Beiträge von Conor

    Danke, taliesin , für deinen Beitrag.

    Ich kenne keine Autisten und bin daher diesbezüglich unerfahren.


    Die Themen, die Sibylle Berg anspricht, sind vielfältig. Ich habe gerade über Ma Wei und die chinesische Entwicklung, sowie den Einfluss auf die übrige Welt gelesen.


    Und folgende Passage zitiere ich mal:

    Zitat

    Körperlich verbunden mit digitaler Technologie, waren sie in Ermangelung irgendeiner Perspektive zur Darsteller-Generation geworden.

    Je voller die Welt wurde, je austauschbarer die Menschen, umso verzweifelter der Wunsch, gesehen zu werden. Brachte nur nichts.

    (S. 97)

    Das lässt einen doch an Instagram u.ä. denken.


    pralaya - schau doch mal bei booklooker, da gibt es das Buch schon ein wenig günstiger.

    Er wird in dem Heim von seinem Vergewaltiger als "Mongo" beschimpft

    Diese Stelle habe ich mittlerweile auch gelesen und habe es eher als Schimpfwort gelesen.

    Vielleicht finden wir noch raus, ob Peter mongoloid ist oder autistisch.

    Was sein Aussehen betrifft, so scheint Peter auf Don ja attraktiv zu wirken - siehe S. 91, wo die beiden sich zufällig in London treffen. Und beim Googlen habe ich nun gelesen, dass Autisten auf andere Menschen oft attraktiv wirken - siehe hier.

    Zitat

    Im Aussehen wirken Autisten auf andere Menschen meist normal und oft auffallend attraktiv.(Zitat)

    Ob das stimmt?

    Meinst Du, sie hat die Stadt wegen diesem Missbrauchskandal ausgewählt?

    Vielleicht ist das ein Grund. Ein anderer könnte sein, dass in Rochdale eine Konsumgesellschaft entstand und die Stadt bis heute "Birthplace of co-operation („Geburtsort des Genossenschaftswesens“) genannt wird.

    Das mongoloide, autistische (?) Kind spricht erstmals und wiederholt sich: "Geh nicht."

    Du meinst, Peter ist mongoloid?:-k Steht das irgendwo speziell und ich habe es überlesen?

    Auf autistisch kam ich, da es auf S. 72 heißt:

    Zitat

    "Peter wollte aus sich heraus, seit er denken konnte. Er war in seinem Körper eingemauert, und es war ihm unmöglich, mit denen da draußen Kontakt aufzunehmen."


    Ja, wie wahr - es ist schwer auszuhalten, diese ganze Trost- und Perspektivlosigkeit...

    Inhaltsangabe:

    »Vermutlich war der Einzelne schon immer unwichtig. Es fiel nur weniger auf.«

    Die Brave New World findet in wenigen Jahren statt. Vielleicht hat sie auch schon begonnen. Jeden Tag wird ein anderes westliches Land autokratisch. Algorithmen, die den Menschen ersetzen, liegen als Drohung in der Luft. Großbritannien, wo der Kapitalismus einst erfunden wurde, hat ihn inzwischen perfektioniert. Aber vier Kinder spielen da nicht mit – sondern gegen die Regeln. Und das mit aller Konsequenz. Willkommen in der Welt von GRM.

    Sibylle Bergs neuer Roman beginnt in Rochdale, UK, wo der Neoliberalismus besonders gründliche Arbeit geleistet hat. Die Helden: vier Kinder, die nichts anderes kennen als die Realität des gescheiterten Staates. Ihr Essen kommt von privaten Hilfswerken, ihre Eltern haben längst aufgegeben. Die Hoffnung, in die sie sich flüchten, ist Grime, kurz GRM. Grime ist die größte musikalische Revolution seit dem Punk. Grime bringt jeden Tag neue YouTube-Stars hervor, Grime liefert immer neue Role-Models.

    Als die vier begreifen, dass es zu Hause keine Hoffnung für sie gibt, brechen sie nach London auf. Hier scheint sich das Versprechen der Zukunft eingelöst zu haben. Jeder, der sich einen Registrierungschip einpflanzen lässt, erhält ein wunderbares Grundeinkommen. Die Bevölkerung lebt in einer perfekten Überwachungsdiktatur. Auf der Straße bleibt nur der asoziale, vogelfreie Abschaum zurück. Die vier Kinder aber – die fast keine Kinder mehr sind –, versuchen außerhalb des Systems zu überleben. Sie starten ihre eigene Art der Revolution. (Quelle: Verlagsseite)


    Ein wenig einlesen musste ich mich in den Roman von Sibylle Berg. Ihr Schreibstil ist schon etwas eigen.

    Und was ich lese, ist sehr düster. Einen Lichtblick habe ich bislang noch nicht entdecken können..

    Die Geschichte ist angesiedelt in Rochdale, einem trostlosen Ort. Man kann sich fragen, ob die Autorin mit Absicht Rochdale gewählt hat.

    Zitat

    "Da wollte doch jeder, der bei Verstand war, weg. Aus einem Ort der aussah wie achtzig Prozent aller Orte auf der Welt, in dem Menschen wohnten" (Zitat. S. 71)

    Familien, die am Rande der Gesellschaft leben, Frauen mit Depressionen und abwesende oder prügelnde Väter, Arbeitslosigkeit, Alkohol, Drogen und Verwahrlosung sind Alltag.

    Die vier Hauptpersonen sind Don (wütend), Karen (Albino), Hannah (wohlbehütet, weltfremd) und Peter (Autist), die alle vier in schwierigen Verhältnissen aufwachsen und deren Zukunft möglicherweise ähnlich hoffnunglos verlaufen wird wie das Leben ihrer Eltern.

    Der Roman wird als Dystopie bezeichnet.

    Es gibt einen Buchtrailer bei YouTube.




    135. Ein Anti-Kriegsroman


    Inhaltsangabe amazon:
    Elinor und Toby sind Schwester und Bruder, Freunde und engste Vertraute. Im Jahrhundertsommer 1912 verbringen sie eine Nacht gemeinsam in Tobys Zimmer. Ihr Geheimnis nimmt Elinor später mit an die Slade Academy of Arts in London, wo sie Kunst studiert, während Toby im Royal Army Medical Corps in den Schützengräben Frankreichs dient.1917 wird Toby als 'Vermisst, vermutlich gefallen' gemeldet. Elinor stürzt in tiefe Trauer. Sie schließt sich als Assistentin dem Künstler und Chirurgen Henry Tonks an und beginnt, für ihn die zerstörten Gesichter von Soldaten zeichnerisch zu dokumentieren. In Tonks Umfeld erwartet sie Aufschluss über Tobys Tod.