Beiträge von Saoirse

    Tolkiens Herr der Ringe ist natürlich ein Klassiker der Fantasyliteratur und meiner Meinung nach unbedingt zu empfehlen. Außerdem fand ich die Wächter-Reihe von Sergej Lukianenko herausragend.

    In meiner Nähe gibt es mehrere öffentliche Bücherschränke. Einer ist leider echt nicht so schön, da liegt viel Schrott drin. Die anderen sind durchwachsen, da kann man Glück haben, aber auch Pech. Vergilbte, zerfledderte Bücher, die schon nach Erscheinen wohl kaum jemand lesen wollte, nehmen einfach so viel Platz weg. Letztens hat aber wohl jemand seine Fantasy-Sammlung aufgelöst und es standen viele tolle und gut erhaltene Bücher im Schrank. Da hab ich mich trotzdem zurückgehalten und nur ein einziges mitgenommen, damit auch andere Leute eine Chance haben, neuen Lesestoff abzubekommen. In der Nachbarschaft meines Freundes steht ein Bücherschrank, der offensichtlich von jemandem gepflegt wird. Top Titel, alle in gutem Zustand, es ist aufgeräumt, es gibt keine alten Anleitungen für Betriebssysteme aus den frühen 90ern. Das würde ich mir von mehr Schränken wünschen.


    Wenn jemand einen Oxfam-Laden in Reichweite hat, kann er oder sie vielleicht gelesene Bücher dort spenden. Ich kaufe gerne bei Oxfam ein, egal, ob es um Bücher, Kleidung oder Haushaltswaren geht. Da hab ich noch nie Schrott gesehen. Sonst unterstütze ich auch den Tipp, mal bei der Diakonie oder ähnlichen Einrichtungen nachzufragen.

    Ich beginne nach dem Beenden eines Buches normalerweise erst am nächsten Tag oder generell zur nächsten "Lesesitzung" (ich lese vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln oder abends im Bett; seit ich umgezogen bin und weniger Bahn fahre, lese ich leider auch weniger). Es sei denn, ich habe den Folgeband einer Reihe schon zur Hand, dann geht es manchmal nahtlos weiter. Bisher hat mich das Verarbeiten einer Lektüre nie davon abgehalten, die nächste zu beginnen, soweit ich mich erinnern kann.

    Ach, die Genderexperten, für die das alles eine Lappalie ist, sind auch schon da. :winken: Meinen Zähnen zuliebe - wenn ich mich ärgere, knirsche ich leider - halte ich mich da zurück.


    Ich habe in den letzten Jahren immer häufiger festgestellt, dass ich viele Bücher nur mittelmäßig finde und mir gewisse Motive einfach auf den Geist gehen. Dazu gehören sexuelle Gewalt und traditionelle Geschlechterrollen. Dazu habe ich in einer Rezension zu Jenny-Mai Nuyens "Die Töchter von Illian", das angeblich so anders als andere Fantasybücher sein sollte, schon was geschrieben. An sich interessiere ich mich für epische Fantasy, aber die wird meistens von Männern geschrieben und fast immer kommen höchstens zwei Frauen vor, die null zur Handlung beitragen, aber gut aussehen... uff. Auf der Suche nach Alternativen habe ich allerdings nur wenige Autorinnen gefunden. In anderen Genres sieht es natürlich anders aus, zum Beispiel schreiben mehr Frauen Liebesromane als Männer (wobei es da auch bekannte Ausnahmen gibt, wir kennen ja zum Beispiel alle zumindest den Namen Nicholas Sparks). Insgesamt würde ich sagen, dass sich die Verteilung bei den von mir gelesenen Autor*innen in etwa die Waage hält. Tatsächlich würde ich gerne mehr Variation sehen, also mehr Frauen, die SciFi und nicht-romantische Fantasy schreiben, mehr Männer, die Liebesromane verfassen, und so weiter. Und ja, auch gerne mehr diverse. :)

    Die Romane von Mhairi McFarlane empfinde ich als unterhaltsame Lektüre, ohne dass den Charakteren etwas sehr Schlimmes passiert. Ich mochte alle sehr gerne, hier einer stellvertretend im Anhang:

    Während ich an starken Angststörungen litt, habe ich unter anderem Wolkenschloss von Kerstin Gier gelesen. Da wusste ich schon vorher, dass nichts Aufwühlendes passiert (zum Vergleich: einen apokalyptischen Sci-Fi-Roman musste ich abbrechen, weil mir die Handlung zu viel wurde), sondern dass die Geschichte von leicht skurrilen Charakteren und vielen Beschreibungen des Settings getragen wird.

    Vielleicht ist "Raus aus der Glücksfalle" was für dich. Das kommt ganz ohne Spiritualität aus (was für mich sehr wichtig ist, weil ich völlig unspirituell bin und eher wütend werde, wenn ich was von Gott oder Energien lese) und erklärt, wie man mit negativen Gedanken und Gefühlen entspannt umgehen kann. Ich fand es ziemlich hilfreich.

    Ein Beispiel: In der Antike und im Mittelalter, sicherlich auch noch einige Jahrhunderte danach, war Freiheit kein erstrebenswertes Gut. Heute sehen wir das anders, aber damals bedeutete Freiheit Unsicherheit. Manch einer hat sich lieber selber in die Knechtschaft gebracht als auf sich gestellt zu sein. In der modernen westlichen Welt undenkbar, für einen Menschen des Mittelalters eine kluge Überlegung.

    Ein sehr gutes Beispiel, das mir früher auch lange so deutlich nicht bewusst war. Bis ich mal das Buch gelesen habe, das ich hier angehängt hab. Das war sehr aufschlussreich. Leider gibt es davon keine Übersetzung.

    Das sieht sehr spannend aus! Da hat die Wunschliste wieder Zuwachs gekriegt.


    Wenn ich von diesen Zeitzeugen weiß, dass 1920 quer durch alle sozialen Schichten viele Kleidungsstücke nicht waschbar waren, Wäsche allgemein eine zeitraubende Knochenarbeit war, viele Leute sich im Winter nur in der Küche waschen konnten, weil es der einzige geheizte Raum war, dann mag ich im Roman, der zu der Zeit spielt, niemanden vorgestellt bekommen, der fortwährend eben flink unter die Dusche springt und sich täglich von Kopf bis Fuß sauber anzieht ...

    Oh, da beneide ich Dich grad ein wenig - ich hätte so gern auch diese Gespräche geführt. Aber ging leider nicht :-? Aber dafür erinnere ich mich an den gemauerten Waschkessel im 1. Kellergeschoss bei meiner Oma, die übrigens erst im Alter von über 70 in ihrer Wohnung ein kleines Bad und Zentralheizung bekam. Und sie lebte in der Innenstadt von Wiesbaden. Insofern versteh ich genau, was Du meinst. :lol:

    Leicht Off-Topic, aber vielleicht nicht uninteressant: Meine Gastoma in Irland wohnte in einem tollen Stadthaus in Dublin direkt an der Liffey. Ein schönes Haus aus dem 19. Jahrhundert, wie ihr es vielleicht mal auf Postkarten gesehen habt. Leider hatte das Ding auch 2007 noch keine Zentralheizung und das Bad war in einem eigenen Gebäudeteil hinter dem Wohnhaus. Ich war dort im Winter zu Besuch und musste in einem für Irland superkalten Winter erst rausgehen, um in einem nicht beheizten Raum die Toilette oder Dusche zu benutzen. Kein Wunder, dass Nana Jo lieber bei ihren Kindern zu Besuch war und abends mit heißem Grog in einer Decke eingekuschelt am Ofen in der Küche saß. 8-[

    Da ich hauptsächlich Fanstasy lese, spielt das "wann" eher eine untergeordnete Rolle, da es sich ja in den allermeisten Fällen um fiktive Welten handelt. Da geht es höchstens darum vorhergegangene Ereignisse in den zeitlichen Kontext zu setzen, was ja aber meistens ganz gut gemacht wird. Bei meinem aktuellen Buch war ich mir am Anfang nicht sicher, was das Setting angeht, Wikipedia hat dann aber geholfen: es spielt tatsächlich in einem post-apokalyptischen Europa. Der einzige Hinweis darauf ist, dass immer wieder auf antike Schriften Bezug genommen wird (alte Griechen und Römer) und auch das Christentum eine gewisse Rolle spielt. Darüber hinaus scheint allerdings nichts von unserer heutigen Kultur überlebt zu haben :lol:

    Dieses Buch bzw. sein Setting haben mich auch vor Rätsel gestellt.


    Gerade habe ich darüber nachgedacht, wie viele Bücher ich gelesen habe, in denen nicht hervorgeht, wann und wo sich die Handlung abspielt und wie alt die Protagonisten sind. Na gut, beim Herrn der Ringe wird in der Geschichte selbst nicht jedes Alter der Gefährten genannt, aber man erfährt, wer alt und wer jung - immer am Standard des eigenen Volkes gemessen - ist, das passt für mich dann. Ein Buch, bei dem ich gar nicht einschätzen kann, in welchem Zeitraum ich die Geschichte verorten müsste, würde mich vermutlich ratlos zurücklassen.

    Die Diskussion ist ja aber auch schon einen Schritt weiter. Ich denke, in jeder Generation gibt es Tendenzen, wie die jeweilige Weltanschauung so ist, aber natürlich sind immer noch alle Menschen Individuen. Bei historischen Romanen finde ich es aber oft heikel, wie Autoren meinen, sich in das Mindset vergangener Generationen einfühlen zu können. Selbst Historikern fällt das schwer, wenn es nur ein Jahrhundert in der Zeit zurückgeht. In vielen historischen Romanen ist ja der Konflikt, dass jemand aus seiner gesellschaftlichen Rolle ausbrechen will, da er Meinungen unserer Zeit vertritt. So kommen die ganzen Romane wie "Der Weg der [weibliche Berufsbezeichnung]" zustande - nur erforderte und förderte die Gesellschaft, die so anders ist als die des 21. Jahrhunderts, eine andere Einstellung. Ein Beispiel: In der Antike und im Mittelalter, sicherlich auch noch einige Jahrhunderte danach, war Freiheit kein erstrebenswertes Gut. Heute sehen wir das anders, aber damals bedeutete Freiheit Unsicherheit. Manch einer hat sich lieber selber in die Knechtschaft gebracht als auf sich gestellt zu sein. In der modernen westlichen Welt undenkbar, für einen Menschen des Mittelalters eine kluge Überlegung.

    Buchdoktor

    Ich verstehe, was du meinst! Der Charakter war leider sehr oberflächlich und schien mir oft nur ein Werkzeug zu sein, um die Handlung voranzutreiben und damit die Autorin besonders "woke", wie man so sagt, auszusehen. Den Kommentar des Mannes, den du da wiedergegeben hast, finde ich etwas kurz gedacht, da die Regeln für Fantasy in jedem Werk neu aufgestellt werden. Hier leben die Zwerge ja auch im Matriarchat, während in anderen Welten Anträge auf zwergische Ehefrauen gestellt werden müssen, weil es einfach nicht genug gibt. An ein vorgegebenes Gender bei Elfen kann ich mich nun nicht erinnern.

    Ich denke, dass Gewalt gegen Tiere und gegen Menschen in Büchern und anderen Medien unterschiedlich wahrgenommen wird, weil sie unterschiedlich real wirkt. Tiere werden in unserer Gesellschaft oft als unschuldig und wehrlos angesehen (gerade, wenn es um Haustiere und konventionell niedliche Tiere wie Eichhörnchen gilt, Spinnen haben diesen Bonus bei den wenigsten Menschen). Thriller behandeln oft Themen, die von der Lebensrealität vieler Menschen vorbei gehen und bedienen sich oft des Stilmittels der Übertreibung. Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Hund getreten wird? Zumindest wahrscheinlicher, als dass man sich morgen morgen mit blutenden Wunden in einem Käfig mitten im Wald wiederfindet. Das gequälte Tier ist vielen Lesern wahrscheinlich einfach näher als der gequälte Mensch, weil dessen Schicksal unwirklicher erscheint. Achtung, ich sage nicht, dass das Eine schlimmer als das Andere ist oder dass es keine unvorstellbare Gewalt gegen Menschen gibt! Ich denke bloß, dass die Einschätzung, wie realistisch ein Szenario ist, ins empfundene Mitgefühl reinspielt.

    Dieser Roman wurde beworben mit dem Slogan "Die Autorin von »Nijura – Das Erbe der Elfenkrone« und »Das Drachentor« schreibt den ersten epischen High-Fantasy-Roman für eine neue Generation von Leserinnen." Da ich epische High Fantasy gerne mag, aber von der allgegenwärtigen Maskulinität angeödet bin, habe ich mich sehr darauf gefreut, diese Geschichte zu hören. Die Vertonung des Hörbuches durch Gabriele Blum fand ich im Übrigen sehr gut. :)

    Die Inhaltsangabe sprach mich auch gleich an. In der Vergangenheit habe ich, wenn ich mich nicht irre, zwei Bücher der Autorin gelesen, von denen ich eins sehr gerne mochte und das andere zumindest unterhaltsam, wenn auch nicht übermäßig spannend. Ich mag den detailverliebten Stil, den Skyline ja bereits ansprach. Auch empfand ich keine Szene als unnötig langatmig. Aber diese Rezension kommt nicht ohne großes Aber aus:

    Wer "eine neue Generation von Leserinnen" ansprechen will, kann nicht einfach weibliche Personen ins Rampenlicht stellen, einen Transcharakter einbauen und fertig ist die Laube. Das Maß an unnötiger, auch sexueller Gewalt, Frauenfeindlichkeit, Transfeindlichkeit und unkommentiertem Kindesmissbrauch ist für mich völlig fehl am Platz gewesen und genau das, was mich in Fantasygeschichten klassischen Musters, verzeiht den Ausdruck, angekotzt hat. Vergewaltigungen um den Plot voranzutreiben? Manipulation durch Sex? Haha, guckt mal, jemand hat Probleme mit seiner Geschlechterrolle, was für ein Freak! - Kann ich ja gleich Werke alter weißer Männer lesen.

    Das ist ein interessanter Thread. Von Thrillern halte ich mich generell fern (mit ganz wenigen Ausnahmen, weil ich mal meinen Horizont in dieser Hinsicht erweitern wollte), weil ich eher zart besaitet bin. Die entsprechenden Rezensionen hier im BT lese ich manchmal trotzdem, einfach weil sie durchaus unterhaltsam sein können. Ich verstehe ja auch den Reiz an der Thematik und dass sich manche Leute gerne gruseln oder fürchten, nur schaffe ich es nicht, diese Gefühle zu abstrahieren.

    Fast alle Themen, die hier genannt wurden, sind für mich Tabuthemen im Sinne von "lese ich lieber nichts drüber" oder ich kann sie nur sparsam ertragen. (Sexuelle) Gewalt gegen Menschen jeden Alters, Tierquälerei, Völkermord, schwere Krankheiten, Suizid... wenn diese Themen viel Raum in einem Buch einnehmen, ist es wahrscheinlich keine vergnügliche Lektüre für mich.

    Squirrel

    Du machst wirklich gute Werbung für dieses Buch. Danke, dass du diese interessanten Informationen mit uns teilst! Das Buch steht schon auf meiner Wunschliste, denn jetzt will ich wirklich gerne mehr über Oktopoden lernen. :D

    Mir hat eine Azubine von Thalia erklärt, dass die Mayersche eine größere Auswahl an Büchern hat und dafür weniger individuell berät, was hingegen bei Thalia dazugehört. Für mich war eine Beratung durch Mitarbeiter bei Büchern nie entscheidend, sondern eben die Auswahl. Ich komme aber auch aus einer Stadt mit einer riesigen Filiale der Mayerschen ohne einen einzigen Thalia weit und breit. Die Mayersche hat für mich eben den "Heimvorteil".

    Ich bin ganz entzückt von den neuen Päckchen! :love:  Soulprayer , Nessy1800 und Jackson , ihr habt tolle Wichtelpost zusammengestellt und eure Wikis haben sich sichtlich gefreut. :D

    Es macht einfach so Spaß, die Bilder der anderen anzugucken und sich mitzufreuen. Ich bin schon gespannt auf die nächsten Päckchen, die geöffnet werden. :D