Beiträge von Siebenstein

    findo Welche Bücherzelle hast du denn beglückt? Ich schaue meist in der am Rüdesheimer Platz vorbei, weil die gut frequentiert wird und deshalb relativ bunt bestückt ist. In der Bio-Company am Fehrbelliner Platz gibt es im Café-Bereich ein großes Regal mit Büchern zum Mitnehmen und/oder tauschen. Kennst du das?

    Hallo in die Runde :winken:


    Habe gerade gesehen, dass heute Lesenacht ist. Da ich ohnehin einen gemütlichen Leseabend geplant habe, kann ich mich gerne zu euch gesellen. Ich hoffe, heute endlich mein aktuelles Buch zu beenden. Ich habe sonst keine Probleme mit melancholischen Geschichten und schwierigen Charakteren, ganz im Gegenteil, aber dieses Buch zieht mich ziemlich runter. Egal, ich will wissen, wie es ausgeht, deshalb wird jetzt weitergelesen. Ein heißer Ingwertee mit frischer Minze und Orange sorgt für die nötige Wärme. O:-)


    Kurzbeschreibung (amazon):

    Sommer 1990, ein Bauerndorf nahe der deutsch-deutschen Grenze, die gerade keine mehr ist. Maria wird bald siebzehn, sie wohnt mit Johannes auf dem Hof seiner Eltern, in den »Spinnenzimmern« unterm Dach. Sie ist zart und verträumt, verkriecht sich lieber mit den Brüdern Karamasow, als in die Schule zu gehen. Auf dem Nachbarhof lebt der vierzigjährige Henner, allein. Die Leute aus dem Dorf sind argwöhnisch: Eine Tragik, die mit seiner Vergangenheit zu tun hat, umgibt ihn; gleichzeitig erregt seine charismatische Ausstrahlung Eifersucht. Ein zufälliger Blick eines Tages, eine zufällige Berührung an einem andern lösen in Maria eine Sehnsucht aus, die fremd und übermächtig ist und sie wie von höherer Gewalt geleitet in seine Arme treibt ...


    Hat es zufällig jemand von euch gelesen? Wie wirkte Marias Verhalten auf euch? ?(

    Nema, vielleicht hast du ja getrockneten Thymian im Gewürzregal stehen, der geht auch. Einfach mit heißem Wasser aufbrühen, einen Teelöffel Honig dazu und warm trinken. Hilft gut bei Halsschmerzen und ist außerdem sehr lecker. :thumleft:


    Ich lese mein aktuelles Buch weiter und hoffe, es heute Abend endlich beenden zu können. So richtig vom Hocker reisst es mich nicht. Wirkt irgendwie gewollt und auch leicht larmoyant auf mich. Immerhin liest es sich locker weg, ist also genau das Richtige für heute Abend. :eye:


    Ich mache mir jetzt eine große Tasse Kurkuma-Zimt-Tee und verziehe mich dann mit meinem Buch aufs Sofa. Viel Spaß allen Mitlesern heute Abend! :winken:

    Was ist an der Geschichte "belanglos"? Selbst wenn ich die Figur der Stella ausblende (denn die ist ganz sicher nicht belanglos) und nur die Liebesgeschichte betrachte, würde ich nicht von Belanglosigkeit sprechen. Dafür finde ich die beiden Figuren und ihr fatales, aussichtsloses Zusammenspiel einfach zu interessant.


    Was die Atmosphäre des Grauens angeht, die Marie vergeblich gesucht hat, kann ich nur sagen, dass ich sie gefunden habe - oder besser sie mich. Um ein Beispiel zu nennen: Die Szene, als Friedrich bei Dobberke auftaucht und zum Skatspielen gezwungen wird (ab S. 153) fand ich großartig beschrieben. Die panische Angst, die Friedrich zum Mitspielen zwingt und das merkwürdig unterwürfige Verhalten der Krankenschwester (vermutlich war da auch Angst im Spiel) waren für mich deutlich spürbar und haben in mir Abscheu und Grauen erzeugt.

    Vielen Dank für die ansprechende Rezension. :thumleft:


    Ich hatte mit der Neapolitanischen Saga so meine Schwierigkeiten (Band 1 enttäuscht beendet, Band 2 entnervt abgebrochen). Die Geschichte hier spricht mich inhaltlich aber sehr an, dass ich gewillt bin, der Autorin noch eine letzte Chance zu geben. Wir werden sehen, ich habe mir das Buch gerade in der Bücherei vorbestellt. O:-)

    ele, wieso sollte dich hier jemand aufgrund deiner Meinung zu einem Buch kritisieren? Dies ist ein Bücherforum, Diskussionen sind hier ausdrücklich erwünscht. :wink:


    Du stehst mit deiner Meinung ja auch nicht alleine da (und selbst wenn, wäre auch das natürlich kein Grund, sich hier nicht zu Wort zu melden). Marie hat dem Buch nur 2 1/2 Sterne gegeben. Ich schätze mal, dass sie sich zu gegebener Zeit hier vielleicht auch nochmal äußern wird. :-,


    Ich habe es vorher schon geschrieben, kann also nur wiederholen, dass die beiden Hauptprotagonisten für mich nicht "blass" geblieben sind. Ich fand sie trotz der Kürze des Romans gut genug dargestellt, um beim Lesen Emotionen entwickeln zu können. Was nicht beschrieben wurde, habe ich mir ausmalen können (z. B. warum Stella immer wieder eine zeitlang abgetaucht ist). Für mich waren diese Auslassungen eher spannungsaufbauend, als dass ich das Gefühl gehabt hätte, es würde etwas Wesentliches fehlen.

    Mein größter Kritikpunkt ist der, dass der Autor eine fiktive Geschichte über eine Person erzählt, die real existiert hat. Ich weiß, dass das eigentlich kein echter Kritikpunkt sein kann, weil es zulässig ist und auch häufiger praktiziert wird (mir fällt da auf Anhieb der von mir sonst sehr geschätzte Köhlmeier ein). Mich stört es, wenn ich beim Lesen solcher Romane nie sicher einschätzen kann, was die Figur tatsächlich ausgemacht hat, bzw. was sich genau so zugetragen hat und was erfunden ist. So kann man z. B. nur vermuten

    Möglicherweise hätte die Geschichte auch mehr Tiefe haben können, wenn der Autor mit einer rein fiktiven Figur mehr Freiraum gehabt hätte.


    Ansonsten habe ich aber kaum etwas auszusetzen an dem Buch und kann die vielen Hasskritiken im Netz nicht wirklich nachvollziehen. Weder Stella noch Friedrich sind für mich "blutleer" dargestellt. Ich konnte mich beim Lesen gut in beide einfühlen und ihr Handeln aus der jeweiligen Sicht nachvollziehen. Ich finde auch nicht, dass der Autor das Kriegsgeschehen nur als "Kulisse" für eine Liebesgeschichte benutzt hat. Es geht im Buch doch um viel mehr.

    Ich hatte erst mit den Gedanken gespielt, diesen Roman auch zu lesen, bin nun aber davon abgekommen. Eine Geschichte, die so verwässert wird und an der Oberfläche bleibt... Also, nein. Das muss ich nicht haben.

    Ich möchte dich ermuntern, dich nicht abschrecken zu lassen und das Buch - aller negativen Meinungen zum Trotz - selbst zu lesen, denn so "verwässert" finde ich es gar nicht. Vielleicht hast du ja Zeit und Muße, zusätzlich noch das Sachbuch von Peter Wyden zu lesen und lässt uns dann hier teilhaben an deinen Eindrücken. :winken:


    Dir serjena möchte ich danken für deine ausführlichen Gedanken zum Buch, die ich in vielen Punkten teilen kann. Ich will mich jetzt nur kurz äußern, weil ich noch nicht ganz durch bin und das Ende abwarten möchte, kann aber sagen, dass ich den Roman sehr gern lese, weil er mich (trotz einiger Kritikpunkte) packt und berührt und ich ihn auch sprachlich völlig in Ordung finde. Ich sage das hier, weil ich anders als ele eine Leseempfehlung aussprechen möchte. Es ist ein streitbares Buch, das nachdenklich macht und zum Diskutieren anregt. Es gibt schlechtere Gründe ein Buch zu lesen, finde ich. :wink:

    Ich habe mir das Buch aus ähnlichen Beweggründen wie Marie aus der Bücherei geholt. Autobiographien sprechen mich eher nicht an, weil sie mir oft zu eitel daherkommen und zu wenig kritische Ausseinandersetzung mit der eigenen Person bieten. Hier war ich neugierig, weil ich Michelle Obama als Person sehr schätze, gern mehr über sie erfahren wollte und gespannt war, wie sie mit dem Thema umgehen würde. Ich war überrascht, wie gut und spannend sich das Buch las und vor allem wie gern ich es gelesen habe. Vor allem die erste Hälfte, die Beschreibung ihrer Kindheit und Jugend innerhalb der Familie, ihre Schulzeit und ihr Einstieg ins Berufsleben. Ich gebe dir Recht Marie, dass jemand, der weniger ehrgeizig und perfektionistisch veranlagt gewesen wäre, es sicher nicht so weit gebracht hätte, aber diese persönlichen Eigenschaften, die sie mitbringt, sind nur eine Seite. Ich fand es bewundernswert, welche Werte im Hause Robinson gelebt wurden, welchen Stellenwert Bildung hatte, dass Verantwortungsbewußtsein und Gemeinschaftssinn großgeschrieben wurden und sie und ihr Bruder absolut gleichberechtigt aufwuchsen. Das prägt und hat ganz sicher dazu beigetragen, dass sie trotz gelegentlicher Unsicherheit später auf dem College und der Universität aufgrund ihrer Herkunft und Hautfarbe so selbstsicher und zielstrebig ihren Weg gehen konnte.


    Ich bin gespannt, wie dir die zweite Hälfte gefallen wird....

    343. Welches Buch hat dir im November am besten gefallen?


    dieses hier, das ich nehme, weil es kuschliger ist,

    Wie Marie habe ich im November Dörte Hansens neuen Roman gelesen und wie für Marie war er auch für mich das Highlight des Monats. Das Wort "kuschlig" wäre mir allerdings dazu nicht eingefallen. :wink:


    Dörte Hansens Blick auf ihre Figuren ist einfühlsam und warmherzig, das ja, und Ingwer Feddersen schließt man auch bald ins Herz, aber die Kärglichkeit, die Sprachlosigkeit und die Düsternis, die das langsam sterbende Dorf umgeben, haben mich dann doch eher frösteln lassen. Trotzdem (oder gerade deshalb) ein tolles Buch! :thumleft:  

    Heute ist der Tag der Weihnachtskarte

    Das passt ja. Hier ist es ungemütlich und verregnet, da mag man nicht vor die Tür. Deshalb habe ich es mir kurzerhand mit schöner Musik, Adventskranz und einer Kanne Tee gemütlich gemacht und schreibe Weihnachtskarten.:santa:


    Wer einen weihnachtlichen Gruß brauchen kann, aus welchen Gründen auch immer, oder sich einfach über eine Karte freuen würde, darf sich gern per PN bei mir melden. Einen schönen zweiten Advent euch allen! :rendeer: