Beiträge von Yael

    Die Hauptfigur Prinz Tarí ist nicht wirklich böse, denn er hat eigentlich gute Gründe, sich so zu verhalten, und er erhält sogar die Chance, sich zu ändern. Die einzelnen Bände gibt es als ebook, die Gesamtausgabe von drei Bänden auch als Print. Mir hat es super gefallen, und ich habe auch Rezensionen zu allen Teilen hier im Forum geschrieben.

    Mit Kafka kann man m. E. nichts verkehrt machen, wenn man auf skurrile Geschichten steht. Da gäbe es neben der Verwandlung auch eine Kurzgeschichten-Sammlung, die mir gut gefallen hat. Ist ein bisschen abgefahren, aber toll und sehr phantasievoll. :thumleft:


    Ein weiterer Klassiker, den ich als Buch und auch als Verfilmung mag, ist "Der Graf von Monte Christo" von Alexandre Dumas. Das ist allerdings wieder ein ziemlicher Wälzer.

    Bevor ich mich an "Pflichtlektüre" wage, würde ich erst mal meine Interessen filtern und danach einen Roman aussuchen, vielleicht mit Stichwortsuche hier auf dem Forum. Die Klassiker können einem die Lust am Lesen nämlich ganz schnell vermiesen. Ich habe es versucht mit dem Zauberberg von Thomas Mann und fand es furchtbar öde. Ob man nun mit Allgemeinwissen bei Pflichtlektüre glänzen kann, finde ich nicht so wichtig wie zu sagen, hey, ich hatte richtig viel Spaß daran, dieses Buch zu lesen, Klassiker oder nicht. Und ganz ehrlich: Klassiker sind meist eh überbewertet und anstrengend zu lesen. Was mir jedoch sehr gut gefällt, ist Jane Eyre von Charlotte Bronte.

    Habe das Buch nun zu Ende gelesen und möchte meine Bewertung von :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: gern noch begründen. Wie bereits gesagt, war das Thema nicht so meins, obwohl es sich immerhin um König Artus dreht. Der kam mir allerdings zu kurz im Schatten seiner machtvollen weiblichen Verwandtschaft, ebenso wie die Tafelritter nicht viel mehr als Staffage sind - meist simpel gestrickt obendrein. Lancelot hat als einziger noch ein wenig Potential, doch aus der Interpretation, er sei in Artus verliebt und daher in Gwenhywfar, hätte man m. M. nach mehr herausholen können...



    Na gut, es ging in erster Linie um die Frauen, die Mystikerinnen und Zauberinnen und ihr Glaube an die Fruchtbarkeit, Mutter Erde und die Reinkarnation bzw. den Kreislauf der Göttin. Und das war irgendwie der Knackpunkt, denn das war mir doch zu penetrant. Ich würde nicht sagen, dass der Roman männerfeindlich oder feministisch ist, aber stellenweise kam mir der Roman vor wie ein pysychedelischer Trip in die tiefste Esoterik. Den letzten Teil fand ich konfus und das Ende irgendwie übereilt und wenig spetakulär - immerhin stehen sich Vater und Sohn im Kampf gegenüber, da fehlte mir die Dramatik, wenn ich auch froh war, dass keine ausgiebigen Schlachtszenen geschildert wurden. Stattdessen Geschwurbel über Visionen und Gesichte, die auf dem Rücken von Figuren prickeln, die mich genauso kalt gelassen haben wie der verpuffte Showdown.


    Schade, aber immerhin bin ich jetzt um einen Klassiker belesener...:wink:

    Es gibt jetzt eine Neuverfilmung von Jane Eyre, von der BBC als miniseries. Lief vor ein paar Wochen erst im britischen TV. Wunderwunderschön!! :cheers: Ruth Wilson und Toby Stephens als Jane Eyre bzw. Mr. Rochester sind einfach genial!

    Da ich diese Verfilmung auch als die beste des Stoffes betrachte, habe ich das Buch bisher nicht gelesen. Erst jetzt aus der Bücherei ausgeliehen, entfaltet sich die Schönheit des Schreibstils von Charlotte Bronte. Bin zwar erst am Anfang und erwarte als Fan der Verfilmung keine allzu großen Überraschungen mehr, aber über eine bin ich schon gestolpert: Helen! :love:

    Zu Helen: Tja, ich weiß ehrlich gesagt nicht so recht, wie ich ihre Demut einordnen soll... Ob sie einfach wirklich so naiv ist oder ob ihre Demut einfach nur ein Weg war, mit dem Leben im Internet irgendwie zurechtzukommen...

    Meiner Meinung nach hat ihre Demut nichts mit Naivität zu tun, sondern mit philosophischer Weisheit. Helens Figur wurde an Charlottes früh verstorbener Schwester angelehnt, die lange krank war. In jenen Zeiten und vielleicht vor allem in Pfarrersfamilien - zu denen die Brontes ja bekanntlich gehörten - war der Glaube eine reale Erfahrung und fester Bestandteil des Alltags. Helen erklärt Jane auf sehr schöne Weise, was für sie der Glaube ausmacht und verurteilt darum niemanden, der anderer Meinung ist. Aber sie sagt klar, dass man ein besseres Leben ohne Ärger und Wut führen kann, denn im Prinzip sind Rachegelüste verschwendete Energie und machen einem das Leben schwer, da sie selten erfüllt werden; und falls doch, weiß man tief im Inneren, dass es nicht richtig war, Rache genommen zu haben. Hass und Zorn auf Ungerechtigkeit führen zu nichts, höchstens zu Verbitterung, da sie demselben Gedanken entspringen wie das Unrecht, das einem zugefügt wurde. Für mich ist Helen eine erstaunlich starke und kluge Person.


    Schade, dass die Szenen mit ihr in der Verfilmung stark gekürzt wurden bzw. der Schere zum Opfer fielen und in der neueren Kinoversion von 2011 plakativ esoterisch abgehandelt werden.

    Hui, du warst aber fix! :wink: Im Bereich Fantasy gibt es über 180 Seiten durchzuackern. Allerdings verstehe ich deine Kritik. Ein bisschen kitschig wirken die ersten Ergebnisse durchaus. Da ich selbst in anderen Genres unterwegs bin, war mir die Seite bisher immer eine große Hilfe. 1:1 muss man die Bilder ja nicht übernehmen.

    Hmm, ich weiß nicht. Der Entwurf mit den Figuren finde ich auch spannender als nur das Schwert, weil der Blick ein bisschen schweifen kann. Was mir jedoch nicht gefällt, ist dieses leicht Schmuddelige und Blechdosenähnliche, das ich schon anfangs bekrittelt habe (sorry, ich meckere schon wieder, und ich weiß, wie viel Mühe und Zeit ein Cover kostet). Zudem fehlt mir für ein Fantasyroman hier einfach die Farbe und das etwas Mystische.


    Nur mal so als Anregung: Hast du dich schon mal bei Pixabay umgesehen? Dort gibt es lizenzfreie Bilder in hoher Auflösung zu allen Bereichen, die sehr professionell aussehen. Der Zeitaufwand ist dadurch geringer, als wenn du das Cover von scratch erstellst. Außerdem steht es dir frei, die Bilder nach eigenem Ermessen zu ändern. Ist aber nur eine Idee.

    Abgesehen davon, dass ich wie Kapo zunächst an Excalibur gedacht habe, finde ich das Gesamtlayout wenig ansprechend. Irgendwie erinnert es mich eher an eine alte Blechdose als an ein Buchcover. Vielleicht kommt es in Natura ganz gut raus, aber so auf dem Bild wirkt es nicht so gut, finde ich. Mir fehlt ein bisschen das Besondere und die Weite eines Covers. Etwas, wo du fokussiert draufguckst und sagst, aha, das hat was mit der Geschichte zu tun. Um das Motiv zu einem Eyecatcher zu machen und das Ganze etwas feiner zu gestalten, würde ich eine Vignettierung oder einen breiteren Rahmen in Betracht ziehen.


    Die Ranken und die Schrift finde ich sehr schön und passend! :thumleft:

    Die Frage bzw. das Thema ist so interessant wie schwierig zu beantworten. Ich glaube, mir geht es ähnlich wie allen, die bisher geantwortet haben. Meine Hauptinspiration, eine Geschichte zu schreiben, beziehe ich aus Büchern, Filmen oder einem Thema in den Medien, das mich brennend interessiert. Der Auslöser, ernsthaft zu schreiben, war seinerzeit eine Dokumentation über die "Erstbesteigung" des Mount Everest von George Mallory und Andrew Irvine im Jahr 1924. Alles, was ich darüber finden konnte, habe ich regelrecht verschlungen - Biografien, Sachbücher, Reiserouten der damaligen Zeit etc. Ich habe mich so sehr mit dem Thema befasst, dass ich sogar Kontakt zu einem der Bergsteiger geknüpft habe, die bei der Entdeckung des konservierten Leichnams von George Mallory unterhalb des Gipfels im Jahr 1999 dabei waren. Nicht nur das Thema an sich hat mich begeistert, auch der britische Bergsteiger George Mallory war eine äußerst schillernde Persönlichkeit und extrem modern, offen und sympathisch. An ihn habe ich meinen Protagonisten in meiner fiktiven Version des Themas angelegt, ebenso wie sein junger Begleiter Züge des jungen Irvine trägt, dem keiner zutraute, in diesem Abenteuer eine zentrale Rolle zu spielen.


    So oder ähnlich laufen mir Dinge oder Menschen über den Weg, die mich beeindrucken und in mir den Wunsch wecken, etwas Eigenes daraus zu erschaffen. Ich mag Außenseitergeschichten. Geschichten, die vielleicht auf den ersten Blick sperrig wirken oder etwas Ungewöhnliches oder Schauriges an sich haben. Die von Traumata erzählen, die aus eigener Kraft oder mit der Hilfe anderer überwunden werden und sich zum Guten wenden. Eine große Inspiration war lange Zeit der Erste Weltkrieg. Das klingt zunächst langweilig oder martialisch, aber mich haben mehr die Hintergründe und die psychisch verletzten Beteiligten interessiert als das Gemetzel an sich. Viele meiner Protagonisten haben mit Kriegsneurosen zu kämpfen oder mit Erlebnissen, die einen "Knacks" hinterlassen. Da ich schon immer an der psychologischen Komponente einer Geschichte interessiert war, hat es für mich einen besonderen Reiz, darüber zu schreiben, wie in "Das Bildnis des Grafen" oder auch "Milan", eine ganz andere Geschichte, die über die Beziehung einer jungen Frau zu einem älteren Mann handelt. Letzteres enthält Elemente, die ich selbst erlebt habe, ist jedoch keine Autobiografie. Die Frau könnte jedoch ich sein in dem Alter, und den "Titelheld" gibt es - natürlich mit Abstrichen, angefangen beim Namen - tatsächlich.


    Manchmal inspirieren mich auch Romanfiguren und tragen zur Entwicklung eigener Charaktere bei. Ich war z.B. unheimlich beeindruckt von Inspector Madden in Rennie Airths "Nacht ohne Gesicht"; ein Buch, das meine Vorliebe für einsame Wölfe mit Ecken und Kanten geprägt hat. Außerdem liegt mein Schwerpunkt beim Schreiben auf Männerfreundschaften; daran hat wohl Karl May schuld, von dem ich die ersten dicken Bücher gelesen habe... :wink:

    Und wie es zu jeder guten Geschichte aus früheren Zeiten gehört: Intrigen! Allen voran ist hier Morgause zu nennen. Sie tut alles daran, dass ihre Söhne besser darstehen als andere, und schreckt selbst vor Kindesentführung nicht zurück, um ihren Willen durchzusetzen.


    Von allen Charakteren, die im Buch erscheinen, ist mir Morgause noch am verständlichsten. Sie kommt mir auch nicht wirklich skrupellos vor, sondern kümmert sich um Gwydion / Mordred bis zu seiner Ausbildung in Avalon, weil Morgaine ihn ohnehin nicht haben wollte.

    Geltungssucht scheint mir (bisher) nicht ihr vorrangiges Ziel zu sein, obwohl sie - wie alle Frauen im Buch - eitel und sehr um ihren Ruf bemüht ist, eine kluge, mächtige und begehrenswerte Frau zu sein. Aber Morgaine toppt sie mit ihren Intrigen bei Weitem. Ich denke da an Elaine und Lancelot und Avalloch auf der unseligen Wildschweinjagd.


    Von diesem Buch habe ich eigentlich nur Gutes gehört, und auch meine Tante hat es mir mit strahlenden Augen und dem Satz "Du liest doch so gerne Artus-Geschichten" überreicht. Das war schon vor ein paar Wochen, und seitdem lese ich immer wieder ein Stück, ohne dass der Funke wirklich überspringt. Mittlerweile bin ich beim vierten Teil (der letzte), und frage mich, was an dem Roman so Besonderes sein soll. Immerhin zählt er mittlerweile ja zu den Klassikern im Fantasygenre.


    Die Handlung wird hauptsächlich aus Morgaines Sicht geschildert, wobei ihre Erziehung in Avalon und ihr Hin und Her zwischen dem alten heidnischen und dem neu aufkommenden christlichen Zeitalter im Fokus steht. Ihre Aufgabe nach dem Plan ihrer Tante Viviane bzw. der großen Göttin ist es, Halbbruder Artus, mit dem sie beim Beltanefest ein Kind gezeugt hat, zu überreden, die alten Riten von Britannien wiederaufleben zu lassen, oder ihm im Fall seiner Verweigerung das in Avalon geschmiedete Zauberschwert Excalibur abzunehmen und ihn als König zu stürzen. Dazwischen schwankt sie zwischen ihrer Liebe zu Cousin Lancelot, der ihr im Jugendalter einen Korb gibt, findet sich hässlich und unwürdig der großen Göttin und zweifelt an sich selbst, während sie sich in besseren Tagen zum Vamp und zur Nachfolgerin der Herrin vom See aufschwingt, nachdem Viviane, ihre überdimensionale Ziehmutter und Mutter von Lancelot, hinterhältig an Artus' Hof ermordet wurde.


    Das Buch wird auf der Rückseite als die "wunderbarste Artus-Interpretation" gepriesen, aber ganz ehrlich, ich habe schon bessere gelesen. Die Protagonistin ist mir unsympathisch, und eigentlich auch alle weiteren Charaktere im Buch. Wahrscheinlich soll Morgaine eine emanzipierte Frau sein, aber für mich wirkt sie ebenso schwach und oberflächlich wie die hyperfromme Gwynhwyfar (was für eine Schreibweise!), der bisexuelle Lancelot (eine recht mutige Interpretation) und Artus selbst. Ihr weltlicher Alltag als Herrscherin von Nordwales und Kammerzofe auf Camelot besteht aus Spinnen, Weben, Waschen, Verkuppeln und Hofklatsch, also nichts Aufregendes, und das oft seitenlang. Da war ich versucht, querzulesen. Sie verurteilt das Christentum mit krassen Worten, die ihr die Autorin in den Mund und die Gedanken legt, und das ist ein Punkt, der mich bei Romanen, in denen Religion thematisiert wird, über die Maßen stört. Besonders, da ihre eigene Religion um die große Göttin und Mutter Erde irgendwie auch eine ziemliche Enttäuschung ist, die ihren ständig fastenden Priesterinnen Verbote auferlegt und ihnen vorschreibt, was sie tun müssen, um der Göttin zu gefallen. Denn obwohl Morgaine im Sinn von der Göttin handelt, tut sie es nicht ohne ständige Zweifel und Bedenken, auch wenn sie dafür über Leichen geht.


    Allerdings muss ich dem Buch zugute halten, dass es verflixt gut geschrieben ist. Ich hätte schon längst abgebrochen, wenn die Geschichte mich aufgrund des schnörkellosen aber bildreichen Stils nicht sofort irgendwie gefangen genommen hätte. Ich lese es noch zu Ende und lasse dann eine Bewertung da. Ich glaube, eine ausführliche Rezension würde mich bei dem Umfang von über 1100 Seiten ein bisschen überfordern... :wink:

    Ich habe da schon viel Krasses erlebt.

    Noch kurz etwas zum Thema Freikirchen. In gewisser Weise verstehe ich dich hier, denn da sind einige Dinge, die auf Außenstehende befremdlich wirken und vielleicht erst mal erschrecken. Mir ging das oft so, wenn man mich eingeladen hat. Was mir aber imponiert, sind die Freude und die Hingabe zum Glauben, die man den Menschen anmerkt. Obwohl ich nie als festes Mitglied an den G-ttesdiensten teilgenommen habe, hat es mir nicht geschadet, auch mal etwas Neues zu erleben - auch wenn ich wenig damit anfangen konnte. Wenn es mir zu bunt wurde, habe ich Gebrauch von meinem freien Willen gemacht und mir den Staub von den Schuhen geschüttelt, und das wurde akzeptiert. Meine Beziehung zu Jesus ist darum nicht weniger innig; ich finde ihn überall, nicht in G-tteshäusern oder heilgen Stätten. Deswegen verurteile ich diejenigen aber nicht, die eine andere Einstellung haben und Gemeinschaft zu Gleichgesinnten suchen.


    Verbitterung und eine "Abrechnung", wie du sie offenbar im Sinn hast, sind keine guten Voraussetzungen, ein Buch zu schreiben.

    Ich werde das Christentum als Religion nicht verwenden, jedoch eine fiktive Religion, die sich stark an das Christentum anlehnt.

    So unschuldig wie du und einige das Christentum beschreibt, ist es leider nicht.

    Gerade in der jetzigen Zeit erlebe ich immer mehr Christen die aggressiv ihren Glauben verbreiten und das als einzige Wahrheit verkaufen. Selbst unter Themen wo es gar nicht um sie geht. Ich rede da von der modernen Erscheinung der sogenannten "Freikirchen". Ich habe da schon viel Krasses erlebt.


    Außerdem finde ich auch nicht, dass vor allem das Christentum verunglimpft wird, es ist eher der Islam.

    Ich habe lange überlegt, ob ich antworten soll ohne dich zu kränken bzw. ob eine Antwort überhaupt erwünscht ist, denn dein Beitrag liest sich für mich, als würdest du - pardon - unter einem Stein leben. Zudem haben ich und die anderen nie behauptet, das Christentum sei unschuldig. Aber aus der Mittelalterphase, in dem Andersgläubige zwangsmissioniert und eliminiert wurden, ist es glücklicherweise heraus.


    Ich habe Bekannte, die in Gemeinden engagiert sind und habe auch schon Freikirchen besucht (die übrigens absolut keine moderne Erscheinung sind, sondern älter als die staatliche Kirche), und ich finde es ganz klar und ok, dass man dort von seinem Glauben überzeugt ist, solange er nicht mit Gewalt durchgesetzt wird. Wem das nicht passt, der kann ja gehen. Keiner wird gezwungen, mitzumachen. Oder war das bei dir so?


    Zum letzten Punkt möchte ich mich nicht äußern. Nur so viel: ich trage kein Glaubenssymbol mehr in der Öffentlichkeit, weil ich mit Andersgläubigen, die das bemerkt haben, schlechte Erfahrungen gemacht habe.

    Bedeutet das, man muss sie gar nicht zurückbringen oder erst, wenn alles wieder seinen normalen Gang geht? Wie handhaben das eure Büchereien und drücken die sich vielleicht weniger kryptisch aus?

    Schau doch mal auf eure Homepage.

    Bei unserer steht, dass alle Medien automatisch auf den 21.04. verlängert sind.

    Dass ich daran nicht gedacht habe!#-o Bin halt in vielen Dingen noch analog. Danke schön, jetzt ist alles klar!

    Ende letzter Woche traf ich zufällig unsern Büchereichef in der Stadt, der mir sagte, ich solle noch schnell vorbei kommen, ab Montag müssten sie schließen. Es wurden dann 25 Bücher, weil man ja nicht weiß, wie lange es dauert.

    Dazu habe ich als wieder neues Mitglied der Bücherei eine Frage. Ich habe mir zwei Bücher ausgeliehen, kurz bevor die Bibliothek schließen musste, und nun lese ich auf einem Zettel in der Tür: "Wir erheben keine Mahngebühren. Sie dürfen Ihre ausgeliehenen Medien behalten!"


    Bedeutet das, man muss sie gar nicht zurückbringen oder erst, wenn alles wieder seinen normalen Gang geht? Wie handhaben das eure Büchereien und drücken die sich vielleicht weniger kryptisch aus?


    @topic: Einen handfesten SUB habe ich nicht. Derzeit bin ich dabei, "Die Nebel von Avalon" zu lesen, ausgeliehen von meiner Tante. Da ich ein recht langsamer Leser bin und meiner Arbeit bisher noch regelmäßig nachgehen kann, bin ich für die nächsten Wochen versorgt.

    Das Gefühl, ein Buch zu Ende gelesen zu haben, das mich in den Bann gezogen hat, ist für mich immer mit Bewunderung verbunden. Bewunderung deshalb, weil es eigentlich recht schwer ist, etwas so zu erzählen, dass es mich emotional mitreißt. Manchmal nehmen mich solche Bücher auch sehr mit, und ich denke noch lange darüber nach, bevor ich ein neues Buch anfange, von dem ich dann zwangsläufig eher enttäuscht bin.


    Auf die Gefahr hin, zu nerven, da ich es schon oft im Forum erwähnt habe: "Haus der Schatten" von S.Y. Blank ist für mich so ein Buch. Ich war total fasziniert von der Erzählstruktur, dem unheimlichen Setting, das ohne Klischees das eines Geisterhauses ist, und den vielen Themen, die es detailliert und trotz der paranormalen Phänomene nachvollziehbar behandelt. Im Epilog verschwindet Giles' Geschichte, die er in einem Tagebuch festgehalten hat, unwiderruflich im Moor, so dass man als Leser quasi der einzige ist, der noch den Beweis seines unglaublichen Abenteuers auf Marmond House in Händen hält. Das fand ich raffiniert und so richtig stimmig zur Geschichte. Ein totaler Gänsehautmoment!


    Einerseits ist es schade, dass es solche Romane nicht öfter gibt, andererseits können sie aber auch recht aufwühlend sein und haben oft eine gewisse Tragik, der man als Leser psychisch nicht immer gewachsen ist, selbst wenn es sich eindeutig um Fiktion handelt.

    Ein bisschen sehr speziell, aber ein echter Pageturner mit Gänsehaut und richtig viel Gefühl war für mich "Haus der Schatten" von S.Y. Blank. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, mittendrin zu sein im Geschehen und habe mitgelitten, mich mitgefreut und war genauso gespannt wie der Erzähler Giles, in was für ein unheimliches Mysterium er da hineingeraten ist. Es gibt auch eine Rezension von mir im Forum; allerdings zur ersten Auflage, die nicht mehr erhältlich ist. Die neue enthält ein Bonuskapitel über die erste Begegnung zwischen dem Baron und Victor.

    Ja, habe ich. :) Allerdings keine ausdrückliche Gay Romance. In vielen meiner Romane geht es um die Beziehung zwischen Männern, ohne allzu sehr auf den erotischen Aspekt einzugehen; er ist eher unterschwellig vorhanden oder beschränkt sich auf moderate Szenen. Ich kenne jedoch Autoren bzw. deren Bücher, die unter der von mir genannten Kategorie zu finden sind. Diese Bücher erzählen Geschichten, in denen es weniger darum geht, wie heiß und gutaussehend die Protagonisten sind, als vielmehr darum, was sie abseits ihrer Homosexualität erleben oder womit sie konfrontiert werden. Dabei spielt die sexuelle Orientierung idealerweise nicht die größte Rolle, nimmt aber doch einen wichtigen Teil ein.

    Hallo FamNoir und herzlich willkommen im BT! :winken:


    Mit der Frage habe ich mich auch schon aus Leser- und Autorensicht beschäftigt. Ich sehe es wie du: im Prinzip bedeutet Gay Romance für die lesende Mehrheit dasselbe wie die klassischen Liebesromane mit dem Unterschied, dass es um homosexuelle Pärchen geht. Der Blick auf die Cover und Titel, die in diesem Genre erscheinen, bestätigen das zum Großteil.


    Ich persönlich finde es schade, dass die Bezeichnung "Gay Romance" oft als etwas genutzt wird, das eigentlich wenig Raum für eine gute Geschichte lässt und sich hauptsächlich auf die mehr oder weniger gleich ablaufende Liebesbeziehung konzentriert. Aber du wirst nicht umhin kommen, deinen Roman in diesem Genre einzustellen, damit der Leser weiß, worauf er sich einlässt. Über gleichgeschlechtliche Liebe en detail in Romanform zu lesen, spricht nicht jeden an, daher würde ich es schon als "Warnhinweis" verwenden. Wenn du die Möglichkeit hast, es unter "homoerotische Dystopie" zu veröffentlichen oder das Cover mit diesem Vermerk zu versehen, kann man sich denken, dass es um mehr geht als problematische Coming Outs oder "Kriegen sie sich oder nicht?"


    Amazon bietet zur Veröffentlichung mehrere Genres an, unter denen du wählen kannst, was ich sehr gut finde. Das Hauptgenre wäre dann z. B. Gay Romance oder Belletristik für Lesben und Schwule. Danach kannst du eine Unterkategorie wählen, die zu deiner Geschichte passt. Besonders falls exliplizite Erotik darin vorkommt, sollte das Genre Gay Romance erkennbar sein. Wenn die Erotik eher Nebensache ist und nur angedeutet wird, spricht nichts dagegen, darauf zu verzichten.