Beiträge von Yael

    Auf meinem Blog gibt es bis zum 19. Juni ein Gewinnspiel, bei dem ich einen Roman nach Wahl verlose. Wer mitmachen möchte, klickt einfach auf den Link und erfährt dann Näheres. *Gewinnspiel*


    Ich freue mich über jeden Teilnehmer. :D

    Kann es sein, dass dieser Thread auch einen gewissen Zeitgeist widerspiegelt, der mit der Wertschätzung von Sprache zu tun hat?


    Ich möchte weder mich noch andere als pingelig bezeichen, die gravierende bzw. gehäufte Fehler oder Umgangssprache / Dialekt in Romanen nervt. Das hat nichts mit Herablassung oder Beurteilung zu tun. Im täglichen Leben sieht das freilich anders aus, da redet wohl fast jeder so, wie ihm der Schnabel gewachsen ist und wird in der Regel vom Großteil verstanden. Aber wie viele hier finde ich es wichtig und auch nicht zu viel Mühe, Sprache in Schriftmedien so zu verwenden, dass sie für jeden gut verständlich ist und ein Maß an Respekt dem Leser und nicht zuletzt der Sprache selbst gegenüber erkennen lässt.

    Vielleicht findest du in diesem Thread noch etwas Passendes. "Zeit der Nähe", der Vorschlag von gaensebluemche , hat mich tief berührt. Ich glaube, ich habe auch eine Rezension geschrieben. Und noch etwas ist mir eingefallen. "Paperboy" habe ich zwar nur in Englisch gelesen, aber ich denke, die deutsche Übersetzung ist sehr einfühlsam.

    Hallo David und willkommen! Ich lese ebenfalls gern Bücher aus männlicher Sicht (so einfach sind die gar nicht zu finden), und würde dir "Der Kastrat" von Richard Harvell ans Herz legen. Ein tolles, tolles Buch, das sogar in der Schweiz spielt. Vom Titel lass' dich nicht abschrecken; es ist wirklich lesenswert und ungewöhnlich!


    Außerdem ist Donna Tartt bekannt für ihre psychologischen Geschichten, die sie meist aus der Sicht junger Männer schildert. Zu nennen wäre da an erster Stelle "Die geheime Geschichte". Ihr Stil ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, da ziemlich detailliert und manchmal fast behäbig. Trotzdem könnte sie in dein Suchschema passen.


    Und wenn es erotisch und etwas spukig, aber trotzdem tiefgründig sein darf, empfehle ich "Haus der Schatten" von S. Y. Blank.


    Alle Tipps haben mich auf persönlicher Basis sehr bereichert. Ich hoffe, du erhältst noch viele Empfehlungen und bedanke mich für diesen Thread, den ich mitverfolgen werde. :thumleft:

    Was macht ihr, wenn euch ein Buch vom Inhalt bzw der Story her gefällt, es aber von Fehlern nur so wimmelt? Wie bewertet ihr es dann? Also storymäßig würde ich (im Moment) 4 :bewertung1von5: geben, wieviel würdet ihr da für die Fehler abziehen?

    Das ist eine wirklich schwierige Frage. Ich selbst lese gerade die Camelot-Trilogie von Wolfgang Hohlbein und muss sagen, dass es mir da fast ähnlich geht wie dir. Die Geschichte und die Interpretation der Sage, die sich auf Eckpfeiler stützt und dabei höchst originell umgemodelt wurde, finde ich echt gut, nur leider sagen mir der unbeholfene Stil und die Flüchtigkeitsfehler so gar nicht zu. Ob ich es bewerte, weiß ich noch gar nicht. Vielleicht überlege ich es mir noch mal, wenn ich es fertig gelesen habe, denn das möchte ich schon. Angenommen, ich bleibe bei vier Sternen so wie du mit deinem Buch, dann würde ich wohl einen Stern abziehen und es auch begründen. Drei Sterne sind immer noch guter Durchschnitt.

    Ganz ehrlich, mich nervt das auch. Über einen oder zwei kann ich evtl. hinwegsehen, aber danach schnappe ich schon nach Luft. Da ich selbst schreibe, weiß ich, dass es nahezu unmöglich ist, fehlerfreie Bücher abzuliefern - selbst bei Verlagsbüchern mit Lektorat kommt das allenthalben vor. Ich versuche deshalb, mich nicht so sehr darüber aufzuregen, was mir aber nicht leicht fällt.


    Bisweilen habe ich den Eindruck, dass in neueren Büchern weniger Wert auf Rechtschreibung gelegt wird als früher, und damit meine ich sowohl Verlagsbücher als auch Selfpublisher. Weitaus schlimmer als fantasievolle Orthografie sind für mich allerdings Inhalts- und Logikfehler und eine zum Gähnen langweilige Story, die schon zigmal da war.


    Wenn dir die Geschichte gefällt und du trotz der vielen Fehler dranbleibst, würde ich es an deiner Stelle der Autorin sagen und sie darauf hinweisen, ihr Buch noch einmal überarbeiten zu lassen, da eine mangelhafte Orthografie die Qualität ihres Romans mindert. Jeden Fehler einzeln aufspüren und ihn mitteilen würde ich nicht. Das ist Sache der Autorin, finde ich.

    Liebe Yael,


    ein bisschen offtopic, aber ich würde dir gern "Rabenkind" von Jessica Bernett empfehlen. Vielleicht passt es zu deiner aktuellen Lesestimmung. :)

    Vielen Dank für den Tipp! Ich bin ein bisschen zwiegespalten, da es um eine weibliche, sehr junge Protagonistin geht, aber ich werde mir das Buch auf jeden Fall mal anschauen.

    Immer noch lese ich gerne Romane über Artus und seine Tafelritter, und daher führt leider kein Weg an Wofgang Hohlbein vorbei, dessen Camelot-Trilogie gerade auf meiner To-do-list steht. Ich formuliere es deshalb eher skeptisch, weil meine Befürchtungen bestätigt wurden, was seinen Schreibstil bzw. den seiner Familie angeht. Ich bin nur noch dran, weil ich die Geschichte an sich interessant und originell finde, der Stil mich aber bisweilen tatsächlich aufregt. Es gibt viel zu viele Wiederholungen, ein hölzerner Satzaufbau, Rechtschreibfehler, vergessene Wörter und eine Kommasetzung, bei der sich mir die Haare sträuben. Zuerst habe ich es damit entschuldigt, dass er Jugendbücher schreibt, aber auch bei denen (und vielleicht gerade dort) sollte nicht geschludert werden m. M. nach.


    Mittlerweile quäle ich mich fast durch den zweiten Teil der Trilogie, in der Lancelot und seine Liebe zu Gwinneth im Vordergrund steht - jugendgerecht aufbereitet, möchte man meinen. Aber irgendwie kann ich mir den Erfolg des Autors nicht recht erklären, so schlecht ist der Stil der Bücher. Auf der anderen Seite gefällt mir seine Interpretation der Sage; ich möchte sie zu Ende lesen, obwohl ich eine so schlecht geschriebene Reihe mit einem anderen Thema längst abgebrochen hätte.


    Habt ihr solche Erfahrungen auch schon gemacht? Die Idee des Autors/der Autorin reizt euch, aber bald stellt ihr fest, dass sie mies umgesetzt ist bzw. euch durch Fehler nicht so unterhält wie erhofft? Falls ja, lest ihr weiter oder legt ihr das Buch beiseite? Beispiele wären auch toll.

    Ich wundere mich gerade, dass jemand Graham Norton nicht kennt - und noch mehr, dass er Schriftsteller ist! Seine Talkshows sind jedenfalls zumindest in Großbritannien legendär.


    Irgendwie klingt das nach einem Roman, den ich gern mal lesen möchte. Es wäre schön gewesen, wenn er als Autor einen männlichen Protagonisten gewählt hätte, denn die gibt es m. M. n. viel zu wenig unter der Rubrik "Familiengeheimnisse." Lustigerweise sind es ja meist Frauen, die sich mehr oder weniger unfreiwillig auf Spurensuche begeben, da hätte der gute Graham gern eine Ausnahme machen können. Trotzdem hat deine Rezi mein Interesse geweckt. :thumleft:

    Da erlaube ich mir frech ein bisschen Eigenwerbung. "Das Bildnis des Grafen" ist weniger ein Krimi als eine etwas mysteriöse Geschichte um ein Geheimnis zwischen zwei Familien in England zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Spannend ist es trotzdem und es geht auch um einen Mordfall, der jedoch schon einige Zeit zurückliegt und vom Psychologen eines traumatisierten jungen Soldaten aufgeklärt wird. Vielleicht schaust du mal rein, das würde mich freuen.

    Ich fand diesen Artikel eher befremdlich und er bringt für mich eher den Drang nach einer Zwangshandlung, als die Liebe zu einer bestimmten Beschäftigtigjng rüber. :|

    Stimmt, das tut er. Und das ist genau das, was ich an den "Nicht-Genuss-Lesern" zu Beginn des Thread und auch mittendrin bemängelt habe, nur wurde es selten verstanden. Es ging nicht darum, wie viel man im liest oder in welchem Tempo, sondern mir kam es merkwürdig vor, dass man möglichst viele Bücher (oft noch besinnungslos) runterliest, um es in den sozialen Medien mitzuteilen. Der selbst auferlegte Leistungsdruck und das Bedürfnis, alles was man erlebt und liest, online zu stellen, kann den Genuss m. M. nach gründlich versalzen. Nicht nur, was das Lesen betrifft. Ähnliches kann man ja schon lange auf Konzerten beobachten. Dort werden trotz Verbote die Smartphones gezückt, um Fotos und Filmchen online zu stellen statt sich einfach mal auf das Dargebotene zu konzentrieren und Spaß daran zu haben.


    Trotzdem finde ich gut, dass die Autorin des Artikels bewusst "Stop!" gesagt und wenigstens den Versuch unternommen hat, etwas zu ändern bzw. zu einem Hobby zurückzukehren, an dem sie mal viel Freude hatte. Das Buch war wohl nicht die glücklichste Wahl, da sind wir uns einig, obwohl ich glaube, dass sie ihre Lektüre genauso sorgfältig ausgewählt hat wie das Glas Milch, an dem sie ja immerhin Gefallen gefunden hat. Wer weiß, vielleicht klappt's demnächst auch mit dem Buch. :wink:

    Was ist denn mit der Erkenntnis, dass Lesen vielleicht einfach nicht das richtige Hobby ist?

    Im Artikel schreibt sie, dass Lesen für sie ein tolles Hobby war. Ich zitiere Mercedes Lauenstein:


    Ich habe Lesen mal geliebt. Kein Kinofilm, keine Reise ist zu vergleichen mit dem Sog, der dich erfasst, wenn du ein gutes Buch liest und das Wissen um diese permanent verfügbare Parallelwelt dich tagelang durch die echte Welt begleitet. Diese Bilder gehören dir allein, und egal, was draußen los ist, du kannst jederzeit drin verschwinden. Es gibt wenig, was ein gutes Buch nicht lindern oder trösten könnte. Man muss sich das mal vorstellen: Egal wie viele Millionen Menschen dasselbe Buch lesen, keine ihrer persönlichen Visualisierungen der Geschichte gleicht einer anderen. Außerdem gibt es Studien, die beweisen, dass allein sechs Minuten konzentriertes Lesen bereits Stresslevel und Herzschlag senken.


    Schöner kann man es nicht ausdrücken, finde ich. Und obwohl vielleicht einiges überspitzt im Bericht rüberkommt, verstehe ich das Dilemma, die Fähigkeit verloren zu haben, aus den genannten Gründen in eine Geschichte abzutauchen.

    Jessy1963 Ich glaube, wenn die Leute wirklich ehrlich zu sich sind, geht es ganz vielen so. Ich habe mich in dem Bericht teilweise auch wiedererkannt. Und das nicht nur in Bezug auf das Lesen. Aufmerksamkeit und Konzentration sind scheinbar selten geworden.

    Ein wirklich schöner Thread!


    Ich weiß gar nicht genau, ob Leseleidenschaft vererbt werden kann. Meine Eltern waren begeisterte Leser, und mein Vater hatte bis vor kurzem sogar noch seine alten Käpt. Konny-Bücher und die üblichen Klassiker für Jungs (Robert Louis Stevenson und Jack London). Ein paar Lieblingsbücher meiner Mutter habe ich heute noch, z.b. Gwen Bristow und Pearl S. Buck. In unserem Wohnzimmer gab es Regale voller Bücher, doch da meine Eltern berufstätig waren, lasen sie später meist nur im Urlaub, und die ollen Schinken (oft auch Bertelsmann-Lesekreisausgaben), haben wir auf diversen Flohmärkten verhökert. Es gibt ein Foto von meinem Vater, ein Buch in der Hand und mich schlafend auf dem Bauch. :D Natürlich wurde auch vorgelesen.


    Mit dem Lesen habe ich mich anfangs schwer getan. Geschichten erfinden war toll, lesen eher anstrengend, Ich weiß noch, dass ich mit meiner Mutter oder Oma oft brütend über "Nessie" im Esszimmer saß, um zu üben, und mich insgeheim ein bisschen geärgert habe, nicht mit den anderen Kindern draußen spielen zu können. Aber als es dann klappte, war das wie ein Tor zur Zauberwelt. Meine Eltern haben meine aufflammende Leseleidenschaft unterstützt, indem sie einen Buchlieferservice abonnierten, bei dem man Bücher zur Probe bekam und die, die gefielen, kaufen konnte. Ich glaube, ich war das Kind mit den meisten Büchern in meiner Klasse.


    Mein Opa mütterlicherseits hatte ebenfalls einen Buch-Lieferservice, und meine Oma hat gern die ReadersDigest gelesen. Von meinem Onkel habe ich sämtliche Karl May-Ausgaben verschlungen, die er mir dann nach und nach zu besonderen Anlässen geschenkt hat. Ich glaube, wir sind insgesamt eine recht "belesene" Familie. :wink:


    Ich mag Steampunk. Zwar kenne ich nicht die Genre-Klassiker, die es anscheinend gibt, aber als Hybrid-Genre hat es für mich durchaus seinen Reiz. Das liegt vor allem daran, dass man als Autor eine völlig neue und abgedrehte Welt erschaffen kann, in der Gesetzmäßigkeiten außer Kraft gesetzt sind und neue Regeln gelten, die in einer "realen" Welt nicht existieren, und der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Auch das Vermischen von Zukunft und Vergangenheit finde ich interessant. Gelesen habe ich vor allem Gay Romance mit dem Subgenre Steampunk. Und es hat mich sehr gut unterhalten.

    Dabei finde ich Bibliotheken, den Zauber den ich damit verbinde und das Aroma so klasse...

    Aber mit den heutigen Möglichkeiten und der allgemeinen Digitalisierung?

    Das könnte von mir sein. :) Als Kind war ich oft in der Bücherei, die mir damals riesig vorkam (und es auch war). Ich mochte den staubigen Kartongeruch dort und die alten Schinken und erinnere mich auch, dass ich Stunden darin mit Freundinnen verbracht habe - ein Nachmittag in der Bücherei gehörte zu unserem Clubprogramm. Auch der Archivar war ein sehr netter Herrr, der uns mit Namen begrüßt hat. Keiner von uns wurde es dort langweilig, und jede nahm später einen Stapel Bücher mit nach Hause. Leider musste die Bibliothek vor ein paar Jahren in ein kleineres Gebäude umsiedeln und setzt nun hauptsächlich auf digitale Medien und Neuerscheinungen, die bald wieder verschwinden. Seitdem bin ich kein Mitglied mehr. Aber der Duft der Bücherei begleitet mich wohl mein Leben lang (ich bin sonst nicht so sentimental, und trotzdem ist das eine besondere und schöne Erinnerung).

    Gerne! Du kannst dich auch mal durch diesen Thread wühlen, da geht es um Bücher mit weniger explizitem Inhalt, und es sind interessante Diskussionen zum Thema entstanden. Allerdings ist der Großteil der Romane (bisher) in Englisch. Vielleicht wäre das mal die Gelegenheit, den Thread mit deutschen Titeln wiederzubeleben.

    Als eine der genannten AutorInnen (danke für dein Interesse! :friends:) möchte ich gern auf deine Anfrage antworten. Ich denke, es gibt viele Unterschiede im Bereich des Genres. Einige Bücher handeln von der Anziehungskraft zwischen zwei Männern/Frauen, die kaum oder nur wenig über eine tiefe Freundschaft hinausgeht und die wenig ausführliche Erotikszenen beinhalten. Nach meiner Erfahrung sind das die mit den meisten Lesern. Gelesen habe ich von deinen Beispielen C.S. Pacat und S.Y. Blank - beide finde ich toll, denn sie erzählen originelle und spannende Geschichten, legen aber auch Wert auf einen niveauvollen Stil, wenn es "ans Eingemachte geht", und das nicht zu knapp.


    Ich habe selbst ziemlich viele Gay Geschichten gelesen, wurde da aber auf dem deutschen Markt nicht so wirklich fündig. Oft ist mir die Sprache zu salopp oder die Geschichten sind zu ähnlich. Empfehlen kann ich dennoch "Eine Ahnung von Pan" von Jobst Mahrenholz. Es ist kein Fantasy, aber der Autor schreibt sehr schön, anschaulich und ohne großen Knalleffekt. Es lohnt sich, ihn zu entdecken.

    2018 war mein "Artus"-Jahr. Ich habe den britischen "Wunderkönig" für mich entdeckt und viele verschiedene Romane über ihn gelesen. Es fällt mir daher ein bisschen schwer, mein Highlight herauszupicken, aber vermutlich war es "Der Falke des Lichts" von Gillian Bradshaw. Mir gefiel vor allem die Erzählperspektive von Gawain ap Lot, dem späteren Tafelritter, die Geschichte seiner Herkunft und wie er sich einen Platz an Artus' Seite sichert trotz der Widrigkeiten und Artus' anfänglicher und auch nachvollziehbarer Weigerung, ihn aufzunehmen.


    Auch "Mordred, Sohn des Artus" von Nancy Springer hat mir gut gefallen. Obwohl ich nicht allzu viel Zeit zum Lesen mehr finde, fasziniert mich Artus nach wie vor, und ich freue mich darauf, mehr Bücher über das Thema zu lesen!