Bücherwichteln im BücherTreff

Beiträge von Alianne

    Jetzt musste ich doch ganze 26 Jahre alt werden, um mir dieses tolle Buch endlich für meine Sammlung zuzulegen...


    Die Geschichte wird den meisten altbekannt sein, vielen auch durch die wunderschöne Umsetzung der Augsburger Puppenkiste. Hier aber trotzdem noch eine kurze Inhaltsangabe:


    Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer leben mit dessen Lokomotive Emma, Frau Waas, Herrn Ärmel und König Alfons dem Viertel-vor-Zwölften auf der sehr sehr kleinen Insel Lummerland. Glücklicherweise ist Jim, der vor einigen Jahren als Baby in einem Postpaket zugestellt wurde, noch kein ganzer Untertan, sondern nur ein halber, so daß noch alle Platz haben.
    Doch früher oder später würde es zu eng werden und so will Lukas mit seiner Emma auswandern. Doch sie haben nicht damit gerechnet, daß Jim seinen besten Freund natürlich nicht alleine ziehen lassen würde.


    Und so machen sich die drei auf die Suche nach Ihrem Platz in der Welt. Dabei kommen sie nach Mandala (in früheren Ausgaben hieß es noch China), wo der Kaiser um seine verschleppte Tochter weint. Also machen sich Jim und Lukas auf, die Prinzessin aus dem Herzen der Drachenstadt zu befreien. Dabei durchqueren sie gefährliche Schluchten, riesige Wüsten, Vulkanlandschaften, begegnen Scheinriesen, Halbdrachen und viel, viel mehr.


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    Eine tolle Geschichte, die meiner Meinung nach gerade auch für jüngere Kinder geeignet ist. Die Erzählweise ist teilweise erklärend, ohne daß dabei jedoch der Erzählfluß ins Stocken kommt. Die Geschichte ist nicht zu kompliziert, dabei aber trotzdem spannend und interessant.


    Ich liebe die Geschichten von Michael Ende und kann auch diese nur wärmstens empfehlen.

    So. Nachdem ich lange drumherum geschlichen bin (wie man an den zeitlichen Abständen meiner Posts hier sieht) hab ich mir das Buch endlich gekauft.


    Ich habe aus Kosten- und Authentizitätsgründen allerdings die englische Version gelesen.


    Inhalt:


    Die Geschichte handelt von Max Tivoli, der Ende des 19. Jahrhunderts mit einem seltsamen Gendefekt auf die Welt kommt: Geistig entwickelt er sich völlig normal. Sein Körper jedoch entwickelt sich rückwärts. Er wird mit dem Aussehen eines (sehr kleinen) 70-jährigen geboren, doch mit jedem Jahr, daß er altert, verjüngt sich sein Körper um ein Jahr.


    Als er sich mit 17 und dem Aussehen eines Mitt-Fünfzigers unsterblich in die 14-jährige Alice verliebt, ist das Drama vorprogrammiert. Daß er ein Verhältnis mit ihrer Mutter hat, macht die Sache nicht einfacher. Und als er Alice seine Liebe gesteht, ziehen Mutter und Tochter weg von dem alten "Lüstling" aus dem Obergeschoß.
    Jahre vergeblicher Suche folgen, er scheint dazu bestimmt zu sein, sein Leben ohne Alice zu leben.


    Doch dann, als er Mitte 30 ist und sein Aussehen einmal in seinem Leben seinem tatsächlichen Alter entspricht, bekommt er eine zweite Chance. Aber wie lange kann es gut gehen, bevor sich sein Körper offensichtlich in die falsche Richtung verändert?


    Und wie soll sein Leben enden?


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    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist in Retrospekt geschrieben, von Max als ca. 60-jährigem, der im Körper eines 12-Jährigen lebt.


    Teilweise ist das Buch philosophisch angehaucht, rückblickend analysiert Max sein Leben, bewertet Entscheidungen, die er in jugendlichem Leichtsinn getroffen hat unf gibt Weisheiten von sich. Das fand ich sehr nett. Ich fand diesen Blick, den man aufs Leben hat, wenn man schon viel davon gesehen hat, schön umgesetzt.


    Das Buch beginnt mit dem Satz: „Jeder von uns ist die Liebe im Leben eines anderen.“
    Und wenn man die Geschichte von Max Tivoli liest, scheint es zu stimmen.


    Fazit:
    Ein sehr schönes Buch. Allerdings mit "Die Frau des Zeitreisenden" nicht zu vergleichen. Es ist keine klassische Liebesgeschichte. Diese bietet nur eine Rahmenhandlung für eine ungewöhnliche Geschichte und eine sehr interessante Lebensbetrachtung.
    Also: Nichts zum wirklich mitseufzen, dennoch meiner Meinung nach sehr empfehlenswert.

    Danke für die Vorstellung! Krüss' Gedichte habe ich als Kind auch geliebt und finde sie heute noch toll.
    Ich hatte (bzw. habe irgendwo in einem Karton voller Bücher) ein ganzes Gedichtbuch von ihm. Leider scheint es bei Amazon nicht mehr erhältlich zu sein, den ISBN-link stell ich aber trotzdem mal rein.


    Mein Lieblingsgedicht war auch das "Titelgedicht":


    Der Zauberer Korinthe


    Es lebte einst ein Zauberer,
    Kori, Kora, Korinthe.
    Der saß in einem Tintenfaß
    und zauberte mt Tinte.


    Wenn jemand damit Briefe schrieb
    und schmi und schma und schmollte,
    dann schrieb er etwas anderes,
    als was er schreiben wollte.


    Einst schrieb der Kaiser Fortunat
    mit Si, mit Sa, mit Siegel:
    "Der Kerl, der mich verspottet hat,
    kommt hinter Schloß und Riegel!"


    Doch hinterher las man im Brief,
    vergni, vergna, vergnüglich:
    "Der Kerl, der mich verspottet hat,
    der dichtet ganz vorzüglich!"


    Da schmunzelte der Zauberer,
    Kori, Kora, Korinthe
    und schwamm durchs ganze Tintenfaß
    und trank ein bißchen Tinte.


    Ein andres Mal schrieb Archibald,
    der Di, der Da, der Dichter:
    "Die Rosen haben hierzuland
    so zärtliche Gesichter."


    Er hat von Ross- und Lilienhaar
    geschri, geschra, geschrieben,
    doch als das Liedlein fertig war,
    erzählte es von Rüben.


    Da schmunzelte der Zauberer,
    Kori, Kora, Korinthe,
    und schwamm duchs ganze Tintenfaß
    und trank ein bißchen Tinte.


    Heut schrieb der Kaufmann Steenebarg
    aus Bri, aus Bra, aus Bremen
    an seinen Sohn in Dänemark:
    "Du sollest Dich was schämen!"


    Doch als der Brief geschrieben war,
    mit Schwi, mit Schwa, mit Schwunge,
    da stand im Brief:"Mein lieber Sohn,
    Du bist ein guter Junge."


    Da schmunzelte der Zauberer,
    Kori, Kora, Korinthe
    und schwamm durchs ganze Tintenfaß
    und trank ein bißchen Tinte.


    Und wer das Lied nicht glauben will,
    vom Schri, vom Schra, vom Schreiben,
    der ist wahrscheinlich selber schuld
    und läßt es eben bleiben.


    James Krüss

    Zitat

    Original von Crowley
    Für mich war Moers immer nur der Typ der "Das kleine Arschloch" und "Käptn Blaubär" gemacht hat, also ein Comicmacher, die "Stadt der träumenden Bücher" hat mich eines besseren belehrt.


    So ging es mir auch. Und Käpt'n Blaubär aus der Sendung mit der Maus war mir nicht mal sonderlich sympathisch. Und das kleine Arschloch erst recht nicht.


    Aber die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär haben mich völlig umgehauen. Wenn Dir die Stadt der träumenden Bücher gefallen hat, kann ich Dir den Blaubären und Rumo auch sehr empfehlen.

    Meeensch, ich warte seit Ewigkeiten darauf, daß die TB-Version von dem englischen Verlag, bei dem ich auch die anderen Bartimäus-Bücher gekauft habe, auf den Markt kommt. :bounce:
    Das kommt davon, wenn man immer die billigsten nimmt (oder die mit dem hübschesten Cover.) Die anderen gibt es schon ewig als TB. ](*,)


    Aber im September dann... ich habs mit schon notiert. Bartimäus finde ich total cool. Es geht doch nichts über ein bisschen bitterbösen Sarkasmus gepaart mit tollem Humor. Ich bin schon sehr gespannt auf den 3. Teil!

    Hmmm, also den Vogelmann von Mo Hayder fand ich ja super. Trotz der sehr grafischen Beschreibungen. Und normalerweise bin ich da auch nicht so empflindlich.
    Aber "Die Behandlung" hat mich echt an die Grenze des Nichtweiterlesens gebracht.
    Lag wahrscheinlich auch an der speziellen Thematik


    Ist dann Tokio was für mich?

    Mir fallen auf Anhieb ein paar Jugendbücher ein.


    Bei Alanna- das Juwel der Macht stirbt einer der Helden, der zudem der Geliebte der eigentlichen eldin ist. - Hoch tragisch.


    Und was ich viel schlimmer finde - und ja ich weiß, ich komme immer wieder auf das Buch zurück- im dritten Band der Lyra-Listenreich-Trilogie von Phillip Pullman stirbt keiner der Helden, aber die beiden, die sich grade gefunden und verliebt haben müssen für immer - und ja, ich mein immer, das wird leider völlig klar- auseinander gehen.


    Und das finde ich noch viel härter. Zu wissen, daß die beiden Kinder alleine alt und grau werden und immer noch an sich denken und hoffen trotzdem nie zusammen kommen können. :cry: *schnief*

    So richtig, richtig warm geworden bin ich auch erst beim zweiten Mal lesen.
    Beim ersten Mal hat es mir schon ganz gut gefallen, aber jetzt bin ich völlig begeistert.


    Moers' Phantasie haut mich jedesmal aufs neue um. Allein die Worte, die Hildegunst von den weinenden Schatten lernt. Und die ganze Beschreibung der Welt. Zieht es euch nicht auch alle nach Buchheim?
    Prasselnde Feuer, bequeme Lesesessel, leckeres Essen und Bücher, Bücher, Bücher...

    Hmmmm, genau betrachtet, sehe ich auch weniger wirkliches Kopfkino, sondern bin da mehr in Gefühlen und Stimmungen versunken.


    Vielleicht leigt es auch daran, daß ich sehr schnell lese, aber bei mir gibt es selten fertig ausgearbeitete Szenen und Personen. Gerade bei Personen sind es eher vage Eindrücke. Deshalb könnte ich auch, wenn ich eine sehr begabte Zeichnerin wäre z.B. keine Figuren aus Büchern malen.


    Dafür bin ich sehr anfällig für Gefühle und Stimmungen in Büchern, spannend, traurig, lustig, glücklich - das überträgt sich bei mir eher.


    Ich vermisse die konkreten Bilder aber auch nicht, weil mir Bücher trotzdem sehr viel geben. Und manche sind dann wieder so konkret beschrieben, daß die Bilder dann doch von ganz alleine entstehen.

    Meine Favoriten sind die Bücher der Trilogie um Lyra Listenreich von Philip Pullman.


    Der goldene Kompass, Das magische Messer und Das Bernsteinteleskop


    Die wurden letztes Jahr auch von uns hier im Forum mit dem Booke für das beste Jugendbuch ausgezeichnet und ich kann sie nur allerwärmstens empfehlen.

    Mir ist jetzt grade auch noch was eingefallen


    Zum einen Wäre da "Duplik Jonas 7" von Birgit Rabisch


    Zitat

    Kurzbeschreibung von Amazon
    Jonas ist ein Duplik. Er lebt mit vielen anderen Dupliks in einem sogenannten Hort, abgeschottet von der Welt, und muss nichts anderes tun als Sport treiben, sich richtig ernähren und auf seine Gesundheit achten. Nur eine Bedrohung gibt es in diesem idyllisch anmutenden Leben: den FRASS.


    Eine Krankheit, die plötzlich und unbemerkt auftritt, die alle Organe befallen und die nur mit der sofortigen Entfernung des jeweiligen Körperteils »geheilt« werden kann. Die grausame Wirklichkeit, die dahinter steckt, ahnt keiner der Dupliks: Sie sind genetische Zwillinge von in der »normalen« Welt lebenden Menschen und müssen jederzeit als Ersatzteillager fungieren. Eines Tages ist auch Jonas vom FRASS befallen.


    oder was mir auch sehr gut gefallen hat war "Ganesh oder eine neue Welt" von Malcolm J. Bosse


    Zitat

    Kurzbeschreibung von Amazon
    Der junge Amerikaner Jeffrey lebt mit seinen Eltern in Indien. Er denkt und fühlt wie ein Hindu und wird von seinen indischen Freunden nach der Hindu-Gottheit Ganesh »Überwinder der Hindernisse« genannt. Als seine Eltern sterben, spürt er jedoch, dass er von den Indern nicht als ihresgleichen anerkannt wird. So kehrt er nach Amerika zurück. In den USA muss Ganesh feststellen, wie schwer sich indische mit amerikansicher Lebensweise verbinden lässt. Aber bald zeigt sich, dass der indische Name Ganesh für Jeffrey zum Symbol des Überlebens in der neuen Welt wird.[/I]



    Beide Bücher sind dtv-Jugendbücher und umfangmäßig recht überschaubar, haben mir damals aber gut gefallen und ließen sich über das Buch hinaus auch noch ganz nett interpretieren (Gebtechnologie/Klonen bzw. Kulturproblematik), je nachdem was eure Aufgaben sind.

    Ich lese das Buch auch gerade. Ich muss allerdings sagen, daß ich nach Bill Bryson's down under bzw. Frühstück mit Känguruhs, wie es im deutschen heißt, deutlich mehr erwartet hätte.


    Es ist schon ganz nett aber irgendwie wiederholt sich doch alles. Er kommt von einem kleinen, fast vergessenen, von arbeitslosigkeit überschattetem Dorf im Norden Englands zum anderen. Alles sind sie sich irgendwie ähnlich und kaum mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und alle haben sie ihre kleinen, rauchigen Hütten und den insgesamten Flair eines alten Dorfs durch irgendwelche Betonbausünden der 50er und 60er Jahre ruinieren lassen.
    So nach 5/6 Beispielen hatte ich das verstanden... Es reicht...


    Aber wie gesagt: Eigentlich mag ich Bill Bryson und da er vom ersten buch noch einen dicken Bonus bei mir gut hat, werde ich mal tapfer weiter lesen und schauen, ob sich noch was interessantes ergibt.


    Der Anfang hat mir immerhin gut gefallen, als er schildert, wie er zum ersten Mal in England gelandet ist.

    Ich hab das Buch auf Wombatsbooks Empfehlung auch mit nach Australien genommen und kann es wirklich sehr empfehlen.
    An manchen Stellen war ich nur noch ein kicherndes Häufchen ohne Knochen oder Muskeln und musste krampfhaft aufpassen, daß sich bestimmte andere Muskeln (ihr wisst schon wovon ich rede) nicht auch noch entspannen.


    Und doch schafft er es, ziemlich viele Informationen rüberzubringen.
    Teilweise auch sehr abstruse, da er sich eben grade für die seltsamen Kleinigkeiten begeistern kann, aber man bekommt auch einige wertvolle Informationen mit.


    Insgesamt ist es sehr kurzweilig und unterhaltsam und ich kann es jedem, aber vor allem denen, die nach Australien fahren oder Australien schon kennen, empfehlen.

    Zitat

    Original von frl_smilla


    Glauben wir nicht - du bist doch IMMER hier? Oder bist du der erste aktuelle und funktionierende KLON?? ;)


    *bekräftigend nickt*
    So scheint es wenigstens. Wenn es nicht so ist, um so faszinierender. :loool: