Die Ergebnisse der Leserlieblinge-Wahl im BücherTreff

Beiträge von Headline

    Ich würde eher von ungeschliffenen Diamanten sprechen - weit weniger ausgearbeitet und ausführlich wie spätere Romane. Es geht um die Vergänglichkeit - ein zurück gelassener Lebensabschnitt der seinen Wert erst in der Gegenwart preis gibt - nun, da es kein zurück mehr gibt, da man ein anderer geworden ist. Es geht um den Lebensabschnitt in dem man überzeugt ist, daß Zeit ein Gut ist das im Überfluß vorhanden ist und wo es keine Rolle spielt, wenn man sie sinnfrei vergeudet. Der Erzähler blickt schwermütig zurück und schließt ab um für die Gegenwart bereit zu sein. Die Handlung? Alltagsgeschichten, Erlebnisse und Erfahrungen voller Bilder und - Figuren oder Symbole? - wer weiß das bei dem Buch schon so genau. Für das Verständnis hilft es sicherlich, wenn man selbst, so wie ich, als junger Erwachsener stundenlang mit Flipperautomaten verbracht hat. :) Als da wären........


    Giligan's Island
    Taxi
    Banzai Run
    Elvira
    Terminator 2
    Addams Family

    Hallo Nungesser. Was ich an Maigret so toll finde: er löst die Fälle nicht einfach mit Indizien sondern er taucht ein in die Welt der Menschen die mit dem Verbrechen in Verbindung stehen - und löst den Fall dann mit der Erkenntnis, was ihn an diesen Menschen berührt. Für mich einer der grössten Kommissare. Und ich stimme da zu: ab Band 30 oder 35 legt die Serie nochmal richtig zu.

    Auf Empfehlung eines Freundes hin habe ich ein Buch von dem Autor gelesen. Er hatte mir ja einen anderen Scheibenwelt Roman empfohlen - aber ich kann nun mal nicht anders als in der korrekten Reihenfolge (wenn ich doch sonst nur auch so einen Hang zur ausgeprägten Ordnung hätte :uups: ). Meiner Meinung nach hat das Buch ein paar ermürbender Längen - aber es bietet auch einige Brüller. Die Längen überwiegen - trotzdem sind die wenigen Brüller dermassen gut, dass ich ganz bestimmt ein weiteres Buch aus der Scheibenwelt lesen werde - in der Hoffnung auf weniger Längen und grössere Brüllerdichte. Positiv finde ich auch die vollkommene Abgedrehtheit der Geschichte.

    Ja, dem ist kaum etwas hinzuzufügen. Den Anfang habe ich etwas anders empfunden. Braucht es den nicht als Basis um über das anfängliche Ticken des Gauners Juntunen und des Majors Remes zu erfahren ? Und wie es sich auf wundervolle Weise ändert, weit weg jeglicher Zivilisation als auf manchmal wundervolle Weise die Wohngemeinschaft um allerhand Gestalten wächst. Leichtes, flottes Lesevergnügen mit reichlich finnisch grotesken Humor.

    Ich fand das Buch sehr gut und manchmal sogar besser als "Wilde Schaftsjagd". Ich wurde auch nicht müde den ausufernden Gedankengängen des Ich-Erzählers zu folgen - die angestellte Philosophie fand ich durchaus witzig, abgedreht und bis ins Kleinste ausformuliert. Das muss man erst mal so in Worte fassen können. Ich gebe zu, dass es kein Buch nach jedermans Geschmack ist. Da würde ich schon im eigenen Freundeskreis scheitern.....


    Ausser dem Wiedersehen mit dem Ich-Erzähler ist das Buch keine echte Fortsetzung von "Wilde Schafsjagd". Den Roman fand ich eher einfacher als "Wilde Schafsjagd" - soll wohl den Reifeprozess des sich ewig treiben lassenden coolen Gourmets und Möchte-Gern-Aussteigers zu einem verantwortungsvoll handelnden Menschen schildern. Das ist witzig, orginell, beklemmend, merkwürdig aber immer unterhaltsam gelungen. Allein die erwähnten Bands aus den 60ern und 70ern sind schon eine Anhörprobe wert.


    Also ein Buch von Murakami, bei dem er sich dem Ich-Erzähler aus "Wilde Schafsjagd" bedient, dass sonst aber nicht viel damit gemein hat. Trotzdem ein schönes Wiedersehen. Die vielen Orte und Figuren haben mich nicht gestört (es ist mir kaum aufgefallen) - eher haben die mich überrascht und neugierig gemacht.

    Ein bischen zuviel gejammer, ein bischen zuviel Hüh-Hott. Obwohl mir der Krimi als solches gut gefiel, war es mir dann doch etwas zuviel des Guten zum seelischen Zustand des Ermittlers und wie er sich von einer Person dann an der Nase herumführen lässt. Da musst man doch während des Lesens schon aufstöhnen - bei soviel Gutgläubigkeit.

    Da gehen die Meinungen auseinander. Genau dieses Werk hat mir ein Freund und bekennender Fan von HM als Einstiegswerk empfohlen - mit dem Kommentar, es sei nicht ganz so abgedreht. Nun, ich fands auch nicht übertrieben abgedreht und war angenehm angetan vom Buch obwohl es schon speziell ist und dem nicht gefallen wird, der nicht an Schafe glaubt, die von anderen Planeten stammen könnten. Es war ganz bestimmt nicht das letzte was ich von HM gelesen habe. Mit anderen Worten: er hat jetzt einen Fan mehr.

    Als Klufti Leser der ersten Stunde war mir das am Anfang fast ein bischen zuviel Priml. Aber dann nimmt der Krimi doch ziemlich an Fahrt auf, wird immer spannender. Das Autorenduo würdigt mehr oder weniger diskret die Meister der Krimiliteratur. Die Handlung lehnt an an Krimis von Agatha Christie, Edgar Allan Poe, Georges Simenon und Heinrich Harrer. Wie ich finde eine gelungene Hommage mit vielen Gelegenheiten zum Schmunzeln und Kässpatzfaktor.

    Ich fands einfach super.


    Klar, der Erzählstil erinnert an die Grossmutter, die ihrem Enkel ein Märchen erzählt. Und man tut sich echt hart, die Figur Hector anfangs ernst zu nehmen. Aber je länger ich las, desto besser wurde das. Und jetzt frage ich mich, ob ein anspruchsvoller Erzählstil dieser Erzählung (kein Roman) überhaupt gerecht würde!? Schliesslich sollen es doch alle verstehen. Ich fands witzig und durch und durch positiv.

    Das ist so einer, dieser David. Keine Freunde, mangelndes Selbstbewusstsein, Kellner in einem In-Club. Lernt dann Marie kennen und wird besessen von der Idee sie zu erobern. Das gelingt ihm sogar, als er sich eines fremden Manuskripts bedient und ausgibt, er hätte es selbst geschrieben. Marie ist beeindruckt und gibt das Manuskript stillschweigend einem Verlag. Das Buch erscheint und wird ein Bestseller. Blöd für David, der nun in ständiger Angst aufzufliegen lebt. Er eilt nun von Lesung zu Pressetermin zu Messe zu Buchbesprechung.


    Einmalige, merkwürdige Geschichte von Besessenheit und Liebe mit ironischen Einblick in die Welt der Buchvermarktung.

    Ach ja, ich denke man sollte schon gut zuhören und sich auf merkwürdige Geschichten einlassen können wenn man diesen Buch lesen will. Sonst wird es zäh. Was mich betrifft, ich konnte mich über den einen oder anderen Scherz freuen und habe an dem Leben der Ente teilgenommen. Danke dafür. Die Geschichte hat einen tieferen Sinn. Doch Vorsicht, was mich betrifft, je weniger man solche Dinge zwanghaft zu erkennen versucht, desto eher erschliessen sie sich einem. Ach? Ist das nicht auch eine Aussage dieses Buches?

    Klappentext:
    Der alte Buchhalter Jules Lapie, genannt Holzbein, liegt erschossen in seinem Schlafzimmer. Eben noch hatte er im Garten gearbeitet. Und dort findet Kommissar Maigret eine Karaffe Schnaps und ein Glas. Maigret ist sicher, daß es ein zweites Glas gab - das Glas des Mörders. Das Dienstmädchen Felicie könnte Maigret in seiner Untersuchung wahrscheinlich weiterhelfen. Aber sie schweigt wie ein Grab ...


    Rezi:
    Der Krimi spielt in einem Vorort Paris. In einer frisch errichteten Siedlung, deren Hausbesitzer hauptsächlich Pensionäre sind, die dort ihre Wunschvorstellung von einer besseren Welt in die Realität umzusetzen versuchen - abgeschnitten vom Rest der lauten Menschheit. In diesem Milieu geschieht der Mord. Das Dienstmädchen des Ermordeten erweisst sich als verschwiegen, naiv, übertrieben und schnippisch. Sie weiss offenbar mehr, als sie dem Kommissar sagt.
    Der Schlagabtausch zwischen Maigret und Felicie, ihre kleinen Kämpfe und Dialoge sind das amüsanteste und liebeswerteste was ich bisher von Simenon las (dennoch, ich denke man sollte den grummeligen Kommissar schon aus anderen Büchern kennengelernt haben - bevor er hier mal wieder überrascht).

    Klappentext:
    1940 lebten Henry Miller und die Nin, arm wie Kirchenmäuse, in New York. Eines Tages lernte Miller einen Sammler kennen, der sich besondere Erotika wünschte - für einen Dollar pro Seite. Und Anais Nin erfüllte die Forderung, gab aber diese erotischen Erzählungen erst kurz vor ihrem Tod zur Veröffentlichung frei - 35 Jahre nachdem sie diese ungemein direkten Schilderungen geschrieben hatte.



    Rezi:
    Mehr oder weniger kurzweilige Erzählungen. Bevor es zur Erotik kommt werden umfassend Personen und das Milieu vorgestellt. Mal beschreibt Anais Nin die erotische Spannung zwischenmenschlicher Beziehungen zweier oder mehrerer Personen; mal beschreibt sie in ihren Geschichten schön die zwielichtige schwülstige Atmosphären aus dem käuflichen Gewerbe. Der Duft von Liebe und die Hitze sind förmlich zu spüren. Ist halt schon ein bischen angestaubt, das Buch. Was um 1930 noch als Tabu galt, damit lockt man heutezutage wahrscheinlich keinen Hund mehr hinterm Ofen hervor. Das Buch taugt, wenn einem nach prickelnder Kurzgeschichte zumute ist und interessant ist der Milieueinblick in die 1930er Jahre allemal.

    Klappentext:
    "Morgen Nachmittag um fünf töte ich die Wahrsagerin. Gezeichnet: Picpus." Maigret nimmt diesen Brief ernst und veranlasst, dass in Paris 482 Hellseherinnen überwacht werden. Die Hellseherin Jeanne, die trotz dieser Maßnahmen erstochen wird, kennt niemand.



    Rezi:
    Und Jeanne ist zunächst nur ein Name. Bei den Recherchen lernt Maigret langsam das Umfeld der Wahrsagerin kennen. Zunächst haben wir davon nur ein Puzzleteil, dann werden weitere Puzzleteile hinzugefügt und beim betrachten der Konturen ahnen schon, wie diese zusammengesetzt sein könnten - und sind bestürzt, wenn der Autor sie vor unseren Augen so zusammensetzt. Welch ein Unglück! Wir sehen das Motiv, es ist alles so einfach, so schlüssig. Und wenn Maigret zum Ende das Puzzle wendet, dann haben wir auf der Rückseite den Namen des Mörders.

    Klappentext:
    Der Kaffeekoch eines Grandhotels steht früh auf, geweckt von seiner Freundin, die von der Nachtschicht zurückkehrt. Er trinkt einen Kaffee, steigt aufs Fahrrad und radelt zum Hotel. Dabei platzt ihm ein Reifen, und er kommt eine Viertelstunde zu spät. Eine verhängnisvolle Viertelstunde, denn genau in dieser Zeit ist ein Mord geschehen, und Prosper Donge hatte nicht nur Gelegenheit dazu, sondern auch ein Motiv.
    Ein phantastischer Ausflug in die labyrinthische Unterwelt eines Grandhotels, in dem ein Mörder umgeht wie das Phantom der Opfer.


    Rezi:
    Simenon strickt mit Worten dichte Atmosphären, die unter anderem das Leben des Servicepersonals beschreibt, das in den Kellern des Majestic schaltet und waltet. Das Buch erinnert bisweilen an Thomas Manns Beschreibungen des Lebens in dem Sanatorium aus dem Zauberberg. Das alles für sich genommen ist schon toll - ach ja, und dann ist da ja noch der Mord an einer Frau, der Gattin eines reichen Amerikaners. Je länger Maigret recherchiert, desto mehr erfährt er über die Vergangenheit der Toten, die an der Cote d'Azur als Animierdame arbeitete und findet überraschende Verbindungen zu Prosper Donge. Doch gibt es im Umfeld noch mehr Personen die davon wissen und Prosper Donge ist nicht der einzig betrogene.


    Vor diesem Buch hatte Simenon mehr als 5 Jahre keinen Maigret Krimi mehr geschrieben und nach dieser Pause den Kommissar wieder zum Leben erweckt. Die Pause hat wohl wohl getan, denn das ist der bisher vollkommenste Krimi aus der Reihe.

    Klappentext:
    Der junge Polizeiinspektor Philippe Lauer erlebt einen Alptraum: Nicht nur wird der Mann, den er beschatten sollte, vor seinen Augen umgebracht. Philippe verliert auch noch die Nerven und hinterlässt am Tatort Spuren, die ihn zwingend zum Hauptverdächtigen machen. Da kann nur noch der Onkel helfen, der an der Loire in Rente lebt. Dieser Onkel ist ... (Ex-)Kommissar Jules Maigret.
    Eigentlich wollte Simenon Maigret nach diesem Fall seine verdiente Rente in Meung-sur-Loire genießen lassen und keine Maigret-Romane mehr schreiben. Ein Glück, dass er es sich anders überlegt hat...



    Rezi:
    Maigret taucht für gewöhnlich in das Privatleben der Leute ein. Er macht sich mit ihren Persönlichkeiten, ihrer Vergangenheit vertraut, anstatt dass er sich um Handfeste Indizien bemüht. Bei Maigret geht es um die Beschäftigung mit den Menschen. Um Güte. Mit jedem Band nimmt die Bewunderung für diese Krimis zu. Aber ich denke auch, dass sich Simenon in den ersten 19 Bänden, die ich bisher gelesen habe, von Band zu Band steigert - bei der Figur und den Geschichten. Vielleicht liegts das aber auch nur an dem guten Wein, den ich nebenher trinke. :D

    Netter Versuch. Mich führst Du nicht in die Irre. Am 16.07. hat es nicht geregnet. Ich habs beim Wetterdienst nachgeprüft. Wen versuchst Du zu decken? Ist er es wert? Raus mit der Wahrheit. Diese Lügen führen doch zu nichts, wenn es ein Unfall war, wird der Richter Verständnis dafür haben.....






    Hmhmhmhmmmmh, summdideldudeldumm, alles Gute nachträglich zum Geburtstag.

    Schafe die sich als Detektive betätigen. Das klingt amüsant. Allein schon wegen des physischen Witzes. Schafe als Detektive? - hahaha. Doch reicht dieser Widersinn alleine nicht für eine gute Geschichte aus. Also, der Roman lebt viel von diesem Witz und Widersinn. Ansonsten bleibt es durchschnittlich bis abgründig, denn die Autorin romantisiert eine Nötigungsszene (aha!) - darüber musste ich mich aufgeregen - nur die stoischen Schafen bekommen nix mit und mir war es schliesslich auch egal, ist ja auch nur ein harmloses Buch. Fazit: Ein netter, einfacher Roman - aber kein Krimi.