Beiträge von Athiloris

    Ich fand das Buch ganz hübsch - aber auch nicht mehr. Es ist schön zu lesen, die Geschichte, die man nach und nach erfährt, ist spannend, aber die Art, wie diese präsentiert wird, empfinde ich als langweilig: "Und dann begann sie zu erzählen", diesen Satz liest man in Variationen mehrmals. Marina und Oscar besuchen viele Personen, die aus unerfindlichen Gründen gerade den beiden Hauptfiguren ihre Geschichte erzählen, die sie bis anhin geheim zu halten versuchten.
    Von mir: drei Sterne.

    Da müsstest Du mal mit einem konkreten Beispiel kommen.

    In den Top 25 der Ratgeber-Beststeller-Liste von Amazon findet man zum Beispiel "Ich rede: Kommunikationsfallen und wie man sie umgeht" von Isabel Garcia oder "Quantenheilung: Wirkt sofort - und jeder kann es lernen" von Frank Kinslow oder "Argumentieren unter Stress: Wie man unfaire Angriffe erfolgreich abwehrt" von Albert Thiele. (Ich hätte vielleicht noch sagen sollen, dass ich mich v.a. auf psychologische Ratgeber beziehe.)


    Ich denke auch, dass es wahrscheinlich mehr um die Beratung selbst geht, um die Motivation, die man erhält, weniger um das Fachwissen. Die Frage ist nur, erhofft man sich diese Motivation bereits beim Kauf? Hält die Motivation lange genug an? Oder kauft man sich eben weil sie nicht lange genug anhält den nächsten?


    Aber ich glaube nicht, das jemand nach der Lektüre von einem Ratgeber meint, das er alles zu dem Thema weiß. Ich habe ein oder zwei Bücher über Zimmerpflanzen und bilde mir deshalb bestimmt nicht ein, das ich eine Gärtnerin bin. :flower:

    Aber was meint man dann?

    Danke für deinen Input, MrCeline. Da hast du wohl recht, dass nicht allzu viel Fachwissen in diesen Büchern stecken kann. Aber interessanterweise geben sich doch immer wieder auch Professoren dafür her. Sind diese Bücher auch als schlecht zu beurteilen?
    Es interessiert mich, warum solche Bücher so viel Anklang finden. Was sie so anziehend macht. Was ist es dann, wenn es nicht die Qualität bzw. das Fachwissen ist?
    :-k

    Oft hört man von Ratgebern und noch öfter von Vorurteilen ihnen gegenüber.
    Aber wieviele Leute kaufen eigentlich Ratgeber? Gibt es Unterschiede im Aufbau und in der Qualität dieser Bücher? Nützen sie irgend jemandem oder sind sie bloss Geldmacherei?
    Diese Fragen beschäftigen mich im Moment und ich wäre froh, wenn jemand von euch weiss, wie man zu Verkaufszahlen von Ratgebern (z.B. im Vergleich zu Krimis) oder zu sonstigen informationsreichen Beiträgen kommt.


    Und wie seht ihr das persönlich? Wie würdet ihr Ratgeber definieren und wie schätzt ihr die Verkaufszahlen und ihre Wirksamkeit ein? Haben Ratgeber-Leser eurer Meinung nach vielleicht sogar spezielle Eigenschaften?


    Ich bin an jedem Input interessiert. :D

    Ich habe gerade das Buch ausgelesen und bin etwas unschlüssig bezüglich der Bewertung. Die Sprache ist zwar hervorragend und viele Gedanken sind ein Genuss zu lesen, aber teilweise fand ich es etwas langfädig, was folgenden Eindruck hervorrief:

    An so mancher Stelle kommt es mir so vor, als wolle die Autorin ihr Wissen zur Schau stellen.

    Besonders die Dreizehnjährige mit der Lebenserfahrung und dem Bildungshorizont einer Erwachsenen wirkt unglaubwürdig.

    Das hatte mich auch sehr gestört.


    Trotzdem las ich das Buch gerne und es hat mich an vielen Stellen zum Nachdenken angeregt. Oft musste ich auch lachen oder grinsen.

    Liebe Wirbelwind
    Sorry, falls ich mich falsch ausgedrückt habe. Das hat gar nichts mit dir zu tun! Die Rezi ist super! :thumleft: Ich habe das Buch ganz unabhängig von der Rezi gekauft und gelesen. Dass hier eine Rezi vorhanden ist, habe ich erst gesehen, als ich das Buch schon zu Ende gelesen hatte.

    Ich habe das Buch gestern ausgelesen und bin immer noch genervt, dass weder vorne noch hinten noch auf dem Buchrücken steht, dass dies nur der erste Teil ist. Ich merkte das erst, als die zweite Hälfte des Lebens plötzlich innerhalb von nur einer einzigen Seite erzählt wurde und die Leseprobe für den zweiten Teil kam. Das finde ich wirklich nicht in Ordnung, das ist Geldmacherei. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich eine andere Tussaud-Biografie gekauft (es erscheinen gerade einige neue).
    Wie auch immer, der Stil war flüssig, ich habe das Buch gerne gelesen. Vier Sterne von mir.

    off-topic: Sorry, dass ich erst jetzt antworte, aber ich habe nur sehr mühsam Zugang zu Internet und nun war ich auch noch vier Tage krank.


    Mir hat das Buch ausserordentlich gut gefallen, sowohl die Idee, wie auch die Umsetzung. Diese unbeteiligte, neutrale, fast abgebrühte Erzählweise wird bis zum Schluss durchgezogen. Dass der Erzähler nicht einfach eine Geschichte erzählt, sondern sich selber auch präsent macht, indem er lieber ein besseres Ende erzählt hätte (bzw. es auch erzählt) und den Leser immer wissen lässt, woher er seine Informationen hat, finde ich erfrischend.
    Interessant finde ich auch, dass das Radio, dem ja eigentlich die ganze Aufmerksamkeit gegolten hat oder zumindest einen roten Faden in der Geschichte bildete, schlussendlich vollkommen unwichtig ist. Dass Jakob eines besessen haben soll, hat keinerlei Auswirkung.


    Habt ihr das Buch in der Schule auch zu Ende gelesen? Habt ihr da noch etwas Zusätzliches diskutiert?

    Inhalt (Amazon):
    Sie war eine der bewegendsten Frauen der Renaissance: Lucrezia Borgia (1480-1519), Tochter des späteren Papstes Alexander VI., wurde bereits im Alter von 13 Jahren zum Spielball der großen Politik und der Intrigen ihres Vaters und ihres Bruders. Bewundert und gefürchtet, beneidet und als Mitglied des berüchtigten Borgia-Clans zugleich übelsten Verleumdungen ausgesetzt, wurde Lucrezia Borgia den Ruf einer Giftmischerin und Geliebten des eigenen Vaters bis in unsere Zeit nicht los.
    Das Buch von Mary Lavater-Sloman zeichnet ein facettenreiches Bild dieser außergewöhnlichen und überaus widersprüchlichen Frau. Durch die Verknüpfung sorgfältig recherchierter Fakten mit einer fiktiven Erzählfigur gelingt es der Autorin, das schillernde Wesen der Lucrezia Borgia aus nächster Nähe und doch so objektiv wie möglich darzustellen: als eine starke, intelligente Frau, die mit Beharrlichkeit und Lebenslust gegen die Hindernisse ihrer Herkunft und ihrer Zeit anzukämpfen versuchte.
    Mit einem kommentierenden Essay von Professor Bernd Roeck, Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte mit Schwerpunkt Frühe Neuzeit an der Universität Zürich.


    Autorin (Auszug Amazon):
    Mary Lavater-Sloman wurde 1891 als Tochter einer alteingesessenen Hamburger Reederfamilie geboren. Von 1914 bis 1919 lebte sie mit ihrem Mann Emil Lavater in Moskau. Nach einer abenteuerlichen Flucht vor den Greueln der russischen Revolution ließ sich Mary Lavater-Sloman mit ihrer Familie in der Schweiz nieder, wo sie im Alter von fast 89 Jahren verstarb.
    Die Schriftstellerin wurde unter anderem mit dem Preis der Schweizerischen Schillerstiftung,
    dem Bodensee-Literatur-Preis sowie mit dem Kulturpreis der Stadt Winterthur ausgezeichnet.


    Aufbau und Handlung:
    Eingebettet in die historisch dokumentierten Ereignisse wird in Tagebuchform romanhaft die Lebensgeschichte der Papsttochter Lucrezia Borgia erzählt, die das Schicksal der Adelstöchter ihrer Zeit teilte und von ihrer Familie opportun verheiratet wurde.Mit den Augen ihres (fiktiven) Milchbruders Jakobus Krafft sieht der Lesende eine lebendige, durchaus menschliche Lucrezia Borgia und erhält Einblick in ihre Gefühle und Empfindungen.

    Meine Meinung:
    Die Autorin hat die Fakten bis in die Details recherchiert. Es gelingt ihr, die Beziehungen Lucrezias zu ihrer Familie, insbesondere zu ihrem Vater und Bruder, plastisch darzustellen: Sie sind geprägt vom Hin- und Hergerissensein zwischen Clandenken und eigenverantwortlichem Handeln. Die Idee mit dem Milchbruder Jakobus Krafft gefällt mir sehr: Seine Sicht der Dinge ist in gewisser Hinsicht objektiv, doch erlebt man mit ihm auch die ganz persönliche Entwicklung Lucrezias, nimmt sie als Frau ihrer Epoche und Gesellschaftsschicht mit all ihren Facetten wahr. Die Geschichte ist packend und unterhaltsam erzählt. Mary Lavater-Slomanns Sprache ist flüssig und liest sich leicht. Ihre treffenden und feinen, detailtreuen Beschreibungen ermöglichen das Eintauchen in die damalige Zeit und das Mitfühlen mit Lucrezia.

    off-topic:
    Ich bin heute Nachmittag und morgen in den Ferien und danach habe ich einen Umzug vor mir. Ich werde frühestens ab Montag Abend wieder ins Internet können.
    Zu Beginn habe ich gedacht, dass es sich bei Jakob der Lügner um schwierigere Lektüre handelt, was aber nicht wirklich der Fall ist. Es gibt nicht so viel zu besprechen. Wenn es für dich in Ordnung ist, können wir es ja einfach zu Ende lesen und nächste Woche einen Schlusseindruck posten und allfällige Fragen noch diskutieren. Was meinst du dazu?

    In diesem Teil lernt man Leonard Schmidt kennen, einen offenbar unsympathischen Rechtsanwalt, der sich für etwas Besseres hält. Als er relativ neu im Ghetto war, trug er eines Tages ein Eisernes Kreuz an seiner linken Brustseite. Der Vorgesetzte des Posten fragte jedoch nur, woher er es habe, ansonsten blieb er verschont.


    Schmidt trägt mit Jakob die Säcke und nachdem Jakob von einem Fall mit Kowalski erzählt hat, sagt er ihm, dass das Radio kaputt sei. Auch einigen anderen hat er es schon erzählt und die Reaktionen sind unterschiedlich, wenn auch keiner froh darüber ist.


    Herschel Stamm, der ja den Stromausfall ausgelöst haben will, hört aus einem Wagen, den zu berühren verboten ist, menschliche Stimmen. Obwohl ihn der Posten nochmals mahnt, dass es knallt, wenn sich jemand an den Waggon wagt, geht er zu ihm hin und redet mit Menschen darin. Der Erzähler meint, dass er ihnen Hoffnung gegeben hat. Auf dem Rückweg zu den anderen wird Herschel erschossen.

    In diesem Teil herrscht weiterhin Stromausfall, der nur Jakob zu Gute kommt und der etwas Ruhe bekommt, aber auch etwas Interesse verliert, da das Radio ohne Strom nicht funktioniert. Daraufhin kommen Schwoch und Mischa zu Jakob um ihm vorzuschlagen, dass er sein Radio ja zu Kowalski bringen könne, bei dem es Strom gab und der auch bei diesem Gespräch anwesend ist. Jakob gibt vor nichts dagegen zu haben, aber da Kowalski nicht der mutigste ist, redet er sich, wie ich finde, auf sehr unterhaltsame Art heraus.

    Dies war wirklich ein sehr schlauer Einfall, Kowalski machen zu lassen. Und es hat ja auch wunderbar geklappt. :loool:


    Auch mich haben diese Episoden mit dem "Radio zum Strom"-Einfall und dem Toilettenbesuch amüsiert. Bei folgendem Satz musste ich laut lachen:

    Zitat

    "Kowalski zeigt auf seine Augen, Jakob kann sich eines aussuchen, beide sind sie chinesisch schmal, ein kräftiges blau umrahmt sie wirkungsvoll." S. 124

    Lina belauscht ausserdem noch zwei Jungs, die ohne Dynamit die Gestapo in die Luft sprengen bzw. sie einsperren wollen. Dass die Sicht von Kindern ebenfalls dargestellt wird, finde ich lobenswert.


    Jakob kommt noch dazu, seinen neuen Plan bezüglich Radio auszuprobieren: Er verkündet Kowalski, dass es nun nicht mehr funktioniert. Ich bin gespannt, wie die Bewohner diese Nachricht aufnehmen.

    Einen Tag nachdem Jakob Mischa die Nachricht erzählt hat, beim Arbeiten: Jakob ist sauer auf Mischa, weil dieser fröhlich die gute Nachricht ausplaudert. Mischa ist immer noch so gut gelaunt deswegen, dass er gar nicht einsieht, warum Jakob das so schlimm findet.


    Kowalski ist auch schon auf der Lauer und möchte wissen, was Neues passiert ist. Nachdem Jakob gelogen hat, nämlich dass die Russen schon 3 km näher seien, sieht er ein, dass die Leute des Ghettos jeden Tag fragen werden. Er scheint sich verpflichtet zu fühlen, sie mit Hoffnung zu nähren, damit sie am Leben bleiben. Lügen fällt dadurch leicht.


    Auf den weiteren Seiten werden Lina und Professor Kirschbaum vorgestellt. Lina ist ein 8-jähriges Mädchen, das vor zwei Jahren seine Eltern verloren hat. Ihr Vater trug damals einmal die Sterne nicht, weil sie abgefallen, gestohlen worden, ... sind (?) und darauf mussten er und seine Frau auf "den Transport" gehen. Lina war zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise nicht anwesend, so dass sie verschont wurde. Da und dort wurde ihr geholfen, vor allem aber Jakob nahm sich ihrer an. Momentan ist sie krank und Kirschbaum, früher ein angesehener Herzchirurg, hilft ihr wieder auf die Beine.


    Diese Einblicke in die einzelnen Schicksale machen deutlich, wie es in so einem Ghetto abläuft: wie die Denkweisen sind, welche Probleme auftreten und wie unterschiedlich die Leute sind.

    Zitat

    "... was ist das schon, jüdische Herkunft, sie zwingen einen, Jude zu sein, und man selbst hat gar keine Vorstellung, was das überhaupt ist. ... er wollte herausfinden, was es ist, wodurch sie sich alle gleichen, vergeblich, sie haben untereinander nichts Erkennbares gemein ..." S. 80

    Auch erfährt man in diesem Teil, dass Frankfurter ein Radio besitzt, das einize Radio im Ghetto, das er aber noch nie benutzt hat. Nachdem er von der Nachricht gehört hat, dass Jakob Heym ein Radio besitzt wird Frankfurter nervös, weil er Angst hat, dass die ganze Sache rauskommt und er denkt, dass ein Radio mehr als genug ist. Daraufhin zerstört er sein und somit das einzige Radio im Ghetto.

    Hast du bei dieser Stelle auch gedacht, dass er nicht vielleicht noch kurz hätte reinhören sollen, bevor er es zerstört?


    Das Schöne an diesem Teil finde ich auch, dass er von Hoffnung geprägt ist.


    Was mir gefällt, ist, dass der Erzähler begründet, woher er seine Informationen hat und ansonsten schreibt, wie es hätte sein können.


    Der Vater von Rosa scheint sehr realistisch zu sein und ich habe auch das ungute Gefühl, dass nicht alles so hoffnungsvoll bleiben kann...

    Wie es zu erwarten gewesen war, erzählt Jakob bei der Arbeit einem anderen Mann - Mischa - seine Neuigkeit. Nicht, dass das reichen würde, er hängt gleich noch an, dass er ein Radio besitze, und bringt sich somit noch mehr in Gefahr bzw. überhaupt erst in Gefahr.
    Dieser freut sich verständlicherweise und bald weiss es jeder, so sagt es zumindest Kowalski, der Friseur.
    Ich empfinde richtig Mitleid für Jakob, denn nun ist die Sache völlig ausser Kontrolle geraten. Einerseits freut er sich darüber, dass die Russen in der Nähe sind, andererseits kann ihm der angebliche Besitz eines Radios das Leben kosten.
    Der Erzähler teilt an diesem Tag das Essen aus. Über diesen erfährt man ausserdem noch, dass er zum Zeitpunkt des Erzählens 46 Jahre alt ist, also 1967 erzählt.


    Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

    Ich finde den Anfang sehr schön mit dem Baum. Man erfährt quasi über ein Symbol persönliche Dinge über den Erzähler, obwohl völlig unklar ist, wer er ist und was er macht. Ich bin gespannt, was der Baum oder Bäume noch für eine Rolle spielen werden.
    In den ersten 22 Seiten erfährt man über den Erzähler nur, dass er ebenfalls in diesem Ghetto gelebt hat, aber nicht, wie er heisst oder wie er zu Jakob stand. Die Geschichte mit Jakob scheint ihm jedoch wichtig zu sein, da er sie immer wieder zu erzählen versucht:

    Zitat

    "Ich habe schon tausendmal versucht, diese verfluchte Geschichte loszuwerden, immer vergebens." S.9

    Ich finde diesen Satz ziemlich bemerkenswert. Er möchte etwas loswerden, die Geschichte beschäftigt ihn also und er findet sie belastend. Dies wird auch dadurch bestätigt, dass er nur daran denkt, wenn er Alkohol getrunken hat. Der spezielle Erzählstil - wie du ja schon angedeutet hast - lässt vermuten, dass er bei diesem Erzählversuch zuvor ebenfalls ein zwei Gläser Schnaps getrunken hatte... ;)


    Die Handlung, wie du sie beschrieben hast, habe ich auch so verstanden. Als er aufs "Revier" geht, wo die deutsche Verwaltung sitzt, kommt eine Spannung auf, besonders nach dem Hinweis, dass noch kein Jude wieder herausgekommen ist. Absurd wird das Ganze dadurch, dass Jakob schon oft in diesem Gebäude war, als es noch ein Finanzinstitut war, und sogar schon einmal auf dem erwähnten Sofa gesessen hat. In diesem Zusammenhang erfährt man zum ersten Mal eine explizite Jahreszahl: Auf dem Sofa sass er 1935. Dies bestätigt die Annahme, dass die Handlung im 2. Weltkrieg spielt, während das polnische Territorium von deutschen Truppen besetzt war.

    Ich finde die Geschichte an sich sehr gut und auch spannend, wie z. B. die Sache mit der Wache. Trotzdem kann ich mich nicht wirklich an den Erzählstil gewöhnen, da der Erzähler doch sehr durcheinander erzählt. So vermittelt er dem Leser aber das Gefühl, dass es wirklich mündlich erzählt wird, was ich wieder gut finde.

    Ich finde den Ansatz auch sehr spannend, man möchte Wissen, was er nun mit dieser Information aus dem Radio macht. Jakob empfindet sein Leben als "plötzlich sinnvoll geworden" und er möchte diese Freude sicher teilen.


    Immer wieder finden sich auch Anflüge von Humor:

    Zitat

    "... das Mädchen hat Esther geheissen, oder nein, Moira, glaube ich, jedenfalls war es eine Buche ..." S.8
    "Ein Toter hat eine gute Nachricht gehört und freut sich, er würde sich gerne länger freuen ..." S.14