Beiträge von Ralf

    Ich hatte das Buch vor ein paar Wochen beim Stöbern in der Buchhandlung meines Vertrauens entdeckt und zur Hand genommen. Ich drehte es hin, ich drehte es her und las den Klappentext. Über den Mont Saint-Michel hatte ich schon so ein bisserl gelesen und gehört, daher interessierte es mich auch, einen Thriller darüber zu lesen. Ich fragte "meine" Buchhändlerin, ob das Buch zu empfehlen sei und sagte ihr nebenbei, dass ich "Der Name der Rose" von Eco absolut toll fand. Ob sich das vergleichen ließe? Sie krauste die Stirn dann kräuselte sich auch noch die Nase und sie sagte dann, nach endlosen fünf Sekunden des Überlegens: Ich habe das Buch nicht gelesen. Und empfehlen kann ich es nur teils teils. Da guckte ich sie fragend an. Teils teils? Naja, sagte sie, es kommt darauf an, was man haben möchte. Einen Thriller im Stile und der Qualität des "Name der Rose" ist es eindeutig nicht. Aber dafür sei es nicht so schwierig zu lesen, es sei spannend und unterhaltsam. Kurz und gut, ich kaufte das Buch und ich wurde nicht enttäuscht. Wenn man mit geringen Erwartungen an das Buch herangeht, dann wird man positiv überrascht. Zum Teil sind die Figuren ein bisschen platt aber das wird von der herrlich gruftigen Stimmung des Buches leicht wieder wettgemacht. Nun habe ich nur zweidrittel des Buches durch und werde den Rest am We lesen. Somit kann ich auch nichts über das Ende sagen. :wink: 
    LG Ralf

    Die späte Biografie eines Mannes, der zu seinen geistigen Lebzeiten eine Instanz der öffentlichen Moral war. Ja geradezu die personifizierte Moral war. Walter Jens, der emeritierte Rhetorikprofessor. Hier wird er schonungslos gezeigt. In seiner Krankheit, die ihn in geistiger Umnachtung nur noch vor sich hinvegetieren lässt. Der Sprache verlustig geworden, selbst auf Toilette gehen kann er nicht mehr, er trägt Windeln. Doch was ist mit seiner Würde? Was ist mit seiner geistigen Arbeit? Bleibt sie existent? Ein Buch, das die Gemüter bewegt. Ein Buch, das Ansehen eines der hochintelligentesten Männer des deutschen 20. Jahrhunderts zu beschädigen? Die Meinungen gehen weit auseinander. Ich bin bis jetzt nur halb "durch" und werde, sobald ich "durch" bin, eine Rezi dazu schreiben.
    LG Ralf

    Ich habe gehört, dass das Buch durch und durch verkitscht sein soll. Der Protagonist soll sogar an einer Bollywood-Verfilmung teilgenommen haben. Hmm, ob ich mich da noch an das Buch herantrauen will oder mag? Ich las die Buchvorstellung im November 2008 schon im Zeit Magazin Literatur. Ansonsten habe ich von dem Buch, außer jetzt, nichts gehört. Trotzdem natürlich dank für die Rezi. :D

    Ja, ich weiß. :uups: Dabei bin ich ein begeisterter Leser der Ring-Saga von Tolkien. Da wundert es mich, dass ich hiermit so wenig anfangen kann. Ob das an meinem veränderten Geschmack liegt? Denn HDR habe ich ja schon vor knapp zwanzig Jahren gelesen.

    MIr liegt diese Form von Literatur nicht. Nach der "Geschichte mit diesem ÜberschallZug und den kindisch, dümmlichen Rätseln, habe ich den vierten Teil der Turm-Saga zur Seite gelegt. Ich werde diesen Lesestoff wohl nicht weiter verfolgen, doch ich will noch 24 Stunden Zeit ins Land gehen lassen, um meine Meinung evt. doch noch zu revidieren.

    Nun habe ich "Tot" fast durchgelesen und mir auch schon "Glas" geholt. Wie sie den kleinen Jungen Jungen Jake aus der einen Parallelwelt in die nächste schaffen, fanden viele sicherlich sehr spannend. Mich hat es nicht wirklich vom Hocker gerissen, denn es kann doch nur gut ausgehen und daher frage ich mich, ob ich wirklich ein guter Spannungsroman-Leser bin. :scratch:

    Ich habe auch einen Sammelband mit Bildergeschichten und Gedichten. Doch dieser Band ist so alt, dass es nicht einmal eine ISBN hat. Und ohne ISBN kann ich das Buch hier leider so nicht vorstellen. Jap, ich kenne natürlich auch noch eine ganze Menge anderer Geschichten von ihm. Hans Huckebein zum Beispiel, dieser versoffene Rabe. :lol: Oder Fips, der Affe, der sich unter anderem als Friseur versucht und einem Kunden das Ohr abschneidet. Die kühne Müllerstochter, die die Räuber platt macht und mit dem Regenschirm aufspießt. Hach, ich könnte noch lange so fortsetzen. *schwelg*

    Wilhelm Busch, geboren 1832, war deutscher Zeichner,
    Humorist, Karikaturist und Dichter. Seine Bildergeschichten sind legendär,
    Vorläufer des Comics, brüllend komisch, nachdenklich und ab und zu vor Spott
    triefend. Zu Lebzeiten schon bewundert, starb W.B 1908.


    Die fromme Helene.
    Wenn man von Wilhelm Busch hört oder liest, dann meistens
    von seinen Lausbuben Max und Moritz. Die möchte ich hier nicht vorstellen, da
    sie wohl eindeutig zu bekannt sind. Nein, die fromme Helene soll es sein. Denn
    die Helene hat nichts als Schabernack im Schädel. Ihre Eltern sterben, als
    Helene ganz jung war und man kann nur hoffen, dass Helene nichts mit dem Tod
    derer zu tun hat. Sie kommt zu ihren Anverwandten, die nichts Böses ahnen und
    doch bald mit ihm, bzw. ihr zu tun bekommen.


    Kaum bei ihren Verwandten angekommen, sieht sie das
    Nachthemd ihres Onkels und näht ihm die Ärmel und den Hals zu. Wie der Onkel
    sich quält, als er am Ende des Tages in sein Nachthemd schlüpfen will, kann man
    sich vorstellen.


    Es wird gereimt, dass die Balken sich biegen, denn alles ist
    in Versform verfasst. Kurz, knapp, knackig auf den Punkt gebracht. Und
    brüllkomisch. Ein kleines Schmankerl sei hier verraten:


    Helene schreibt einen Brief an ihren Vetter Franz:


    Der Onkel ist, gottlob, recht dumm,
    Die Tante nöckert so herum,
    und beide sind so furchtbar fromm;
    Wenn’s irgend möglich, Franz, so komm
    Und trockne meiner Sehnsucht Träne!
    10 000 Küsse von Helene


    Dass der „böse“ Onkel sich bald rächt, wird jedem Leser
    schnell schon klar. Doch Helene schlägt schon in der nächsten kleinen
    Geschichte zurück. Zu unserem Vergnügen, wenn
    ich das so sagen darf. Denn eines wird hier absolut genial bedient. Die
    Schadenfreude. Köstlich ist dann ihr Ruf, wenn sie zur Ordnung gerufen wird.


    „Ach“ – rief sie – „Ach! Ich will es nun
    auch ganz gewiss nicht wieder tun.“


    Natürlich „tut“ sie es wieder.
    Erwähnenswert ist auch noch die kleine Geschichte, in der
    sie der Katze eine Papiertüte an den Schwanz klebt und diesen dann mit Feuer ansteckt.
    Jedem Katzenliebhaber würde sich der Magen umdrehen. Mir auch, da ich mich ja
    auch zur Riege der Katzenliebhaber zähle.


    Ja, Helene heiratet natürlich auch. Sie bekommt auch Kinder,
    doch der Gatte erstickt an einer Gräte. Doch der Franz ist immer in ihrer Nähe
    und wird auch weiterhin ihr Gefährte sein, doch er betrügt sie mit dem
    Küchenpersonal, und das bekommt ihm gar nicht gut. Am Ende stirbt Helene an
    Kummer und Besäufnis. Und? Wie kann es anders kommen? Der Teufel holt sich nach
    einem kurzen Kampf mit dem Engel die Seele der frommen Helene. Und am Ende
    kommt natürlich, die Moral von der Geschicht.


    Mein Fazit:
    Köstlich, einfach nur köstlich. Meine Ausgabe dieser
    Geschichte ist natürlich gespickt mit Bildern, die den Handlungsverlauf
    deutlich machen und ich darf sagen, dass ich mich schon seit langem nicht so
    köstlich amüsiert habe und darf sagen, dass so mancher der heutigen Comedians
    sich eindeutig eine Scheibe von Wilhelm Busch abschneiden müsste.


    LG Ralf

    Jack London, geboren 1876 in San Franzisko, wächst in
    ärmlichen Verhältnissen auf, schlägt sich mit Gelegenheitsarbeiten durch, z. B.
    als Zeitungsausträger, räubert Austernbänke aus und heuert später als
    Robbenfänger an. Dort sammelte er auch die Eindrücke, die er in diesem Buch
    verarbeitete. Er holt später das Abitur nach und geht als Goldsucher nach
    Alaska. Diese Erlebnisse bescheren ihm Stoff für mehr als ein Dutzend
    Kurzgeschichten. Doch er erlebt sehr viel Armut und muss oft hungern. 1903
    gelingt ihm mit „Wenn die Natur ruft“ der Durchbruch. Fortan reist er viel
    durch die Welt, erlebt jedoch sehr viel Selbstzweifel, kann mit dem Geld, das
    er mittlerweile verdient, nicht umgehen, verfällt in Alkoholismus und stirbt
    1916 durch Suizid in Kalifornien.



    „Der Seewolf“ ist die Geschichte zweier Männer, die
    unterschiedlicher nicht sein können. Auf der einen Seite der bärenstarke und
    völlig skrupellose Wolf Larsen, der seinen Robbenfängerschoner „Ghost“ als
    Kapitän und Eigner mit eisenharter Faust regiert. Er scheut nicht davor zurück,
    mit seinen Strafmaßnahmen auch Teile der Besatzung zu töten.


    Auf der anderen Seite ist der Literaturkritiker Humphrey van
    Weyden. Er gilt als Schöngeist, dem Gewalt absolut fremd ist. Doch wie kommt
    ein Mann wie „Hump“, wie Wolf Larsen ihn verächtlich nennt, dazu, auf einem
    Robbenschoner zu sein? Das ist einfach erklärt: van Weyden wird von Wolf Larsen
    als Schiffbrüchiger in der Bucht von San Franzisko aufgelesen. Doch Wolf Larsen
    bringt ihn nicht einfach an Land, wie es vielleicht der Einfachheit halber
    angenommen werden könnte. Er nimmt ihn als Ersatz für ein zu Tode gekommenes
    Besatzungsmitglied. Er fragt natürlich nicht höflich, sondern bestimmt es
    einfach so. Van Weyden muss sich fügen und tritt seine Stelle als Küchenhelfer an.
    Dort in der Kombüse trifft er auf einen äußerst brutalen Koch, der ihn gleich
    von Anfang an brutal in die Pflicht nimmt. Das gefällt dem Larsen. Doch mit der
    Zeit lernen sich die beiden Protagonisten etwas besser kennen und auch hassen.
    Van Weyden fehlt etwas, so die Überzeugung des Larsen. Larsen ist der Meinung,
    dass „Hump“ die brutale Gewalt fehlt und auch die Kraft des
    Durchsetzungsvermögens. Denn Larsen besitzt beides, hohe Intelligenz und
    äußerste Gewaltbereitschaft. Wir verfolgen die Geschichte dieser beiden so
    unterschiedlichen Männer und erleben, wie sich die Ereignisse überschlagen, als
    später auch noch eine Frau dazukommt.


    Mein Fazit:


    Hätte Darwin diese Geschichte gekannt, hätte er sicherlich hemmungslos
    gejubelt. Denn hier ist eindeutig das Prinzip des „Survival of the fittest“
    gebraucht worden. Doch brutale Gewalt ist nicht unbedingt auch „the fittest“.
    Doch „Hump“ muss eingestehen, dass Larsen einen tüchtigen Mann aus ihm gemacht
    hat, der in der Lage ist, sich auch in schwierigen Situationen selbst zu
    helfen. Das zeigt sich gegen Ende der Geschichte, als es darum ging, die
    havarierte „Ghost“ wieder flott zu machen.


    Warum ich nun die Geschichte so faszinierend finde? Ganz
    einfach. Der Triumph des Geistes über die Körperlichkeit. Ich selbst identifizierte
    mich sofort mit „Hump“ und der Grobian Larsen ist ein Typ, der ich sicherlich
    auch gerne mal gewesen wäre, insbesondere dann, wenn „Fieslinge“ in dieser Welt
    meinten, Macht über mich haben zu müssen. Ich denke, dass eine vernünftige
    Mischung aus beiden Protagonisten das Ideal sein müsste.


    Viele Stunden spannender Lesespaß, der gerne auch mit einer
    Verfilmung untermauert werden kann, darf und sollte. Ich empfehle den
    ZDF-Vierteiler aus den siebziger Jahren mit einem absolut genialen Raimund Harmstorf
    als Kapitän Wolf Larsen. Viel Spaß damit, wenn
    es euch denn beliebt.


    LG Ralf

    Soo, "Schwarz" habe ich durch und habe mir auch gleich "Drei" dazu geholt. Da bin ich nun auch knapp halb durch und die Idee mit den Türen am Strand finde ich klasse. Das Orakel ist ein bisserl zu leicht zu durchschauen aber nun habe ich zwei Bücher fast durch und höre auch nicht mehr zu lesen auf.

    Herrlich. Ich arbeite in einer kleinen aber feinen Bücherei und kann den ganzen Arbeitstag lesen, wenn ich möchte. Das fällt gar nicht auf. Es ist sogar erwünscht, denn man macht ja schließlich gerne Werbung für den "eigenen" Laden. Natürlich habe ich auch noch Pflichten, die ich natürlich wahrnehme und die ich auch gerne wahrnehme. Aber neben der Arbeit bleibt eben noch eine Menge Zeit zum Lesen. Zuhause lese ich dann gerne weiter, doch so Sachen wie den Haushalt muss ich natürlich auch noch machen. Und wenn meine Frau Spätschicht hat und ich auch im Sportverein keine Pflichten habe, dann dürft ihr mal raten, was ich dann mache? Jaaaaa, lesen. Fernsehen ist zwar auch ganz nett, füllt mich aber nicht wirklich aus. Nur mein Schachbrett kann mich noch vom Lesen abhalten. Aber das ist ja denn eine ganz andere Geschichte.
    LG Ralf
    PS Um mal auf die Frage zu antworten: Im Optimalfall lese ich täglich bis zu acht Stunden und im negativsten Fall gar nicht. Aber ich sorge schon dafür, dass der Negativfall so gut wie nie eintrifft. :wink:

    Sugar
    Naja, das war ja auch nur mit einem Augenzwinkern gemeint. Natürlich soll, kann und darf meine Frau auch die Turm-Saga lesen. Warum auch nicht? ;-)


    Uups, da bin ich aber froh, dass ich mir die Bücher doch nicht kaufen werde. Ich habe entdeckt, dass "meine" Bücherei sämtliche Bände da hat. Und mit Schwarz bin ich bereits angefangen und ich muss sagen, dass ich ein wenig enttäuscht bin und froh, dass ich mir das Geld für alle übrigen Bände auch sparen kann. Lesen werde ich sie, jedoch keine 67 Mücken ausgeben, um diese Bücher zu besitzen. Enttäuscht bin ich deswegen, weil ich gedacht hatte, dass das Buch komplizierter sei. Die Handlung ist ja ganz einfach. Einfacher noch als Herr der Ringe. Und wenn ich ein Buch mit mehr als dreihundert Seiten in weniger als 24 Stnden lese, dann liegt es wahrscheinlich am geringen Niveau. Schade. #-o


    Ach ja, jemand hatte geschrieben, dass man zum Verständnis der Saga-Reihe diesen Band nicht zu lesen bräuchte. Das kann ich irgendwie nicht nachvollziehen, denn dann fehlt mir doch etwas.
    Insbesondere das Gemetzel in der Stadt hat mich ein wenig abgestoßen. Das hätte nicht sein müssen. Ansonsten ist die Geschichte bis jetzt sehr straight. Ich werde auf jeden Fall fortsetzen, auch wenn ich in vorhergehenden Sätzen ein wenig gemotzt habe. :uups:

    Meine Frau hat mir damit gedroht, sich "Biss zum Morgengrauen" von Stephenie Meyer zu holen. Meine Antwort darauf hat sie postwendend bekommen. Jetzt werde ich meine Drohung wahrmachen und mir die Turm-Saga von Stephen King holen. Hähä, das hat sie jetzt davon. :twisted:

    An und für sich ein gutes und schlüssiges Buch über die Entstehung des Staates Israel. Was mich an dem Buch gestört hat, sind die romantischen Anwandlungen, in denen die Frauen immer die Schutzbedürftigen und wenig mutigen sind. Natürlich sind die Männer alle stark, schützend, mutig und entschlossen. Barbara Cartland hätte das Buch wahrscheinlich auch nicht schlechter erzählt. Über die anderen "Werke" dieses Schriftstellers kann ich mich nicht äußern.

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