Beiträge von ElkeK

    Inhaltsangabe:


    Mitte des 19.ten Jahrhunderts: Die chilenische Regierung lockt deutsche Einwanderer ins Land, um es mit den viel Mühe und Fleiß fruchtbar zu machen.

    Unter diesen deutschen Einwanderern ist auch Elisa von Graberg mit ihrem Vater und ihrer Stiefmutter. Gerade schiffen sie in Hamburg ein, als sie Cornelius kennen lernt. Cornelius ist ein kräftiger junge Bursche, der seinen miesepetrigen Onkel im Schlepptau hat.


    Diese und viele andere machen sich auf ins unbekannte Land, sind monatelang auf See und erleben Stürme und andere kleine Katastrophen, bis sie buchständlich an die chilenische Küste stranden. Doch wie sie sehr bald merken, ist es noch nicht das Ende der Reise und für Elisa passiert das Schlimmste: Sie muss sich von ihrem geliebten Cornelius trennen.


    Mein Fazit:


    780 Seiten schrecken mich im Allgemeinen nicht unbedingt zurück. Dieses Buch auch nicht, schließlich bin ich es gewohnt, dicke Bücher in recht kurzer Zeit zu lesen.


    Doch die Geschichte um Elisa und Cornelius hat mich etwas herausgefordert. Leider bin ich nur bis Seite 277 gekommen, da habe ich die Herausforderung abgegeben. Ich kam in die Geschichte nicht wirklich rein, stellenweise war es langatmig bis langweilig. Vielleicht würde es jetzt an der Stelle, wo ich es abgebrochen habe, interessanter werden, aber nach 14 Tagen des Lesens bin ich nicht mehr gewillt, es herauszufinden.


    Für mich ist das Buch leider nur 2 von 5 Sternchen wert, andere mögen sicher mehr Gefallen daran finden. Mehr kann ich dazu einfach nicht schreiben.

    Inhaltsangabe:


    Rachel Stone ist am Ende ihrer Kräfte. Ihr Auto lässt sie endgültig im Stich, gerade, als sie die Stadt Salvation in North Carolina erreicht. Ihr kleiner Sohn Edward, fünf Jahre alt, erholt sich noch immer von einer Lungenentzündung und ihre Barschaft umfasst nur ein paar Dollar. Sie braucht dringend einen Job, um irgendwie überleben zu können. Da kommt ihr das Autokino gerade recht, der Ort, wo ihr Auto endgültig seinen Dienst einstellte. Sie nimmt allen Mut zusammen und stellt sich dem Besitzer vor: Gabe Bonner!


    Gabe Bonner ist alles andere als ein Charmebolzen. Er scheint Kinder nicht zu mögen und Frauen offenbar auch nicht. Dass er seine eigenen Dämonen hat, bemerkt Rachel schnell und nur mit viel Hartnäckigkeit kann sie ihn davon überzeugen, dass sie die richtige für den Job ist.


    Salvation ist jedoch sehr unversöhnlich mit ihr. Ihr verstobener Mann war ein berühmter Fernsehprediger, der seine Schäfchen jedoch um ihr Geld und somit auch um ihr Seelenheil brachte. Auf der Flucht vor der Justiz stürzte er samt dem Geld über dem Atlantik ab. Die Menschen in Salvation sind der Überzeugung, Rachel sei zu raffgierig gewesen, deshalb hätte ihr Mann die Menschen betrogen.


    Aber Rachel will nur noch eines: Es fehlen noch fünf Millionen Dollar, die der Justiz nicht übergeben worden sind. Und diese will sie finden, um für sich und Edward ein neues Leben beginnen zu können, denn die bittere Armut zerrt an ihren Kräften.


    Der Hobelklotz Gabe Bonner scheint plötzlich andere Pläne mit ihr zu haben!


    Mein Fazit:


    Dies ist eine sehr interessante Liebesgeschichte, die durchaus ihre Reize hat.


    Die Autorin hat die sozialen Stände aufeinanderprallen lassen. Rachel – arm, heimatlos und ohne Schutz. Gabe – reich, mit beiden Beinen fest auf dem Boden und umsorgt von einer zuweilen übereifrigen Familie. Gabe Bonner mochte ich am Anfang gar nicht, denn er benahm sich wie das letzte A… Mit der Zeit lernte ich ihn jedoch etwas besser kennen. Er hat seine Beweggründe für sein Verhalten, dennoch kann ich ihm das eine oder andere nicht verzeihen. Ein kleiner Junge kann schließlich nichts dafür, dass er lebt und um seine Existenz kämpft.


    Rachel hat mir von Anfang an ausgesprochen gut gefallen. Sie war der Verzweiflung nahe, ja, aber sie hat trotzdem nicht aufgegeben. Auch den Ärger mit den Menschen in Salvation hat sie allein ausfechten wollen, letztendlich halfen ihr Zufälle und das aufgewärmte Herz von Gabe Bonner. Ihre Ehe mit dem Fernsehprediger wurde nicht aus Liebe geschlossen, sondern war durchdachtes Kalkül. Rachel wurde als Teil der Show integriert und die Menschen bekamen so den Eindruck, als wäre sie Schuld, dass ihr Ehemann die Menschen betrügen musste. Sie wäre raffgierig, dabei war es der Prediger selbst, der alle an der Nase herumführte und die Taschen voller Geld entgegen nahm.


    Die Geschichte bietet viel Spannung, hitzige Dialoge und durchaus interessante Sichtweisen auf verschiedene Themen. Es zeigt ein anderes Amerika, das durchaus auch viele Schattenseiten hat, wie wir heute wissen. Die Autorin hat es unverblümt gezeigt und es gut in eine reizvolle Liebesgeschichte gepackt. Es ließ sich flüssig lesen und die Seiten flogen nur so dahin.


    Da ich sehr gut unterhalten wurde, gibt es von mir 5 Sterne und eine klare Lese-Empfehlung.

    Inhaltsangabe:


    Blue Echohawk weiß nicht, wie sie wirklich heißt und wann ihr Geburtstag ist. Sie lebt bei ihrer Tante in der Nähe von Las Vegas. Weder kennt sie ihre Mutter noch ihren Vater. Nur dass ein amerikanischer Ureinwohner namens Jimmy sie im Alter von ca. 2 Jahren aufgelesen und sich seither um sie gekümmert hat, weiß sie. Allerdings verstarb er plötzlich, als sie 10 Jahre alt war! Und von Jimmy hat sie gelernt, welche Kunststücke aus Holz möglich sind.


    Sie ist im letzten Jahr der Highschool und ihre auffällige Erscheinung ist eine Warnung für alle. Sie will in Ruhe gelassen werden und das Jahr irgendwie hinter sich bringen. Allerdings hat sie die Rechnung ohne den Geschichtslehrer für Europäische Geschichte gemacht: Darcy Wilson, ein britisches Wunderkind und daher schon mit 22 Jahren Lehrkraft, zeigt ihr, wie die Welt noch sein kann, voller Geheimnisse und Wunder.


    Langsam bekommt ihr Panzer Risse und stellt ihre Welt aber sich auf den Kopf. Sie hinterfragt plötzlich ihr Leben und ihre Haltung. Aber ihr werden Steine in den Weg gelegt und sie muss schwere Entscheidungen treffen. Wilson ist immer an ihrer Seite, aber kann es da mehr geben als nur Freundschaft?


    Irgendwann ist für Blue klar, dass sie sich in Wilson verliebt hat. Aber was ist mit ihm? Wird er in ihr mehr sehen als nur seine schwierige Schülerin?


    Mein Fazit:


    Es ist eine wunderbare Geschichte um Liebe, Freundschaft und dem eigenen Sein.


    Es begann als Tragödie. Blue ist allein auf der Welt. Ihre Tante interessiert sich kaum für sie. Trotz aller Bemühungen, sich hinter Schminke und einem losen Mundwerk zu verstecken, wirkt sie auf einige Menschen attraktiv und interessant. Sie fühlt sich ohne Identität und hat auch lange Zeit keine Lust, ihrem Ursprung auf den Grund zu gehen. Bis sie ihren Lehrer kennen lernt.


    Eigentlich ist Darcy Wilson viel zu jung, um als Lehrkraft zu arbeiten. Aber er hat als Kind und Jugendlicher hart an sich gearbeitet, um nun im Alter von nur 22 Jahren als unkonventioneller Geschichtslehrer zu arbeiten. Er gibt es nicht zu, aber er interessiert sich sehr schnell für Blue und versucht ihren frechen Bemerkungen immer wieder zu kontern. Die Magie zwischen ihnen ist sehr schnell zu spüren und doch gibt es viele Gründe, warum gerade sie beide nicht näher aufeinander zugehen sollten. Sie ist seine Schülerin, wenn auch im letzten Jahr!


    Amy Harmon schafft es, eine wunderbare Geschichte zu erzählen, ohne dass es kitschig wirkt. Sie hat hier wirklich sehr verdrehte Charaktere geschaffen, die zwar scharf schießen, aber im Grunde ihres Herzens sehr liebenswürdige und einsame Seelen sind. Die Geschichte erzählt Blue aus ihrer Sicht und was ich sehr witzig finde, die Kapitel werden alle mit eigenständigen blauen Farben benannt!


    Zum Schluss zog es sich ein bisschen hin und das eigentliche Thema, nämlich ihre wahre Identität, wird ungewöhnlich kurz und knapp gehalten. Dabei werden immer wieder Weisheiten von den amerikanischen Ureinwohnern erzählt. Gerade die finde ich sehr spannend, auch wenn das Schicksal dieser Menschen für Außenstehende nur sehr schwer zu verstehen ist.


    Eine Geschichte zum Versinken und um die Sichtweisen von anderen Menschen kennen zu lernen. Ich habe es sehr genossen und kann es ohne weiteres mit fünf Sternen empfehlen! Ich freue mich auf viele weitere Geschichten dieser Autorin.

    Inhaltsangabe:


    Schottland 1499: Gavrael McIllioch ist ein Berserker und im Alter von 14 Jahren verfällt er zum ersten Mal einem Blutrausch, als er seinen Vater über seiner toten Mutter gebeugt sieht und die McKanes vor den Toren von Maldebann Castle das Dorf niedermetzeln. Der Clan der McKanes jagt sein Jahrhunderten die Berserker, um sie endlich auszurotten.


    15 Jahre später: Gavrael alias Grimm Roderick hat seinem Clan vor langer Zeit den Rücken zugekehrt. Bei Gibraltar St. Clair fand er einst Unterschlupf und nun als erwachsener Mann ist er reich und berühmt, da er erfolgreich viele Schlachten für den schottischen Hof gemeistert hat. Nur sehr wenige wissen, dass er tatsächlich ein Berserker ist.


    Gibraltar St. Clair hat die Nase voll. Seine jüngste Tochter Jillian, schon fast ein spätes Mädchen, will einfach nicht heiraten. Jeden Kandidaten hat er angeschleppt und alle hat sie abgelehnt. Er unternimmt einen letzten Versuch und ruft drei gestandene und ehrwürdige Männer auf seine Burg, während er mit der Gattin für Monate unterwegs sein wird. Unter diesen drei Männern ist auch Grimm Roderick, der auch sofort heraneilt.


    Jillian liebt Grimm schon seit sie ihn das erste Mal gesehen hat – da war sie elf. Doch er hat sich stets als ungehobelter Klotz benommen und sie immer wieder von sich gewiesen. Er will ihr sein Vermächtnis nicht aufdrängen und Jillian hat keine Ahnung davon, so versucht er sie von sich zu stoßen, wo es nur geht.


    Aber so schnell gibt sie nicht auf. Und dann sind da noch die merkwürdigen Geschehnisse, die Grimm beinahe dreimal das Leben gekostet hätten. Sind die McKane etwa auf seine Spur gekommen?


    Mein Fazit:

    Das ist ein Roman ganz nach meinem Geschmack.


    Der geneigte Leser bzw. Leserin taucht sofort in schottische Schlachtengetümmel ein. Die Atmosphäre ist geladen von Mythen, Legenden und sehr tiefen Gefühlen. Gavrael McIllioch ist zwar erst 14 Jahre alt, aber er wird von einer Sekunde zur anderen erwachsen. Er glaubt, sein Vater habe die Mutter getötet. Und die McKane töten die Menschen im Dorf vor der Burg. Plötzlich kommt in Gavrael der Berserker hervor und verfällt in einen Blutrausch.

    Karen Marie Moning hat mich sofort entführt in die Welt, die auf mich auch heute noch eine gewisse Anziehung ausübt, auch wenn der Hype darum schon längst abgeflacht ist. Es ist jedoch immer wieder interessant, wie sehr Mystik und Legenden einen mitreißen können. Während des Lebens hatte ich ständig Kopfkino.


    Jillian und Gavrael bzw. Grimm lieben sich. Aber der Weg, bis sie sich zur Lebe bekennen, ist ausgesprochen hitzig und äußerst witzig. Es werden kleinere und größere Scharmützel bestritten. Eitelkeiten werden angesprochen, Eifersucht entfacht und manchmal werden auch ungewollt Dritte mit einbezogen. Wunderbar, es wurde keine Minute langweilig. Ein Schlagabtausch folgte auf den nächsten, dazwischen gab es noch die bedrohlichen Situationen, die sich zum Teil auch auf Jillian auswirkten. Da versuchte jemand Gavrael nach dem Leben zu trachten.


    Die Entwicklung der Figuren ist zauberhaft, sehr erotisch und der Verlauf der Geschichte ist einfach mitreißend. Ich konnte eintauchen und alles um mich herum vergessen, daher gibt es von mir auch fünf Sterne und eine klare Lese-Empfehlung.

    Inhaltsangabe:


    Jackson, Mississippi, USA: An einem heißen Sommertag wird Hugh, Detective und ausgebildeter Unterhändler bei Geiseldramen, zu einem neuen Einsatz gerufen. Er ahnt zunächst nicht, dass sich ausgerechnet seine Tochter Wren und seine Schwester Bex in der Abtreibungsklinik aufhalten. Eigentlich hätte er den Fall sofort abgeben müssen, aber er kämpft um das Leben seiner Tochter – mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln.


    Dr. Louie Ward ist Arzt und er hilft den Frauen aus Überzeugung. Warum sonst sollte er jeden Tag den Spießrutenlauf durch die Protestler und fanatischen Abtreibungsgegner auf sich nehmen? Die Frauen, die zu ihm kommen, haben alle eine Geschichte zu erzählen, wie z. B. die ausgebildete Krankenschwester Izzy, die nur ein Leben in Armut kennt und sich kaum vorstellen kann, mit ihrem privilegierten Freund ein gemeinsames Leben aufzubauen.


    Doch was treibt einen Mann wie George Goddard dazu, in eine Abtreibungsklinik zu stürmen und wild um sich zu schießen? Er sagt, man habe ihm sein Enkelkind genommen! Er sagt, man hätte seiner Tochter wehgetan. Er sagt, man habe einen Menschen ermordet. Doch nicht alle Geiseln sind dort, um ein beginnendes Leben wieder zu beenden.


    Über mehrere Stunden zieht sich das Geiseldrama hin und die Nerven sind zum Zerreißen gespannt.


    Mein Fazit:


    Jodie Picoult hat sich an ein sehr emotionales und schwieriges Thema herangewagt: Abtreibung! Selten wird ein Thema so erbittert und unnachgiebig erörtert und noch seltener bleibt es sachlich. Es scheiden sich daran die Geister, wann ein Leben schutzbedürftig ist: mit der Empfängnis oder mit der Geburt? Wann ist ein Mensch ein Mensch?


    In Amerika wird sehr häufig die Religion als Grundlage zur Diskussion genommen. Für mich ist die Frage nach dem Leben eine sehr individuelle Geschichte und kann nicht unbedingt vom Gesetz erfasst werden. Und dann ist da noch das Bild im Ganzen zu sehen. Unter welchen Umständen wurde es gezeugt? Womöglich durch eine Vergewaltigung? War die Frau so arm, dass sie sich keine Verhütungsmittel leisten konnte? Entstand das Kind womöglich sogar durch Unwissenheit („Beim ersten Mal passiert so etwas nicht!“)? Welche Rahmenbedingungen haben Frauen, die sich letztendlich zu einem Schwangerschaftsabbruch entscheiden, den sie in der Regel so nicht gewollt haben. Keine Frau macht sich dies leicht, es ist auch immer eine Gewissensfrage.


    Die Autorin hat viele Stimmen zu Wort kommen lassen. Zwar sind die Figuren im Roman fiktiv, stehen aber stellvertretend für viele Frauen, die Jodi Picoult im Zuge der Recherchen gesprochen hat. Es gibt so viele unterschiedliche Gründe, diese Entscheidung zu treffen und als Außenstehende/-r kann man sich meist nicht oft reinfinden. Und ich habe jede Frau verstanden, was lange Zeit nicht der Fall war. Ein ungewolltes Kind zu bekommen kann für alle Beteiligten weitaus schlimmer sein als ein Gnadenakt, der hauptsächlich nur der Mutter wehtut. Nicht nur die materielle Versorgung ist wichtig, sondern auch die emotionale! Kann eine Mutter, die ihr Kind nicht richtig versorgen kann, eine gute Mutter sein?


    Man kann lange über dieses Thema debattieren und doch kommt man auf keinen grünen Zweig. Die Autorin hat nicht nur einfühlsame Geschichten über die Frauen erzählt, sondern auch den anderen Figuren viel Raum gelassen, warum sie ausgerechnet an diesem Tag in dieser Klinik sind. Das hat mir sehr gut gefallen, diese ausführlichen Geschichten, die man alle irgendwie von sich selbst kennt, so oder so ähnlich. Die Figuren wirken dadurch sehr authentisch.


    Die Erzähl-Methode ist sehr verwirrend. Denn Jodie Picoult hat eigentlich fast am Ende des Geiseldramas begonnen und alles von hinten aufgezäumt. Allerdings tauchen auch am Ende (am Anfang des Tages) immer noch Dinge auf, die man so nicht vermutet hätte. Und die vielen Figuren, die natürlich eine wichtige Rolle spielen, verwirrten mich teilweise. Ich musste manchmal überlegen, von wem nun gerade die Rede war.


    Es ist eine Geschichte, die aufrüttelt. Trotz des intensiven Themas kann ich jedoch nur vier Sterne vergeben!

    Inhaltsangabe:


    Bretagne, Frankreich: Vianne wird als 15jährige von einer Sylphe gebissen, die ihr im Dämonenfieber alle Hexenkräfte raubt. Ezra Tocqueville, dessen Vater der Großmeister der Loge ist, rettet sie. Das verfestigt ihre Liebe zu ihm, doch er stößt sie von sich und schickt sie zur vollständigen Genesung nach England zur Kongregation.


    Wieder zwei Jahre später: Vianne ist wieder gesund und bei Kräften. Aber ihre Magie ist verschwunden. Da die Welt am Abgrund steht, schickt die Kongregation sie zusammen mit ihren Schwestern Maëlle und Aimée wieder zurück nach Frankreich. Der Pakt mit den Dämonen, den einst Merlin mit ihnen schloss, läuft in ein paar Wochen nicht aus. Und gibt es keinen neuen Pakt, werden die Dämonen die Welt fluten und das Leben der Menschen auslöschen.


    Vianne soll ihren Einfluss auf Ezra einsetzen, um ihn zur Zusammenarbeit mit der Kongregation zu bewegen. Doch er, inzwischen Großmeister der Loge, traut der Organisation jenseits der französischen Grenzen nicht. Er schließt lieber Bündnisse mit den Dämonen, um womöglich noch das Schlimmste zu verhindern.


    Kaum in Frankreich wieder niedergelassen, kommen in Vianne alte Gefühle auf und Ezra übt noch immer große Wirkung auf sie aus. Aber seine Entscheidung steht fest: Er paktiert lieber mit Dämonen als sich der Befehlsgewalt der Kongregation zu unterwerfen. Es ist ein Rennen mit der Zeit, wo es keine Gewinner gibt.


    Mein Fazit:


    Marah Woolf schafft es immer wieder, besondere Welten zu schaffen. Dieses Mal ist es das Erbe von Merlin und der Magie, was sie sehr genau unter die Lupe nimmt. Hexen, Magier, Dämonen, dunkle Geheimnisse und uralte Verträge, das alles beschreibt sie genau und detailreich, als würde es das tatsächlich so geben.


    Natürlich hat sie wieder eine junge und starke Heldin ausgewählt, die für ihre wahre Überzeugung eintritt, aber auch schnell an ihre Grenzen stößt. Inzwischen ist sie 19 Jahre alt und hadert mit ihrem Schicksal, keine Hexe mehr zu sein. Als solche benötigt sie besonderen Schutz, denn den immer wieder auflauernden Dämonen, die immer mehr und mehr auf die Welt gelangen, kann sie nichts entgegensetzen.


    Ezra hingegen ist ein arroganter Schnösel, sehr von sich und seinen Kräften eingenommen. Allerdings ist er auch sich bewusst, dass die Zeit abläuft. Warum er sich der Kongregation verweigert, wird nicht klar, kommt wohl erst in den nächsten Bänden. Aber er ist von seiner Sache sehr überzeugt, außer bei Vianne. Er gibt sich nach außen hin kühl und unnahbar, doch unter der Oberfläche brodelt es vor Magie und Liebe. Ach, warum sind die Männer immer so stur und wollen einen auf unnahbar machen? Es ist ein einziges hin und her zwischen Vianne und Ezra und das gesamte Dorf weiß nicht nur Bescheid, sondern guckt auch noch zu.


    Marah Woolf bezauberte auch mich mit dieser Geschichte, die im Verlauf an Spannung kaum zu überbieten ist. Ich konnte mich für alle Figuren erwärmen, die Ecken und Kanten haben und meist eine ausgeprägte Persönlichkeit besitzen. Einzig die erste Hälfte, wo der Name Ezra mehr als genug fällt (und damit die unerfüllte Liebe immer wieder aufs Neue beleuchtet wurde), war nicht immer so prickelnd und es zog sich etwas dahin. Aber in der zweiten Hälfte konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, es passierte einfach so wahnsinnig viel.


    Ich freue mich auf die Fortsetzung, die ja bereits im September erscheint. Sehr fleißig, die liebe Marah, ich kann es kaum erwarten! Fünf Sterne und eine klare Lese-Empfehlung!

    Inhaltsangabe:


    Mats Krüger, renommierter Psychiater, hat in seinem Leben viele Fehler gemacht. Unter anderem konnte er seine Frau beim Sterben nicht begleiten, war nicht in der Lage, ihr den letzten Wunsch zu erfüllen. Und seine Tochter Nele hat er ebenfalls enttäuscht, weil er Trost bei einer anderen Frau gesucht hatte. Um allen Vorwürfen auszuweichen, ist er nach Südamerika geflohen, um dort ein neues Leben zu beginnen.


    Berlin: Nele will ihrem Vater eine letzte Chance geben, seine Fehler wieder gutzumachen und bittet ihn, zur Geburt ihres Kindes nach Berlin zu kommen. Ihr steht eine Kaiserschnitt-Entbindung bevor, denn sie hat HIV und möchte ihr Kind auf keinen Fall anstecken.


    Das kleine Würmchen hat jedoch andere Pläne und will schon etwas früher das Licht der Welt erblicken. Neles Fruchtblase platzt und mit bereits heftigen Wehen steigt sie in das bestellte Taxi. Aber es fährt nicht in ein Krankenhaus wie Nele glaubte, sondern zu einer verlassenen Industrie-Anlage, wo früher Kühe gehalten wurden. Sie wird auf einer Krankenliege gefesselt und ihr Martyrium wird auch noch auf Video aufgezeichnet.


    Mats hat alle Eventualitäten abgewogen und gleich vorsorglich vier Plätze in der Maschine nach Berlin gebucht. Seine Angst vorm Fliegen ist fast unermesslich, dennoch weiß er, dass er dieses Opfer bringen muss, um Neles Wunsch zu erfüllen. Kaum ist das Flugzeug gestartet, erhält er einen Anruf auf dem Handy. Er soll das Flugzeug zum Absturz bringen, sonst würden Nele und das Baby sterben.


    Für Mats Krüger ist es eine nahezu unüberwindbare Aufgabe und die Uhr läuft …


    Mein Fazit:


    Rein statistisch gesehen ist das Flugzeug tatsächlich das sicherste Verkehrsmittel von allen. Allerdings, so weiß man inzwischen auch von diversen Flugzeugabstürzen, wenn es zu einem Unfall bzw. Absturz kommt, ist er in der Regel tödlich. Ich bin auch einmal geflogen, von Hannover nach Wien. Eine Stunde war ich in der Luft und für mich war es Abenteuer pur. Flugangst begleitete mich nicht, eher kribbelnde Aufregung, denn ich bin schon ein vertrauensvoller Mensch.


    Mats Krüger, Psychiater, leidet unter enormer Flugangst. Bevor er den Flug bucht, hat er ein Seminar besucht, sich diverse Statistiken und Unfallberichte angesehen und genau die vier Plätze gebucht, die nach seiner Ansicht die besten Überlebenschancen in verschiedenen Stadien des Flugs hatten. Auf so eine verrückte Idee muss man erst einmal kommen. Nie im Leben wäre mir so etwas eingefallen. Welcher Platz ist der mit nahezu 100%iger Sicherheit tödlich und bei welchem sind die Überlebenschancen höher? Wenn es abwärts geht, ist es da nicht einerlei, wo man sitzt? Überleben wollen doch alle, oder?


    Und dann ist da Nele, Mats Krügers Tochter. Sie ist hochschwanger und hat HIV. Ihr Ex-Freund hat ihre Schwangerschaft nicht gut aufgenommen, aber nur, weil er sich trotz Kondome bei ihr angesteckt hat. Um das Baby hat er sich gar keine Gedanken gemacht, auch nicht, als er Nele wochenlang drangsaliert hat. Und nun wird sie auch noch von einem fanatischen Tierschützer entführt, gerade, als der Geburtsvorgang eingeleitet wird. Man mag sich das gar nicht ausmalen, wie es für sie gewesen ist, die Wehen zu ertragen und gleichzeitig um das eigene Leben zu kämpfen. Sebastian Fitzek hat es natürlich sehr eindringlich beschrieben, was die Urinstinkte eines jeden Menschen anspricht: Schutz und Fürsorge! Die Frage ist nicht neu, aber dennoch stell‘ ich sie wieder: Woher holt der Mann diese Ideen? Einfach unfassbar!


    Die Szenen wechseln ab zwischen Flug und Berlin, es kommt aber noch eine dritte Person hinzu, die eigentlich an diesem Tag heiraten wollte. Feli war lange Zeit in Mats verliebt und hatte für ihn gearbeitet. Als er ausgerechnet an diesem Tag anrief, um sie zu bitten, seine Tochter zu finden, wusste sie nicht, ob sie lachen oder weinen sollte. Schließlich setzte sich bei ihr die Vernunft durch und sie erlebt, genauso wie Mats und Nele, viele Wendungen! Die Auflösung ist überraschend, nichts ist so, wie es auf dem ersten Blick scheint. Die Kapitel enden immer wieder mit einem fiesen Cliffhanger, so dass man einfach weiterlesen musste.


    Die Figuren haben Ecken und Kanten. Es gibt keine Schönfärberei, sondern Menschen, die nachvollziehbare Fehler machen, auch wenn sie auf andere abscheulich wirken. Das mit dem Flugzeug, die Ausstattung und den ganzen Statistiken halte ich persönlich für deutlich zu übertrieben, es wirkt überspitzt formuliert und dargestellt.


    Ansonsten ist die Geschichte glaubhaft, daher vergebe ich vier Sterne mit einer Lese-Empfehlung.

    Inhaltsangabe:


    Trevor Benson hat das Haus seines Großvaters in New Bern geerbt, der hoch betagt nach einem Schlaganfall plötzlich verstarb. Trevor ist gerade in einer Übergangsphase. Als Arzt hat er in Afghanistan gearbeitet und wurde schwer verletzt. Seine posttraumatische Belastungsstörung zwingt ihn, sein Leben neu zu ordnen.


    Während er das Haus seines Großvaters in Ordnung bringt, lernt er zwei Frau kennen. Zuerst ist es die junge und verschüchterte Callie, die offenbar in einem Wohnwagen lebt und sonst niemanden an sich heran lässt. Einzig ihr Großvater schien sie näher zu kennen.


    Dann ist da noch Natalie Masterson, Deputy in New Bern und äußerst pflichtbewusst. Magisch zieht sie ihn an und auch sie scheint ihm zugetan, aber es gibt ein Geheimnis, dass sie nicht preisgeben kann. Trevor ist hin und her gerissen, denn er will sie nicht verlieren.


    Um sein unglückliches Herz zu beruhigen, schmiedet er Pläne. Während eines Sturm fällt Callie von einer Leiter und verletzt sich schwer. Auch wenn er nicht mehr als Arzt arbeitet, so weiß er, was zu tun ist. Und Callie ist es schließlich auch, die ihn zum Geheimnis führt, weshalb ihr Großvater viele Stunden entfernt von New Bern einen Schlaganfall erlitten hat und schließlich starb.


    Aber kann er damit auch Natalie zurück gewinnen? Hat ihre Liebe überhaupt eine Chance?


    Mein Fazit:


    Als Fan musste man schon sehr lange auf diesen Roman warten. Sicherlich hatte es seine Gründe, warum es so lange dauerte. Und vielleicht ist es auch wegen des langen Wartens, dass ich nicht so glücklich bin wie sonst bei den Geschichten von Mr. Sparks.


    Die Einleitung geht schon ziemlich lang. Trevor erzählt aus seiner Sicht die Dinge, die im und um das Haus seines verstorbenen Großvaters passieren. Er lässt sich auch ausführlich darüber aus, warum er sich so gut mit ihm verstand. Der Großvater brachte ihm die Natur näher, entschleunigte sein Leben und zeigte ihm die wesentlichen Dinge. Und Trevor verehrte seinen Großvater für die Unerschütterlichkeit, mit der er seine Frau Rose liebte.


    Nun, dann tritt plötzlich Natalie in sein Leben. Callie kommt in der ersten Hälfte des Buches kaum vor und wenig Gelegenheit, sich zu präsentieren. Irgendwie suggerierte der Klappentext mir etwas anderes, sei es drum, die Liebesgeschichte zwischen Natalie und Trevor nimmt dann bis zu einem traurigen Höhepunkt Fahrt auf. Trevor zieht alle Register, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen, ja, er überschlägt sich nahezu. Aber je mehr er sich bemühte, desto trauriger wurde Natalie!


    In der zweiten Hälfte ist dann Callie die Hauptfigur, aber auch ihre Geschichte ist nicht gerade von Lebensfreude geprägt. Sie versucht sich unter allen Umständen allein durchzuschlagen, obwohl sie offenbar noch minderjährig ist. Ein dunkles Geheimnis umhüllt sie und sie versucht es unter allen Umständen zu schützen. Nur mit Mühe und nicht immer ganz konventionellen Methoden kann Trevor Callie dazu bewegen, von sich zu erzählen.


    Kurzum: Die Geschichte um die drei Hauptfiguren beginnt erst ab der Hälfte wirklich interessant zu werden. Warum war der Großvater so weit weg von New Bern? Und warum kann Natalie ihre Liebe zu Trevor nicht ausleben? Und welches Geheimnis umhüllt Callie? Alle drei Figuren sind trotz allem sympathisch und gehen zuweilen ans Herz. Solche Schicksale wünscht man niemanden. Trotz der malerischen Beschreibungen des verschlafenen Südens und dem scheinbar entschleunigten Leben hat es mich nicht immer mitgerissen. Daher bekommt dieser Roman nur vier Sterne, allerdings ist dennoch ein Must-Have für eingefleischte Nicholas Sparks-Fans.

    Inhaltsangabe:


    Zitat

    von amazon.de: Die Mordserie um den sogenannten „Schläfenmörder“ wurde von der Berliner Kripo nie aufgeklärt. Vier Jahre später gibt es Anzeichen dafür, dass er wieder zugeschlagen hat, doch die Spurenlage ist unverändert dürftig – eine echte Herausforderung für Jan Tommen und sein Team.


    Die Rückkehr des Serienmörders erweist sich nur als ein kleines Puzzlestück eines viel komplexeren Falls, der einen schon längst besiegt geglaubten Gegner zurückbringt. Aber dieses Mal ist er besser vorbereitet …


    Mein Fazit:


    Der 6.te Fall von Jan Tommen ist genauso kompliziert und teilweise mysteriös wie die anderen fünf vorangegangenen Fälle. Aber dieses Mal hat man es scheinbar auf Jan abgesehen, denn er läuft unbeirrbar in eine Falle, die jeder andere auch nicht als solche gesehen hätte.


    Aber warum soll Jan sterben? Warum will man das ganze Team hochgehen lassen? Denn danach sieht es aus. Politik und Presse setzen dem Team um Jan Tommen und Dr. Bergmann erheblich zu, die Zukunft der Einheit steht sogar auf dem Spiel. Wer hat einen solchen Groll, um das alles zu zerstören zu wollen?


    Die Liste der Verdächtigen wird dann später erstaunlich kurz, aber da haben schon einige Tote den Weg der Ermittler gepflastert. Um an die Informationen zu kommen, nutzen Zoe, Max und Chandou wieder mal unkonventionelle Methoden, die auch das eine oder andere Schmunzeln hervorbringen.


    Dennoch wirkt der Fall konstruiert und irgendwie aus den Fingern gesogen. So ganz hat sich mir nicht erschlossen, warum das alles so kommen musste. Es gab zwar die eine oder andere kleine Wendung, aber so richtig überraschen konnte mich die Geschichte nicht. Dennoch waren mir die Figuren vertraut und sie wurden konsequent so aufgebaut wie in den letzten Romanen mit ihren Macken, auch wenn es wieder einmal einige Klischees bediente. Die Stimme von Oliver Schmitz war in Ordnung, er konnte die Geschichte und die Emotionen gut transportieren.


    Für drei Sterne war der Roman dann doch zu gut, aber bei vier Sternen bekomme ich leichtes Bauchweh. Trotz der Kritik wurde ich gut unterhalten und konnte der Geschichte folgen. Daher vier Sterne mit einer bedingten Empfehlung.

    Inhaltsangabe:


    Jacob, 90 oder 93 Jahre alt, er weiß es selbst nicht so genau, lebt nach einem Hüftbruch im Altenheim und fühlt sich dort völlig fehl am Platz. Eines Tages gastiert ein Zirkus in der Nähe des Heims und er beginnt die Geschichte zu erzählen, die ihn damals als junger Mann selbst zum Zirkus geführt hat.


    Amerika 1931: Jacobs Leben ist ein Scherbenhaufen. Kurz vor seinem Examen zum Tierarzt verunglücken seine Eltern. Und da die schwere Rezession auch bei ihnen nicht spurlos vorbei gegangen ist, hat die Bank auch schon das Elternhaus gepfändet. Während des Examens verlässt er die Uni und sein zielloser Weg führt zu Bahngleisen, an dem ein Zirkus vorbei fährt.


    Er springt auf und kann dort anheuern – für wenig bis gar kein Geld. Die Atmosphäre und der rohe Überlebenskampf der Menschen und des Zirkus‘ faszinieren und stoßen ihn gleichermaßen ab. Trotz seiner Beteuerungen, eben noch kein richtiger Tierarzt zu sein, wird er als solcher eingestellt und kümmert sich fortan um die Tiere, die alle exotischen Bereiche abdecken.


    Doch als er Marlena, eine Artistin auf Zirkuspferden, kennenlernt, ist es um ihn geschehen. Aber sie ist verheiratet, mit dem brutalen und despotischen August, dem Stallmeister. Trotz der Gefahr zieht es ihn magisch zu ihr hin und auch sie scheint ihm nicht abgeneigt.


    Als August eines Tages einen scheinbar dummen Zirkus-Elefanten namens Rosie ergattern kann, steht nicht nur die Existenz des Zirkus auf dem Spiel. August scheint mehr und mehr die Kontrolle über sich zu verlieren und erkennt, das Jacob ein ernstzunehmender Nebenbuhler ist.


    Mein Fazit:


    Hätte ich den Film nicht gesehen, wäre ich nie auf die Idee gekommen, das Buch dazu zu lesen. Als es schließlich im Angebot war, schlug ich zu und ich bereue es nicht eine Sekunde.


    Jacob, der zwischen zwei Zeitebenen wechselt, erzählt die Geschichte aus seiner Sicht und lässt dabei viel Humor und Selbstironie erkennen. Er ist inzwischen im Altersheim, seine Frau ist nach über 60 gemeinsamen Ehejahren verstorben und die fünf Kinder führen längst ihr eigenes Leben und haben Kinder und Enkelkinder. Sein Alltag im Heim ist trist und ohne besondere Höhepunkte. Er vermisst nicht nur die körperliche Vitalität, sondern auch das normale Essen. Als schließlich im Park des Heims ein Zirkus sein Zelt aufbaut, ist es jedoch um ihn geschehen. Er beginnt sich zu erinnern, wie seine Lebensreise mit dem Zirkus begann, in einer Zeit, als sein Leben völlig aus den Fugen geraten ist.


    Jacob ist noch jung, unerfahren und mit 23 Jahren noch eine männliche Jungfrau. Diese Tatsache bringt ihm im rauen Leben des Zirkus‘ so manche peinliche Situation, aber er lernt auf ziemlich brutale Art, was Freundschaft und Fürsorge füreinander bedeutet. Trotz aller Frotzeleien und der anstrengenden Arbeit entstehen tiefe Bindungen. Sein Herz jedoch hat er an Marlena verloren, der Frau des Stallmeisters. August ist unberechenbar und ein Mensch mit mindestens zwei Gesichtern. Sehr schnell merkt Jacob, das Marlena nicht wirklich glücklich mit diesem Mann ist, der so erheblich älter ist als sie. Trotz aller Gefühle halten sich Jacob und Marlena zurück, die nahende Katastrophe kann dennoch nicht aufgehalten werden, denn natürlich bleiben die Gefühle nicht unbemerkt.


    Der Titel suggeriert, dass ein Elefant die Hauptrolle in dieser Geschichte spielt. Dem ist jedoch nicht so, was aber meiner Meinung nach auch nicht so schlimm ist. Denn eigentlich ist Marlena der heimliche Star dieser Geschichte. Auch wenn sie sich gelegentlich wie eine Diva aufführt (aber nur ein bisschen), so ist sie eine sympathische Figur, die es an der Seite ihres Mannes nicht leicht hat. Jacob ist zwar naiv und unerfahren, aber er hat das Herz auf dem rechten Fleck und respektiert die Menschen. Und seine Liebe zu Tieren macht ihn für mich sehr sympathisch. Er schlägt sich durch, ignoriert die Armut und den Dreck und versucht seinem Leben einen Sinn zu geben.


    Die Atmosphäre der damaligen Zeit, die Armut, Prohibition und die Abenteuer, die man mit dem Zirkus gelegentlich erlebte, wurde sehr gut eingefangen. Die sozialen Missstände wurden gut ausgearbeitet. Viele ertrugen ihre Situation nur mit Alkohol, was andererseits auch fatal war, denn durch die Prohibition wurde gepanschter Schnaps getrunken, was zu erheblichen gesundheitlichen Schäden führen konnte. Ein Teufelskreislaus, aus dem es vielfach keinen Ausweg gab.


    Mich hat die Geschichte mitgenommen und bewegt. Beim Lesen hatte ich immer wieder die eine oder andere Szene aus dem Film im Sinn, aber vieles hatte ich auch wieder vergessen. Das Buch begeisterte mich von der ersten Seite und ließ mich ein paar Tage nicht wirklich los. Faszinierte fünf Sterne und eine klare Lese-Empfehlung von mir.


    Anmerkung: Ich habe es als eBook gelesen.

    Inhaltsangabe:


    Berlin 1870: Paul von Gerlau, stolzer Preuße und Arzt, will gerade seiner Herzensdame Madeleine Tellier, eine aus Metz stammende Französin, einen offiziellen Heiratsantrag machen und mit ihr Verlobung feiern, als er seinen Einberufungsbefehl erhält. Er muss sofort aufbrechen. Es bleibt nur noch Zeit für ein paar geflüsterte Worte.


    Frankreich hat dem Norddeutschen Bund den Krieg erklärt, da der französische Kaiser sonst befürchtet, im Erbfolgestreit um den spanischen Thron das Nachsehen zu haben. Alles, was die französische Armee zu bieten hat, wird in die Waagschale geworfen.


    Madeleine und ihr Vater reisen sofort nach Metz ab, doch es ist schon fast zu spät. Ihr Vater erliegt einem Herzinfarkt und nur mit Mühe kann Madeleine das Elternhaus erreichen. Ihre Mutter Clotilde, eine aufrichtige und überzeugte Aristokratie-Anhängerin, blendet den Krieg und die bevorstehende Belagerung der Stadt aus.


    Aber auch die Algerier Djamila undKarim und Madeleines Bruder Clement machen ihre furchtbaren Erfahrungen in dem Krieg, den das Volk so nicht gewollt, aber am meisten darunter zu leiden hat.


    Mein Fazit:

    Auf diesen Roman hat man so lange warten müssen. Und da ich die Autorin schon lange als Bloggerin begleite und sehr schätze, habe ich mich natürlich darauf gefreut.


    Was in jedem Fall immer wieder zu spüren ist: Maria W. Peter hat ein sehr persönliches Werk geschrieben (das gibt sie ja auch im Nachwort an). Sie hat sehr gründlich recherchiert und viele Einzelheiten in die Geschichte eingebaut. Auf jeder Seite ist deutlich die Liebe zum Land Frankreich, zur Stadt Metz und den dort lebenden Menschen zu lesen. Es war ihr ein Herzensanliegen, über die damaligen Verwicklungen zu schreiben und für diese gründliche Arbeit und Erzählung kann man sie nur bewundern. Pünktlich zum 150.ten Geburtstag dieser Ereignisse ist der Roman erschienen.


    Jetzt kommt leider mein großes Aber: Es ist nicht mein erstes Buch mit Kriegshandlungen. In der Regel stört es mich nicht, wenn das Verhältnis zur übrigen Geschichte ausgewogen ist. Ich kann es nicht genau beziffern, aber in diesem vorliegenden Fall ist es ein deutliches Missverhältnis. Es macht mir auch nichts aus, dass es sehr brutal war (das war es nun mal damals). Aber manchmal hatte ich das Gefühl, auf jeder zweiten Seite von den grausigen Taten zu lesen. Die intensiven Kampfhandlungen haben mich angestrengt, so dass ich oft nur wenige Seiten schaffte. Es wurde etwas besser, als der französische Kaiser kapitulierte und ins Exil ging. Da gewann die Geschichte ein wenig an Fahrt.


    Ich habe schon einige Rezensionen zu diesem Buch überflogen und sie waren alle durchweg positiv. Ich bedaure außerordentlich, dass ich wohl eine große Ausnahme bin und keine fünf-Sterne-Bewertung gebe. Das war mir eindeutig zu viel Krieg und Gemetzel (zumindest die intensiven Schilderungen davon), auch wenn das sicher eine Berechtigung hat und den Tatsachen entspricht.


    Die in den Vordergrund gestellten Figuren waren alle sympathisch und ich konnte mich mit ihnen identifizieren. Außer Madeleine, die kam mir manchmal wie ein störrischer Esel vor. Ihr Handeln grenzte zum Teil an Selbstaufgabe, das war mir dann auch ein bisschen viel.


    Eine Geschichte, die mich mit gemischten Gefühlen zurück lässt und ich zögere mit den Empfehlungen, obwohl die Recherche dazu außerordentlich fundiert und detailreich ist. Sehr schade, aber es ist mir nur drei Sterne wert.

    Inhaltsangabe:


    Hallie Donovan und Josh Butler begegnen sich erstmalig an einem See, wo sie beide Urlaub machen. Hallie ist ein bekanntes Model, doch nach der Heirat mit ihrem Ex-Mann verschwand sie von der Bildfläche. Josh Butler hingegen gehört die Firma, für die Hallie Donovan mal gemodelt hat. Beruflich ist er auf der erfolgreichen Seite, doch privat kämpft er mit elementaren Problemen, sein Vater versinkt in Trauer und sein Bruder in Alkohol.


    Als beide sich kennen lernen, wissen sie sofort, das eine Anziehungskraft da ist. Und doch geben sie sich als die geborenen Einzelkämpfer aus. Hallie will ihre Freiheit nicht verlieren und Josh will niemanden belasten. Haben sie tatsächlich eine Chance?


    Mein Fazit:


    Peggy Webb schreibt sonst grandiose Bücher. Ich weiß nicht, was mit dieser Geschichte ist. Die Handlung ansich ist nicht schlecht, aber irgendwie auch unglaubwürdig. Der Held vor allen Dingen … Bei diesem Roman wurden teilweise schwere grammatikalische Fehler begangen. Zwei Zeitformen in einem Satz, der eigentlich in einer Zeitform ist. Es gibt leider nicht viel dazu sagen, außer das ich schon etwas enttäuscht bin. Müßte ich es benoten, wäre es gerade mal ein ausreichend!


    Anmerkung: Die Rezension stammt aus September 2005.


    Das Buch gibt es im Buchhandel nicht mehr, daher kann ich auch keine ISBN liefern :(

    Inhaltsangabe:

    Zitat

    Von Argon Verlag: „Babydoll“ steht auf ihrem Bein. „Petticoat“ auf ihrer linken Hüfte. „Böse“ findet sich ganz in der Nähe. „Girl“ prangt über ihrem Herzen, „schädlich“ ist in ihr Handgelenk geritzt. Camille Preakers Körper ist übersät mit Wörtern. Wörtern, die sie sich in die Haut geritzt hat. Das letzte Wort, das sie sich einritzte, hieß „verschwinden“. Danach stellte sie sich. Den Therapeuten, aber auch ihrer Vergangenheit.

    In ihrer alten Heimatstadt Wind Gap wurden zwei Teenager entführt und ermordet. Camille Preaker soll den Fall für ihre Zeitung vor Ort recherchieren. Dabei findet sie die Dämonen ihrer Kindheit. Und die verbreiten nicht nur Angst und Schrecken, sondern töten auch…

    Mein Fazit:


    Vor dieser Rezension habe ich mich gedrückt, buchstäblich bis zur letzten Minute. 528 Minuten und mir haben kaum zehn Minuten davon gefallen. Warum ich es bis zum Schluss hörte, weiß ich nicht wirklich, vielleicht, weil ich wissen wollte, was in der kleinen merkwürdigen Stadt wirklich passiert ist.


    Wind Gap ist ein furchtbarer Ort, eine kleine Gemeinde, die von der Schweinezucht und -schlachtung lebt. Ausgerechnet Camilles Mutter gehört der Betrieb und das entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Und scheinbar haben in dieser Stadt kleine Mädchen ein erhöhtes Risiko, ernsthaft zu erkranken oder ermordet zu werden. Camille, die selbst äußerlich wie innerlich erhebliche Narben trägt und ihre innere Unruhe und Zerrissenheit stets mit Alkohol betäubt, ist die Älteste von drei Mädchen, unehelich geboren und von ihrer Mutter nie geliebt worden. Die mittlere, Mary Anne, verstarb vor einigen Jahren und diesen Verlust trägt die Familie wie ein Mantra vor sich her. Die jüngste der drei, Emma, ist mit ihren 13 Jahren ein verdorbenes Früchtchen und hat mehrere Gesichter. Sie kann bei ihrer Mutter die Unschuld vom Lande spielen und an anderen Orten schmeißt sie sich Drogen ein.


    Aber auch die anderen Figuren haben irgendwie eine deutliche Macke, in der Stadt gibt es kaum einen normalen Menschen, somit hat mich die Geschichte immer wieder abgestoßen. Camille erzählt die Geschichte aus ihrer Perspektive und sie fand ich auch nicht sympathisch. Auch sie hat ein Alkoholproblem, wie viele andere auch und sie ist sich dessen durchaus bewusst. Die Lieblosigkeit der Mutter ihr gegenüber hat sie für ihr Leben gezeichnet.


    Die Stimme von Christiane Marx ist angenehm zu hören, da kann ich nicht meckern. Sie hat einfach ihr Bestes gegeben und es an den richtigen Stellen entsprechend betont.


    Das Ende der Geschichte habe ich so nicht erwartet, das ist der einzige Pluspunkt daran. Für mich ist es ein zwei Sterne-Hörbuch, welches ich nicht empfehlen kann. Schade, der Plot klang echt interessant.

    Inhaltsangabe:


    Gwendolyn ist untröstlich. Gerade hat Gideon, mit dem sie immer durch die Zeit springen muss, um irgendein Vermächtnis der „Wächter“ zu verwirklichen, ihr gesagt, das seine Liebe nur gespielt war. Dabei hat er sie doch gerade erst geküsst.


    Nichts desto trotz muss sie mit ihm weiter durch die Zeit springen, auch wenn sie ihm eigentlich an die Gurgel gehen möchte. Der Chronograf ist fast vollständig und der Graf von St. Germain, der Gründer dieser Geheim-Organisation, drängt darauf, das nun das Vermächtnis vollendet wird.


    Aber Gideon ist auf Ungereimtheiten gestoßen und er befürchtet, das dort etwas geschieht, was er nicht will – nämlich, das Gwendolyn geopfert werden soll.


    Ein weiteres spannendes Abenteuer steht den jungen Leuten bevor …


    Mein Fazit:


    Lang erwartet ist das Band und doch bin ich ein wenig traurig im Herzen. Während man bei Harry Potter erst nach sieben Bänden Abschied nehmen muss, geschieht es hier schon nach dem dritten Band.


    Aber vielleicht ist die Geschichte um Gwendolyn und Gideon gerade deswegen so bittersüß! Es empfiehlt sich jedenfalls, kurz noch einmal in den Vorgängerband reinzuschauen, denn Smaragdgrün schließt nahtlos dort an. Zwar hat die Autorin an der einen oder anderen Stelle noch mal kurze Erklärungen eingeschoben, aber insgesamt kann es schon etwas verwirrend sein, zumindest am Anfang.


    Doch schon bald ist man in der Geschichte drin und es ist temporeich. Die Figuren sind einem wie immer ans Herz gewachsen und die Abenteuer sind gefährlich und spannend, aber alles findet letztendlich eine Erklärung. Ganz toll fand ich die Begegnungen zwischen Gwenny und ihrem Opa. Geschickt eingefädelt und es bringt einiges Licht ins Dunkel.


    Toll war auch wieder Leslie, die treueste Freundin, die man sich denken und wünschen kann. Sie unterstützt Gwenny in allem, was sie tun muss und kämpft für sie wie eine Löwin. So sehr, das sie sogar auf ihre eigene Liebe (wenn auch nur kurz) verzichten will.


    Insgesamt ein toller Abschluss, der ein lachendes und ein weinendes Auge zurücklässt. Das Buch bekommt 5 von 5 Sternchen von mir.

    Anmerkung: Die Rezension stammt aus Dezember 2010!

    Inhaltsangabe:


    Nach dem Tod ihres Mannes Trav hat die ausgebildete Hebamme Tess Hartsong ihr gesamtes Hab und Gut verkauft und hat sich eine kleine Hütte am Runaway Mountain in Tennessee gekauft. In der Einsamkeit der Berge will sie ihre Trauer verarbeiten und wenn sie es nicht mehr aushält, tanzt sie dazu.


    Ian North, der Vierte, hat sich ebenfalls in die Berge zurückgezogen, um wieder zur Kunst zu finden. Der berühmte Street Art Künstler hat den Weg in sein Inneres verloren und erhofft sich in der Einsamkeit neue Inspiration. Aus reiner Freundschaft heraus hat er seine frühere Lebensretterin Bianca mitgenommen, die allerdings schon bald ihr Baby erwartet.


    Tess und Ian machen durch die laute Musik ihre erst unrühmliche Bekanntschaft. Und nur durch Biancas Sanftmut und Zustand eskaliert die Situation nicht weiter. Allerdings wird ihre Bekanntschaft auf ungewöhnliche Weise vertieft, als bei einem Sturm die Wehen einsetzen und die kleine Wren viel zu früh geboren wird.


    Bianca verstirbt unerwartet, ohne das Tess es verhindern kann. Ian sorgt dafür, dass Wren nicht allein im Krankenhaus ist, da er Tess als Kindermädchen engagiert. Aber dann verschwindet er. Wird Ian sich doch noch dem kleinen süßen Mädchen annehmen? Was wird aus ihr? Kann sie in der kleinen Stadt Tempest, nach allem, was geschehen ist, noch bleiben?


    Mein Fazit:


    Hach, eine wunderbare Geschichte!


    Das beginnt ja alles so völlig harmlos und unschuldig. Zwei Menschen treffen aufeinander und es fliegen die Fetzen. Herrlich, so entsteht Liebe! Gott sei Dank wird es den Figuren und auch mir als Leserin nicht immer leicht gemacht, das wirklich zu erkennen.


    Während mein Herz schnell für Tess (und später für die kleine Wren) schlug, blieb Ian North, der Vierte, mir lange Zeit ein Rätsel. Denn eigentlich hat er ja ein gutes Herz, nur konnte er es nicht immer so zeigen. In seiner Kindheit erfährt er brutale Gewalterfahrung, da hilft es auch nicht, dass seine Familie stinkreich ist. Sein Wesen schreit danach, die Gefühle zu transportieren, der in sich fühlt und die Spraydose wird sein ständiger Begleiter. Ian North kam mit dem Gesetz in Konflikt, wurde enterbt und rutschte in die Drogensucht ab. Er hat buchstäblich am Abgrund gestanden und nur damit ist seine zur Schau gestellte Gefühlskälte zu erklären.


    Und er macht lange Zeit den Eindruck, als wolle er sich der Verantwortung entziehen. Aber Tess mit ihrem Beschützerinstinkt für das kleine Wesen und ihre Verantwortung für ihre Mitmenschen machen sie sympathischer und Ian zu einem emotionalen Scheusal. Ja, das muss einfach mal gesagt werden.


    Doch Wren lehrt sie beide eines Besseren. Das kleine Mädchen verändert das Leben aller Beteiligten, und dafür brauchte sie nichts weiter tun als da sein und atmen. Alle Figuren, so verschroben sie auch sind, entwickeln sich weiter und konnten mich um den kleinen Finger wickeln. Kleine überraschende Wendungen nehmen der Geschichte die Vorsehbarkeit. Damit blieb es bis zum Ende spannend.


    Ein wunderbares Buch über das Leben und die Liebe und wie man emotionale Narben pflegt, ohne dabei andere Menschen vor den Kopf zu stoßen. Ich habe es von der ersten bis zur letzten Seite genossen und wurde wunderbar unterhalten. Die Dialoge sind einfach spritzig und fetzig, ich wünschte, mir würden manchmal solch‘ intelligente Antworten einfallen.


    Fünf Sterne und eine klare Lese-Empfehlung.

    Inhaltsangabe:


    2017: Die 39jährige Lilith kann sich nicht binden. Ihr Herz gehört Robert, der meist nie lange bleibt und doch bittet er sie um etwas Unmögliches: Sie soll sich um sein Kind kümmern, das er in einer Nacht mit ihrer Cousine gezeugt hat. Seine Frau käme mit dem Kind nicht klar und da die Cousine inzwischen verstorben ist, bliebe nur noch sie.


    Sie lehnt es vorerst ab und bespricht es mit ihrer Mutter Ana. Zu ihr hat Lilith seit jeher ein distanziertes Verhältnis. Anas Leben ist auf Sicherheit aufgebaut und als Richterin sorgte sie stets gut für ihre Tochter. Doch was wirklich in ihrem Herzen schlummert, erfährt Lilith, als sie gemeinsam nach Breslau fahren, der Heimat von Käthe –Liliths Oma und Anas Mutter!


    Anfang 1945: Käthe und die beiden Töchter Ana und Leni leben in Breslau. Ludwig ist im Krieg in Italien. Die Ostfront kommt immer näher und somit auch die Flucht. Schon fast zu spät kommen sie noch mit dem letzten Zug aus Breslau heraus. Doch die Reise, unter bitterster Kälte und größtem Hunger, fordert von allen Familienmitgliedern einen hohen Preis. Die seelischen Verletzungen reichen bis in die Gegenwart.


    Auf der gemeinsamen Reise von Mutter und Tochter erfahren sie einander, was sie vorher nicht gekannt hatten. Lilith lernt nicht nur ihre Mutter neu kennen, sondern erfährt auch noch von grausamen Dingen, die damals in Breslau und auf der Flucht vor der russischen Armee passierten. Kann sie das in ihrer Entscheidung beeinflussen? Sind das die Gründe, warum sie nie wirklich Zugang zu ihrer Mutter gefunden hatte?


    Mein Fazit:


    Und wieder wurde ein dunkles Kapitel beschrieben. Ja, man hörte von den Grausamkeiten, die die russischen Soldaten damals machten. Es wurde leise oder hinter vorgehaltener Hand davon berichtet. Meine Schwiegereltern, beide aus Schlesien, haben beharrlich über den Krieg geschwiegen und wenn, dann nur von schönen Dinge erzählt.


    Vor einigen Jahren las ich ein Sachbuch über die Kinder der Kriegskinder, eben diese Nebelkinder, wo zwar nicht von den Kriegsverbrechen in Details erzählt wurde, aber von dessen Folgen, die bis in die zweite oder gar dritte Generation reichten. Eisiges Schweigen und stets das Bedürfnis, die schrecklichen Dinge hinter sich zu lassen und mit Fleiß und Entschlossenheit ein neues Leben aufzubauen. Was mich auch heute noch erschüttert: Obwohl die Flüchtlinge allesamt Deutsche waren, wurden sie wie Fremde behandelt. Man pferchte sie in Lager ein oder sie bekamen sinnbildlich nur den letzten Krumen Brot. Vorher haben sich die „Einheimischen“ den Bauch vollgeschlagen.


    Käthe, Ana und Lilith tragen den Krieg noch unbewusst in sich. Es ist gerade für Lilith so tragisch, denn sie wächst in Wohlstand und Freiheit auf, kann sich also überhaupt nicht vorstellen, was ihre Mutter als junges Mädchen oder ihre Großmutter als junge hübsche Frau mit zwei Kindern erdulden musste, nur um die zu schützen, die sie liebte. Selbst die eigenen Landsleute haben sich da nicht mit Ruhm bekleckert und die Situation schamlos ausgenutzt.


    Gelegentlich gab es auch Lichtblicke in der Geschichte, die auf drei Zeitebenen spielt und doch in einem Ende gipfelt, nämlich der gemeinsamen Reise von Ana und Lilith. Mit allen drei Frauen konnte ich warm werden, selbst mit Käthe, die nach dem Krieg nie wieder richtig glücklich wurde. Wen wundert es, wenn man die Geschichte liest? Dennoch hat es auch sehr viel Menschlichkeit und birgt Anteilnahme.


    Es ist spannend, schockierend, aufwühlend und nachdenklich stimmend geschrieben. Auch jetzt, ein paar Tage nach dem Ende des Lesens, wandern meine Gedanken zu dem zurück, was zwar eine fiktive Geschichte ist, aber exemplarisch für Millionen von echten Geschichten steht. Es ist deutlich zu spüren, dass es der Autorin ein Herzensanliegen war. Denn ein bisschen steckt auch von ihr drin. Auch wenn die Opfer dieser Grausamkeiten es verständlicherweise anders sehen, aber genau diese Geschichten müssen erzählt werden, damit alte Strukturen aufbrechen und die junge Generation(en) freier leben können. Die Lasten wiegen ansonsten zu schwer.


    Fünf bewegte Sterne und eine klare Lese-Empfehlung spreche ich aus, gerne auch für den Schulunterricht für die oberen Jahrgangsstufen.

    Inhaltsangabe:


    Die alleinerziehende Niederländerin Liv van Geeren hat eine kleine Erbschaft gemacht. Das nutzt sie, um ein kleines Geschäft für selbstkreierte Düfte und Seifen zu eröffnen. Allerdings, so lautet es im Testament von ihrer Tante Wimmi, soll es in Köln-Ehrenfeld sein.


    Liv fügt sich dem und öffnet ihr Göttliches Düftchen. Bei den jüngeren und älteren Kundinnen, seltener ein Kunde, kommt das Geschäft gut an. Und sie findet sofort Anschluss. Aber es gibt auch Menschen, die sie gar nicht gerne in Köln sehen, so auch eine alte Dame, die völlig verwirrt scheint und in ihr eine Frau sieht, die Liv nicht kennt und die scheinbar bis ans Lebensende verflucht wurde. Es geht sogar so weit, dass man einen Buttersäure-Anschlag auf ihr Geschäft verübt! Jan, ein junger Mann mit vielen Talenten, erzählt ihr einiges über die Geschichte Kölns und ganz langsam kommt sie dem Geheimnis um ihre Person näher.


    Köln, 1940-1944: Nelli Voss lebt mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Martin in Köln. Tagsüber arbeitet sie bei 4711 im Büro, abends hilft sie ihrer Mutter in der Schänke aus. Martin steht kurz vor seiner Ausbildung zum Schreiner. Obwohl sie schon 23 Jahre alt ist, kann sie sich nicht dazu durchringen zu heiraten. Denn ihr Herz gehört dem Vikan Benedikt. Sie weiß, es ist eine verbotene Liebe. Aber sie kämpft um ihre Liebe. Der Krieg allerdings macht es den Menschen nicht leichter. Menschen verschwinden, es herrscht Hunger und Nacht für Nacht fallen die Bomben auf die Stadt. Einzig Benedikt ist ihr Licht am Ende des Tunnels, aber wird er sich zu ihrer Liebe bekennen?


    Mein Fazit:


    Teresa Simon hat uns dieses Mal in das Reich der Düfte entführt – und in die berühmte Rhein-Metropole mit dem beeindruckenden Dom.

    Die Autorin eine Atmosphäre aufgebaut, wo ich mich zur damaligen wie heutigen Zeit sehr wohl fühlte, ja, ich konnte es beinahe körperlich spüren. Als würde ich es kennen. Allerdings muss ich gestehen, dass ich noch nie in Köln war und daher nur ein paar Bilder aus den allgemeinen Medien im Sinn habe!


    Jede Stadt hat so ihre eigenen Geschichten aus der NS-Zeit. In Köln sind es die Edelweißpiraten. Jugendliche, die der Diktatur auf ihre eigene Art und Weise sprichwörtlich die Zunge rausstreckten. Wurden sie dabei allerdings erwischt, drohte unter Umständen sogar die standrechtliche Erschießung. Dies hat die Autorin geschickt in ihre Geschichte mit eingebunden.


    Und natürlich ist da noch der Dom, der als Sinnbild für die Macht der Kirche steht. Die katholischen Geistlichen müssen das Zölibat einhalten, dürfen keine Familien gründen, bis heute. Ich persönlich finde diese Regel grausam, diskriminierend und menschenverachtend. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott so etwas von seinen Predigern wirklich gefordert hätte. Und passiert es doch, dass sich ein Geistlicher verliebt, ist er ständig in einem inneren Zwiespalt. Diese Qualen unterstreichen meine Haltung zu diesem Thema noch.


    Die Erzählstränge wechseln sich ab und die Mischung ist genau richtig. Auch hat die Autorin dieses Mal auf komplizierte Verwandtschaftsverhältnisse verzichtet, so dass man nicht lange überlegen muss, wie die Generationen dann weitergingen. Wie die Geschichte zwischen Nelli und Benedikt endet, wird tatsächlich erst kurz vor dem Ende klar und das ist schon sehr tragisch. Den Vergangenheitsstrang empfand ich als deutlich spannender! Die Figuren haben Tiefgang und Persönlichkeit, einzig Jan (in der Gegenwart) blieb mir manchmal ein bisschen zu blass. Er hätte ruhig ein bisschen deutlicher in Erscheinung treten können.


    Alles in allem ist eine mitreißende Geschichte mit historischen Fakten und deren Folgen bis in die Gegenwart. Aber auch die Liebesgeschichte hat mich sehr bewegt. Eine wunderbare Lektüre, die definitiv nicht so schnell vergessen wird. Fünf Sterne und eine klare Lese-Empfehlung.