Beiträge von Kali

    Ich glaube eher, dass die damalige Post durchaus sehr schnell mit Reitern transportiert wurde. Was bei uns die Post von Thurn und Taxis, so gab es in England garantiert auch ein Pendant dazu. Sie sind ja auch per Post - also mit der Kutsche - gereist. Also das war bestimmt straff organisiert.

    Ich denke bei Fernreisen ist das schon richtig, allerdings sind die Entfernungen zwischen London und Mansfield Park bzw. zwischen den Nachbarn wahrscheinlich für einen Kurrier schneller zu bewerkstelligen gewesen als über ein Postamt dann eine Kutsche zu chartern für ein zwei Briefe. :-k

    Kapitel 37


    Leider musste Sir Thomas in diesem Kapitel seine bei mir schwer verdienten Pluspunkte wieder einbüßen. Interessant ist allerdings, dass er ähnlich denkt wie Henry: Er hat immer einen Schlachtplan im Kopf.
    In diesem Kapitel ist der Schlachtplan ziemlich oberflächlich. Nachdem das Vermissen von Henry sich bei Fanny irgendwie nicht schnell genug einstellen will, schickt er sie zu ihrer Mutter zurück. Die Idee dahinter: Wenn sie den Luxus nicht mehr um sich hat, dann lernt sie wenigstens, dass Geld liebenswert ist. Edmund stimmt dem Plan zu, sieht aber eher die emotionale Zusammenführung der Familie (wie gesagt, er ist eben auch ein Gefühlsmensch). William soll auch mitkommen und, ach ja, Mrs. Norris überlegt es sich auch. Zum Glück für die beiden Geschwister springt sie dann aber doch ab. Warum ist diese Frau eigentlich so unsagbar auf die Ausgaben von Sir Thomas fixiert? Es ist doch nicht ihr Geld und vom Erbe wird sie doch wahrscheinlich auch nichts sehen (wobei ich bei ihr die familiäre Verbindung nicht so ganz durchschaut habe...). Auf jeden Fall geht die Frau mal gar nicht! [-(


    Kapitel 38


    Fanny ist inzwischen mit ihrem Bruder William bei ihrer Familie angekommen. Die Begrüßung von den weiblichen Familienmitgliedern ist herzlich, die Herren der Schöpfung sind eher mit sich selbst oder mit dem Schiff beschäftigt. Kann man ja auch nachvollziehen, dass so ein olles Schiff wichtiger ist als die lange nicht mehr gesehene Schwester ](*,)
    Nun gut, William verschwindet (und mit ihm alle männlichen Personen) und schon wird es für Fanny bei ihrer Familie wieder etwas ruhiger. Sobald die Herren wieder auftauchen wird es leider wieder chaotisch und ich habe fast ein wenig das Gefühl, dass Sir Thomas' Plan aufgeht - Fanny sieht ihr Zimmer in Mansfield als wünschenswerten Luxus an. Ach ja, William scheint in seiner Uniform recht schnieke auszusehen, denn alle sind unsagbar stolz auf ihn und Fanny ist hin und her gerissen vom Anblick des Bruders...Kann ich nachvollziehen, ich liebe Männer in Uniformen und Anzügen (solange die einen Schnitt haben) :uups:

    Was mich aber wundert, in diesem Buch kommt die Post sehr schnell an. Ja fast so schnell wie heute.

    Naja, ich denke mal, dass die immer artig ihre persönlichen Kurriere hatten. Zumindest, wenn ich die Parallele zu Effi Briest und Co. ziehen darf...


    Ganz ehrlich, ich bin bei Kapitel 36 und überlege schon die ganze Zeit, wie Jane Austen es wohl noch hindreht, dass Edmund und Fanny zusammen kommen. Beide unsagbare Gefühlsmenschen und die Menschen um sie herum alles andere als emotional zugägnglich...
    Mal weiterlesen, wie es Jane Austen jetzt doch noch hindeichselt (bisher will ja jedermann Mr. Crawford für Fanny schmackhaft machen... sogar Edmund) :totlach:

    Hallo zusammen, ich hab mich auch wieder an das Lesen gemacht und muss zu meiner Schande sagen, dass ich bei Kapitel 34 stecke (immerhin :wink: ). Parisurlaub ist rum, daher hab ich auch mehr Zeit zum Lesen.

    also mir ist keine englische Zählweise aufgefallen - aber vielleicht hab ich es auch einfach überlesen

    Ich bin mir nicht sicher ob du die Ausführung wie two and forty meinst. Spontan hab ich keine Stelle gefunden (habe es also nicht als besonders wichtig markiert).

    Tja, und Edmund ist natürlich gleich wieder hin und weg von "seiner" Mary - au weia, der ist also auch nur hormongesteuert, wenn auch nicht so extrem wie Henry…. gut ausgehen kann das eigentlich nicht, ich glaub nicht daran, dass Mary sich doch noch zur Pfarrersgattin herablässt

    Wie könnte es denn auch anders sein. Ich hoffe es ist in Ordnung, wenn ich die anderen Kapitel jetzt nicht mehr genauer unter die Lupe nehme. An sich hat die Geschichte erst ab Kapitel 31 für mich so richtig Fahrt aufgenommen. So logisch das bei dem Alter des guten Stückes ist, so langwierig fühlt es sich für mich an. Aber nun gut, seit Herr Crawford Fanny einen Antrag gemacht hat, läuft die Familie rund. Keiner kann das Mädchen mit seiner Entscheidung in Ruhe lassen und jeder scheint eine eigene und wohl ungemein wichtige Meinung zu dem Thema zu haben. Sir Thomas hat für mich schon am Angenehmsten von allen reagiert, indem er Fannys Entscheidung ersteinmal akzeptiert hat. Wie ihr schon richtig festgestellt habt, lässt das Henry Crawford jedoch nicht ganz an sich heran.
    Leider hat er (was ich zuerst für ziemlich clever hielt) einen unsagbaren Fehler gemacht: Er hat Fanny von seinem Verdienst zur Beförderung ihres Bruders erzählt. Gute Idee einem ihrer wichtigsten Menschen unter die Arme zu greifen. Retrospektiv aber auch selten dämlich: Soll sie ihm jetzt aus unendlicher Dankbarkeit zu Willen sein? Scheinbar erwartet das ja jeder von ihr (anscheinend auch Edmund, wenn ich Kapitel 34 1/2 richtig verstanden habe). Schade, von ihm hätte ich mehr erwartet. [-(
    Alles in allem wird es für mich erst jetzt so richtig spannend und das Lesen kommtmir auch nicht mehr so langatmig vor. Gute Voraussetzungen also :thumleft:

    Haha, ich habe es geschafft, ich habe mal wieder etwas aufgeholt und meine Hausarbeit zu Wolfram von Eschenbach nimmt auch Gestalt an. Alles wird gut. Jetzt kann ich auch mal ordentlich zitieren, also ran an den Speck :applause:

    Dadurch war festgelegt, wer denn standesgemäß als Partner in Betracht kam - Liebe war absolut zweitrangig. Maria hat sich ja auch unter genau diesem Aspekt für ihren Mr. Rushworth entschieden und nicht, weil sie ihn als Mann so toll empfindet.

    Das System der Wahl ist mir schon bekannt. Nur habe ich das Gefühl gehabt, dass Jane Austen gegen das Establishment zumindest ein wenig rebelliert. Vielleicht habe ich da auch etwas zu viel erwartet. Wir werden ja sehen.

    da bin ich wieder. Und nachdem ich heute Morgen erst einmal 2 Stunden in einer Vollsperrung stehen durfte, habe ich auch lesetechnisch aufholen können

    Freut mich, dass du wieder aufgeholt hast, du hast mich sozusagen inspiriert (und dass ich gestern sturmfrei hatte, hat sicher auch nicht geschadet).

    Mir stellte sich die Frage, ob es eventuell unschicklich und unsittlich ist, Theater zu spielen. Irgendwie lässt er ja durchblicken, dass es sich für erwachsene Frauen nicht gehört, Theater zu spielen.

    Wenn ich es richtig verstanden habe ging es doch auch um einen Todesfall in einer sehr entfernten Verwandtschaft, oder? Allerdings finde ich es jetzt auch nicht auf die Schnelle. Allerdings finde ich deinen Ansatz auch gut möglich. Ich denke es geht eher um die Zurschaustellung bei dem Ledigkeitsstand. Eventuell wird das als eine Art Fleischbeschau wahrgenommen. Ich denke, dass private Schauspielereien durchaus häufiger vorgekommen sind, allerdings eben nicht mit solch extremen Veränderungen. Tische verschieben und ähnliches vielleicht, aber gleich einen ganzen Raum dafür in Beschlag nehmen und auch noch der Schreiner arbeiten lassen, das klingt in meinen Ohren etwas übertrieben. :-k

    Kapitel 18
    Jetzt geht es richtig hoch her Die Laienschauspieler zicken sich an, kritteln aneinander rum, jeder fühlt sich am größten und nimmt auf die anderen keinerlei Rücksicht.

    Haha, stimmt. Meine Güte hab ich mich weggeworfen. Dieses Gehabe in Richtung "Mir ist egal wen ich spiele" aber danach doch hoffen, dass jemand sich erbarmt und einem die Rolle aufgedrängt wird. Ich liebe es, wie Jane Austen mit diesem eigentlich Gemeinten aber dann doch anders Gesagtem umgeht. Bei Mrs. Norris und Co. hab ich mir das gut vorstellen können, aber es ist ein kleiner Freundeskreis, der sich ein Theaterstück aufzuführen überlegt, da habe ich doch ein wenig mehr Offenheit gegenüber einander erwartet. Vielleicht wird das ja noch werden, ich bin auf jeden Fall gespannt, wann jemandem wie der Kragen platzt.

    Das Kapitel endet mit einem wahren Cliffhanger als alle zusammen proben und plötzlich Sir Thomas im Hause eintrifft.

    Ich bin bisher noch nicht dazugekommen weiterzulesen, allerdings fand ich den Cliffhanger echt super. Langsam wurde die Theaterdebatte doch etwas fade und trocken. Wobei so eine detailliertere Ausarbeitung der Schulzimmerszene zwischen Edmond, Fanny und Ms. Crawford wäre sicher auch interessant gewesen. :scratch: Aber nun gut, ich stürze mich mal wieder in das Austengetümmel und gebe gelegentliche Lebenszeichen, macht irre viel Spaß mit euch zu lesen!

    Huiui, es tut mir leid, ich bin wieder etwas hinterher. Nun gut, immerhin ist Kapitel 12 schon durchgelesen und jetzt kommen meine Anmerkungen.

    Essen - Besichtigung mit Spaziergang - Essen - Heimfahrt. Und reden dann von Stress. Einfach wundervoll, wie das damals war.

    Den stressigen Alltag hätte ich auch gerne. Wobei man schon sagen muss, dass die Damen doch so einiges erlebt haben, vielleicht ist das bei ihnen schon Anstrengung pur :-k

    Mrs Norris in der Barouche Ist das ihr ernst, den am schwierigsten zu haltenden Korb mal wieder Fanny zu geben?

    Oh Gott, ich dachte ich müsste losschreien. Wenn die gute Mrs. Norris doch schon sagt, dass sie den Korb auf ihren Schoß nimmt, dann soll sie das auch gefälligst machen und nicht die arme Fanny wieder damit belasten. Furchtbare Frau, diese Mrs. Norris. :wuetend:


    Kapitel 12: Der ominöse Ball
    Jaja, in diesem Kapitel zeigt uns Jane Austen die schöne Welt der Brautschau in ihrer Zeit. Und die üblichen Verdächtigen sind auch da - zwei ältere Damen, die mal wieder die Welt verkuppeln wollen. Mrs. Norris hat mich schon wieder zum Schreien gebracht. Wen interessiert denn bitteschön, wie viel jemand verdient? Das sollte nicht die Grundlage sein, auf der man sich zu einer Ehe entschließt. (Ja, ich weiß, andere Zeiten, aber seien wir mal ehrlich. Die Gesellschaft um Fanny zeigt sich doch als aufgeklärter und liberaler als man meint)


    So, ich mach mich mal an Kapitel 13 und fordere meinen Liebsten zum Tanz (was ohnehin mit einem irritierten Blick abgelehnt werden wird, aber Hauptsache Spaß dabei gehabt :wink: )

    Kapitel 9: Nach der idyllischen Fahrt durch die Gegend, kommt unsere illustre Runde also in Sotherton an und den Empfang fand ich eigentlich ganz nett (etwas spießig, aber nett). Auch wenn ich von Edmunds Gefühlen gegenüber Miss Crawford enttäuscht bin, er hat noch einmal etwas an Ehre zurück geholt. Immerhin verteidigt er Fanny und kann auch super sticheln. Ich hab mich weggeworfen, als die gute Miss Crawford sich so zynisch über die Kirche geäussert hat und dann *ups* weil Edmund auch noch genau diesen Beruf ergreifen. fanny gegenüber Miss Crawford. Mr. Crawford stellt sich ja alles ein wahrhaftiger Komiker an: Maria so in Bedrängnis zu bringen... aber, immerhin konnten alle am Ende herzlich lachen. Die Diskussion um Edmunds Berufswunsch fand ich wieder herrlich flach und dem Standesdünkel verpflichtet, nur der Letztgeborene soll das Priesteramt anstreben, der Zweitgeborene kann ja sicher noch was erben. Schön fand ich auch die Reflexion von Austens Charakteren, die uns eine einzigartige Definition von never in gesprochenem und gemeintem Kontext vorlegen. Und dann war da noch der Spaziergang... Ich musste kurz überlegen, ob ich mich von der folgenden Beschreibung angegriffen fühlen sollte, hab mich dann aber doch für das herzhafte Lachen entschieden: "for he was not yet so much in love as to measure distance, or reckon time, with feminine lawlessness." Auch die anschließende Uhrendiskussion ist zu herrlich, als würde Edmund Miss Crawford mit seiner Taschenuhr bedrohen. Mich hat in diesem Kapitel aber eines schon stutzig gemacht - Fanny arbeitet doch eigentlich permanent und wird trotzdem nicht stärker...Warum? Ist das die damals wohl häufig verbreitete Schwindsucht? (Weil ich von meinem Handy aus schreibe, klappt das mit zitieren von euren Beiträgen nicht so. Morgen Abend hab ich wieder Ruhe und kann dann am Rechner arbeiten. Ich freu mich schon darauf, was der Tag auf Sotherton wohl noch so bringen wird)

    Bisher weiß ich auch noch nicht ganz, was ich von Miss Crawford halten soll. Sie hat ziemlich kritische Ansichten über die Ehe, erscheint mir aber ebenso hochnäsig wie die beiden Miss Bertram.

    Oh ja, da kann ich dir nur zustimmen. "Among admirals, large enough; but [...] we know very little of the inferior ranks. Post-captains may be very good sort of men, but they do not belong to us." Oh bitte, wie versnobt ist das denn? Vor allem die Begründung danach, dass die Männer ja ohnehin nur massig Geld ranschaffen sollen. Ich bin schon fast enttäuscht von Edmunds Gefühlen [-(

    Erwähnen möchte ich hier aber noch, dass ich extreme Schwierigkeiten hatte, dem Gespräch bei Tisch zu folgen. Teilweise wusste ich überhaupt nicht, wer da etwas sagt.

    Ich musste meist auch zurückspringen und ganz ehrlich, hättet ihr mir nicht gesagt, wer jetzt alles bei dem Ausflug dabei ist, dann hätte ich da gar nicht mehr durchgeblickt. Manchmal hätte Frau Austen auch gerne einen Namen mehr fallen lassen können (besonders bei großen Gesprächsrunden), aber unter Umständen will sie uns ja auch die Auswechselbarkeit der Figuren damit zeigen und somit den von meiner Seite schwer vermissten Individualismus herausstellen.

    Fände ich auch nicht schlecht, denn ansonsten würde ich wohl diese Woche auch noch in Verzug kommen.

    Da bin ich auch gerne dabei. Bin ja schon ein wenig in Verzug :pale:

    Huiuiui, ich bin zwar etwas am Schwimmen, aber ich gebe nicht so schnell auf. Kapitel sechs wird heute noch gelesen (morgen ist bei mir wieder ruhiger, dann wird das auch wieder mit aufholen...) :uups:

    Edmond der Gute verkauft eines seiner Pferde, um ein Damenpferd zu kaufen. Der Mann ist zu gut und zu sympathisch.

    Zum Glück habt ihr mich aufgeklärt, dass die Charaktere sich per se erstmal treu bleiben, ansonsten fände ich das so sympathisch, dass Edmund durchaus auch noch in das komplette Gegenteil gekippt wird. Bisher hatte ich nur Klassiker gelesen, die so einen bösen Plot-twist im Bereich der Charakterdarstellungen hatten.

    Genau, nur deswegen - aber tatsächlich macht das für ein Mädchen der damaligen Zeit einen enormen Unterschied, ob sie in einem mittellosen Haushalt ohne Erziehung aufwächst oder in einem höhergestellten, wo sie zwar nicht der Familie gleichgestellt ist, aber doch mehr gesellschaftliches Ansehen durch ihre Bildung erlangt

    Naja, allerdings kümmert sich in der "Erzieherfamilie" auch nur Edmund um so etwas wie eine adäquate Erziehung. Niemand kümmert sich um die Ausbildung, die gerade über die minimalsten Grundlagen (ein wenig Französisch) hinausgehen, außer eben der Cousin.


    Squirrel, du hattest Recht mit Kapitel vier. Die Stutenbissigkeit, die ich gerochen habe hat sich sauber ausgelegt. :twisted: Wobei ich feststellen muss, dass die klassischen Klischee-Damen auch unsagbar langweilige (dafür aber reiche) Herren aussuchen, naja, wenn sie damit glücklich werden, mir soll es recht sein.


    Zu Kapitel fünf hätte ich mal eine Frage. Bei mir werden im Buch "B-- races" genannt. Sind die bei euch auch so abgekürzt? Als Mensch mit einem gewissen Sinn für Doppeldeutigkeit war ich ein wenig irritiert, allerdings ist das sicher nur eine nicht weiter zu definierende Pferderennklasse, oder? 8-[:-k
    Habt ihr mit der Argumentation von Edmund die in Kapitel fünf gemeint? Ich finde, dass er in diesem eine sehr schlüssige Argumentation gegen das bestehende gesellschaftliche System aufbaut und Fanny "nur" als ein Beispiel nutzt, um die Undurchlässigkeit und die unfairen Chancen darzustellen. Er klingt ja schon fast wie eine männliche Suffragette. Sehr sympathisch mal wieder... Wo waren diese Herren denn, als es tatsächlich um etwas ging? Manchmal sollte man fiktionale Charaktere in die Gesellschaften ihrer Zeit transferieren können. Nun gut, es ist wie es ist, eine schöne Geschichte und deswegen werde ich mich jetzt an Kapitel sechs begeben. :study:

    Haha, auch ich bin endlich angekommen. Ich muss gestehen, dass ich im ersten Kapitel im Original so ein wenig meine Problemchen hatte. Wer da wieder mit wem wie verwandt ist... Naja, nicht so wild. Jetzt hab ich mal einen groben Überblick.
    Ganz genau verstanden habe ich allerdings noch immer nicht, warum die kleine Fanny jetzt zu ihren Verwandten soll. Nur wegen der Erziehung? Wie dem auch sei, jetzt ist sie zumindest mal in dem standardisierten britischen Klischee-Snobisten Haus angekommen.

    Mrs Norris wobei ich grinsen musste: keine Ahnung, ob J.K. Rowling dieses Buch kennt, aber ich glaube schon, denn die böse Miezekatze des bösen Hausmeisters Mr. Filch in Hogwarts heißt ja auch Mrs. Norris

    Das ist ja interessant, das hab ich ja noch gar nicht bemerkt. Ich denke schon, dass Frau Rowling das Buch kennt, schließlich ist es ja doch schon ein gewisser Klassiker. :D

    Edmund ist der Gute und Mitfühlende

    Ich hoffe er bleibt es auch. Wenigstens ein idealistischer Gutmensch in diesem doch recht arroganten Hause. Immerhin kümmert er sich mal um Fanny anstatt sie links liegen zu lassen. Gut, alles kann er auch nicht richtig machen, aber zumindest gibt er sich ein wenig Mühe und kümmert sich um sie. Ich befürchte ich würde einen Schreikrampf bekommen, wenn auch er sich als elitärer Schmock entpuppen würde.

    Ich hab die heutigen Kapitel auch gelesen und ich muss gestehen, dass ich mich noch etwas schwer mit der Sprache tu. Ich bin immer etwas verwirrt wenn Verwandschaftsverhältnisse dargestellt werden, das bekomme ich dann net so schnell mit.

    Keine Sorge, ich denke die meisten Originalleser (auch und besonders ich :-, ) haben dieses kleine aber feine Problem. Besonders die Verwandtschaften haben mir am Anfang auch Schwierigkeiten bereitet, aber mit der Zeit (ab ca. Kapitel 1,5) war ich dann doch soweit drin, dass es läuft. Nur nicht aufgeben! :friends:


    Zu Kapitel drei: Wie schön, dass sich Fanny ganz umsonst Sorgen gemacht hat, jetzt will die gute Frau Norris sie gar nicht, sondern lieber noch ein Zimmer für einen Freund. Ich frage mich so ein wenig, wer sich denn dieser furchtbar emotionslosen Dame als Freund anbieten will, aber nun gut, scheinbar gibt es da jemanden. :-s
    Bin mal gespannt wie das zwischen den Mädels weitergeht. Ich stimme zu, dass sie "Moral-Blondchen" (auch hier ist das Klischee gemeint, die Blondinen in unserer Gruppe ordnen sich hoffentlich nicht in diese Klischeekiste) sind, aber jetzt dürfte doch langsam die Stutenbissigkeit und das Gesuche nach dem reichen Traumprinz für beide losgehen.

    Hallo meine Lieben. Heute bin ich leider noch nicht zum Ende des ersten Abschnitts gekommen, aber ich eile morgen umgehend nach. Was ihr bisher so alles besprochen habt, klingt schon faszinierend...vor allem die Frage nach dem Sympathieträger Nummer eins. Bis morgen

    dieser Empfehlung kann ich mich nur anschließen: nachdem wir hier schon 4 Romane von Jane Austen gemeinsam gelesen haben, haben sich die Übersetzungen Grawes immer als die besseren herausgestellt. Den direkten Vergleich hatten wir ja immer, da ich die englischen Originale lese :)

    Darf ich mich spontan anschließen (ich würde auch das englische Original lesen, wenn das in Ordnung geht). Ende Februar passt mir eigentlich ziemlich gut, aber ich bin da auch gerne mal flexibel :wink: Wenn meine Zulassungsarbeit zu stressig wird, dann müsste ich leider abspringen, aber ein Versuch ist es allemal wert...besonders mit einer so angenehmen Gesellschaft :cheers:

    Plötzlich Shakespeare hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Mit seinem leichten und amüsanten Sprachgefühl konnte ich auch entspannt am Aband mal eben ein zwei Kapitel mehr lesen als bei anderen Büchern. Ich schließe mich Janine2160 gerne an und kann es nur empfehlen. :thumleft:

    Das ist für mich auch kein Problem, wenn du den Beitrag nicht likest. Ich habe eher eine Reportage über die Menschen die es betrifft erwartet, etwas, das man von dem Titel durchaus auch erwarten kann. Dass es kein Pro AKW Buch ist, dürfte dem Titel nach mehr als eindeutig sein. Allein die eingeschränkte Sichtweise auf die Politik und nicht so sehr auf die wirklich betroffene Bevölkerung hat mich gestört. Bei einem Buch über die Tschernobyl Katastrophe brauche ich keine Schwenkerei von Parteienfähnchen, sondern erwarte Berichte von Betroffenen, deren Leben wirklich extrem eingeschränkt wurde. Alles andere ist für mich reine Anbiederung und das, tut mir leid, ist ein Großteil des Buches.

    Klappentext:


    >>In meiner Vorstellung war dieser Ort seit 1986 immer eine Kulisse aus einer anderen Welt gewesen, ein bisschen Blade Runner, ein bisschen I am legend, eine apokalyptische Filmwelt irgendwoe hinter dem Eisernen Vorhang. 2003 sah ich dann die ersten Werbeanzeigen für >>All-inclusive-Zonentouren<<, und der Reaktor verwandelte sich in meinem Kopf in ein Touristenparadies, ein ukrainisches Neuschwanstein, in dem nur noch die Souvenirläden fehlten, die Aschenbecher in Reaktorenform oder Eieruhren im Geigerzähler-Design feilboten.<<


    Leseeindruck:


    Merle Hilbk hat mit ihrer nunmehr dritten Veröffentlichung den Versuch einer Reportage über den GAU in Tschernobyl zu verfassen gestartet. Thematisch könnte man fast meinen, dass es sich um einen Selbstläufer handelt. Menschen sind meist von unsagbaren Katastrophen fasziniert. Um sich jedoch vor der Anschuldigung einer zu großen Anbiederung zu schützen, wählte Frau Hilbk die Reportage als Format.


    Der Plot:
    Wie bereits erwähnt handelt es sich um eine Reportage, wobei eine schleichende Indoktrination hin zu "werdet doch alle bitte Grünen-Wähler und AKW Gegner" besonders im letzten Abschnitt des Buches mehr als nervig ist. Merle Hilbk erzählt von ihrer Reise durch das Gebiet um den havarierten Reaktor Tschernobyl. Den Beginn macht sie bei ihrem ersten Besuch in der Sperrzone, dicht gefolgt von der langatmigen Erklärung wie sie Kontakt zu Einheimischen durch Einheimische in einer Schule erhält. Immerhin gelangt die Autorin so zu den Zeitzeugeninterviews, welche durchaus so manch interessantes Detail liefern. Die Erwähnung der diversen Initiativen zur Unterstützung von betroffenen Kindern ist hierbei durchaus interessant, deren interne Zerfleischung durch Machtkämpfe hingegen hätte sie auch gerne streichen können. Gegen Ende entspinnt sich ein beinahe dekadent auffälliger Aufruf sich doch den Grünen anzuschließen oder zumindest bei AKW Demos aufzutreten. Zumindest liest sich so mancher Satz extrem in diese Richtung. Bezeichnend ist auch, dass Frau Künast ein wenig mit ihr reden darf, andere Parteien aber bitte nicht unbedingt mitreden sollen. Da rettet auch der Quoten AKW Freund nichts. Das Ende ist gekennzeichnet durch einen pseudoverschwörerischen Verdachtsmoment, der allerdings mehr als nur hahnebüchen und aufgrund der Dauer nervig ist.


    Zu den Fakten:
    Die kurzen Einschübe von Interviews mit Betroffenen sind äußerst interessant. Schade nur, dass sich von diesen im ganzen Buch nicht allzu viele zu finden sind. Die Beschreibung sowie die Fotografien sind ebenfalls sehr schön eingeflochten. Vor allem die Episode mit der leichtbekleideten Direktorenfreundin, die sich laziv auf hochverstrahltem Gebiet räkelt ist mehr als nur ein Schmunzeln wert. Praktisch ist auch die Zonenkarte im vorderen Buchdeckel, falls man sich selbst mal auf einen kleinen Zonentrip begeben will. Achja, und falls man sich nicht so ganz sicher ist, wie eine Bescheinigung zum Eintritt in die Zone aussieht, die wird ebenfalls fotografisch vorgelegt. Allerdings ist die kyrillische Schrift nicht so mein Steckenpferd und die Geschichte, die zu diesem Bild aufgetischt wird mehr als fragwürdig und teilweise schon ermüdend langweilig.


    Fazit:
    Wer sich für die Vorgänge im und um das AKW Tschernobyl interessiert, der kann sich sicherlich mit besseren Werken eindecken. Wenn man allerdings den Nerv hat sich nicht durch pathetisches Gesäusel und ständiges "Atomkraft nein danke!" Gerede abhalten zu lassen, dann kann man durchaus den Wert des Buches entdecken. Neben detaillierten und sehr schönen Beschreibungen der Landschaft, die durchaus auch amüsant sein können, liefert "Tschernobyl Baby" eine Vielzahl an interessanten Einsichten in das Gefühlsleben der wirklich Betroffenen (und der Autorin...).


    Das Buch erhält von mir :bewertung1von5::bewertung1von5: :bewertungHalb: , denn das pathetische Geblubber war mir dann doch gegen Ende zu viel. Schade drum...

    Keine Sorge Tiniii und Hirilvorgul, das Problem kennen glaub ich alle hier im Büchertreff. :friends:
    Macht euch keine Sorgen, irgendwann sind Zeit und Muße spontan wieder bei euch und dann könnt ihr Sherlock und Watson auch so richtig genießen. :wink:
    Für meinen Teil muss ich gestehen, dass ich zwar "The man with the twisted lip" und "The blue carbuncle" gelesen hab, allerdings komm ich nicht richtig zum Posten, da grundsätzlich mein Kopf sagt: "Vergiss die Hausarbeit nicht, du muss noch die Hausarbeit schreiben..." Ärgerlich, kann ich da nur sagen.
    Aber keine Sorge, sobald ich das erste Kapitelchen weg habe schreib ich hier auhc mal ne ordentliche Meinung zu den beiden Geschichten...