen wachsen. Oder zumindest teilweise, wenn Lilo Axel kurzzeitig die Schuld am Unfall geben möchte. Aber Poppi und Dominik muss sie doch nicht auch gleich mit ausschließen.


    Der kleine Teaser zu dem Drama auf der Insel und dem Spionage-Duo ist natürlich auch nochmal ein weiterer Appetithappen. Das scheint ja eine großangelegte Sache zu sein, die schon seit mehreren Jahren läuft. Schließlich haben die vier sogar Codenamen (wobei ich mich bei der unmittelbaren Erklärung des Codes ein wenig veräppelt gefühlt habe - als ernstzunehmender Knickerbocker-Leser kann man das selbstverständlich alleine lösen).


    Naja. Insgesamt überzeugt mich das Niveau noch nicht so ganz, aber ich bin gespannt darauf, wie es weiter geht.