Beiträge von Yael

    Ein wirklich schöner Thread!


    Ich weiß gar nicht genau, ob Leseleidenschaft vererbt werden kann. Meine Eltern waren begeisterte Leser, und mein Vater hatte bis vor kurzem sogar noch seine alten Käpt. Konny-Bücher und die üblichen Klassiker für Jungs (Robert Louis Stevenson und Jack London). Ein paar Lieblingsbücher meiner Mutter habe ich heute noch, z.b. Gwen Bristow und Pearl S. Buck. In unserem Wohnzimmer gab es Regale voller Bücher, doch da meine Eltern berufstätig waren, lasen sie später meist nur im Urlaub, und die ollen Schinken (oft auch Bertelsmann-Lesekreisausgaben), haben wir auf diversen Flohmärkten verhökert. Es gibt ein Foto von meinem Vater, ein Buch in der Hand und mich schlafend auf dem Bauch. :D Natürlich wurde auch vorgelesen.


    Mit dem Lesen habe ich mich anfangs schwer getan. Geschichten erfinden war toll, lesen eher anstrengend, Ich weiß noch, dass ich mit meiner Mutter oder Oma oft brütend über "Nessie" im Esszimmer saß, um zu üben, und mich insgeheim ein bisschen geärgert habe, nicht mit den anderen Kindern draußen spielen zu können. Aber als es dann klappte, war das wie ein Tor zur Zauberwelt. Meine Eltern haben meine aufflammende Leseleidenschaft unterstützt, indem sie einen Buchlieferservice abonnierten, bei dem man Bücher zur Probe bekam und die, die gefielen, kaufen konnte. Ich glaube, ich war das Kind mit den meisten Büchern in meiner Klasse.


    Mein Opa mütterlicherseits hatte ebenfalls einen Buch-Lieferservice, und meine Oma hat gern die ReadersDigest gelesen. Von meinem Onkel habe ich sämtliche Karl May-Ausgaben verschlungen, die er mir dann nach und nach zu besonderen Anlässen geschenkt hat. Ich glaube, wir sind insgesamt eine recht "belesene" Familie. :wink:


    Ich mag Steampunk. Zwar kenne ich nicht die Genre-Klassiker, die es anscheinend gibt, aber als Hybrid-Genre hat es für mich durchaus seinen Reiz. Das liegt vor allem daran, dass man als Autor eine völlig neue und abgedrehte Welt erschaffen kann, in der Gesetzmäßigkeiten außer Kraft gesetzt sind und neue Regeln gelten, die in einer "realen" Welt nicht existieren, und der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Auch das Vermischen von Zukunft und Vergangenheit finde ich interessant. Gelesen habe ich vor allem Gay Romance mit dem Subgenre Steampunk. Und es hat mich sehr gut unterhalten.

    Dabei finde ich Bibliotheken, den Zauber den ich damit verbinde und das Aroma so klasse...

    Aber mit den heutigen Möglichkeiten und der allgemeinen Digitalisierung?

    Das könnte von mir sein. :) Als Kind war ich oft in der Bücherei, die mir damals riesig vorkam (und es auch war). Ich mochte den staubigen Kartongeruch dort und die alten Schinken und erinnere mich auch, dass ich Stunden darin mit Freundinnen verbracht habe - ein Nachmittag in der Bücherei gehörte zu unserem Clubprogramm. Auch der Archivar war ein sehr netter Herrr, der uns mit Namen begrüßt hat. Keiner von uns wurde es dort langweilig, und jede nahm später einen Stapel Bücher mit nach Hause. Leider musste die Bibliothek vor ein paar Jahren in ein kleineres Gebäude umsiedeln und setzt nun hauptsächlich auf digitale Medien und Neuerscheinungen, die bald wieder verschwinden. Seitdem bin ich kein Mitglied mehr. Aber der Duft der Bücherei begleitet mich wohl mein Leben lang (ich bin sonst nicht so sentimental, und trotzdem ist das eine besondere und schöne Erinnerung).

    Gerne! Du kannst dich auch mal durch diesen Thread wühlen, da geht es um Bücher mit weniger explizitem Inhalt, und es sind interessante Diskussionen zum Thema entstanden. Allerdings ist der Großteil der Romane (bisher) in Englisch. Vielleicht wäre das mal die Gelegenheit, den Thread mit deutschen Titeln wiederzubeleben.

    Als eine der genannten AutorInnen (danke für dein Interesse! :friends:) möchte ich gern auf deine Anfrage antworten. Ich denke, es gibt viele Unterschiede im Bereich des Genres. Einige Bücher handeln von der Anziehungskraft zwischen zwei Männern/Frauen, die kaum oder nur wenig über eine tiefe Freundschaft hinausgeht und die wenig ausführliche Erotikszenen beinhalten. Nach meiner Erfahrung sind das die mit den meisten Lesern. Gelesen habe ich von deinen Beispielen C.S. Pacat und S.Y. Blank - beide finde ich toll, denn sie erzählen originelle und spannende Geschichten, legen aber auch Wert auf einen niveauvollen Stil, wenn es "ans Eingemachte geht", und das nicht zu knapp.


    Ich habe selbst ziemlich viele Gay Geschichten gelesen, wurde da aber auf dem deutschen Markt nicht so wirklich fündig. Oft ist mir die Sprache zu salopp oder die Geschichten sind zu ähnlich. Empfehlen kann ich dennoch "Eine Ahnung von Pan" von Jobst Mahrenholz. Es ist kein Fantasy, aber der Autor schreibt sehr schön, anschaulich und ohne großen Knalleffekt. Es lohnt sich, ihn zu entdecken.

    2018 war mein "Artus"-Jahr. Ich habe den britischen "Wunderkönig" für mich entdeckt und viele verschiedene Romane über ihn gelesen. Es fällt mir daher ein bisschen schwer, mein Highlight herauszupicken, aber vermutlich war es "Der Falke des Lichts" von Gillian Bradshaw. Mir gefiel vor allem die Erzählperspektive von Gawain ap Lot, dem späteren Tafelritter, die Geschichte seiner Herkunft und wie er sich einen Platz an Artus' Seite sichert trotz der Widrigkeiten und Artus' anfänglicher und auch nachvollziehbarer Weigerung, ihn aufzunehmen.


    Auch "Mordred, Sohn des Artus" von Nancy Springer hat mir gut gefallen. Obwohl ich nicht allzu viel Zeit zum Lesen mehr finde, fasziniert mich Artus nach wie vor, und ich freue mich darauf, mehr Bücher über das Thema zu lesen!

    Es gibt da einen alten Film, der sich wohl ziemlich genau an die Original-Illustrationen gehalten hat. Ich kenne ihn als Serie, habe aber leider nur noch den Soundtrack gefunden, der sofort Kindheitserinnerungen geweckt hat. Ich fand ihn als kleiner Fernsehzuschauer erstaunlich und auch ziemlich unheimlich. Ich weiß noch, dass ich ihn nie alleine gucken wollte, obwohl mich die Holzpuppe fasziniert hat. Kein Vergleich mit Disney und Animé. :wink: Soundtrack Pinocchio

    So kehrt das Buch nun zwanzig (!) Jahre nach dem Verschenken in die Familie zurück! (Verlinken ist leider nicht möglich; darum poste ich Fotos.) :loool:

    Unglaublicher Zufall. Ich hatte ehrlich gesagt, Gänsehaut beim Lesen. So was glaubt, doch kein Mensch.:thumleft:

    Ja, das war wirklich unglaublich! Vor allem, wenn man sich die riesige Halle voll mit Büchern vorstellt. Es ist kein Flohmarkt im eigentlichen Sinn, sondern eine karitative Verantstaltung, die jedes Jahr am ersten Advent stattfindet.

    Mir ist letztes Wochenende etwas sehr Lustiges passiert: auf dem hiesigen Weihnachtsflohmarkt habe ich eine Jubiläumsausgabe mit zwei König Artus-Erzählungen gefunden und sie gekauft. Am nächsten Tag habe ich die erste Seite aufgeschlagen und gestutzt, bis mir klar wurde, dass ich die Beschenkte in der Widmung kenne und auch denjenigen, der sie geschrieben hat. So kehrt das Buch nun zwanzig (!) Jahre nach dem Verschenken in die Familie zurück! (Verlinken ist leider nicht möglich; darum poste ich Fotos.) :loool:

    Ich habe ein Zitat gefunden, das mich sehr berührt hat, weil es so viel Wahrheit enthält.


    "Man sollte immer versuchen alle Sachen, auch die gewöhnlichsten, die ganz selbstverständlich da zu sein scheinen, mit neuen, erstaunten Augen, wie zum ersten Mal zu sehen. Dadurch gewinnen sie ihre Erstaunlichkeit zurück, die im Selbstverständlichen eingeschlafen war, und die Welt bleibt frisch; sonst aber schläft alles ein, Leben, Freude und Staunen."


    aus: Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

    Thomas Mann

    Jüngste Aufräumarbeiten haben einige meiner frühen Testexemplare zutage gebracht. Es sind Bücher, die ich zwecks Korrektur habe drucken lassen. Obwohl die Ausgabe von "Fairlight" quasi eine Rohfassung ist und mittlerweile ein - wie ich finde - ansprechenderes Cover hat , bringe ich es nicht übers Herz, sie wegzuwerfen. Vielleicht findet sich unter euch jemand, der Interesse an einer düsteren Familiengeschichte hat, in der es hauptsächlich um Männer geht.


    Ich verschicke das Buch innerhalb Deutschlands umsonst und lege eine Karte der original Flower Fairy-Zeichnungen von Mary C. Barker bei. Bei Interesse meldet euch hier im Thread oder kontaktiert mich über PN.

    Danke für die ausführliche Rezension! Da ich mich selbst seit einiger Zeit mit dem Thema beschäftige und es auch in manchen TV-Serien gut umgesetzt fand (Beispiele House MD und Hannibal), ist mir das Buch schon ein paar Mal über den Weg gelaufen.


    Bisher war ich Büchern mit diesem Thema gegenüber skeptisch, da man häufig entweder "Wunderkinder" im Asperger/Autisten-Spektrum erwartet oder eben jene, deren Gefühle vermeintlich verflacht sind. Wie grausam muss da die Reiztherapie gewesen sein! Ertappt sich hin und wieder nicht jeder dabei, wie einem die Flut an Eindrücken von Umwelt und Medien zu viel wird und man am liebsten einen Schalter umlegen möchte, um dem nicht mehr ausgesetzt zu sein? Es ist gut, dass man heute einen differenzierten Blickwinkel hat. Das Buch leistet dazu offenbar einen guten Beitrag. Ab auf die WL damit.

    Hallo und herzlich willkommen beim Büchertreff! :winken:


    Tja, das mit der Motivation ist so eine Sache... dein - leider recht wirrer - Beitrag klingt echt verzweifelt. ich würde allerdings vorschlagen, dass du dich erst mal weiter zum Lesen motivierst statt zum Schreiben, denn dadurch verbessern sich erfahrungsgemäß die schriftlichen Feinheiten, die deiner Anfrage leider völlig abgehen. Wenn deine Geschichten genauso fehlerhaft und konfus sind wie dieser Beitrag, haben deine zukünftigen Leser keinen Spaß daran, sie zu lesen.


    Ich möchte dir nicht zu nahe treten und kann gut verstehen, dass es dich in den Fingern juckt, eine Idee auszuarbeiten. Aber zum Schreiben gehört auch Handwerk, das du scheinbar nicht so gut beherrschst, wie du möchtest bzw. es sein sollte. Darum wäre mein Rat einfach mal entspannt zurücklehnen und ein Buch zur Hand nehmen. Man kann viel daraus lernen. :friends: